Posts Tagged ‘Wahrnehmungen’

David Holbrook, M.D.: ERGEBNISSE DER ZEITGENÖSSISCHEN NEUROWISSENSCHAFT UND PSYCHOTHERAPIE, DIE PARALLELEN ZUR ORGONOMISCHEN PERSPEKTIVE AUFWEISEN

22. Mai 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Ergebnisse der zeitgenössischen Neurowissenschaft und Psychotherapie, die Parallelen zur orgonomischen Perspektive aufweisen

 

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 3)

1. Februar 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Emotionen sprechen lauter als Worte

 

Orgonmystik

20. September 2015

Gerade bin ich beim Surfen im Internet zufällig über einem Blog mit Photos von Sri Chinmoy gestolpert. Da er eine gewisse Bedeutung in meinem Leben hatte, bin ich hängen geblieben. Als ich dann nach ein paar Minuten mit meiner Schreibarbeit weiter machte, hatte ich ein intensives „Bewußtseinserlebnis“, wie es der Orgontherapie-Patient aus der Behandlung kennt. Ich bin überzeugt, daß Leute wie Sri Chinmoy genau so ihre lebenslangen Anhänger gewinnen: irgendwelche außergewöhnlichen Gefühle überzeugen diese, daß sie ein für allemal die Wahrheit gefunden haben. Das sind dann solche Typen, die sich auch in die nächstbeste Frau „unsterblich“ verlieben würden. Wie bewerkstelligen „religiöse Führer“ und ganz allgemein religiöse Systeme etwas, was sonst nur der Sexus vermag?

Wie Reich in Massenpsychologie des Faschismus ausgeführt hat, ist Religion nichts anderes als fehlgeleitete sexuelle Erregung. Diese wird auf „keusche“ Weise heraufbeschworen, indem jene Bewußtseinszustände erzeugt werden, die gemeinhin mit sexueller Erregung einhergehen. Das geschieht durch eine feierliche „übermannende“ Architektur, Riten und Musik die einen „orgastischen“ Spannungsbogen haben, eine „aufgeladene“ Atmosphäre, wie sie charakteristisch für orgonotische Erstrahlung ist, und durch eine „verzückte“ Erscheinung der „Erleuchteten“ mit selig „orgastisch“ weggetretenen Augen.

In der hinduistischen Religiosität wird diese sexuelle Komponente offen eingestanden. Beispielsweise haben in der klassischen indischen Musik die Liedtexte durchweg einen geradezu anzüglichen sexuellen Gehalt. Es sind schmachtende Liebeslieder. Alles dreht sich um „Bhakti“, die durchaus sexuelle Liebe zu Gott bzw. seiner Inkarnation auf Erden, dem Guru. Wobei der Gläubige stets die weibliche Rolle übernimmt, die ihren unerreichbaren Geliebten anschmachtet. Sexuelle Abstinenz im realen Leben soll das Seelenfeuer weiter anfachen.

Rationalistische Atheisten werden niemals die Religion besiegen oder auch nur eindämmen können. Es geht in der Religion nicht um bewußte „rationale“ Entscheidungen und Einsichten, sondern um Gefühle und „Bewußtseinszustände“, die einen spontan überkommen. Insbesondere sind jene betroffen, die „Lücken“ in ihrer Panzerung haben. Allenfalls vollkommen „zugepanzerte“ Menschen wären frei von religiösen Anwandlungen.

Derartige Anwandlungen sind auch vollkommen harmlos, solange sie nicht Anlaß für „feste religiöse Überzeugungen“ oder gar religiösen Fanatismus werden. Man kann beispielsweise von einem Weihnachtsoratorium, das man in einer Kirche hört, und der Verkündigung vollkommen ergriffen sein, daß das Licht in die Finsternis getreten ist und diese besiegt habe. Es handelt sich dabei um eine natürliche Erregung bzw. Erstrahlung der organismischen Orgonenergie. Es wird erst pathologisch, wenn man daran festhält, d.h. wenn man sich gegen das Weiterströmen der Orgonenergie sperrt. Je orgastisch impotenter man ist, desto fester klammert man sich an die vermeintlichen „Offenbarungen“: aus der Orgonenergie wird „Gott“.

Im Tantra wird die Sexualität, die stets mit „Bewußtseinszuständen“ jenseits des Alltagsbewußtseins einhergeht, für die „geistige Befreiung“ benutzt. Das mag auf den ersten Blick geradezu „sexualpositiv“ aussehen, entspricht jedoch ganz im Gegenteil der extremsten Form der orgastischen Impotenz, denn es wird auf die genital-orgastische Entladung verzichtet, „um keine spirituelle Kraft zu verschwenden“. Es entspricht in etwa dem, was Freud „Sublimation“ genannt hat.

