Posts Tagged ‘Psychoanalytiker’

Stalin, Freud, Hitler und Reich

30. Dezember 2024

Zu Beginn der 1930er Jahre mochten die deutschen Kommunisten Reich, weil er mit seiner Sexualberatungsarbeit etliche Organisationen unter kommunistische Kontrolle brachte. Was er auch bereitwillig und voller Enthusiasmus tat. Was ihnen gar nicht gefiel, war, daß er über die Parteidoktrin hinaus in der „Sexpol“ seine eigenen Vorstellungen von Selbstregulierung propagierte („erkenne deine Eigeninteressen und setze sie durch“), was diametral der „kommunistischen Parteidisziplin“ widersprach, die sich um Selbstkontrolle drehte („reiß dich zusammen und stelle deine Eigeninteressen hintan“).

Die Psychoanalytiker haben ihn nicht wegen seines Kommunismus ausgeschlossen, wie immer und immer wieder kolportiert wird und auch von den Psychoanalytikern selbst damals vorgeschoben wurde, sondern weil seine Anthropologie (Selbstregulierung) das diametrale Gegenteil der Freuds war (Selbstkontrolle). Man denke etwa an die Rolle der Übertragung, d.h. der unbewußten Identifikation des Analytikers mit den Eltern also letztendlich dem Über-Ich. Der „gesichtslose“ Psychoanalytiker nutzt das, um genauso auf den Patienten einzuwirken, wie es einst seine Eltern taten – nur diesmal vermeintlich „heilend“. Ganz anders bei Reich, der Kontakt mit dem Patienten aufnimmt und die unvermeidliche Übertragung als Ersatzkontakt auflöst und wirklichen zwischenmenschlichen Kontakt herstellt, um den Patienten im Hier und Jetzt zu verankern.

Die Kommunisten gingen ähnlich vor wie die Freudianer, als sie aus Partei und Staat eine Art „Ersatzeltern“ machten, vor denen man sich ständig rechtfertigen mußte. Stalin wurde zu einer Art liebenden und strafenden Übervater und die Sowjetunion wurde zum „Mutterland“. Entsprechend sprach Reich vom „Roten Faschismus“, weil das alles genau der Ideologie von Hitler und Goebbels entsprach. Sogar die Erziehungsmethoden waren praktisch identisch. Es paßt ins Bild, daß die Psychoanalyse, entgegen dem antifaschistischen Mythus, unter der Schirmherrschaft von Matthias Goering im Nationalsozialismus fortwirken konnte, um den „heroischen Menschen“ zu formen.

Die Geschichte der Orgontherapie (Teil 1)

20. August 2024

Seinen ersten Patienten behandelte Reich als er noch Medizinstudent war. Man wartete darauf, daß der Patient frei zu assoziieren begann und brachte Sinn in den surrealen Fluß der Gedankenfetzen. Der Patient kam auf diese Weise zu immer tieferen Einsichten über seine psychische Entwicklung und gab entsprechend sein unvernünftiges (neurotisches) Verhalten auf.

Problem war, daß die meisten Patienten gar nicht dazu in der Lage waren frei zu assoziieren und die Deutungen größtenteils vollkommen willkürlich waren. Reich regte ein „technisches Seminar“ an, in dem angehende Psychoanalytiker lernen sollten, mit den Widerständen der Patienten gegen das freie Assoziieren umzugehen und angemessene Deutungen zu geben. Aus dieser „Widerstandsanalyse“ entwickelte sich rasch die Charakteranalyse. In diesem Rahmen formulierte Reich erstmals den „phallisch-narzißtischen Charakter“. (Er präsentierte das am 6. Okt. 1926 vor der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung in seinem Vortrag „Über den genital-narzißtischen Charakter“ [Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse 8(2), S. 268, 1927].)

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Reich entwickelte sich schnell zu einem zentralen Lehrer der Psychoanalyse. Insbesondere aus Amerika kamen haufenweise angehende Psychoanalytiker, um von ihm ausgebildet zu werden. Daß er als führender Psychoanalytiker nicht allgemein anerkannt wurde, lag daran, daß er die Charakteranalyse von Anfang an mit seiner Orgasmustheorie verband, d.h. die Charakteranalyse hatte die „orgastische Potenz“ als Ziel. Durch die Orgasmustheorie wurde aus der vagen Vorstellung von der Libido eine konkrete Energie, die „entladen“ werden mußte. Dem konnte und wollte keiner seiner Schüler folgen.

Im skandinavischen Exil entwickelte sich aus der Charakteranalyse die Vegetotherapie, die auch von körperlicher Seite her den Patienten „orgasmusfähig“ machen, d.h. den „Orgasmusreflex“ freilegen sollte. Reich gewann eine Reihe von Schülern für sich, jedoch gelang es ihm wiederum nicht, die Therapie als systematische „Orgasmusbefähigungstherapie“ durchzusetzen.

