Betrachtet man solche Analysen, ist immer mitzudenken, daß das äußere Leben und das Innenleben funktionell identisch sind, d.h. wirst du im Inneren von der sekundären Schicht, diesem Wirrwarr aus (vermeintlich) hochmoralischen Geboten und Verboten, die böse destruktive Antriebe mehr schlecht als recht in Schach halten, beherrscht, baust du dir eine Gesellschaft auf, die dem Alptraum entspricht, auf den sich Deutschland unaufhaltsam hin entwickelt. Und umgekehrt kann jeder sehen, was die bedrückenden gesellschaftlichen Umstände im Kind anrichten: sie werden Charakterstruktur (sekundäre Schicht) und reproduzieren sich so selbst. Die emotionale Wüste erzeugt reale Wüsten (in diesem Fall Industriebrachen und Slums), reale Wüsten erzeugen die emotionale Wüste in den Menschen und so fort. Das erleben wir gerade real beim Untergang der deutschen Nation mit! Man spreche mit einer beliebigen Grundschullehrerin!
Freud zufolge ist das Ich der Teil des Es, der durch den unmittelbaren Einfluß der Außenwelt verändert worden ist. Man kann die psychische Instanz „Ich“ also durchaus mit der oberflächlichen „sozialen“ Schicht der Reisch’schen Bioenergetik in Verbindung bringen. Ohne die Gesellschaft hätten wir schlichtweg kein Ich. Dennoch repräsentiert das Ich „uns“, d.h. unseren bioenergetischen Kern, oder besser gesagt, es sollte uns repräsentieren. Leider trennt die sekundäre Schicht (bioemotional) uns von uns selbst. Das, diese bioenergetische Atrophie des Ich, wiederum untergräbt die eigentliche Funktion des Ichs, nämlich das (biosoziale) Zusammenspiel mit anderen Ichs („dem Du“) und der Gesellschaft als Ganzes.
Dieses Bild kompliziert sich, weil die sekundäre Schicht letztlich selbst ein SOZIALES Phänomen ist: Die sekundäre Schicht ist verinnerlichte soziale „Moral“. Auf diese Weise hat, nochmal, das ICH keine Substanz, denn es ist vom bioenergetischen Kern durch die dazwischen liegende sekundäre Schicht abgetrennt, d.h. es ist schwach, deshalb wetterwendisch („vergesellschaftet“) und fällt sowohl der „(ver)inner(licht)en Gesellschaft“ (der sekundären Schicht) als auch der äußeren Gesellschaft leicht zum Opfer.
Ein perfektes Beispiel dafür ist der rotgrüne Gutmensch, dessen Ich sowohl von Schuldgefühlen gequält wird, die aus der sekundären Schicht ihm entgegen sickern („Du mußt woke sein!“), als auch leicht von den rotfaschistischen Parteigranden und ihrer Medienmaschine ausgespielt werden kann.
Der rotgrüne Gutmensch ist schwach, weil sein Ich keine Verbindung zu seinem bioenergetischen Kern hat und sein Ich im sozialen Umfeld dysfunktional ist. Das sieht man allein schon daran, daß es keine rotgrünen Meme gibt und die Rotgrünen verzweifelt den freien Austausch der Nicht-Rotgrünen in den sozialen Medien unterbinden müssen. Es sind soziale Krüppel, bioenergetische Zombys, die nur überleben können, indem sie auch die Gesunden verkrüppeln!
All dies wird von den rotgrünen Spitzenkandidaten selbst verkörpert! Man vergleiche sie mit den Repräsentanten der AfD, deren Ich sowohl mit ihrem bioenergetischen Kern verbunden ist (natürliches Charisma, das Ausstrahlen natürlicher Autorität) und gleichzeitig die Befähigung besitzt, in sozialen Situationen SPONTAN mit anderen zu interagieren. AfDler sind sowohl bioemotional als auch biosozial in Kontakt.