Von Seiten der „Esoterik“ wird nun versucht, auch die Orgonenergie selbst, die durch die Erforschung der orgastischen Plasmazuckung entdeckt wurde (Orgasmusformel, bioelektrische Experimente, Bion-Experimente), für „spirituelle“ Zwecke zu instrumentalisieren. Demnach ist die Orgonenergie sozusagen eine vermittelnde Zwischenschicht zwischen dieser Welt und der „geistigen Welt“. Die Orgonenergie wird zu etwas rein Subjektivem, das weitgehend bar einer physikalisch meßbaren Realität ist. Etwas, was dem „Geist“ erlaubt, sich in der materiellen Welt zu manifestieren.

Die Orgonomie war von Anfang an mit derartigen Vorstellungen konfrontiert. Schon Anfang der 1920er Jahre setzte sich Reich mit vermeintlich „esoterischen“ Ansätzen in seinen Buchbesprechungen auseinander, die er für psychoanalytische Zeitschriften schrieb. In den 30er Jahren war Reichs Freund und Mitarbeiter Roger DuTeil ein Bergsonianer und „Spiritualist“. In seinem in der Originalausgabe Die Bione von 1938 veröffentlichten Aufsatz „Leben und Materie“, billigt er dem Leben eine metaphysische Sonderstellung zu. Reich selbst wollte diesen Aufsatz aus späteren Auflagen gestrichen wissen, was ja auch geschah, und im übrigen bestritt Reich schon damals ausdrücklich, daß „das Lebendige ein vom Nichtlebenden völlig abgetrenntes, eigens metaphysisch gegebenes Gebiet“ sei (ebd.). Sechs Jahre später sagt er in seinem Artikel „Orgonotic Pulsation“:

Wenn wir nicht vorsichtig vorgehen, könnten durchaus einige Generationen von Mystikern erstehen, die das Orgon metaphysisch, losgelöst von der nicht-lebenden Natur und nicht vom Standpunkt der Naturwissenschaft her verstehen. Und ich denke, wir haben bereits mehr als genug Mystizismus in dieser Welt. (Orgonomic Functionalism, No. 5, S. 44)

Der Artikel zeigt, wie sich Reich ganz von Zugeständnissen an sowohl den („dialektischen“) Materialismus als auch insbesondere den „Spiritualismus“ befreite. In „Orgonotic Pulsation“ strebt er danach, sich langsam von allen Begriffen, die irgendwelche Konnotationen mit materiellen oder „spirituellen“ Substanzen haben, zu befreien. Entsprechend spricht er von „orgonotischer Erregung von Isolatoren“ statt „Ladung“, und von „orgonotischer Anziehung und Abstoßung“ statt „Kontraktion und Expansion“. An anderer Stelle will er den Substanz-Begriff „vegetative Strömung“ durch die funktionelle „plasmatische Erregung“ ersetzt wissen (Der Krebs, Fischer TB, S. 347).

Was machen nun die ach so innovativen „Weiterentwickler“ der Orgonomie? Sie fallen noch hinter die provisorische, von Substanzbegriffen geprägte Orgonomie der Anfänge zurück, reden von irgendwelchen Seelensubstanzen und müssen metaphysische „Formgesetze“ erfinden, die ihr „chaotisches“ mechano-mystisches Universum ordnen. Wie Reich schreibt: „Mit Zwecken läßt sich leicht alles erklären“ (ebd., S. 77f). Man braucht nicht mehr die Natur unbekannter Funktionen mühsam ergründen, vielmehr wird einem alles fertig auf dem Tablett serviert: es ist „Gottes Wille“, es ist der „Geist“, das „Naturgesetz“, dem alles folgt. Für Blitze ist der Donnergott verantwortlich! – Nichts anderes verbirgt sich hinter inhaltsleeren Begriffen wie „Wirkstruktur“. Was ist für die Struktur der Bion-Präparate verantwortlich? Jenseitige Strukturen!

