Posts Tagged ‘Kriege’

Paul Mathews: Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

5. September 2019

 

Paul Mathews:
Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

 

Über Panzerung, Krieg und Frieden

6. Juni 2019

 

Paul Mathews:
Über Panzerung, Krieg und Frieden

 

Die Wirkungsweise der emotionalen Pest (Teil 7)

21. Januar 2019

 

Paul Mathews:
Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

 

Über Panzerung, Krieg und Frieden* (Teil 1)

14. August 2018

Paul Mathews: Über Panzerung, Krieg und Frieden

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 2)

15. Juli 2013

Im Leben des Einzelnen und in der Geschichte der Völker ereignet sich nichts „einfach so“. Genauso wie im neurotischen Individuum alle Strebungen jeweils Impuls und Gegenimpuls (Abwehr) entsprechen, kann man auch gesellschaftliche Ereignisse, insbesondere aber Kriege, einordnen. Stets entspricht die eine Kriegspartei dem Durchbruch von Trieben und die andere dem Versuch, diese Triebe in Schach zu halten. „Materielle“ Interessenkonflikte spielen hierbei nur eine untergeordnete, vernachlässigbare Rolle. Jene Auseinandersetzungen, bei denen es geschichtlich tatsächlich nur um Ressourcen ging, entsprechen selbstredend nicht dem erwähnten neurotischen Kräftespiel und gehören deshalb nicht in diese Ausführungen. (Keine Angst, in späteren Teilen werde ich noch zu genüge auf die materiellen Interessen in den beiden Weltkriegen eingehen!)

Hier eine Tabelle von Kriegen, die primär neurotischer Natur waren:

Kriege1

Das ganze geht natürlich auch umgekehrt:

Kriege2

Es ist immer so, daß die Kräfte des Lebens (OR) gegen die Kräfte des Todes (DOR) stehen. Einer der Kontrahenten kann dabei gleichzeitig zwei entgegengesetzte Funktionen einnehmen. England kann gegen die rationale amerikanische Revolution angehen und gleichzeitig gegen die irrationale französische Revolution. Es ist genauso wie in der Neurose, wo etwa Zwanghaftigkeit jede natürliche Lebensäußerung unmöglich macht, aber gleichzeitig auch anal-sadistische Triebe in Schach hält.

Ähnlich sieht es mit dem Gegensatz zwischen „die Alliierten (DOR)“ und „Faschismus (OR)“ aus. Beispielsweise stand in den 1930er Jahren ganz und gar nicht fest, daß Italien, das sich schließlich als Schutzmacht eines unabhängigen Österreich sah, mit Deutschland ein Bündnis eingehen würde. England hätte damals kein Problem damit gehabt, sich mit Italien zu verbünden. Es hatte ja auch keines bei Polen, das zu dieser Zeit alles andere als eine Demokratie war! Im Verlauf des Krieges wechselte die Sowjetunion die Fronten: von einem faktischen Bündnispartner Deutschlands, zu einem offenen Bündnispartner Englands. England hatte damit kein Problem, obwohl die Sowjetunion in mancher Hinsicht schlimmer als Hitlerdeutschland war!

Nun, das sind abstrakte Überlegungen im nachhinein vom bequemen Schreibtisch aus. Italien hatte sich nun mal auf Gedeih und Verderb mit Deutschland verbunden und schließlich sogar dessen „Rassengesetze“ übernommen. Rußland bot sich dem vollkommen isolierten England als Waffenbruder an, nachdem Hitler Rußland angegriffen hatte, explizit um England auch diese letzte Hoffnung eines möglichen Bündnispartners auf dem Kontinent zu nehmen. Churchill konnte da gar nicht anders, als sich mit der Sowjetunion zu verbünden, zumal deren Lage anfangs alles andere als rosig aussah und die Sowjetunion entsprechend nicht gerade bedrohlich wirkte!

Genauso wie in der Orgontherapie es nicht darum geht, Panzerung per se zu beseitigen, nur weil sie vorhanden ist, sondern systematisch vorzugehen, d.h. jeweils darauf zu achten, welche Funktion die Panzerung im gegebenen Augenblick hat, gilt auch in der Geschichte, daß eine gewisse Ehrfurcht vor der Macht des Faktischen geboten ist. Die freie Welt, die damals in Gefahr stand, auf die USA reduziert zu werden, konnte unmöglich gleichzeitig Hitler und Stalin angreifen. Die Umstände zwangen dazu, zuerst Hitler zu beseitigen und erst dann die Sowjetunion. General Patton wollte zusammen mit der Wehrmacht unter neuer Führung gleich weiter nach Moskau weitermarschieren. Dies war politisch unmöglich durchsetzbar. Doch wenige Jahre später wurde mit Wehrmachtsoffizieren die Bundeswehr gegründet und in einem Kalten Krieg schließlich auch die Sowjetunion besiegt. Wären durch die Atomspione und durch Playboypolitiker a la Kennedy den Alliierten nicht ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen worden, wäre die Sowjetunion spätestens in den 1960er Jahren kollabiert, aber 1989 hat es dann doch geklappt.

