nachrichtenbrief47

17. Juli 2017

Überlebende des Holocaust und die Krebs-Schrumpfungsbiopathie

16. Juli 2017

Eine vom Sheba Medical Center in Israel vorgestellte Studie hat gezeigt, daß das extreme Trauma des Holocaust noch Jahrzehnte später bei der Gesundheit der Opfer Folgen zeitigt. Sie erkrankten weit mehr an bestimmten Krebsformen als andere.

152 622 Überlebende wurden untersucht. Bei 22,2 Prozent wurde nach 1960 Krebs diagnostiziert, im Vergleich zu 16 Prozent bei der Kontrollgruppe. In der ersten Gruppe lag die Wahrscheinlichkeit für Lungenkrebs um 37 Prozent höher, für Darmkrebs waren es 12 Prozent. Interessanterweise gab es kein höheres Risiko bei Brust- und weiblichem Unterleibskrebs.

Für Reich war Krebs mit emotionaler Resignation und bioenergetischer Schrumpfung verbunden. Insbesondere Brust- und Gebärmutterkrebs sind mit sexueller Hemmung und Unbefriedigung verbunden. Also Faktoren, die nicht spezifisch auf Holocaust-Opfer zutreffen. Hier war die Bedrohung, psychoanalytisch ausgedrückt, nicht auf die Sexualtriebe gerichtet, sondern auf die Existenz selbst, die Ich-Triebe. Die Schrumpfung wurde von außen induziert, indem das Leben buchstäblich erstickt und ausgehungert wurde. Man ist an Reichs Ausführungen in Der Krebs erinnert:

Stellen wir uns die biologischen, physiologischen und seelischen Funktionen plastisch-räumlich vor; wir haben einen weiten Kreis mit einem Zentrum („Kern“) vor uns. Das Einschrumpfen der Kreisperipherie entspräche dem Einsetzen der charakterologischen und emotionellen Resignation. Der Kern, das Zentrum des Kreises, ist noch unberührt. Dieser Prozeß schreitet gegen das Zentrum zu fort, das den „biologischen Kern“ darstellt. Der biologische Kern ist nichts anderes als die Summe aller plasmatischen Zellfunktionen. Hat der Schrumpfungsprozeß diesen Kern erreicht, dann beginnt das Plasma selbst einzugehen. Dies fällt mit dem Prozeß des Gewichtsverlustes zusammen. (Fischer TB, S. 224)

nachrichtenbrief46

15. Juli 2017

Orgontherapie: ein Licht in der Finsternis

14. Juli 2017

Primäre Triebe kommen stets da heraus, wo sie sollen (bei a, b und c), sie werden sekundär, wenn sie bei d, e, f, g, h, i, j …. u, v, w, x, y, z herauskommen. Da dieser, wenn man so sagen kann, „falsche Abfluß“ immer noch eine gewisse Energieökonomie garantiert, kann man sekundäre Triebe als Selbstheilungsversuche des Organismus betrachten. Das Fatale ist nun, daß sie keine Befriedigung schenken und deshalb immer weiter ausufern. Der krankhafte Spieler, der erst aufhört, wenn er ruiniert ist, ist dafür ein Beispiel. Sekundäre Triebe geben also nur die Illusion kurativ zu sein, sind es aber nicht – im Gegenteil. Es muß darum gehen, sie einzuschränken und den Patienten beizubringen, die Angst auszuhalten, die der daraus resultierende Energiestau erzeugt. Je mehr der Patient es aushält, diese „Stauungsangst“ zu ertragen, desto mehr findet er auch den Mut durch die Barriere durchzubrechen die „a, b und c“ blockieren.

