Posts Tagged ‘Sowjetunion’

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 31)

5. Februar 2026

Das Hauptproblem des Linksliberalen ist sein Schuldgefühl. Wegen seines wie auch immer verzerrten Kontakts zum bioenergetischen Kern, findet der Konservative Entlastung von seiner Schuld durch „die Vergebung Gottes“ bzw. deren emotionalen Entsprechungen. Der Linksliberale hat einen sehr prekären Kontakt zum Kern und muß deshalb seine Schuld durch „soziale“ Aktivitäten buchstäblich abarbeiten. Alles, was der Gutmensch tut, ist ein „Ablaßhandel“. Das funktioniert natürlich mehr schlecht als recht und deshalb kommt Hitler ins Spiel. Es muß etwas absolut Böses geben, gegen das man sich wohltuend als das absolut Gute abheben kann. Entsprechend wurde bereits vor langem der antitotalitäre Konsens gekündigt und die Sowjetunion zum „Befreier vom Faschismus“ exkulpiert. Den Holocaust in irgendeinen, wie auch immer gearteten Kontext zu stellen, wäre sozialer Selbstmord, und anzudeuten, daß Hitler durchaus etwas richtig gesehen hat, – man könnte sich wirklich gleich selbst die Kugel geben… Damit ist aus charakterologischen Gründen ein Verständnis des Phänomens „Hitler“ in der heutigen Zeit schlichtweg ausgeschlossen!

Soweit ich zurückdenken kann, habe ich Hitler verflucht, weil er „den Russen an die Elbe gebracht hat“. Tatsächlich kann man sich aber die berechtigte Frage stellen, ob die Wehrmacht nicht der in Angriffsstellung befindlichen Roten Armee in letzter Sekunde in den Arm gefallen ist und ob es nicht ihr heroischer Abwehrkampf war, der verhindert hat, daß die Russen bis zum Atlantik durchmarschiert sind. Man muß schlichtweg komplett verpeilt oder dumm wie Brot sein, um nicht zu sehen, daß Stalin, genauso wie etwa Trotzki, die Weltrevolution wollte. Es sollte nur alles schön kontrolliert ablaufen, nämlich auf einem Territorium das zuvor von Sowjetpanzern plattgewalzt worden ist. Aber, wie gesagt, niemand darf böser als der Böse schlechthin sein!

Die Verfolgung und Ermordung der Juden: Ohne den Holocaust macht der Nationalsozialismus keinen Sinn. Man muß sich einfach dazu bequemen, tatsächlich zu lesen, was Hitler und die Hitleristen über die Juden geschrieben haben. Die Juden seien eine Kraft, die allen biologischen Gesetzen (jedenfalls das, was ein Leser der populärwissenschaftlichen Schriften Ernst Haeckels damals dafür hielt!) entgegenarbeiten und die deshalb diesen Planeten über kurz oder lang in einen „weiteren Mond“ verwandeln würden. Die entsprechenden „Charaktereigenschaften“ seien angeboren und nicht veränderbar. Wegen diesem hanebüchenen Unsinn wurden sechs Millionen Kinder, Frauen, Greise, Greisinnen und Männer unterschiedslos ermordet und zu diesem Beginnen aus aller Herren Länder herangekarrt.

„Intellekt“ und „Intellektueller“ galt als „undeutsch“ und „jüdisch“. Die Nazis unterstellten den Juden, ganz im „Intellekt“ aufzugehen, d.h. im „kritischen zersetzenden, sterilen Denkvermögen“. Der Jude sei wurzellos, „intellektualisiert“ und zynisch, könne nur „zersetzen und negieren“. Weitere Stichworte: Stadtmenschen, Wurzellose, „Asphalt“, Literatentum, Kaffeehaus, entseelt und diesseitig, bar jeder Tiefe und bar jeder Leidenschaft. Am besten wird das ganze von Goebbels zusammengefaßt, wenn er von „einer bestimmten Geistes- und Charakterhaltung“ spricht, „die das Resultat einer völligen Überwucherung der Kräfte des Instinkts und des Gefühls durch solche eines diabolischen Intellekts und einer eiskalten, dunkelhaften Berechnung ist“ (Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, Berlin 2007, S. 316f).

Was haben die psychotischen Nationalsozialisten eigentlich verfolgt? Nein, natürlich nicht den emotionell pestkranken „pseudo-liberalen Charakter“ bzw. „modern liberal“, aber eine Entsprechung. Das wird auch deutlich, wenn sie dieser irrealen Chimäre „Jude“ alle nur denkbare Hinterlist und Bösartigkeit andichten, so als wollten sie die Emotionelle Pest beschreiben.

Ähnlich ist es mit dem Haß der Nazis auf das Christentum und der Frage bestellt, warum Leute wie Hitler und Himmler den Islam bevorzugten. Aus ihrer Sicht würde das Christentum mit seiner Friedensbotschaft und dem „Hinhalten der anderen Wange“ im „Überlebenskampf der Rassen“ die christliche „weiße Rasse“ benachteiligen.

Ich will das hier nicht weiter ausführen. Man kann das ganze ohnehin nur vor dem Hintergrund der soziopolitischen Charakterologie verstehen. Als Schwarze Faschisten waren die Nazis in vieler Hinsicht das genaue Gegenteil der Kommunisten. Entsprechend hatten sie einen Blick für das, was zum Kommunismus führt: die „Zersetzungsarbeit“, des von seinem biologischen Kern abgeschnittenen pseudoliberalen Charakters und die Naivität und Blauäugigkeit des liberalen Charakters, der eben das ist: „liberal“.

Man kann den Antisemitismus und die Demokratiefeindlichkeit nicht mit Moral überwinden, sondern nur mit der Freilegung der von Reich, Baker und Konia dargelegten charakterologischen Zusammenhänge.

Ohne die Orgonomie muß jede Geschichtsschreibung belanglose Makulatur und Moralisiererei bleiben!

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 30)

2. Februar 2026

Ich wundere mich, daß es noch keine orgonomische Geschichtsforschung gibt, die Elemente untersucht wie die individuelle Panzerung der „Führer“, die Massenpsychologie (die gesellschaftliche Panzerung), die Emotionelle Pest und die soziopolitische Charakterologie. In den vorangegangenen 29 Blogeinträgen haben wir im NACHRICHTENBRIEF damit angefangen – gewohnt dilettantisch am Beispiel Zweiter Weltkrieg – jenseits von Gut und Böse betrachtet:

Der Zweite Weltkrieg war… Mir fehlen die Worte, denn wenn allein schon die hochindustrialisierte und von der Geographie her begünstigte Tschechoslowakei sich militärisch gewehrt hätte, wäre Deutschland in eine arge Bredouille geraten. 1938 stand die deutsche Generalität sogar kurz vor einem Putsch, weil sie vor einem Angriff auf die Tschechoslowakei zu Recht Todesangst hatte. Oder etwa Frankreich, das Deutschland schließlich den Krieg erklärte: sein Militär war weit stärker als das Deutschlands und wäre es beim „Polenfeldzug“ statt kleiner Scharmützel an der Grenze zum Saarland auf breiter Front in Deutschland einmarschiert, hätten wir keinerlei Chance gehabt, denn die Wehrmacht war mit praktisch allen Verbänden weit im Osten und – am Ende des Polenfeldzugs hatte sie keine Munition mehr, keine verläßlichen Verbündeten, nichts! Frankreich hat den größten Triumph seiner Geschichte verpennt!