Im Amerika, wohin er 1939 emigrierte, systematisierte er die Vegetotherapie, indem er die sieben Panzerungssegmente formulierte, die es von oben nach unten nacheinander aufzulösen galt. Aus der Vegetotherapie wurde die „psychiatrische Orgontherapie“, die ab 1946 von einer neuen Generation von Therapeuten unter Führung von Elsworth F. Baker, Chef der Frauenabteilung eines psychiatrischen Hospitals, praktiziert wurde.

1948 wurde die American Association for Medical Orgonomy gegründet, die feste Standards aufstellte. Imgrunde wiederholte sich hier das gleiche wie einst im Technischen Seminar in Wien. Reich war nach wenigen Wochen eigener psychoanalytischer Therapie Psychoanalytiker geworden und entwickelte dann wenig später ein strukturiertes Ausbildungsprogramm für Psychoanalytiker. Zwei Jahrzehnte später war der ausgebildete Psychoanalytiker Baker nach sechs Wochen Therapie bei Reich selbst Orgontherapeut. Ende 1949 war Baker innerhalb der soeben gegründeten Wilhelm Reich Foundation zuständig für die Ausbildung neuer Orgontherapeuten und es wurde ein Ausbildungsprogramm für Psychiater (bzw. angehende Psychiater) entwickelt. Dieses Programm wurde nach dem Ende der Wilhelm Reich Foundation im Jahre 1954 und Reichs Tod im Jahre 1957 von Baker fortgeführt und kontinuierlich weiter systematisiert. Elf Jahre nach Reichs Tod gründete Baker das American College of Orgonomy („College“ im Sinne von „Kollegium“, eine Vereinigung von Orgonomen) in dessen Rahmen dieses Programm bis heute fortgeführt wird.

Einige von Reichs Schülern, die Reich bis zum Ende treu geblieben sind (den Rest beachten wir hier erst gar nicht) haben ihrerseits selbst Therapeuten ausgebildet, später sogar einige von Bakers Schülern. Da wäre zunächst Ola Raknes zu nennen, der Reich seit dessen Berliner Zeit kontinuierlich begleitet hatte. Auf ihn gehen „Vegetotherapeuten“ in Skandinavien und die „Orgontherapie-Schule“ von Federico Navarro in Italien zurück. Nach Reichs Tod kam es zu einem Bruch innerhalb der American Association for Medical Orgonomy. Beispielsweise bildete der Orgonom Victor Sobey unabhängig von Baker Orgontherapeuten aus (meist Psychologen). Und schließlich kam es innerhalb des American College of Orgonomy selbst 1982 zu einer Abspaltung, als eine Gruppe von Bakers Schülern eine eigene Organisation gründeten, das Institute for Orgonomic Science, da sie dem Urteilsvermögen des auf die 80 zugehenden Baker nicht mehr vertrauten. (Baker wollte das bis dahin informelle „Kollegium“, das nichteimal einen festen, zentralen Sitz hatte, in eine Organisation samt Hauptquartier umgestalten.)

Natürlich lassen sich keine generellen Urteile fällen, aber wenn man beispielsweise die theoretischen Ergüsse von Navarro oder so manchen Artikel in den Annals of the Institute for Orgonomic Science, etwa über den „okularen Charakter“ liest, kommt man doch stark ins Zweifeln. Navarros Buch Die sieben Stufen der Gesundheit (Frankfurt: Nexus, 1986) ist schlichtweg indiskutabel. Beispielsweise führt er Haarausfall auf okulare Panzerung zurück – und andere derartige haltlose „Theorien“, die kaum mehr sind als primitivstes Psychologisieren des Physischen. Ähnlich erstaunlich sind manche Ausführungen in den Annals of the Institute of Orgonomic Science. Dort wird beispielsweise eine Diskrepanz konstatiert zwischen der Behauptung, daß eine starke Augenpanzerung in jedem Fall auf einen „schizophrenen Charakter“ hinweist und der Tatsache, daß kaum einer dieser „schizophrenen Charaktere“ je an Schizophrenie im klinischen Sinne erkrankt. Schon mal die Charakteranalyse gelesen? (Die Diagnose wird nicht nach den Symptomen, sondern nach dem neurotischen Charakter gestellt, der den Symptomen zugrundeliegt!) Was die Schüler von Victor Sobey betrifft, verweise ich auf meine gestrigen Ausführungen.

Einer der Hauptstreitpunkte, der diese gesamte Entwicklung durchzog, war, ob nur Mediziner bzw. Psychiater Orgontherapeuten werden sollen. In den 1920er Jahren hat Reich, in Opposition gegen Freud, eindeutig Stellung gegen die „Laienanalyse“ genommen. Als Reich im Exil zunehmend in Isolation geriet, lockerte sich diese schroffe Ablehnung von Nichtmedizinern. Beispielsweise war Ola Raknes Psychologe. Als dann jedoch ab 1946 vermehrt Psychiater um eine Ausbildung baten, kehrte Reich zu seiner ursprünglichen Position zurück. Beispielsweise legte er Alexander Lowen nahe, ein Medizinstudium zu absolvieren, was dieser auch tat, als ihm danach aber auch noch bedeutet wurde, eine Facharztausbildung zum Psychiater auf sich zu nehmen, verließ er entnervt die Orgonomie.

