Posts Tagged ‘Nietzsche’

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.k.

14. Mai 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

h. Dreifaltigkeit

i. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

j. Die Schöpfungsfunktion

k. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.i.

4. Mai 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

h. Dreifaltigkeit

i. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.a.

7. April 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Beiträge zu Reichs Orgonomie

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

Die Maschinenzivilisation

22. März 2016

Hans Hass hat gezeigt, daß über die ganze Evolution hinweg das Lebendige nicht nur durch seine „Organe“, wie sie üblicherweise in der Biologie definiert werden (Herz, Lunge, Nieren, etc.), überlebt hat, sondern auch durch „zusätzliche Organe“, wie etwa die Schneckenhäuser, Konservendosen, etc. die Einsiedlerkrebse mit sich herumtragen. Für Hass liegt die Bedeutung vitalisierter Materie weder in der Energie, die sie aufrechterhält, noch in ihrem Material, sondern ausschließlich in der Funktionserfüllung.

Stellt man, nach Hass, die Aufgabenerfüllung in den Vordergrund, dann sind nicht nur das aus Zellen bestehende Herz, die Lunge, die Nieren, etc. Organe des Körpers, sondern, so Hass, „funktionell betrachtet“ auch „künstliche“ Organe vom Zahnersatz bis zur Mondrakete. Demgegenüber ist es für die Orgonomie, im engeren Sinne, natürlich nicht Neben-, sondern Hauptsache, welche Energie in den Funktionsträgern operiert: „das spontan Bewegte ist das Lebendige“ und nur die Orgonenergie bewegt sich spontan (Äther, Gott und Teufel, S. 123).

Damit ist die Ebene definiert, auf der sich das Schicksal der Menschheit in Zukunft abspielen wird: einerseits sind wir schon von Natur aus (d.h. seit ungefähr 500 000 000 Jahren!) weit enger mit toter Materie („zusätzliche Organe“, „künstliche Organe“) verzahnt, als uns die mechanistische Biologie lehrt, andererseits sind uns diese zusätzlichen Organe weit fremder, – als uns die mechanistische Biologie lehrt. Unser Verhängnis ist, daß unser Geist (unsere „Psychologie“) aus der Evolution so hervorgegangen ist, daß er sich mit dem Toten auf eine Weise identifiziert, die eines Tages das Ende der Menschheit bedeuten könnte. Ich verweise auf meinen ersten Blogeintrag zum Thema.

Eine Studie von Neurologen des Stockholmer Karolinska Institutes (Arvid Guterstam et al.) hat jetzt gezeigt, in welchem so vorher nicht erkannten Ausmaß unser Gehirn „künstliche Körperteile“, beispielsweise „Gummiarme“, als eigen, integral zum eigenen Organismus gehöhrend, interpretiert.

Erreichen läßt sich dieser Effekt mit einer überraschend simplen Methode: Die Testperson sitzt an einem Tisch und sieht eine realistisch aussehende Armprothese direkt neben dem eigenen rechten Arm. Wenn die Wissenschaftler nun synchron sowohl den künstlichen Arm als auch den realen berühren, entsteht durch diesen Anblick bei den Probanden die skurrile Fehleinschätzung.

Wie stark der Kunst-Arm in das Körperbild integriert wird, zeigte ein weiteres Experiment. Darin bedrohten Guterstam und seine Kollegen den künstlichen Arm mit einem Messer und zeichneten die Reaktionen der Probanden mittels Messungen des Hautwiderstandes auf. Wenn die Probanden den Arm als Körperteil empfanden, zeigten sich in diesem Moment die gleichen Streßsymptome wie bei einer Bedrohung des realen Arms. Ersetzten die Wissenschaftler die Armprothese dagegen durch einen künstlichen Fuß, verschwand mit der Illusion auch der Streßreiz durch das Messer.

Für Hass besteht das Grundprinzip der menschlichen Machtentfaltung im zweiten Teil der Evolution darin, „daß die Funktionserfüllungen sich vom Körper lösten, während die Steuerung – zumindest teilweise – beim Gehirn verbleibt“. Nun besteht die Gefahr, daß sich auch die Steuerung vom Menschen löst – nicht er steuert, sondern er wird gesteuert. Es könnte passieren, daß unsere eigenen Produkte, die Maschinen, anfangen uns zu beherrschen. Der Film Terminator (1985) mit Arnold Schwarzenegger zeigt sehr schön, wie die Maschinen schließlich die Steuerungsfunktion übernehmen und sogar ihre eigenen Schöpfer für sich arbeiten lassen oder sie als Störfaktoren vernichten wollen.

Letztlich ist es der Konflikt zwischen ORgon und DOR. Der Kampf zwischen Leben das pulsiert (der Viertakt der Orgasmusformel) und dem sekundären „Leben“, das nicht pulsiert, ansonsten aber alle Attribute des Lebens besitzen kann.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf meinen Eintrag über die Die DOR-Menschen verweisen, wo ich unsere außerirdischen Besucher als letzte Ausformung des mechanistischen Charakters darstelle. Seit 1947 sind verschiedene zerschellte außerirdische Raumschiffe in die Hände der Vereinigten Staaten gefallen. (UFOs, die die Orgonenergie-Hülle der Erde, also das „Koordinationsfeld“ Gaias zerstören!) Es ist sehr wohl möglich, daß z.B. die Entwicklung der Mikrochips auf die Arbeit von Majestic 12 (und neuerdings PE 40) zurückgeht. Dabei handelt es sich um die Gruppe von Wissenschaftlern und Geheimdienstlern, die die UFOs untersucht haben. U.a. entdeckten sie in den Wracks chipartige elektronische Komponenten, deren Auswertung neue Entwicklungsmöglichkeiten in der Mikroelektronik eröffnet haben. Es ist eh zu fragen, ob nicht unsere gesamte mechanistische Maschinenzivilisation auf die DOR-Menschen zurückgeht, die unsere Erde vielleicht schon seit Jahrtausenden heimsuchen. (Man denke nur mal daran, daß die Chinesen ihren Tarnkappenbomber wahrscheinlich aus den Trümmerteilen von abgestürzten amerikanischen Kampfjets rekonstruiert haben.)

Hans Hass schreibt in einem vollkommen anderen Zusammenhang:

Käme ein Angriff aus dem Weltraum, dann wären alle Zwiste vergessen. Russen, Amerikaner, Chinesen, Deutsche, Araber, Israelis – alle würden in einer gemeinsamen Abwehrfront verschmelzen. Wohlan, einen solchen Feind gibt es – weit realer als sämtliche imaginären Untertassen aus dem All. Dieser Feind kennt keine Rücksicht, er ist bar jeder Emotion. Nur indem wir uns selbst erkennen, können wir ihm begegnen. Wir – die Völker der Welt. (Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

Hier spielt Hass auf der außer Kontrolle geratenen „Lebensstrom“ an, auf die technische Entwicklung, die uns zu überrollen droht. Funktionell jedoch sind beide Feinde – die „imaginären“ Untertassen aus dem Weltraum und die Fehlentwicklung des zweiten Teils der Evolution – identisch: Natur, die insektenartig verformt ist.

Um der Bedrohung durch den „Lebensstrom“ zu entgehen, gibt Hass folgendes Ziel vor:

Abstimmung unserer körperlichen und unserer künstlich geschaffenen Organe aufeinander. Abstimmung all dieser Organe auf den Patienten Erde.

Dagegen wäre im Prinzip nichts einzuwenden, bestünde nicht Reich zufolge die Gefahr, daß „die Abstimmung unserer körperlichen auf unsere künstlichen Organe“ zu unserer maschinellen Entartung führt. In Massenpsychologie des Faschismus schreibt Reich, „der Mensch hätte (…) ohne weiteres auf der einen Seite Maschinen mechanistisch konstruieren und auf der anderen Seite gleichzeitig das Lebendigkeit nicht-maschinell, eben lebendig erfassen können.“ Doch brachte

die maschinelle Zivilisation (…) dem Menschen nicht nur eine Verbesserung seines tierischen Daseins, sondern sie hatte darüber hinaus die subjektiv weit wichtigere aber irrationale Funktion, das Nicht-Tiersein, das grundsätzliche Anders-als-das-Tier-sein, immer wieder zu betonen.

In energontheoretischen Begriffen hat hier eine Funktionserweiterung bzw. ein Funktionswechsel stattgefunden: jene Strukturen, die ursprünglich die Pulsation des Menschentiers schützen und unterstützen sollten, dienten später der Unterdrückung eben dieser Pulsation. (Das wirft auch ein interessantes Licht auf das Problem der Entstehung der Panzerung.)

Des weiteren sagt Reich zum Verhältnis des Menschen zu seinen künstlichen Organen (den Maschinen, die eine „mächtige Erweiterung seiner biologischen Organisation sind“, wie Reich es ausdrückt): „Die Maschine wurde, ist und wird sein gefährlichster Zerstörer bleiben, wenn es sich nicht von ihr differenziert.“ Diese Aussage Reichs wird noch eine alles entscheidende Bedeutung gewinnen, wenn in Zukunft der Menschen mit „künstlicher Intelligenz“ und „künstlichen Menschen“ zusammenleben wird. Es besteht die Gefahr, daß diese Entwicklung, auch im Rahmen der Erfindung neuer Prothesen, den Menschen nur noch mehr zur Maschine macht, besonders wenn „funktionelle Denker“ wieder nur das Gemeinsame sehen wollen.

Vielleicht kann uns hier nur eine strenge Sklavenhaltergesellschaft im Nietzscheschen Sinne retten, in der eine brutale Rangordnung zwischen oben, den Menschen, und unten, den künstlichen Entitäten, gewahrt bleibt. Unser Hang zur Identifizierung muß bekämpft werden. Spätestens hier wird uns der liberale Charakter in den Untergang treiben!

So mancher Leser wird mich nun wohl faschistischer Gesinnung bezichtigen und dabei verkennen, daß es mir gerade um die Bekämpfung des Faschismus zu tun ist, der den Menschen in eine Maschine verwandeln will. So sind ja auch die italienischen „Futuristen“, die Anbeter der Maschine am Anfang dieses Jahrhunderts, später fast durchweg Mussolini gefolgt! (Es wird auch oft verkannt, daß der Nationalsozialismus einen erheblichen Modernisierungsschub nach sich gezogen hat.)

