Posts Tagged ‘Wilhelm Reich’

Email [Prophylaxe statt Behandlung] 2003

1. März 2025

Email [Prophylaxe statt Behandlung] 2003

Email [über Reich, Freud und Rationalität] 1999

22. Februar 2025

Email [über Reich, Freud und Rationalität] 1999

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Psychosomatik” und folgende

21. Februar 2025

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Psychosomatik“ und folgende

David Holbrook, M.D.: Über „das Ende der Welt“ / Die Fähigkeit zu weinen / Wie ein Vogel in der Serengeti-Ebene / Die Macht des Vermeidens / Das Prinzip der Liebe / Über die „Emotionelle Pest“ und den „emotionell pestilenten Charakter“ / Ein Weg zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden / Antagonismus, Unsicherheit und die Suche nach der Wahrheit

2. Februar 2025

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Über „das Ende der Welt“

Die Fähigkeit zu weinen

Wie ein Vogel in der Serengeti-Ebene

Die Macht des Vermeidens

Das Prinzip der Liebe

Über die „Emotionelle Pest“ und den „emotionell pestilenten Charakter“

Ein Weg zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden

Antagonismus, Unsicherheit und die Suche nach der Wahrheit

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 18)

23. Januar 2025

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 18)

David Holbrook, M.D.: Überlegungen und Fragen zu „Moralismus“, „Panzerung“, Geist, Körper, Physiologie, Vernunft, Gefühl und „Orgonomie“

9. Januar 2025

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Überlegungen und Fragen zu „Moralismus“, „Panzerung“, Geist, Körper, Physiologie, Vernunft, Gefühl und „Orgonomie“

Der Blaue Faschismus im weitesten und im engsten Sinne

6. Januar 2025

Alle gepanzerten Gesellschaften sind von einer Spaltung zwischen Mechanismus und Mystizismus geprägt („gesellschaftliche Panzerung“). Beispiele sind Konfuzianismus gegen Taoismus in China, Kriegerkaste gegen Brahmanenkaste in Indien, Staat gegen Kirche in Europa. Je mehr sie voneinander divergierten (<– –>), desto demokratischer die Zustände, je mehr sie konvergierten (–> <–) desto faschistischer.

Man denke nur an den Unterschied zwischen Westrom (Trennung zwischen Kaiser und Papst) und Ostrom (Identität von geistlicher und weltlicher Macht) und heute an das liberale Europa im Vergleich mit Rußland unter Putin und früher die Sowjetunion mit ihren jeweiligen Staatskirchen.

Im Alten Testament ging es um den Kampf zwischen der staatlichen Macht der Könige und der „kirchlichen“ Macht der Propheten. Das setzte sich im Neuen Testament mit Christi Wort von „gebt Cäsar, was Cäsars ist, und gebt Gott, was Gottes ist“ fort. Mit dem Zuspitzen dieser Spannung entwickelte sich die westliche Demokratie. Je mehr diese beiden Sphären jedoch wieder konvergierten, desto eindeutiger bildete sich der Faschismus heraus. Sei es der weitgehend klerikale Faschismus in den romanischen Ländern und der völkische Faschismus in den germanischen Ländern oder der, wenn man so will, „Neo-Byzantinismus“ unter kommunistischen Vorzeichen in den slawischen Ländern. Ähnliches läßt sich über die Staatsreligion „Maoismus“ in ihren unterschiedlichen Ausprägungen in Asien sagen.

Aber zurück zum Neuen und Alten Testament mit ihrer Divergenz von staatlicher und kirchlicher Autorität: mit dem Islam wird diese judeo-christliche Grundtendenz eklatant verraten (findet sich allenfalls noch auf abstrakter Ebene im Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten) und es entwickelt sich durch Konvergenz der Faschismus namens „Islam“ mit seiner Einheit von weltlicher und kirchlicher Macht.

Die erste Gleichung oben („Divergenz“) steht also für Demokratie, die zweite Gleichung („Konvergenz“) für Faschismus. Dabei muß jedoch beachtet werden, daß „Konvergenz“ auch den Funktionalismus definiert, von dem Mechanismus und Mystizismus nur zwei voneinander divergierende Entartungen darstellen. Gewisserweise sind also Funktionalismus (und damit die Orgonomie!) und Faschismus sozusagen seelenverwandt. Genau das versuche ich mit meinem Begriff „Blauer Faschismus“ zu erfassen.

Das ist natürlich alles sehr abstrakt und allgemein und ich kann nur hoffen, daß der Leser mir folgen kann. Deshalb hier eine Darstellung des „Blauen Faschismus“ im denkbar engsten, konkretesten Sinne am Beispiel Orgontherapie.