Dem vielleicht ersten der modernen „Reichianischen Therapeuten“, Paul Ritter, schrieb Reich am 9. Oktober 1950 persönlich, daß er auf keinen Fall Leute in „Therapie“ nehmen solle, egal wie sehr es ihn auch dränge ihnen zu helfen. Reich fuhr fort:

Sie (die Orgontherapie) ist nicht mehr und nicht weniger als bio-psychiatrische Chirurgie und kann nur von versierten und gut ausgebildeten Menschen mit der entsprechenden (Charakter-) Struktur auf eine sichere Weise durchgeführt werden. Sie ist deshalb auf Ärzte beschränkt. (Journal of Orgonomy, May 1977)

Nach Reichs Tod hat sich die Psychiatrie in Amerika langsam aber sicher verändert: Psychotherapie wird heute durchweg von Psychologen praktiziert, während sich der Psychiater weitgehend auf diagnostische Gespräche und das Verabreichen von Psychopharmaka beschränkt. Orgonomen sind in dieser Beziehung heute die große Ausnahme.

Parallel dazu hat sich auch die Orgontherapie weiterentwickelt. Obwohl Reich die charakteranalytische Arbeit nie aufgab, verlagerte sich doch sein Augenmerk immer mehr auf die „biophysische Arbeit“, zumal Reich an der eigentlichen „Psychotherapie“ zunehmend das Interesse verlor und am Körper direkt mit der Orgonenergie, bzw. direkt am „Orgonom“ arbeiten wollte. Baker steuerte dieser Tendenz in seinem 1967 erschienen Buch Der Mensch in der Falle entgegen. Der Orgonom Richard Schwartzman erwähnt in seinen Erinnerungen über seine zwölfjährige Therapie, daß ihn Baker nicht ein einziges Mal berührt habe. (Andere Patienten haben gleichzeitig andere Erfahrungen gemacht! Jeder Fall ist anders!)

Am Ende seiner Laufbahn ist Baker zum Schluß gekommen, daß man vielleicht doch Psychologen zulassen sollte, soweit sich diese von jeder „biophysischen Arbeit“ fernhalten. Entsprechend werden heute beim American College of Orgonomy promovierte Psychologen zu „Charakteranalytikern“ ausgebildet.

Zum bisher letzten Bruch ist es vor kurzem gekommen, weil Schwartzman (mittlerweile verstorben) diese Beschränkung weitgehend aufheben wollte, vor allem deshalb, weil es kaum noch Mediziner gibt, die sich zu Orgontherapeuten ausbilden lassen wollen. Die Orgontherapie ist gewisserweise wieder „im Exil“ und muß ums Überleben kämpfen.

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 144)

24. Juli 2024

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Ein entscheidender Dissens zwischen Laska und mir war alt und grundsätzlich. Reich hatte in Christusmord gesagt, daß, wäre er 1928-1933 mit seiner Sexpol erfolgreich gewesen, dies eine absolute Katastrophe „für die Menschheit“ gewesen wäre. Laska konnte das nie nachvollziehen, denn was wäre etwa an Reichs Aufsatz über „Eltern als Erzieher“ (1926) falsch? Ich verwies auf das, was nach Reichs Tod tatsächlich eingetreten ist: die „sexuelle Revolution“, die ganze Generationen zerstört hat und irgendwann über die gegenwärtige „neosexuelle Revolution“ (Transgender) im Transhumanismus münden wird: Ende der Menschheit. (By the way: Reich hat sich mit dem Transhumanismus schon Anfang der 1940er Jahre in Massenpsychologie des Faschismus [Ausgabe von 1946] auseinandergesetzt. Ich wies Laska darauf hin – der fand es läppisch.)

Reich sah sich „nur“ als konsequentester Ausdruck bzw. als konsequentester Vertreter einer nach Lebensbefreiung strebenden gesellschaftlichen Strömung. Laska sprach von den drei einzigen konsequenten Vertretern der drei Phasen der Aufklärung. Die Enzyklopädisten, Junghegelianer und Psychoanalytiker waren sozusagen Wellenberge in der besagten Strömung; L und S und R sozusagen die jeweiligen Schaumkronen.

Laska selbst ist eine andere Kategorie. Entsprechend kann er auch kein „Verhängnis“ sein. Ohnehin paßt er nicht ins Schema, weil er bereits zu Reichs Lebzeiten („d.h. in dessen Welle“) geboren wurde. Ist Laska also „harmlos“? Durchaus nicht, will sagen: hier haben wir das Dynamit von L und S und R zu einer gewaltigen Bombe zusammengebunden… Aber wie angedeutet geht es nicht um eine reine Ideengeschichte im üblichen Sinne, sondern um geschichtliche Strömungen: die vegetative Energie strebt nach Expression. Der „Denker“ erschafft nicht etwa diese Strömungen, sondern er nimmt sie nur wahr, faßt sie in Worte und setzt sich dergestalt an ihre Spitze. Man wird einwenden, daß L und S und R doch gescheiterte Existenzen waren, die jeweils im Elend und Vergessen verreckt sind, aber ich spreche natürlich von einem jeweils „heimlichen Hit“, einer untergründigen Wirkungsgeschichte.