Für Hass besteht der beste Weg in die Zukunft darin, „daß der Mensch die Kontrolle über seine künstlichen Organe zurückgewinnt. Daß ihm klar wird, daß diese Gebilde ihm dienen sollen.“ Dies weitet Hass auch auf das künstliche Organ „Begriff“, d.h. auf die Meme aus. Denn

auch hier besteht die Gefahr, daß aus Dienern Herren werden, indem sich die [begrifflichen] Schubladen nicht mehr wirklich unseren Zwecken unterwerfen, sondern höchst selbstsüchtig unsere Gedanken in ihre Schablonen pressen.

Genau wie Reich beklagt Hass, daß sich manche eingebürgerten Begriffe als Fesseln erweisen, die sich der menschliche Geist selber anlege. Hier haben wir also quasi das mentale Pendant der somatischen Panzerung vor uns. (Orgontherapeuten müssen ständig gegen die „Selbstdiagnosen“ ihrer Patienten ankämpfen: „Das ist nur ein Wort!“)

Anti-Summerhill

21. März 2016

Anlaß dieses Blogeintrags ist meine zufällige Entdeckung eines Interviews zum Thema auf brightsblog Das ist unendlich besser, als alles, was ich verzapfen könnte. Bitte auch den unten verlinkten Vortrag anschauen! Anyway:

Als 1934 die Gefahr bestand, daß seine Waldorfschule geschlossen wurde, schrieb der anthroposophische Lehrer René Maikowski, ein ehemaliger Mitarbeiter Steiners, einen Brief an Hitler und pries die wahrhaft deutsche Willens- und Charaktererziehung an Waldorfschulen. Steiner sei immer für den gleichen Geist wie die Nazis eingetreten. Maikowski führt die „Opferfreudigkeit“ seines Bruders, des „Blutordensträgers“ Hans Maikowski, eines SA-Führers, der bei der Machtübernahme von Kommunisten erschossen worden war, auf dessen Waldorferziehung zurück. 1935 schrieb Maikowski an Rudolf Heß im Namen des „Bundes der Waldorfschulen“ über die Haltung der Waldorferziehung zum Judentum: da Waldorfschulen jeden einseitigen Intellektualismus ablehnten und wegen ihrer christlichen Grundhaltung gäbe es sowieso nur sehr wenige jüdische Schüler und die meisten würden ohnehin die Waldorfschulen nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Obwohl sie die ideologische Exklusivität der Nazis gefährdete, wurde die autoritäre, anti-intellektuelle und anti-materialistische (und deshalb anti-Marxistische) Ausrichtung der Waldorferziehung anerkannt. Viele ihrer Elemente wurden 1936 Teil der damals eingerichteten offiziellen Adolf-Hitler-Schulen und Napola-Schulen. Tatsächlich ähnelten die Erziehungskonzepte der Nazi-Pädagogin Magdalene von Tiling ziemlich denen Steiners. Der Nazi-Pädagoge Alfred Baeumler fand für die Waldorferziehung lobende Worte. (Dieses Mitglied der SS und Nazi-Interpret Nietzsches pries Steiners Buch Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit als das beste Buch über Nietzsche, das er jemals gelesen habe.)

Die ungebrochene Tradition wird in folgenden Büchern dargelegt, deren wesentlichen Inhalt ich im Anschluß kurz referieren werde. Ob sich seit dieser Zeit Entscheidendes geändert hat, vermag ich nicht zu sagen.

  • Beckmannshagen, F.: Rudolf Steiner und die Waldorfschulen, Wuppertal 1984
  • Kayser, M./Wagemann, P.A.: Wie frei ist die Waldorfschule?, Berlin 1991
  • Prange, K.: Erziehung zur Anthroposophie, Bad Heilbrunn 1985
  • Rudolph, Ch.: Waldorf-Erziehung, Darmstadt 1987
  • Ulrich, H.: Waldorfpädagogik und okkulte Weltanschauung, Weinheim 1986

Die Autoren führen aus, man könne zwar als positiv konstatieren, daß es in der Waldorfschule keinen Leistungsstreß durch eine rigide Benotung gäbe, dafür gäbe es aber statt dieser einigermaßen objektiven und nachvollziehbaren Noten, persönliche, moralisierende Anmerkungen, die als Zeugnisse dienen. Da werde dann nicht eine Teilfunktion bewertet, sondern gleich die ganze Persönlichkeit. Die Kinder, die nicht ins anthroposophische Entwicklungsschema paßten, z.B. sexuell aktiv seien oder ein gestörtes Verhältnis zu Führerfiguren hätten, würden moralisch runtergemacht. Als Schüler weiß ich, daß mit einer 5 oder 6 nicht ich selbst gemeint bin, sondern einfach nur ein Teilaspekt meines Tuns, während in der Waldorfpädagogik genau mein intimer Wesenskern bewertet und angegangen werde. Das sei totalitär.

Waldorflehrer lebten in einem geschlossenen ideologischen System, in das sie ihre Schüler preßten. Es gäbe die rigiden Schemata der vier „Äther-Körper“, Zyklen von sieben Jahren und die traditionellen Aristotelischen vier Temperamente. Steiner stahl die mehr spezifischen Elemente des letzteren Konzepts, das entscheidende Zentrum der Waldorferziehung, aus den, Ende des 19. Jahrhunderts, populären Erziehungsbüchern von Bernhard Hellwig, zusammen mit all ihren herabsetzenden volkstümlichen Vorstellungen von z.B. dem „phlegmatischen“ Temperament. Auch gäbe es das vom Waldorflehrer zu unterstützende „karmische Gesetz“, das jede Möglichkeit einer persönlichen Entwicklung hintertreibe. Aufgrund von Steiners Version des karmischen Gesetzes erhält jedes körperliche Merkmal moralische Bedeutung, da der Geist diesen besonderen Körper aufgrund der vorherigen karmischen Tätigkeiten zugeteilt bekam – eine Art von Mikro-Rassismus. Eine kleine Schülerin erzählte ihrer Waldorflehrerin, daß ihr Vater sie sexuell mißbrauche, die Lehrerin antwortete: „Du hast dir deine Eltern selber ausgesucht“ – was bedeutet, du bist verantwortlich, aufgrund des karmischen Gesetzes, so trage dein Kreuz.

Waldorflehrer seien Opfer der persönlichen Neurose Steiners, wie sie sich in der Anthroposophie Struktur widerfindet. Sie unterdrücken ihre Gefühle, da Steiner von seinen eigenen Gefühlen entfremdet war. Waldorflehrer, insbesondere die Frauen, sähen stets sehr unattraktiv aus, ohne Make-up, grau, ausgemergelt, „vergeistigt“. In ihrem Ausdruck und Verhalten wirkten die männlichen Lehrer wie Klone von Steiner: asketisch, moralistisch, ohne Humor, trocken, mumifiziert, tot unterhalb des Kopfes. Das Alltagsleben unter Waldorflehrern sei im allgemeinen erfüllt von Intrigen und Gehässigkeiten. Als Priester der Anthroposophie ist der Waldorflehrer eine absolute Autorität mit einem nicht reproduzierbaren absoluten okkulten Hintergrund – das perfekte moralische allwissende Über-Ich. Der Schüler solle dieser Imitation Steiners folgen und selber zu einem kleinen Steiner bzw. zu einer kleinen Marie von Sivers werden. (Ewald Althans, der schwule Neonazi aus dem Film Beruf Neonazi, ist Produkt eines Waldorfkindergartens.)

Waldorflehrer setzten ihre unterdrückte Sinnlichkeit in asexuelle „Übersinnlichkeit“ um. Je mehr die Sexualität unterdrückt werde, desto mehr seien sie an der Kindererziehung interessiert als Ventil für ihre fehlgeleitete, sadistisch gewordene Sexualität. Sie werde von Zeit zu Zeit in wilden hysterischen Ausbrüchen körperlicher Bestrafung ausgelebt und sogar in buchstäblichen Exorzismen von „bösen Geistern“! In seinem Tagebuch notierte sich Franz Kafka als besonderes Merkmal der Anthroposophen ihre starren, stechend moralistischen Augen. Waldorflehrer schauten stets tief in deine Augen, um ein schlechtes Gewissen hervorzurufen. Dieses typische hypnotische Starren ist eine unbewußte sexuelle Annäherung. Ganz allgemein arbeiteten sie nicht erzieherisch, sondern mit Moralurteilen, d.h. maskiertem Sadismus, der eine perverse sexuelle Äußerung ist. Alles werde aus moralistischer Sicht betrachtet. Sogar die künstlerischen Äußerungen des Kindes werden in Moral erstickt: keine Farbkontraste und keine scharfen Kanten sind erlaubt und allem wird eine ethische Bedeutung zugeordnet.

So kämpfe die Waldorfschule gegen alles, was unterhalb des Kopfes liegt. Der Blickwinkel von Waldorf sei patriarchalisch, moralistisch, antisexuell und konservativ. Die Märchenwelt des 19. Jahrhunderts werde den Kindern nahegebracht, mit all der Schuld und Angst. Ein kleines Mädchen, das keine Märchen mochte, wurde von Steiner als „Naturdämon“ bezeichnet, dem jedes Menschentum abgehe. Seit den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wären menschliche Gestalten geboren worden, die überhaupt keine Inkarnationen von Menschen sind, „sondern wo die Menschenform ausgefüllt wird von einer Art Naturdämon.“

Der Hauptfeind der Waldorferziehung sei das masturbatorische Interesse des Kindes für den eigenen Körper. Es gelte als Hindernis für die gesunde Entwicklung des Kindes. Steiner zufolge, sind kleine Kinder nicht egoistisch, nicht aggressiv, nicht neugierig, nicht erotisch, nicht sexuell – wenn sie es sind, stehen ahrimanische Kräfte dahinter. Vor dem Alter von 20 oder 21 Jahren werde die Sexualität als etwas Pathologisches und Perverses betrachtet, so daß Kinder aus Waldorfschulen geworfen würden, wenn ihre Sexualität zu offensichtlich werde. Jugendliche sollten durch das Spirituelle von der Pubertät abgelenkt werden. Kinder würden geschlagen. Es gäbe einen Fall, wo eine Erzieherin im Waldorfkindergarten einen kleinen Jungen eine heftige Ohrfeige verpaßt habe, als er sich einem kleinen Mädchen nackt zeigte. Der Mund eines kleinen Jungen wäre mit Seife ausgewaschen worden, nachdem er schmutzige Wörter benutzt hatte.

