Posts Tagged ‘Wilhelm Reich’

Email [Reich und Freud] 2009

15. August 2025

Email [Reich und Freud] 2009

Hitlerismus in Grün (Teil 1)

12. August 2025

Bevor man sich das folgende zu Gemüte führt, verlohnt ein Blick auf meinen Blogeintrag Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 3).

Susan Sontag hat 1967 die metaphysische Grundlage der gesamten antiwestlichen, insbesondere aber der antideutschen Politik knapp und bündig ausformuliert:

Wenn Amerika der Höhepunkt der westlichen weißen Zivilisation ist, wie alle von links bis rechts behaupten, dann muß mit der westlichen weißen Zivilisation etwas ganz und gar nicht stimmen. Dies ist eine schmerzhafte Wahrheit; nur wenige von uns wollen so weit gehen…. Die Wahrheit ist, daß Mozart, Pascal, die Boolesche Algebra, Shakespeare, parlamentarische Regierungen, barocke Kirchen, Newton, die Emanzipation der Frau, Kant, Marx, Balanchine-Ballette usw. nicht wieder gutmachen, was diese besondere Zivilisation der Welt angetan hat. Die weiße Rasse ist das Krebsgeschwür der Menschheitsgeschichte; es ist die weiße Ethnie und sie allein – ihre Ideologien und Erfindungen –, die überall, wo sie sich ausbreitet, autonome Zivilisationen auslöscht, die das ökologische Gleichgewicht des Planeten gestört hat, was nun die Existenz des Lebens selbst bedroht.

Von daher der genozidale Vernichtungsfeldzug gegen uns mittels „Feminismus“, die ganze Gender- und Transkackscheiße, die Porno- und Propagandaflut, der umweltzerstörerische Ökowahn, die systematische Zerstörung unserer Ökonomie und nicht zuletzt die Umvolkung. Uns wird von „unseren Demokraten“ ständig ins Gesicht gespuckt, wir werden ökonomisch bis aufs Blut ausgepreßt und versklavt, unsere wenigen Nachkommen zu ewiger Schuldsklaverei verurteilt, bevor sie überhaupt geboren worden sind, und jeder, der das anspricht, steht bereits mit einem Bein im Gefängnis und ist gesellschaftlich tot, ein Aussätziger.

Zusammen mit anderen New Yorker Intellektuellen, etwa der lesbischen Anti-Israel-„Aktivistin“ Sarah Schulman, brachte Sontag nur die Emotionelle Pest zum Ausdruck, die förmlich in der New Yorker Luft lag. Schulman (Jahrgang 1958) erwähne ich nur, weil auch bei ihr, wie überhaupt bei allen New Yorker Intellektuellen seit dem Zweiten Weltkrieg ein distinkter Einfluß von Wilhelm Reich zu spüren ist – bzw. dokumentiert sie diesen. Sontag (Jahrgang 1933) war schon früh mit Namen wie Herbert Marcuse (der in ihrem Haus ein Jahr lang an seiner „Reich-Überwindung“ Eros and Civilisation schrieb) und natürlich dem Reich-Kenner Philip Rieff (ihrem Ehemann) verbunden und verließ nach jahrzentelangem Kampf gegen ihre Depressionen und Krebserkrankungen diese Welt mit einer versuchten „Widerlegung“ von Reichs Krebstheorie. Hier eine längere Passage aus einem Aufsatz über Sontags (AIDS and Its Metaphors) und Schulmans Bücher zu Zeiten von AIDS über AIDS:

Auch Schulmans Titel People in Trouble ist kompliziert. Er benennt gleichzeitig ihr Buch, Kates Kunstwerk [Kate ist eine Figur in Schulmans AIDS-Roman], Menschen mit AIDS und ihre Fürsprecher, Menschen, die Kunst machen, das East Village und die Menschen, die vom Kapitalismus und der Kommerzialisierung der Kultur erdrückt werden. Wie James in der Schlußbotschaft des Buches sagt: „Wir sind ein Volk in Schwierigkeiten“ (228). People in Trouble ist aber auch der Titel eines Buches des Psychoanalytikers Wilhelm Reich aus dem Jahr 1953, ein Buch, das explizit in Schulmans Roman eingeflochten ist. Während sie über das große Kunstprojekt nachdenkt, das sie zu konzipieren versucht, begutachtet Kate ihr Bücherregal: „In der linken oberen Ecke standen alle ihre Bücher von Wilhelm Reich. Aus seinen Theorien war sie längst herausgewachsen, aber die Titel gefielen ihr immer noch. Sie alle erinnerten eindeutig an bestimmte Formen.“ Sie überfliegt die Titel von Reichs berühmtesten Werken, entscheidet sich dann aber für die richtige Wahl, die richtige Form: People in Trouble (50). Sontag, wir erinnern uns, berief sich während ihrer ersten Krebserkrankung auf Reichs Werk und spekulierte (…), daß emotionale und sexuelle Verdrängung tatsächlich die Ursache für ihren Krebs gewesen sein könnte. Letztlich lehnte sie diese Vorstellung von der Ätiologie der Krankheit ab; in Ilness as Metaphor jedenfalls behauptet sie kämpferisch deren Falschheit. Wie viele Intellektuelle der 1950er und 1960er Jahre war auch Sontag von Reichs Ideen beeinflußt. In den Tagebucheinträgen befaßt sie sich mit den Auswirkungen der Unterdrückung auf ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung – mit anderen Worten, sie untersucht die Auswirkungen der Unterdrückung auf das Individuum. Schulman erforscht jedoch eine andere Dimension von Reichs Werk. Reichs People in Trouble, das den Untertitel The Emotional Plague of Mankind trägt, ist eher soziologisch als individuell. Er befaßt sich mit der Rolle der Unterdrückung und versucht, die „emotionale Pest“ zu diagnostizieren, die das menschliche Sozialleben infiziert und die Verwirklichung eines utopischen – und sei es nur ein funktionierendes freies und demokratisches – Sozialsystems verhindert.

Ich kann das alles unmöglich weiter ausführen oder irgendwie belegen, aber mich beschleicht der nicht ganz unbegründete Verdacht, daß die gesamte genozidale Ideologie, wie sie insbesondere die Grünen mit einem schlicht sprachlos machenden Fanatismus vertreten, einen zwiefältigen Urgrund hat: erstens war sie explizit von Reich inspiriert, was man etwa daran sieht, daß zumindest der Gründergeneration der Grünen, Marke Joschka Fischer, der Name „Wilhelm Reich“ etwas sagte und sie in seinem „Dunstkreis“ standen; und zweitens, daß wir es hier mit einer „mißglückten biologischen Revolution“ (Reich) zu tun haben. Man komme mir nicht damit, daß fast alle Protagonisten Juden waren, die sich rächen wollten, das greift zu kurz. Die Verbindung zum einzig vergleichbaren genozidalen Projekt der Nationalsozialisten, die ebenfalls eine ganze „schädliche Rasse“ „ausmerzen“ wollten, geht weitaus tiefer. Wie ich im zweiten Teil dieses Blogeintrags erläutern werde, repräsentierte für den Nationalsozialisten „der Jude“ den „Kapitalisten“ und vor allem das „patriarchale Über-Ich“. Die heutigen Gutmenschen vertreten exakt die gleiche Ideologie: es geht um die Befreiung des Planeten vom „Weißen“ und damit vom „Kapitalismus“ und jedweder „Unterdrückung“ – also vom „Über-Ich“.

Max Stirner und das Orgon

9. August 2025

Wenn Reich sein Forschungsprogramm beschreibt, gemahnt das „irgendwie“ an Max Stirner. Reich schreibt:

Die Orgonphysik geht von vollkommen neuen Beobachtungen und neuen theoretischen Annahmen aus. Von einem prinzipiellen orgonomischen Standpunkt her muß das Denken selbst als eine Funktion der Natur im allgemeinen begriffen werden. Dementsprechend müssen die Ergebnisse bloßen Denkens als sekundär gegenüber den beobachtbaren Naturfunktionen angesehen werden. Als Funktionalisten sind wir in erster Linie an beobachtbaren Naturfunktionen interessiert; von da aus gelangen wir zu den Funktionen des menschlichen Denkens mittels der emotionalen (bioenergetischen) Funktionen im beobachtenden Menschen. Solange die beobachtbare Natur nicht den Ausgangspunkt für menschliches Denken bildet, und mehr noch, solange die Funktion des Denkens selbst nicht logisch und konsistent aus den beobachtbaren Naturfunktionen im Beobachter selbst abgeleitet wird, solange stellen sich gegenüber allen Resultaten bloßen Denkens, das nicht durch Beobachtung gestützt ist, grundlegende methodologische und faktische Fragen. (Äther, Gott und Teufel, S. 150f)

