Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 25)

16. Februar 2021

Wer bin ich? Die Frage stellen vor allem Schizophrene, die wegen ihres diffusen Energiefeldes keine eigene Identität haben. Die Frage nach der Identität ist schlichtweg eine Frage nach der Grenze. Wo höre ich auf und wo fangen die anderen bzw. wo fängt meine Umwelt an? Auf diese Weise habe ich eine Identität und kann für meine Interessen einstehen. Das gilt für Individuen, unterschiedlichste Vereinigungen und geschäftliche Unternehmungen (man denke nur an das Stichwort „corporate identity“) und natürlich für Nationen. Wobei Nationen eine Sonderrolle einnehmen, denn die sind definiert als die größtmögliche Gruppe, zu der ich als Individuum noch eine emotionale Beziehung aufbauen kann. Es sind Menschen, mit denen nicht nur ich, sondern auch meine Vor- und Nachfahren schicksalhaft verbunden sind und mit denen ich den gleiche Sprach- und Kulturraum teile.

Das Gegenteil des „endgrenzten“ Schizophrenen ist der Neurotiker, der in jeder Hinsicht „begrenzt“ ist. Er ist es, den Reich in seiner Rede an den kleinen Mann anspricht. Früher, im autoritären Zeitalter, war er der typische Nationalist und Rassist, dessen ganzes Leben darum kreiste, sich von den Fremden und denen „da unten“ abzugrenzen. Über Jahrhunderte war er der Fluch der Menschheit, weshalb man auch Verständnis für den Haß auf Donald Trump und dessen nationalistische Botschaft haben muß. Ebenso ist verständlich, daß Reich zu seiner Zeit alles daran setzte, gegen diese Beschränktheit anzuschreiben, wobei seine Argumentation stets um den Verweis auf das gemeinsame Funktionsprinzip kreiste. Angesichts der „Amöbe im Menschen“ bzw. des „Wurms im Menschen“ war der Verweis auf landsmännische oder gar „rassische“ Unterschiede geradezu irrwitzig.

Das änderte sich alles drastisch mit dem Aufkommen der antiautoritären Gesellschaft kurze Zeit nach Reichs Tod, die vor allem durch zweierlei gekennzeichnet ist: 1) beim Individuum die Verlagerung von der muskulären („neurotischen“) Panzerung zu einer okularen („schizophrenen“) Panzerung; und 2) die komplette „Entgrenzung“ auf allen nur denkbaren Ebenen von der „Globalisierung“ bis hin zum Gendermainstreaming. Menschen, die ohnehin „gaga“ sind, wird so alle Möglichkeit der Identifikation genommen. Sie wissen ja nicht mal mehr, ob sie Männlein oder Weiblein sind!

David Holbrook, M.D.: BEOBACHTUNG, FAKTEN UND BEWEISE VERSUS PARAPHRASIERUNG, VERMUTUNGEN, SCHLUßFOLGERUNGEN UND MEINUNGEN / DAS AMTSENTHEBUNGSVERFAHREN UND DIE DAMIT VERBUNDENE FRAGE DER VERTEIDIGUNG DES KLASSISCHEN LIBERALISMUS

15. Februar 2021

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Beobachtung, Fakten und Beweise versus Paraphrasierung, Vermutungen, Schlußfolgerungen und Meinungen

 

Das Amtsenthebungsverfahren und die damit verbundene Frage der Verteidigung des klassischen Liberalismus

 

nachrichtenbrief192

14. Februar 2021

Hier das Video zum Vortrag:

Zur Inzucht:

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 24)

13. Februar 2021

Es wäre fatal, dem Sozialismus mechanisch alle Emotionelle Pest zuzuordnen, schließlich ist die Orgonomie weder links noch rechts! Das freie Spiel der Kräfte beruht nämlich auf Voraussetzungen, die der Kapitalismus nicht nur nicht erschaffen hat, sondern durch sein Wirken zu zerstören droht. Es gibt schlicht keine „reine Natur“, in der sich Arbeitsdemokratie und Genitalität entfalten könnten. Damit Menschen „frei“ interagieren können, bedürfen sie einer gemeinsamen Grundlage und die ist im weitesten Sinne die Kultur. Für die Arbeit braucht man eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Regeln und eine gemeinsame Grundhaltung. Das ist etwas, was nicht künstlich geschaffen werden kann, sondern gewachsen sein muß. Das gleiche gilt für die Entfaltung der Genitalität, die nur in einer „erotischen Kultur“ möglich ist. In einer Gesellschaft wie der heutigen, in der es in dieser Beziehung keine Regeln mehr gibt, schläft die sexuelle Aktivität schließlich ein oder beschränkt sich zumindest quasi inzestuös auf enge Cliquen.