In Waldorfsonderschulen würden unruhige Kinder an ihre Sitze festgebunden. Andere Methoden der anthroposophischen Erziehung seien das hundertfache Niederschreiben des gleichen Satzes, in der Ecke stehen oder Schläge – wie in der guten alten preußischen Schule. Noch raffinierter sei die Methode des Liebesentzugs. Tatsächlich sei er die hauptsächliche Erziehungstechnik des geliebten Waldorflehrers. Die Lehrer arbeiteten natürlich auch mit vernichtenden Moralpauken – und okkulten Flüchen!

Waldorflehrer machten regelmäßig Hausbesuche und zwängen die ganze Familie in einen anthroposophischen Lebensstil hinein. Das reiche vom Verzicht auf Coca Cola bis zu dem auf Kartoffel, weil diese indianische Nahrung unserem germanischen Wesen widerspräche. Und in der Schule würden die Kinder über das Familienleben ausgefragt. Es sei wie in einem totalitären Staat. Waldorf als „Freie Schule“ zu bezeichnen, sei dasselbe, als würde man katholische Privatschulen so nennen.

Die Anthroposophie sei ein vom Staat unterstützter destruktiver Kult und viele Entscheidungsträger im Staatsapparat und in der Politik seien selbst Anthroposophen, insbesondere in den Erziehungsministerien. Nur dies erkläre, wie die Waldorfschulen gedeihen und so viel staatliche Unterstützung erhalten konnten und so wenig Kontrolle ausgesetzt wären. Selbst Helmut Kohl schickte seine Kinder in Waldorfschulen. Waldorfschulen seien ein Weg um neue Anthroposophen zu rekrutieren. Selbst wenn nur die Hälfte oder ein Drittel der Schülerschaft sich zu gläubigen Anthroposophen entwickelt, macht dies angesichts der derzeitig 221 Waldorfschulen in Deutschland eine beträchtliche Masse aus.

Waldorfschüler lernten Zeugs wie: der Mensch stamme nicht von den Affen ab, vielmehr seien die Affen eine Degenerationsform des Menschen. Und selbst wenn, wie es der offiziellen Waldorfdoktrin entspricht, inhaltlich nichts indoktriniert wird, komme es doch durch die Bewertung der Gesamtpersönlichkeit des Schülers, durch die Schulstruktur selbst und durch die Entfremdung von der Realität zugunsten der „geistigen Welt“ zur kultischen Prägung.

1986 gründeten Opfer der Waldorferziehung die Selbsthilfeorganisation „Distel-Bund“ in Herne.

 

Politik und Ökologie: Was geht in Antifaschisten vor und was in Faschisten?

15. März 2016

Der gepanzerte, orgastisch impotente Mensch, versucht die organismische Orgonenergie, die durch die moderne freiere Welt aktiviert wurde, irgendwie zu drosseln. Zu Zeiten Reichs wurde die biologische Energie dadurch niedergehalten, daß sich die Massen gegen den Fortschritt sperrten, gegen das Aufbrechen verkrusteter Strukturen, die bis dahin die Energie gebunden hatten. Reich beschreibt das ausführlich in Die Massenpsychologie des Faschismus. Heute, in der anti-autoritären Gesellschaft, stellt sich das ganze grundlegend anders dar. Man denke etwa an den penetrant umworbenen Veganismus.

Generell ist es so, daß fleischfressende Tiere eine höhere orgonotische Ladung haben als „vegan“ lebende Tiere, die sich ständig durch Raubtiere bedrängt sehen und in einer „Landschaft der Angst“ leben. Auf diese naheliegende Beobachtung hat Nietzsche einen Gutteil seiner Moralphilosophie gegründet (Willen zu Macht, Herdenmoral, etc.). Was er nicht sah, war der bioenergetische, sexualökonomische Hintergrund von dem, was damals etwa als „Sozialdemokratie“ reüssierte und heute als Veganertum, Spiritualität und „Frieden“ daherkommt. Was sich als „überlegene Moral“ geriert, soll tatsächlich das Energieniveau und damit gleichzeitig das Angstniveau („Stauungsangst aufgrund orgastischer Impotenz“) senken. Dazu gehört auch die Entnationalisierung, der „Kampf gegen Rechts“ und das Fluten des Landes mit Raubtieren aus der Wüste; die „große Verschwulung“ von der Akif Pirincci spricht. Nicht zu vergessen natürlich die Genderismus: Frauen und Männer werden zu prägenitalen, niedrig-energetischen Neutra. Politisch korrekt ist man wieder da angelangt, wo die Reaktion, etwa in Gestalt der von Reich angeprangerten katholischen Ideologie (man denke insbesondere an den Marienkult) schon immer hin wollte.

Es ging und geht niemals um Moral und Ethik, sondern einzig und allein um die Senkung des eignen Energieniveaus zwecks Angstbewältigung.

Soweit die Guten. Was geht in den Bösen, den Rechtsradikalen vor?

In Freudianisch und Marxistisch orientierten Antworten auf diese Frage kommt alles mögliche aufs Tablett (Sehnsucht nach autoritären Strukturen in einer entfremdeten Welt, etc.), aber nie das, was „Neonazis“ selbst beseelt, ihr Selbstverständnis: daß sie sich als Partei des Lebens, als Vertreter der Naturgesetze, als Ökologen sehen. Sie betrachten den Menschen als Menschentier, das den gleichen biologischen Gesetzen unterliegt wie jedes andere Tier auch: Zuchtwahl, Elitebildung, territorialer Imperativ, rassische Differenzierung.

Man denke nur an Sigmar Gabriel, der wiederholt sich gegen jedwede biologische Betrachtungsweise sozialer und politischer Vorgänge ausgesprochen hat, denn darauf würde das ganze Grundgesetz beruhen. Sarrazin liegt falsch, weil er falsch liegen muß! Die Biologie des Menschen als Todfeind – des Menschen.

Linke sind entsetzt angesichts der „biologistischen“ Unmenschlichkeit, Rechte angesichts der kulturalistischen Verlogenheit. Wenn sie nur könnten, würden sie den jeweils anderen ausmerzen ohne mit der Wimper zu zucken. Die Nationalsozialisten versuchten die Juden auszurotten, weil sie diese als Verkörperung der „Antibiologie“ betrachteten. Die Antifa „kennt keine Diskussion“, weil sie die Menschheit vor dem „Antihumanismus“ bewahren muß.

„Nazis“ hat immer beseelt, daß sie die einzigen sind, die nicht eine unhaltbare Lüge leben. Sie fühlen sich darin ständig bestärkt, weil das niemals in den ganzen Bibliotheken erwähnt wird, die im „Kampf gegen Rechts“ verfaßt wurden. Der „Kampf gegen Rechts“ ist so erbarmungswürdig hilflos, weil er keine Ahnung von der Panzerung hat, die primäre Triebe in sekundäre Triebe umwandelt, die dann mittels eines verlogenen Humanismus in Schach gehalten werden müssen. Beispielsweise kommt es beim Menschen ohnehin zur „Zuchtwahl“, d.h. wie überall sonst auch bei den höheren Tieren entscheidet das Menschenweibchen welches Männchen ihre Eier befruchten darf. Offensichtlich ist, daß sie den körperlich attraktivsten und geistig potentesten Partner auswählen wird. Sie wird, solange sie kein komplettes neurotisches Wrack ist, hier keinerlei „Mitleid“ kennen und niemals den häßlichen und dummen wählen! Das alles erfolgt vollkommen unbewußt. Auch ist es nur naheliegend, daß sie einen Partner wählt, der ihr weitgehend entspricht. Wählt sie einen „Fremden“, ist es eher wahrscheinlich, daß sie es aus neurotischen Gründen tut, etwa um „ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen“.

„Nazis“ machen aus etwas, was ohnehin von allein abläuft bzw. ablaufen sollte, etwas, was wie auf einem Bauernhof, der auf Ertrag züchtet, durch künstliche Eingriffe aufrechterhalten werden muß. Sie sind darin nicht besser als die „Humanisten“, die nicht glauben können, daß der Mensch auch ohne ethische Indoktrination moralisch handelt.

Einen wirklichen Nazi erkennt man daran, daß ihm jede wirkliche Verbindung zum biologischen Kern fehlt. Die Genitalität kennt er nur über einen Zerrspiegel und er hat eine tödliche Angst vor ihr. Deshalb sein Rassismus, der tatsächlich Angst vor dem sexuellen „Tier im Menschen“ ist. Von daher auch sein erstaunlich durchgängiger Hang zur Homosexualität, um dem Ödipuskonflikt zu entgehen. (Zeig auf einen Neonazi und du zeigst mit einiger Sicherheit auf einen Schwulen!) Und nicht zuletzt stammt daher sein Hang zum Okkultismus, der alles ins Unwirkliche versetzt. Durch die totale Panzerung wird das Leben selbst unerreichbar, ungreifbar, außer wie durch einen Zerrspiegel, so daß das Lebensgefühl durch und durch mystisch wird. Eine Welt, die von einem geheimnisvollen Raunen durchdrungen wird, in der alles voller geheimnisvoller Bedeutung steckt und die „Vorsehung“ waltet. Der Lebensimpuls wird in die rassistische und antigenitale „nationalsozialistische Mystik“ abgebogen.