Mit „bloßem“, von den tatsächlichen Naturvorgängen abweichendem Denken meint Reich offensichtlich zweierlei: erstens ein Denken, das indirekt und eines das direkt fremdbestimmt ist. Bei ersterem handelt es sich um „gepanzertes Denken“, d.h. ein Denken, das auf das durch die Erziehung entstellte Funktionieren des Organismus zurückgeht, wobei die Eltern als Einflußagenten der Gesellschaft fungieren. Beim direkt fremdbestimmten Denken geht es um die unhinterfragte Übernahme der Meinungen von Autoritäten unabhängig von der Wirklichkeit, d.h. statt selbst zu beobachten und selbst zu forschen. Man folgt dem „Über-Ich“, weil man die gesellschaftlichen Vorgaben verinnerlicht hat und durch diese charakterstrukturell umgeformt wurde. Tierarten existieren, weil sie ihre Umwelt richtig wahrnehmen und sich entsprechend anpassen, sonst wären sie schon längst ausgestorben. Homo sapiens hingegen taumelt dem Untergang entgegen, da er weitgehend blind und verkrüppelt ist und irgendwelchen wirklichkeitswidrigen Wahngebilden hinterher tappt, statt auf den Weg zu achten. Er ist mit dem Kopf in den Wolken des „bloßen Denkens“.

Ansonsten haben der Stirnersche Eigner/Einziger und Reichs Orgon formal zweierlei gemeinsam:

1. Das Orgon funktioniert weder mechanisch (Aktion und Reaktion) noch mystisch (überweltliche „Wirkstrukturen“), also nicht sozusagen „nach Befehl und Gehorsam“, sondern es bewegt sich spontan aus sich selbst heraus, ist sozusagen „eigen“. Es ist sozusagen das Substrat der Selbstregulation.

2. Das, was wir als „Orgon“ bezeichnen, sind, so Reich, „die physikalischen Funktionen, die in der Orgonphysik als ‘Orgonenergie’ abstrahiert werden“ (ebd., S. 146). Es handelt sich nicht um ein geheimnisvolles „Sein“, sondern es sind konkrete Funktionen. Physik statt „Metaphysik“! Über sein Ich schreibt Stirner entsprechend bezugnehmend auf Feuerbachs pseudomaterialistische Philosophie: „‚[D]as Sein‘ ist Abstraktion, wie selbst ‚das Ich‘. Nur Ich bin nicht Abstraktion allein, Ich bin alles in allem, folglich selbst Abstraktion oder Nichts, Ich bin alles und Nichts; Ich bin kein bloßer Gedanke, aber Ich bin zugleich voller Gedanken, eine Gedankenwelt“ (Der Einzige und sein Eigentum, reclam, S. 381)

Das Orgon ist nur konkret greifbar, genauso wie der Eigner/Einzige. Das Orgon ist damit nicht schlichtweg identisch mit irgendwelchen „anderen“ Lebensenergie-Konzepten (Qi, Prana) oder dem „Äther“, also kein fixes metaphysisches oder mechanisches (bzw. „hydrodynamisches“ Modell), sondern nur unmittelbar, unvermittelt in der Beobachtung und im Experiment greifbar. Beispielsweise war der „Äther“ im 19. Jahrhundert bloß der Lückenbüßer für eine Leerstelle im mechanistischen Weltbild (die elektromagnetischen Wellen brauchten ein mechanisches Medium, so wie Wasserwellen Waser brauchen).

