Archive for Oktober 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 14. Der zweifache Tod Gottes

21. Oktober 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 14. Der zweifache Tod Gottes

Die verquere Arabisierung des Westens

20. Oktober 2022

In seinem neuen Buch Clueless schreibt Charles Konia über die muslimische Welt des Mittleren Ostens:

Realistisch betrachtet, wird es unter den günstigsten Bedingungen Generationen, wenn nicht Jahrhunderte dauern, bis die Mindestanforderungen erfüllt sind, die notwendig sind, um in den Ländern des Nahen Ostens eine stabile Demokratie westlichen Stils zu schaffen und zu erhalten. Um dies zu erreichen, müssen die folgenden sozialen Veränderungen schrittweise und verantwortungsbewußt durchgeführt werden, wobei eine klare Unterscheidung zwischen primären Kernfunktionen und destruktiven sekundären Trieben getroffen werden muß.

– Aufhebung der sexuellen Unterdrückung von Kindern

– Gleichstellung der gesellschaftlichen Kräfte der politischen Linken und Rechten

– juristische Trennung von religiösem (Scharia) und weltlichem Recht

– Trennung von Religion und Wirtschaft

– Emanzipation der Frauen

– Abschaffung des Tribalismus (S. 119f)

Der Westen ist verhältnismäßig frei von der sexuellen Unterdrückung von Kindern, politischer Einseitigkeit, einem religiösen Ständestaat, Frauenunterdrückung und Tribalismus.

Das Problem dabei ist, daß genau das gerade rapide Rückgängig gemacht wird und zwar von Seiten der radikalen Linken in einer unheiligen Allianz mit den globalen Großkonzernen:

  1. Es findet eine umfassende Indoktrination statt, Kindern in ihrem sexuellen Selbstverständnis zu verunsichern, sie daraufhin chemisch mit den gleichen hochtoxischen Mitteln zu kastrieren, die bei gewalttätigen Triebtätern eingesetzt werden. Stichwort „Pubertätshemmer“, die die chirurgische Radikalverstümmelung vorbereiten, die aus den betroffenen Krüppeln lebenslange Kunden des pharma-medizinischen Komplexes machen.
  2. Jeder Einzelne, jede Organisation, die nicht linientreu den ideologischen Vorgaben des sozialistischen Einheitsblocks folgt, gilt in den Medien als „umstritten“ und wird um seine gesellschaftliche und wirtschaftliche Existenz gebracht. Wer sich etwa gegen Punkt 1 wendet, kann im Gulag landen.
  3. Jeder hat sich den Vorgaben eines allumfassenden quasi religiösen Glaubenssystems bedingungslos zu unterwerfen, das reicht von den Glaubensartikeln der Corona- und Klimareligion bis hin zu denen der Multikulti- und Genderreligion. Es gibt keine allgemein zugängliche Wirklichkeit, sondern nur noch Glaubensartikel.
  4. Wer allein schon definiert, was eine „Frau“ ist, wird zum gemeingefährlichen Glaubensabtrünnigen erklärt. Frauen verschwinden aus dem gesellschaftlichen Diskurs und werden auch real von „Transfrauen“ aus Schutzräumen, aus Parlamenten und von Siegerpodesten weggestoßen.
  5. Es gibt keine Gesellschaft mehr, sondern nur noch Cliquen, Stämme, die durch ihre Ideologie, ihre Modepräferenzen, ihr Konsumverhalten, irgendeinem „Fetisch“ oder ihrer zur Schau getragenen sexuellen Orientierung bestimmt sind. Selbst im Alltag ist zu beobachten, daß Menschen sich auf eng umrissene Freundeskreise zurückziehen, sich nach außen abschotten und Außenstehenden nicht einmal die primitivsten Höflichkeitsfloskeln gönnen und dergestalt ein gedeihliches gesellschaftliches Miteinander unmöglich machen. Hinzu kommt, daß durch „Multikulti“ die Stammeskultur der Herkunftsländer importiert wird und kleinere Ethnien, etwa Vietnamesen oder Mexikaner, fern von der Heimat zu in sich abgeschlossenen „Stämmen“ werden.