Sitzung um Sitzung lag sie auf der Couch und zeigte mir, wie wichtig Geduld ist. Minute um Minute verging, und ich beobachtete, wie sie darum rang, herauszufinden, was sie brauchte und was sie wollte, anstatt sich von mir anweisen zu lassen, dieses oder jenes anzusprechen. Indem ich einfach nur zusah und zuhörte und oft wenig bis gar nichts sagte, akzeptierte ich sie, machte ihr klar, daß ich wußte, daß sie damit umgehen konnte, und gab ihr Zeit, ihre Bedürfnisse zu erkennen. Sie brauchte Aufklärung und Ermutigung, um diesen Teil von sich selbst zu akzeptieren und sich nicht mit anderen zu vergleichen oder mit dem, was sie sich von anderen Patienten in der Therapie vorstellte. Mir war klar, daß es ihr nur schaden würde, wenn ich die Verantwortung für sie übernähme oder ihr Anweisungen gäbe, statt sie die Dinge selbst in die Hand nehmen zu lassen. (S. 35f)

Das ist ein Auszug aus dem Artikel „Mother Like Daughter“ von Christopher Burritt (Journal of Orgonomy, Vol. 56, No. 2), der schlaglichtartig auf das Wesen des Blauen Faschismus verweist. In einer richtigen Orgontherapie, wie bei Dr. Burritt, geht es darum die Selbstregulation des Patienten zu unterstützen. In der Pseudo-Orgontherapie, wie sie von Möchtegern-Orgonomen oder gar „Reichianern“ praktiziert wird, wird dem Patienten von aufgeblasenen kleinen Führern aufoktroyiert, was er zu tun und zu lassen und sogar was er zu fühlen hat. Es ist praktizierter Faschismus im Namen Wilhelm Reichs. Ich verweise nur auf den Artikel in der gleichen Ausgabe des Journal of Orgonomie, der das in einer Fallgeschichte anprangert: „Damaging Mechanistic ‘Orgone Therapy‘ and An Approach to a Wounded Patient“ von Susan Marcel.

Der Blaue Faschismus am Beispiel Alfred Schuler

3. Januar 2025

Zunächst verweise ich auf den Aufsatz Alfred Schuler und die kosmische Bläue von Martin Schwarz und auf meinen eigenen Artikel über den „blauen Faschismus“.

Alfred Schuler war ein Prophet der völkischen Bewegung – und verkörperte deren ganze Widersprüchlichkeit. Beispielsweise waren die „Völkischen“ die Verkörperung der autoritären Gesellschaft („Patriarchat“) – vertraten aber teilweise genauso extrem „anti-autoritäre“ Gedanken. Für Schuler war

das republikanische Rom (…) ein steriles, lebensfeindliches Gemeinwesen (…), in dem die Männer die Frauen, die eigentlich schöpferischen Geister der Stadt, tyrannisiert hätten. Dem stellte Schuler als leuchtendes Gegenbild das Rom der späten Kaiserzeit gegenüber, dessen opulente sexuelle Dekadenz er der modernen Welt zu Nachahmung empfahl. (David Clay Large: Hitlers München, München 2001, S. 60)

Man denke auch an das widersprüchliche Verhältnis der Kreise, aus der der Nationalsozialismus erwachsen ist, und des Nationalsozialismus selbst zur Homosexualität.

Wie Ludwig Klages vertrat Schuler die Idee der „Blutleuchte“, „hinter dem sich das Dogma vom Blut als geheiligter Substanz der menschlichen Kreativität verbarg, als Träger einer aus der fernen mutterrechtlichen Vergangenheit herübergeretteten Energie“ (Large, S. 60). Insbesondere die Juden würden wegen ihrer „Blutschwäche“ auf die „zersetzende Rationalität“ setzen. Ganz offen forderte Schuler dazu auf, „den Juden“, für Schuler Verkörperung des kindermordenden Patriarchats, auszurotten. Schuler: „Morde den Vater, eh‘ daß er dein Kind, deine Seele, frißt, und entfessle die Urknäuel, das hundertspeichige Feuerrad.“ Large erklärt das wie folgt:

Das „Knäuel“, von dem Schuler sprach, war das Hakenkreuz, ein uraltes, beinahe allgegenwärtiges Symbol, das für so unterschiedliche Dinge stehen konnte wie das Sonnenrad, die Verbindung zwischen Vater-Gott und Mutter-Erde oder auch die Vereinigung zweier Menschen im Koitus. Die Swastika war ein passendes Emblem für Schuler, weil sie, wie der Psychoanalytiker Wilhelm Reich in seiner Massenpsychologie des Faschismus bemerkt, auf die Psyche einen Reiz ausübt, der sich als um so mächtiger erweist, je unbefriedigter eine Person ist und je mehr sie sich in unerfülltem Sexualbegehren verzehrt. Schuler konnte in einen ekstatischen Erregungszustand verfallen, wenn er nur ein Hakenkreuzmuster auf einem Aschenbecher erblickte. „Swastika! Swastika!“ stammelte er dann mit weitaufgerissenen Augen. (ebd., S. 61)

Der Nationalsozialismus lebt fort, aber nicht dort, wo man ihn allgemeinhin vermutet, d.h. bei dem lächerlich versprengten Haufen, an dem sich Antifanten abarbeiten und aufgeilen, sondern bei den heutigen „Kosmikern“. Er findet sich in Esoterikläden, bei den „Suchenden“, „Tantrikern“ und nicht zuletzt bei so manchen „Reichianern“, die Reich mit C.G. Jung oder Rudolf Steiner verwechseln, und deren ganzes seelenvolles Geschwurmel genauso pathologisch ist wie die kosmische Hysterie Schulers.