Das letzte, was Reich wollte, war ein weiteres „Weltmodell“ zu präsentieren, genausowenig wie Stirner eine weitere „Philosophie“ neben all die anderen zur Diskussion stellen wollte. Beiden ging es nicht um ein neues „Paradigma“, d.h. um eine neue Sicht auf die Welt oder eine neue „Brille“, sondern eben um die Beseitigung aller „Brillen“ (vgl. Clark, Frauchiger: Paradigm-Maker or Paradigm-Breaker: A Comparison between the Paradigm and Orgonomic Functionalism as Scientific Tools. The Journal of Orgonomy, 1986). Es ging um – Liquidar Super-Ego Radicalmente, um das Ausschalten „bloßen Denkens“, d.h. des Über-Ichs = der Panzerung.

Eine Parallele in der Philosophiegeschichte wäre die Phänomenologie (Stichwort Husserl, Heidegger, Hermann Schmitz), die den Anspruch erhob, die gesamte Philosophie neu anzufangen, indem sie beim unmittelbar Gegebenen frisch ansetzt und die – „Seinsvergessenheit“ angeht. Dazu ist zu sagen, daß die Phänomenologie zur Dezeptionsgeschichte Stirners gehört, daß das ihre einzige Bedeutung ist, (Bernd A. Laska: Ein dauerhafter Dissident, 1996) und Reichs Bonmot über Husserl („Zwangsgrübelei“, Äther, Gott und Teufel, S. 43) auf den eigentlichen Kern des Problems verweist: die Panzerung, insbesondere die Augenpanzerung – wieder: „bloßes Denken“!

Das Wesen der psychiatrischen Orgontherapie (Teil 1)

7. August 2025

Für „Reichianer“ bedeutet Therapie nicht Durchsetzen des Eigenen, sondern Offenheit für das Fremde, für das Über-Ich, für das Kollektiv. Es handelt sich hier um den Konflikt zwischen Identität und Universalismus. Für den liberalen Geist ist die eigene Identität als Person und die Identität der eigenen Nation ein Hindernis für die freie Entfaltung universalistischer Ideen, die der Linksliberale durchsetzen will und weshalb er sich irrigerweise und vollkommen deplaziert zu Reich und der Orgontherapie hingezogen fühlt. Wegen deren Fokus auf das Eigene hassen Liberale Trump und die AfD aus tiefstem Herzen. Trump und der archetypische „AfDler“ sind eigenwillige Persönlichkeiten mit eigenem Kopf, d.h. sie ziehen „Grenzen“, sie sind keine Kollektivisten und „Idealisten“, sondern „ruchlos“, und sie bringen die realen Landesgrenzen sowie die immateriellen Grenzen von Recht und Ordnung zurück. Für den liberalen Geist ist das ein Greuel, denn für ihn ist das Grenzensetzen (in allen drei oben genannten Bedeutungen des Wortes), um es mit den Worten Reichs zu sagen, nichts als „Panzerung“.

Tatsächlich aber hat der Liberale nicht die geringste Vorstellung davon, was „Panzerung“ wirklich bedeutet, denn der Kern der Panzerung ist das, worauf der Liberalismus aufgebaut ist: Schuld (Unterwerfung des Eigenen unter das Über-Ich), Scham (Selbstausgrenzung des Eigenen) und ein tiefes Gefühl der Nicht-Verbundenheit mit dem Eigenen, der Vergangenheit, d.h. der Tradition, und mit der Tiefe, d.h. den angeborenen Instinkten. Patriarchalische Figuren wie Elsworth F. Baker und Charles Konia treiben sie in den absoluten Wahnsinn, zumal diese in gewisser Weise revolutionärere Figuren sind, als sie selbst es je sein könnten, da die „Reichianischen“ Liberalen nichts anderes sind als ohnmächtige, schuldbeladene Rebellen und geborene Verräter der Orgonomie.

Es gibt einen tieferen Sinn, warum Orgontherapie abwärts vom Kopf in Richtung Genital erfolgt, von der Fassade nach innen zum Kern und von der Gegenwart in die Vergangenheit. Ziel ist Verankerung, weg vom Kopf hin zum „Menschentier“, weg von Oberflächlichkeit hin zur Tiefe, zu Instinkt und Tradition. Also genau das, was Linke so gerne als „Biologismus“ und „Individualismus“ denunzieren.

