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Warum Reich, Baker, Konia?

13. November 2023

Von Reichs Schülern in Wien, Berlin, Kopenhagen und Oslo hatte keiner einen größeren Einfluß auf die Geschichte der Orgonomie. Unter Reichs Schülern in New York City bzw. auf Orgonon, Rangeley, Maine ist nur Elsworth F. Baker hervorgetreten bzw. er war der einzige, der ungebrochen weitergemacht hat. Seinerseits ist von Bakers frühen Schülern nur Charles Konia übriggeblieben, der heutige Spiritus rector des American College of Orgonomy und dessen Ausbildungsleiter: Reich (und Wolfe) bis 1949, Baker bis 1986, Konia bis heute.

Diese drei waren die einzigen unter den medizinischen Orgonomen, die sich konsequent und langanhaltend mit dem wichtigsten Thema beschäftigt haben, der Emotionellen Pest. „Emotionelle Pest“ ist eine Art Zusatz zur normalen Neurose: die störende Erregung wird nicht einfach verdrängt, sondern aktiv aus der Umwelt verbannt. Spielende Kinder und Liebespaare und Montagsspaziergänger werden zur Räson gebracht. Der einfache Neurotiker leidet einfach still vor sich hin, während der Pestkranke sich ungefähr so verhält wie die Antifa heute, wenn man sie zur Rede stellt: „Verpißt euch!“ Diese Leute können das Lebendige und etwa rationale Diskussionen, d.h. bioenergetische Spannung, einfach nicht ertragen und versuchen sie darum zu ersticken.

Der einfache Neurotiker nimmt die Pest einfach hin, will nicht von ihr Reden und schlichtweg seine Ruhe haben. Es ist seine Todesangst vor starker bioenergetischer Erregung von der die Emotionelle Pest lebt. Sie lebt davon, daß die Sauerei aufrechterhalten wird. Das eigentliche Biotop der Pest bilden dabei die „liberalen“ Leisetreter. Im Editorial zum Journal of Orgonomy (Vol. 11, No. 2) vom November 1977 unterscheidet Baker zwischen jenen, die „unabhängig von ihrer eigenen emotionalen Gesundheit oder deren Fehlen ein Konzept und ein Gefühl dafür bewahrt haben, was natürliche Gesundheit sein sollte, und denjenigen, die dieses Konzept verloren haben und die Gesellschaft und ihre aktuellen Sitten als den notwendigen Leitfaden für das Wohlergehen des Menschen akzeptieren“.

Alle jene, die sich gegen Reichs „Dogmatismus“ wehrten und sich heute gegen den „Dogmatismus“ des American College of Orgonomy wehren, gehören eindeutig in diese Gruppe der Anpasser: „man muß sich der Gesellschaft, dem wissenschaftlichen und sozialen Konsens anpassen, liberaler sein“.

Nur keine Wellen schlagen, nur nicht auf sich aufmerksam machen, ja keine Spannungen aufkommen lassen. (So beschreibt Reich die Psychoanalytiker der 1920er Jahre in Reich Speaks of Freud.) Am Ende hat dann die Pest zwar tatsächlich jedes Interesse an der Orgonomie verloren, aber das nur, weil diese mittlerweile ununterscheidbar vom neurotischen Mainstream geworden ist. Die Anpasser haben das Werk der Emotionellen Pest vollendet.

Das hat eine direkte Entsprechung in der Geschichte der Psychoanalyse, als Reich der einzige war, der sich kompromißlos gegen die Nazipest stellte. Die Anpaßler, allen voran Freud selbst, leisteten der vollständigen Eingliederung der Psychoanalyse in das „Göring-Institut“ (Deutsches Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie) Vorschub – der kompletten Gleichschaltung. Danach hat sich die Psychoanalyse genauso rückgratlos der „Demokratisierung“ angepaßt und neuerdings der Political Correctness. Es geht immer darum, den gesellschaftspolitischen Folgen der eigenen Erkenntnis auszuweichen, was schließlich unausweichlich auf die eigene Theoriebildung rückwirkt: die besagten Erkenntnisse lösen sich dann mehr oder weniger schnell in nichts auf. In einem wohlverstandenen Sinne kann es keine „unpolitische Wissenschaft“ geben!

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 83)

3. Oktober 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Ausgerechnet Edmund Burke hat, Murray Rothbard zufolge, „vielleicht als erster den modernen rationalistischen und individualistischen Anarchismus zum Ausdruck gebracht“, seine anonyme „Jugendsünde“ A Vindication of Natural Society, 1756. Das galt gemeinhin als eine „eindeutige“ Satire, doch es blieb immer ein Rest von Unsicherheit und Doppelbödigkeit, der jeden Interpreten verunsichert hat. Burke erinnert mich etwas an Nietzsche, aber ich kann mir nicht recht vorstellen, daß Burke LaMettrie kannte, bzw. dessen Bedeutung erkannt hat.

Bezieht sich Burke im folgenden (u.a.) auf LaMettrie?