Der freie Markt zerstört diese kulturellen Grundlagen und kann aus sich heraus auch keine neuen Schaffen. Man braucht sich nur unsere immer einförmigeren und identitätsloseren Städte anschauen oder die geistige (emotionale) Verwahrlosung unserer Jugend aufgrund einer hirnzersetzenden Pop-„Kultur“. Ich muß dabei immer an den von mir hochverehrten Pier Paolo Pasolini denken, dessen „Sozialismus“ sich vor allem darum drehte, das Lokale, Originäre, Gewachsene, Unverwechselbare, Identitäre gegen die alles zerstörende Unkultur des Kapitalismus zu verteidigen. Man denke nur, ganz banal, an die Auswirkungen von „McDonalds“ auf die unendlich vielen lokalen Eßkulturen oder den Verlust an Volksmusik, weil aus jedem Radio die gleiche globale SCHEISSE in die Ohren quillt. Ich bin der letzte, der die „DDR“ verteidigt, aber nach dem Fall der Mauer war da immerhin noch DEUTSCHLAND als solches erkennbar! Ich verehre Uwe Steimle.

Im nächsten Teil mehr zum Thema Identität.

Zum Gedenken an Elsworth F. Baker (Teil 2)

12. Februar 2021

von Paul Mathews, M.A.

 
Interessanterweise war seine Autorität in der Orgonomie im Gegensatz zu gewissen Missverständnissen und Fehlinterpretationen eine arbeitsdemokratische, d.h. er verdiente sie durch seine größere Erfahrung, sein Wissen und durch Reichs Unterstützung für ihn, sowie durch seine Fähigkeit, funktionell zu denken. Diese Eigenschaften waren die Katalysatoren für den Respekt und die Achtung, die ihm von seinen Kollegen entgegengebracht wurden. Wie Reich übertrug er die Verantwortung an diejenigen, die dafür am besten geeignet waren und er konnte sich Urteilen fügen, die seinen eigenen widersprachen, wenn die Argumentation und das Wissen überzeugend waren. Er fühlte sich jedoch immer in der größten Verantwortung gegenüber Reichs Wunsch, die Entwicklung und Zukunft der Orgonomie zu überwachen – eine Bürde, die er schwer, jedoch hervorragend, trug. Er war natürlich kein Heiliger und konnte in Bezug auf etwas, das er persönlich bevorzugte, hartnäckig sein, aber er hörte sich Argumente sehr ernsthaft an, auch wenn er ihnen nicht nachgab. Mit zunehmender Erfahrung änderte er jedoch häufig seine Meinung. Für diejenigen, die ihn nicht gut kannten oder dachten, sie würden ihn kennen, konnte er abweisend und autoritär erscheinen, aber das lag daran, dass sie für einen relativ kurzen Zeitraum einen sehr selektiven Teil von ihm sahen. Es sind die fortwährenden Beziehungen im beruflichen und persönlichen Bereich, die das Wesen eines jeden Menschen genauer erweisen. Menschen projizieren häufig ihre eigenen Charakterprobleme auf diejenigen, die sie aus dem einen oder anderen Grund als bedrohlich empfinden.

Dr. Baker ermutigte immer das, was latent vorhanden und am besten den eigenen Fähigkeiten entsprach. Als er bemerkte, dass ich einige Einblicke in die soziale Szene und deren Charakterologie hatte, bat er mich, sie aufzuschreiben, was ich auch tat. Dies führte zu einer Reihe von laufenden sozialen Seminaren für Therapeuten in Ausbildung, an denen er teilnahm. Dieses Papier und diese Seminare führten zu unserer Zusammenarbeit am Kapitel über den soziopolitischen Charakter seines Buches Man in the Trapa. Obwohl er die größte Patientenzahl aller praktizierenden Therapeuten hatte, arbeitete er über die Jahre hinweg eifrig an seinen Schriften und fand Zeit, die verschiedenen Organisationen, die nach Reichs Tod 1957 entstanden, zu organisieren und weiterzuentwickeln.

