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Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 3)

10. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

  1. Genitaler Charakter: Er ist ein ungepanzerter Typus (4), orgastisch potent, mit natürlicher, unbehinderter Pulsation. Das Energieniveau kann hoch oder niedrig sein (das Niveau ist für die Gesundheit nicht signifikant, solange die Pulsation nicht blockiert ist). Er ist selbstreguliert. Gefühle und Gedanken stimmen überein und sind rational. Es gibt eine Kapazität für genitale Liebe, Arbeit und Wissen und für natürliche Aggression, Kreativität und Originalität sowie funktionellem Denken. Er verfügt über ein hohes Maß an körperlicher und emotionaler Gesundheit sowie über natürliche Anmut und Attraktivität. Es gibt eine Priorität der inneren und äußeren Freiheit in seinem Leben, die mit seinem natürlichen, ungehinderten Pulsieren zusammenfällt; und es gibt einen echten Kontakt mit der Natur und der Liebe zu ihr. Politische Ideologie ist der Genitalität fremd.
  2. Einfacher Neurotiker: Ein gepanzerter Typus, der an gestörter Pulsation von hohem oder niedrigem Energieniveau leidet. Er funktioniert auf der Grundlage der Expansion gegen Kontraktion oder Kontraktion gegen Expansion seines pulsatorischen Mechanismus. Es liegt orgastische Impotenz vor, Lustangst und eine sich entwickelnde oder entwickelte emotionale Resignation, die von Energiestau und DOR begleitet wird. Der Grad von Panzerung, Unbeweglichkeit und Angst variiert von Person zu Person. Die Sehnsucht nach Freiheit und Befriedigung bleibt in unterschiedlichem Maße bestehen, aber das Gefühl der Unfähigkeit führt zum Verlangen nach einem Leitenden (Führer)d und zur grundlegenden faschistischen Struktur des gepanzerten Menschen, wie von Reich skizziert (5). Arbeit ist mechanisch, Wissen ist Routine und Liebe ist in unterschiedlichem Maße neurotisch. Es gibt eine Sehnsucht nach Befreiung und Erlösung durch mystische Kräfte oder die soziale Ideologie, die den Weg für religiöse und linke bzw. rechte politische ideologische Ausrichtungen pflastert.1 Daher kann der einfache Neurotiker in seinem politischen Engagement entweder liberal oder konservativ sein.2 Schuldgefühl ist immer vorhanden, vor allem aus sexuellen Gründen, aber maskiert.
  3. Der emotionale Pestcharakter (Modju): Dieser Typus leidet unter einer sehr mörderischen und gefährlichen Charakterneurose. Ebenfalls ein gepanzerter Typus ist er ausnahmslos von hohem Energieniveau, aber mit dem, was Reich einen „unüberwindlichen Beckenblock“ nannte (6). Er ist intelligent und klug (ein „kurzgeschlossenes Genie“ (6)) im Dienste der Destruktivität. Häufig charismatisch, unwiderstehlich, ausgefuchst und manipulativ, widmet er sich direkt oder verdeckt dem destruktiven Handeln auf der sozialen Bühne. Intolerant gegenüber natürlichem und genitalem biologischem Verhalten, kann er nur das (perverse und destruktive) Verhalten der sekundären Schicht tolerieren, sei es im sexuellen, sozialen oder politischen Bereich. Es liegt ein brennender Hass auf die genitale Liebe, natürliche Arbeit und funktionelles Wissen vor. Er hat was Reich einen „strukturellen Zwang“ (7, S. 258) nannte, ausgerichtet auf eine totale, absolute Kontrolle als Mittel, um seine Umgebung einzuschränken und das für ihn Unerträgliche zu beseitigen. Wo der einfache Neurotiker energetisch dazu neigt, auf DOR-artiger Grundlage zu funktionieren, reagiert die emotionale Pest sowohl mit DOR- als auch mit oranur-artiger Aktivität. Es gibt eine DOR-artige Stauung, aber bei seinem Energieniveau bekämpft er sie auf eine destruktive, oranur-artige Weise.3 Er ist in der Regel getrieben, ganz egal wie stark dies auch verborgen ist und besitzt „brennende Augen“ (WR). Kurz gesagt, Modju ist die Verkörperung des „Bösen“, metaphorisch und wörtlich, der sein mörderischstes und destruktivstes Verhalten als „natürlich“ und „wünschenswert“ erlebt. Demzufolge ist seine Problematik ich-synton.4

Die obige Darstellung der drei grundlegenden sozialen Charaktertypen gibt uns eine Grundlage für die Bewertung zeitgenössischer sozialer Phänomene in verschiedenen Bereichen. Man kann die Auswirkungen dieser Charaktertypen auf den sozialen und politischen Bereich und die damit verbundenen Probleme nachvollziehen.