Wenden wir uns der besagten „Geschichtsströmung“ zu: Wir befinden uns mitten im Zusammenbruch von 6000 Jahren „gepanzerter Gesellschaft“ (oder, wenn man so will, „6000 Jahre Über-Ich“). Das ist so, als wenn man einem Krüppel die Krücken wegstößt: er wird straucheln, aufheulen und schwebt in Gefahr sich das Genick zu brechen. Er hat aber auch die Chance sich zu fangen und fürderhin aufrecht durchs Leben zu wandeln. Was ich gerade in der Welt sehe, ist folgendes: die Linke pusht unverantwortlich voran, so daß sich der Krüppel unausweichlich das Genick brechen wird, während die Rechte von den alten Krücken träumt, neue Krücken bauen will bzw. die alten zerbrochenen und unreparierbaren Krücken, die auch gar nicht mehr passen würden, irgendwie doch noch reaktivieren will. Das letztere ist ein, so auch Laskas Einschätzung, absolut hoffnungsloses Unterfangen, denn es gibt prinzipiell kein Zurück mehr – und es wäre ohnehin nicht wünschenswert. Die wirkliche Funktion der Rechten ist eine ganze andere: Aufklärung über die Krücken, wie sie uns abhanden gekommen sind, über ihr heutiges Fehlen und daß es nun gilt, ohne Krücken langsam und ohne Hast das Laufen zu lernen. Laska hatte diesen „charakteranalytischen“ Ansatz – und es ist kein Zufall, daß er, der Linke „65er“ (sic!) zunehmend „nach rechts abgedriftet“ ist.

Ob Konservative hier eine Rolle spielen können, hängt davon ab, ob sie lächerliche Reaktionäre sind, die sich der Strömung entgegenstellen, und früher oder später von ihr vernichtet werden, oder ob sie die Problematik der Panzerung/des Über-Ich zumindest erahnen. Übrigens gibt (bzw. gab) es mit dem heideggerisierenden Outdoor Illner jemanden, der – explizit nicht diese, aber – ein ähnliche Sicht bzw. Herangehensweise der rechten Speerspitze des deutschen Konservatismus vermitteln wollte: „Seinsgeschichte“ an die man sich akklimatisieren müsse… Hier zeigt sich, daß der Rechte immerhin ahnt, worum es geht, während der Linke einfach frisch und fröhlich, verpeilt und blind in den sicheren Untergang vorwärts stürmt.

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 132)

28. Mai 2024

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Theodor Reik reduziert in seinem Buch Geständniszwang und Strafbedürfnis die Psychoanalyse auf eine von der Libidotheorie bereinigte Ichpsychologie, die er gleichzeitig scheinbar unlösbar an Freuds neue Todestriebtheorie kettet (wie es übrigens Freud selbst in Das Ich und das Es vorexerziert hat). Sowohl Reik als auch Reich plädieren in ihren Arbeiten dafür, zwischen dem Über-Ich und dem Ich zu vermitteln, doch für Reich ist dies nur ein erster Schritt, an den sich die Vermittlung zwischen Ich und Es anschließen muß, damit es zur realen Triebbefriedigung kommen kann (zumal die Strenge des Über-Ich von der erogenen Fixierung abhängt). Reik sieht aber vollkommen vom Libidogeschehen ab und reduziert alles auf „Signale“ zwischen starren festumrissenen psychischen Einheiten. Reich wendet sich gegen diese Personifikation der psychischen Instanzen, so als wären sie voneinander unabhängige Personen, zwischen denen sich ein Drama abspielt. Reich beharrt darauf, daß der neurotische Konflikt sich zwischen der Außenwelt und dem Lust-Ich abspielt, das sich aus Angst vor Strafe an diese Außenwelt anpaßt und daran scheitert, während nach Reik die Neurose auf dem Konflikt zwischen Trieb und dem Bedürfnis nach Strafe beruht. Der Konflikt ist also für Reik, gemäß Freuds sich im Geständniszwang und Strafbedürfnis manifestierenden Todestrieb, von vornherein im Individuum angelegt und muß nicht erst von der Gesellschaft ins Individuum getragen werden. Reich hebt hervor, wie bequem doch eine solche Theorie für die Gesellschaft ist.

Was wie „Reich vs. Reik“ aussah, war in Wirklichkeit „Reich vs. Freud“. Und was wie „ärztliche Psychoanalytiker vs. Laienanalytiker“ aussah, war in Wirklichkeit „LSR vs. DMF“ – und es hat was, wenn später „emanzipatorische“ und „Marxistische“ „Reichianer“ in der Frage der „Laienanalyse“ stets mit Freud übereinstimmten.

Wenn Reich darauf bestand, daß nur Ärzte Psychoanalystiker sein dürften, ging es ihm explizit darum, daß „Geisteswissenschaftler“ wie Reik eben den „Geist“, d.h. das Über-Ich in die Psychoanalyse tragen. Das gleiche ist dann später auch prompt in der Orgonomie geschehen, als Laien, die sich als „Orgontherapeuten“ gerierten, die Orgonomie geradezu systematisch auf mystische Gleise leiteten.