In die gleiche Kategorie gehören die „Lösungen“ für das Rätsel des menschlichen Bewußtseins. Was ist Bewußtsein? Das „metaphysische Heinzelmännchen“ wie Reich es nennt,

das angeblich im Hintergrunde der Lebensfunktionen wirkt, denkt, fühlt, empfindet, reagiert. Das führt nirgends hin. (ebd., S. 400)

Nach Reich ist Bewußtsein das Zusammenfließen der diversen Sinneseindrücke und Emotionen in eine funktionelle Einheit (Äther, Gott und Teufel, Frankfurt 1983, S. 63). Sinneseindrücke und Emotionen führt Reich ihrerseits bis „auf die Bewegungsformen der Weichtiere und Protisten“ (Charakteranalyse, KiWi, S. 519) und letztendlich auf die „Reizempfindlichkeit des rein physikalischen Orgons“ zurück (Äther, Gott und Teufel, S. 91).

Diese Leute sprechen von einem „primordialen Bewußtsein“, das Erinnerungen etwa so speichert wie ein Magnetband. Dabei hat Reich in der Charakteranalyse lang und breit ausgeführt, daß das Ich die Summe aller vergangenen Erlebnisse ist. Da wird nichts mechanisch „abgespeichert“, sondern in der Vergangenheit wurden bestimmte Weichen für die Strukturierung des sich entwickelnden Organismus gestellt, weshalb „Erinnerungen“ nichts anderes sind als die Wahrnehmung der aktuellen biophysischen Struktur des Organismus. Wie sollte es auch anders sein? Imgrunde sagen die „Weiterentwickler“ der Orgonomie natürlich auch nichts anderes, nur daß sie die Welt überflüssigerweise verdoppeln.

Die „Orgonmystiker“ fallen der Panzerung zum Opfer. Das, was sie wahrnehmen, ist die durch die Panzerung „umgebogene“ und verzerrte Orgonenergie, die entsprechend etwas Krankhaftes, „Okkultes“ an sich hat und auf ein „Jenseits“ ihrer selbst verweist – d.h. auf jenseits der Panzerung. Die vermeintliche Wahrnehmung der Orgonenergie entspricht hier der krankhaften Transformation von Emotion in Sensation.

Tantra ist Antisexualität, nämlich orgastische Impotenz, genauso wie die „Orgonesoteriker“ Antiorgonenergie sind, d.h. Panzerung.

Die folgende Abbildung beschreibt in etwa was geschieht:

Orgonomisches Potential und Bewußtsein

12. Juli 2011

Aus funktionalistischer Sicht entwickelte sich das Bewußtsein wie folgt:

  1. der kosmische Orgonenergie-Ozean ist „erregbar“ (Wahrnehmung)
  2. mit der Bildung von Bionen und Einzellern die Pulsation im orgonotischen System (Emotion)
  3. im Verlauf der Evolution die Koordinierung unterschiedlicher Wahrnehmungen und Gefühlsregungen im Zentralen Nervensystem, dem Zentrum des Orgonoms (Bewußtsein)

Entsprechend gibt es drei mechano-mystische Theorien über das Bewußtsein:

  1. Das Gehirn wird als eine Art „Radioempfänger“ betrachten, der ein „Bewußtseinsfeld“ empfängt.
  2. Bewußtsein ist schlicht eine Art „geistiges Wesen“, das den menschlichen Organismus okkupiert.
  3. Es wird als eine Art „innerer Projektionsschirm“ betrachtet. Frei nach Konrad Lorenz und Hans Hass kann man sich das etwa wie folgt vorstellen: Um sicher von Baum zu Baum springen zu können, mußten die Affen den Sprung vorher innerlich simulieren, sozusagen als inneren Film vor dem geistigen Auge abspielen. Daraus hat sich dann nach und nach das Bewußtsein entwickelt.

K. Lorenz führt das menschliche Vorstellungsvermögen auf die bei höheren Tieren entwickelte „Raum-Repräsentanz“ zurück. Wenn etwa Affen von einem Ast zum anderen springen, müssen sie vorher gleichsam „theoretisch“ ermitteln, ob dieser Sprung praktisch möglich ist. Aus dieser Fähigkeit könnte sich der innere Projektionsschirm unserer „Phantasie“ weiterentwickelt haben. (Hans Hass: Der Hai im Management, München 1988, S. 310)

Alle drei Theorien haben etwas für sich:

  1. Die Vorstellung von „Radioempfänger“ macht in mystischer Verkleidung deutlich, daß man das Bewußtsein nicht auf das Gehirn beschränken kann.
  2. Der „Geist in einer fleischlichen Hülle“ macht deutlich, daß wir tatsächlich primär keine „materiellen Wesen“ sind, sondern freie Orgonenergie, die in einer Membran gefangen ist. Die dergestalt hervorgerufene Trennung zwischen Außen und Innen ist der letztendliche Urgrund des Phänomens Bewußtsein.
  3. Entsprechend macht die Theorie von Konrad Lorenz und Hans Hass deutlich, daß es sich beim Bewußtsein um eine Widerspiegelung der Außenwelt handelt. Wären wir wirklich im Kern „überweltliche“ Wesen, könnten wir kaum überleben.