Der Irrsinn wird dadurch getoppt, daß Deutschland den Krieg durchaus hätte gewinnen können:

  1. Der wichtigste Punkt war wohl ausgerechnet das ferne und auf den ersten Blick in diesem Zusammenhang wirklich vollkommen unwichtige Spanien. Hätte Hitler statt von Franco ultimativ die Kredite für den Bürgerkrieg zurückzuverlangen und dergestalt Spanien zu entfremden, Entgegenkommen gezeigt und als Gegenleistung die „Befreiung“ Gibraltars verlangt… Ohne Gibraltar keine Engländer im Mittelmeer, die gesamte Südflanke wäre frei gewesen und die Witzfigur Mussolini hätte sich, ohne groß Schaden anzurichten, austoben können.
  2. Am Ende des Krieges hatte Deutschland die besten U-Boote der Welt, die ersten echten U-Boote überhaupt. Sie sind nie zum Einsatz gekommen. Hätte man frühzeitig Mittel in deren Entwicklung gesteckt und ohnehin mehr U-Boote gebaut, wären die USA und der Commonwealth (d.h. Kanada) keine Bedrohung gewesen. Ruhe an der Westfront.
  3. Von Dünkirchen, wo sich Hitler erstmals gegen die geschlossene Expertise seiner Generäle durchsetzte, um nicht zum bloßen Grüßaugust wie Wilhelm II zu werden, brauchen wir gar nicht erst anfangen. Ausschlaggebend war wohl Hitlers Wahn, die „Angelsachsen“ wären ja auch Deutsche und letztendlich unsere Verbündeten.
  4. Am Ende des Krieges hatte Deutschland mit seinen Düsenjägern die besten Flugzeuge der Welt. Mit der Messerschmitt Me 163 „Komet“ verfügten wir sogar über den bis heute (!) einzigen in Serie gebauten Raketenjäger! Wie bei den U-Booten: die absolute Luftherrschaft über dem Kontinent wurde durch eine Rüstungspolitik verspielt, die dank Hitler grundfalsche Prioritäten setzte („Vergeltungswaffen“), vom vollständig inkompetenten grotesken „Reichsmarschall“ wollen wir lieber schweigen…
  5. Für das Desaster an der Ostfront hat ausnahmsweise weniger Hitler als die Generalität die Hauptschuld zu tragen. Greifen wir weiter aus: Europa kann man militärisch nicht erobern, weil man dazu gleichzeitig die ganz im Westen gelegene uneinnehmbare Insel Großbritannien (ganz zu schweigen von Kanada und dem gesamten Commonwealth!) und das weit im Osten liegende uneinnehmbare, weil schlichtweg unendlich große Rußland besiegen müßte. Napoleon ist daran gescheitert und die beiden Kaiser erstrecht. Dünkirchen und, wie erläutert, die U-Boot-Waffe hätten die Chance geboten, das Unmögliche doch zu erreichen. Und was Rußland betrifft: zum Entsetzen seiner Generäle wollte Hitler, statt alle Kraft auf die Eroberung Moskaus zu konzentrieren (als wenn das irgendwas gebracht hätte!), unbedingt zum Kaukasus und band ihnen dort mit seinen Haltebefehlen die Hände, wo sie doch von großen Bewegungsschlachten mit taktischen Rückzügen und kühnen Vorstößen träumten, in denen sie als Feldherren brillieren konnten. Sache war aber, daß dieser Feldzug weniger militärisch, sondern vielmehr ökonomisch zu gewinnen war. Ohne die Ukraine und den russischen Süden war die UdSSR schlichtweg am verhungern. Und: ohne die Ölfelder im Süden war die Versorgung mit Öl für Rußland sogar noch prekärer als das verzweifelt unter Ölknappheit leidende Deutschland. Zu recht spekulierte Hitler weniger auf den militärischen, sondern vielmehr auf den ökonomischen Kollaps der Sowjetunion. Ein rationaler Politiker hätte dann etwas getan, was Hitler stets von sich wies: einen Verhandlungsfrieden erpreßt, der die Ostfront langfristig befriedet hätte. (Tatsächlich hat es in Schweden noch nach Stalingrad entsprechende strenggeheime Verhandlungen zwischen Deutschland und Rußland gegeben, die an der Idiotie Hitlers scheiterten!)

Bei den ersten vier Punkten hätte praktisch kein einziger deutscher Soldat geschweige Zivilbevölkerung sterben müssen! (Vielleicht sollte man als zusätzlichen Punkt die mangelnde bzw. schlichtweg nicht vorhandene Koordinierung mit dem „verbündeten“ Japan erwähnen!)

Warum haben wir den Krieg verloren? Der Augenpanzer der Verantwortlichen und die damit zusammenhängende mangelnde Koordinierung war wohl der ausschlaggebende Punkt. Bei der entsprechenden Lektüre möchte man immer rufen: „Ja, seht ihr das und das nicht!“ Zur Augenpanzerung gehört eben auch das, die mangelnde Perspektive; die Fähigkeit, die Gesamtlage „von oben“ zu überblicken, statt wie ein Blinder durchs unübersichtliche Gestrüpp zu tapsen.

Das alles gilt auf die dortigen Verhältnisse übertragen natürlich auch für Frankreich, für das ich nur noch Verachtung empfinde… Allein schon der Verrat an Polen (übrigens auch durch England!).

Es ist gut, daß wir den Krieg verloren haben! Ein „geeintes Europa“ bedeutet nämlich dessen sicheren Untergang. Über die Jahrhunderte war unsere Stärke, daß es voneinander unabhängige Politiken, Währungen, Ökonomien, Kulturen etc. gab, sodaß Fehlentscheidungen nur von lokaler Bedeutung waren, Europa selbst aber weiter ungehindert sprießen konnte. Deutschland selbst war so stark, weil es in sich nochmals „zersplittert“ war, so daß etwa Hamburg vom Dreißigjährigen Krieg nichts spürte. Hitler hat das alles zerschlagen, erst in Deutschland selbst und dann wollte er ganz Europa „gleichschalten“.

