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Paul Mathews: People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

1. November 2019

 

Paul Mathews:
People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

 

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju* ** (Teil 1)

5. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.***

 

„Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden in lockende Gestalt….“
Shakespeare – Hamlet

Reich sagt: „Ich betone die Rationalität der primären Emotionen des Lebendigen“ (1)a. Ist es für irgendeinen Beobachter der heutigen Weltkulisse, bei ihren sozialen, politischen und militärischen Ereignissen, möglich – ihre Rationalität zu bestätigen? Das wäre in der Tat sehr zweifelhaft. Die Menschen sind verwirrter denn je. Sie sehen, dass Unterdrückung durch größere Unterdrückung ersetzt wird; sie sehen, wie Umweltbelange in Gestalt wirtschaftlicher, politischer oder militärischer Belastungen zu Buche schlagen; sie sehen, dass die rechtschaffene Ausrottung der Korruption durch die Korruption der Rechtschaffenen ersetzt wird; sie sehen, wie eine Reaktion auf militärische Gewalt sich als Segen erweist für die militärisch und politisch Gewalttätigen; sie sehen die Sorge um Bürgerrechte, Gleichstellung der Geschlechter und Kinderrechte, die von den politisch Ruchlosen manipuliert werden; sie sehen die Suche nach sexueller und emotionaler Gesundheit, die von Pornografen und Gewinnsüchtigen beschmutzt wird. Kann ein solches Durcheinander korrigiert werden oder ist es hoffnungslos? Wenn es Hoffnung gibt, muss dies mit einem Verständnis der Wurzeln unseres Dilemmas einhergehen: dem gepanzerten Zustand der Menschheit und seinen charakterologischen und sozialen Folgen. Leider wehrt sich das gepanzerte Leben mittels Kontaktlosigkeit oder durch emotionale Pest-Angriffe gegen die Einsicht in seine Misere. Reich hat den Fall kurz und bündig dargelegt: „Die soziale Existenz des Menschentieres ist in der Tat bioenergetisch gesehen ein kleiner Gipfel auf dem riesigen Berg seiner biologischen Existenz“ (2)b.

Wenn wir uns darin einig sind, dass der Mensch gepanzert und orgastisch impotent ist, dann folgt daraus, dass dieser „kleine Gipfel“ ziemlich wackelig und gestört sein wird. Man kann die Art der Störung als jene Modi individuellen und sozialen Verhaltens definieren, die durch die Abwehr innerer Angst und Schreckens destruktive Folgen zeitigen. Einige dieser Verhaltensstrukturen und -arten sind:

 

1. Faschistische Charakterstruktur

a. Sehnsucht nach und Unfähigkeit zur Freiheit
b. Verlangen nach einem Führer
c. Massenirrationalität

2. Einfaches neurotisches Verhalten

a. Immobilität
b. Lustangst
c. Apathie und Resignation

3. Emotionale Pest

a. Hohe Energie – unüberwindliche Beckenblockade
b. mörderischer Hass auf das Leben und die genitale Liebe
c. das direkte oder maskierte Böse auf der gesellschaftlichen Bühne
d. charismatische Anziehungskraft und ausgefuchste Manipulation der schlechtesten Eigenschaften der Anhängerschaft.

 

Der Durchschnittsmensch ist sich dieser zugrunde liegenden Kräfte, die hier wirksam werden, nur sehr wenig bewusst. Er versucht, Probleme auf einen eher naiven und fragmentarischen Weg zu lösen. Es gibt wenig oder gar kein Verständnis für die Tiefe und Macht der biologischen Kräfte, die in einem titanischen Kampf zwischen Gut (primär, rational, gesund und genital) und Böse (sekundär, irrational, pervers und von der Pest befallen) wirksam sind. Dies liegt daran, dass durchschnittliche gepanzerte Menschen sich gegen den Kontakt mit ihrem Kern wehren. Wenn ihnen also gesagt wird, dass etwas für den „Frieden“ notwendig ist, glauben sie, dass es gut ist, weil es für ein „gutes“ Ideal ist. Wenn ihnen gesagt wird, dass der Schah des Iran ein brutaler Despot war, glauben sie, dass das Khomeini-Regime irgendwie besser sein müsse. Mit anderen Worten, die meisten Menschen denken gepanzert: mechanistisch oder mystisch. In Wahrheit verstehen sie weder genau was „gut“ noch was „böse“ ist. Sie haben keine Kriterien, die in natürlichen Funktionen und Wahrnehmungen verwurzelt sind. Sie haben kein Verständnis von Gesundheit oder Krankheit, ob sexuell, körperlich, emotional oder sozial. Sie sind vielleicht in der Lage, einen „komplett Gestörten“ oder ein tödlich verlaufendes Karzinom zu erkennen, aber sie haben keinen Sinn für emotionale Ödnis und Resignation bzw. die Existenz einer nicht-tumorösen Schrumpfungsbiopathie.

 

Anmerkungen

* Basierend auf Vorträgen, die an der New York University im Sommer 1980 gegeben wurden.

** „Modju“ ist ein von Reich geprägter Begriff, eine Verschmelzung der Namen zweier bösartiger Männer: Mocenigo, der Giordano Bruno an die Inquisition verraten hat, und Djugashvilli (Stalin).

*** Orgonomischer Berater. Außerordentlicher Assistenzprofessor für Sozialpsychologie, New York University. Sprechkliniker und Oberschullehrer. Mitglied des American College of Orgonomy.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Farrar, Straus and Giroux; First edition (1973), Seite 53.
Äther, Gott und Teufel, Nexus Verlag, 1983, S. 54.

b Ausgewählte Schriften, Köln 1976, S. 24.

 

Literatur

1. Reich, W.: Ether, God and Devil. New York: Orgone Institute Press, 1949
2. Reich, W.: Bibliography on Orgonomy (1920-1952), „Prefatory Note“, Orgone Energy Bulletin 5:1, September, 1953

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest (Teil 4)

9. Mai 2019

 

Paul Mathews:
People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

 

Blogeinträge Februar 2013

30. August 2018

Charles Konia über die Pest „Gesellschatfspolitik“:

Blogeinträge Februar 2013

  • Der Mythos des 21. Jahrhunderts
  • Ein Musterbeispiel für die Emotionelle Pest: Der Krieg gegen die Drogen
  • Die Stoßrichtung der politischen Agenda von Obamas zweiter Amtszeit
  • Willkommen in der Demokratie im Nahen Osten
  • Die Exposition des amerikanischen Volks gegenüber der kommunistischen Pest
  • Die Anziehung der Pest auf die Linke und die Rechte
  • Das Problem die Emotionelle Pest zu erkennen

Demokratie kann ohne Grundkenntnisse der orgonomischen soziopolitischen Charakterologie nicht funktionieren

22. Dezember 2013

Der Islam-Aufklärer Nassim Ben Iman, einst selbst Mohammedaner, auf die Frage, ob er auch mit Politikern zu tun habe:

Ja, immer wieder, und bei den Politikern stelle ich fest, daß es zwei verschiedene Haltungen gibt. Es gibt Politiker, die können sich das alles nicht so dramatisch, bedrohlich, vorstellen, weil ihnen einfach die Informationen und Fakten fehlen. Und das ist etwas, was mich traurig macht und sogar verblüfft, daß jemand ein Land regiert oder in entsprechender Position sitzt, aber nicht ausreichend oder nur einseitig über den Islam informiert ist; oftmals informiert durch Muslime, die natürlich nicht die volle Wahrheit sagen. Auf der anderen Seite sehe ich ein taktisches Unwissen der Politiker, die mir dann sagen, im persönlichen Gespräch, Herr Ben Iman, Sie haben recht, wir sehen diese Dinge auch so, aber wir würden uns das nie erlauben, das in der Öffentlichkeit so zu nennen, weil, wenn wir es in der Öffentlichkeit so beim Namen nennen würden, wie Sie es tun, dann hätten wir die gesamte Presse gegen uns und unsere politische Karriere wäre damit beendet. Mit anderen Worten, da ist schon so viel Druck auf den Politikern, daß sie teilweise wider besseren Wissens einfach wegschauen müssen, weil sonst ihre Partei oder ihre eigene Zukunft gefährdet ist. Und das ist, was mich wiederum nachdenklich stimmt, denn wir sind doch in Deutschland, einem Land der Demokratie.

Wir wären in einer Demokratie (und ich spreche ausdrücklich nicht von einer Arbeitsdemokratie, deren Voraussetzungen weitreichender sind!), wenn es eine allgemeine Kenntnis der von Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia entwickelten soziopolitischen Charakterologie gäbe. Die würde es nämlich erlauben, etwas zu tun, was dem üblichen sozialpsychologischen, soziologischen und politologischen Denken unzugänglich ist: die Unterscheidung zwischen echten Liberalen und Pseudo-Liberalen zu treffen.