Neujahr 2025

1. Januar 2025

Der NACHRICHTENBRIEF wünscht seinen Lesern ein gemeinsames Fruchtbarmachen dessen, was uns 2025 bevorsteht!

Willkommen im gleichen Science Fiction-Horror-Film, in dem Reich in den 1950er Jahren gelebt hat:

Peter Nasselstein, Kunstmaler

Eine Notiz Reichs über seine Bilder aus dem Jahre 1951:

Die Freude daran, Farbkompositionen aus den Fingern fließen zu lassen, ist etwas sehr Spannendes. Meist gibt es nur den Kern einer Idee. Um diesen Kern herum gruppieren sich die Farben und Formen ganz von selbst. Das ist wahre Selbstregulierung. (Where’s the Truth?, S. 84)

Die „Orgonomie“ des Kleinen Mannes

5. Dezember 2024

Wo bleibt die Weiterentwicklung der Orgonomie?

Zunächst muß man etwas über das Wesen von Wissenschaft klarstellen: Seit Newton keine Entwicklung in der Optik, weil sie abgeschlossen ist. Seit den späten 1920er Jahren keine Entwicklung in der Quantenmechanik, weil die Theorie (oder sagen wir lieber das mathematische Handwerkszeug) fertig ist, perfekt. Und so weiter. Ähnlich sieht das in der Orgonomie aus: mit ORANUR und CORE war die Orgonomie als Wissenschaft weitgehend abgeschlossen! Wenn Neuseeland einmal entdeckt und seine Inseln erkundet sind, ist die Sache gegessen! Natürlich wird das Land bis heute und in alle Ewigkeit weiter erforscht, aber… Natürlich entwickelt sich die Orgonomie fort (etwa durch die Beiträge von Elsworth F. Baker und Charles Konia), aber… Aber es ist nicht so, wie sich das der Kleine Mann vorstellt, der mystische und teilweise durchaus persönliche „Napoleonische“, wenn nicht gar „Hitleristische“ Vorstellungen vom eigenen Ruhm und der „Eroberung der Welt“ pflegt.

Schon zu Lebzeiten Reichs gab es einen gewissen Paul Ritter in England, der sich als eine Art „Neben-Reich“ aufspielte und versuchte Reichs Ansätze „weiterzuentwickeln“. Spätestens seit den 1970er Jahren hatte er in dieser Hinsicht zahllose Nachfolger, die nicht nur in der sogenannten „Körperarbeit“ (sic!) Reich „weiterentwickelt“, wenn nicht gar „überwunden“ haben.

Die Orgonomen haben Reich und die Orgonomie nur in dem Sinne fortgeführt, als sie die Sexualökonomie zusätzlich mit neuen Belegen untermauert haben (etwa James DeMeos Saharasia-Theorie) und in der Orgonbiophysik ähnliches geleistet haben. Nirgendswo ist da auch nur der kleinste Bruch zu Reichs Arbeit! So mancher sogenannte „Reichianer“ hingegen konzentriert sich darauf, die „wissenschaftliche“ Grundlage für seine jeweils eigeneArbeit zu schaffen und von diesem Punkt aus das gesamte Feld neu aufzurollen. Man denke nur an den grotesken „Radix“-Murx von Charles Kelley und all die verbrecherische SCHEISSE, die im Zusammenhang mit dem Cloudbusting verbreitet wird.

Kann man sich eine entsprechende Formulierung („die wissenschaftliche Grundlage für meinen Ansatz erarbeiten“) bei irgendeinem Orgonomen vorstellen!? UNDENKBAR! Diese „Reichianer“ spielen sich typischerweise jeweils als eine Art neuer Reich auf, der eine neue Wissenschaft begründet – die meinetwegen irgendwie mit Reich verbunden ist. Reich wird zu einer Art „Vorgänger“ degradiert und die Orgonomie zu einer Art „Hilfswissenschaft“.

Ich habe die Arbeit dieser Geistesakrobaten über Jahrzehnte verfolgt und dabei praktisch kein Wort von ihrem unerträglichen GESCHWAFEL verstanden (siehe meine zahlreichen Besprechungen). Alles sehr originell, ganz ihre jeweilige Schöpfung – aber mit Reich und Orgonomie hat das rein gar nichts zu tun. Meiner persönlichen Meinung nach sind es durchweg unerträgliche, kontaktlose Wirrköpfe. Vielleicht bin ich aber auch zu doof, um ihre genialen Gedankengänge nachzuvollziehen. Nun ja, wenn sie unvorsichtig genug waren Artikel, gar ganze Bücher zu verfassen, kann jeder selbst ihre geistige Zerrüttung bewundern!

Nochmals, zum xten Mal, der NACHRICHTENBRIEF ist nicht der Ort für derartige „Weiterentwicklungen“ der Orgonomie!