Das macht den „Kampf gegen Rechts“ noch verlogener, als er ohnehin schon ist, tut doch die Linke nichts anderes als Gruppen zu trennen und für „Gruppenbewußtsein“ zu sorgen, die Genitalität zu bekämpfen und „spirituell zu sein“. Es hat etwas Tragi-Komisches sich „gegen Rechts zu engagieren“ und gleichzeitig die eigenen Kinder auf eine Waldorfschule zu schicken oder etwa dem Karmapa zu folgen.

Nationalsozialismus ist Perversion. Er ist das, was unmittelbar dabei rauskommt, wenn die Panzerung total ist. (Beim Roten Faschisten ist alles verwickelter, weil die soziale Fassade in den Dienst der sekundären Schicht tritt: nichts ist „unmittelbar“.) Die gesamte Biologie des Menschen tritt als grotesk verzerrte Karikatur zu Tage. Es ist ähnlich wie bei der sexuellen Perversion, wo die natürliche genitale Aggression des Mannes zum Sexualmord wird und die natürliche genitale Unterwerfung der Frau zu masochistischen Vergewaltigungsphantasien entartet.

Die totale Abpanzerung des Nationalsozialisten geht damit einher, daß er vollkommen von der Arbeitsdemokratie abgetrennt ist. Er ist nicht arbeitsfähig und kann nur als politischer Agitator und Verbrecher, d.h. als Parasit überleben. Man schaue sich nur diese kriminellen Schießbudenfiguren an, die von Anbeginn immer das verkörpert haben, was sie bei anderen bekämpfen!

schemanazis

Apropos der Mensch als fleischfressendes Raubtier und der gegenwärtige linksliberale Hype um das Veganertum. Das Fleisch hat uns erst zu Menschen gemacht:

Vegetarier werden dies vielleicht nicht gerne hören: Die rein pflanzliche Nahrung, die heute wieder im Trend liegt, könnte für unsere Vorfahren eine Sackgasse gewesen sein. Erst als die Vormenschen begannen, regelmäßig Fleisch zu essen und es mit Hilfe ihrer Steinwerkzeuge zu zerkleinern, konnte ihre Zähne kleiner und ihre Gesichtszüge menschlicher werden. Fleisch und Werkzeuge schufen demnach die Voraussetzungen für Sprache und ein größeres Gehirn, wie eine Studie nahelegt.

Sozialdarwinismus (Teil 1)

24. August 2015

Das soziale Denken des 19. Jahrhunderts spannt sich zwischen zwei Antipoden auf: Karl Marx (1818-1883) und Herbert Spencer (1820-1903).

In seiner umfassenden Universalität war Spencer ein Vorläufer Wilhelm Reichs, befaßt sich doch Spencer in seinem zehnbändigen System der synthetischen Philosophie (1867-96) von der Psychologie, Soziologie, Ökonomie, Geschichte, Biologie, Geologie, Astronomie bis zur Kosmologie schlechthin mit der Welt als funktioneller Einheit, die er mit Hilfe eines quasi orgonometrischen Ansatzes analysiert.

Schon vor Darwin entwickelte Spencer eine vom Evolutionsgedanken ausgehende Theorie. Nach dieser Entwicklungstheorie kommt es zu einer fortschreitenden Integration verschiedener Teile zu immer größeren Einheiten, in denen es dann zu einer ebenfalls ständig fortschreitenden Differenzierung kommt. Dies falle aber schließlich mit Zerfall und Auflösung zu primitiven Organisationsniveaus zusammen, die dann Ausgangspunkt für neue Entfaltung werden.

Dieses „Gesetz der Entwicklung“ entspricht in etwa Reichs Darstellung des Orgonenergie-Metabolismus:

Spencer glaubte, daß sich die Organismen und Menschen nach diesem Gesetz an ihre ökologische bzw. soziale Umwelt durch wachsende Spezialisierung immer besser anpassen. Auch die Gesellschaft als Ganzes betrachtete Spencer als Organismus. Deshalb würden sich, gemäß der gleichzeitigen Integration und Differenzierung, die Gesellschaften zu immer mächtigeren Gebilden entwickeln, in denen aber gleichzeitig, bedingt durch die wachsende Differenzierung, die Freiheit immer weiter zunehme.

So entwickele sich die Menschheit vom militaristischen Staatsabsolutismus orientalischen Gepräges (Zwangsgemeinschaften, die sich aus indifferenten Mischungen sozialer Formen organisiert hatten) folgerichtig in Richtung individueller Freiheit und Demokratie. Der Lebensstrom würde die Menschheit also automatisch zu einem staatenlosen Zustand führen – ein Konzept, das das genaue Gegenteil von Hans Hass’ Vorstellungen der unbeeinflußten Energon-Entwicklung darstellt.

Hans Joachim Störig stellt in seiner Kleinen Weltgeschichte der Philosophie Spencers Anschauungen so dar, daß sie in jeder Beziehung in vollkommener Übereinstimmung mit der orgonomischen Soziologie stehen:

Der Sozialismus gehört nach Spencer in den Bereich der alten absolutistischen Gesellschaftsformen. (…) In einem sozialen Wohlfahrtsstaat sieht Spencer zwei große Gefahren: Erstens würde eine Zuteilung der auf den einzelnen entfallenden Anteile am gemeinsamen Arbeitsertrag durch den Staat nach Maßgabe der Bedürfnisse anstatt nach Fähigkeit und Leistung den natürlichen Wettbewerb, die Bedingung jeder Weiterentwicklung, stören und zu einem Verfall der Gesellschaft innerhalb weniger Generationen führen. Zweitens: Würde der Staat den Versuch machen, den höchst verwickelten Organismus – der unter der automatischen Selbstregulierung durch Angebot und Nachfrage zwar nicht ideal funktioniert, aber doch wenigstens funktioniert – in allen Einzelheiten selbst zu regeln, so würde das zu einer lähmenden totalen Bürokratie führen. Eine trostlose Erstarrung würde eintreten, eine Gesellschaft von Ameisen und Bienen entstehen.

Im krassen Gegensatz zum tragikomischen Schicksal der Marxschen Philosophie wurde wohl kaum je ein Philosoph derartig wie Spencer durch die spätere Entwicklung bestätigt. Trotzdem ist Spencer heute so gut wie vergessen, in den Bibliotheken findet man kaum Bücher von oder über ihn und in Geschichtswerken über Philosophie handelt man den Autodidakten Spencer verächtlich ab – was wieder im krassen Kontrast zum Schicksal Marxens steht.

Wird nicht Spencers Andenken dadurch tatsächlich fragwürdig, daß er (wie angedeutet lange vor Darwin) Wendungen wie „der Kampf ums Dasein“ und „das Überleben der Tüchtigen“ geprägt und den „Sozialdarwinismus“ begründet hat, der so viel Leid über die Menschheit brachte? (Bei Marx tauchen entsprechende „Darwinistische“ Vorstellungen bei der Theorie des „Klassenkampfes“ auf.)

Für den Evolutionsbiologen Hans Hass sind der biologische „Selektionswert“ und die wirtschaftliche „Konkurrenzfähigkeit“ von der Funktion her identisch. In diesem Zusammenhang ist eine Anmerkung interessant, die Stephan Lackner (der in den 1930er Jahren mit Reich in Kontakt stand), in seinem Buch Die friedfertige Natur (München 1982) gemacht hat, wonach die industrielle Revolution mit einer dramatischen Wandlung der Haltung zur Natur zusammenfalle. Habe vorher eine idyllisch-romantische Naturauffassung („friedfertige Natur“) vorgeherrscht, sei zusammen mit dem brutalen Konkurrenzkampf im Frühkapitalismus der Darwinismus mit seinem „Kampf ums Dasein“ aufgekommen. Lackner malt, wohl zu recht, die letzte Konsequenz des Darwinismus auch so aus, daß sie ganz der von Reich beschriebenen emotionalen Wüste entspricht:

Das Dasein ist der Krieg aller gegen alle. Die Erde ist von graugrün getarnten, mit Panzern und Stacheln bewehrten, übelriechenden und giftigen Ungeheuern überlaufen. Kein Wesen vertraut dem anderen.

Man findet sich in dieser „Darwinistischen“ emotionalen Wüste wieder, wenn Hass z.B. geradezu faschistoid schreibt:

Solange es Energone gibt, fußt deren Höherentwicklung auf einem untereinander ausgefochtenen Kampf und der damit verbundenen Eliminierung des Schwächeren. Wenn deshalb vom Menschen gebildete Gruppen die Vernichtung von anderen anstrebt, ja sogar mit vehementen Glücksgefühlen für solche Vernichtung belohnt werden, fällt es keineswegs aus der üblichen Praxis, sondern entspricht jenem rücksichtslosen Willen zur Macht, der die gesamte Evolution kennzeichnet und in dem bereits Nietzsche den tiefsten Wesenszug der Lebensentfaltung sah. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

So nimmt bei Hass der Lebensstrom den gleichen Charakter an, der auch den Hegelschen „Weltgeist“ auszeichnet. Beides sind diabolische Mächte, die von den Individuen Macht ergreifen, sie benutzen, aussaugen und dann als leere Hüllen fallenlassen, wenn sie ihre Funktion erfüllt haben. Beide, der „Weltgeist“ und der „Lebensstrom“ verwirklichen sich schließlich im absoluten Staat.

Natürlich hing auch Marx einem ähnlichen Mythos an, denn schließlich war die ganze Geschichte der Ausbeutung vom Sklavenstaat bis zum brutalen Kapitalismus etwas Gutes, weil notwendiges. Ganz in diesem Sinne schreibt Hass:

Manche Erscheinung seit Auftreten des Menschen, welche in ethischer Sicht höchst verwerflich erscheinen – wie Tyrannei und Ausbeutung –, mögen (…) sehr wohl den Lebensstrom befördert haben, indem der Machtzuwachs einiger seiner Weiterträger dem Fortschritt mehr diente und ihn förderte, als die Unterdrückung und Erpressung anderer sich in seiner Gesamtbilanz negativ niederschlug. (ebd.)

Daß die Wirtschaft von Liebe, Arbeit und Wissen regiert wird, hält Hass für eine oberflächliche Illusion. Wie in der Natur stehen in Wirklichkeit „die einzelnen Erwerbskollegen, diese ‘Brüder’ und Teile in der gleichen Entwicklung, in einem erbitterten Kampf gegeneinander“ (Hass: Naturphilosophische Schriften, Bd. 3, München 1987).