Das Ich des Konservativen ist authentisch und erfüllt gleichzeitig seine eigentliche Funktion im sozialen Umgang: kein Ich ohne ein DU! Letztendlich geht es um wechselseitige bioenergetische Erregung zur gemeinsamen lustvollen Expansion. Er verkörpert die Arbeitsdemokratie im eigenen Organismus und im Umgang mit anderen (vgl. Reichs Äther, Gott und Teufel). Hingegen ist das Ich des Linken isoliert und kann nur existieren, indem es sich an gesellschaftliche Vorgaben anpaßt. Er ist charakterstrukturell ein Mechanist, weil er keinerlei Zugang zu seinem bioenergetischen Kern hat, und ein Kollektivist, weil er ganz in den gesellschaftlichen Vorgaben aufgeht, ohne dabei wirklichen Kontakt zum konkreten, lebendigen „Du“ zu haben. Er ist verloren und dem Untergang geweiht. In seiner Verzweiflung versucht er alles mit in den Abgrund zu ziehen. Daß er Planwirtschaftler ist, ist kein Zufall. Das gleiche gilt für seine Existenz als „Visionär“, als „moralische Instanz“ und nicht zuletzt als vermeintliches „Opfer von Nazis“, d.h. von uns Konservativen: die bioenergetische Isolation des Ich macht wahn-sinnig, größenwahnsinnig und paranoid.
Die Antworten auf die Frage nach der Herkunft des hysterischen, fast schon psychotischen „Kampfes für die Demokratie und gegen Donald Trump und die AfD“ sind durchweg zweierlei Natur: entweder wird „materialistisch“ auf die Angst der intellektuellen Negativauswahl verwiesen, von den Pfründen der „demokratischen“ Macht verdrängt zu werden, oder es wird „idealistisch“ das ernst genommen, was diese „demokratischen“ Gestalten als Rechtfertigung absondern – es gehe um ihre „demokratischen Ideale“.
Mich persönlich hat von jeher die historisch-materialistische Perspektive fasziniert, nämlich daß das geistig mediokere „Intellektuellen-Proletariat“ (Studienabbrecher, Plagiatsbetrüger, Kinderbuchautoren, Außentoastbrote, Absolventen von nutzlosen Laberfächern, etc.) schlichtweg seine kleinbürgerlichen Klasseninteressen durchsetzt. Zum eigentlichen, dem bio-energetischen Kern der Angelegenheit führt aber eher der „geistesgeschichtliche“ Ansatz: der Konflikt zwischen zwei unversöhnlichen „Visionen“ davon, wie man die Gesellschaft in Zukunft gestalten soll – „demokratisch“ oder „populistisch“.
Woher diese viszerale Angst und Panik angesichts des Populismus? Zunächst einmal müssen wir fragen, was das überhaupt sein soll, „Populismus“. Offensichtlich geht es um eine Politik „aus dem Bauch heraus“. Stichworte wie „kurzen Prozeß machen“, „unser Land“, „ich habe Angst“, „mir platzt die Hutschnur“ etc. mögen ausreichen = muskuläre Abwehr. Dagegen stehen dann „demokratische Gepflogenheiten“, die man auf das Diktum reduzieren kann, daß „es keine einfachen Antworten auf komplizierte Probleme geben kann“ = intellektuelle Abwehr. Kopf statt Bauch!
Offenbar taumelt „der Kopf“ (verkörpert durch das besagte Pseudo-Intellektuellen-Lumpenproletariat) von einem Schwindelanfall in den anderen, weil er zunehmend vom „Bauch“, dem bioenergetischen Kern, abgetrennt ist. Das sieht man insbesondere an der angeblich „christlichen“ CDU, die in ihrem „Kampf gegen Rechts“ mittlerweile fanatischer geworden ist als selbst die SPD. Erklärlich ist das, weil das Christentum in den letzten Zügen liegt und, abgesehen von ein paar schizophrenen Sonderlingen, wirklich niemand mehr an Gott wirklich glaubt, selbst die wenigsten Priester und Pastoren tun das. Um überhaupt noch irgendeinen Halt im Leben zu finden, wendet sich deshalb der CDUler der „Ethik“ zu, DEM Guten, und identifiziert sich mit der sozialen Fassade mit einer Inbrunst, die einst „Gott“ galt.