 

Anmerkungen

1 Nicht alle politischen Entscheidungen sind neurotisch, wenn sie auf funktionalen Wahrnehmungen der Realität beruhen.

2 Vgl. Kapitel 13 von E. F. Bakers Man in the Trap (3) für eine ausführlichere Erklärung der Unterscheidung zwischen den soziopolitischen Charaktertypen.

3 Die soziale Wirkung von DOR ist klinisch sehr gut belegt. Der soziale Ausdruck von Oranur muss noch klinisch verifiziert werden, obwohl er ziemlich logisch erscheint. Er würde sich wahrscheinlich als überreiztes, destruktives soziales Verhalten äußern, sei es durch ein plötzliches temporäres Aufflammen oder als Charakteristikum emotionaler Pest (Modju), deren Funktionieren chronischer Natur ist.

4 Hitler zum Beispiel empfand das Töten von Juden als „natürlich“ und „wünschenswert“. Man kann sich nicht vorstellen, dass er aufgrund dieser Handlungen Schuldgefühle hatte oder ein Unbehagen verspürte. Sein pestartiges Verhalten war ich-synton. Kommunistische Modjus sind ebenfalls in ihrem Verhalten ich-synton, tarnen es aber hinter humanitären Idealen.

 

Anmerkungen des Übersetzers

d „Fuehrer“ im Original in Deutsch.

 

Literatur

3. Reich, W.: The Murder of Christ.New York: Orgone Institute Press, 1953
4. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: The Macmillan Co., 1967
5. Reich, W.: The Mass Psychology of Fascism. New York: Orgone Institute Press, 1946
6. Reich, W.: „Truth Versus Modju“, Orgone Energy Bulletin, 4:162-170
7. Reich, W.: Character Analysis. New York: Orgone Institute Press, 1949

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Liebe, Arbeit und Wissen: eine problematische Trias

27. August 2018

„Liebe, Arbeit und Wissen sind die Grundlagen unseres Lebens. Sie sollten es auch beherrschen.“ Dieses Motto Wilhelm Reichs ist nicht so unproblematisch fundamental, will sagen bioenergetisch, wie es auf den ersten Blick erscheinen will.

Erstens gibt es diese drei „Naturfunktionen“ nicht im Tierreich. Liebe ist nicht nur ein unverbindliches angenehmes Gefühl, sondern ein Versprechen von Treue und Verläßlichkeit. Arbeit ist, frei nach Marx, nicht ein blindes Werkeln, sondern immer mit bewußter Planung verbunden, also mit dem Blick auf die Zukunft, die durch eine geistige Blaupause vorweggenommen wird. Wissen ist nichts anderes als die Kunst der Voraussage. „Das Boot wird kentern, wenn nicht die Fugen richtig abgedichtet werden.“ Jede einzelne dieser drei Funktionen beinhaltet also jeweils große Spannungsbögen im krassen Gegensatz zur bloßen Lustabfuhr, der Befriedigung des Bewegungsdrangs und das Begnügen mit dem Hier und Jetzt. („Wieso? Das Bott schwimmt doch!“)

Die Arbeitsdemokratie („Liebe, Arbeit und Wissen“) setzt demnach einen gewissen Grad an emotionaler Reife und ein Mindestmaß an Intelligenz voraus. Das sieht man unmittelbar anhand der beiden Ausdrucksweisen der Arbeitsdemokratie in der gepanzerten Gesellschaft: der Demokratie und der Marktwirtschaft. In primitiven Weltgegenden werden kaum je Stammesdenken und Kriminalität (Bestechung, Vetternwirtschaft, Korruption) transzendiert. Das sahen wir im Nationalsozialismus, sehen wir in der heutigen Türkei und generell in der Dritten Welt. Nicht zuletzt sehen wir das aber in unserer heutigen grünroten Demokratie mit ihrem Gesinnungsterror und den wirtschaftlichen Profiteuren der um sich greifenden zukunftsblinden Verblödung (Beispiel „Energiewende“, irrwitzige Abgaswerte, Asylindustrie, etc.).

ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? a. Von der Schwarzen Pädagogik zum digitalen Zeitalter

23. Januar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? a. Von der Schwarzen Pädagogik zum digitalen Zeitalter

Das Bertelsmännchen

17. Mai 2017

Seit Jahren lasse ich mir keine Nummer von change entgehen, dem „Magazin der Bertelsmann Stiftung“. Immerhin ist es kostenlos. Man kann sich wohl kaum etwas Kapitalistischeres vorstellen, aber gleichzeitig überkommt einem jedesmal das Gefühl die „Prawda“ der Globalisten zu lesen. Linksliberal bis zum Exzeß.

Es geht hier um einen der größten Medienkonzerne der Welt und diese Medienkonzerne sind in dieser Hinsicht durch die Bank wirklich konsequent. Wohin man schaut Zeitungen, Magazine, Bücher, Fernsehserien, Hollywoodfilme, etc. werden stumpf an den Massen vorbei produziert und fahren nur rote Zahlen ein, weil die linke Ideologie, etwa „Gender“ oder „Black Lives Matter“, wichtiger ist, als jeder Profit. Es sind wirklich Kommunisten! „Kommunisten“, weil sie nicht etwa die Bedürfnisse der Kunden befriedigen, sondern primär das Bewußtsein dieser Kunden verändern wollen.

change bietet mir immer wieder Einblicke in das, was die Elite wirklich mit uns vorhat. Es geht schlicht um die totale Globalisierung, die „offene Gesellschaft“. Es dreht sich alles darum, daß wir unsere „irrationalen Ängste“ gegenüber „der Öffnung“ überwinden sollten. Wie? Durch mehr Wissen!

Das ist natürlich hanebüchener Unsinn. Man denke nur an die Medizin: würden wir alles über das in uns brodelnde Ungemach und die wahrscheinlichen Todesagonien wissen, die uns in nicht allzu ferner Zukunft bevorstehen – wir würden vor Angst vergehen. Hast du mal einen Krebspatienten aus nächster Nähe KREPIEREN sehen?! Gesund ist nur der, der noch nicht gründlich untersucht wurde. Und so in allem: je mehr ich mich über die Weltwirtschaft, den Islam oder etwa die türkische Kultur informiere – desto mehr Angst bekomme ich.

Auf Angstüberwindung durch Wissen kann nur der liberale Charakter kommen, der vollkommen in seinem zerebralen System lebt und keinerlei Zugang zum Reich der Emotionen hat!

In diesem Zusammenhang blitzt in der neuen change für einen Augenblick die Realität jenseits der ideologischen Verblendung auf, als in einem Interview einem nach eigener Aussage „linksliberalen“ Sozialpsychologen, Prof. Dr. Soundso, folgende Frage gestellt wird:

„Offenheit wird begrenzt durch Angst, und Angst entsteht durch Unwissen – müßte nicht mehr für die Bildung getan werden, um die offene Gesellschaft zu stützen?“

Leute, noch mehr?! Seit Anfang der 1970er Jahre habe ich nie etwas anderes gehört als „mehr Bildung“!

Aber zur Antwort von Prof. Dr. Soundso:

Das ist keine Wissensfrage. Wenn sie ressentiment-geladenen Leuten mit Fakten kommen, behaupten die sowieso, die seien gefälscht. Was Menschen für ihre Wirklichkeit halten, ist immer emotional grundiert. Der Umgang mit der Welt ist nicht wissensbasiert. Der hängt ab von den sozialen Beziehungen, die man hat oder haben möchte; von den Wünschen, die man an sich selber hat, wie stark man sich orientieren möchte, welche Pfeiler man dafür braucht. Wissen wird total überbewertet.

Das weist wohl in die richtige Richtung, doch endet in inhaltsleerem Geschwafel. Solche überbezahlten Bertelsmännchen leben von meinem Steuergeld! Bitte das obige Zitat nochmal lesen: „Der Umgang mit der Welt (…) hängt ab von den sozialen Beziehungen, die man hat oder haben möchte; von den Wünschen, die man an sich selber hat, wie stark man sich orientieren möchte, welche Pfeiler man dafür braucht.“

Ohne Kenntnis des Reichschen Konzepts der Panzerung wird die Sozialpsychologie nie auf einen grünen Zweig kommen. Der Umgang mit der Welt hängt ab von der Charakterstruktur!