Wer wollte bestreiten, daß dies einen Großteil des wirtschaftlichen Geschehens beschreibt! Doch kann man das ganze auch mit Reichs Augen sehen:

Die praktische Notwendigkeit der Arbeitsdemokratie erfordert, daß man vom wirklichen Charakter seines wirtschaftlichen Gegenübers absieht und sich nur um die objektiven Erfordernisse der Arbeit kümmert. Und auch man selbst kann nicht immer wahrhaftig sein, sondern muß praktisch ständig als Schauspieler auftreten. Das kann man ganz konkret beim Geschenkaustausch der Trobriander beobachten, die nie ihre wahren Gefühle zeigen; so tun, als würden ihnen die Geschenke nichts bedeuten, etc.

Dies heißt nicht, daß Ehrlichkeit in der Arbeitsdemokratie keinen Platz hat, – vielmehr sind wahrheitsfanatische Moralisten, die das Spiel verderben, stets pestilente Charaktere, – die nie ehrlich sind. Ehrlichkeit hat wenig mit Wahrheit zu tun, sondern vielmehr mit Anständigkeit. Anständigkeit bedeutet Rücksicht auf die Umstände zu nehmen, d.h. z.B. daß man die Wahrheit nicht unabhängig von den Umständen sagt, sondern – lügt („Notlüge“).

Die Lüge und Verstellung gehört genauso untrennbar zu einer funktionierenden Wirtschaft, wie sie zur sexuellen Zweierbeziehung gehört. Statt morgens zu sagen: „Du siehst aus wie ein aufgedunsener Leichnam!“ lügt man: „Meine kleine chinesische Jadepuppe!“ So verkörpert sich die Genitalität auch: durch Lug, Trug, Bestechung und Berechnung! Wie sollte es in der Wirtschaft anders sein. Es ist nicht fair, es ist Emotionelle Pest, dem Leben die moralische Elle anzulegen. Und es zeigt emotionale Unreife, an der lügnerischen „Grausamkeit“ des Lebens übermäßig zu leiden.

In Kapitalismus und die Funktion des Orgasmus habe ich den Tausch im Wirtschaftsleben mit dem liebenden „Austausch“ in der Sexualität gleichgesetzt. Doch nach Hans Hass „sind Raub und Tausch nichts voneinander grundsätzlich verschiedenes.“ Diese Theorie entspricht einem typischen Charakterzug des Konservativen, für den der freiwillige arbeitsdemokratische Tauschprozeß ein Zeichen von Schwäche ist. Hierzu gehört auch, daß für Hass Diebe und Erpresser ebenfalls „gleichberechtigt“ als Energone betrachtet werden müssen. Er zitiert dazu den Volkswirtschaftler Werner Sombart:

Nach meiner Definition ist also Arbeit ebenso die Tätigkeit, die der Dieb aufwendet, um einen Einbruch auszuüben, obwohl sie (sozial) schädlich ist.

In Massenpsychologie des Faschismus hat Reich streng zwischen Arbeit und Nichtarbeit, „die den Lebensprozeß schädigt“, unterschieden.

Entsprechend der militaristischen „Zwangsorganisation“ Spencers, die durch die Notwendigkeit der Abwehr äußerer Feinde entsteht, ist für Hass sogar die arbeitsteilige Gemeinschaftsbildung an sich auf den Diebstahl bzw. auf dem Schutz vor ihm begründet, denn dadurch, daß die künstlichen Organe nicht mehr fest mit dem Körper verbunden seien, müsse man sie vor Raub schützen, brauche also die Kooperation mit anderen.

Für Hass ist „der Krieg der Vater aller Dinge“. Wobei er explizit in der Tradition von Konrad Lorenz steht.

Hass spricht davon, daß „manche in totalitären Staaten geläufige Betrachtungsweise gleichsam Sprachrohr der Lebensstrominteressen sind“: Ausmerzung lebensunwerten, funktionslosen Lebens! Erscheinungen wie die, daß manche Leute nicht angeborenermaßen empört darauf reagieren, wenn ein Kind mißhandelt wird, erklärt Hass damit, daß es „bereits eine Unzahl von ‘Abnormalitäten’“ gäbe, „besonders da die Heilkunst alles am Leben zu erhalten bemüht ist.“

Als konservativer Charakter scheint Hass, Jahrgang 1919, jenem Vorgang zum Opfer gefallen zu sein, den er selber wie folgt beschreibt:

In der Pubertät formen die Kinder ihre ethischen Ideale. Was ihnen in dieser Zeit aufgeprägt wird, können sie meist im späteren Leben nicht völlig überwinden.

Aus orgonomischer Sicht verfestigt sich in der Pubertät der Charakter endgültig und dazu gehört auch der soziopolitische Charakter. Hier hat Hass vollkommen recht, wenn er schreibt:

Wie sich allerorts und bei allen Rassen auf das deutlichste zeigt, können Jugendliche, die in dieser sensiblen Periode auf religiöse, doktrinäre oder ideologische Wertvorstellungen ausgerichtet werden, sich im späteren Leben nur schwer über solche hinwegsetzen, weil diese fest in ihnen verankert sind. Ja, sie wollen dies gar nicht – was deutlich zeigt, daß bei ihnen das so Geprägte zum integralen Ausdruck des Ichs und seiner höchstpersönlichen Neigung empfunden wird. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

In den letzten Jahren haben viele konservative Ideologen mit dem Begriff „egoistische Gene“ herumhantiert, um ihre sozialdarwinistischen Thesen wissenschaftlich zu fundieren. Dabei beriefen sie sich auf den englischen Zoologen Richard Dawkins. Nun hat aber ausgerechnet dieser Dawkins der traditionellen Evolutionstheorie des „Survival of the Fittest“ eine Theorie des „Überlebens des Kooperativen“ entgegengestellt.

Demnach zählt im Überlebenskampf die Kooperation weit mehr als der Konflikt. Das Konzept Dawkins ähnelt dem Reichschen Konzept der Arbeitsdemokratie. Beide beruhen darauf, daß man sich dem Mitlebewesen kooperationsbereit nähert.

Nach Hass ist ein rücksichtslos sich durchsetzendes Energon, das im Überlebenskampf mit einer ausbeuterischen Strategie vorgeht und die „dummen“ kooperativen Energone verdrängt, Anwalt der Interessen von Art und Lebensstrom. Jedoch hat Dawkins nachgewiesen, daß genau das Gegenteil wahr ist, nämlich daß jener, der seine Mitenergone auf dem Altar der angeblichen Interessen von Art und Lebensstrom opfert, überhaupt keine Überlebenschance hat – also Art und Lebensstrom schadet! In Wirklichkeit setzen sich jene durch, die der Tit for Tat-Strategie folgen: „Auge um Auge“, oder besser: Leben und Leben lassen!

Tit for Tat funktioniert wie folgt: Man geht innerhalb einer Lebensgemeinschaft nicht ausbeuterisch, sondern kooperativ auf ein Angebot ein. Betrachten wir in einer solchen Lebensgemeinschaft die Individuen A und B, wobei A einen lebensnotwendigen Dienst anbietet, den B, ohne Gegenleistungen zu geben, annimmt. B folgt also einer ausbeuterischen Strategie, verzeichnet einen beträchtlichen Energiegewinn und wird sich durchsetzen, während solche „sucker“ wie A zugrundegehen. In den kranken Hirnen von konservativen Ideologen funktioniert die Natur so, in Wirklichkeit aber geht natürlich nicht der kooperative A, sondern der ausbeuterische B zugrunde. Im natürlichen Ablauf der Dinge wird nämlich A, und auch sonst niemand, für B jemals wieder etwas tun, bzw. solange mit Sanktionen gegen B reagieren, bis auch B sich endlich anständig verhält.

Das ist das Grundgesetz der Natur:

  1. nähere dich einem anderen stets freundlich;
  2. reagiere auf die Freundlichkeit anderer ebenfalls freundlich;
  3. zahle jede Unfreundlichkeit sofort mit gleicher Münze heim; und
  4. verzichte auf jede Rache, wenn sich der Unfreundliche wieder freundlich verhält, d.h. lerne zu vergeben und zu vergessen.

Wie schon Nietzsche gesagt hat, gehört der Geist der Rache den niedrigen, nichtswürdigen Menschen. Das Böse kann nur dort gedeihen, wo man entweder immer die andere Wange hinhält oder wo man nicht vergeben kann. Verhielte sich jeder Mensch rational nach der Tit for Tat-Strategie, würde sich die Arbeitsdemokratie zwangläufig entfalten. Diese Überlegungen lassen sich wie folgt zusammenfassen (a = Strafe, b = Belohnung):

  1. „Christentum“ und liberaler Humanismus (masochistische Erduldung);
  2. Arbeitsdemokratie (Tit for Tat);
  3. Faschismus und Kommunismus (sadistische Rache).

Mit Hilfe des Tit for Tat können wir auch den Unterschied zwischen Arbeit und Antiarbeit schärfer fassen: Arbeit funktioniert immer nach den Gesetzen des Tit for Tat, während Antiarbeit diesen Gesetzen widerspricht.

Julius Wagner-Jauregg und wir

18. März 2015

Wagner-Jauregg ist bis heute unvergessen, weil er als bisher einziger Psychiater 1927 den Nobelpreis erhielt. Damit wurde seine jahrzehntelange Arbeit zur Heilung von Psychosen durch künstlich hervorgerufenes Fieber und Infektionskrankheiten gewürdigt.

Er war Kollege und Freund von Sigmund Freud. In einem Verfahren wegen von Jaureggs Elektrotherapie bei Kriegsneurosen erstattete Freud ein Gutachten zu von Jaureggs Gunsten. Wagner von Jauregg verfaßte den Bericht für die Wiener Fakultät, aufgrund dessen Freud ordentlicher Professor wurde. (Schott/Tölle: Geschichte der Psychiatrie, München 2006, S. 524).