1. Die muskuläre Abwehr, die den konservativen („populistischen“) Charakter auszeichnet, wird zunehmend durch eine intellektuelle („demokratische“ a la „demokratische Volkrepublik“) Abwehr verdrängt;
2. gesellschaftlich tut sich das in der wachsenden Spaltung zwischen einer pseudo-intellektuellen Nomenklatura in Politik, Medien und „Wissenschaft“ auf der einen Seite und den breiten „populistischen“ Massen auf der anderen Seite kund – ein klassischer Klassenkonflikt zwischen Parasiten und Arbeitern.
3. Bei Gesundheit sind die Kreiselwelle (das energetische Orgonom, Zentrales Nervensystem – „Kopf“) und die Pulsation (das orgonotische System, Vegetatives Nervensystem – „Bauch“) zwei Funktionen, die sich wechselseitig anziehen und einander ergänzen. Infolge von Panzerung wird daraus ein antagonistischer Gegensatz, was den Konflikt innerhalb der einzelnen Person („Kampf gegen die egoistischen Triebe“) und in der Gesellschaft („Kampf gegen den Populismus“) erklärt.
4. Während der „Populist“ weitgehend aus dem bioenergetischen Kern heraus funktioniert, wenn auch mystisch verzerrt, was bedeutet, daß er „in Gott ruht“, lebt der „Demokrat“ ausschließlich in der oberflächlichen, äußeren Fassade und muß entsprechend ständig seine moralische Überlegenheit gegenüber „Populisten“ und seine moralische Konformität gegenüber anderen „Demokraten“ signalisieren. Nur das hält diese Zerebral-Kreaturen überhaupt am Leben, denn abgetrennt von „Gott“ (dem orgonotischen System) würden sie, der Kreiselwelle folgend, buchstäblich in den kosmischen Weiten verlorengehen. Nur das soziale Netz des Gutmenschentums hält diese verlorenen Seelen, diese ätherischen Wanderwitze, noch auf diesem Planeten fest.
Irgendwie fehlt das „Abstract“ zum LSR-Projekt. Man weiß nicht recht, worauf man sich einläßt und worauf man achten soll. Das scheint mir generell das Problem zu sein, wenn man „so allein vor sich hin tüftelt“: daß man sozusagen sich die Sahnestücke für zuletzt aufbewahren will – es fehlt der heilsame Zwang die Zusammenfassung an den Anfang der Arbeit zu stellen. Der Autor sitzt zuhause und reibt sich genüßlich die Hände bei der Vorstellung, wie der Leser jene Landschaft durchschreitet und in sich organisch aufnimmt, die der Autor für ihn geschaffen hat, um ihn zu ganz bestimmten Ausblicken zu führen. Und wie fühlt sich der Leser? WENN er überhaupt angefangen hat, das unbeschilderte Land zu betreten, d.h. zu lesen, fühlt er sich als würde er durch ein sinnlosen finsteren Irrgarten stolpern, wobei er sich ständig fragt: „Was mach ich hier eigentlich? – und was soll das ganze überhaupt?“
Also: zuerst die Resultate präsentieren! Auch wenn es weh tut: „Perlen vor die Säue werfen!“, „Jetzt verpufft meine hart erarbeitete Wahrheit!“ Die gleich am Anfang präsentierten Früchte kann der Leser wohl nicht würdigen, vielleicht nicht mal verstehen, aber er weiß, worauf er bei der Lektüre achten soll. Zumindest sollte man erklären, was man mit ihm vorhat.
Ein solches „Abstract“ liegt nun mit dem von dem Würzburger Philosophen Dr. Christian Fernandes herausgegebenen Laska-Anthologie Das LSR-Projekt vor.