Presseorgane wie die Zeit oder die Süddeutsche gelten gemeinhin als „Sperrspitzen der Demokratie“ und als „freiheitlich und liberal“. Das mögen sie vor zwei oder drei Jahrzehnten ja noch gewesen sein, doch mittlerweile sind es kommunistische Propagandablätter. Natürlich wird oberflächlich noch so getan, als würde man auf der Grundlage des Grundgesetzes stehen, doch tatsächlich sind sie in ihrem Totalitarismus um keinen Deut besser als einst die Roten Fahne oder Neues Deutschland: man selbst vertritt die absolute Wahrheit, während Andersdenkende verachtenswertes Ungeziefer sind, das man nicht zu Wort kommen lassen darf.

Früher standen die liberalen Blätter prinzipiell auf der Seite Deutschlands und seines Souveräns, dem deutschen Volk, heute tun sie alles, wirklich alles, um Deutschland zu vernichten und den Souverän auszumerzen. Jeder Versuch, eine Politik zu betreiben, die im Sinne der Verfassung ist (etwa die Familie schützt und die Interessen des Volks vertritt), wird erbarmungslos (noch verbal, teilweise aber bereits körperlich!) niedergeknüppelt. An den Universitäten ist es bereits soweit, daß jede nichtlinke Meinungsäußerung physisch unmöglich gemacht wird, in der politischen Öffentlichkeit des Landes ist es noch „nur“ Meinungsterror. Niemand traut sich mehr vernünftig und nach seinem Gewissen, also aus seinem bio-energetischen Kern heraus, zu reden und zu handeln, weil er sofort moralisch fertiggemacht wird.

Die Henker der Meinungsfreiheit bezeichnen sich selbst als „Liberale“, die „Freiheit und Fortschritt“ verteidigen, tatsächlich sind es beinharte Kommunisten, die die Strategie des Roten Terrors durchsetzen. Gegen jede Vernunft, sogar gegen die wirtschaftlichen Interessen der Kapitalisten, die diese Presseorgane finanzieren, und vollkommen unabhängig von der tatsächlichen ideologischen Struktur der Gesellschaft, agieren sie ihren charakter-strukturellen Zwang aus, der nur auf eins abzielt: Mord und Todschlag. Der „Volksvertreter“ gehorcht ihren Vorgaben und nichts sonst.

Der alte Liberale war dadurch gekennzeichnet, daß die oberste Schicht, die „bürgerliche Fassade“, die sekundäre „faschistische“ Charakterschicht in Schach hielt. Dazu dienten die ständigen Appelle an Vernunft, Moral und Bürgersinn. Alles diente dem einen Zweck: dem Erhalt des gesellschaftlichen Organismus, der durch die sekundären Triebe, die in ihm schlummerten, in ständiger Gefahr war. „Liberale Blätter“ waren ein unverzichtbarer Teil des Überlebens der Demokratie. Man denke nur daran, was passierte, als infolge der Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre die Abwehrfunktion der sozialen Fassade kollabierte und die sekundäre Schicht in Gestalt des Schwarzen Faschismus durchbrach.

Der moderne Liberale, der heute zu 90 Prozent die Medienlandschaft dominiert, ist das genaue Gegenteil des alten Liberalen – obwohl niemand das erkennt. Seine Fassade, der ständige Moralismus und realitätsferne Pseudo-Intellektualismus dient dazu, die sekundäre, „faschistische“ Charakterschicht nicht etwa in Schach zu halten, sondern AUSZUDRÜCKEN. Ziel des modernen Liberalen ist entsprechend nicht etwa der Erhalt, sondern die Vernichtung der Gesellschaft. Es ist von „Menschenliebe“ die Rede, tatsächlich geht es aber darum, die wirtschaftlichen und kulturellen Grundlagen des deutschen Volkes zu eliminieren.

Die Massen sind dem schutzlos ausgeliefert, weil niemand begreift, was sich tatsächlich ereignet. Man hört die süßen Worte und goutiert die moralischen Appelle dieser Leute, etwa was Solidarität und Religionsfreiheit betrifft, sieht aber nicht, daß das alles heute das Gegenteil bedeutet. Niemand durchschaut die Lüge hinter der Maske des Pseudoliberalen. Niemand erkennt, daß die einstige „kritische Öffentlichkeit“ zu ihren Gegenteil mutiert ist: dem blanken faschistischen Terror. Ein Terror, dem sich selbst Regierungschefs, Wirtschaftsmagnaten und nicht zuletzt die Verfassungsschützer beugen müssen. Die Demokratie in diesem Land ist schon seit geraumer Zeit Tod – und deshalb wird auch bald dieses Land Tod sein. Irreversibel geschädigt ist es bereits. Die Mörder sind die angeblichen „Verteidiger der Demokratie“!

bradsaugerm