Da der Kontroversgeist sehr leicht auf gewaltsame Mittel denkt, so fingen sie an, sich zu einer Korrespondenz mit fremden Fürsten zu drängen in der Hoffnung, daß sie durch das Ansehen derselben, welchem sie damals auf alle Weise schmeichelten, die Änderungen, mit denen sie umgingen, zustande bringen würden. Es war ihnen völlig gleichgültig, ob diese Änderungen durch den Donnerkeil des Despotismus oder durch das Erdbeben eines Volksaufruhrs bewirkt wurden. Der Briefwechsel dieser Sekte mit dem verstorbenen König von Preußen wirft kein geringes Licht auf den eigentlichen Geist aller ihrer Unternehmungen. (Ich möchte die Gefühle des moralisch empfindenden Lesers mit keinem Zitat aus ihrer niedrigen und vulgären Sprache sowie ihren Flüchen schockieren.) (Betrachtungen, Suhrkamp 1967, S. 182).

Im Zusammenhang diskutiert Burke „das Bündnis der Gelehrten in Frankreich mit den Geldbesitzern“, also wird er kaum auf LaMettrie anspielen. Erinnert irgendwie an den Reich der 1950er Jahre: „Wall Street und Moskau“. Das wird sich wohl auf Voltaire beziehen, dessen Briefwechsel mit Friedrich II damals schon veröffentlicht wurde.

Burke, dergestalt vorher eher als „Linker“ und „klassischer Aufklärer“ bekannt, benutzte den Begriff „Vorurteil“, um seine vorgeblichen „Mitaufklärer“ zu schocken. Um was es ihn dabei wirklich ging, war eine Art „Aufklärung über die Aufklärung“: der Mensch lebt nicht im Kopf allein, man darf die irrationale Seite des Menschen nicht vergessen. Alles ganz entsprechend zu Reichs Kritik am „Vulgärmarxismus“.

Im übrigen ist mir durchaus klar, daß Burke wenig mit Reich verbindet. BSA (siehe Teil 82) und LSR nicht nur in vielem „funktionell identisch“ sind, sondern gleichzeitig auch antagonistische Gegensätze. Man nehme etwa Burkes „anti-Stirnerschen“ Ausfälle in seinen Betrachtungen:

Einer der ersten Beweggründe, eine bürgerliche Gesellschaft zu errichten, und eine der ersten Fundamentalregeln einer solchen Gesellschaft ist, daß niemand Richter in seiner eigenen Sache sein soll. Vermöge dieses Grundgesetzes entsagt jeder einzelne unmittelbar dem ersten Fundamentalrecht des unverbündeten Menschen, für sich selbst zu entscheiden und seine Sache nach eigner Willkür durchzufechten. Er entsagt allen Ansprüchen auf die natürliche, unbeschränkte Souveränität über seine Handlungen. Er gibt sogar, wenn auch nicht gänzlich, doch im großen Maße, das Recht der Selbstverteidigung, das älteste Gesetz der Natur, auf. Der Mensch kann nicht die Rechte eines ungesellschaftlichen und eines gesellschaftlichen Zustandes zu gleicher Zeit genießen. Damit nur Rechte überhaupt gelte, tut er Verzicht auf seine Befugnis zu bestimmen, was gerade in den Punkten, die für ihn die allerwesentlichsten sind, Recht ist. Damit er nur über einen Teil seiner Freiheit wahrhaft disponieren könne, legt er die ganze Masse derselben in den gemeinschaftlichen Schatz der Gesellschaft. (ebd., S. 106f)

Nun gut, daß ist gerade noch tolerabel und entspricht sogar fast wörtlich vielem, was im Journal of Orgonomy zu soziologischen Fragen zu lesen ist, es entspricht vielleicht auch dem, was Laska als „rationales Über-Ich“ bezeichnet hat… Aber es geht weiter und Burkes pessimistische Anthropologie kommt zum Vorschein, die nun wirklich mit LSR unvereinbar ist: „… Der Mensch hat ein Recht zu verlangen, daß seinen Bedürfnissen durch menschliche Weisheit abgeholfen werde. Unter diesen Bedürfnissen ist eins der dringensten, daß es für menschliche Leidenschaften, die im außergesellschaftlichen Zustande schrankenlos wüten, einen Zügel gebe“ (ebd. S. 108).

Warum ich trotzdem für BSA eintrete? Man nehme einen Mann wie den Schriftsteller Walter Kempowski (1929-2007), der als typischer „BSAler“ sich in seiner publizistischen Tätigkeit nicht für hehre Geschichtstheorien interessierte, sondern für die unendlich kostbaren Alltagserfahrungen des Mannes von der Straße. Kempowski, der als ehemaliger Lehrer aus seinem Kontakt mit dem Leben heraus gegen die ach so grandiose Bildungsreform mit ihren Lernfabriken anging – die uns nach 50 Jahren eine Generation von Vollidioten beschert! Es ist die BSA-Empörung gegen die (pseudo-) intellektuelle Schweinerei, gegen die weltfremde Infamie, gegen die hochnäsige Dummheit. Ich hätte beinahe geschrieben: „der heilige Zorn des Lebendigen“. Tatsächlich heißt ein bekanntes Buch über Burke The Rage of Edmund Burke. Es ist der Haß auf jene, die weder dieses Land lieben, noch seine Menschen und schon gar nicht die Kinder, sondern nur stur und unmenschlich ihre verqueren abstrakten Ideen von „Chancengleichheit“, „Emanzipation“, „Gender“, etc. nachgehen.