Es ging um die zentrale widersprüchliche Dichotomie: kein Sollen von unten (aus dem Es), aber Ethik von oben (aus dem Über-Ich). Sozusagen die Welt als Wille (Es) und Vorstellung (Über-Ich). Daß aus dem Sein kein Sollen folge und das dazu parallele „Ethisieren“ ist der Kern der Ideologie des Liberalismus – und des Faschismus.

Der verschwuchtelnde Fokus

14. Mai 2024

Langsam ertrage ich dieses ständige Psychogequatsche nicht mehr. Allein schon weil ich persönlich ohne Reich nie, in Äonen nicht, darauf gekommen wäre, jemals einen Psychotherapeuten zu konsultieren. Dieses ständige Rumwälzen in der eigenen Befindlichkeit und das ständige Analysieren von zwischenmenschlichen Beziehungen… Ein MANN zieht sein Ding durch und fertig! Da ist ein Mammut, das zu erlegen ist – wie es mir dabei geht und was ich dabei empfinde, interessiert nicht, am allerwenigsten mich selbst. Ich bin nicht wichtig! Oder wie Thomas Gast immer sagt: „Marschiere mit dem Kopf!“ Will sagen, du hast das Ziel im Kopf, während du das, was dabei in deiner „Seele“ und deinem Körper vorgeht, schlichtweg ignorierst.

Die Gegenwahrheit ist natürlich, daß unsere Väter bzw. Großväter genau deswegen mit vollkommen kaputten in sich verpanzerten Seelen aus der Hölle des Krieges zurückgekehrt sind und dann gefühllos wie Roboter Deutschland wiederaufgebaut haben. Aber die Kehre, die Umrichtung des einseitigen Fokus von außen nach innen, seit den 1970er Jahren, zu der nicht zuletzt auch die „Reich-Bewegung“ gehörte, ist um keinen Deut besser.

Dieser Innenfokus zerstört Leben, allein schon, weil, wie gefühlsduselig das ganze auch aufgezogen sein mag, Energie in den Kopf verlagert wird, vor allem aber aus der willkürlichen Muskulatur abgesogen wird. Man folgt nicht mehr seinem ureigensten spontanen inneren Impuls und man wird handlungsunfähig. Allein schon die Fragen: „Was tue ich hier?“, „Was macht das mit mir?“, „Bin das wirklich ich?“, und daraus abgeleitet: „Wie stehen die anderen zu mir?“, „Was rufe ich im Gegenüber hervor?“, „Werde ich meinem Gegenüber gerecht?“ Was verlorengeht ist die Unmittelbarkeit und die Authentizität. Es verlagert sich, entgegen aller „Verinnerlichung“, alles in die soziale Fassade und alle Spontanität geht flöten.

Es ist wie bei den berühmten „Wir müssen darüber reden!“-Gesprächen, die Männer so hassen. Am Ende der Suche nach der vermeintlichen „Wahrheit“ steht ein alles lähmendes Knäuel, das keiner mehr entwirren kann und das man, oh Schrecken, nur noch mit einem herzhaften Schwerthieb durchtrennen kann. Tatsächlich haben wir es hier, trotz aller Emotionen, mit einer „intellektuellen Abwehr“ zu tun, wie Reich sie in der Charakteranalyse beschrieben hat. Nicht von ungefähr dominiert die Linke ausschließlich wegen der Frauenstimmen – und wegen all der kastrierten Schwuchteln.

Reichs Impuls war ähnlich: statt „Hören mit dem Dritten Ohr“, wie bei den anderen Psychoanalytikern, angeblich „holzschnittartige“ Charakteranalyse; statt mit einem Masochisten zu ellenlang diskutieren, ein beherzter schmerzhafter Schlag mit dem Lineal auf seinen Hintern; statt „Rekonstruktion“ der Vergangenheit, Arbeit am „Vegetativum“; statt Reden, Reden, Reden einfach nur ATMEN; statt letztendlich immer willkürlichen (UND MANIPULATIVEN) Deutungen dessen, was vermeintlich im Patienten vorgeht, das Aufmerksam-Machen auf ins Auge springende Widerstände: ein generelles Vorgehen weg vom Kopf in die Muskulatur.

Max Stirner und das Orgon

8. Mai 2024

Reich unter den Psychoanalytikern der 1920er und Anfang der 1930er Jahre: Niemand konnte sich so wie er unter die Arbeiterklasse mischen, niemand konnte einfach so tanzen wie er, zelten und „andere wunderliche Dinge“ tun – niemand konnte so einfach er selbst sein wie er. Er war einfach er. Der Rest spielte immer eine Rolle, beispielsweise die des „Herrn Doktor“ und des unnahbaren Psychoanalytikers. Nichts ist für den gepanzerten Mann erschreckender als ein Mann, der einfach er selbst ist, ohne sich zu verstellen. Das ist OR, die Lebensenergie selbst, alles andere ist nur totes DOR. Reich war eine natürliche Kraft, die anderen waren nur tote Objekte, die von äußeren Kräften bewegt werden – weil sie nicht sie selbst sind, d.h. keinen inneren Antrieb haben.