In einer Orgontherapie lege arte werden eben nicht die „Grenzen im Süden“ geöffnet, sondern zunächst einmal das „Über-Ich im Norden“ angegangen, d.h. nicht etwa „sexualökonomisch“ das Becken entpanzert, sondern der Kopf. Es geht nicht darum, theatralisch den Kern zu mobilisieren, sondern zunächst einmal ganz nüchtern die angenommenen kollektivistischen Verhaltensstereotypen zu hinterfragen, statt sich im Sinne des zutiefst kollektivistischen Linksliberalismus „zu öffnen“. Es soll nicht durch „Aufarbeitung“ die Kindheit mit wohlfeilen, doch nur verkopften „Deutungen“ „aufgearbeitet“ werden, sondern das konkrete Verhalten und die Denkmuster im Hier und Jetzt sollen angegangen werden. Mit anderen Worten, soll Kontakt hergestellt werden.

Man könnte sagen, in der „Reichianischen“ Pseudo-Orgontherapie ist der Kopf, das Kollektiv, die Ideologie das Ziel. In der authentischen Orgontherapie, so wie sie einzig und allein vom American College of Orgonomy vertreten wird, geht es hingegen um die Herstellung von orgastischer Potenz („tugendhafter Lust“) und von Selbstregulation („Eigner seiner selbst sein“).

Dass WR in Berlin (speziell den Nazis) kaum bekannt war: [Zettel, undatiert]

6. August 2025

Dass WR in Berlin (speziell den Nazis) kaum bekannt war: [Zettel, undatiert]

Max Stirner, Soter (Teil 19)

5. August 2025

Der Konflikt zwischen Max Stirner und Reich zeigt sich nicht nach der Funktion des Orgasmus von 1927 und auch nicht nach der Funktion des Orgasmus von 1942, sondern erst mit der „Funktion des Orgasmus“ von 1951 (Die kosmische Überlagerung). Genau da wo es „kosmisch“ wird, wird das Verhältnis zwischen Stirner und Reich problematisch. Weniger weil „Gott“ oder so etwas auftritt, sondern weil hier (in Gestalt des energetischen „Orgonoms“) überindividuelle Prinzipien, Gemeinsame Funktionsprinzipien, autonome Relationen bzw. „Funktionen“ ins Spiel kommen, „scholastische Realien“.

Reich wollte die Menschen von ihrem „Charakterpanzer“, d.h. ihren erstarrten Verhaltensmustern befreien, die jede wesenseigene Willensäußerung illusorisch machen. Entsprechend hatte sich schon Stirner fast hundert Jahre zuvor gegen die Welt „fixer Ideen“ gewandt, die wir selbst aufgestellt haben, denen wir aber trotzdem als absoluten Autoritäten blind folgen. Irgendwelche Leitlinien werden willkürlich aufgestellt und gelten fürderhin als heiliges Gesetz, dem wir uns zu unterwerfen haben, auch wenn mittlerweile die Umstände ganz andere sind. So sind wir an unserem gestrigen Willen gebunden. Stirner: „Mein Wille in diesem Falle wäre erstarrt. Die leidige Stabilität! Mein Geschöpf, nämlich ein bestimmter Willensausdruck, wäre mein Gebieter geworden. Ich aber in meinem Willen, Ich, der Schöpfer, wäre in meinem Flusse und meiner Auflösung gehemmt“ (Der Einzige, S. 215). Die Nähe zum Reichschen Konzept der Panzerung ist evident.

Stirner schreibt im Rückblick über sich selbst: „Was Stirner sagt, ist ein Wort, ein Gedanke, ein Begriff; was er meint, ist kein Wort, kein Gedanke, kein Begriff. Was er sagt, ist nicht das gemeinte, und was er meint ist unsagbar“ (Parerga, S. 149). Ähnlich wie Reich mit der Beseitigung des Panzers den authentischen Menschen unter der Charaktermaske freisetzt, befreit Stirner das konkrete Individuum aus dem „Reich der absoluten Gedanken“, „d.h. Gedanken, welche einen eigenen Gedankeninhalt haben“. „Es ist, indem du der Inhalt des Einzigen bist, an einen eigenen Inhalt des Einzigen, d.h. an einen Begriffsinhalt nicht mehr zu denken“ (Parerga, S. 151).