Reich hatte an der Universität Psychiatrie-Vorlesungen bei Wagner-Jauregg gehört, und im Anschluß an das Medizinstudium seine Facharztausbildung an der von Wagner-Jauregg geleiteten Universitätsklinik für Neurologie und Psychiatrie gemacht.

In den 1940er Jahren erinnerte sich Reich an seinen Lehrer. Nachdem Reich ausführt, daß das Sitzen im Orgonenergie-Akkumulator zu einer „Erstrahlung“ der organismischen Orgonenergie führt, fährt er fort:

Man könnte von einem Standpunkt aus die Orgontherapie auch als eine natürliche „Fiebertherapie“ bezeichnen, wenn man das Fieber korrekt als Anzeichen erhöhter bioenergetischer Tätigkeit des Organismus auffaßt. Von hier aus versteht man auch manche Heilungsmethoden in der Medizin, die bisher rein empirisch, ohne begriffen zu sein, angewendet werden. Die Malariatherapie, die mein klinischer Lehrer Wagner-Jauregg in Wien gegen die allgemeine Parese einführte, besteht in nichts anderem als in der künstlichen Anregung starker Zellerstrahlung durch Injektion von Malariaparasiten. Hierher gehört der heiße Tee mit Rum bei Erkältung ebenso wie der „warme Umschlag“ gegen Zahnschmerzen. Wir stehen vor der Aufgabe, die Wirkungen mancher chemischer Heilmittel von diesem Standpunkt aus zu begreifen. (Der Krebs, Fischer TB, S. 323)

Wagner-Jauregg lehnte es ab, psychische Erkrankungen als reine Erbkrankheiten zu betrachten, wie es damals en vogue war. Es gäbe zwar eine unterschiedliche Vulnerabilität doch Auslöser könnten beispielsweise Infektionserkrankungen sein.

Er konnte sich vorstellen, daß bei einer Erkrankung einzelner Organe das Gehirn mitbetroffen sei und abnorm funktioniere – etwa daß Psychosen Folgen gastrointestinaler Erkrankungen seien, bei denen Stoffwechselprodukte von Bakterien toxische Wirkungen auf das Nervensystem ausübten. Seine grundsätzlich psychosomatische oder besser somatopsychische Haltung sollte er später in dem schönen Satz, jede Körperzelle sei am depressiven Prozeß beteiligt, in radikaler Weise ausdrücken.

Für einen einführenden Überblick verweise ich auf den soeben zitierten kurzen Aufsatz von Theodor Meißel Wagner-Jauregg – ein Wegbereiter der modernen biologischen Psychiatrie.

Wagner-Jauregg war ein Deutschnationaler, wenn auch kein Rassist; seine erste Frau war Jüdin. Aus seiner großdeutschen Gesinnung heraus war seine Annäherung an die Nationalsozialisten im Verlauf der 1930er Jahre nur allzu natürlich. Meißel schließt daran jedoch grundsätzliche Überlegungen an:

Wagner-Jaureggs Wahlspruch: „Wer einen Charakter hat, braucht keine Prinzipien“ zeigt ihn als zutiefst problematischen Menschen, der sich selbst Charakter zuspricht und verbindlicher Prinzipien ledig sein zu können glaubt, die Gefahr übersehend, damit verbindliche menschliche Spielregeln zu entwerten, Grenzen überschreiten zu können und übergriffig zu werden. Die schöne poetische Übersetzung dieses Wahlspruchs von Paul Lorenz für die Wagner-Jauregg-Medaille (…) „eine durch und durch edle Natur bedarf keiner eigenen Gesetze“ – diese Übersetzung transzendiert Wagner-Jaureggs Problematik in einen menschlichen Grundkonflikt, den zwischen menschlicher Natur und menschlicher Kultur und Zivilisation. Wagner-Jaureggs Wahlspruch macht seine Affinität bzw. fehlende Abgrenzung zu einer Herrenmenschenideologie verständlich.

Die Frage ob Wagner-Jauregg ein „Nazi“ war, sei dergestalt auch heute noch von Bedeutung, „um Prinzipien menschlicher Kultur, menschlicher Gesittung zu erhalten, zu verteidigen und weiterzuentwickeln.“

Für den Studenten der Orgonomie ist das ganze von Bedeutung, weil Wagner-Jauregg seinen Wahlspruch sicherlich (wenn auch vielleicht nur indirekt) von Nietzsche abgeleitet hat und dieser wiederum mit einiger Sicherheit von Max Stirner.

Es ist bezeichnend, daß vermeintlich „kritische Geister“ wie Theodor Meißel das Heil in „ethischen Prinzipien“ suchen, der Konservative im „Charakter“. Hier wird auch unmittelbar deutlich, warum die Orgonomie so eine Affinität zum konservativen Spektrum hat.

Abschließend einige Zitate aus dem Nachlaß und den Schriften Nietzsches:

Ideale der Art sind die vorwegnehmenden Hoffnungen unserer Triebe, nichts weiter. So gewiß wir Triebe haben, verbreiten diese auch in unserer Phantasie eine Art Schema von uns selber, wie wir sein sollen, um unsere Triebe recht zu befriedigen – dies ist idealisieren. (Kritische Studienausgabe, Bd. 9, S. 336f)

Vertrauen wir den Trieben, sie werden schon wieder Ideale schaffen! wie es die Liebe immerfort thut. (Bd. 9, S. 353)

Und weiter bezeichnet Nietzsche die Triebe als „schaffende Künstler“ (Bd. 9, S. 354). „Das Ideal ist die Vorwegnahme der Hoffnungen unserer Triebe (der herrschenden Triebe)“. Ein anderes Ideal entsteht, wenn „ein anderer Trieb zur Herrschaft kommt“ (Bd. 9, S. 396). Das „Rechte und Naturgemässe“ ist, „ohne Grundsätze, aber mit Grundtrieben, ein beweglicher Geist im Dienste starker Grundtriebe, und eben deshalb ohne Grundsätze“ zu leben (Bd. 3, S. 149).

Was ist der Mensch? Ein Haufen von Leidenschaften, welche durch die Sinne und den Geist in die Welt hineingreifen. (Bd. 10, S. 207)

Griechenland: ein Menetekel für die Zukunft Deutschlands

22. Februar 2015

In den letzten Tagen haben die Griechen ein schier unglaubliches Schurkenstück hingelegt. Roland Tichy sagt dazu: „Es ist ein Meisterstück der politischen Propaganda, wie es Griechenland geschafft hat, Ursache und Wirkung zu verkehren. Irgendwie sind wir Deutschen daran schuld, dass Griechenland zu viel Schulden gemacht hat.“ Man lese seine aktuelle Analyse bitte vollständig.

Kaum eine Nation hat eine derartig grandiose Geschichte aufzuweisen wie das kleine Griechenland: die minoische Kultur, das klassische Zeitalter, Alexander, der den Nahen Osten bis zum Indus und fast bis runter in den Sudan hellenisierte, das Byzantinische Reich, das heute in der Orthodoxie nachlebt. Unser geliebtes Vaterland, das Heilige Deutschland, kann immerhin auf ein ganzes Jahrtausend ungeheurer kultureller und zivilisatorischer Errungenschaften zurückblicken. Unsere Nationen verbindet viel. Keine andere Kultur haben die Deutschen so sehr bewundert und geliebt wie die griechische. Heidegger meinte, Philosophietreiben sei im Grunde nur in zwei Sprachen möglich: dem klassischen Griechisch und dem klassischen Deutschen.

„Klassisches Deutsch“, weil dank unserer grandiosen Bildungspolitik und der Rechtschreibreform wir drauf und dran sind, Deutschland seine Seele, seine Sprache zu nehmen.

Das bringt mich zum Thema: wir tun das vor allem, um die „Bildungshürden“ für „bildungsferne Schichten“ zu senken. Konsequenterweise sollten wir uns dann auf das Grunzen von Schimpansen hinabbewegen, denn immer mehr Kinder werden so gut wie ohne deutsche Sprachkenntnisse eingeschult.

Wir haben massenhaft Menschen ins Land geholt, die uns zunehmend prägen, allein schon weil wir uns ihrem Niveau anpassen. Churchill beschrieb die islamische Mentalität wie folgt:

(…) diese beängstigende fatalistische Gleichgültigkeit. Die Auswirkungen sind in vielen Ländern offensichtlich: Sorg- und Leichtsinnigkeit, schlampige Ackerbaumethoden, schwerfällige Wirtschaftsgebräuche und Unsicherheit des Eigentums herrschen überall dort, wo die Nachfolger des Propheten regieren oder leben. Eine degradierte Sinnlichkeit beraubt das Leben seiner Würde und Verfeinerung; beraubt es jeder Achtung und Unantastbarkeit. (Hervorhebungen hinzugefügt)

Was Churchill gemeint hat, habe ich teilweise in Drogen und Sexualökonomie (Teil 2) umrissen. Und was die Unsicherheit des Eigentums betrifft: jeder Kenner der Verhältnisse weiß, daß es in der mohammedanischen Welt kein Eigentum gibt. Es gibt kein Vertrauen in die Menschen außerhalb des Familienclans. Zäunst du deine Schafherde ein und läßt sie nachts auf dem Feld, ist am nächsten Morgen nicht nur die Schafherde weg, sondern auch der Zaun. Das passiert neuerdings auch zunehmend in Deutschland, wo über Nacht ganze Viehherden von den Weiden verschwinden. Was bleibt sind zerschnittene Zäune und die Reifenspuren der Viehtransporter. Ähnliches läßt sich über Vertragstreue sagen – man lese doch die Lebensgeschichte des Gauners Mohammed!

Diese saharasische Pest hat Griechenland zerstört. All den Schlendrian, die Vetternwirtschaft, die Korruption, die ständigen Tricksereien, der wuchernde „Sozialstaat“, die jede Eigeninitiative unterhöhlende sozialistische Gesinnung, das alles erstickende „legal? illegal? scheißegal!“ ist ein Erbe des Osmanischen Reiches, das über vier Jahrhunderte hinweg die Griechen geknechtet hat. Der Willkürherrschaft der Türken schuldete man keine Loyalität, der Staat war der Feind, den man verarschen und ausplündern mußte, wo es nur ging.