Man erlaube mir einen eigenen kleinen Versuch:
Begriffe wie „Selbstsucht“, „Egoismus“, „Eigensinnigkeit“, „Sichgehenlassen“ haben zu recht einen denkbar schlechten Leumund. Gleichzeitig erweist sich jedem denkenden und historisch versierten Menschen „die Gesellschaft“, an die man sich anpassen soll, um nicht „selbstsüchtig“, „rücksichtslos“ etc. zu sein, als denkbar „irrational“, im Sinne von destruktiv, verblendet und dem sicheren Untergang geweiht. Jeder Mensch, der in dieser Gesellschaft aufwächst und durch sie „enkulturiert“ wird, verinnerlicht vom Tage seiner Geburt an diese Irrationalität, so daß seine vermeintliche „Eigensinnigkeit“ schließlich nur Ausdruck dieser Irrationalität sein kann. Die Irrationalität wird dadurch verdoppelt, daß die als „Über-Ich“ verinnerlichten gesellschaftlichen Gebote, das bekämpfen sollen, was es ohne sie gar nicht gäbe. Genau das bezeichnet Bernd A. Laska als „irrationales Über-Ich“. Potenziert wird diese Irrationalität dadurch, daß durch die Bildung des „irrationalen Über-Ich“ die Selbstregulierung jedes Einzelnen durch ein „rationales Über-Ich“ (schlichtweg Rücksicht auf andere gemäß der im ungestörten Sozialverkehr jedem sich von selbst evident werdenden Goldenen Regel) unmöglich gemacht wird.
1. Nicht wie ein kleiner Mann der abgehobenen zentralen „Autorität“ folgen (Kontaktlosigkeit, Faschismus), sondern die Gesellschaft als ein Netz von lokalen Autoritäten organisieren (Kontakt, Arbeitsdemokratie).
2. Eine echte Gesellschaft mit innerem Zusammenhalt bilden (Solidarität) und nicht eine mechanische Ansammlung von verängstigten, paranoiden Kleinen Männern, die jederzeit bereit sind, ihrem „diversen“ Nachbarn aus schierer Panik die Kehle durchzuschneiden. Gemeinschaft (Selbstregulierung, Identität) statt Atomisierung (Fremdbestimmung, Entfremdung).
3. Wirkliche Reue, d.h. den riesigen Balken im eigenen Auge zu sehen und den winzigen Splitter im Auge des Nachbarn zu ignorieren, ist die Überwindung des Kleiner Mann-Seins.
4. Der Kleine Mann ist ein eingebildeter Fatzke, weil er seine eigenen Sünden nicht sehen will, d.h. er distanziert sich nicht von seiner sekundären Schicht.
5. Der Kleine Mann bleibt in seinen Unzulänglichkeiten gefangen und ist nicht lernwillig, d.h. er will klein bleiben, anstatt zu lernen und immer besser zu werden, um seine eigenen Unzulänglichkeiten zu überwinden.
6. Wenn man sich auf die Unzulänglichkeiten anderer konzentriert, um sich ihnen überlegen zu fühlen, zementiert man seinen Status als Kleiner Mann, weil man seine eigenen Unzulänglichkeiten ignoriert und sogar kultiviert.
7. Wir können niemanden ändern, außer uns selbst. Der Kleine Mann hingegen versucht, andere zu ändern, während er selbst derselbe bleibt.
8. Der Kleine Mann kann nicht wirklich beten, d.h. mit der kosmischen Quelle des Lebens und der Liebe in Resonanz treten und mit ihr in Einklang kommen – denn er ist wirklich gepanzert, d.h. gefangen in seinem eigenen, selbst geschaffenen Gefängnis, seiner eigenen HÖLLE, getrennt von Gott in alle Ewigkeit.
9. Der Kleine Mann kann sich nicht für seine Mitmenschen öffnen. Er ist frei von jeglicher Großzügigkeit, d.h. er ist ein selbstgeschaffener Dämon in seiner eigenen Hölle; ein Vampir, der die Energie anderer Menschen aussaugt. Anstatt eine Quelle des Lebens zu sein, ist er der leibhaftige Sensenmann.
10. Der Kleine Mann ist ein Kleiner Mann, weil es ihm an jeglicher Bescheidenheit fehlt und er in der Illusion von Größe und Überlegenheit gefangen ist. Er weiß schlichtweg nicht einmal, daß er ein Kleiner Mann ist.
