Archive for the ‘Psychologie’ Category

Mitchell: Psychoanalyse und Feminismus (1974)

1. Oktober 2016

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Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Mitchell: Psychoanalyse und Feminismus (1974)

Peters Abstieg in die Hölle

30. September 2016

Die hier beschriebene Szene ist zwar einige Jahre her, aber immer noch berichtenswert: Ich steige ins Souterrain hinab, in den Buchladen, wo ich früher immer meine „Reich-Bücher“ kaufte. Eine neue Einführung in die „Orgontherapie“ – mit dem „Orgonstrahler“. Das Buch strotzt von Bibelzitaten und mystischem Schmu. Daneben ein Buch, das die fünf Lowenschen Körpertypen erläutert. Unglaublich wie dieser pseudowissenschaftliche Unsinn ellenlang ausgewalzt wird – im Namen Reichs.

Angeboten wird u.a. eine Audiokassette vom „Auditorium aus der Münsterschwarzach Abtei“ mit einem Vortrag von Alexander Lowen über Reich und die Bioenergetik. Entsprechend „abteimäßig“ ist das Gesamtangebot: C.G. Jung, meditierende Pfaffen, Dürckheim, Rühdiger Dahlke, Bert Hellinger, Buddhisten-Mönche. Prominent zwischen all dem stiert der „Reichianer“ Wolf Büntig hervor, der zum 100 Geburtstag von Karlfried Graf Dürckheim „in enger Anlehnung an C.G. Jung“ spricht. Natürlich orientiert sich Büntig auch an Hellinger. Büntig, dessen Aufsatz über Reich* so überragend war, das ich wiederholt aufgefordert wurde ihn zu lesen, was ich nie getan habe, bekennt sich nun zu Hellinger, weil dieser intuitiv arbeitet, jede rationale Diagnostik ablehnt und aus dem „Sein“ heraus wirkt. Das „substantielle Leben“ ist das höchste Gut.

Für den Familientherapeuten Bernd Hellinger, einem ehemaligen Priester und Missionar, der sich auf Martin Heidegger beziehend vom „Offenbarungsgott“ ab und dem „Schöpfungsgott“ zugewandt hat, stehen die Gesetze des ontologisch aufgefaßten Lebens im Sinne Heideggers im Mittelpunkt: das, was zuerst da war, hat den höheren Wert und alles spätere muß sich ihm unterwerfen. Dementsprechend beruht die Therapie darauf, daß sich der Klient im nachhinein seinem Vater unterwirft und z.B. die sexuell mißbrauchte Tochter vor ihrer Mutter niederkniet und ihr sagt: „Liebe Mama, ich habe es für Dich getan!“

* Büntig, Wolf E.: Das Werk von Wilhelm Reich und seinen Nachfolgern. Die Psychologie des XX. Jahrhunderts. Bd. 3: Freud und die Folgen, Hrsg. von D. Eicke, Zürich 1977

Hollywood kackt in unsere Seelen

28. September 2016

Es gibt drei Bereiche, in denen wir uns, Freud und Reich zufolge, ganz entfalten, ganz wir selbst sind, d.h. in denen wir ganz vom vegetativen Nervensystem beherrscht werden: in der Sexualität, beim Geburtsvorgang und im Schlaf. In allen drei Bereichen entladen wir Energie: beim Orgasmus, die ungepanzerte Frau bei der natürlichen Geburt und wir alle im Traum. Es ist kein Zufall, daß Hollywood, das zu einem Gutteil von pseudo-liberalen Kommunisten beherrscht wird, gerade diese drei Bereiche mit ikonischen Bildern angreift, die sich tief in unsere Seelen gefressen, Teil unseres kollektiven Bewußtseins geworden sind:

Da wäre zunächst Basic Instinct, wo die genitale Umarmung auf ikonische Weise mit denkbar grausigem Abschlachten verknüpft wird:

Als nächstes hätten wir die denkbar widerlichste Parodie des Geburtsvorgangs in Alien:

Und schließlich Freddy Krueger in A Nightmare on Elm Street, der Teenager abschlachtet, sobald sie sich in den Schlaf fallenlassen und anfangen zu Träumen. Erst neulich habe ich dazu dieses Video gepostet:

Die weitaus meisten Filme sind nichts anderes als humanistische, d.h. kommunistische Propaganda. Das bedeutet, daß letztendlich der sich selbst erschaffende Mensch propagiert wird, d.h. ein Mensch, der sich ganz von der Natur („Gott“) löst. Worauf das ganze hinausläuft, wird sehr schön an folgender Aussage von Sara Maitland deutlich, die mit Stanley Kubrick zusammen an dessen Filmprojekt A.I. Artificial Intelligence arbeitete:

Er war von der Künstlichen Intelligenz fasziniert. Er wollte einen kulturellen Wandel bewirken. Wenn Roboter von uns gemacht werden und handeln wie wir, warum sind sie nicht unsere Kinder? Er beklagte sich über Blade Runner, daß, wenn es so schwierig sei, zu bestimmen, wer ein Replikant ist – warum spielt es dann eine Rolle? Warum müssen sie gejagt werden? Er glaubte, daß Computer wirklich intelligent werden, inklusive emotional und möglicherweise eine anpassungsfähigere Form des Menschen darstellen: sie sind unsere Zukunft. Der Film sollte uns dazu bringen sie zu lieben.

Worum es bei den massenpsychologischen Projekten der „Unterhaltungsindustrie“ wirklich geht, ist die Vernichtung der menschlichen Seele.

Goethes Funktionalismus

20. September 2016

Das menschliche Gehirn erkennt auf Bildern andere Lebewesen weitaus schneller und zuverlässiger als tote Gegenstände. Forscher um Joshua New von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara zeigten Probanden jeweils zwei Bilder ein und derselben Szene, die sich nur durch ein Detail unterschieden. Beispielsweise ein Elefant bzw. ein Auto in einer afrikanischen Savannenlandschaft, eine Kaffeetasse auf einem Schreibtisch oder eine menschliche Gestalt in einer Urwaldszene. Für jedes Bildpaar ermittelten die Forscher, ob und wie schnell die Probanden die Veränderung bemerkten. Dabei zeigte sich durchweg ein großer Unterschied zwischen toten Gegenständen und Lebewesen, selbst wenn die ersteren viel kleiner waren und sich mit deutlich weniger scharfen Kontrasten vom Hintergrund abhoben. Das Getreidesilo auf dem Bild einer Landschaft oder die Kaffeetasse auf dem Schreibtisch registrierten die Probanden bei weitem nicht so schnell wie eine vergleichsweise winzige Taube in einer Marktszene oder die menschliche Gestalt im tropischen Regenwald. Gerade die im Vergleich zu Lebewesen langsame Erkennung von Autos spreche dafür, so die Wissenschaftler, daß die Unterschiede nicht auf erlernten Fähigkeiten beruhen, sondern angeboren sind, denn für die meisten Menschen wäre es heute wohl eher ein Vorteil, Autos schnell zu erkennen. Eine Fähigkeit, die wir im Alltag ständig trainieren.

New und seine Kollegen erklären die Ergebnisse natürlich evolutionsbiologisch: unsere Vorfahren hätten vor Raubtieren auf der Hut sein müssen und wären vom Jagderfolg abhängig gewesen.

In Äther, Gott und Teufel beschreibt Reich den Animismus als natürlichen Geisteszustand. Die toten „mechanischen“ Gegenstände um uns herum sind unserem Wesen derartig fremd, daß wir sie “beseelen”. Durch die Dominanz der evolutionistischen Herangehensweise wurde diese „Goetheanische“ Betrachtungsweise fast vollständig verdrängt.

Dazu ein sehr interessanter Film auf YouTube in vier Teilen:

Die Massenpsychologie des Putinismus

17. September 2016

Am vergangenen Donnerstag in der „Internationalen Presseschau“ des Deutschlandfunks:

Nach Ansicht der ukrainischen Zeitung Den geht es der russischen Bevölkerung heute wirtschaftlich nicht viel besser als vor gut hundert Jahren: „Natürlich ist es schwierig, die Kaufkraft in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg mit der im Rußland von heute zu vergleichen. Doch nachwievor fließt ein Großteil der Gehälter in Grundbedürfnisse wie Wohnen und Lebensmittel. 70 Jahre Kommunismus und die Zeit danach haben, global betrachtet, die Lebensverhältnisse nicht wirklich verbessert.“