Wie Stirner die Befreiung von den erstickenden Begriffshülsen beschreibt, gemahnt an die Orgontherapie:

Ein Ruck tut Mir die Dienste des sorglichsten Denkens, ein Recken der Glieder schüttelt die Qual der Gedanken ab, ein Aufspringen schleudert den Alp der religiösen Welt von der Brust, ein aufjauchzendes Juchhe wirft jahrelange Lasten ab. Aber die ungeheure Bedeutung des gedankenlosen Jauchzens konnte in der langen Nacht des Denkens und Glaubens nicht erkannt werden. (Der Einzige, S. 164)

Die Aufklärung hätte ein solches „Recken der Glieder“ sein müssen, stattdessen wurden die Menschen nur noch mehr in die Welt bedeutungsloser Begriffe verstrickt. Die Aufklärer waren um keinen Deut besser als die Pfaffen: auch sie pfropften die Köpfe und Herzen mit Flausen über Gewissen, Pflichten, Gesetze voll. Auch sie waren nur Verführer – um keinen Deut besser als die „Jugendverführer und Jugendverderber, die das Unkraut der Selbstverachtung und Gottesverehrung emsig aussäen, die jungen Herzen verschlämmen und die jungen Köpfe verdummen“ (Der Einzige, S. 179).

Den „Idealisten“ ging es darum, den alten jüdischen und paulinischen Glauben an unabhängige Individuen, die sich gegenüber einem wandelbaren, launischen Gott, einem „Jenseits außer Uns“, versündigen können, durch ein unwandelbares „Jenseits in Uns“ zu ersetzen. Sobald sich der Mensch, fabulierte der „Atheist“ Fichte, „rein, ganz und bis in die Wurzel vernichtet“, bleibe, sozusagen als Kondensat der Seele, Gott übrig. „Diese Selbstvernichtung bestehe in der erkennenden Einsicht in die Scheinhaftigkeit der endlichen Individualität“ (Micha Brumlik: Deutscher Geist und Judenhaß, München 2002, S. 110).

Vor Stirner war alle Kritik willkürlichen Ideen dienstbar. Es handelte sich immer nur um den Streit zwischen Ideen. Stirner hat diese Ideenwelt grundsätzlich überwunden, indem er sie von einer ganz anderen, tieferen Ebene, von außerhalb des bloßen Denkens aus kritisierte (vgl. Jacob Meyerowitz: Visualizing the Limit of Thought, The Journal of Orgonomy 28(1), Spring/Summer 1994, S. 62-83). Damit war seine Kritik nicht normativistisch, aber gleichzeitig auch in keinster Weise relativistisch oder gar nihilistisch, denn er hatte die Ideen nicht alternativlos verworfen (Bernd A. Laska: Max Stirner als pädagogischer Anarchist). Seine Alternative war der lebendige Ursprung der toten Ideen, der das Kriterium seiner Kritik darstellte.

Da der besagte „Ursprung“, das Lebendige, jenseits der Ideen steht, ist er nicht in Worte ausdrückbar und damit „Nichts“. Entsprechend beginnt und endet Stirners Hauptwerk mit den Worten: „Ich hab‘ Mein Sach‘ auf Nichts gestellt“. Doch sind umgekehrt aus der Warte dieses unsagbaren „Nichts“ seinerseits die Ideen substanzlos und nichtig, da der Willkür des Lebendigen ausgeliefert. Stirner hat an die Stelle des bisherigen substanzlosen Wortgeklingels sozusagen, um mit Reich zu sprechen, „die Ausdruckssprache des Lebendigen“ gesetzt. Für Stirners vom bloßen Denken befreite Betrachtung ist der „unsagbare Urgrund“ nicht substanzlos, keine abstrakte Idee, sondern aktiv funktionierende unmittelbare Wirklichkeit – für deren Funktionieren dann aber auch das Wort „Willkür“ keinen Sinn mehr macht, da man ebensogut von Notwendigkeit sprechen könnte. Man muß unwillkürlich an Friedrich Kraus‘ „spontan dranghaft schöpferische“ „vegetative Strömung“ bzw. „Tiefenperson“ denken (Allgemeine und spezielle Pathologie der Person. Klinische Syzyiologie. Besonderer Teil. I: Tiefenperson, Georg Thieme Verlag, Leipzig 1926, S. 3).

