
Archive for Januar 2021
Buchrezension: The Case Against Pornography (Teil 2)
21. Januar 2021Buchrezension: The Case Against Pornography (Teil 1)
20. Januar 2021Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 21)
19. Januar 2021Man schaue sich den modernen Haus- und Wohnungsbau an und vergleiche das mit früher? In Zeiten, wo doch alles um „Wärmedämmung“ geht, werden die Fenster mit jedem Neubau größer (d.h. der, von der ach so wichtigen Wärmedämmung her betrachtet, neuralgischste Punkt jeder Fassade), so daß die Menschen neuerdings in Schaufenstern leben. Wenn ich mich abends auf das Fahrrad schwinge, um noch schnell was einzukaufen: ein ungewollter Blick und ich habe die gesamte in diesem Jahr errichtete Neubauwohnung überblickt und die Dynamik des Familienlebens erfaßt… Ich könnte in einer solchen Wohnung keinen Abend überleben, aber diese Leute scheint es gar nicht zu stören, auf der Bühne zu leben!
Die Architektur ist direkter Ausfluß der biophysischen Struktur der Menschen aus oberflächlicher sozialer Fassade, der mittleren Schicht (die man weitgehend mit der Panzerung gleichsetzen kann – obwohl das Dreischichtenschema natürlich die „gepanzerte Struktur“ in ihrer Gesamtheit beschreibt) und dem bioenergetischen Kern. Der liberale („sozialistische“) Charakter steht sozusagen vor der Mauer der Panzerung, der konservative Charakter hinter ihr. Entsprechend ist die beschriebene neue Architektur Ausdruck der Tendenz zum Sozialismus: alles ist öffentlich, sozial, ohne jedwede Tiefe, „pseudo-expansiv“.
Ganz anders die konservative Ära, als sich die Menschen hinter auffällig kleinen und dicht verhangenen Fenstern verbargen (Kontraktion). Besonders deutlich wird das in der Welt des Nahen Ostens, wo die Fenster zum Innenhof gehen, während man draußen einer fensterlosen Fassade gegenübersteht. Siedeln dies Leute in unserem Kulturkreis, leben sie hinter heruntergelassenen Jalousien. Nicht nur die Frauen, auch die Häuser sind „verschleiert“.
Selbstredend ist der Konservative, in welcher Ausprägung auch immer, alles andere als „gesund“, trotz seinem Kernkontakt, der aber durch die Panzerung stark verzerrt, pervertiert ist. Und schon gar nicht ist es per se „krank“, offen und der Welt zugewandt zu sein. Es wird nur extrem krank, wenn es zur „Freiheitskrämerei“ wird, die die reale Vereinzelung und Vereinsamung der Menschen nur verschleiert und an deren Ende die Selbstbezichtigung steht, um irgendwelche Roten Garden zu beschwichtigen: „Ich bin kein Rechtsabweichler!“ (Reichsbürger, Coronaleugner, etc. lese keine verbotenen Bücher und treffe mich nicht mit Feinden der Be-Völkerung).
Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 20)
18. Januar 2021Manchmal überkommt mich eine Melange aus tiefer Traurigkeit und unbändiger Wut. Der Zorn und die Trauer Pierre Paolo Pasolinis und des Orgonomen David Holbrook (Full Metal Jacket und die 1980er Jahre in http://www.orgonomie.net/holbrook36.htm) . Ich habe sie noch erlebt, die letzten Ausläufer wirklichen authentischen Lebens. Der gestrandete Seemann, Untermieter meiner Großtante, der ganz stolz auf seinen Weltempfänger war. Die Parterrewohnung der anderen Großtante neben der Butter- und Käsehandlung, mit den abenteuerlich hohen Wänden, der übergroßen altertümlichen Küche mit dem Küchengarten zum Hinterhof raus. Eine magische Welt, in der alles stimmig war. Vom Treppenhaus bis zur Stadtgestaltung, von der Form der Kinderwagen bis zur großen Architektur, alles paßte zueinander. Die Erinnerungen an das Kellnern, als das noch ein wirklicher Beruf war, an der Reeperbahn und im Sommer auf Helgoland und die Arbeit als Hausdame in Blankeneser Villen. Geerdet und identitär, irgendwo zwischen abartigen süßsauren Speisen (man muß ja nicht alles mitmachen!) und dem Flair der Außenalster. Die imgrunde tieftraurigen Geschichten um Klein Erna und der unbändige Stolz der Werftarbeiter, ob dem, was sie tagtäglich erschaffen. Menschen, die nur hierhin passen und zu keinem anderen Ort der Welt. Niemand hat jemals „Moin“ gesagt (sind wir etwa Friesen!) oder all dem anderen Plastik-Norddeutschland aus dem Fernsehkasten gefrönt, sondern es schlicht gelebt.