Wir sollten alle auf die Knie fallen und Gott danken, daß Hitler und seine Generäle die obigen Fehler gemacht haben! Vor allem sollten wir aber die neo-nationalsozialistische EU in Grund und Boden verfluchen. Als Frau Merkel in griechischen und italienischen Gazetten mit Hitlerbärtchen gezeigt wurde, traf das durchaus den funktionellen Kern der Sache: Gleichschaltung! Wenn ich Ursula von der Leyen sehe…

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 29)

29. Januar 2026

Aus funktioneller Sicht war der Erste Weltkrieg ein Angriff Frankreichs (das Rußland wirtschaftlich „in der Tasche hatte“) wegen nationalistischer Rache (Emotionelle Pest) im Verein mit England, das seinen wirtschaftlichen Rivalen Deutschland ein für allemal zu vernichten trachtete (Emotionelle Pest). Da der Versailler Vertrag nicht funktioniert hat, war der Zweite Weltkrieg einfach eine Fortsetzung des Ersten Weltkriegs. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, daß Frankreich und England sich um Polen oder gar um die Juden geschert haben? Hitlers Präventivkrieg gegen die Sowjetunion muß man separat einordnen.

Zunächst einmal ist es völlig irreführend, die Wehrmacht als militärisch überlegen zu betrachten. Tatsächlich war die französische Armee in ihrer Qualität und der Menge an Ausrüstung der deutschen Armee weit überlegen. Diese konnte nur aufgrund des militärischen Genies von General von Manstein und der völligen Inkompetenz der französischen Generäle, die sich hinter der idiotischen Ligne Maginot sicher fühlten, gewinnen. Während die Deutschen ohne nennenswerten Widerstand nach Paris marschierten, bewachten Hunderttausende französischer Elitesoldaten die Maginot-Linie… Als Deutschland die UdSSR angriff, war das nur deshalb ein spektakulärer Erfolg, weil sich die Rote Armee im Angriffsmodus befand, Angriffsstellungen eingenommen hatte und daher so gut wie wehrlos war. In Filmen werden nie die alten Doppeldecker gezeigt, die die Luftwaffe noch im Einsatz hatte, oder die Pferdefuhrwerke, mit denen das Heer gen Osten zog. Ohne Hitlers Angriff hätte die Rote Armee wenig später Europa erobert („vom Hitler-Faschismus befreit“). Währenddessen war die Roosevelt-Regierung im Wesentlichen ein Haufen von Kommunisten…

Im Jahr 1945 hat Stalin nicht wirklich gesiegt, sondern wurde schließlich hinter dem Eisernen Vorhang eingesperrt und seiner Dynamik beraubt. Ein halbes Jahrhundert später brach die Sowjetunion endgültig zusammen.

Was ist mit dem Holocaust? Dessen völlige Sinnlosigkeit macht ihn noch tragischer, – wenn das überhaupt möglich wäre. Bin ich ein deutscher Nationalist und Hitler-Fan? James DeMeo glaubte das schließlich von mir! Eigentlich hätte ich eine Fortsetzung des alten friedlichen „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation“ vorgezogen, das strukturell unfähig war, überhaupt irgendjemanden anzugreifen, aber leider durch die Emotionelle Pest (Napoleon) zerstört wurde. Ich würde jetzt in einem unabhängigen Staat leben, „Die Freie und Hansestadt Hamburg“, und neben dem freigewählten Hamburger Senat ansonsten nur einem in Wien oder sonstwo hofhaltenden, blassen römisch-deutschen Kaiser Untertan sein – und das auch nur weitgehend symbolisch. Hitler war einfach ein krimineller Psychopath (Reich nannte ihn „Generalpsychopath“) – und meine Verachtung für die deutsche Generalität ist maßlos, weil sie diese Witzfigur nicht rechtzeitig ausgeschaltet hat. Bin ich ein Nazi, wenn ich mich frage, warum Hitler am Ende des Krieges gegen die chemische und biologische Kriegsführung ein Veto eingelegt hat? Ich bin schlichtweg an Details interessiert, die nicht in die Erzählung passen, die uns etwa das Staatsfernsehen jeden Tag von neuem eintrichtert. Ansonsten verweise ich auf A.J.P. Taylors Die Ursprünge des Zweiten Weltkrieges – einem passionierten Deutschenhasser.

Die Schönheit Deutschlands vor der Katastrophe des Großen Krieges war schlichtweg unermeßlich. Durch das Erbe der Kleinstaaterei gab es praktisch keine „Provinz“. Jedes Kaff war irgendwann mal „Residenzstadt“, florierende Hansestadt oder „Pfalz“ gewesen und barst geradezu vor Kulturgütern. Selbst Fabriken sahen wie Schlösser aus (man denke nur an die Hamburger Speicherstadt). Ein Gutteil dieses Kulturerbes wurde von dem alliierten Bombenterror unwiederbringlich zerstört. Die Landschaft war noch nicht zersiedelt und durch „Flurbereinigung“ ruiniert. Ich schreibe dies in einem Waldstück am Rande Hamburgs. Ohne den Zuzug der Vertriebenen, Opfer des zweiten Menschheitsverbrechens nach dem erwähnten Bombenterror, würde ich jetzt nicht eine Siedlung zwischen den Bäumen erkennen, sondern mein Blick würde über Felder und Wiesen gleiten. Dieses Land ist geradezu abenteuerlich übervölkert. Und was tun wir? Der Hamburger Senat baut auch noch die letzten verwilderten Grünflächen mit Häusern für fremdrassische Neusiedler zu, die nichts, aber auch rein GAR NICHTS auf diesem geheiligten Boden zu suchen haben. Und das alles nur, um eine imaginäre „deutsche Schuld“ zu tilgen. Eine „Schuld“, die uns von Leuten ständig eingebleut wird, die zu einem Großteil Todfeinde Israels sind und dieses Land, DEUTSCHland, mit Antisemiten fluten! Deutschland und die Emotionelle Pest…

Bernd A. Laska liest den Roman IDEALISTEN von Hans Scherfig (Teil 1)

27. Januar 2026

Bernd A. Laska liest den Roman IDEALISTEN von Hans Scherfig (Teil 1)

Deutschland und die Emotionelle Pest (24)

11. Dezember 2025

Geschichte sollte nicht der Volkspädagogik dienen und nicht politisch instrumentalisiert werden („Mitgefühl“). Geschichtliche Ereignisse sollte man so betrachten, als würde man fernab von den Menschen über der Erde schweben. Nur so werden die funktionellen Zusammenhänge deutlich. Etwa, daß Bürgerkriege Auseinandersetzungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Charakterstrukturen sind. Der „europäische Bürgerkrieg“ zwischen 1917 und 1989 war da keine Ausnahme. Am Anfang stand der Rote Faschismus, der die gesamte menschliche Zivilisation bedrohte. Als Immun-Reaktion gegen ihn formte sich der Schwarze Faschismus, der zeitweise nicht weniger zerstörerisch war. Es war wie bei einer Infektion, wo man zeitweise nicht recht weiß, ob die Krankheitskeime oder die überschießende Immunabwehr lebensbedrohlicher sind. Schließlich obsiegten die westlichen Demokratien (OR) über die beiden Faschismen (DOR).