11. Der Kleine Mann will „Freiheit“ ohne Verantwortung und steuert damit auf seine eigene Versklavung zu.
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Bernd Laska unterscheidet zwischen irrationalem und rationalem Über-Ich, durchaus in Abgrenzung zu Stirner, der an einigen Stellen nicht ganz sicher formuliert, was den „Egoismus“ und die „Eigenheit“ betrifft. Stellen, die von Konservativen auf der einen und „Postmodernen“ auf der anderen Seite gelegentlich höhnisch-anklagend hervorgehoben werden, um Stirner zu verdammen; bzw. geschätzt und betont werden, um Stirner zu vereinnahmen. Das letztere gilt beispielsweise für Perverse jeder Couleur, die „nun mal so sind“ und dabei vergessen machen, daß sie „so“ gemacht wurden.
Gemacht wurden sie in einer Gesellschaft, die von willkürlichen heiligen Prinzipien bestimmt wurden, welche nur Unheil anrichten konnten, im Gegensatz zu pragmatischen Regelungen, wie wir sie in jedem Gesellschaftsspiel oder bei jedem Mannschaftssport akzeptieren. Es geht um den Unterschied zwischen Ethik, die im Kern immer sexualfeindlich und damit „perversions-generierend“ ist, und vollkommen neutralen Vorschriften, die jederzeit in Frage gestellt werden können, wenn sie dem Zusammenleben nicht zuträglich sind.
Laskas Konzept lautete in einer privaten Mitteilung mir gegenüber: je schwächer das irrationale „fremdinduzierte“ Über-Ich ist, desto stärker kann das rationale „selbstgesetzte“ werden, denn der „genitale Charakter“ ist ja kein Spielball von Launen, sondern in der Lage, seine Triebökonomie so zu regulieren, daß er zeitlich ferne „selbstgesetzte“ Ziele ins Visier nehmen kann.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es mit dem Dreischichtenmodell Reichs genauso: es gibt die irrationale, verlogene Fassade und es gibt die irrationale, pestilente sekundäre Schicht. Wenn die beseitigt sind, liegt dann der Kern offen da? Nein, denn er wird umgeben von der rationalen, sozialen Fassade (die die Arbeitsdemokratie und selbst das private Liebesleben erst funktionsfähig macht, denn wo wären wir, wenn wir immer „ungalant“ ehrlich wären?!) und der rationalen Mittleren Schicht, die in etwa dem entspricht, was man in der Alltagssprache als „Charakter“ bezeichnet (die Fähigkeit sich diszipliniert zu verhalten, sich Ziele zu setzen, die Befriedigung aufschieben, sich einzuordnen, wenn es einem langfristig zuträglich ist, etc.).
Man denke nur an das Gesellschaftsspiel oder den Mannschaftssport mit „Pokerface“, Finten, Tricks oder beispielsweise die „altruistische“ Paßkombination beim Fußball, statt mit einer weit geringeren Torchance, aber höherer Chance des eigenen Ruhms, selbst auf das Tor zu ballern. Man kann sich verstellen und man kann sich zurücknehmen, ohne „besessen“ oder gepanzert zu sein.
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Das Zentrum von Hegels Philosophie ist die Frage, wie Bewegung überhaupt möglich ist. Jeder kennt das Paradoxon des Zenon: Ein Pfeil kann sich vom „philosophischen Standpunkt“ aus nicht bewegen, denn in jedem Moment, in dem wir den Pfeil mit unserem „philosophischen Auge“ betrachten, steht er still, wie die Einzelbilder eines Kinofilms. Nach Hegel ist die Bewegung nur möglich, weil zwei sich gegenseitig ausschließende Tatsachen (wie: der Pfeil ist entweder hier oder der Pfeil ist dort) koexistieren können (Bewegung des Pfeils). Diese Einheit von „hier“ und „dort“ ist (sic!) das synthetische Funktionieren des Verstandes, und so ist alles um uns herum eigentlich nichts als Geist oder vielmehr die Entfaltung des „reinen Geistes“ der Logik und ihrer Bewegungsgesetze jenseits von Zeit und Raum: (schrecklich verkürzt) These, Antithese, Synthese.