Damit sind der westlichen Demokratie und einer gedeihlichen von sexualökonomischen und arbeitsdemokratischen Grundsätzen bestimmten Zukunft sämtliche Grundlagen entzogen. Was bleibt ist die Barbarei, die Hölle auf Erden.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Die Weltgeschichte

19. Oktober 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Die Weltgeschichte

Risikofaktoren für Angststörungen bei Kindern und Heranwachsenden

18. Oktober 2022

Risikofaktoren für Angststörungen bei Kindern und Heranwachsenden

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 25)

17. Oktober 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Alle Frontlinien sind nur Teil des „sozialen Panzers“: ein „Trieb“ hält den anderen in Schach, auf daß sich nichts verändert. Wie läßt sich diese Panzerung aufbrechen? Indem man nicht mehr bei dieser Frontbildung mitspielt und z.B. den Gegner ernster nimmt, als er sich selbst. Reich am 2. September 1941:

Meine dritte Frau hat mir gerade gesagt, daß ich die Dinge „zu ernst“ nehme. Ich hatte mich darüber beschwert, daß so viel Geld für die zukünftigen Väter des Proletariats verschwendet wird. Das gleiche habe ich vor zwanzig Jahren von mehreren Vorgesetzten gehört. Was soll ich denn ernstnehmen, wenn nicht die sogenannten Retter der Menschheit, die Millionen in die Irre führen, an die die Menschen glauben und für die sie bereit sind, ihr Leben zu opfern! Wenn man das Vertrauen in die Menschen nicht verlieren will (und das zu verlieren, bedeutet, alles zu verlieren), dann muß man alle ihre Aussagen ernstnehmen, todernstnehmen, sie sozusagen festnageln, sie an jedem Wort festhalten und nicht loslassen! (American Odyssey, S. 119)

Im Falle Freuds heißt dies, etwa den unausgesprochenen Vorwurf gegen Reich auszusprechen, daß Reich genau jenen dunklen Mächten den Weg ebnet, gegen die „anständige Menschen“ seit je gekämpft haben, als sie alles mit dem Bann belegten, was nicht zu kontrollieren ist (sei es religiöse Ekstase, sozialer Aufruhr oder sexuelle Zügellosigkeit). Diesen Vorwurf gilt es ernstzunehmen – und sich auf die Seite des Gegners, also in diesem Fall die Seite Freuds zu stellen und die „sexualökonomischen“ Konsequenzen zu ziehen, die in Freuds (Marx’, Diderots) Konzept stecken. Und genau das hat Reich getan, mit „jeder hat irgendwo recht!“ und als er streng zwischen primären und sekundären Trieben unterschied, die Rolle der „Gegenwahrheit“ erkannte und sich auf einen „konservativen“ Standpunkt stellte. Das ist keine kompromißlerische Haltung. Ganz im Gegenteil, denn sie verweigert sich dem gesellschaftlichen Abpanzerungsprozeß, der das System durch „prinzipielle“ Gegnerschaft gegen das System aufrechterhält – das nichts anderes ist als ein festgefügtes Geflecht eben solcher „prinzipiellen Gegnerschaften“.

Doch die Gesellschaft erschöpft sich nicht in ihrer Panzerung (sonst könnte sie auch gar nicht überleben!), sondern die Arbeitsdemokratie und die individuelle Anständigkeit wirken weiter. Daran wollte Reich anschließen.