Ursprünglich hatte niemand ausgerechnet Moskau als Zentrum der Weltrevolution vorgesehen. Sowohl Engels als auch Lenin waren wie selbstverständlich davon ausgegangen, daß Berlin das natürliche Epizentrum der Umwälzungen sein werde. Bis 1923 war entsprechend alle Hoffnung der sich gerade bildenden Sowjetunion darauf gerichtet, daß es in Deutschland zu einer Revolution („Räterepublik“) komme und natürlicherweise das „deutsche Proletariat“ die Führung auf dem Weg zur Weltrevolution übernehme, denn von einem nennenswerten „russischen Proletariat“ konnte man kaum sprechen. Diese Hoffnung war alles andere als unrealistisch, – so ist auch der damalige „Hitler-Putsch“ einzuordnen. Nach dem Vorbild Mussolinis wollte Hitler der Machtübernahme durch die Kommunisten ein für allemal einen Riegel vorschieben. Zum Glück erwies sich die parlamentarische Demokratie in Deutschland zu diesem Zeitpunkt als unerwartet stark.

1923 kam es in der Sowjetunion zum Richtungskampf: sollte man die Weltrevolution doch vorantreiben (Trotzki) oder sollte man gegen alle Marxistische Orthodoxie (die schon Lenin selbst kaum beachtet hatte) versuchen, zunächst einmal die Sowjetunion zu konsolidieren und auf eine Art „sowjetischen Nationalismus“ setzen (Stalin)? Dies hatte zur Konsequenz, daß die Komintern zu einem bloßen Instrument der sowjetischen Außenpolitik wurde. Für Deutschland bedeutete dies, daß die Kommunisten für das „Mutterland des Sozialismus“ Werbung machen mußten und von ihren Feinden nicht zu Unrecht als „Moskau-hörig“ gebrandmarkt wurden. Hinzu kam, daß die Säuberungen gegen Abweichler, insbesondere aber „Trotzkisten“, d.h. „Weltrevolutionäre“, nach Deutschland übergriff. Die deutschen Kommunisten sollten die Weimarer Republik schwächen, aber auf keinen Fall ein „Sowjet-Deutschland“ errichten, das Moskau Konkurrenz machen würde und vom „Trotzkistischen Geist“ durchsetzt wäre.

Hitlers Machtergreifung kam Stalin mehr als Recht. Hitler war der Eispickel, den Stalin in den Schädel des Trotzkismus rammte. Deutsche Kommunisten, die in die Sowjetunion flohen, wurden vor dem Krieg fast restlos ausgemerzt, jene, die ins westliche Ausland flohen, nach dem Krieg. Sie hatten ihre Schuldigkeit getan, nämlich Deutschland und den Westen zu zersetzen, was sollte die Sowjetunion schon mit solchen „Zersetzern“ im eigenen Territorium anfangen?

Schließlich erfüllte Hitler als „Eisbrecher“ genau jene Aufgabe, die Stalin ihm zugewiesen hatte: mit Hilfe der Ressourcen der Sowjetunion, vor allem Lebensmittel, Erdöl und seltene Metalle, schaltete Hitler die westlichen Demokratien aus und war drauf und dran, sich in einem Krieg mit England zu verausgaben. Stalin war bereit, Europa „vom Faschismus zu befreien“ und die Sowjetunion bis zum Atlantik auszudehnen. Die deutsche Armee war derartig schwach, das kurz vorher die deutschen Generäle beinahe Hitler weggeputscht hätten, weil sie panische Angst hatten vor einem Krieg mit – der Tschechoslowakei! Der Einfall ins Deutsche Reich und damit nach Westeuropa wäre für Stalin ein Spaziergang gewesen, wenn Hitler nicht das Undenkbare und deshalb vollkommen Unerwartete getan hätte: in Stalins Aufmarsch hinein anzugreifen. Die Sowjetarmee war überhaupt nicht auf Verteidigung ausgerichtet und deshalb ein leichtes Ziel für die von der Ausrüstung her eher minderwertige Wehrmacht. Immerhin hielt Hitler die Rote Armee solange zurück, bis Westeuropa (gegen Hitlers verzweifelten Widerstand!) von der amerikanischen Armee besetzt war. Die Sowjetunion konnte nicht mehr expandieren, trotz verzweifelter Versuche in der Dritten Welt, und kollabierte deshalb schließlich unter Gorbatschow.

Der wirklichkeitsfremde Hitler selbst ist nichts weiter als eine kuriose Randerscheinung. Kurios in zweifacher Hinsicht: erstens war der Angriff auf die Sowjetunion ein schlichtweg größenwahnsinniges Unternehmen, nur ein Irrer konnte so etwas befehlen, und zweitens hätte dieser Wahnsinn beinahe doch funktioniert, hätte man die Sowjetvölker, insbesondere aber die Ukrainer, auf seine Seite gebracht. Aber Hitler hatte von den von ihm so bewunderten Kommunisten gelernt: eine in sich geschlossene Ideologie ist unbesiegbar, – kreierte entsprechend eine abgrundtief schwachsinnige Gegenideologie („Rassenkampf“ statt Klassenkampf), der er dann jedoch selbst zum Opfer fiel. Immer, wenn es darum ging, rational hellsichtig oder ideologisch verblendet zu entscheiden, wählte er die letztere Option. Im krassen Gegensatz zum genialen Stalin war er unfähig dialektisch zu denken.

Dazu zwei Vorträge vor amerikanischen Militärakademien:

Deutschland und die Emotionelle Pest (19)

12. November 2025

Die „Kriegsschuldfrage“ im Ersten Weltkrieg ist eine leidige Angelegenheit. Sie reduziert sich aber im Grunde auf folgende Aussage:

Das Mächtesystem Europas ertrug den deutschen Nationalstaat gerade so lange, wie er bereit war, sich strikte Beschränkungen aufzuerlegen. Die ausgleichende Außenpolitik von Reichskanzler Otto von Bismarck war von seinen Nachfolgern jedoch nicht fortgesetzt worden; die europäischen Mächte empfanden das neue, weltpolitisch auftrumpfende Deutsche Reich als bedrohlichen Störenfried. Zudem versechsfachte Deutschland zwischen 1871 und 1914 seine industrielle Produktion und überflügelte damit Großbritannien.

In beiden Weltkriegen mußte sich Deutschland auf sich selbst verlassen, da es keine starken Brudernationen hatte, die es unterstützen konnten, stattdessen waren unsere Verbündeten immer so schwach, daß wir ihnen beim Überleben helfen mußten. Wegen der vertraglichen Bindung an die Donaumonarchie hatte Deutschland den Österreichern (genauer gesagt: der österreichisch-ungarischen k.u.k. Monarchie), die zu dieser Zeit bereits ziemlich geschwächt waren, nach dem Attentat von Sarajewo politische und militärische Unterstützung zu gewähren. Und im Zweiten Weltkrieg war Japan nie ein enger Freund Deutschlands. Es gab nur in einigen Situationen eine informelle Zusammenarbeit, die aber weitgehend folgenlos blieb.