Ist aus Ausleben sekundärer Triebe stets zu unterbinden? Wie gesagt, bieten solche sekundären Triebäußerungen langfristig keine Befriedigung und bilden eine Spirale nach unten (totale Abpanzerung, Zusammenbruch oder Krebs), aber natürlich sind es partielle Energieentladungen, die zumindest kurzfristig eine gewisse Energieökonomie sichern. Es ist zwar ein Kunstfehler, den Patienten in seiner sekundären Triebäußerung zu unterstützen, aber es wäre auch verantwortungslos sie mir nichts dir nichts einzuschränken und so vielleicht einen psychotischen Zusammenbruch, einen Selbstmord oder eine „somatische Entladung“ (eine Biopathie) zu provozieren.

Das wichtigste ist aber, ihn niemals moralisch und menschlich zu verurteilen. Nur die Liebe kann heilen. Es ist nur die Frage, was man „liebt“. Reich hat das sehr gut in bezug auf die Wüste ausgedrückt: er hat sie liebengelernt, weil sie immer noch heroisch gegen den Tod ankämpft. Genauso kann man auch etwa einen einfach nur ekligen masochistischen passiven psychotischen Homosexuellen lieben, weil tief drinnen, entgegen einem Horror-Leben, doch noch irgendwie das Lebendige gegen den Tod ankämpft. Man liebt also nicht, á la relativistischem Multi-Kulti-Liberalismus, den Homosexuellen und seinen „alternativen Lebensstil“ oder sieht darin, á la manche „Reichianer“, den ersten Schub der Befreiung, sondern man liebt seine Kernfunktion und bewundert ihn, weil er weiterkämpft, da wo ich oder du bereits Selbstmord begangen hätten. Therapie bedeutet, diesen Kern zu sehen und ihn zu unterstützen und soweit wie möglich ins Leben zurückzurufen. Die Kakteen (die masochistischen und homosexuellen Perversionen) müssen dem frischen Gras weichen. Und um eine Wüste zu begrünen, begießt man nicht die Kakteen, aber man haut sie auch nicht einfach um, sondern man beschneidet sie nach und nach, um Platz für das grüne Gras zu machen, das man hegt und pflegt und nach Kräften begießt.

Room for Happiness

13. Juli 2017

Room For Happiness – POWERPOINT

nachrichtenbrief45

12. Juli 2017

„Orgonomische“ Ideologie und funktionelles Denken

11. Juli 2017

Man kann aus Reichs Schriften herausziehen, was man will. Beinharten Atheismus oder christlichen Mystizismus, Rationalismus oder das New Age, Marxismus oder Kapitalismus, „Bernie Sanders“ oder „Donald Trump“. Das hat dann aber jeweils nichts mit Reich zu tun, sondern ist nur Ausdruck der Charakterstruktur des jeweiligen Reichianers. Gepanzerte Menschen können nicht mit dem Leben mitschwingen und reagieren deshalb starr wie Maschinen. Sind sie „Reichianische Körpertherapeuten“ haben sie eine vage Vorstellung, daß Sexualität etwas Gutes ist und wollen entsprechend die böse Beckenblockierung beseitigen. Sagt man ihnen, daß Orgonomen alles tun, damit sich etwa Schizophrene in den unteren Segmenten abpanzern, sehen sie nichts als Verrat an der Orgasmustheorie. Interessieren sie sich für gesellschaftspolitische Probleme, kämpfen sie gegen den „Faschismus“, den sie überall da sehen, wo auf Autorität beharrt wird. Erklärt man ihnen, daß diese nicht den „Faschismus“ verkörpert, sondern die Arbeitsdemokratie… Sie sind verwirrt, wenn man ihrer Schwärmerei von der „Wiederverzauberung der Welt“ entgegenhält, daß magisches Denken mindestens so kontaktlos ist wie das mechanistische Denken.