In seinen letzten Tagen im Krankenhaus erfuhr er, dass ich von einem Möchtegern-Straßenräuber überfallen worden war, den ich erfolgreich abgewehrt hatte, jedoch nicht ohne schmerzhafte und unangenehme Verletzungen. Ich war auf dem Weg ins Krankenhaus zu einem Besuch und musste für ein paar Tage absagen. Als ich ihn endlich besuchen konnte, schien er zu schlafen, als ich sein Zimmer betrat. Es war niemand da, also setzte ich mich einfach ruhig auf das Sofa vor seinem Bett. Er rührte sich, öffnete die Augen, sah mich schief an und sagte: „Hallo, Paul – du hast dich also geprügelt.“ Ich saß neben ihm am Bett und lächelte mit einem teilweise zahnlosen Lächeln, wies auf die leere Stelle des ausgeschlagenen Zahnes durch die Klopperei hin und erklärte, wie ich den Angreifer neutralisiert hatte. Obwohl er unter seiner quälenden Krankheit litt, sah er mich mit einem Augenzwinkern an und lächelte warm, wie ein Vater, der stolz auf seinen Sohn ist. Es war ein denkwürdiger Augenblick. Danach sah ich ihn nur noch einmal und ich konnte sehen, dass unsere letzten Blicke ein Abschied waren.

Dr. Baker liebte die Stücke von Shakespeare, die er häufig zitierte. Besonders Hamlet gefiel ihm, und so möchte ich, auch auf die Gefahr hin, sentimental zu wirken, meine wenigen Erinnerungen mit diesem Zitat schließen: „Da bricht ein edles Herz. – Gute Nacht, mein Fürst! Und Engelscharen singen dich zur Ruh!“b

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Deutsch: Der Mensch in der Falle, Kösel-Verlag, 1980.

b Übersetzung August Wilhelm von Schlegel (1767–1845).

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 20 (1986), Elsworth F. Baker Commemorative Issue, S. 113-116.
Übersetzt von Robert Hase

David Holbrook, M.D.: DIE KOMMENDE GEGENREAKTION AUF DEN ZENSURKULT / DIE HALTUNG DER VERACHTUNG

11. Februar 2021

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Die kommende Gegenreaktion auf den Zensurkult

 

Die Haltung der Verachtung

 

Zum Gedenken an Elsworth F. Baker (Teil 1)

10. Februar 2021

von Paul Mathews, M.A.

 
Ich begegnete Dr. Elsworth F. Baker zum ersten Mal vor etwa 35 Jahren, als er für die diagnostische Klinik des Orgone Institute in Forest Hills, N.Y., zuständig war, das auch das Wohnhaus von Wilhelm Reich war. Ich erinnere mich an meine erste Begegnung mit ihm. Ich hatte den Empfangsraum betreten, wo mich der Anblick von Reich in einem weißen Arztkittel sofort beeindruckte, als dieser an mir vorbeiging. Eine Empfangsdame führte mich in Dr. Bakers Büro, wo ich fast ebenso beeindruckt von der Erscheinung eines Mannes war, der mit den direktesten und ernsthaftesten Augen, die ich je gesehen hatte, an einem Schreibtisch saß. Man hatte sofort das Gefühl, dass man nichts verstecken konnte, und es wäre sinnlos, es zu versuchen. Nach ein paar einfachen, aber eindringlichen Fragen wurde ich mit einer unmissverständlichen Stimme aufgefordert, mich auf eine Liege der Klinik zu legen und ich fühlte, wie seine bohrenden Finger meine Panzerung mit einer unbestreitbaren Kraft und Autorität aufspürten. Wie es seine Aufgabe war, überwies er mich an einen Orgontherapeuten, und zwei Jahre später wechselte ich zu Dr. Baker und begann meinen ständigen Kontakt mit ihm als Patient und Mitarbeiter.

Dr. Baker war ein Therapeut der Superlative. Er war ein scharfsinniger Charakteranalytiker mit einer Beherrschung der Charaktertypen, die ihn zum ultimativen Diagnostiker machte. Er verstand die Bedeutung der negativen Übertragung gut und war nicht leicht zu schmeicheln oder zu täuschen. Er schien instinktiv zu wissen, wie weit man gehen konnte oder sollte, ermunterte die Eigenarbeit in der Sitzung bis zum Limit und arbeitete physisch nur dort, wo es absolut notwendig war – aber mit absoluter Überzeugung und Wirkung. Es war nicht schwer zu verstehen, warum Reich von ihm so beeindruckt war.