Aber Hitler war von Pearl Harbor derartig enthusiasmiert, daß er, um seine Solidarität mit Japan auszudrücken, sofort an Amerika eine Kriegserklärung richtete, im festen Glauben Amerika sei im Pazifik genug beschäftigt und die U-Boot-Waffe würde schon Schlimmeres verhindern. Kein Bündnisvertrag hatte Hitler zu diesem wahnwitzigen Schritt gezwungen , den er quasi im Alleingang entschieden hat, ohne mit irgendeinem Gremium oder „Senat“ Rücksprache zu halten, und für den er von Japan auch kaum eine Gegenleistung erhielt. Man vergegenwärtige sich, wie unglaublich groß die USA und ihr wirtschaftliches sowie Rüstungspotential waren – und daß vielleicht maximal 5 deutsche U-Boote zum New Yorker Hafen hätten vordringen können, eine wirksame Bombardierung oder gar Besetzung der USA in einem Zweifrontenkrieg jedoch völlig außerhalb der deutschen Möglichkeiten lag. Sicherlich spekulierte er auch darauf, daß Japan im Gegenzug Rußland den Krieg erklären würde, doch statt zu „spekulieren“, hätte Hitler gegenüber Japan vielleicht genau das zur Bedingung seiner Kriegserklärung an die USA machen sollen. In diesem Fall wäre die UdSSR innerhalb eines halben Jahres zusammengebrochen. Schließlich wollte er sicherlich auch die letzte Brücke hinter sich niederbrennen, um den Deutschen jede verbliebene Hoffnung auf eine nichtmilitärische Beendigung des Konflikts zu nehmen. In diesem Sinne war es auch eine Kriegserklärung an das eigene Volk: „Fanatismus oder Untergang“. Er wollte in Deutschland eine Mentalität wie in Japan. Und tatsächlich: hätte die Wehrmacht auch nur den mittlerweile vollkommen sinnlosen Krieg wenige Wochen weiter ausgefochten, wäre die erste Atombombe auf Berlin gefallen!

Italien war der katastrophalste Freund, den Deutschland finden konnte. Nicht nur verlor Italien wirklich ausnahmslos jede einzelne Schlacht im gesamten Krieg, sondern wechselte schließlich auch noch die Seiten. Mussolinis Operetten-Abenteuer (z.B. indem er Griechenland angriff) verzögerten den Angriff auf Rußland um sechs entscheidende Wochen und kosteten damit Deutschland den zumindest möglichen Sieg mit der Eroberung Moskaus vor dem Winter. Mussolini zwang Hitler in eine militärische Überexpansion in Afrika, Griechenland und Bulgarien hinein, die sich als zu viel für ein so kleines Land wie Deutschland erwies. Ohne diesen wahnsinnigen Amateur hätte kein deutscher Soldat jemals seinen Fuß auf afrikanischen Boden gesetzt – stattdessen hätte Rommel Moskau erobert. Einige Tage vor seinem Tod erklärte Hitler nicht ganz zu Unrecht sinngemäß: „Wir hätten leicht den Krieg gewinnen können, wenn Italien unser Feind, nicht unser Verbündeter gewesen wäre!“ Und warum das ganze? Weil Hitler sich Mussolini gegenüber, den er bereits 1923 als Vorbild genommen hatte, persönlich verpflichtet fühlte!

Nie wurde der ganze Wahnsinn der Politik, das ganze erbärmliche Affentheater, mehr ad absurdum geführt als durch Hitler. Das gleiche gilt für jeden „materialistischen“ Versuch, die Geschichte zu erklären. – Aber zurück zu eben diesen materialistischen Grundlagen des Zweiten Weltkrieges, denn das ist schließlich der Rahmen, in dem sich das besagte Affentheater abspielte:

Im Gegensatz zu fast allen seinen Kriegsgegnern war Deutschland überbevölkert, hatte nur einen kleinen und leicht blockierbaren Zugang zu den Ozeanen, war, was Rohstoffe und selbst die Nahrungsversorgung anbetrifft, zur Selbstversorgung nicht in der Lage, hatte nach dem Versailler Vertrag keine einzige Kolonie mehr, und direkt an unserer Grenze standen die Armeen von Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Polen und der Tschechoslowakei. Ein solches Land ist leicht angreifbar und erpreßbar im Gegensatz etwa zu Frankreich, England und Amerika.

Daher war in beiden Weltkriegen Deutschland stets knapp in der Zeit. Es wird immer so getan, als wären Wilhelm II. und Hitler in der Offensive gewesen: oberflächlich betrachtet waren sie das natürlich, aber bei genauerer Betrachtung der globalen Machtverhältnisse waren sie in einer (jedenfalls aus ihrer subjektiven Perspektive heraus) verzweifelten Defensive und mußten so schnell wie irgend möglich zum Befreiungsschlag ausholen, um nicht schließlich hoffnungslos marginalisiert zu werden. Frankreich, England und Amerika hatten alle Zeit der Welt, Deutschland nicht. Wenn Deutschland einen Krieg führen würde, mußte es jetzt und ein „Blitzkrieg“ sein, weil Deutschlands Lage nicht mehr hergab.

Für Deutschlands Gegner war die Situation umgekehrt – weil sie wußten, daß mit jedem Jahr, das verstrich, die Überlegenheit der Alliierten größer und ihre gemeinsame Bewaffnung immer überwältigender werden würde. Ein kleines Land wie Deutschland ist in der Regel nach 4 bis 5 Jahren der Kriegsführung komplett ausgeblutet, was die Anzahl der verfügbaren Soldaten und Ressourcen betrifft. Während England, Frankreich und die USA aufgrund ihrer überseeischen Besitzungen und zahllosen alliierten Staaten auf der ganzen Welt bei Bedarf 20 Jahre hätte weiterkämpfen können. (Sie taten es dann auch im 40jährigen Kalten Krieg!)

Deshalb taten im Zweiten Weltkrieg an der Westfront Frankreich und England anfangs rein nichts. Sie warteten nur, weil sie wußten, daß die Zeit für sie arbeitete. Erst recht sah es so bei Stalin aus, der im krassen Gegensatz zu Hitler so viel Zeit schinden mußte wie nur irgend möglich.

Hitler wußte jedoch, daß, was immer er auch tun wollte, es sehr bald geschehen müsse. Deshalb marschierte er in das abwartende Frankreich ein und überfiel nur ein Jahr später das ebenfalls abwartende Rußland. Dabei hatte er keinen „großen Plan“, ja, noch nicht mal klar definierte Kriegsziele, sondern wurde zum großen „Vabanquespieler“, der jeweils spontan reagierte und improvisierte. Und genau das macht selbst für den Zweiten Weltkrieg die „Kriegsschuldfrage“ nicht so eindeutig, wie es uns die Historiker, die stets ihren volkspädagogischen Auftrag im Hinterkopf haben, weißmachen wollen.