Ihre „Orgonomie“ ist pure Ideologie. Sie denken stets abstrakt und fragen nie, nach der konkreten Rolle, die Gegebenheiten jeweils im Zusammenhang spielen. Muskelverspannungen muß man stets von ihrer Funktion her betrachten. Beim Schizophrenen ist die Körperpanzerung ein Segen, wenn sie verhindert, daß das okulare Segment mit Erregung überflutet wird und es zur „Spaltung“ kommt. Panzerung ist ein Segen! Ideologien muß man von ihrer Funktion her betrachten. In islamischen Ländern ist es ein Segen, wenn die Völker zu ihrer vorislamischen Identität zurückfinden. „Faschistischer“ Nationalismus ist ein Segen! Wie Milos Djilas gesagt hat, waren die ersten 10 Jahre Kommunismus ein Segen für Jugoslawien, um in diesem Land endlich Ordnung und einigermaßen zivilisierte Zustände zu schaffen. „Rotfaschistischer“ Kommunismus ist ein Segen!

Es geht jeweils um die Zusammenhänge und die Folgen, d.h. um Funktionalismus – nicht um inhaltsleere Versatzstücke einer verschrobenen Lehre, die als „Orgonomie“ hinstellt wird, in Wirklichkeit aber das genaue Gegenteil ist.

nachrichtenbrief44

10. Juli 2017

Witzigkeit kennt keine Grenzen!

9. Juli 2017

Charlie Chaplin wird geliebt, weil er das ewige Kind ist – das erwachsene Kind ohne jede Spur von Würde. Es fällt auf wieviel seines Humors darauf beruht, der Würde der Männer mit hohen Hüten einen Dämpfer zu versetzen. Übrigens ist es interessant, daß den Kindern in Summerhill Charlie gleichgültig ist, ob das aber auf ihrer neuen Einstellung zur Würde beruht, kann ich nicht sagen. (A.S. Neill: The Problem Teacher London, Herbert Jenkins Limited, 1939, S. 88)

Neill schrieb das Ende der 1930er Jahre. Heute in der anti-autoritären Gesellschaft geht es uns ähnlich wie den Summerhill-Kindern damals: niemand, buchstäblich niemand, kann mehr über Charlie Chaplin lachen. Seine Komik funktionierte nur in der autoritären Gesellschaft. Wir lachen heute über Mr. Bean! Was ist der Unterschied zwischen beiden?

Charlie Chaplin war ein Kind des 19. Jahrhunderts. Die Menschen nahmen sich noch selbst ernst; lachten nicht über sich selbst. Worüber sie lachten war die Umkehr der Machtverhältnisse, d.h. daß der geborene Verlierer „der Würde der Männer mit hohen Hüten einen Dämpfer versetzt“. Es ist ein Humor der subversiven Umkehr („ein Kleinkind pafft an einer Havannazigarre, ein dicker Unternehmer saugt am Schnuller“), der nur in einer autoritären Gesellschaft funktioniert, weil er den Druck nimmt.

Dem Gesunden ist dieser „karnevalistische“ Humor, der letztendlich doch dem Erhalt der Klassengesellschaft dient, ziemlich gleichgültig, da er grundsätzlich nur über einen einzigen Aspekt lachen kann, nämlich wenn sich das Lebendige mechanisch verhält. Dem Ungepanzerten erscheint alles Gepanzerte als grotesk und schlichtweg zum Lachen.

Erst recht gleichgültig ist dem Gesunden aber der Humor eines Mr. Bean, der das Mechanische vertritt, das sich mechanisch verhält. Mr. Bean ist ein Kind der Zeit nach etwa 1960, entsprechend spricht aus seinem Humor die Selbstverachtung: ein Trottel benimmt sich wie ein Trottel. Die antiautoritäre Gesellschaft identifiziert sich politisch korrekt mit dem Mechanischen.

Die Gleichgültigkeit des Gesunden gegenüber dem „Humor“ des Gepanzerten beschreibt Neill im Zusammenhang mit den Theaterbesuchen von Summerhill-Kindern. Das Publikum platzt vor Lachen, Frauen gackern hysterisch, wenn Schenkel, Büstenhalter, Unterhosen und dergleichen oder irgendwas im Zusammenhang mit den Ausscheidungsfunktionen erwähnt wird. Bei den Summerhill-Kindern verzieht sich keine Miene.

nachrichtenbrief43

8. Juli 2017