Natürlich glaube ich nicht, daß Freud (mal abgesehen von dem „automatischen“ Wissen, das jedem Menschentier eingeboren ist) zwischen primären und sekundären Trieben unterschied. Ich meine nur, daß jede reaktionäre oder pseudorevolutionäre Weltanschauung (z.B. der Katholizismus und der Marxismus) einen wahren Kern haben und daß, wenn man sie (d.h. jede reaktionäre oder pseudorevolutionäre Weltanschauung) zuende denkt, was etwa die Katholiken und Marxisten wohlweißlich nie tun werden, sich diese Weltanschauungen als „LSR“ (LaMettrie, Stirner, Reich) erweisen würden. Das hat Reich in Christusmord aufgezeigt, als er z.B. den Urvater des Katholizismus, Paulus, und dessen Unterscheidung von „Fleisch“ und „Leib“ auseinandernahm. Und „selbst“ Stirner hat im Einzigen und sein Eigentum über hunderte Seiten, in denen er die Religions- und Philosophiegeschichte aufdröselt, das gleiche gemacht.

Eben wegen dieser tiefen Verankerung wird LSR (LaMettrie, Stirner, Reich) die Massen ergreifen. Es hat sie schon ergriffen, bzw. haben es die Menschen schon immer gewußt, da LSR ihre eigentliche Natur ist. Die rätselhafte Intensität der Abwehr gegen LSR ist Beweis genug, daß die Menschen die LSR-Wahrheit intuitiv kennen, denn ansonsten wäre es ihnen egal. Reich hat sich gewundert, daß seine schlimmsten Gegner intuitiv die Konsequenzen seiner Forschungsarbeit gezogen hatten, bevor er, Reich, es selbst getan hat!

LSR ist kein neues Paradigma, oder meinetwegen Superparadigma, das alte Paradigmen ablöst, sondern die präexistente Wahrheit, die nur zeitweise durch eine „Paradigmenwirtschaft“ überlagert wurde (wann, wie und warum hat James DeMeo mit seiner Saharasia-Theorie erklärt). Deshalb kann ich auch das Label „Hegelianismus“ für mich nicht akzeptieren, denn ich sehe in der Abfolge der Paradigmen keine Entwicklung zum besseren. Ich sehe, daß das Leben diese Paradigmenwirtschaft und ihre Pseudo-Entwicklung nicht ewig akzeptieren, sondern immer wieder durchbrechen wird. LaMettrie und Stirner und Reich waren solche Durchbrüche.

Es ist kein Kampf der Paradigmen, sondern etwas grundsätzlich anderes. Angenommen du würdest als einziger auf der Welt LSR vertreten, dann wärst du der eine und einzige wahre Sprecher, der die wahren Intentionen der 8 Milliarden anderen Menschen ausspricht. Und nicht du, sondern die verrückten 8 Milliarden würden sich lächerlich machen. Leninismus im Extrem (meinetwegen kann man das „Hegelianisch“ nennen).

Architektur und sexuelle Revolution

16. Oktober 2022

Vor fünf Jahren lieferte ich hier im Blog eine sexualökonomische Erklärung der Wilhelminischen Architektur ab:

Ich rätselte bei einer Fahrradtour durch Hamburg weiter über meine alte Marotte: warum mir die Wilhelminische Architektur so überaus gut gefällt, gerade enthusiasmiert, und warum mich alles derartig anwidert, was in den letzten 100 Jahren gebaut wurde. Ein physischer Widerwille, abgrundtiefer Haß und purer Ekel!

Mein Fehler war bisher, daß ich a la Rudolf Steiner von steinzeitlichen Höhlen ausgegangen bin und daß heute diese natürlichen Formen durch mechanische Formen ersetzt wurden. Doch dieser Ansatz ist nicht zielführend. Man muß Häuser anders betrachten, nämlich frei nach Hans Hass (Energontheorie) als zusätzliches Organ, das funktionell dem Federkleid der Vögel, dem Fell der Säugetiere und der Kleidung der Menschen entspricht.

Das Federkleid eines Pfaus oder eines Enterichs, das überbordende Geweih eines Hirsches oder die imposante Mähne eines muskelbepackten Pavian-Paschas sind vollkommen überflüssiger Schnickschnack ohne jede Funktion. Dieser absurde Luxus der Sexprotze signalisiert nur eins: eine überbordende Gesundheit, eine überschwellende Energie, gutes Erbmaterial. Und genau das signalisierte die verschnörkelte, sich in abstruse Einzelheiten verlierende Architektur des imperialen Deutschlands, das vor wirtschaftlicher Kraft schier barst, warum denn auch die Emotionelle Pest alles tat, um das Deutsche Reich wieder zu zerstören.

Die Architektur unter Kaiser Wilhelm läßt mein Herz höher schlagen, weil sie eine hohe orgonotische Ladung signalisiert, Optimismus und Lebendigkeit. Alles was danach kam, ausnahmslos alles, ist eine Architektur des Niedergangs, des Verfalls, des Todes. Die heutigen Städte sind steingewordene Anorgonie. Ausspuck!

Soweit mein alter Text. Nichts davon nehme ich zurück, außer vielleicht das mit der „wirtschaftlichen Kraft“ als ein entscheidender Faktor. Mir war damals nicht klar, daß die neue Architektur, also die Architektur nach dem Ersten Weltkrieg, rein gar nichts mit ökonomischen Zwängen zu tun hat. Auch dachte ich, zu Wilhelminischen Zeiten sei die Arbeitskraft halt billig gewesen, nach dem Ersten Weltkrieg habe sich das geändert und man mußte schnell und trotz verteuerter Arbeitskraft billig für eine wachsende Bevölkerung bauen. Das ist Unsinn! Die Bauten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wurden bereits weitgehend industriell gefertigt. Es gab Fabriken, in denen Steine, vor allem „künstliche Steine“ (Steine aus Kalkmörtel), geschnitten und mit Hilfe von Schablonen gefräst wurden und all die Ornamente und Figuren, sind nicht etwa Produkte von Steinmetzen, sondern wurden massenhaft gefertigt, wie heute all die Statuetten und anderer billiger Firlefanz, den geschmacklose Zeitgenossen in ihre Gärten stellen. Auch Einzelstücke brauchten keinen „Michelangelo“, sondern wurden aus vorgefertigten Versatzstücken schnell zusammengepfuscht.

Warum wurde das, die überbordende Ornamentik, so abrupt aufgegeben und durch brutale Nacktheit ersetzt? Man vergleiche die schlichte Frauenmode der 1920er Jahre mit dem Panzer aus Stoff und Tüll, der die Frauen vor dem Großen Krieg eingehüllt hatte und kaum atmen ließ! Die neue sogenannte „funktionale“ Architektur, mit anderen Worten „nackte Architektur“, beruhte auf keinster Weise auf materiellen Zwängen, sondern war ein Nebenaspekt der sexuellen Revolution, die mit dem Krieg und dem Zusammenbruch der alten Ordnung einherging.

Natürlich waren das keine bewußten Entschlüsse und kein Mensch hat die besagte „Nacktheit“ des Mauerwerks mit Nackedeis assoziiert. Es geht hier um geschichtliche Prozesse, die auf der Entfaltung der Orgonenergie in der Gesellschaft beruhen. Die Menschen wollten endlich frei sein von den alles erstickenden Konventionen. Die sexuelle Revolution endete im Sadomaso-Brutalismus der Pornographie, der sich immer mehr in der fast schon alltäglichen Mode niederschlägt. Der Brutalismus der modernen Stadtarchitektur ist davon nur ein Aspekt.

Offensichtlich sind auch andere auf ähnliche Gedanken gekommen, soweit ich das dem bombastischen Wortgeklingel entnehmen kann.

Sex, Liebe, Abtreibung und Nirwana

15. Oktober 2022

Die sexualökonomische Einheit von Sex und Liebe ist der eigentliche Ausgangspunkt und die Grundlage der Orgonomie. Gepanzerter Sex ist mechanische Spannung und Entspannung, mechanische Aufladung und Entladung. Genitalität ist Spannung, die zur Ladung führt, weiter zur Entladung und Entspannung. Es ist eine bioenergetische Abfolge, die sehr „schüchtern“ und leicht zu stören ist, wie Reich in seinen bioelektrischen Experimenten feststellte. Um sich entfalten zu können, braucht es Zärtlichkeit und das Gefühl von Hingabe und Sicherheit. Das ist es, was wir „Liebe“ nennen. Alles andere ist aus sexualökonomischer Sicht sinnloses Ficken mit einem kalten Penis.

Für mich ist die Abtreibungsfrage das perfekte Beispiel für die Emotionelle Pest: Der Konservative kann seinen stets zutiefst sexualfeindlichen Haß auf das Leben ausdrücken, indem er beispielsweise die Liebe unter Jugendlichen mit der Angst vor Schwangerschaft vergiftet, und parallel kann der Liberale seinen tiefen Haß auf die genitale Liebe ausdrücken, indem er millionenfach Menschenopfer („Abtreibungen“) durchführt bzw. propagiert. Es ist alles wie eine Wiederholung des Alten Testaments mit den „konservativen“ Juden gegen die „liberalen“ Heiden, Jahwe gegen Moloch. In diesem Szenario ist Reich so etwas wie die Wiederkunft Jesu, die über die Dichotomie von Pharisäern (Konservativen) und Römern (Progressiven) hinausweist.

Mittlerweile triumphiert der Teufel, der will, daß gar nichts ist. Das Ziel der Linken ist gar nicht mehr „sexuelle Freiheit“, vielmehr ist für sie „sexuelle Selbstbestimmung“ heutzutage nichts anderes ist als Freiheit von Sex. Das wird erreicht durch (a) die Entfremdung der Frauen von ihren angeblichen Unterdrückern (Männern), (b) durch Gender Mainstreaming, d.h. die Auslöschung der Polarität Mann-Frau, und durch die Trans-Bewegung (Genitalverstümmelung durch Hormonblocker und Skalpell), was logischerweise im (c) Transhumanismus, d.h. die Auslöschung des lebendigen Lebens selbst mündet. Es handelt sich um eine Art Neo-Buddhismus: das Ziel ist das Erreichen des „Nirwana“.

In der traditionellen indischen Gesellschaft gab und gibt es noch heute eine Kaste von männlichen Transsexuellen. Wenn sie die von ihrem Guru vorgenommene Amputation von Penis und Hoden überleben, nennen sie den dergestalt erreichten Zustand „Nirwana“! Liberale wollen das Nirwana erreichen – und es ist kein Zufall, daß fast alle Liberalen Buddhisten sind. Es geht um Entladung und Entspannung – das, was Freud als „Todestrieb“ bezeichnete und Reich mit dem DOR verband. Es soll endlich Ruhe sein!

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Das Miasma der Wüste

14. Oktober 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Das Miasma der Wüste

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 24)

13. Oktober 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

In einer Vorbemerkung zur Neuherausgabe von Russel Kirk: The Conservative Mind. From Burke to Eliot, Washington, D.C.: Regnery Publishing, Inc., 1995 schreibt der Verleger:

Die Wirkung von The Conservative Mind, als es 1953 zum ersten Mal erschien, ist heute kaum noch vorstellbar. Nach der langen Vorherrschaft des Liberalismus mit seiner Verherrlichung des „kleinen Mannes“, seinem Glauben an mechanistische politische Lösungen für alle menschlichen Probleme, seiner Ablehnung der tragischen und heroischen Aspekte des Lebens und der nicht gerade inspirierenden Prosa, in der seine Ideen gewöhnlich zu Papier gebracht werden, nach all dem, ich wiederhole, wirkten folgende Gefühlsäußerungen wie Regen nach einer langen Dürre: „die ungekaufte Gnade des Lebens“, die „ewige Kette des Rechts und der Pflicht, die Großes und Verborgenes, Lebendes und Totes verbindet“, eine Auffassung von Politik als „die Kunst, die Gerechtigkeit, die über der Natur steht, zu begreifen und anzuwenden“. (S. vi)

Das Buch wurde allgemein enthusiastisch aufgenommen, mit ein paar Ausnahmen.

Vor allem die eingefleischten Liberalen in der Wissenschaft waren nicht bereit, Kirk irgendetwas zuzugestehen. [Der bekannte Freud-Biograph] Peter Gay von der Columbia University beendete beispielsweise seine Rezension im Political Science Quarterly (Dezember 1953) mit der Feststellung: „Indem er versucht hat, Lionel Trillings Position zu widerlegen (daß amerikanische Konservative keine Philosophie haben und sich nur ‚in Aktionen oder reizbaren mentalen Gesten‘ ausdrücken), hat Kirk sie nur bestätigt.“ (S. viii).

Das ganze wird erhellend, wenn man an Reichs „Angriff“ auf den „kleinen Mann“ und seine Prosa denkt – und die Verachtung, die Peter Gay dem Autor Kirk entgegenbringt. Sicherlich liegt hier, in Gays „liberaler“ Grundhaltung, einer der Gründe dafür, daß er Reich so auffällig in seiner Freud-Biographie übergeht. Reich war ihm wohl einfach „zu dumm“ und „un-Freudianisch“ – ich verweise zurück auf Teil 23.

Betrachten wir einen mitteleuropäischen Konservativen, den Habsburg-Fan Erik Kuehnelt-Leddihn. Das besondere an ihm ist, daß er den durch und durch faschistischen Charakter der liberalen Demokratie bloßlegt. Etwa die genauso hoch-demokratische wie viehische Vertreibung der Sudetendeutschen (und der überlebenden deutschsprachigen Juden!). Auch auf kleinster Ebene: etwa das, was man hochbegabten oder spezialbegabten Kindern antut. – Bis ins äußerste zuendegedacht landet man mit Erik Kuehnelt-Leddihn wohl nicht gerade bei Stirner, aber doch bei einer Art „Stirnerianismus“.

Alles wird von den Demokraten, dieser Bande von Kleinen Männern, plattgemacht und eingeebnet. Hitler hat in der Rede über Abessinien, die Reich so gefiel, ja auch manches an den Demokratien bloßgelegt. Aber dem anti-völkischen Erik Kuehnelt-Leddihn zufolge war Hitler auch nur ein gottverfluchter Demokrat. Kuehnelt-Leddihns bringt nur abgrundtiefe Verachtung für alle Kollektivisten von Links bis „Rechts“ auf – für den „modernen Menschen, diesem Kollektivknirps“. „Daher auch das laute Geschwätz von ‚Pluralismus‘: man redet immer über das, was man nicht hat“ (Kuehnelt-Leddihn: Austria Infelix, Wien 1983, S. 80).

Ich habe mich in Kuehnelt-Leddihn verliebt. Zum Beispiel Sätze wie: „Wenn heute der Mann auf der Straße eine Meinung äußern soll, weiß man sofort, welche Klischees er von sich geben wird. Ideen, Gedanken, ja selbst Gefühle werden dem Auge und dem Ohr in kleinster Auswahl von der Stange als Intellektualkonfektion geliefert … und selten kritisch geprüft“ (ebd., S. 15). Sowas paßt sowas von gut zu Stirner. Doch „Reichianer“ werden nur die Nase rümpfen, weil Kuehnelt-Leddihn gegen Abtreibung war oder etwa für Rhodesien – merken aber gar nicht, daß sie genau so funktionieren, wie der besagte „Mann auf der Straße“, der „Kleine Mann“ Reichs.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Die emotionale Wüste

12. Oktober 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Die emotionale Wüste