Im Spätsommer 1939 richtete Hitler an Polen eine Friedensofferte nach der anderen, in der Hoffnung, das Danzig-Problem am Verhandlungstisch zu lösen. In seinem Buch Der Krieg der viele Väter hatte dokumentiert der Bundeswehr-Generalmajor im Ruhestand Gerd Schultze-Rhonhof, daß die Polen von den Briten und Franzosen dazu angehalten wurden, sämtliche Friedens- und Verhandlungsangebote Deutschlands zurückzuweisen. Tragischerweise waren die Polen voller Optimismus, jeden denkbaren Krieg gegen Deutschland leicht zu gewinnen, weil England und Frankreich ihnen unverantwortlicherweise versprachen, daß sie sofort in Deutschland einmarschieren würden, sobald Deutschland es wagen würde, Polen anzugreifen. Deutschland wäre sofort in einen hoffnungslosen Zweifrontenkrieg verwickelt gewesen, den es schnell verloren hätte, da Deutschlands Bewaffnung ziemlich schwach war. Nachdem Polen alle Annäherungsversuche arrogant und brüsk von sich gewiesen hatte, sah Hitler keine andere Möglichkeit, als Polen so schnell wie möglich anzugreifen. Es ist wohldokumentiert, daß Hitler vollkommen überrascht war, als daraufhin Frankreich und England ihm den Krieg erklärten, da er davon überzeugt war, daß beide das denkbar unbedeutende Polen opfern würden – was sie dann ja auch taten.

Hitler improvisierte, und die seiner Ideologie zutiefst widersprechende taktische Antwort auf die Bedrohung aus dem Westen war der Hitler/Stalin-Pakt, der Polen zwischen Deutschland und der UdSSR weitgehend nach den historischen Grenzen vor Versailles aufteilte. Über das Vorgehen Hitlers regt man sich zu Recht auf, aber über das unverantwortliche, feige und zutiefst verachtenswerte Verhalten von Frankreich und England wird großzügig hinweggegangen. Es schnürt einem die Kehle zu, wenn man an die unfaßbar heroischen polnischen Soldaten etwa am Monte Cassino denkt, die in englischer Uniform voller Todesverachtung für ein befreites Polen kämpften, zu einer Zeit, als die Engländer Polen schon wieder hinters Licht geführt, verraten und verkauft hatten – diesmal an Stalin. Polen wurde in diesem Krieg von den Westmächten genauso verraten und verkauft wie die Juden!

Hitler griff Frankreich nicht an, um es zu erobern, sondern weil er unter Zeitdruck stand und sich die Gelegenheit bot. Er wollte damit England imponieren und die englischen Expeditionstruppen vom Kontinent vertreiben. Der daran anschließende Luftkrieg gegen England war nur eine große Show, um ein friedliches „Gentlemen´s Agreement” zwischen Brudernationen zu erreichen und endlich freie Hand für sein eigentliches Ziel zu haben. Er wollte die Sowjetunion, die Deutschland im Ersten Weltkrieg geschaffen hatte, um Ruhe an der Ostfront zu haben, durch deutsche Hand wieder den garausmachen. Dazu mußte er Stalins durchsichtigen Plan durchkreuzen, daß sich Deutschland und die Westmächte in einem aufreibenden Kampf gegenseitig schwächen würden, so daß Stalin bequem in das dann restlos ausgeblutete Westeuropa hineinmarschieren hätte können. In diesem Zusammenhang ist die Kriegsschuldfrage auch an die Sowjetunion zu richten!

Wilhelm Reich, DIE SEXUELLE REVOLUTION, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt, DM 25,80 [ca. 1966]

27. September 2025

Wilhelm Reich, DIE SEXUELLE REVOLUTION, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt, DM 25,80 [ca. 1966]

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 4)

15. September 2025

Im Leben des Einzelnen und in der Geschichte der Völker ereignet sich nichts „einfach so“. Genauso wie im neurotischen Individuum alle Strebungen jeweils Impuls und Gegenimpuls (Abwehr) entsprechen, kann man auch gesellschaftliche Ereignisse, insbesondere aber Kriege, einordnen. Stets entspricht die eine Kriegspartei dem Durchbruch von Trieben und die andere dem Versuch, diese Triebe in Schach zu halten. „Materielle“ Interessenkonflikte spielen hierbei nur eine untergeordnete, vernachlässigbare Rolle. Jene Auseinandersetzungen, bei denen es geschichtlich tatsächlich nur um Ressourcen ging, entsprechen selbstredend nicht dem erwähnten neurotischen Kräftespiel und gehören deshalb nicht in diese Ausführungen. (Keine Angst, in späteren Teilen werde ich noch zu genüge auf die materiellen Interessen in den beiden Weltkriegen eingehen!)

Hier eine Tabelle von Kriegen, die primär neurotischer Natur waren:

Das ganze geht natürlich auch umgekehrt:

Es ist immer so, daß die Kräfte des Lebens (OR) gegen die Kräfte des Todes (DOR) stehen. Einer der Kontrahenten kann dabei gleichzeitig zwei entgegengesetzte Funktionen einnehmen. England kann gegen die rationale amerikanische Revolution angehen und gleichzeitig gegen die irrationale französische Revolution. Es ist genauso wie in der Neurose, wo etwa Zwanghaftigkeit jede natürliche Lebensäußerung unmöglich macht, aber gleichzeitig auch anal-sadistische Triebe in Schach hält.

Ähnlich sieht es mit dem Gegensatz zwischen „die Alliierten (DOR)“ und „Faschismus (OR)“ aus. Beispielsweise stand in den 1930er Jahren ganz und gar nicht fest, daß Italien, das sich schließlich als Schutzmacht eines unabhängigen Österreich sah, mit Deutschland ein Bündnis eingehen würde. England hätte damals kein Problem damit gehabt, sich mit Italien zu verbünden. Es hatte ja auch keines bei Polen, das zu dieser Zeit alles andere als eine Demokratie war! Im Verlauf des Krieges wechselte die Sowjetunion die Fronten: von einem faktischen Bündnispartner Deutschlands zu einem offenen Bündnispartner Englands. England hatte damit kein Problem, obwohl die Sowjetunion in mancher Hinsicht schlimmer als Hitlerdeutschland war!

Nun, das sind abstrakte Überlegungen im Nachhinein vom bequemen Schreibtisch aus. Italien hatte sich nun mal auf Gedeih und Verderb mit Deutschland verbunden und schließlich sogar dessen „Rassengesetze“ übernommen. Rußland bot sich dem vollkommen isolierten England als Waffenbruder an, nachdem Hitler Rußland angegriffen hatte, explizit um England auch diese letzte Hoffnung eines möglichen Bündnispartners auf dem Kontinent zu nehmen. Churchill konnte da gar nicht anders, als sich mit der Sowjetunion zu verbünden, zumal deren Lage anfangs alles andere als rosig aussah und die Sowjetunion entsprechend nicht gerade bedrohlich wirkte!

Genauso wie in der Orgontherapie es nicht darum geht, Panzerung per se zu beseitigen, nur weil sie vorhanden ist, sondern systematisch vorzugehen, d.h. jeweils darauf zu achten, welche Funktion die Panzerung im gegebenen Augenblick hat, gilt auch in der Geschichte, daß eine gewisse Ehrfurcht vor der Macht des Faktischen geboten ist. Die freie Welt, die damals in Gefahr stand, auf die USA reduziert zu werden, konnte unmöglich gleichzeitig Hitler und Stalin angreifen. Die Umstände zwangen dazu, zuerst Hitler zu beseitigen und erst dann die Sowjetunion. General Patton wollte zusammen mit der Wehrmacht unter neuer Führung gleich weiter nach Moskau weitermarschieren. Dies war politisch unmöglich durchsetzbar. Doch wenige Jahre später wurde mit Wehrmachtsoffizieren die Bundeswehr gegründet und in einem Kalten Krieg schließlich auch die Sowjetunion besiegt. Wären durch die Atomspione und durch Playboy-Politiker a la Kennedy den Alliierten nicht ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen worden, wäre die Sowjetunion spätestens in den 1960er Jahren kollabiert, aber 1989, spätestens 1991, hat es dann doch geklappt.

Trotzdem bleibe doch die Tatsache, daß ich in meiner Gleichung ausgerechnet die Sowjetunion Stalins mit der pulsierenden Orgonenergie (OR) gleichgesetzt habe! Meine Antwort: Es handelt sich bei orgonometrischen Gleichungen nie um mechanische („logische“) Gleichsetzungen und Entgegensetzungen, sondern um funktionelle (lebendige) Beziehungen, d.h. um bewegliche Prozesse, die nicht vom Zusammenhang und der zeitlichen (bzw. funktionellen, was nicht unbedingt das gleiche sein muß) Entwicklung getrennt werden können. Ein und das gleiche Messer sind in den Händen eines Chirurgen und in den Händen Jack the Rippers funktionell vollkommen unterschiedliche Dinge. Das gleiche gilt auch, wenn Jack the Ripper tagsüber als Chirurg gearbeitet hätte! Am Tag wäre Jack ein Werkzeug des Lebendigen gewesen, nachts ein Werkzeug der Hölle.

Prinzipiell ist eine Beckenpanzerung etwas Schlimmes, sogar sozusagen das „ultimative Böse“. Für den Neurotiker, erst recht für Schizophrene, ist die Beckenpanzerung jedoch ein absoluter Segen, da sie den Organismus vor der Überflutung mit Energie und dem kompletten Zusammenbruch bewahrt. Wahrheiten sind wohlfeil, Gegenwahrheiten sind kostbar! Das Problem ist, daß Faschisten ähnlich wie „Reichianische“ „Bioenergetiker“ mit Wahrheiten nur so um sich werfen, als handele es sich um Konfetti. Das geht soweit, daß heute in der sehr populären „revisionistischen“ Literatur Churchill als Blutsgeselle Stalins verteufelt wird, während Hitler demgegenüber geradezu ein Glorienschein verliehen wird. (Keine Angst, auch in dieser Beziehung werde ich in den folgenden Teilen nicht einfach den konventionellen Standpunkt widerkauen!)

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 3)

6. September 2025

Es geht in dieser Serie von Blogeinträgen um den „Dreißigjährigen Krieg“ im 20. Jahrhundert (1914-1945), der das Deutsche Reich nach einer über eintausendjährigen, nach außen hin fast immer friedlichen Geschichte, für immer ausgelöscht hat.

Viele wird das alles befremden. Bin ich etwa ein „Rechter“? Deshalb hier einige weitere Vorbemerkungen:

Ich betrachte die Alliierten als „OR“ und die Nazis als „DOR“:

Diese Betrachtungsweise ist eine funktionelle, d.h. es handelt sich hier nicht um einen mechanischen Gegensatz, denn im Einzelfall kann das ganze geradezu gegensätzlich aussehen. Deshalb ist die obige Gleichung alles andere als überflüssig! Mir kann beispielsweise niemand weißmachen, daß die Bomber, die die Arbeiterviertel Hamburgs in die Hölle auf Erden verwandelten, „OR“ waren, während die deutschen Flakeinheiten für „DOR“ standen! Das gleiche gilt für die Wehrmachtseinheiten (meinetwegen auch SS-Einheiten), die deutsche Flüchtlingstrecks aus dem Osten Flankenschutz gewährten! Diese Beispiele lassen sich beliebig vermehren, ohne die obige Grundgleichung in Frage zu stellen. Mechanisten, d.h. Dummköpfe, werden das nie verstehen.

Man muß stets versuchen, so wie der Gegner zu denken; so zu denken, wie der Teufel höchstpersönlich. Man muß, um etwa den Zweiten Weltkrieg zu verstehen, die Welt mit den Augen Hitlers betrachten! „Warum?“ Warum wurden die Juden ermordet, und warum wurde die Sowjetunion überfallen? Hier finde ich beispielsweise folgende Gedanken, die ich in Anlehnung an Gunnar Heinsohn vortrage, ziemlich überzeugend:

Man kann Hitler nur verstehen, wenn man sich bewußt ist, daß er in erster Linie Rassist war. Er betrachtete alles aus „biologischer“ Warte, ausnahmslos alles. Hitlers „Analyse“ zufolge hatte Deutschland den Ersten Weltkrieg aus zwei Gründen verloren. Die Deutschen seien in ihrer Kriegsführung nicht brutal und konsequent genug vorgegangen, wegen ihrer „un-germanischen“ christlichen und vor allem humanistischen Gesinnung. Diese hatte in Hitlers Augen eine „rassische“ Basis“, die Juden, so daß diese verschwinden mußten, wollte man das Problem lösen. Die „Logik“ eines paranoid-schizophrenen Charakters!

Der zweite Grund für die Kriegsniederlage war, daß England durch die Seeblockade Deutschland förmlich zu Tode hungern ließ. 800 000 Deutsche starben in der Kriegszeit an Hunger und schwerer Fehlernährung, manche verhungerten buchstäblich. Es war praktisch unmöglich den Krieg unter diesen Umständen fortzuführen, zumal ständig „kommunistische“ Hungerrevolten drohten. Das ist der Grund für Hitlers Streben nach großen Territorien im Osten. Er wollte Deutschland für immer autark und damit kriegsfähig machen. Da er Rassist war, war sein Kolonialkrieg, und als nichts anderes betrachtete er ihn, ein ethnischer Ausrottungskrieg gegen Slaven.

Wenn ich versuche, die verquere „Rationalität“ der Nazis zu verstehen, die bei Kritik hämisch auf die Kolonialpolitik der Westmächte verwiesen, macht mich das noch lange nicht zu einem Nazisympathisanten. Aber viele Menschen sind einfach zu dumm, zu dumpf, um das zu verstehen.