Ich habe meine Probleme mit Trump, aber – ja: es gibt etwas an ihm, das die Menschen terrorisiert, seine „Unberechenbarkeit“ und sein „Populismus“ und Libertinismus. Er steht zu sich! Etwas, das sie an „etwas“ erinnert. Einfach nur man selbst zu sein, was das Einfachste sein sollte – aber eigentlich das Schwierigste ist. Wie das Atmen in einer Orgontherapie-Sitzung: einfach nur atmen, einfach man selbst sein. Der schlimmste Terror, den sich der gepanzerte Mensch vorstellen kann. All diese innerlich toten Politiker und all diese Zombies von Meinungsmachern – und dann tritt Trump auf den Plan. Wie ein Außerirdischer, wie Reich, der spekuliert, er sei ein „space man“. Und das alles, weil er einfach er selbst ist. Etwas „Fremdes“ betritt den Schauplatz – während alle anderen in Wirklichkeit von sich selbst entfremdet sind.

Reich hat ein ganzes Buch darüber geschrieben: Christusmord. Die Leute haben sich immer gefragt, wie Max Stirners Der Einzige und sein Eigentum in die Bibliographie dieses Buches geraten ist. Das liegt daran, daß das Selbstsein der Schlüssel ist. Wir werden nie „frei“ sein, aber wir haben immer die Fähigkeit, unser Eigenheit zu wahren, einfach authentisch und uns selbst treu zu sein, identisch mit uns selbst. Spontanes, autonomes Funktionieren – die eigentliche Essenz des Orgons. Alles andere ist Zwang, Wahnsinn, Irrsinn: die Welt des gepanzerten, verDORrten „Lebens“.

Peter liest die Laska/Schmitz-Korrespondenz (Teil 12)

14. April 2024

Die Korrespondenz zwischen Hermann Schmitz und Bernd Laska ist allein schon deshalb interessant, weil sie auf verblüffende Weise ziemlich genau den Konflikt zwischen den Psychoanalytikern und Reich wiederholt.

Wie in den 1920er Jahren in Wien und Berlin geht es auch hier um eine neue „Ich-Psychologie“. Nicht von ungefähr will Schmitz Laskas Ausdruck „rationales Über-Ich“ durch den Begriff „rationale Ich“ ersetzt sehen (S. 275). – Schmitz diagnostiziert am Anfang des europäischen Denkens eine Art Zersplitterung des menschlichen Innenlebens, bei der alles, ob in uns oder in unserer Umgebung, als ein Sammelsurium objektiver Dinge betrachtet wird, zwischen denen sich ein Kampf um Vorherrschaft abspielt. Um das Jahr 1800 kam es zu einer entscheidenden Wende, als die „subjektiven Tatsachen“ entdeckt wurden, aber weiterhin alles wie „objektive Dinge“ behandelt wurde. Das Subjekt ist damit einerseits „ich selbst“, andererseits aber, da objektiv ungreifbar, zerrinnt es zu einem Nichts. Mit diesem „Ich hab‘ mein Sach‘ auf nichts gestellt!“ (Stirner) begann, so Schmitz, der Nihilismus, dessen zerstörerische Kraft wir heute in einer immer haltloseren und „kindischeren“ Gesellschaft hautnah miterleben. Ironie und Zynismus, entsprechend der angeschnittenen Entfremdung am Beginn des europäischen Denkens, und das alles beherrschende Machtspiel beginnen buchstäblich alles zu atomatisieren.

Ähnlich den „Ich-Psychoanalytikern“ zu Reichs Zeiten, die die „objektivistische“ Libido durch Soziologie (das Einbinden des Individuums in die Gemeinschaft) ersetzten, versucht Schmitz unter Wahrung der kritischen, aufklärerischen Distanz, die dem europäischen Projekt inhärent ist, die beschriebene Spaltung aufzuheben, indem er dem „Heiligen“ bzw. dem „unbedingten Ernst“ eine erneute Chance gibt, vor allem aber, indem er auf die „einpflanzenden Gesamtumstände“ setzt, bei denen der Unterschied zwischen Subjekt und Objekt weitgehend aufgehoben ist, d.h. imgrunde setzt er auf eine Einbindung in die Gemeinschaft, wie sie beispielsweise beim Spracherwerb gegeben ist. Das erinnert sehr an die Entwicklung der Psychoanalyse sozusagen „jenseits des Ödipuskomplexes“, insbesondere mit ihrem Fokus auf Frühstörungen, die Mutter-Kind-Bindung etc.

