Posts Tagged ‘Moralismus’
10. Oktober 2022
Charles Konia nennt die Politik, d.h. die Kunst, einen Staat zu lenken, „eine Kernfunktion“, während die Gesellschaftspolitik (die Kunst, die Massen zu manipulieren) „eine pathologische Funktion“ sei, die zum Bereich der sekundären Schicht gehört (Cluessless, S. 125). Das erinnert mich an die Unterscheidung von Peter Crist zwischen der rationalen „mittleren Schicht“ (seine Impulse kontrollieren, wenn die Situation unangemessen ist, „Charakter zeigen“) und der irrationalen sekundären Schicht (seine Impulse ausleben, besonders wenn sie unangemessen und destruktiv sind, ein pathologischer Charakter sein) (P.A. Crist: Nature, Character, and Personality. The Journal of Orgonomy 27(1):48-60, 1993).
Der Westen ist völlig von der Politik zur Gesellschaftspolitik und von der maßvollen Zurückhaltung zum woken Aktivismus übergewechselt. Besonders deutlich wird dies beim Krieg in der Ukraine. Während Putin russische Politik und militärische Intervention betreibt, wie es alle Imperien seit der Zeit des Römischen Reiches und sogar davor getan haben, und Zurückhaltung zeigt, wie es die Römer taten, als sie entschieden, daß die Schotten und die Germanen den Aufwand nicht wert waren, frönt der Westen einem wilden, völlig unangebrachten (Pseudo-) Moralismus und militärischem Über-das-Ziel-hinausschießen, indem er die Ukrainer mit Waffen und Geldern überschüttet und ganz offen davon träumt, Rußland endgültig zu vernichten bzw. in seine Teilregionen zu zerstückeln – was selbstverständlich für Frieden und Prosperität in der Region sorgen wird und natürlich kein atomares Armageddon provozieren könnte…
Der Krieg in der Ukraine ist ein weiterer Ausdruck des vollständigen Zerfalls der antiautoritären Gesellschaft, ihrer fast schon psychotischen Dekompensation. Sie kann als Ganzes nicht mehr rational funktionieren, genauso wie die zunehmend verpeilteren Individuen in ihr. Beispiele sind der ganz offene Rassismus, dem Russen nicht nur in den staatlich kontrollieren „freien“ Medien, sondern nunmehr sogar im Alltag durch den letzten Abschaum ausgesetzt sind, und die vollkommen deplazierte und wirklich SCHWACHSINNIGE und abgrundtief kontraproduktive Opferbereitschaft, die gegenüber den Ukrainern signalisiert wird. Ein Kindergarten voller verzogener und bösartiger Balgen – und ich komme immer mehr zur Überzeugung, daß Wladimir der einzige Erwachsene weit und breit ist.
Schlagwörter:Aktivismus, atomares Armageddon, Charakter, Germanen, Gesellschaftspolitik, Moralismus, Politik, Putin, Rassismus, Römisches Reich, Rußland, Russen, Schotten, Staatskunst, Ukraine, Westen, woke, Zurückhaltung
Veröffentlicht in Sozialpsychologie | 15 Comments »
14. Juli 2022
Schlagwörter:böse Geister, Bethsaida, Bibel, Christen, Dämonen, Hölle, Herr der Fliegen, Hillary Clinton, Jünger, Jesus, König Herodes, Markus, Matthäusevangelium, Moralismus, Nazareth, Obama, Sozialreformer, Teufelsaustreibungen
Veröffentlicht in Religion | Leave a Comment »
28. April 2022
Schlagwörter:Bergpredigt, Bußrituale, Christen, Christentum, Claudia Roth, Feindesliebe, Friedensbewegte, Fritz Süllwold, Gutmenschen, Hitler, Islamismus, Kommunismus, Moral, Moralismus, Nationalsozialismus, politische Religion, Protestantismus, Religionsersatz, Schuldbekenntnisse, Vergangenheitsbewältigung
Veröffentlicht in Religion | 7 Comments »
16. Dezember 2021