Dieser „Geist“ ist autonom, d.h. weder mein Geist („hier“) noch dein Geist („dort“), sondern universeller Geist. Der reine und dann entfaltete Geist wird zum „absoluten Geist“, wenn er sich in Kunst und Musik, Religion und Philosophie manifestiert, wo bzw. weil sich der Geist schließlich seiner selbst bewußt und damit „absolut“ wird. Der „absolute Geist“ ist die höhere Synthese aus dem „subjektiven Geist“ des Einzelnen und dem „objektiven Geist“ der Ethik: Familie, Gesellschaft, Staat. Der „objektive Geist“ wiederum manifestiert sich in der Geschichte der Welt, und die Geschichte der Welt ist nichts anderes als die Geschichte der Staaten, Reiche und Dynastien. Das Endziel dieser Entwicklung ist, wie gesagt, der „absolute Geist“. Deshalb muß das egoistische Individuum, das die Entwicklung des „objektiven Geistes“ behindert, um jeden Preis unterworfen werden, d.h. es muß vollständig der Ethik untergeordnet werden. Der Staat ist alles, denn der Staat ist die Manifestation Gottes, bzw. der Staat führt zu Gottes endgültiger Manifestation als absoluter Geist. So waren „Staaten mit philosophischem Ziel“ wie Nazi-Deutschland und die (in philosophischer Hinsicht durch und durch „germanische“) Sowjetunion die höchsten Manifestationen des Hegelschen Denkens.
Marx war die Fortsetzung von Hegel: die vollständige Unterwerfung des egoistischen Individuums unter die Idee der Humanität, d.h. die preußische Schule. Stirner war das Gegenteil von Hegel: „egoistische“ Selbstregulierung, d.h. sozusagen Neills Summerhill. Stirner war ein Todfeind der Ethik an sich. Er war gegen das „Über-Ich“ und für die Kinder der Zukunft, genau wie LaMettrie und Reich.
Man denke auch an die Liebesaffäre zwischen der Adlerschen und Freudschen Psychoanalyse auf der einen und dem „Trotzkistischen“ Bolschewismus auf der anderen Seite. Über die „Bucharinistische Pädologie“ reichte bis zum Stalinschen Terror eine gerade und vollkommen logische Linie: das Animalische im Menschen „vermenschlichen“ und das „Individualistische“ kollektivieren. Schaut man zurück auf Hegels Ausgangspunkt bei Zenon beruht im Dialektischen Materialismus die Bewegung der Materie selbst letztendlich auf dem Über-Ich (Gott!) – und der Marxismus erweist sich als allerfinsterste Reaktion: alles geht auf den „Geist“ zurück und zielt auf dessen Absolutierung – auf das triumphierende Über-Ich.
Die psychologische Orgonomin Virginia L. Whitener schreibt in der letzten Ausgabe des Journal of Orgonomy etwas über die Emotionelle Pest, das paßgenau auf die gegenwärtige Ampelregierung mit pestilenten Charakteren wie Baerbock, Habeck, Scholz und Lauterbach zutrifft, ganz zu schweigen von schlichtweg grotesken Gestalten wie Kevin Kühnert, Saskia Esken und Ricarda Lang, die nur leben können, indem sie das Leben anderer Menschen, eines ganzen Volkes systematisch zerstören. Bezeichnenderweise geht es bei Whiteners editorischen Kommentaren im Zusammenhang des Originals tatsächlich um den Holocaust und den Kampf gegen die Sozialdemokratie in Israel – zwei Ausprägungen der organisierten Emotionellen Pest:
An gesellschaftspolitischen Vorschlägen und Versuchen, etwas zu ändern, herrscht kein Mangel. Ein Kennzeichen der Emotionellen Pest ist es, andere zu kontrollieren, das tägliche Leben der Menschen, ihre Institutionen und die Gesellschaft zu diktieren und umzuformen. Unter dem Deckmantel von Erklärungen, was das Beste für andere Menschen ist, wird Leben zerstört. Staatliche Sozialprogramme stoppen, behindern und zerstören ein lebendiges soziales Miteinander, einschließlich der wirtschaftlichen Vitalität und Lebensfähigkeit einer Gesellschaft. Aufgrund ihres nicht zu leugnenden Bedürfnisses, andere zu kontrollieren, zieht es von der Emotionellen Pest befallene Menschen in Regierungspositionen. (S. 73)