Mir geht es darum, wie man um Himmels willen LSR „legitimieren“ kann, d.h. heimisch machen kann in einer Anti-LSR-Welt. – Will ich praktisch werden? Mir geht es bei meiner Beschäftigung mit BSA um die theoretische Möglichkeit einer praktischen Durchsetzung von LSR.

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 82)

28. September 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Max Stirner von konservativer Warte? Nehmen wir Edmund Burkes klassische Betrachtungen über die Französische Revolution, die eine brillante Verteidigung der Institution der Erbmonarchie und anderer „Vorurteile“ darstellen. Burke positioniert hier die Legitimität der Vorurteile gegen die „rationalen“ Kopfgeburten der französischen Aufklärer. Damit inspirierte er den Freiherrn vom Stein und dessen Mitarbeiter und späteres Mitglied der Paulskirche Ernst Moritz Arndt. Dieses Dreigestirn („BSA“) meine ich, wenn ich von „Konservativen“ spreche. Es sind jene, die die absolutistische Tyrannei aufbrechen wollten (und es auch praktisch getan haben), indem sie die Legitimität wiederherstellten: der preußische Staat zog sich (praktisch einmalig in der Weltgeschichte) vollkommen aus der Gesellschaft zurück, die Gemeinden erhielten ihr Recht zurück, sich selbst zu verwalten, etc. Nichts weltbewegendes, aber genau jenes Maß an Freiheit („Wahrheit“), die die Strukturen der Menschen noch gerade so eben aushalten konnten. Der Weg in die richtige Richtung: Dezentralisierung ohne „krebsigen“ Zerfall, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung ohne „krebsiges“ Chaos, Demokratie ohne „krebsige“ Verantwortungslosigkeit.

Die Gegner von BSA waren die verdammten Wahrheits- und Freiheitskrämer mit ihren heeren Ideen. BSA ist zwar nicht gerade aufregend, nicht weltbewegend, nicht sexy, aber es ist der erste Schritt hin zu mehr Lebensfreude (weil es buchstäblich der Weg zurück zur Erde ist, weg von den hehren Ideen), zu mehr „Einzigkeit“ (weil nicht mehr die Idee der „Freiheit“ der Leitfaden ist, sondern das praktische Leben), zu mehr Arbeitsdemokratie.

Nehmen wir mal an, die Stirnerity würde sich durchsetzen. Wäre sie wirklich tragfähig? Wäre das nicht vielleicht ein ziemlich lustloser Haufen, der fatal an jene Pseudo-Stirnerianer im Paris der 1940er und 1950er Jahre erinnern würde: die grämeligen, kreidebleichen, schwarz-in-schwarz gekleideten Existentialisten, die „aus sich heraus ihre selbstverantwortete eigene Welt schaffen“ (oder so)? – Ich meine, wann kommt in einem „Verein“ (von der Betriebsfeier, über die Dorffeier bis zum Fest der Pygmäem im Kongo) wirklich genuine gemeinsame verbindende buchstäblich ansteckende Lebensfreude auf? Wenn der gemeinsamen Tradition gedacht und diese „Vorurteile“ (die für den Außenstehenden vollkommen gaga sind) zelebriert werden! Wenn es über Kopfgeburten, gemeinsame „kalte Interessen“ und Unverbindlichkeiten hinausgeht, d.h. wenn die gemeinsame Einzigkeit gefeiert wird. Identität. Legitimität. „Justified and ancient!“

Linke/Liberal und Konservative (BSA) sind eben nicht die gleiche Kategorie. Auf BSA kann man nicht „hereinfallen“!

Desgleichen mit der „Wissenschaft“: man kann auf den „Szientismus“ hereinfallen, aber eben nicht auf die Wissenschaft. Das eine ist ein Wahngebilde (und gerade die moderne „Wissenschaft“ entwickelt sich immer mehr zu einem solchen bloßen Wahngebilde, das jeden bezug zur Wirklichkeit verliert) – das andere ist Faktizität.

LSR (die totale Gegnerschaft) und BSA („Legitimität“) gehören zusammen: ohne das „anti-aufklärerische“ BSA kann sich die Aufklärung (LSR) nie durchsetzen. Ja sie darf sich sogar nicht (ohne BSA) durchsetzen! (Siehe oben alles zusammengenommen.)

Faschismus ist Ausdruck der Mittleren Schicht. Roter Faschismus ist Ausdruck der Mittleren Schicht mit Hilfe der sozialen Fassade. Und da sind wir gewisserweise immer noch, trotz des Sieges über den Kommunismus: in der kontaktlosen sozialen Fassade. Eine „illigitime“ (also „unechte“) Kontaktlosigkeit, gegen die schon BSA ankämpften, als sie mit der Französischen Revolution und ihren Folgen konfrontiert waren.