Trotzdem bleibe doch die Tatsache, daß ich in meiner Gleichung ausgerechnet die Sowjetunion Stalins mit der pulsierenden Orgonenergie (OR) gleichgesetzt habe! Meine Antwort: Es handelt sich bei orgonometrischen Gleichungen nie um mechanische („logische“) Gleichsetzungen und Entgegensetzungen, sondern um funktionelle (lebendige) Beziehungen, d.h. um bewegliche Prozesse, die nicht vom Zusammenhang und der zeitlichen (bzw. funktionellen, was nicht unbedingt das gleiche sein muß) Entwicklung getrennt werden können. Ein und das gleiche Messer sind in den Händen eines Chirurgen und in den Händen Jack the Rippers funktionell vollkommen unterschiedliche Dinge. Das gleiche gilt auch, wenn Jack the Ripper tagsüber als Chirurg gearbeitet hätte! Am Tag wäre Jack ein Werkzeug des Lebendigen gewesen, nachts ein Werkzeug der Hölle.

Prinzipiell ist eine Beckenpanzerung etwas Schlimmes, sogar sozusagen das „ultimative Schlimme“. Für den Neurotiker, erst recht für Schizophrene, ist die Beckenpanzerung jedoch ein absoluter Segen, da sie den Organismus vor der Überflutung mit Energie und dem kompletten Zusammenbruch bewahrt. Wahrheiten sind wohlfeil, Gegenwahrheiten sind kostbar! Das Problem ist, daß Faschisten ähnlich wie „Bioenergetiker“ mit Wahrheiten nur so um sich werfen, als handele es sich um Konfetti. Das geht soweit, daß heute in der sehr populären „revisionistischen“ Literatur Churchill als Blutsgeselle Stalins verteufelt wird, während Hitler demgegenüber geradezu ein Glorienschein verliehen wird. (Keine Angst, auch in dieser Beziehung werde ich in den folgenden Teilen nicht einfach den konventionellen Standpunkt widerkauen!)

Der DOR-Notstand und El Niño

27. August 2011

Reich zufolge zeigt sich der DOR-Notstand nicht nur in atmosphärischen Erscheinungen (insbesondere verheerenden Regengüssen, die eine „skelettierte“ Landschaft zurücklassen, einerseits und Dürre andererseits), sondern vor allem auch im Verhalten der Menschen. Es ist buchstäblich eine „Atmosphäre der Gewalt“.

Zu seiner Zeit konnte Reich diesen Zusammenhang nur anekdotisch belegen, d.h. beispielsweise mit Sammlungen von Zeitungsberichten, die vielleicht von der Theorie überzeugen, – die bereits von ihr überzeugt sind.

An anderer Stelle habe ich auf den statistisch gesicherten Zusammenhang zwischen Kälteperioden in gemäßigten Breiten und Kriegen hingewiesen, etwa in China und in Europa. Nun haben Salomon Hsiang (Columbia University, New York) et al. statistisch nachgewiesen, daß das Wetterphänomen El Niño, das von trockener Hitze geprägt wird, das Konfliktrisiko in den betroffenen tropischen Regionen erhöht. Es kommt nicht nur zu extremen Regenfällen in vormaligen Dürregebieten und Dürren, die zu verheerenden Bränden in Regenwäldern führen können, die betroffenen Länder haben auch ein doppelt so hohes Risiko für gesellschaftspolitische Unruhen und Bürgerkriege.

[Die Forscher verglichen] 93 Länder, die von Auswirkungen des Phänomens betroffen sind, mit 82 Ländern, deren Wetter aufgrund ihrer geographischen Lage nicht von El Niño beeinflußt wird. Anhand von Daten aus den Jahren 1950 bis 2004 ermittelten sie zunächst ein weltweites Konfliktrisiko. Laut den Forschern liegt die Wahrscheinlichkeit für gewaltauslösende Konflikte in kühleren La-Niña-Jahren bei etwa drei Prozent. In El-Niño-Jahren war das Risiko für solche Konflikte doppelt so hoch, es lag bei sechs Prozent. In nicht von den Wetterphänomenen betroffenen Ländern blieb die Zahl der Konflikte in etwa gleich. Würden diese Länder ständig unter Bedingungen leben, wie sie La Niña mit sich bringt, könnte die Zahl der Konflikte um etwa 21 Prozent reduziert werden, errechneten die Forscher – im ausgewerteten Zeitraum entspräche das 48 Konflikten und Kriegen.

Man schließt auf einen mechanischen Zusammenhang zwischen vermindertem Nahrungsangebot in ärmeren Ländern und gesellschaftspolitischen Konflikten. In wohlgeordneten Ländern wie Australien hat El Niño entsprechend auch nicht die beschriebenen Auswirkungen.

Wäre Reichs Theorie richtig, und es ginge primär um energetische Veränderungen in der Atmosphäre, müßte sich auch in Australien diese „Gewaltatmosphäre“ äußern. Eine entsprechende statistischer Erhebung beispielsweise häuslicher Gewalt wäre interessant. In diesem Zusammenhang habe ich nur anekdotische Berichte wie diesen hier gefunden.