Stirner hat diesen lebendigen Ursprung der Ideen provisorisch als „Eigner“, „Einziger“ oder „Egoist“ bezeichnet, was leider im gewöhnlichen Sprachgebrauch die besagte substanzlose abstrakte Willkür und Beliebigkeit impliziert, im Sinne von „Tu, was Du willst!“ Willkürlich handelt aber nur der, der nicht Herrscher über die Ideen ist, sondern ganz im Gegenteil von willkürlichen Ideen beherrscht wird, die nichts mit der jeweiligen konkreten Situation zu tun haben. Der Eigner tut als Naturwesen einfach, „was er nicht lassen kann“. Er steht jenseits von Ideen wie „Pflicht“ oder „Freiheit“.

Email [Reichs Ausschluß aus der Psychoanalyse] 2010

17. Juli 2025

Email [Reichs Ausschluß aus der Psychoanalyse] 2010

Der Mißbrauch der MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS durch sogenannte „Reichianer“

12. Juli 2025

Der (verzögerte) Einzug des Todesengels mit den bösen Augen in das oberste Gericht Deutschlands ist ein passendes Beispiel: oberflächlich geht es um Sexualökonomie (Schwangerschaftsabbruch), Rationalität (der Staat als Speerspitze der Wissenschaft gegen die irrationalen Impfverweigerer) und Antifaschismus (Verbot der „Nazis“); Dinge, in denen sich die meisten „Reichianer“ suhlen wie Schweine im Dreck, doch tatsächlich geht es ihnen um die Herrschaft einer „Platonischen“ Elite von vermeintlich Aufgeklärten, d.h. um blanken Roten Faschismus. Das sieht man auch an der zweiten Kandidatin der Kommunistischen Partei Deutschlands (der sogenannten „SPD“), bei der sich alles um die „Klimarettung“, Kollektivismus und um Enteignung („Ent-Eignung“) dreht, d.h. um das Ende von Demokratie und Arbeitsdemokratie, da, wie einst in der Sowjetunion, alles von den Vorgaben der Klimadiktatur bestimmt werden soll. Im übrigen: man schaue sich diese Gestalten an und lasse nicht nur ihre mörderischen Worte, sondern vor allem ihren mörderische Ausstrahlung auf einen wirken!

Es gibt Leute, deren gesamtes „Reichianertum“ um diese linke Agenda kreist und die sich gar nicht wieder einkriegen können in ihrer Begeisterung für derartige „antifaschistische“ Helden. Sie Feiern sogar „den Geist des Tages der Bastille“ vom kommenden 14. Juli und setzen die blutige Französische Revolution, diesem mörderische Ausbruch der Emotionellen Pest, implizit mit der „inneren Revolution“ gleich, die die Orgonomie durch Therapie, vor allem aber durch Prophylaxe erreichen will. Dabei sondern diese Leute ständig „Reichianische“ Doktrin ab, von der Funktion des Orgasmus bis zur Entdeckung des Orgons, vom orgonomischen Funktionalismus bis zu ORANUR und CORE, – nur ein Element ist auffällig unterbelichtet; jenes Element, um das sich beim NACHRICHTENBRIEF wirklich alles dreht: die Rolle von Schuld und Scham.

Die gesamte von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (CDU/CSU/SPD/Grüne/Linke) und den von ihr zu 99% kontrollierten Medien und der gleichgeschalteten „Wissenschaft“ propagierte Agenda dreht sich einzig und allein darum dir Schuldgefühe aufzuoktroyieren, weil du für DEINE Tradition, DEINE Interessen, DEIN Eigentum, kurz für DICH eintrittst. Der Schuldkult ist universell: „deutsche Schuld“, Kolonialismus, Rassismus, Sexismus, Spezieismus, Klassismus, Weißismus, Leckmichamarschduverdammterblöderlinkerwichserismus etc. und wird dir 24 Stunden, Baerbocksche 560 Tage im Jahr eingebleut, bis du dich nicht mehr traust, auch nur piep zu sagen. Tust du es trotzdem, klingeln morgens um 6 Uhr die Schergen der BRD-Stasi und beschlagnahmen deine elektronischen Geräte. Hausdurchsuchungen sind das wuchtigste Schwert der Justiz und nur Kapitalverbrechen vorbehalten! Allein daran sieht man die Prioritäten dieses Regimes. Den rotfaschistischen Staat erkennt man immer daran, daß Verbrecher wie „klassennahe Elemente“ gehätschelt und „Dissidenten“ wie Schwerstkriminelle behandelt werden.