In Griechenland wird der Müll überall hingeworfen, Häuser ohne Baugenehmigung in die schönsten Landschaften gesetzt, rote Ampeln einfach ignoriert und Fußgänger müssen schon selbst aufpassen, wenn sie heil über die Straße kommen wollen. Jeder Dritte war im Staatsdienst und konnte prinzipiell mit 50 in Rente. Die beiden großen Parteien werden von Familienclans dominiert, die genauso wirtschaften wie jeder Grieche: eine Hand wäscht die andere, alles läuft über persönliche Beziehungen und nichts taucht in den Büchern auf. Entsprechend wettern die Griechen gegen ihre korrupten Politiker – die sich doch ganz volksnahe so verhalten, wir es jeder Grieche in seinem eigenen Umfeld tut. Die Loyalität gilt einzig und allein der eigenen Familie und persönlichen Freunden, der Rest interessiert schlichtweg nicht.

Die Türken hatten die Gesellschaft zerstört und die hat sich auf einem atavistischen Clanniveau mehr schlecht als recht reorganisiert. 150 Jahre nachdem sich die Griechen von den Türken befreit hatten, durchdringt das türkische Miasma noch immer die Seele Griechenlands!

Die Korrumpierung des Griechentums durch die Türken erfolgte beispielsweise durch die Verbreitung des Cannabiskonsums. Noch heute sind in Griechenland jene Griechen für ihr ständiges Bekifftsein berühmt-berüchtigt, die vor der Vertreibung in den 1920er Jahren in Kleinasien unter türkischer Herrschaft lebten.

Griechenland hat mit die härtesten Drogengesetze Europas. Im Jahre 1890 wurde dort das erste Cannabisverbot Europas erlassen. Hintergrund ist die Tatsache, daß Griechenland jahrhundertelang von den Türken beherrscht wurde. (…) So wurde Wein zur Droge der Griechen und Cannabis zur Droge der Türken. Ein Verbot des Haschischrauchens war ein Weg, in Griechenland lebende Türken zu kriminalisieren. (…) In der sozialistischen Regierung gibt es zwar Bestrebungen, die Gesetze zu Cannabis zu liberalisieren. Sie konnten sich jedoch bisher nicht durchsetzen.

So beschreibt eine Kifferseite die verzweifelte Gegenwehr der Griechen und den Verrat durch die Sozialisten.

Nietzsche zufolge war das klassische Griechenland vor allem durch eins geprägt: Wettstreit und Dynamik. Das genaue Gegenteil der heutigen indolenten Mentalität. In unserem deutschen Vaterland erleben wir genau das gleiche: das Schwinden deutscher Tugenden, wie Ehrlichkeit, Arbeitsamkeit und Staatstreue und ihre Ersetzung durch Lafontainesche Primärtugenden… Man sieht das ganze nicht mehr so eng – alles ist scheißegal.

Liebe, Arbeit und Wissen: Zwei Arten von Arbeit

14. Februar 2015

Im Bereich der Arbeit finden wir den gleichen funktionellen Gegensatz wie im Bereich der Liebe, der gestern im Blog beschrieben wurde. Es ist der Gegensatz zwischen der „ehrlichen Arbeit“ und dem Handel („Übervorteilen“). Ein Gegensatz, der in vieler Hinsicht an den zwischen „ehrlicher Liebe“ und Sex erinnert. Es ist ein Gegensatz, der durch die Panzerung unüberwindbar geworden ist und für unendliches Leid gesorgt hat, wie sich am Beispiel des Nationalsozialismus am besten zeigen läßt.

Die ideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus sind mit denen der heutigen Grünen, Globalisierungsgegner, Verschwörungswichser und anderen („Anti“-) Faschisten identisch: es geht gegen die freie Entfaltung des Lebendigen. Man schaue sich doch die widerlichen, häßlichen Visagen der Ööööööööökos an! (Das folgende Gesicht gibt es wirklich – hunderttausendfach.)

In allen Gesellschaften Saharasias galt der Handel und der Umgang mit Geld von jeher als unmoralisch, unehrenhaft und schmutzig. Im Patriarchat konnte Lust nur als Schuld erfahren werden. Und wenn jemand zuviel Kapital, zuviel materielles Potential, sich Lust zu verschaffen, ansammelte, erwies er sich damit in den Augen der Moralisten und Ethisierer als (letztlich sexuelles) Schwein. Weshalb z.B. für die ursprünglichen Hebräer der Kaufmannsstand verboten war und den Kanaanitern überlassen wurde. Der Prophet Hosea 12,8-10 klagte an:

Ein Händlervolk bist du geworden, Efraim, nach dem Vorbild der Kanaaniter! Mit gefälschten Gewichtssteinen betrügst du die Leute. Du sagst: „Ich bin reich geworden und habe ein Vermögen verdient; aber daran ist doch nichts Schlechtes. Niemand kann mir Betrug vorwerfen!“ Aber ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat! Du wirst wieder in einfachen Zelten wohnen müssen, wie du das jetzt nur noch während ein paar Festtagen tust.

Unter umgekehrten Vorzeichen ereignete sich das gleiche im Mittelalter und selbst in der islamischen Welt. Im Koran ist über die Juden zu lesen:

Und wegen der Sünde der Juden haben wir ihnen gute Dinge verwehrt, die ihnen erlaubt waren, wie auch wegen ihres Abwendens vieler von Allahs Weg, und weil sie Wucher nahmen, wiewohl er ihnen verboten war, und das Gut der Leute in unnützer Weise fraßen. (Sure 4,158f)

In Hitlers Mein Kampf sind Sozialökonomie und „Sexualökonomie“ eins: die National-Sozialisten waren antikapitalistisch; Geldmachen war Sache der Juden, etwas Verächtliches, Unanständiges, Ungeistiges, Sexuelles.

Der sexuelle Gesichtspunkt spielte im Antisemitismus Hitlers durchaus keine un tergeordnete Rolle, sondern stand geradezu im Zentrum seiner Analyse der Ursachen der sozialen und nationalen Übelstände. (Robert Wistrich: Der antisemitische Wahn, Ismaning 1987, S. 38f)

Der Katholik Hitler (er trat nie aus der Kirche aus und zahlte bis zuletzt Kirchensteuer) folgte, J.P. Stern zufolge, der volkstümlichen Theologie seiner alpinen Heimat darin, daß er den Begriff der Sünde auf das Sexuelle beschränkte. (Daraus wurde dann die Sünde der „Rassenschande“.) Einzige Ausnahme dieses rein sexuellen Sündenbegriffs, die, wie wir hier sehen, eben doch keine Ausnahme ist, war die „’jüdische‘ Wucherei“ (J.P. Stern: Der Führer und das Volk, München 1978, S. 89).

Zentrales Moment stellte dabei Hitlers verblüffend an die heutige AIDS-Kampagne gemahnende Syphilis-Phobie dar, die sich mit entsprechenden ökonomischen Ängsten verband: alles zerfressende Inflation, Wucher, „Zinsknechtschaft“, Profitgier, „Mädchenhandel“, Prostitution, bolschewistische Zersetzung, etc. Die syphilitische Erkrankung des Leibes sei „hier nur das Ergebnis einer Erkrankung der sittlichen, sozialen und rassischen Instinkte“. Als Folge der Prostitution zeige sie, so der Moralist Hitler, die „Verjudung unseres Seelenlebens und Mammonisierung unseres Paarungstriebes“ durch „jüdische Mädchenhändler“: lüsterne „Schächerjuden“, die mit ihren wulstigen Lippen und ihren riesigen Nasen voll kannibalischer Gier auf blonde Maiden starren. Man denke nur an die berühmte Stelle aus Mein Kampf:

Der schwarzhaarige Judenjunge lauert stundenlang, satanische Freude in seinem Gesicht, auf das ahnungslose Mädchen, das er mit seinem Blut schändet und damit seinem, des Mädchens, Volke raubt.

Reich erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Ritualmordlegenden und an das Bild des Juden, der kleine Jungen beschneidet (Menschen im Staat, Frankfurt 1995, S. 178).

Hier, in sexuellen Komplexen, haben die Haßtiraden Hitlers gegen die „Zinsknechtschaft“ des „internationalen Finanzjudentums“ ihre Quelle.

Auf die Frage, ob der Jude ein Mensch sei, antwortete Goebbels:

Wenn jemand deine Mutter mit der Peitsche mitten durchs Gesicht schlägt, sagst du dann auch: Danke schön! Er ist auch ein Mensch!? Das ist kein Mensch, das ist ein Unmensch! Wieviel Schlimmeres hat der Jude unserer Mutter Deutschland angetan und tut er ihr heute noch an! Er (der Jude) hat unsere Rasse verdorben, unsere Kraft angefault, unsere Sitte unterhöhlt und unsere Kraft gebrochen… Der Jude ist der plastische Dämon des Verfalls… beginnt sein verbrecherisches Schächtwerk an den Völkern.

Zu dieser Stelle kommentiert Reich:

Man muß die Bedeutung der Vorstellung von der Kastration als der Strafe für sexuelles Begehren kennen, man muß den sexualpsychologischen Hintergrund der Ritualmordphantasien wie des Antisemitismus überhaupt erfassen und zudem das sexuelle Schuldgefühl und die sexuelle Angst des reaktionären Menschen richtig einschätzen, um beurteilen zu können, wie solche vom Schreiber unbewußt abgefaßten Sätze auf das unbewußte Gemütsleben der Leser aus den Massen einwirken. Hier liegt die psychologische Wurzel des Antisemitismus der Nationalsozialisten. (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 73)

In Hitlers ältester überlieferter politischer Äußerung, einem Gutachten für seine Vorgesetzten bei der Propaganda-Abteilung der Reichswehr vom 16. September 1919, lesen wir:

Bewegt sich schon das Gefühle des Juden im rein materiellen, so noch mehr sein Denken und Streben. Der Tanz ums goldene Kalb wird zum erbarmungslosen Kampf um alle jene Güter, die nach unserem inneren Gefühl nicht die höchsten und einzig erstrebenswerten auf dieser Erde sein sollen. Der Wert des Einzelnen wird nicht mehr bestimmt durch seinen Charakter, die Bedeutung seiner Leistungen für die Gesamtheit, sondern ausschließlich durch die Größe seines Vermögens, durch sein Geld. (…) Alles was Menschen zu Höherem streben läßt, sei es Religion, Sozialismus, Demokratie, es ist ihm alles nur Mittel zum Zweck, Geld und Herrschgier zu befriedigen. (z.n. Werner Maser Adolf Hitlers MEIN KAMPF, Esslingen 1983, S. 233)

Sowohl der profitgierige Kapitalismus, als auch der materialistische raubgierige Kommunismus seien, so Hitler, auf den „jüdischen Mammonismus“ zurückzuführen.