Die Emotionelle Pest, die zerstörerische Kraft, die in der gesamten gepanzerten Menschheit existiert, die Kraft, die Menschen und ihre sozialen Strukturen, einschließlich gesunder Regierungen, schädigen und zerstören will und dies nur um der Zerstörung und des Ruins willen, kann einen Einzelnen oder eine ganze Gruppe von Menschen angreifen. (…) [Das Opfer] wird zumeist angegriffen aufgrund der andauernden Unfähigkeit des emotionell pestkranken Charakters (…) sich auf gesunde Weise Befriedigung zu verschaffen, seiner Unfähigkeit, Freude am Leben zu empfinden, sein Nicht-Ertragen-Können jeglicher Sehnsucht, die hervorgerufen wird durch das soziale Zusammenspiel der Menschen um ihn herum, sowie aufgrund seines Neids und Hasses. Deshalb muß er jeden, der gesund und zufrieden ist, jeden, der in der Lage ist, Freude im täglichen Leben zu empfinden, behindern und zerstören. Indem er die spontanen, alltäglichen, lustvollen Bewegungen der anderen und ihr Leben selbst zerstört, beseitigt der [von der Emotionellen Pest] Infizierte (…) die Stimulation und Erregung seiner eigenen Gefühle und das Gewahrwerden seines eigenen Mangels an Liebe und Erfüllung (…). (S. 62)
Whitener spricht vom
…erstarrten, ängstlichen, unbeweglichen, vernunftwidrigen Zustand, der von der von Politikern und den Medien ausagierten Emotionellen Pest erzeugt wird. Die Emotionelle Pest bzw. die dergestalt infizierte Regierung schafft einen Zustand, in dem die Menschen sich hilflos fühlen und denken, daß sie hilflos sind, oder in der Tat hilflos sind, abhängig und auf von außen kommende Almosen angewiesen – auf politische Almosen – die ihnen selbst und ihrer unmittelbaren sozialen Einheit gelten, welche ebenfalls nicht produktiv funktionieren kann. Die von der Pest befallene Regierung erschafft sich eine Bevölkerung, die nicht am Leben teilhaben und es genießen kann, die sich nicht spontan auf andere einlassen und nicht arbeiten kann. (S. 73)
Imgrunde sollen wir alle emotionale Zombies („Sozialisten“, „Sozialdemokraten“, „Kommunisten“) werden, wie es Baerbock, Habeck, Scholz, Lauterbach, Kühnert, Esken, Lang und die restlichen Versager sind. Ein entkerntes, lobotomisiertes, dem emotionalen Wärmetod entgegen vegetierendes Deutschland, ohne Saft und Kraft und Lebensfreude, ohne Produktivität und Initiative, innerlich tot und toxisch: die gleiche Jauchegrube wie die Seelen dieses Gesindels.
Robert A. Harman hat die These aufgestellt, daß die Gesellschaft durch langfristige Verpflichtungen zusammengehalten wird. Ich schulde dir etwas. Das bindet uns über längere Zeiträume aneinander. So wird das Netz der Arbeitsdemokratie gewoben. Ich gebe dir etwas (Ladung), also schuldest du mir etwas, bis du deine Schuld mir gegenüber begleichst bzw. „entlädst“.
Das hat mich auf den Gedanken gebracht, daß entsprechend jede Religion auf der Erde ursprünglich kaum etwas mit Mystik und „Erlösung“ zu tun hat, vielmehr beinhaltet sie Opfergaben an die Götter als Antwort auf deren „Arbeit“ (es regnen lassen, Früchte produzieren, Feinde fernhalten usw.), so wie unsere Opfergaben sie für uns arbeiten lassen (es regnen lassen, Früchte produzieren, Feinde fernhalten usw.). Das lebt unmittelbar im Katholizismus weiter: die Heiligen sind nicht wirklich tot, sondern genauso Teil der Kirche wie die Lebendigen und im Volksglauben haben sie ähnliche Funktionen übernommen, wie einst bestimmte heidnische Götter. Man denke nur an Petrus, der frappant an Poseidon und Thor erinnert. Die Gläubigen sind dergestalt in ein dichtes Beziehungsgeflecht eingebunden mit „Gaben“, Verpflichtungen und Hoffnungen, die auf die Zukunft gerichtet sind und weit weit in die Vergangenheit zurückreichen.