Das ist das Bewußtsein objektiv betrachtet, aber Kennzeichen von Bewußtsein ist ja gerade seine Subjektivität. Wie kann man diese Seite konzeptionell erfassen?

Die Antwort für diese „unlösbare Frage“ ist denkbar einfach, wenn wir uns überlegen, was denn das Gegenteil von Bewußtsein ist. Chaos! Maximale Entropie.

Hier kommt der Gegensatz von mechanischem Potential (wachsende Entropie) und orgonomischem Potential (abnehmende Entropie) ins Spiel.

Ein mechanisches Uhrwerk, das zu Boden fällt, zerspringt in seine Einzelteile. Die zeitliche Umkehr dieses mechanischen Vorgangs, daß nämlich Schrauben, Federn und Zahnräder sich spontan zu einer laufenden Uhr zusammensetzen, wurde bisher nicht beobachtet. (…) Eine Kanne mit warmem Kaffee kühlt spontan auf die sie umgebende Zimmertemperatur ab. Der umgekehrte Vorgang einer spontanen Mehrerwärmung gegenüber der Zimmertemperatur wurde bisher noch nicht beobachtet. (Klaus Mainzer: Zeit, München 1995, S. 73f)

Wurde doch! Und zwar beim sich spontan erwärmenden Orgonenergie-Akkumulator, wie James DeMeo erst vor kurzem erneut und zwar wissenschaftlich endgültig nachgewiesen hat. Und was die spontan sich zusammensetzende Uhr betrifft: nichts anderes ist die Entwicklung der Lebewesen, die schließlich im Menschen kulminierte und sich auf höherer Ebene fortsetzte. Um das nachzuweisen habe ich lang und breit Hans Hass Energontheorie präsentiert. (Siehe Die Energetiker: Kurt Wieser.) Entsprechend kann man auch einfach sagen: daß es Uhren überhaupt gibt, ist der Beweis dafür, daß in der Natur ein Prozeß existiert, der der Entropie entgegenarbeitet.

Entropie ist Information, welche nicht zur Verfügung steht. Es war eine wichtige Entdeckung von Ludwig Boltzmann, daß die Entropie, die zuerst als eine rein thermische Größe definiert worden war, etwas mit Information zu tun hat. In der statistischen Deutung der Thermodynamik wurden die untersuchten Systeme als aus lauter kleinen Teilchen bestehend aufgefaßt. Wenn man nun Kenntnis über den globalen Systemzustand hatte, zum Beispiel über sein Volumen, seine Temperatur und den Druck, dann reicht diese Kenntnis nicht aus, um auch noch Genaues über die unzähligen einzelnen Bestandteile zu wissen. Die Information, die ein allwissender Dämon zu unserer bloß makroskopischen Kenntnis noch hinzugewinnen könnte, ist gerade gleich der Entropie. In diesem Sinne soll der obige Satz verstanden werden. (Thomas Görnitz: Quanten sind anders, Heidelberg 1999, S. 249)

Was die „Maxwellschen Dämonen“ betrifft siehe Maxwells Dämonen und die Orgonenergie.

Entropie ist Information, welche nicht zur Verfügung steht. Im Umkehrschluß bedeutet das, daß jeder Faktor, der der Zunahme von Entropie, sozusagen der „Zunahme von Nichtwissen“, entgegenarbeitet mit Informationsgewinn verbunden sein muß. Man denke nur an die Lebewesen, die aus einer Planetenoberfläche die nicht mehr war als ein Haufen Geröll eine wunderbar geordnete „Landschaft“ gemacht haben, in der „alles seinen Platz“ hat.

Je mehr sich ein System der Tendenz zur zunehmenden Entropie widersetzt, nimmt es desto eindeutiger eine orgonomische Gestalt an. Das reicht von der Orgonomform bestimmter Einzeller bis zur Spiralform der Galaxien. Es ist geradezu zwangsläufig, daß am Ende dieses Prozesses innerhalb von Galaxien auf Planeten schließlich Lebewesen auftreten, die ein Bewußtsein entwickeln. Bewußtsein ist schlichtweg der höchste Ausdruck von Ordnung.

Ich höre dich an, ich lese deine Sachen, ich schaue mir deine Wohnung an – und weiß alles über deinen „Grad an Bewußtsein“ und sogar über die groben Umrisse deiner „Subjektivität“!