Archive for the ‘Wissenschaft’ Category

nachrichtenbrief59

19. August 2017

Arbeitsdemokratie und Kriegsführung

17. August 2017

Robert E. Lee, der berühmteste Heerführer der Konföderierten im amerikanischen Bürgerkrieg, siegte immer wieder gegenüber von der Mannschaftsstärke, Nachschub und Ausrüstung her weit überlegenen Kräften durch „Führen mit Aufträgen“. Wikipedia:

Eine Besonderheit Lees war das Führen mit Aufträgen. Das war damals wie heute in den amerikanischen Streitkräften nicht üblich, deshalb benötigten seine Untergebenen einige Zeit, sich auf die damit verbundenen Freiheiten einzustellen. Das führte bei einigen Feldzügen zur Niederlage: Während des zweiten Tages der Schlacht von Gettysburg befahl er dem Kommandierenden General des II. Korps, Generalleutnant Richard S. Ewell, anzugreifen, wenn sich eine „favorable opportunity“ (günstige Gelegenheit) ergeben sollte. Ewell sollte eine solche Situation herbeiführen. Er wartete jedoch ab, ob eine solche eintrat. Weitere Beispiele dazu gibt es in der Sieben-Tage-Schlacht. War das gegenseitige Verständnis jedoch eingespielt, z.B. beim Maryland-Feldzug oder während der Schlachten von Fredericksburg und Chancellorsville, ergaben sich gegenüber den Nordstaatlern eindrucksvolle Siege.

Ähnliches läßt sich über die Wehrmacht sagen und es ist auch Teil der „inneren Führung“ bei der Bundeswehr. Diese Tradition läßt sich bis auf die Befreiungskriege gegen Napoleon zurückführen. Damals kämpften die Soldaten für ihre eigenen Interessen, wie wenig später die Südstaatler gegen die Zentralregierung mit derem Heer, das imgrunde eine Söldnertruppe war, die einen Angriffskrieg durchführte. Deshalb ist heute auch die israelische Armee ohne Zweifel die beste Streitmacht der Welt: weil die Leute aus eigenem Antrieb und selbstverantwortlich kämpfen. Der Kommandant hat den Gesamtüberblick, aber was die direkte Lagebeurteilung an der unmittelbaren Front betrifft, ist er so gut wie blind. Eine gut geführte Armee ist wie ein Organismus. Dazu schreibt Reich:

Für den Funktionalismus gibt es kein „höheres“ Zentrum und kein „niederes“ Ausführungsorgan. (…) Der Organismus als Ganzes bildet ein natürliches Kooperativ gleichwertiger Organe verschiedener Funktion. Wenn die natürliche Arbeitsdemokratie biologisch begründet ist, so finden wir sie in der harmonischen Kooperation der Organe vorgebildet. Eine Vielheit und Verschiedenheit ist zu einer Einheit zusammengefaßt. Die Funktion selbst steuert die Kooperation. Jedes Organ lebt für sich selbst, funktioniert im eigenen Bereiche auf Grund eigener Funktionen und Anreize. Die Hand greift und die Drüse sezerniert. Die einzelnen Organe sind selbständige Lebewesen mit eigener Empfindung und Funktion begabt. (Äther, Gott und Teufel, S. 124)

Hier ein interessantes Gespräch über die funktionellen Ursprünge der modernen deutschen Nation:

ES LEBE DAS HEILIGE DEUTSCHLAND!

Orgon, ein Epiphänomen

10. August 2017

Wilhelm Reich, Physiker: 3. Der physikalische Laie Wilhelm Reich, c. Das schwer zu greifende Orgon

Die aktualisierte BIBLIOGRAPHIE DER ORGONOMIE

1. August 2017

BibliographiederOrgonomie - Kopie

Ich habe den dritten Teil meiner Orgonomie-Bibliographie überarbeitet:

BIBLIOGRAPHIE DER ORGONOMIE

Eine Ergänzung zu „nachrichtenbrief48“: Koexistierende Wirkung und die moderne Physik

22. Juli 2017

Wilhelm Reich, Physiker: 6. „Paraphysik“, a. Der Funktionsbereich „koexistierende Wirkung“

nachrichtenbrief48

21. Juli 2017

nachrichtenbrief47

17. Juli 2017

nachrichtenbrief46

15. Juli 2017

„Orgonomische“ Ideologie und funktionelles Denken

11. Juli 2017

Man kann aus Reichs Schriften herausziehen, was man will. Beinharten Atheismus oder christlichen Mystizismus, Rationalismus oder das New Age, Marxismus oder Kapitalismus, „Bernie Sanders“ oder „Donald Trump“. Das hat dann aber jeweils nichts mit Reich zu tun, sondern ist nur Ausdruck der Charakterstruktur des jeweiligen Reichianers. Gepanzerte Menschen können nicht mit dem Leben mitschwingen und reagieren deshalb starr wie Maschinen. Sind sie „Reichianische Körpertherapeuten“ haben sie eine vage Vorstellung, daß Sexualität etwas Gutes ist und wollen entsprechend die böse Beckenblockierung beseitigen. Sagt man ihnen, daß Orgonomen alles tun, damit sich etwa Schizophrene in den unteren Segmenten abpanzern, sehen sie nichts als Verrat an der Orgasmustheorie. Interessieren sie sich für gesellschaftspolitische Probleme, kämpfen sie gegen den „Faschismus“, den sie überall da sehen, wo auf Autorität beharrt wird. Erklärt man ihnen, daß diese nicht den „Faschismus“ verkörpert, sondern die Arbeitsdemokratie… Sie sind verwirrt, wenn man ihrer Schwärmerei von der „Wiederverzauberung der Welt“ entgegenhält, daß magisches Denken mindestens so kontaktlos ist wie das mechanistische Denken.

Ihre „Orgonomie“ ist pure Ideologie. Sie denken stets abstrakt und fragen nie, nach der konkreten Rolle, die Gegebenheiten jeweils im Zusammenhang spielen. Muskelverspannungen muß man stets von ihrer Funktion her betrachten. Beim Schizophrenen ist die Körperpanzerung ein Segen, wenn sie verhindert, daß das okulare Segment mit Erregung überflutet wird und es zur „Spaltung“ kommt. Panzerung ist ein Segen! Ideologien muß man von ihrer Funktion her betrachten. In islamischen Ländern ist es ein Segen, wenn die Völker zu ihrer vorislamischen Identität zurückfinden. „Faschistischer“ Nationalismus ist ein Segen! Wie Milos Djilas gesagt hat, waren die ersten 10 Jahre Kommunismus ein Segen für Jugoslawien, um in diesem Land endlich Ordnung und einigermaßen zivilisierte Zustände zu schaffen. „Rotfaschistischer“ Kommunismus ist ein Segen!

Es geht jeweils um die Zusammenhänge und die Folgen, d.h. um Funktionalismus – nicht um inhaltsleere Versatzstücke einer verschrobenen Lehre, die als „Orgonomie“ hinstellt wird, in Wirklichkeit aber das genaue Gegenteil ist.

nachrichtenbrief44

10. Juli 2017