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Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 5)

13. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

Ein Beispiel für das Ausmaß der liberalen Illusionen, mit denen Modjus so leicht spielen, ist die Rede des bekannten Dirigenten und Komponisten Leonard Bernstein („Radical Chic“f der 60er und 70er Jahre) vor einem Publikum von Doktoranden an der Johns Hopkins University (9). Die folgenden Auszüge aus dieser Rede stammen aus der Kolumnenseite der New York Times unter dem Titel „Mal angenommen, wir würden abrüsten“:

Nehmen wir an, dass einer von uns Präsident der Vereinigten Staaten geworden wäre, ein sehr phantasievoller Präsident, der plötzlich die standhafte Entscheidung getroffen hat, vollständig und einseitig abzurüsten. . . . Der hypothetische Feind wurde magisch weggezaubert und durch rund 200 Millionen lächelnde, starke, friedliche Amerikaner ersetzt. . . . Das russische Volk will sicherlich keinen Krieg. Sie haben viel zu viel gelitten und es ist wahrscheinlicher, dass sie ihre kriegerischen Führer vertreiben und ihre Union der Sozialistischen Republiken in eine wahrhaft demokratische Union verwandeln würden . . .

Das Obige sind Auszüge aus einer Rede, die nach der Invasion der Russen in Afghanistan und nach der Forderung einer Registrierung zur Einberufungg in den Vereinigten Staaten gehalten wurde. Man kann kaum ein besseres Beispiel für das Zusammenspiel zwischen einem liberal gepanzerten Mann wie Bernstein und den schlimmsten Modjus geben. Die Tatsache, dass die renommierte und einflussreiche New York Times diese Auszüge als gut genug zur Veröffentlichung erachtete, unterstreicht die Rolle der Medien bei der Förderung der emotionalen Pest. Die Medien sind eine der mächtigsten Waffen im Dienste von Gut oder Böse, vor allem in unserer modernen technologischen Ära mit ihrer Fähigkeit unzählige Menschen zu erreichen und zu beeinflussen.

Vor kurzem schaltete ich meinen Fernseher ein, um Nachrichten zu sehen, und als ich den Schalter drehte, stieß ich auf einen weiteren dieser unzähligen Filme, die den Schrecken und die Barbarei von Hitlers schwarzem Faschismus beschreiben. Nicht nur, dass ständig neue Filme zu diesem Thema produziert werden, sondern auch die alten werden ständig wiederholt. Es kam mir in den Sinn, dass man selten, wenn überhaupt, einen Film oder eine Dokumentation über die rotfaschistische Pest sieht. Die wenigen, die man sieht, sind entweder nicht sehr anschaulich in der Darstellung kommunistischer Brutalität oder behandeln das Thema eher als eine Art Spionagespiel, wobei unsere Seite gleichermaßen schuldig ist. Jedes Vergehen einer rechtsgerichteten Diktatur setzt sich schnell in einen Filmpreis um (Chile zum Beispiel und die Letellier-Affäreh). Man fragt sich, wann die Medien, wenn überhaupt, die Grausamkeiten des Pol Pot-Regimes verfilmen werden und ob dies ohne Infragestellung Amerikas geschieht. In Dokumentationen, die sich mit Südostasien befasst haben, kommt Amerika besonders schlecht weg, trotz rotfaschistischer Barbarei und Völkermorde. So schlecht handhabte die Presse die Ereignisse der Tet-Offensivei in Vietnam und stellte Amerika als den Verlierer hin – während eigentlich das Gegenteil der Fall war – dass eine zweibändige wissenschaftliche Studie von Peter Braesgrup (10) veröffentlicht wurde, die die subversive Rolle der Presse offenbarte.5

 

Anmerkungen

5 Eine ausführliche Berichterstattung über Medienmissbrauch findet sich in den AIM Reports, die regelmäßig von Accuracy in Media, Inc. (774 14 St. NW, Suite 427, Washington, D.C. 20005) veröffentlicht werden. Ein kürzlich erschienener Roman The Spike [deutsch unter dem Titel Die Falschmelder; Übers.] von Arnaud De Borchgrave und Robert Moss (Crown Publishers, N. Y., 1980) beschäftigt sich auf authentische und erschreckende Weise mit der medialen Subversion Amerikas und der freien Welt.

 

Anmerkungen des Übersetzers

f Analog zum deutschen Begriff Salonbolschewist (auch Salonkommunist oder Salonbolschewik) werden damit in abwertender Weise Menschen bezeichnet, die sich für den Kommunismus begeistern, denen aber unterstellt wird, dass es sich dabei um ein reines Lippenbekenntnis handelt.
Im englischsprachigen Raum prägte Tom Wolfe in seinem Essay Radical Chic: That Party at Lenny’s den Begriff der „radical chic“ (radikalen Schicken). Anlass für Wolfes Essay war das Verhalten des Komponisten Leonard Bernstein, der auf einer von ihm veranstalteten Luxusparty Geld für die gewaltbereite Black Panther Party sammeln ließ. (Wiki)

g Das Selective Service System ist eine Behörde in den Vereinigten Staaten, bei der alle männlichen US-Amerikaner im Alter zwischen 18 und 25 verzeichnet sind. Sie gibt Auskunft über die potenziellen Soldaten, die im Rahmen der Wehrpflicht für den Verteidigungsfall herangezogen werden können. Seit 1917 wurde dem Präsidenten der Vereinigten Staaten damit die Möglichkeit gegeben, männliche Rekruten für den Dienst in den Streitkräften der USA heranzuziehen. (Wiki)

h Orlando Letelier del Solar (1932-1976) war ein chilenischer Diplomat und Politiker. Er wurde im US-amerikanischen Exil auf Befehl des Diktators Augusto Pinochet durch Agenten der chilenischen Geheimpolizei ermordet.

i Die Tet-Offensive war eine Reihe offensiver militärischer Operationen der nordvietnamesischen Armee und des Vietcong zwischen dem 30. Januar und dem 23. September 1968 im Rahmen des Vietnamkrieges. Sie brachte dem Vietcong keinen militärischen Durchbruch. Die Vietcongs erlitten derartig schwere Verluste, dass sie in den nächsten vier Jahren zu keinen größeren Operationen mehr fähig waren. Die Verluste des Vietcongs während der Offensive sind auf mindestens 50.000 bis 100.000 Mann geschätzt worden, was mehr als der Hälfte der Vietcong-Kämpfer entsprach. Propagandistisch und auf politischer Ebene war die Tet-Offensive jedoch für die Angreifer ein voller Erfolg. (Wiki)

 

Literatur

9. Bernstein, L.: „Just Suppose We Disarmed“, New York Times, Op-Ed page, June 10, 1980
10. Breastrup, P.: Big Story. Boulder, Co.: Westview Press, 1977. (One volume ed., Anchor Books, Doubleday, N.Y., 1978)

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)