Schlagwörter:australische Ureinwohner, Bachofen, Bordell, Bourgeoisie, Bronislaw Malinowski, Bukumatula, die sexuelle Revolution, Faschisten, Freudo-Marxisten, Friedrich Engels, Hedonismus, Inzest, Inzesttabu, Irokesen, Junggesellenhaus, Klassengrenzen, Klassenkampf, Klassenkämpfe, Kommunisten, Kreuz-Vetter-Basen-Ehesystem, Lewis Henry Morgan, Liberale, Liebe und Sex, Malinowski, Marxismus, Marxistisch, matriarchal, Matriarchat, matrilinear, Moralismus, Mythen, Patriarchat, Proletariat, psycho-sexuelle Entwicklung, Radikale, roter Faschismus, Sexualmoral, sexuelle Revolution, Totem und Tabu, Trobriand, Trobriander, Urhorden, Urvater, Wilhelm Reich
Veröffentlicht in Sozialpsychologie | 2 Comments »
31. Oktober 2021
Schlagwörter:Aborigines, Anthropologen, Anthropologie, Antikommunismus, Ausbeutung, australische Ureinwohner, Freud, Freudianer, Freudianismus, Freudismus, Freudo-Marxismus, Géza Roheim, Herbert Marcuse, Homosexualität, Imperialismus, Intellekt, Inzesttabu, Kapitalismus, Kastrationsangst, Konservatismus, kritische Philosophen, Kultur, Leistungsprinzip, Linksradikalismus, Lustprinzip, Marcuse, Marcusianer, Moralismus, Mystizismus, Neue Linke, Norman Brown, Permissivität, Pessimismus, Politisieren, polymorphe Perversität, prägenitale Sexualität, Primitive, Radikalismus, Realitätsprinzip, Religion, Repression, Sexualbejahung, Sexualität, Sozialphilosophen, Todestrieb, Totem, Triebstruktur, Urverbrechen, Wissenschaft
Veröffentlicht in Sozialpsychologie | Leave a Comment »
11. Oktober 2021
von Jim Martin
ARBEITSDEMOKRATIE KONTRA ARBEITERRÄTE
Nach seiner Zurückweisung der Marxistischen Politik schlug Reich eine Theorie der Arbeit vor, die er als Arbeitsdemokratie bezeichnete. Ironischerweise ist die Arbeitsdemokratie das Stiefkind verschiedener Trotzkistischer Formulierungen, die während des Zweiten Weltkrieges verwaisten, aber neue Bedeutung beim Aufstieg unabhängiger Gewerkschaftsbewegungen in Ost- und Zentraleuropa erlangten, z.B. 1956 bei den Ungarischen Arbeiterräten. Arbeitsdemokratie beinhaltet, daß jene, die arbeiten, in ihrem Arbeitsgebiet auch die Zügel in den Händen halten sollen. Es ist eine Kritik am Stalinismus, Demokratischen Zentralismus und Staatskapitalismus. Abneigung gegen Bürokratie, politische Ideologie und religiösen Moralismus verbinden Reichs Arbeitsdemokratie mit der situationistischen Art von Rätekommunismus.
Beide erklärten, weder links noch rechts ausgerichtet zu sein, obwohl sie dies beim jeweils anderen in Zweifel zogen. Beide verspotteten die Spezialisierung. Beide glaubten, daß ihre Vorschläge nichts mit den bestehenden politischen Bewegungen zu tun hatten und beide bevorzugten lebendiges, spontanes Eingehen auf wirkliche Lebensbedingungen im Gegensatz zu aufgezwungener monotoner Arbeit und banalisiertem Sexualleben.
Während Reich äußerst pragmatisch und dennoch kompromißlos war, werden die Situationisten wegen der Unausführbarkeit ihrer Lösungen kritisiert. Reich war Teil der revolutionären Bewegung, als es wirklich eine gab. Zeitgenössische Entwicklungen haben es unmöglich gemacht, realistisch von der Übernahme der Staatsmacht wie bei der bolschewistischen Revolution zu sprechen. Die gallertartige Lichtdurchlässigkeit von Kapital und nationaler Souveränität lassen die alten gesellschaftlichen Mechanismen des traditionellen Marxismus altertümlich erscheinen. Die Situationisten kehrten zu dem Punkt zurück, wo Reich die Revolution hinter sich ließ – zum Punkt der Konsumtion. Sie verstanden Konsum, subjektive Entfremdungsgefühle und Triebverdrängung. Meines Erachtens versäumten sie es aber, Reichs Sinn für die Unfähigkeit der Individuen zu begreifen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Reich nannte diese Tendenz, den Aufstand zu propagieren, ohne die tatsächliche Fähigkeit der Menschen, echtes Leben zu ertragen, ins Kalkül zu nehmen, als Freiheitskrämerei.