Es zerreißt mich, alte Filme über das Hamburg bis etwa Mitte der 1960er Jahre zu sehen. Das Gehabe und die Kleider der Frauen, das Spielen der Kinder, die Gesichter. Die Nazis, die uns fremder waren, als später die einmarschierenden Briten (mit denen meine Oma hervorragende Schwarzmarkgeschäfte gemacht hat, mit deren Ertrag das Haus gebaut wurde, in dem ich aufgewachsen bin), der Krieg und all sein Horror, die Flut an Misplaced Persons in ihren Wellblech-Verschlägen und an Ostvertriebenen, – nichts konnte Hamburg wirklich zerstören. Nur eins hat es unwiederbringlich kaputtgemacht. Etwas, was mit „Popkultur“ nur schlecht umschrieben ist, auch „Globalismus“ und „Liberalismus“ treffen es nicht ganz.
Was geschehen ist, möchte ich an zwei Schlaglichtern verdeutlichen:
Entsprechend der dreischichtigen Charakterstruktur des Menschen (Kern, Mittlere Schicht, Fassade) gibt es grundsätzlich drei Arten von Menschen:
In einer unheilvollen Schleife, haben Menschen des dritten Typs die Umwelt geschaffen, die solche „Non-Playable Characters“ wie sie hervorbringt – bzw. umgekehrt. Diese Schleife war das unausweichliche Resultat der „Emanzipation“ der Menschen aus ihrer alten Unterdrückung; im tiefsten Grunde war es die mißglückte sexuelle (biologische) Revolution, die seit Mitte der 60er Jahre alles in einen Haufen Scheiße verwandelt hat.
Das zweite Schlaglicht ist das Geschehen von 1982, als das alte Hamburg ENDGÜLTIG in die Jauche getreten wurde. Karate-Tommy beschreibt sehr gut, was damals vorgefallen ist, was damals unwiederbringlich zerrissen ist:
Selbst am Bodensatz der Gesellschaft (es soll mir niemand diese widerlichen Arschlöcher über Gebühr romantisieren!) gab es noch so etwas wie Ehre und Spielregeln – und Hamburg war für jeden Menschen eine „vollkommen“ sichere Stadt. Und dann kommt so ein weltfremder Richter, wie ein Alien aus dem Weltraum, und zerstört eine Sozialstruktur, die bis auf die Eroberung Hamburgs durch Napoleon zurückging. Kontaktlosigkeit hat Hamburg zerstört – sie zerstört den gesamten Planeten. Und niemand sieht, was geschehen ist.
nachrichtenbrief188
17. Januar 2021Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 18)
13. Januar 2021Der Faschismus der Massen zeigt sich beispielhaft bei den gläubigen Juden, die bezeichnenderweise selbst die größten Opfer von Verschwörungstheorien sind.
Der Geist der Rabbinen und damit der Massen, die ihnen folgen, werden von zwei grotesken Vorstellungen vernebelt: Hitler und die Nationalsozialisten waren sozusagen die Racheengel Gottes an den Juden, die im Zuge der Emanzipation die Thora verraten hatten und zu einem Gutteil für die Greuel der Russischen Revolution verantwortlich gewesen wären. Hitler habe gar nichts gegen die „wahren Juden“ gehabt, sondern wäre nur antijüdisch geworden, weil er sie mit den Bolschewisten und den anderen verrückten modernen Ideen in Zusammenhang brachte. Das fände sich so in Mein Kampf.
Andere Rabbinen haben in Hitlers Buch so ziemlich das Gegenteil hineingelesen: er hätte die Juden gehaßt, weil sie die Beschneidung und die Ethik in die Welt getragen hätten. (Also genau das, was übrigens auch Reich kompromißlos bekämpft hat, der als „Jude“ nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Judentum zu schaffen haben wollte!) Kabbalistisch betrachtet seien die Deutschen, in geringerem Umfang auch die anderen Europäer Wiedergänger des Volkes Amalek und in der Bibel stünde, Gott habe von den Juden verlangt Amalek und seine Nachfahren mit Mann und Maus, Frauen, Kinder erbarmungslos auszurotten.
Man fragt sich, welche dieser beiden Theorien widerlicher und niederträchtiger ist… Das macht religiöser Wahnsinn aus Menschen! Oder wie Reich nahelegte: Mystizismus und Faschismus sind Siamesische Zwillinge! Verschwörungstheorien, von welcher Seite sie auch immer kommen mögen, sind Emotionelle Pest und nichts außerdem!
Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 17)
12. Januar 2021Reich „Verschwörungstheorien“ beruhten auf sexualökonomischen und charakteranalytischen Überlegungen und dürfen nicht mit den üblichen Verschwörungstheorien in einen Topf geworfen werden! Über das Miasma dieser Verschwörungstheorien, habe ich mich bereits in Die Emotionelle Pest (Teil 2) geäußert. Ihre Vertreter sind selbst die größten, die eigentlichen Verschwörer – Werkzeuge der Emotionellen Pest.
Die Verschwörung hinter den Verschwörungstheorien ist nichts anderes als die gepanzerte, lebensfeindliche Struktur der Massen. Die Panzerung bedingt folgende Faktoren, die Verschwörungstheorien bestimmen:
- Aufgrund der eigenen Panzerung, den jeder natürliche Impuls überwinden bzw. durchdringen muß, hat der Verschwörungstheoretiker den Eindruck, daß nichts spontan („von selbst“) geschieht, alles muß von außen angestoßen werden (= „Verschwörung“).
- Da insbesondere die Augenpanzerung betroffen ist, ganz ähnlich wie in der Schizophrenie, werden die absurdesten „Hintermänner“ vermutet. Beispielsweise die offenbar allmächtige und, wie wir alle wissen, natürlich hypereffiziente „CIA“!
- Aufgrund der mechanistischen Grundeinstellung (die mit einer mystischen stets einhergeht und umgekehrt) müssen große Ereignisse auch entsprechend große Ursachen haben. Der „Schmetterlingseffekt“ wird von Verschwörungstheoretikern ausgeschlossen. Für sie ist es nie der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt, sondern immer gleich ein ganzer Tsunami. Beispielsweise kann in ihrer Welt der unbedeutende Lee Harvey Oswald nicht für die Ermordung des bedeutenden J.F. Kennedy verantwortlich sein.
- „Outsourcing“ der Panzerung: Die Panzerung hat die Funktion Energie einzuschränken und Motilität zu begrenzen, um die Menschen vor seiner ansonsten frei flottierenden Angst zu schützen. Diese Funktion kann man buchstäblich „outsourcen“, indem man etwa eine Frau heiratet, die ständig nörgelt und einen „runtermacht“. Der Vorteil ist, daß man die Eigenverantwortung vollständig abgibt. Genauso bei der Verschwörungstheoretikern, die in den freiesten Gesellschaften leben, die die Menschheit je gekannt hat, die aber so tun, als würde alles durch geheime Mächte kontrolliert werden. Aus Freiheitsangst bestreiten sie schlichtweg, daß es Freiheit und Eigenverantwortung gibt. „Die Mächtigen sind schuld“ – und man muß gegen sie für die Freiheit kämpfen…
- Verschwörungstheoretiker geben also vor, für das OR (die gesunde Orgonenergie) zu kämpfen, in Wirklichkeit identifizieren sie sich jedoch mit dem DOR (der abgestorbenen, giftigen Orgonenergie, die in der Panzerung gebunden ist).
- Sie fühlen sich intellektuell überlegen: sie haben den Durchblick. Tatsächlich verlagern sie Energie in den Kopf (Verachtung für jene, die kein „höheres Bewußtsein“ erlangt haben).
- Gleichzeitig verlagern sie ihre gesamte Aufmerksamkeit weg vom Kern (bioenergetische Prozesse, Arbeitsdemokratie) hin zur Fassade (willentliche Machinationen, Politik). Sie sind die archetypische Verkörperung von „Oberflächlichkeit“.
- Ihre Aktivitäten zeugen von einer alles bestimmenden Verantwortungslosigkeit und Kontaktlosigkeit – kurz, sie sind die archetypische Verkörperung der Panzerung.
- Sie bilden schnell quasi-religiöse, faschistische Kulte. Ihr ganzes Gehabe und Gelabere erinnert fatal an die faschistischen Massenbewegungen des letzten Jahrhunderts. Außerdem ist ihre Ausdrucksweise auffällig militaristisch und sadistisch. Der Mystiker versucht mit Macht die Panzerung zu durchbrechen, wodurch alle seine Impulse einen gewalttätigen Charakter annehmen.
- Verschwörungstheorien sind nichts anderes als eine Ausdrucksform der Emotionellen Pest. Giftiges Unkraut, das aus der lebensfeindlichen Struktur der Massen erwächst. Finden sich genug von der Pest angesteckte Menschen zu gemeinsamen Aktionen zusammen, haben wir es mit der organisierten Emotionellen Pest zu tun.


