Laska hingegen beharrt darauf, daß das Ich unter dem Druck von außen zersplitterte, indem es dieses Außen in Gestalt des „irrationalen Über-Ichs“, einer nicht mehr kritisch hinterfragbaren inneren Instanz, aufnahm. Die heutigen Verhältnisse sind, so Laska, nicht etwa auf Stirner zurückzuführen, der universell als der bzw. das Böse hingestellt wird, sondern auf dessen „Bewältigung“ durch insbesondere Marx und Nietzsche. Laska versucht aber immerhin eine Brücke zu Schmitz zu schlagen, indem er erstens bestimmten „implantierenden Situationen“ durchaus nicht die Notwendigkeit abspricht und zweitens auf eine hier noch nicht genannte, dritte Instanz bei Schmitz neben dem Heiligen und der einpflanzenden Situation verweist: den „starken Daimon“, also so etwas wie einen autonomen inneren zielgerichteten Antrieb. Dieser Daimon dürfe, so Laska, nicht unterdrückt, sondern müsse gehegt und gepflegt werden, durchaus auch durch „implantierende Situationen“, um „Eigner“ im Sinne Stirners aufwachsen zu lassen.

Schmitz wendet ein, daß ein „starker Daimon“ nur bei wenigen Menschen anzufinden ist und, hätten alle ihn, gäbe es nur ein Hauen und Stechen zwischen lauter Rechthabern. Außerdem habe auch beispielsweise Hitler einen „starken Daimon“ besessen, dieser sei also nichts von vornherein Positives. Das erinnert fatal an das Menschenbild der orthodoxen Psychoanalytiker: der Mensch als sadomasochistisches Tier, das durch das Heilige und „implantierende Situationen“ gebändigt werden muß, bzw., bei den Neo-Psychoanalytikern, der Mensch als formbare Masse, der an die Hand genommen werden muß.

Übrigens ist Laskas Verständnis von „Daimon“ sehr irreführend, denn der „Dämon“ entspricht eher den „isolierten Über-Ich“, wie ihn Reich beim triebhaften Charakter beschrieben hat. Er steht keineswegs für einen starken inneren Kern. Beispielsweise meint Schmitz Goethe haben einen schwachen Daimon besessen.

Wie gesagt: das ganze wirkt wie eine um hundert Jahre versetzte Debatte zwischen den Psychoanalytikern (Schmitz) und Reich (Laska)! Sie wirft übrigens auch ein Licht zurück auf die 1920er Jahre. Schmitz  zufolge ist es „Stirner: Ich gegen eine fremde Welt“, während es für Laska „Stirner: Ich gegen das Fremde in mir“ ist. Genauso wie Schmitz dachten die Psychoanalytiker damals: den „schizoiden“ Menschen mit der Welt zu versöhnen, während Reich der „Schizophrene“ war, der gegen die Welt wütete.

Email [Bücherverbrennung in den USA] (2009)

11. Februar 2024

Email [Bücherverbrennung in den USA] (2009)

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 97)

8. Januar 2024

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Warum wollten die Psychoanalytiker Reich vernichten? Wegen Reichs Orgasmustheorie, die doch nur eine logische Fortführung von Freuds eigener Theorie der „Aktualneurose“ war? Kaum! Wegen dem Orgon? Kaum:

Auch bezüglich des elan-vital-Konzeptes des Philosophen und Literaturnobelpreisträgers Henri Bergson gab es Übereinstimmungen. Reich war nicht der einzige Psychoanalytiker, der sich darauf berief. Schon der Gründungspräsident der US-amerikanischen Psychoanalytikerorganisation, der international anerkannte Neurologe James Putnam, hatte 1911 auf dem Weimarer IPV-Kongreß die Analytiker aufgefordert, das Wirken einer „selbsttätigen“, „sich selbst erneuernden“ „Lebensenergie“ zur Kenntnis zu nehmen. Dabei verwies er neben Hegel insbesondere auf Bergson. In einem Brief vom 8. Juli 1915 gestand Freud, erneut von Putnam auf Bergson angesprochen, ebenfalls zu: „Ich weiß, daß jeder einzelne ein Stück Lebensenergie repräsentiert.“ Auch das Libido-Verständnis C.G. Jungs, der Bergson ohnehin sehr schätzte, wies deutliche Verwandtschaft auf zum „elan vital“ – und damit eben auch zum „Orgon“. Doch was bei Freud oder Jung offenbar nicht einmal einer kritischen Erwähnung bedarf, dient bei Reich bis heute als Alibi zum Attestieren einer Geisteskrankheit. Der Umgang der Analytiker mit Reich ist voll mit solcherart Absurditäten (Andreas Peglau: Unpolitische Wissenschaft?, S. 302-311, 416).

Es bleibt etwas, was mit den beiden genannten Faktoren unlösbar verknüpft ist, ohne das die ganze Sache aber unverständlich bleibt und sich ins Gegenteil kehrt (Stichwort C.G. Jung). Es geht um „LSR“, das nur unzureichend mit den Stichworten „Panzerung“ bzw. „Über-Ich“ umrissen wird: die Möglichkeit der Selbstregulierung. Jene, die den Konflikt zwischen Freud und Reich auf die Politik reduzieren wollen, tun dies, um genau diesen Kern zuzukleistern. Gleichzeitig geht es natürlich in der Tat um „Politik“, d.h. die Frage nach der individuellen und gesellschaftlichen Selbststeuerung.