Geschichtswissenschaft wird von der Fähigkeit getragen, sich in das Denken und Fühlen anderer Menschen einzutunen. Manche Menschen scheinen Angst zu haben, sich durch so ein Einfühlen irgendwie anzustecken, mit einer „emotionalen Pest“ anzustecken. Nun, niemand soll sich zum Beispiel in die Taten eines Kinderschänders hineinversetzen, aber man sollte schon versuchen, so wie ein Kinderschänder zu denken, wenn dieser auf der Suche nach seinen Opfern ist. Nur so kann man seine Kinder effektiv schützen!

Aber bleiben wir bei Hitler und dem, wie man damals sagte, „Hitler-Faschismus“: Zunächst einmal sollte sich jeder Leser stets folgende Grundaussage Reichs vor Augen halten:

(…) dazu hatten mich meine ärztlichen Erfahrungen mit Menschen vieler Schichten, Rassen, Nationen, Glaubensbekenntnissen etc. gelehrt, daß „Faschismus“ nur der politisch organisierte Ausdruck der durchschnittlichen menschlichen Charakterstruktur ist, eine Struktur, die weder an bestimmte Rassen oder Nationen noch an bestimmte Parteien gebunden ist, die allgemein und international ist. In diesem charakterlichen Sinne ist „Faschismus“ die emotionelle Grundhaltung des autoritär unterdrückten Menschen der maschinellen Zivilisation und ihrer mechanistisch-mystischen Lebensauffassung. (…) Der Faschismus wird auch heute noch, infolge des politischen Fehldenkens, als eine spezifische Nationaleigenschaft der Deutschen oder der Japaner aufgefaßt. (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 13)

Charles Konia hat darauf hingewiesen, daß im Ersten Weltkrieg die Amerikaner in Europa nichts verloren hatten und daß der pseudo-liberale Charakter Woodrow Wilson persönlich die Verantwortung für alles trägt, was nach der Kapitulation Deutschlands geschehen ist (The Emotional Plague, S. 117f). Konia an anderer Stelle: „Der Zerfall der sozialen und wirtschaftlichen Ordnung in Deutschland ebnete den Weg für die Popularität des Kommunismus und Sozialismus und den genauso verzweifelten wie rücksichtslosen Versuch der Eindämmung durch Adolf Hitler und die Ideologie des Nationalsozialismus“ (Neither Left Nor Right, S. 305). Das ist Ernst Nolte! (Stichwort „Historikerstreit“.)

Und genau wie Ernst Nolte wollte auch Reich Hitler gerecht werden. Er schrieb über ihn: „Hitler hat alle moralischen Argumente, die innerhalb der jetzigen Welt gelten, auf seiner Seite. Ebenso Solidarität, Mut, Kraft” (Jenseits der Psychologie, S. 219). Dies ist nicht aus dem Zusammenhang gerissen, sondern es kommt sogar „noch schlimmer”, wenn man Reichs gesamten Tagebucheintrag vom 11. März 1938 liest, wo er dazu aufruft „Hitler recht zu geben“, d.h. die Welt aus dessen Augen zu sehen! Am 12. September des gleichen Jahres notierte sich Reich: „Heute hörte ich die Rede Hitlers – Wie recht der Mann im Rahmen der Schweinerei hat!! Kein vernünftiges Argument gegen ihn!” (ebd., S. 258). Ich habe Hitlers Rede gelesen. Hitler hatte die unglaubliche Verlogenheit der westlichen Kolonialmächte angegriffen, die es sich herausnahmen Italien und Deutschland zu kritisieren. Und schließlich: „Bevor die Morde Hitlers voll verstanden werden konnten, mußte die Wahrheit, die er über Marxisten, Juden, Liberale und die Weimarer Republik gesagt hatte, erkannt werden” (Christusmord, Freiburg 1978, S. 357).

Ich picke da bei Reich nicht irgendetwas raus, vielmehr steht das alles in einem Kontext. Reich betrachtete den Nationalsozialismus als einen Schritt in die richtige Richtung! Bevor der Leser eine Herzattacke bekommt – lesen hilft:

Im Neuheidentum des deutschen Nationalsozialismus brach sich das vegetative Leben abermals Bahn. Der vegetative Wellengang wurde von der faschistischen Ideologie besser erfaßt als von der Kirche und ins Irdische herabgeholt. Die nationalsozialistische Mystik der „Blutwallung“ und der „Verbundenheit mit Blut und Boden“ bedeutet somit gegenüber der altchristlichen Anschauung von der Erbsünde einen Fortschritt; er erstickt jedoch in neuerlicher Mystifizierung und in reaktionärer Wirtschaftspolitik. Die Lebensbejahung biegt neuerdings in Lebensverneinung um, wird zur Bremsung der Lebensentfaltung in der Ideologie der Askese, des Untertanentums, der Pflicht und der Rassengemeinschaft. Trotzdem kann man nicht die Sündenlehre gegen die Lehre von der „Blutwallung“ verteidigen; man muß die „Blutwallung“ vorwärtstreiben, sie zurechtbiegen. (Die sexuelle Revolution, Fischer TB, S. 267)

Es geht hier nicht darum, den Nationalsozialismus und seine Untaten zu relativieren, sondern darum, sowohl die Welt, aus der er erwuchs, als auch die weltweite Emotionelle Pest bloßzustellen! Beispielsweise waren die Juden nicht nur Opfer des deutschen, sondern auch des angloamerikanischen Antisemitismus. Muß ich den NSDAP-Finanzier Henry Ford erwähnen? Man betrachte einmal die Frage nach der Bombardierung von Auschwitz. Roosevelt wollte nichts davon wissen. Jedenfalls war sein Antisemitismus symptomatisch für die Führungseliten des Westens.

Was sind die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg? Erstens können sich Gruppen wie die Juden nur auf sich selbst verlassen. Die israelische Armee ist die Antwort auf den Holocaust! Und zweitens darf man Mächte nicht in die Enge treiben. Als Europa nach dem Fall von Byzanz endgültig vom Handel mit Asien abgeschlossen war, kolonisierte es die Welt und rottete dabei ganze Völker aus. Ähnlich sah sich Deutschland in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts von den westlichen Kolonialmächten in die Enge getrieben und suchte nach „Lebensraum“. Gnade uns Gott, wenn sich etwa China „hoffnungslos eingekreist“ fühlt! Man denke daran, wie man mit Japan umgegangen ist, als es 1941 den europäischen Kolonialismus in Indochina durch – asiatischen Kolonialismus ersetzen wollte: Wirtschaftssanktionen, vor allem aber ein Öl-Embargo, das 88% seiner Ölimporte betraf, was den Angriff auf Pearl Harbor unausweichlich machten.

Email [Reich und Freud] 2009

15. August 2025

Email [Reich und Freud] 2009