Die biologische Fehlrechnung in der Ökonomie (Teil 6)

10. September 2023

Abschließend möchte ich die im vorangegangenen Teil kurz angeschnittene Frage nach dem Zins behandeln. Sie dreht sich letztendlich immer um den „Josefgroschen“: ein vor 2000 Jahren angelegter Taler müßte bis heute Zinsen abgeworfen haben, die alle Rahmen sprengen, d.h. den Zinsmechanismus ad absurdum führen. Dieser unendlichen Kapitalakkumulation sind aber natürlich alle möglichen Schranken vorgeschoben, d.h. immer neue „Resets“ im Verlauf der letzten zweitausend Jahre. Im Normalfall sind Kredite und die mit ihnen verknüpften Zinszahlungen zeitlich beschränkt. Dabei ist alles von der Beziehung und dem Kontakt zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber abhängig, insbesondere aber von der Expertise (vor allem Menschenkenntnis) des letzteren. Es dreht sich hier um ein Kernelement des Geflechts der Arbeitsdemokratie; ein Gewebe, das die Gesellschaft zusammenhält.

Dieses Gewebe hat drei Charakteristika: 1. ist es mit dem Verstreichen der Zeit verbunden, d.h. der Aufrechterhaltung von bioenergetischer Spannung zwischen den Wirtschaftsmitgliedern, die durch den Kredit hervorgerufen und durch den Zins akzentuiert wird; 2. entzieht es sich von seinem Wesen her der staatlichen Kontrolle (tatsächlich ist das gesamte Steuerwesen, das dieser Kontrolle dienen soll, nichts anderes als organisierte Emotionelle Pest); 3. ist der inhärente „Wachstumszwang“ Ausdruck des orgonomischen Potentials. Ein Wort führt diese drei Elemente zusammen: der besagte Josefpfennig!

Um zum Anfang meiner Ausführungen, also zu Teil 1, zurückzukehren, ist es wirklich bemerkenswert, daß der Zins nach der lebensfeindlichen Katholischen Lehre „an sich“ eine Todsünde ist. „An sich“, weil sich heute aus wirtschaftlicher Vernunft kein Katholik daran hält. (Offiziell galt das katholische Zinsverbot nur bis 1820.) Selbst in streng islamischen Ländern, wo man das (in diesem Fall natürlich koranisch begründete) Zinsverbot tatsächlich bis heute durchsetzt, kommt es zu Arrangements, die den Zins nur hinter kreativen Wortschöpfungen verbergen. Zinsen werden dann halt als irgendwelche „Gebühren“ verbucht und diese Verbuchung erfolgt so, daß der Zinscharakter möglichst kaschiert wird.

Wie begründen Katholen ihr an sich vorhandenes Zinsverbot, das dann in einer katholischen ständestaatlichen klerikal-faschistischen Gesellschaft vielleicht eines Tages wieder Realität werden wird? Die Scholastiker folgten Aristoteles: Zinsen seien unnatürlich (weil etwas Lebloses „Kinder“ bekommt) und unmoralisch (weil Privatleute „Steuern“ einziehen, die nicht der Allgemeinheit zugutekommen); natürlich auch Augustinus (man verdiene etwas am bloßen Verstreichen des Mysteriums Zeit, was letztendlich gotteslästerlich ist) und schließlich Thomas von Aquin (unmoralisches Einkommen, da ohne Arbeit erlangt). Diese vier Argumente kann man in einem Begriffsfeld zusammenführen: Zinsen sind sündig, unmoralisch, verwerflich, verworfen, unsolide, ausschweifend, frivol, hemmungslos, lasterhaft, schamlos, liederlich, sittenlos, unzüchtig, verdorben, lose. Zinsnehmen ist wie Hurerei und dieser muß Einhalt geboten werden! Der Katholizismus muß dem lebendigen Leben selbst Einhalt gebieten! Deshalb der Negativzins, das Gegenteil des orgonomischen Potentials. Ursprünglich benutzte man für „Zins“ das urdeutsche und ursprünglich neutral konnotierte Wort „Wucher“ (wuchernde Vegetation). Heute könnte man entsprechend beim Negativzins von „Zerfall“ (der Misthaufen) sprechen.

Übrigens: schon sehr bald werden wir unter dem katholischen Marienbanner (blau mit zwölf goldenen Sternen) der EU Geld aufgedrückt bekommen, das ganz nach dem Geschmack von Papst Franziskus ist: den programmierbaren Digitalen Euro, der, frei nach Gesell, ein Verfallsdatum haben wird, vor allem aber ein moralisches Gewissen – beispielsweise wirst du vielleicht nur noch ein Kilogramm Fleisch im Monat kaufen können.

Geschäftsbanken werden wegfallen und das ganze Kreditwesen wird zu einer politisch bestimmten Zuteilungswirtschaft werden wie einst in der DDR. An und für sich sind wir bereits soweit, denn um heute überhaupt noch an Kredite zu kommen, müssen die Firmen ihre politische Korrektheit signalisieren. Deshalb ja auch die absurden Werbekampagnen mit Negern und Tunten, die zwar die eigentlichen Kunden eher befremden, wenn nicht sogar abschrecken, aber die Geldgeber im Hintergrund bei Laune halten: erst Moral signalisieren, dann Geld!