Um mit LaMettrie zu reden: „Machen wir diese häuslichen Feinde [unsere Selbstanklagen] doch endlich nieder; seien wir nicht länger im Krieg mit uns selbst“ (z.n. Ursula Jauch: Jenseits der Maschine, S. 559). Ursprünglich glaubte Reich, komplementär dazu müßten auch sozusagen die „außerhäuslichen“ Feinde, die Ausbeuter niedergemacht werden. Deshalb seine Hinwendung zum Marxismus. Im Laufe der 1930er Jahre erkannte er, daß es tatsächlich um den Kampf gegen die Emotionelle Pest geht, konkret die Auseinandersetzung zwischen der ihrem Wesen nach unaufhebbar rationalen Arbeitsdemokratie und der irrationalen Politik.

Warum wird im NACHRICHTENBRIEF so häufig „Links“ mit „Emotionelle Pest“ gleichgesetzt?

5. Dezember 2023

Emotionelle Pest liegt immer dann vor, wenn das vorgeschobene Motiv nicht mit dem eigentlichen Motiv übereinstimmt. Reich war zu seiner Zeit besonders verbittert, weil alle seine Gegner, die Psychoanalytiker, die Kommunisten und die FDA (die US-Zulassungsbehörde für Arzneimittel und medizinische Gerätschaften), mit verdeckten Karten spielten, während er stets offen gehandelt hat. Ein Mann, ein Wort!

Für Reich war das durchweg eine „kommunistische Verschwörung“! Doch Doppelzüngigkeit, ob nun bewußte oder unbewußte, findet sich überall. Sie ist wahrhaftig kein Alleinstellungsmerkmal der Linken, aber: Was bedeutet „links“ aus bioenergetischer Sicht! Linke leben in ihrer sozialen Fassade. Diese „soziale Ader“ macht ja gerade ihr Linkssein aus und dagegen ist erstmal wirklich nichts einzuwenden. Bei der extremen Linken kommt es jedoch zu einer fatalen Umkehr nach dem Motto: „Es soll demokratisch aussehen, aber wir müssen alle Zügel in der Hand behalten.“ Beispielsweise bedeutet Grüne „Basisdemokratie“ das genaue Gegenteil, d.h. die Herrschaft einer klitzekleinen Elite. Oder da wir schon mal bei den Grünen sind: man verspricht Umweltschutz, zerstört aber flächendeckend auch noch die letzte Naturidylle mit Vogelschreddern und produziert bzw. importiert massenweise Kohlestrom, von Atomstrom („der unsere Netze verstopft“) ganz zu schweigen. Man wird als Friedenspolitiker gewählt, um sich dann als größter denkbarer Kriegshetzer seit 1945 zu erweisen.

Bei diesen Menschen tritt die soziale Fassade in den Dienst der sekundären Schicht. Das ist das Nonplusultra des „das vorgeschobene Motiv deckt sich nicht mit dem wirklichen Motiv“! Und das als Grundmodus des Charakters! Es ist nicht nur der Sprachfehler, wenn das Außentoastbrot verkündete: „Laßt uns Europa gemeinsam verenden!“ Es ist der Freudsche Versprecher eines pestilenten Charakters! Durch einen vermutlich hirnorganischen Schaden ist die Maske gefallen.

Alles ist Folge dieses einen Charakterfehlers: Dient die Inklusion wirklich den Behinderten – oder sollen nicht vielmehr die Gesunden „behindert“ werden? Umweltschutz wird vorgegeben, doch „Biosprit“, Soja, etc. ist die größte Gefährdung der Urwälder. Flüchtlingsschutz – doch die Heime sind mit wohlgenährten Abenteurern aus Saharasia und Schwarzafrika überfüllt, die nur ihr Glück machen wollen. Nationale Sicherheit – doch der Terrorismus wird im Inneren geschützt (multikultureller Minderheitenschutz) und im Äußeren systematisch gezüchtet durch immer neue „Friedensmissionen“. Durch ihren Klimawahn sorgt die Umweltpartei, die durch ihren Anti-Atomkurs groß geworden ist, zu einer ungemeinen Renaissance der Kernkraft in der Welt. Die einstigen „Friedensaktivisten“ für Breschnew und Andropow sind heute blutrünstige Kriegstreiber gegen Putin, weil es ihnen in Wirklichkeit nie um den Frieden an sich ging, das war nur vorgeschoben, sondern um ihr Engagement für Links und ihren Kampf gegen Rääächts. Sie hegen eine ebenso tiefe Sympathie für den Kommunismus wie einen abgrundtiefen Haß gegen das Christentum. Das wird im übrigen besonders deutlich, wenn sie sie sich als „Christen“ gerieren! Der angebliche „Feminismus“ führte zur Vermännlichung der Frau und mündet schließlich in der Ersetzung der Frau durch Transfrauen. Männer, die grundsätzlich die allerprimitivsten sexistischen Stereotypen bedienen. Und so in allem. Die große Verarsche!

Diese elende Lügnerei der Linken, dieses Spielen mit verdeckten Karten, dieses Reden und dann das Gegenteil tun, was Arbeit, Liebe und Wissen betrifft… Ein echter Konservativer hingegen verkauft nicht seine Seele an den Teufel. So jedenfalls drückte es, angesichts der gegen ihn gerichteten Verschwörung, Reich in Christusmord aus.