Wie Henryk M. Broder neulich in der Welt konstatierte:

Geld zu verdienen, Geld zu haben, ist erst einmal anrüchig. Hitlers letzte Sympathisanten geben zwar zu, daß der Führer einiges falsch gemacht hat, betonen aber im selben Atemzug, er habe sich nicht persönlich bereichert und kein Nummernkonto in der Schweiz gehabt.

Der Nazigeist ist quicklebendig:

Auf den christlichen Hintergrund des nationalsozialistischen Denkens verweist uns eine Notiz des (damaligen) Wagnerianers Nietzsche von 1870/71:

Das Wohlergehen auf Erden ist die jüdische Religionstendenz. Die christliche liegt im Leiden. Der Kontrast ist ungeheuer. (Studienausgabe, Bd. 7, S. 119)

In dieser Wagnerianischen weltverneinenden „Weg-vom-Tier-Ideologie“ und gnostischen Vorstellung des Kampfes zwischen der Geistseele und der Materie gründete der Haß von Hitlers Mentor, Dietrich Eckart auf die Juden. Für Eckart war der Arier Gottes Ebenbild (voll Mitgefühl und Moralität), der Jude das Ebenbild des Teufels (voll von Selbstigkeit und mörderischer Triebhaftigkeit, während der Arier keine selbstischen Antriebe hat). Dementsprechend stellte Eckart eine Hierarchie der Nationen auf, inwiefern sie sich gegen die Materie und ihre Triebhaftigkeit wehrten. An der Spitze der Völkerhierarchie würde der idealistische Deutsche mit seiner „Weltverneinung“ stehen, während unten als anderes Extrem der mit seiner vollkommenen „Weltbejahung“ dem Materialismus ganz verfallene Jude stünde. Der Arier Jesus habe das weltzugewandte Alte Testament überwunden, die jüdischen Geldwechsler aus dem Tempel gejagt, wofür ihn die Juden aus Haß gegen die geistige, nichtkäufliche Himmelreich gekreuzigt hätten. Der Jude Paulus habe die Botschaft Jesu verraten, woraufhin die arischen Germanen diese Botschaft von neuem freigelegt hätten. Hierbei verweist Eckart auf Der Cherubinische Wandersmann von Angelus Silesius und auf die „Teutsche Theologie“, die die Befreiung des Menschen von der Befangenheit in der Materie gepredigt habe.

Für Eckarts getreuen Schüler Hitler ist bei den Juden alles nur Geschäft, selbst ihre Religion nur Mittel des Geschäftslebens; den Juden ginge jede wahre Religion, jeder Jenseitsglaube und jede Ethik ab. In Mein Kampf schreibt Hitler weiter, der Jude sei „nur von dieser Welt“, und damit dem Christen wesensfremd. Niemals hätten die Juden etwas anderes angebetet als Geld, das „Goldene Kalb“.

Nur von diesem Denken aus kann man z.B. den späteren gelben „Judenstern“ verstehen: in den mittelalterlichen Farballegorien war Gelb die „Farbe der erfüllten Liebe“, stand für Prostitution, Weltlust und Hochmut. Und genau dies warf Hitler den Juden vor: „materialistische Lüsternheit“.

Für Hitler unterscheidet sich der materialistische Jude vom vergeistigten Christen dadurch, daß er sich nicht wie der Arier für ein Ideal opfern könne, deshalb müsse der Jude wider seinen Willen geopfert werden. Demgegenüber könne der opferwillige Arier seine rein persönlichen Interessen zurückstellen, was ihm ermöglicht habe Staaten zu bilden, während der Jude nur Staaten zerstören könne. Überwindung des Egoismus in der sozialistischen Volksgemeinschaft, Gemeinschaftsgefühl, Glaube an Unsterblichkeit und ewige Werte sowie vor allem Aufopferungswille sei nur beim Arier ausgebildet.

Die grundsätzliche Gesinnung, aus der ein solches Handeln erwächst, nennen wir zum Unterschied vom Egoismus, von Eigennutz – Idealismus. Wir verstehen darunter nur die Aufopferungsfähigkeit des einzelnen für die Gesamtheit, für seine Mitmenschen. (Mein Kampf)

Haben dort, Sein hier!

Für Hitler ist die „Auffindung des jüdischen Virus“ eine der größten Fortschritte der Menschheit.

Der Kampf, den wir führen, ist von derselben Natur, wie derjenige, der im vergangenen Jahrhundert von Pasteur und Koch geführt wurde. Wieviele Krankheiten finden ihren Ursprung im jüdischen Virus (…) Wir werden die Gesundheit nur wiederfinden, wenn wir den Juden eliminieren. (z.n. Werner Maser: Adolf Hitlers MEIN KAMPF, Esslingen 1983, S. 237)

Der Vorläufer Hitlers, Richard Wagner hatte die Juden als „Würmer“, „Ratten“, „Mäuse“, „Trichinen“ bezeichnet, als die „wahre Pest“, die es „auszurotten“ gelte. Hitler gehorchte und ließ die „Bazillen“, „Parasiten“ und „Schmarotzer“ mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel Cyklon B vernichten.

So reden diese Leute heute noch, wenn es gegen „Amerika“ und „Heuschrecken“ geht, die die Welt „ausbeuten“. Das Internet ist voll von Verschwörungstheorien über „Bilderberger“, „Illuminaten“ und, natürlich, „Zionisten“, die „die Fäden ziehen“. Es ist wirklich alles genauso wie zu Zeiten der Hitler-Herrschaft!

Dieses gesamte Ideologiegebäude ist eine einzige große Lüge.

Die Juden, die Hitler beschuldigt, ihre Mitmenschen auszuplündern, sind seit alters her infolge ihres Glaubens nicht nur zur konsequenten Arbeit, sondern ebenso streng auch zur Heilung des Feiertages verpflichtet, was immer von entscheidender Bedeutung sowohl für die Juden selbst als auch für die Nichtjuden in ihrer unmittelbaren Umgebung gewesen ist. Niemals war es möglich, daß im Rahmen der von gläubigen Juden bestimmten Arbeits- und Erlebniswelt Verhältnisse zustande kamen, wie sie in der Antike im Zusammenhang mit der Ausnutzung von Mitmenschen unter anderem im alten Babylon, in Griechenland und in Rom herrschten, wo Menschen wie Vieh auf Märkten verkauft, an Ketten gelegt und rücksichtslos ausgebeutet wurden. Ausdrücklich wird im Ex 23 codifiziert: „…am siebten Tage sollst du ruhen, damit dein Ochse und dein Esel raste, und der Sohn deiner Magd und der Fremdling sich erhole.“ Und im Dtn 15,7 heißt es: „Wenn deiner Brüder irgendeiner arm ist in irgendeiner Stadt in deinem Lande … so sollst du dein Herz nicht verhärten noch deine Hand zuhalten gegen deinen armen Bruder.“ (Vgl. auch Dtn 15,12ff, wo vom Verhältnis des Herrn zum Knechte die Rede ist.) Die Mißachtung dieser Gebote konnte die Todesstrafe zur Folge haben. (Maser, S. 252)

Im krassen Gegensatz zu den Griechen genoß die Arbeit allgemeine Wertschätzung.

Hitlers Feststellung, daß „die Juden“ niemals arbeiten wollten und ohne die anderen Völker „in Schmutz und Unrat ersticken“ würden, stets ohne „idealistische Gesinnung“ und ohne Aufopferungsbereitschaft seien, niemals eine eigene Kultur gehabt und die Grundlagen der geistigen Arbeit stets von anderen übernommen hätten, um hier noch einmal einige seiner wesentlichen Behauptungen zu wiederholen, widerlegen zahlreiche Tatsachen. So besaßen bereits die alttestamentlichen Juden einen Arbeitsethos, das in der alten Geschichte ohne Beispiel ist. Ausdrücklich hebt die rabbinische Theologie hervor, daß sich der Mensch mühen und „mit den Händen arbeiten“ müsse, wenn er wolle, daß Gott seinen Segen spende. Neunmal wird im Pentateuch kategorisch festgestellt, daß der Mensch arbeiten müsse. Die berühmten jüdischen Schriftgelehrten bestritten ihren Lebensunterhalt vornehmlich als Handwerker. Von mehr als 100 im Talmud genannten Rabbinern ist das Handwerk bekannt, das sie ausübten. Propheten, Könige, Richter, Schreiber und Lehrer erscheinen im Alten Testament als „Knechte“, „Diener“ und „Arbeiter“ Gottes. Mose, die Propheten und die Könige werden häufig als „Hirten“ bezeichnet. „Melaka“, die hebräische Bezeichnung für Handwerk, meinte eine konkrete Aufgabe, die der Mensch im Auftrag Gottes erfüllte. Das Alte Testament kennt keine Trennung zwischen geistiger und körperlicher Arbeit, was Karl Marx, den Hitler angeblich bereits in Wien sorgfältig studiert hat, auf eine besondere Weise in seine eigene Lehre einbaute. Die Arbeit wird im Judentum seit altersher als Dienst begriffen, der im Rahmen des göttlichen Heilsplanes die sich bewährende Wahrnehmung menschlicher Möglichkeiten darstellt. (ebd., S. 251f)

Unsere gesamte Zivilisation, unser ganzes Wohlergehen beruht letztendlich auf dem jüdischen Erbe, d.h. der Erschließung der biologischen Arbeitsenergie.

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