Religion ist eine Art „Arbeitsdemokratie“, die auf orgonotische Funktionen projiziert wird, die in dem Sinne fehlinterpretiert werden, daß sie personalisiert sind (die Götter). Ich bezweifle, daß bisher jemand die Verbindung zwischen Religion und Arbeitsdemokratie gesehen hat, aber sie ist so offensichtlich, wenn man die tatsächliche Praxis des Katholizismus sieht: ein ziemlich kompliziertes „Geschäft“, das verschiedene Engel und Heilige, Maria, Christus, den Vater und den Heiligen Geist, Opfergaben und Erntedankfeste umfaßt. Der Kathole fühlt sich in diesem Netz geborgen und die Gemeinschaft hat eine fast unzerstörbare Dauer.
Genau deshalb waren Länder wie Polen und Irland stets solche geschlossenen Gesellschaften, die selbst in der Diaspora ihre nationale Identität bewahrten. Von daher auch die Versuche der Weltverschwörer gegenwärtig insbesondere Irland durch forcierte „Migration“ seiner Identität zu berauben und etwa in Amerika seit Jahrzehnten der Versuch durch Städteplanung die geschlossenen Gemeinschaften von Iren, Polen, Italienern, etc. mit ganz ähnlichen Mitteln zu zerschlagen. Kein „ethnisches Gestrüpp“, soll sich dem freien Fluß des Kapitals entgegenstellen. (Was selbstredend auch im Interesse der Kommunisten ist!)
Wir denken, Religion sei die persönliche Beziehung zu Gott oder „Christus“ in der Gegenwart. Ursprünglich war die Religion jedoch Ahnenverehrung, ähnlich der besagten Verehrung der Heiligen im Katholizismus. Im Sinne von Harmans Zeittheorie war es eine arbeitsdemokratische Verpflichtung gegenüber der Vergangenheit, die die Grundlage für unsere Gegenwart bildet. Eine auf den Himmel projizierte Beziehung. Und die Götter waren ein Ausdruck unseres Engagements für die Zukunft, das Ich-Ideal und in gewisser Weise die Kinder der Zukunft, die auf den Himmel projiziert wurden.
Ursprünglich gehört die Religion nicht zum psychologischen Bereich des Einzelnen, sondern eher zum sozialen Bereich. Ethnologen haben nie eine Gesellschaft ohne Religion gefunden. Religion ist eigentlich ein Element der Arbeitsdemokratie, d.h. ein Engagement über Raum und vor allem Zeit hinaus. Das ganze mystische Brimborium mit persönlicher „Erlösung“ ist eine Verfallserscheinung.
Das wird unmittelbar evident, wenn man die Vorgehensweise von christlichen Missionaren bei Naturvölkern betrachtet. Hier werden stets die Außenseiter und Sonderlinge angesprochen, die sich eben nicht im, nennen wir es mal, „Glaubensnetz“ ihrer Gemeinschaft geborgen fühlen und deshalb sozusagen einen „direkten Draht“ zu Gott suchen. Von diesen Randständigen her wird dann langsam von den Missionaren die Gemeinschaft aufgerollt, wobei darauf bedacht gelegt wird, nach und nach das „Netz“ zu zerstören. Das diese Missionare objektiv im Interesse amerikanischer Kapitalinteressen arbeiten, paßt ins Bild.
Übrigens haben wir im Recht etwas ganz ähnliches. Und ist Recht von Religion überhaupt trennbar? Ich denke nicht nur an das Gesetz Mose und die Scharia, sondern auch an die Tabus und Gebote der Naturreligionen. Wieder: von Mystik und „Erlösung“ ist da wenig die Rede.
Die untergründige Identität von Religion, Recht und „bioenergetischer Spannung“ im Sinne Harmans sieht man an der Tatsache, daß auch das Recht in gewisser Weise den Tod nicht kennt. Das bezieht sich natürlich in erster Linie auf das Erbrecht, aber auch generell hat die „juristische Person“; etwas Unkörperliches, etwas, was nicht an Zeit und Raum gebunden ist. Nochmals: mit Mystik hat das zunächst einmal gar nichts zu tun, aber alles mit der Arbeitsdemokratie.