Hinzu kommt die Durchsetzung der sozialen Scham, die natürlich letztendlich immer genitale Scham ist. Es ist kein Problem für dieses Unrechtsregime, wenn Islamisten das Kalifat auf deutschem Boden ausrufen und mit ihren schwarzweißen Fahnen durch die Städte ziehen, aber jedes überalterte Grüppchen von „Reichsbürgern“ wird von ihren Rollatoren gerissen und erfährt die volle Härte der Staatswillkür. Bei entsprechenden Demos von Rechten werden schwarzweißrote Fahnen verboten, wie erst vor einer Woche in Münster geschehen. Du mußt ja schon mit Problemen rechnen, wenn du die schwarzrotgoldenen Farben des Heiligen Reiches Deutscher Nation zeigst! In England werden Massengebete von Mohammedanern, die den Verkehr ganzer Stadtteile lahmlegen, mit einem wohlwollenden Lächeln toleriert, während stille (!) Gebete von einzelnen Christen vor Abtreibungskliniken konsequent verfolgt werden und sie ins Gefängnis bringen können. Mit anderen Worten: die einen dürfen auf der Straße ungeniert ihre Notdurft verrichten, während du dich voller Scham verstecken mußt, wenn du dir mit einem Taschentuch nur die Nase putzen willst!

Das ist der Terror der rotfaschistischen Todesengel, die im 20. Jahrhundert 100 000 000 Menschen ermordet haben und deren Blutdurst noch nicht mal annähernd gestillt ist. Ihre Waffen sind seit Rousseau und der Französischen Revolution, seit Marx und der Russischen Revolution und seit Freud und der modernen „freudo-marxistischen“ Unkultur der Schuldkult und die öffentliche Beschämung und Erniedrigung. Die einzige, die EINZIGE, Antwort ist – LSR, die systematische Freilegung und langfristige Beseitigung der individuellen und gesellschaftlichen Panzerung. Liquidar Super-Ego Radicalmente! Julien Offray de La Mettrie! Max Stirner! Wilhelm Reich!

Zum Abschluß noch zwei Punkte:

Die besagten „Reichianer“ erinnern mich an die Christen, die mit Versatzstücken aus dem Neuen Testament, mit „Liebe“ und „Gericht“, nur so um sich werfen, aber vom Kern von „Leben und Lehre Jesu“, wie er von Reich in Christusmord erstmals offengelegt wurde, nicht den blassesten Schimmer haben.

Elsworth F. Baker hat gesagt, daß er als Orgontherapeut an einer entscheidenden Stelle versagt hat, wenn bei Abschluß der Therapie aus einem Liberalen kein Konservativer geworden ist. Die Panzerung (das Über-Ich) ist nicht wirklich besiegt, solange genitale Schuld und Scham, die beim liberalen Charakter wirklich alles bestimmen und wegen seiner sozialen Dominanz die Gesellschaft als ganzes zerstören, nicht restlos ausgemerzt worden sind und stattdessen LaMettries „tugendhafte Lust“ das Leben zu 100% bestimmt.

Brief [über das Ende der WILHELM REICH BLÄTTER] 4. August 1982

11. Juli 2025

Brief [über das Ende der WILHELM REICH BLÄTTER] 4. August 1982

neu auf orgonomie.net

6. Juli 2025

Ich habe die Ursprungsseite des NACHRICHTENBRIEFs, die jetzt immerhin 28 Jahre existiert, in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt. Jetzt fange ich an, sie wieder besser zu pflegen, angefangen mit der Anfangsseite. Im übrigen hier eine wirklich EXAKTE Beschreibung, wie ich beim Umbau der Netzseite den html-Code absolut funktional-orgonisch handhabe:

Zu diesem fettreduzierten Blogeintrag Kunst am Bau: Bild 18.