Wir bewegen uns vom Kapitalismus in die Planwirtschaft, in der alles von der Politik bestimmt wird, wie schon heute bei der endabsurden „Klimawende“ des Kinderbuchautors. Das wird man daran sehen, daß Preise wie einst in der DDR keinerlei Steuerfunktion mehr haben werden. Im (verzerrt) arbeitsdemokratisch geprägten Kapitalismus signalisieren beispielsweise fallende Getreidepreise, daß die Ernte voraussichtlich gut sein wird, die ökonomischen Kapazitäten woanders hingelenkt werden können/müssen und daß für schlechte Ernten Getreidevorräte angelegt und haltbare Getreideprodukte vorproduziert werden. Genauso ist es mit dem Zins bestimmt. Das Zinssignal ist sogar das wichtigste Element der Wirtschaft überhaupt: fällt der Zins, bedeutet das, daß die Produktionskapazitäten nicht ausgelastet sind und man deshalb investieren sollte. Wird der Zins aber künstlich niedriggehalten oder gar negativ, „um die Wirtschaft in Gang zu halten“, entstehen Überkapazitäten; „Blasen“, die irgendwann platzen. Genau das sind die Krebstumoren aufgrund des erwähnten „Zerfall“. Die Pestratten verwandeln diese Gesellschaft in einen Misthaufen!

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 79)

3. September 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Die Weltverschwörung gegen die weiße Rasse, die als einzige Rasse auf diesem Planeten ständig „bereichert“ werden soll und per definitionem weder Opfer des Rassismus noch des Genozids (Umvolkung, DAS SCHLIMMSTE ALLER DENKBAREN VERBRECHEN!) sein kann, – diese Verschwörung hat zwei Aspekte:

Erstens wird die Gesellschaft gnadenlos atomisiert. Jede funktionierende Nachbarschaft im Stadtteil, auch die entlegenste Dorfgemeinschaft, selbst die letzte organisch gewachsene gesellschaftliche Einheit muß zersetzt und letztendlich zerschlagen werden: ideologisch („Selbstverwirklichung“) und materiell (Kapitalinteressen).

Zweitens sollen wir uns immer abwegigeren „Sachen“ unterordnen, d.h. „platonischen Ideen“ wie „der Menschheit“: aktuell verkörpert durch die Masseneinwanderung.

Charles Konia hat diese dialektische Dichotomie aus bindungsloser Vereinzelung und sozialistischer Zentralisierung als „antiautoritäre Gesellschaft“ bezeichnet.

Aber steht der Name „Max Stirner“ nicht als Signum unter der kompletten molekularen Vereinzelung voller egomanischer „einzigartiger“ Paradiesvögel, die beispielsweise frei ihr Geschlecht wählen können und frei sind von jeder zufälligen völkischen Identität?

Nehmen wir zunächst eine andere Frage: Warum wurde Bernd Laska (im großen und ganzen) von den Reich-Leuten und den Stirner-Leuten gleichermaßen abgelehnt?

Bei den Reich-Leuten lag es daran, daß er das Ausweichen ins „Kosmische“, d.h. ins Universale (sei dies nun im Sinne des Marxismus oder im Sinne der „Esoterik“), verunmöglichte und penetrant auf den aufklärerischen Kern von Reichs Denken verwies: die Selbststeuerung.

Die Stirner-Leute (ebenso die paar LaMettrie-Leute), die fast durchweg die eigene Verkorkstheit (beispielsweise bzw. insbesondere Homosexualität) mit dem Eintreten für die „Eigenheit“ verteidigen wollten, wurden durch Laska daran erinnert, daß diese ihre vermeintliche „Eigenheit“ doch nur Ausdruck der verinnerlichten (Un-) Kultur sind. Selbstgesteuerte Menschen sind alles andere als partikular („bunt“), sondern universal im Sinne von „kulturlos“ – schlicht einfach, biologisch.

Es gibt keinen Platz für Laska! „Laska“ steht für den Kampf zwischen denen, die sich selbst (ihre Eigenheit und ihr Eigentum, also Volk und Land) lieben und jenen, die sich selbst hassen. Ich vs. Über-Ich!

Die biologische Fehlrechnung in der Ökonomik (Teil 2)

2. September 2023

Der klassischen Ökonomik zufolge hat die jeweilige „triebhafte“ Selbstsucht der Einzelnen in seiner Gesamtwirkung eine positive Folge für die Gesellschaft als ganzer. Letztendlich würden sich alle Interessen ausgleichen, wenn man davon absieht, daß ab und an der eine oder andere bei diesem Spiel aller gegen alle unter die Räder kommt. Das Problem ist nur, daß sich in der realen Welt letztendlich nichts ausgleicht, sondern alles in wenigen Händen akkumuliert, bis das Spiel in sich zusammenbricht – so wie es Marx, die Österreichische Schule und neuerdings Gunnar Heinsohn analysiert haben.

Laut der Marxschen Mehrwerttheorie ist es das Grundwesen des Kapitals sich zu akkumulieren und damit den Kapitalismus (die Konkurrenz) schließlich selbst aufzuheben. Die Österreichische Schule weist darauf hin, daß das in unserem neofeudalistischen System von den Zentralbanken gedruckte Geld zunächst an die Großbanken und Hedgefonds geht, die das sofort in der realen Wirtschaft investieren, womit sie die Preise künstlich hochtreiben, so daß die nachgeordneten Empfänger des Zentralbankgeldes angesichts der gestiegenen Preise in die Röhre blicken, die Reichen ohne jedweden realen Beitrag zur Wirtschaft immer reicher werden und schließlich das vollkommen kopflastig gewordene System kollabiert. Ähnlich bei Heinsohn: die Karten (Eigentumstitel) werden verteilt und das Monopoly-Spiel ist zuende, wenn schließlich alle Karten in einer Hand sind (Monopol). Zwangsläufig muß es zum kataklystischen Great Reset kommen und das Spiel beginnt von vorn.

Bei all diesen Theorien wird das biosoziale Grundproblem außer acht gelassen, daß die Menschen eben nicht nach ihren eigenen Interessen handeln, also gar nicht „egoistisch“ sind, und schon gar nicht solidarisch („altruistisch“) handeln. Sie sind nämlich eben nicht Herr im eigenen Haus, d.h. ihr Ich ist ständig vom Über-Ich fremdbestimmt. Der Kapitalakkumulation geht eine sozusagen „Moralakkumulation“ voran: die Inkorporation der gesellschaftlichen Vorgaben in Gestalt des Über-Ich. LaMettrie beschreibt die „Moralakkumulation“ wie folgt:

Hier [bei der „Moral der Natur“] braucht man sich den angenehmen Impulsen der Natur nur zu überlassen; dort [bei der künstlichen Ethik] muß man sich verkrampfen und gegen sie ankämpfen. Hier genügt es, sich nach sich selbst zu richten, das zu sein, was man ist, und sozusagen sich selbst zu ähneln; dort muß man gegen seinen Willen den anderen ähneln, muß man leben und fast sogar denken wie sie. Welch ein Betrug! (Philosophie und Politik, S. 10f)

DAS und nichts anderes ist der Kern jedweder ökonomischen Ausbeutung! Aktuell können wir diese „Moralakkumulation“, und wie sie zur „Kapitalakkumulation“ wird, unmittelbar beobachten. Im Rahmen der Political Correctness wird radikal alles durchmoralisiert, selbst harmloseste Witze werden zum Tabu, die heutigen Jugendlichen sind „moralischer“ als je zuvor – und das dient unmittelbar den Superreichen.

Durch die Panzerung (das Über-Ich ist der psychische Aspekt der Panzerung) bilden sich sekundäre Triebe aus, die nach (Ersatz-) Befriedigung verlangen, gleichzeitig werden die Menschen so domestiziert, daß sie bei diesem Spiel mitmachen. Das ist m.E. der Kern von Reichs 1933 verfaßter Massenpsychologie des Faschismus. Seine kommunistischen Gegner haben das damals intuitiv erfaßt und Reich mit einem Todesbann belegt (ähnlich wie es die Katholische Kirche getan hatte), während Reich selbst sich immer noch als treuer Marxist betrachtete.

Indiana Jones 5

5. Juli 2023

Der neue Indiana Jones-Film, der fünfte und letzte in der Reihe, ist aus fünferlei Gründen absolut bemerkenswert. Wie kaum etwas anderes bildet er den BIOENERGETISCHEN Zustand unserer gegenwärtigen Gesellschaft ab:

1. Wenn man ihn mit den ersten Teilen vergleicht, fällt sofort ins Auge, daß diese mit Lichtkontrasten, Perspektive, Schattenwurf spielten und dabei ganz offensichtlich auf eine Tradition aufbauten, die auf den deutschen Expressionismus, der den Stummfilm beeinflußte, und weiter zurück auf Rembrandt und die gesamte Bildsprache seit der Renaissance zurückgriff. Der jetzige Film hingegen ist vollkommen flach, und zwar in jeder denkbaren Beziehung, ausgeleuchtet wie eine Kühlkammer. Im Vergleich der Filme wirkt das, als solle die Auswirkung einer extremen AUGENPANZERUNG dargestellt werden.

2. In den ersten vier Teilen hatten die Actionszenen eine Funktion im Plot. Sie wirkten wie Improvisationen in einem Jazz-Stück, die zwar eben das sind, Improvisationen, aber doch der vorgegebenen melodischen, harmonischen und rhythmischen Struktur folgen und diese sogar weiter akzentuieren und bestärken. Im fünften Teil hingegen sind die Actionszenen sinn- und funktionslose Materialschlachten. Was fehlt ist die KOORDINATION. Wir sehen unmittelbar ein Abbild des gesellschaftlichen Zerfalls, der vor allem ein bioenergetischer Zerfall ist (das formgebende, „morphogenetische“ Feld dünnt aus und kollabiert).

3. Die gesamte Komposition, der Plot des Films, macht keinen Sinn. Figuren tauchen auf und verschwinden wieder, die keine Rolle spielen, die Teile bzw. Akte des Dramas, sind vollkommen desproportioniert und am Ende weiß man gar nicht, was das ganze überhaupt sollte. Indiana Jones ist zu den alten Römern und Griechen zurückgekehrt, um Adolf Hitler das Leben zu retten, die ihn 1969 umbringen wollten – oder so ähnlich. Was bleibt ist vollkommene SINNLOSIGKEIT.

4. Der einzige Sinn und Zweck dieses fast dreistündigen kompletten Schwachsinns scheint es zu sein die Hauptfigur, den „alten weißen Mann“, lächerlich zu machen und zu dekonstruieren, sämtliche Autoritäten zu entzaubern und aus der Welt eine in jeder Hinsicht perspektivlose, d.h. ANTIAUTORITÄRE Utopie zu machen: flach, struktur- und damit hierarchielos, kontrast- und schattenlos, desorganisiert und ohne Sinn und Verstand.

5. Als wäre das nicht genug, wird die Gegenspielerin/Mitstreiterin von Indiana Jones, die eindeutig zu einer Art „Indiana Jane“ für zukünftige Folgen des Films aufgebaut werden soll, als eine veritable Psycho- bzw. SOZIOPATHIN dargestellt und zwar als eine, mit der sich das Publikum identifizieren soll. Ein vollkommen empathie- und gewissenloser, dafür aber „cooler“ und allen normalen Sterblichen haushoch überlegener Homo novis, der sich nie in Frage stellt, keine innere Entwicklung hat und vor allem von Anfang an absolut unfehlbar ist. Wir sind so weit, daß der Emotionelle Pest-Charakter quasi offiziell zum Leitbild der Gesellschaft erklärt wird!

Indiana Jones 5 ist das perfekte Abbild, die perfekte Propaganda und der perfekte Katalysator für die Endstufe der menschlichen Zivilisation: die antiautoritäre emotionale Wüste. Willkommen in der DOR-Hölle!

Von den Massen lernen, heißt siegen lernen

29. Juni 2023

Ich habe mich damit beschäftigt, wie der Dialog buchstäblich unsere menschliche (menschengemachte) Umwelt erschafft. Das wirkt weniger fremdartig, wenn man sich vergegenwärtigt, daß das gesamte Universum Produkt eines „Dialogs“, d.h. von Dialektik ist: alles, wirklich ausnahmslos alles, läßt sich mit orgonometrischen Gleichungen beschreiben, weil die Bifurkation und das Gemeinsame Funktionsprinzip das Wesen des Universums selbst ausmacht.

Letztendlich wird alles von orgonotischen Prozessen, der Orgonenergie selbst, bestimmt. Das gilt auch für Gesellschaft, Ökonomie und Politik. Wie Reich in Menschen im Staat ausgeführt hat, ist der Geschichtsprozeß nichts weiter als Bewegung der Orgonenergie. Warum war Reich zu seiner Zeit so erfolgreich und warum ist die gegenwärtige Orgonomie so erfolglos? Weil Reich auf bereits existierenden Wellen auf den Ozean der Massen ritt, während die gegenwärtige Orgonomie versucht Wellen zu erzeugen, was sowohl lächerlich als auch größenwahnsinnig ist. Verliere nie den Kontakt zu den Massen, sonst bist du verloren. Ich meine nicht opportunistischen Populismus, der eh nur kurzfristigen Erfolg bringt, sondern den Kontakt zu den „revolutionären“ Unterströmungen bzw. allgemein zum fortschreitenden gesellschaftlichen Prozeß, was mit einem dauerhaften Erfolg einhergeht.

Reich zufolge muß man wissen, wohin sich die Massen bewegen werden, bevor diese selbst es wissen, und somit ihr natürlicher Führer sein. Es geht um orgonotischen Kontakt, um das, was man gemeinhin „politisches Gespür“ nennt. Das gilt nicht nur für die Politik, sondern natürlich auch für die Wirtschaft. Zu wissen, was die Kunden wirklich wollen, bevor sie überhaupt wissen, daß sie es wollen! Das ist der Schlüssel zum Erfolg in der Wirtschaft wie auch in der Politik. Das ist es, was man „Menschen inspirieren“ nennt.

Natürlich kann es in der Politik nicht darum gehen, irgendwelchen läppischen „Trends“ zu folgen, sondern freiheitliche („revolutionäre“) Impulse zu registrieren und ihnen zum Bewußtsein ihrer selbst zu verhelfen. Die Gesellschaft ist krank und strebt danach die natürliche Selbstregulation wiederherzustellen. Was Not tut, kann man nicht aus Büchern lernen, man kann keine „Theorien umsetzen“, ohne sich lächerlich zu machen, sondern man kann nur das tun, was jeder Orgonom tut, wenn er beispielsweise den Reichschen Bluttest durchführt: die orgonotische Strömung selbst beobachten. Im gesellschaftlichen Bereich ist das „Labor“ die Straße, der Arbeitsplatz, die Familie, das gesellschaftliche Leben selbst. Der einzige Unterschied ist, daß man den „dialektischen“ (orgonomisch-funktionalistischen) Blick hat und ein möglichst unverzerrtes Gespür für orgonotische Prozesse, die im Gesellschaftsleben zum Ausdruck kommen (Erstrahlung, Anziehung, Expansion, Kontraktion, Puls, Welle, Ladung, Entladung, Assoziation, Dissoziation, Bifurkation, Fusion, Transformation, Homogenität, etc.).

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 70)

28. Juni 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Meines Erachtens gibt es zwei Aspekte von „Tiefe“. Einen vertikalen Aspekt, bei dem es um den Kontakt mit dem „tiefliegenden“ bioenergetischen Kern geht. Aber es gibt auch einen „horizontalen“ Aspekt der Tiefe – die Tiefe des Raumes: 1. wie weit kannst du sehen; 2. siehst du alternative Perspektiven; 3. wie gehst du mit der einfachen Tatsache um, daß du, was immer du auch tust, stets im perspektivischen Zentrum stehst?

Wir alle kennen das, daß wir Kontakte verlieren, weil das Gegenüber immer oberflächlicher wird. (1) Er sieht nicht, daß er mit dem Kontaktabbruch seine eigenen Zukunftsmöglichkeiten beschneidet. (2) Er ist der beschränkte Kleine Mann, der nur seine eigene Sichtweise sieht – er erkennt seine eigene Kleinheit nicht und wird deshalb ungerecht. (3) Er hat eine infantile Einstellung und sieht sich selbst als Mittelpunkt des Universums mit allmächtigen magischen Kräften, statt das Leben als Herausforderung zur Selbstregulierung zu nehmen.

Tiefe kann nur in ihren zwei oder besser gesagt vier Aspekten richtig verstanden werden: Wo befindest du dich strukturell? In der sozialen Fassade? In einer Fassade, die nur ein Vorwand für die sekundäre Schicht ist? In der sekundären Schicht? Im Kern, der durch die sekundäre Schicht verzerrt wird? usw. Plus: 1. Wo stehst du in deiner Entwicklung? a. Bist du ein Kind (Freiheit) oder ein verantwortungsbewußter Erwachsener, der zukünftige Konsequenzen sieht; sieht, was am Horizont liegt und näher kommt? b. Kannst du dich in eine andere Person hineinversetzen, d.h. die Perspektive wechseln? c. Aufgrund deiner bloßen Existenz und Wahrnehmungsfähigkeit stehst du in jedem Augenblick im Mittelpunkt des Universums. Macht dich das solipsistisch und oberflächlich, oder macht es dich wahrhaft lebendig? Für mich sind das die vier Aspekte der Tiefe. Ein Baby zum Beispiel ist ganz Kern, aber es steht am Anfang seiner Entwicklung. Ein manipulierender EP-Charakter ist in der Lage, die Perspektive zu wechseln, um Menschen zu manipulieren, aber er ist völlig von seinem Kern abgeschnitten usw.

Die vier Aspekte des Mangels an Tiefe sind ein Gesamtpaket. Man nehme etwa Amerika, das nur noch Fassade ist („Image“), völlig unverantwortlich (man denke etwa die außer Kontrolle geratene Gelddruckerei), ideologisch („woke“) und größenwahnsinnig (Ukraine, Taiwan).

Bei Punkt 4 meiner Definition von Tiefgründigkeit (das Zentrum des [oder vielmehr deines] Universums zu sein) war ich mir selbst nicht sicher, was das überhaupt bedeutet. Nun, es wird in diesem Lied ausgedrückt:

Als ich jung war, war ich der netteste Kerl, den ich kannte. Ich dachte, ich wäre der Auserwählte. Aber die Zeit verging und ich fand ein oder zwei Dinge heraus. Mein Glanz verblaßte mit der Zeit. Ich dachte, ich lebte das perfekte Leben. Aber in den einsamen Stunden, wenn die Wahrheit zu beißen beginnt, dachte ich an die Zeiten, in denen ich mich abwandte und alles abwürgte. Ich bin doch kein netter Kerl. Als ich jung war, gab es keine Alternative zu mir. Ich war sicher, alles im Griff zu haben, aber die Zeit verging und ich verlor mich in dem, was ich vorfand. Die Beweggründe verblaßten, der Weg wurde unsicher. Ich dachte, daß ich das Leben auf die einzig mögliche Art und Weise lebte. Aber als ich sah, daß das Leben mehr als nur der nächste Tag war, wandte ich mich um und las die Schrift an der Wand. Ich bin doch kein netter Kerl. Ich bin doch kein netter Kerl. In all den Jahren, die du zwischen deiner Geburt und deinem Tod verbringst, stellst du fest, daß es viele Zeiten gibt, in denen du hättest innehalten sollen. Es ist ein ziemlicher Schock, wenn dieser Trip dich schließlich zu Fall bringt.

Wie einer der Kommentatoren unter dem Video schrieb: „Ich liebe die Lyrics. Es ist ziemlich tiefgründig. Im Grunde genommen geht es um den Kern des Erwachsenwerdens: Du stellst fest, daß du nicht das Zentrum des Universums oder die Hauptfigur in einer Geschichte bist. In Wirklichkeit bist du vielleicht der Bösewicht in der Geschichte von jemand anderem.“ Werde erwachsen!

Wie die Emotionelle Pest in Amerika Legitimität erlangte

13. Juni 2023

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