Reichs Vorstellung von der Arbeitsdemokratie beruhte auf dem, was er als natürliche Organisation der Arbeit bezeichnete. Von seiner Untersuchung der Naturvorgänge des Lebens ausgehend stellte er fest, daß Arbeitsdemokratie Diktatur ausschließt. Es gab einen wichtigen Unterschied zwischen Rätekommunismus und Arbeitsdemokratie: Arbeitsdemokratie setzt voraus, daß die Bürger emotional frei werden und, was am wichtigsten ist, in der Lage sind, die volle Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Dies steht im Widerspruch zum Libertinismus der Situationisten. Massenneurotische Gesellschaften werden immer ein vormundschaftlich-autoritäres Regierungssystem erforderlich machen, das die innere Charakterstruktur des Durchschnittsbürgers widerspiegelt. Bei Reich hätten die Bürger ihre Demokratiebefähigung unter Beweis zu stellen. Reich machte die lahmen „Gutmenschen“ der liberalen und sozialistischen Demokratien für den Sieg Hitlers im nördlichen Europa verantwortlich. Hierbei stimmt er mit der situationistischen Verurteilung unechter, parlamentarische Demokratie überein, im Gegensatz zur Demokratisierung des wirklichen, täglichen Lebens.
Reich hat darauf hingewiesen, daß der entscheidende Unterschied zwischen ihm selbst und den Anarchisten (und es trifft auch auf Situs, Libertäre und Rätekommunisten zu) in der Frage der emotionalen Freiheitsfähigkeit des Durchschnittsbürgers lag. Zum Schluß muß ich Ken Knabbs Haltung beipflichten, daß das grundlegende Versäumnis der Situationisten ihre Unfähigkeit war, ihrem eigenen Charakter ins Gesicht zu sehen.
Schlagwörter:Arbeit, Arbeiterräte, Bürokratie, bolschewistische Revolution, Demokratischer Zentralismus, Demokratisierung, Entfremdungsgefühle, Gewerkschaftsbewegung, Ideologie, Libertinismus, Marxismus, Marxistische Politik, Moralismus, parlamentarische Demokratie, Rätekommunismus, Situationisten, Spezialisierung, Staatskapitalismus, Staatsmacht, Stalinismus, Triebverdrängung, Trotzkismus
Veröffentlicht in Sozialpsychologie | 2 Comments »
26. September 2020
Schlagwörter:Dissoziation, Eltern, emotionale Traumata, Moralisieren, Moralismus, Mutter und Vater, Narzißmus, Scheidung, Scheidungskinder, Scheidungskrieg, Sex und Liebe, Sexualverhalten, Traumata
Veröffentlicht in Psychotherapie | Leave a Comment »
1. September 2020
Schlagwörter:Charakte, Faschisten, Freiheit, Gott, Konservativ, Konservative, Liberale, Liberalismus, Linke, Moralismus, Pseudoliberale, religiöse Erfahrung, Religion, Sadismus, Soziopolitik
Veröffentlicht in Sozialpsychologie | 4 Comments »
31. Juli 2020
Schlagwörter:Bourgeoisie, die sexuelle Revolution, Faschisten, Freudo-Marxisten, Hedonismus, Klassengrenzen, Klassenkampf, Klassenkämpfe, Kommunisten, Liberale, Marxismus, Marxistisch, Moralismus, Proletariat, psycho-sexuelle Entwicklung, Radikale, sexuelle Revolution
Veröffentlicht in Sozialpsychologie | 2 Comments »
13. Juli 2020
Schlagwörter:Bestrafung, Christentum, freier Wille, Gefängnis, Haßverbrechen, Moralismus, Quarantäne, Religion, Verantwortung, Verbrechen, Verbrecher
Veröffentlicht in Psychologie | Leave a Comment »