Ich habe mich immer auf meine Gespräche mit ihm so sehr gefreut wie auf die Therapie an sich und ihn im Laufe der Jahre, als Student und Kollege, für sein volles kontaktfreudiges Einfühlungsvermögen und seine Beteiligung an meinen persönlichen und charakterlichen Problemen lieben gelernt. Ich erinnere mich mit großem Gefühl und Nostalgie an viele Begebenheiten und Situationen von Wärme und Humor in therapeutischen, beruflichen und persönlichen Situationen: seine gelegentlichen und unerwarteten ironischen Briefe über jemanden oder etwas, das uns beschäftigt hatte, seine einfache Weisheit, die ein Miasma komplizierter Gedanken und Probleme sauber durchbrach, seine Bescheidenheit und Schüchternheit und sogar seine kindliche Freude und Stolz auf etwas, das ihm gegeben wurde oder das er erworben hatte – wie ein Gemälde eines Löwen, das meine Freundin und ich ihm auf einer seiner Geburtstagsfeiern geschenkt hatten. Ich erinnere mich an eine Terrassenparty bei ihm zu Hause für Ola Raknes, der zu Besuch war, wie er mich zur Seite rief und sagte: „Lass mich dir meine neue Bibliothek zeigen.“ Er führte mich, fast geheimnistuend, durch das Haus zu dem speziellen Bibliothekstrakt, den er zwischen dem Haus und dem Büro errichtet hatte und zeigte mir stolz die bescheidene, aber schöne Bibliothek, in der er alle Bücher in einem Raum zusammenstellen konnte, die er liebte und benötigte. Sein Gesicht hatte einen sehr heiteren und glücklichen Ausdruck.

Dr. Baker hatte einen scharfen und ironischen Sinn für Humor und es gab Zeiten, in denen er urkomisch war oder auf Humor mit großem Gelächter reagierte. Er war nicht abgeneigt, gelegentlich Clownerie zu betreiben, wie zu der Zeit, als er und ich bei einer gesellschaftlichen Veranstaltung wie zwei Napoleons, mit den Händen in den Jackenfronten, posierten. Er hatte diese innere Stärke eines Menschen, die auf den Prinzipien der Familien von Pionieren des Alten Westens beruhte und war sogar auf den kleinen Teil von ihm stolz, der Indianer war. Sicher, es gab Stoizismus und Depressionen in seinem Charakter, aber es fehlte ihm nie an Wärme und Menschlichkeit. Seine Schüchternheit und Bescheidenheit konnte als Distanziertheit missverstanden werden, aber er war nicht distanziert, außer wenn er keine Dummheiten oder Torheiten ertragen konnte. Er war aus gutem Grund vorsichtig und doch konnte er auch übermäßig vertrauensvoll sein. Er sagte manchmal, dass er „Paranoiker“ um sich herum brauche, um seine Vertrauensseligkeit auszugleichen.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 20 (1986), Elsworth F. Baker Commemorative Issue, S. 113-116.
Übersetzt von Robert Hase

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Wilhelm Reich im Kampf gegen Fliegende Untertassen (ANHANG: Der außerirdische Reich)

9. Februar 2021

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Wilhelm Reich im Kampf gegen Fliegende Untertassen (ANHANG: Der außerirdische Reich)

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Wilhelm Reich im Kampf gegen Fliegende Untertassen

8. Februar 2021

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Wilhelm Reich im Kampf gegen Fliegende Untertassen

nachrichtenbrief191

7. Februar 2021

Zum Bleistift:

Oder hier ein Migrationswissenschaftler. Wissenschaft von min 20:50 bis min 22:50. DAS IST KEINE SATIERE! Bitte genau hinhören! Das ist heute WISSENSCHAFT!!! – Peter, nun beruhige dich doch!!!

Leute, wir können die heutige Wissenschaft echt abhaken! Hier, ein beliebiges Beispiel, wird eine Historikerin gefragt, ob Hannibal schwarz war. Was dabei rauskommt, ist von Comedy ununterscheidbar und hat nichts, aber auch rein gar nichts mit irgendeiner Form von Wissenschaft zu tun: