Posts Tagged ‘Pubertät’

ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese

27. Januar 2018

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ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese

Peter liest das Kapitel „Probleme gesunder Kinder während der ersten Pubertät“ von KINDER DER ZUKUNFT

26. Januar 2018

Das Kapitel „Probleme gesunder Kinder während der ersten Pubertät (3.-6. Lebensjahr)“ ist der erste vorher unveröffentlichte Text im Buch. Also er wurde im Jahre 1983 im amerikanischen Original Children of the Future das erste Mal veröffentlicht. Der Laie staunt und der Experte wundert sich, denn das Archiv wurde doch erst 2007, also 50 Jahr nach Reichs Tod geöffnet. Solange sollte es nach Reichs Letztem Willen versiegelt bleiben.

In dem Kapitel wird „David“ beschrieben, Sohn „eines Arztes“. Tatsächlich ist es die Fallgeschichte von Peter, Reichs Sohn. Es gehört also mehr oder weniger zu Reichs „autobiographischen Schriften“.

Eines der Themen handelt davon, daß Reich das OIRC (orgonomic infant research center, Zentrum für orgonomische Kinderforschung) von Anfang an vor der Irrationalität, der Emotionellen Pest des damals von der Psychoanalyse beherrschten Feldes schützen wollte, indem er von vornherein zwei Tabus in den Mittelpunkt stellte und überwinden wollte: die Genitalität des Kindes und das Berühren des kindlichen Körpers. Alles ganz entsprechend dem Vorgehen in der Orgontherapie von Erwachsenen. Entsprechend beschreibt er die ersten Ansätze der Orgontherapie bei Kindern, die er damals entwickelte. Das ist weitgehend sozusagen „überzeitlich“, doch wie bereits angeschnitten hat es auch einen an die damaligen Zeitumstände gebundenen Aspekt: die Abgrenzung von der Psychoanalyse.

Kinder wollen nicht berührt werden. Es ist für sie eine schlimme Tortur von irgendwelchen „Tanten und Onkeln“ betatscht und abgeschmatzt zu werden. Berührungen sind nur OK, wenn sie von den Kindern selbst ausgehen oder das ganze in einem Spiel geschieht, wie etwa in einer „Spieltherapie“. Erst recht sollte die Sexualität von Kindern ein absolutes Tabu sein. Das einzige, was man machen kann, ist ihre Lebensfreunde, ihre expansive Lebensenergie vorbehaltlos zu unterstützen, unter keinen Umständen moralisch auf ihre sexuellen Äußerungen und Verhaltensweisen reagieren und vor allem ihre Privatsphäre achten, wenn sie beispielsweise irgendwelche „Doktorspiele“ mit Gleichaltrigen betreiben

Die Gefahr besteht nun, daß Reichs damaliger, wie gesagt zeitgebundener Ansatz (Kampf gegen den Einfluß der alptraumhaften Psychoanalyse, die am liebsten alle Zärtlichkeiten unterbinden wollte, um den Ödipuskomplex nicht zu aktivieren), heute, in einer grundsätzlich anderen gesellschaftlichen Atmosphäre grundlegend mißverstanden und so ins Gegenteil verkehrt wird.

Dazu eine bezeichnende Szene. Ein kleiner Junge, vielleicht Vier, ist zu Gast. Alle können sich nicht wieder einkriegen: Knuddeln, überbordende Freundlichkeit, großes Theater. Nur ich bin zurückhaltend und der einzige, der seine Arme am eigenen Körper läßt. Resultat, der Kleine hielt sich an mich, konnte nur in meiner Gegenwart entspannen und spielen. Entsprechend auch die überraschten Kommentare der anderen mir gegenüber. Er spürte schlicht, daß ich ihm RESPEKT entgegenbrachte. – Beim „affigen“ Verhalten der Erwachsenen kleinen Kindern gegenüber geht es nie darum, das Bedürfnis der Kinder nach Kontakt und Nähe zu befriedigen, sondern um die krankhaften Bedürfnisse der Erwachsenen! Das behandelt Reich Ansatzweise übrigens in seinem „Eltern als Erzieher“ aus dem Jahre 1926, das in diesem Buch rätselhafterweise fehlt…

Das absolut Fatale an der deutschen Ausgabe ist die ungeschickte Übersetzung, die Reich in einem Licht dastehen läßt, das unangemessen ist. Es tut mir leid, besserwisserische destruktive Nörgelei am ersten Reich-Buch, das seit 20 Jahren erschienen ist, hin oder her, aber: „It also appeared senseless to speak of ‘giving sex information’ to children who never had occasion to see spontaneous mating in nature.” „Mating“ hat im englischen eindeutig zoologische Konnotationen, während in der Übersetzung beim mißwilligen Leser ein Begriffsfeld des Sexhorrors aufgetan wird: „Es macht keinen Sinn, Kindern ‚sexuelle Informationen‘ zu geben, wenn sie nie die Gelegenheit hatten, spontane Begattung in der Natur zu sehen und zu erleben“ (S. 45). Wie konnte aus „to see“ „sehen und erleben“ werden? Und Rehe, Hunde und Kühe „begatten“ sich nicht, das macht der Gatte mit seiner Gattin, sondern sie paaren sich, werden gedeckt, etc.!

Reich wird hier Opfer einer übersetzerischen Undiszipliniertheit, die einen verwundert zurückläßt. Und was lesen gedanklich undisziplinierte Leser da alles rein? Kinder sollen in freier Natur das Begatten nicht nur sehen, sondern auch „erleben“?!

Da wir nun mal beim Übersetzen sind: Wie konnte aus „hot potato“ eine „heiße Tomate“ werden?! (S. 37). Wie aus „homo normalis“, ein feststehender Begriff in der Orgonomie, ein „Normalbürger“ (S. 62). Wie kann man so undiszipliniert übersetzen? Dreimal, geschlagene dreimal, habe ich das Buch irritiert beiseite gelegt, als ich über diesen Satz stolperte: „Eine disziplinierte Umgebung beruht auf der Unterdrückung der natürlichen, primären, selbstregulierten Gefühle und diese vereitelte emotionale Struktur antwortet darauf in Übereinstimmung mit der disziplinierten Umgebung, indem sie diese unterstützt und reproduziert“ (S. 54). Meine Güte! Reich hat nichts gegen eine „disziplinierte Umgebung“, sondern etwas gegen ein „disciplinary environment“: eine disziplinarische Umgebung! Es geht nicht um irgendwelche „Gefühle“, sondern um Emotionen! Die emotionale Struktur ist nicht „vereitelt“, sondern ausgebremst, behindert, kurz: verkrüppelt.

Die zumindest teilweise ungeschickte Übersetzung ist so bedauerlich, weil dieses Kapitel von Reichs damals geplantem Buch über die „Kinder der Zukunft“ zum Besten und Wichtigsten gehört, was er je geschrieben hat. Beispielsweise macht er unmißverständlich klar, daß es bei Kindern keine natürliche „Analität“, keine „natürliche, angeborene“ Lust an Ausscheidungen gibt (S. 39). Die meisten Reichianer haben offenbar nie davon gehört… Auch findet sich beispielsweise eine sehr eingängige Erklärung dafür, daß es nicht um Symptome, sondern um die charakterliche Reaktionsbasis geht. Ich wollte dieses Konzept Reichs immer im Blog erklären, bin aber stets gescheitert. Allein schon wegen dieses Abschnitts lohnt sich der Erwerb und die Lektüre des Buches!

ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? a. Von der Schwarzen Pädagogik zum digitalen Zeitalter

23. Januar 2018

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ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? a. Von der Schwarzen Pädagogik zum digitalen Zeitalter

Der sexuelle Kampf der heutigen Jugend

25. Oktober 2016

Die Probleme, mit denen Wilhelm Reich während der 1920er und 30er Jahre in Österreich und Deutschland im „Kulturkampf“ konfrontiert war, unterscheiden sich im Grunde kaum von denen, mit denen sich seine Schüler noch heute in den USA auseinandersetzen müssen. Es werden jedenfalls noch immer die gleichen Dinge diskutiert.

90 Jahre später dreht sich in den USA die „liberale” schulische Sexualaufklärung darum, die Jugendlichen vor den verheerenden körperlichen, seelischen und auch geistigen Folgen von sexuellen Aktivitäten zu bewahren. Es wird ihnen vollständige sexuelle Abstinenz nahegelegt.

Die beiden Soziologen Bill McCarthy und Eric Grodsky konnten aufgrund landesweiter Erhebungen zeigen, daß es zwar eine Korrelation zwischen schulischen Problemen und sexuellen Aktivitäten außerhalb liebevoller Partnerschaften gibt, jedoch kaum ein Unterschied zwischen den schulischen Leistungen von Abstinenzlern und jenen Schülern festzustellen ist, die eine liebevolle sexuelle Partnerschaft leben.

McCarthy und Grodsky:

Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, daß die Schädlichkeit, die allgemein jugendlichem Geschlechtsverkehr zugeschrieben wird, größtenteils in nicht-romantischen Zusammenhängen auftritt. Diese Ergebnisse stellen die Richtigkeit von Programmen zur sexuellen Aufklärung in Frage, die jugendlichen Sex mit jeder Menge von negativen Folgen verbinden.

Offenbar geradezu revolutionäre Forschungsergebnisse für die USA Anfang des 21. Jahrhunderts. Genauso revolutionär wie die „überraschende“ Erfahrung, die Colorado gemacht hat: die Geburtenhäufigkeit bei jungen Frauen zwischen 15 und 19 fiel innerhalb von fünf Jahren um sage und schreibe 40 Prozent, als kostenlose bzw. verbilligte Verhütungsmittel an die entsprechende Klientel mit geringem Einkommen verteilt wurden. Die einzige Alternative, nämlich die „Erziehung zur Abstinenz“, führt nachweislich zu keiner Abstinenz, sondern allenfalls zu einem schlechten Körpergefühl und mehr Verantwortungslosigkeit.

Die Sehnsucht nach Frieden: Putin und die soziopolitische Charakterologie

7. September 2014

Eines der Probleme beim Verstehen der orgonomischen Soziologie ist ihr Diktum, daß die Biologie fundamentaler sei als die Soziologie und daß deshalb gesellschaftliche Probleme in erster Linie biologischer Natur seien. Ist es nicht aber vielmehr so, daß soziologische Prozesse die Biologie bestimmen?! Man denke nur daran, wie in Kliniken die Mutter-Kind-Bindung beeinflußt wird oder an die Einschränkungen der jugendlichen Genitalität. Haben denn die Orgonomen nie Reich gelesen?

Der Knackpunkt ist, daß soziologische Vorgänge „an sich“ keinerlei Durchschlagskraft haben. Genau das lamentieren „Reformer“ ja seit jeher: keinerlei Aufklärung würde die Menschen wirklich berühren, alle staatlichen Programme scheiterten an der „menschlichen Natur“, nichts ändere sich jemals wirklich. Soziologische Faktoren werden erst dann wirksam, wenn sie zu einer „zweiten Natur“ werden, – wenn sie sozusagen selbst zur Biologie werden. Das werden sie durch die Umformung der Charakterstrukturen der Gesellschaftsglieder, etwa durch das, was auf Entbindungsstationen geschieht oder dadurch, wie Menschen ihre Pubertät durchleben. In diesem Sinne bestimmt die Biologie wirklich alles.

Ich habe versucht, das mit folgender Illustration greifbarer zu machen:

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Die Biologie liegt tiefer als die Soziologie, aber die Soziologie bestimmt die Biologie, – was, wie oben erläutert, kein Widerspruch zur Aussage ist, daß die Biologie alles bestimmt. Entsprechend ist natürlich ursprünglich die Biologie die Quelle der Probleme (das Straucheln des Bewußtseins vor der bioenergetischen Tiefe, wie in Die kosmische Überlagerung beschrieben, und DOR, wie von Reich im Aufsatz „Die emotionale Wüste“ nahegelegt), doch aktuell ist es stets die Soziologie, die auf die Biologie rückwirkt.

In diesem Sinne sind innen- und außenpolitische Probleme, Probleme biologischer Art. Konkret bedeutet das vor allem, daß man etwa das Geschehen in der Ukraine nur mit der von Elsworth F. Baker entwickelten soziopolitischen Charakterologie verstehen kann.

Die Vertreter der obenerwähnten „Aufklärung“ und der staatlichen Intervention, sozusagen „die Vertreter der Soziologie“, finden sich auf der linken Seite des politischen Spektrums. Sie leben ganz in der charakterlichen Fassade abgeschnitten von der „ersten Natur“ (dem bioenergetischen Kern) und der „zweiten Natur“ (der soziologisch determinierten sekundären Schicht). Aus diesem Grund können sie nicht mit der „tierischen“ Aggression umgehen, die von Faschisten (die ganz in der sekundären Schicht leben) und Kommunisten (deren Fassade dem Ausdruck ihrer sekundären Schicht dient) ausgeht. Entsprechend hilflos gehen sie mit dem „ehemaligen“ KGB-Agenten Putin um, der an der Spitze eines nationalsozialistischen Großreiches steht und exakt genauso agiert wie einst Adolf Hitler. Die liberalen Westler sind mit Kräften konfrontiert, mit denen sie aus charakterstrukturellen Gründen nicht umgehen können.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden praktisch alle Konflikte durch derartige „Friedensbewegte“ ausgelöst. Das beginnt mit der Appeasement-Politik gegen das geradezu lächerlich schwache Deutschland, das Frankreich bis zur französischen Niederlage in jeder Hinsicht haushoch unterlegen war, geht über Kennedy, den weder die Chinesen noch die Russen ernst genommen haben – es ist ein Wunder, daß Kennedy nicht über Cuba und Taiwan den atomaren Weltbrand ausgelöst hat! – und nun der neue Kennedy (Obama) vs. Putin. Man glaube doch nicht, daß Putin das mit der Krim und „Neurußland“ sich gegenüber McCain erlaubt hätte! Wenn ich das schon höre, daß der Westen Putin nicht hätte „provozieren“ sollen. Obamas Schwäche und die Schwäche der EU hat ihn „provoziert“, sonst nichts!

Was Putin und Neurußland betrifft, kann ich mich nur dem Frontpage Magazine anschließen:

Putin setzt uns nur dann schachmatt, wenn wir ignorieren, was Winston Churchill in seiner Rede von 1946, „Die Sehnsucht nach Frieden“, über die Russen sagte: „Es gibt nichts, was sie so sehr bewundern wie Stärke.“

Wir müssen uns daran machen, kreative Wege zu finden, um jene Stärke zu zeigen, die Putins Aufmerksamkeit auf sich zieht und ihn innehalten läßt.

Erstens können wir den bedrängten ukrainischen Streitkräften anspruchsvollere Waffen und Training anbieten, zusammen mit mehr Austausch von Geheimdienstinformationen. Zweitens können wir die Dissidenten auf der Krim und anti-russische Ukrainer in der Ostukraine mit verdeckten Operationen helfen, um eine Gegenkraft aufzubauen, die Putins Traum einer kostengünstigen Okkupation unterhöhlt.

Der dritte und vielleicht wichtigste Punkt ist, daß Obama nun mobile Raketenabwehrsysteme in Polen und der Tschechischen Republik bereitstellen sollte, wovon er irrigerweise während seiner ersten Amtszeit als Teil seines gescheiterten Versuchs Abstand gehalten hatte, die Beziehungen zu Rußland auf eine positivere Richtung „neu auszurichten“. Tatsächlich sollte Obama Ungarn und die baltischen Staaten der Liste hinzufügen. Mit anderen Worten das tun, vor dem Putin am meisten Angst hat: ihn mit einer Einkesselung-Strategie in Zaun halten.

Es gibt keine Garantien, daß diese Maßnahmen funktionieren werden. Aber eins ist sicher: wenn wir nichts tun, außer ein paar weitere Sanktionen hinzuzufügen, wird Putins Aggression mit der östlichen Ukraine nicht aufhören.

Mit Putin kann man nur umgehen, wenn man sozusagen „biologisch aggressiv“ vorgeht, also nicht diplomatisch und mit dem Appell an „liberale Werte“. Niemand will einen klassischen oder gar nuklearen Krieg, aber Putin wird durchmarschieren, wenn wir Angst vor Aggression zeigen: er wird die baltischen Staaten „befreien“, Polen neu binden, ein „neutralisiertes“ Deutschland fordern – und immer so weiter… Siehe dazu unbedingt auch hier.

Es ist nicht einfach, die soziopolitische Charakterologie so zu akzeptieren, wie man die psychiatrische Charakterologie hinnimmt. Und selbst bei der ist es schwer genug, weil sich zu viele „Widersprüche“ auftun. Doch wenn man erst mal einen Blick dafür hat, dann erwartet man nicht mehr, daß ein Zwangscharakter sich buchstäblich wie ein rostiger Roboter bewegt und verhält oder daß eine Hysterikerin ständig rumschreit, um dann theatralisch in Ohnmacht zu fallen. Es geht nur um Verhaltenstendenzen, die am Schluß immer dominieren. Ganz ähnlich ist es bei den soziopolitischen Charakteren. Hinzu kommt, daß es in Europa zu einer „Rotverschiebung“ (Konia) gekommen ist, die es fast unmöglich macht, Bakers „Schablone“ auf europäische Verhältnisse zu halten und einen darüber hinaus dazu zwingt Leute als „Kommunisten“ einzustufen, die formal kaum links von der (vermeintlichen!) Mitte liegen.

Entsprechend geht mit dieser Rotverschiebung eine Polarisierung der Gesellschaft einher, die jeden rationalen politischen Diskurs, wie er früher noch zumindest ansatzweise möglich war, verunmöglicht. Beispielsweise werden von links und rechts die lächerlich schwachen Politiker des Westens als „Kriegstreiber“ gebrandmarkt, kaum, daß sie auch nur ansatzweise etwas Kritisches über Putin gesagt haben – während Putin Panzer rollen läßt. Jede Diskussion wird zunehmend verunmöglicht, weil man mit irgendwelchen unbeweisbaren bzw. unwiderlegbaren Verschwörungstheorien kommt. Das ist eine direkte Entsprechung der Tendenz in der psychiatrischen Charakterologie, wo die „klassischen“ muskulär gepanzerten Neurotiker zunehmend durch okular gepanzerte Quasipsychotiker verdrängt werden, die immer bizarrere Symptome zeigen. Die Biologie bestimmt das gesellschaftliche Geschehen! Beispielsweise können Putin und etwa die Islamisten beliebig mit den durchsichtigsten Lügen und Taschenspielertricks mit uns spielen, weil wir buchstäblich unfähig geworden sind, räumlich zu sehen.

Wie Wilhelm Reich von der Nachwelt betrogen wurde

27. Mai 2012

Reichs Hoffnung für die Zukunft war, daß die Panzerung der Menschen, d.h. das einzige Problem, das die Menschheit hat (andere, wirkliche Probleme ließen sich ohne dieses Scheinproblem leicht lösen), durch drei Mechanismen sich nach und nach aufweiche und schließlich weitgehend auflöse. Der Grad der Bedeutung, den er den Mechanismen jeweils zuschrieb, änderte sich im Laufe der Zeit. Es sind:

  1. Die „sexuelle Revolution“, d.h. eine grundlegende Änderung der gesellschaftlichen Atmosphäre. Das sexuelle Lebensglück, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, würde nicht mehr im Namen der „Moral“ bekämpft oder im Namen der „Vernunft“ geduldet, sondern aktiv geschützt und gefördert werden. Dieser grundlegende Wandel hätte Auswirkungen auf die Charakterstruktur der einzelnen Gesellschaftsglieder und es käme in einem sich selbstverstärkenden und selbsterhaltenden Regelkreis zu einer wahrhaftigen „biologischen Revolution“, d.h. an die Stelle des gepanzerten Menschen träte schließlich ein vollkommen neues Wesen, der ungepanzerte Mensch.
  2. Im Projekt „Kinder der Zukunft“ ist das Augenmerk weniger auf die Sexualökonomie, d.h. die „erste Pubertät“ („Ödipuskomplex“) und die „zweite Pubertät“ (Geschlechtsreife) gerichtet, sondern auf Schwangerschaft, Geburt und Säuglingsalter. Man würde, praktisch vom Zeitpunkt der Empfängnis an, alles dafür tun, daß der Mensch keine Panzerung ausbildet. Da dies mit jeder Generation besser gelinge (die „Kinder der Zukunft“ haben selber Kinder), wäre die Menschheit nach wenigen Generationen befreit.
  3. Die Erforschung des Orgons verlange vom Menschen anders zu fühlen und zu denken: ungepanzert zu fühlen und zu denken (Orgonometrie). Dieser objektive Druck würde im Laufe der Zeit die Subjekte entsprechend weicher und „durchlässiger“ machen, d.h. eben die Panzerung verschwinden lassen. Eine Gesellschaft, die von der Orgonenergie so bestimmt wäre, wie die heutige von der Elektrizität, würde sich automatisch selbst entpanzern.

Abgesehen von hoffnungsvollen Einzelerscheinungen hat sich auf breiter gesellschaftlicher Ebene keine dieser drei Hoffnungen bewahrheitet. In vieler Hinsicht ist es sogar schlimmer geworden!

  1. Die „sexuelle Revolution“ war eine einzige Katastrophe aus (zu einem Gutteil drogeninduzierter) Kontaktlosigkeit und Oberflächlichkeit. Statt sich dem bioenergetischen Kern zu nähern, flüchteten die Menschen immer mehr in die oberflächliche soziale Fassade. Sexualität wird zunehmend reduziert auf „Performance“ und vor allem auf die Frage, was das soziale Umfeld „dazu sagt“. Bei Jugendlichen geht es immer weniger um Gefühle als vielmehr um das „Image“ und narzißtische Befriedigung. Die über das Internet überall und jederzeit abrufbare Pornographie und nicht zuletzt eine immer mechanistischer und „verkopfter“ werdende Sexologie tun ein Übriges. Darüberhinaus sind Reichs sexualökonomische Anschauungen aus Sicht der Political Correctness moralisch verwerflich. In dieser Hinsicht ist die antisexuelle Moral vielleicht stärker als jemals zuvor.
  2. Die aktuelle Diskussion um die Säuglingsbetreuung zeigt, daß wir den Kampf auf ganzer Linie verloren haben. Es fängt mit der künstlichen Befruchtung an, wo gegebenenfalls vorher eingefrorene Spermien und Eizellen in orgonotisch toten Reagenzgläsern miteinander vermischt werden, um dann in einer Gebärmutter heranzureifen, die vielleicht nicht ohne Grund zuvor „steril“ war. Künstliche Gebärmütter sind mittlerweile mehr als bloße Science Fiction. Immer mehr Kinder kommen per Kaiserschnitt zur Welt und auch sonst wird das gesamte perinatale und Säuglingsleben nach allen möglichen Interessen, außer den biologischen Bedürfnissen des Kindes ausgerichtet.
  3. Der eigentliche Verrat ereignete sich aber an Reichs größter Hoffnung: er habe „Gott“ mit der Entdeckung des Orgons greifbar gemacht und damit sowohl dem Mystizismus, als auch selbstredend dem Mechanismus den Todesstoß versetzt. Stattdessen haben zwei an sich gegnerische Fraktionen, die Spökenkicker und die Skeptiker, Reichs Entdeckung in die Zange genommen und so gut wie vernichtet. Das Orgon wurde zunehmend zu nichts anderem als eine neue Art von „Prana“ oder „Qi“, d.h. zu einem Vehikel, um extrem lebensfeindliche mystische Ideologien „wissenschaftlich“ zu untermauern. Die Proponenten sprechen dabei jeweils von einer „Weiterentwicklung“ des Reichschen Paradigmas und beklagen sich heftigst über „orthodoxe Reichianer“. Unvermittelt muß sich unsereiner mit C.G. Jung, Swami Durcheinanda und gechannelten Botschaften von Erzengel Achwasel herumplagen. Ein gefundenes Fressen für die mechanistischen Sektierer. Der Heidelberger Soziologe Edgar Wunder hat die bizarre Welt des „Skeptizismus“ ausführlich analysiert: Das Skeptiker-Syndrom: Zur Mentalität der GWUP.

Um das ganze übersichtlich zu halten, habe ich bisher einen vierten Punkt ausgelassen: Reich hoffte, durch eine „Entpanzerung der Erdatmosphäre“ langfristig auch die Menschen entpanzern zu können. Wenn der „DOR-Panzer“, der den Globus umschließt, mit Cloudbustern aufgebrochen und die übererregte ORANUR-Atmosphäre abgemildert werden könnte, würden auch die Erdbewohner „weicher“ werden.

Derartige Vorstellungen waren der ultimative Beweis, daß Reich in seinen letzten Jahren verrückt geworden ist. Entsprechend wurden seine apokalyptischen Warnungen nicht etwa nur überhört, sondern erst gar nicht wahrgenommen. Im letzten halben Jahrhundert haben wir entsprechend wirklich alles getan, um diesen Planeten in eine DOR- und ORANUR-Hölle zu verwandeln. Der letzte Streich waren die bioenergetisch hochtoxischen „Energiesparlampen“. Zu allem Überfluß kam es in den letzten Jahren zu einer atemberaubenden Explosion des Gebrauchs von „Croft-Cloudbustern“, mit denen „Chemtrails“ bekämpft werden sollen. Tatsächlich wird flächendeckend das Orgonenergie-Feld der Erde in einen künstlichen Expansionszustand versetzt („blauer Himmel“), der sie langfristig abtötet. Es ist ungefähr so wie die Zwangsgabe von Speed oder Kokain: das Opfer wird energetischer, leistungsfähiger, in jeder Beziehung mehr „high“ – und gleichzeitig mechanischer, kontaktloser und schon bald kommt das böse erwachen. Siehe dazu meine Ausführungen über den Kult der Expansion.

Wie zum Hohn werde ich dann auch noch allen Ernstes gefragt, warum ich so verbittert, aggressiv und voller Haß bin!

Was tun? Dazu muß erst einmal die Frage beantwortet sein, was eigentlich geschehen ist. Warum haben sich Reichs Hoffnungen nicht materialisieren können? Seit 1960 hat sich die Gesellschaft grundlegend geändert: aus einer autoritären, „kontraktiven“ wurde eine antiautoritäre, bioenergetisch überexpansive Gesellschaft. Das bedeutet, daß sich die Menschen weiter von ihrem biologischen Kern entfernt haben. Aus der mystifizierten Traum von „der großen Liebe“ wurde ein stupider mechanischer Akt, der Mensch wurde zu einer von der DNA gesteuerten bionischen Maschine und das, was an bioenergetischem Kontakt übrigblieb (denn schließlich sind wir keine bionischen Maschinen), wurde zu einem Mystizismus neuer Prägung. Diese neue Art von „Spiritualität“ ist verkopft, kompliziert und vor allem wirr (im Gegensatz zu genuiner, „bauchgesteuerter“ Mystik).

Wir haben es also mit einem imgrunde soziologischen Problem zu tun. Ein Ansatz, den Charles Konia verfolgt, auf dessen Blog ich nur immer wieder hinweisen kann. Hier sein neuster Beitrag: Communism/Socialism Is A Cancer Of The Social Body.

Tatsächlich vertritt Konia den fünften Ansatz Reichs zur Herstellung einer besseren Zukunft für die Menschheit: die Sozialpsychiatrie. Ich bin darauf an anderer Stelle eingegangen. Dieser Ansatz wurde vielleicht am gründlichsten und vor allem systematisch zerstört durch all den freudo-marxistischen Mumpitz, der seit „1968“ von „Reichianern“ verzapft wurde. Ihre hochintellektuellen Elaborate füllen mittlerweile ganze Bibliotheken! Sie haben den Kampf gegen die „autoritäre Gesellschaft“ immer weiter verschärft.