Leere Großmachtträume für den Kleinen Mann in der Masse. Ein Land das nichts produziert außer Rohstoffe. Aber was weitaus schwerer wiegt nach zig Millionen Toten für – nichts und wieder nichts: charakter-strukturell hat sich nichts verbessert, vielleicht sogar einiges verschlechtert. Nach der Revolution hat der infantilisierende Stalin-Kult selbst den Hitlerismus in den Schatten gestellt. Und heute: eine „gelenkte Demokratie“ mit einem Mussolini für Arme. Primitivster Chauvinismus. Der lächerliche Bombast 2014 in Sotschi und das staatliche Doping mit Unterstützung des Geheimdienstes. Kampf gegen den „Kosmopolitismus“ wie unter dem Zaren und wie unter Stalin. Statt, daß die Arbeitenden zu bewußten Produzenten wurden, die sich ihre Produktionsmittel aneignen, Sklavenmentalität wohin man sieht. Oligarchen, die von der Unselbständigkeit der Massen leben. Alkoholismus wo man hinschaut. Zerfall und Hoffnungslosigkeit. Seit 100 Jahren triumphiert statt der Befreiung von Unterdrückung und Hilflosigkeit nur eins: die Emotionelle Pest.

In der Sowjetunion wurde die Sprache und das Alltagsverhalten der Menschen grundlegend verändert. Begriffe wie „Barmherzigkeit“ verschwanden ganz oder erhielten eine negative Konnotation, das entsprechende Verhalten wurde geächtet. Alles wurde getan, um organisch gewachsene Gemeinschaften zu zerstören und die Menschen zu vereinzeln. Es galt unter allen Umständen „Fraktionsbildungen“ zu verhindern! Oder man schaue nach China! Eine Kultur, die einst von Höflichkeit und Rücksichtnahme gekennzeichnet war, wurde systematisch „proletarisiert“, d.h. bis heute herrscht eine unglaubliche, teilweise schlichtweg mörderische Rücksichtslosigkeit und Kälte gegenüber dem Mitmenschen vor. Auslands-Chinesen sind regelmäßig fassungslos.

Warum schaut man sich Horrorfilme an?

5. September 2016

Wenn man die Reaktionen der jungen Frau, die neben Mr. Bean sitzt, betrachtet, fällt unmittelbar die sexualökonomische Erklärung dafür ins Auge, warum Leute sich der Tortur von Horrorfilmen aussetzen! Es ist selbstevident, bedarf keiner weiteren Erklärung.

Folter

25. August 2016

Was ist das Wesen der Folter? Warum foltert man überhaupt? Wenn du Opfer der Folterknechte bist, wird dein eigener Körper zu deinem Feind. So wird deine Hoffnung auf ein Ende des Schmerzes zum Komplizen der Folterer, einfach weil du alles tust, nur um keine Schmerzen mehr erleiden zu müssen. Du wirst gespalten und der äußere Konflikt zwischen dir und der politischen Polizei wird zu einem internen inner-biopsychischen Konflikt zwischen deinem schmerzempfindlichen Körper und deinem Überlebensdrang, zwischen deinen ursprünglichen Überzeugungen und der Hoffnung, den Schmerzen zu entkommen. Das ist auch das Geheimnis aller autoritären Erziehung. Dein Körper also du selbst wirst zum Feind und all deine Träume, Hoffnungen und Visionen werden identisch mit den Träumen, Hoffnungen und Visionen jener, die deinen Körper malträtiert haben. Das eigene Herz, die eigene Seele wird in ein fremdes Herz, eine fremde Seele verwandelt. Aus dem „Lust-Ich“ wird das „Über-Ich“. Stalin hat das gewußt: je mehr du die Menschen erniedrigst, schlägst und peinigst, desto mehr werden sie dich lieben und sich mit deinen Gedanken identifizieren.

Es ist interessant, daß Leute, die durch die Folter nicht gebrochen worden sind, und Menschen, die trotz einer schlimmen Kindheit zu genitalen Erwachsenen wurden, durch einen gemeinsamen Wesenszug ausgezeichnet sind: die ungebrochenen Folteropfer hatten nie geglaubt, daß sie ihre Folter-Situation hätten ändern können, und bei den ungebrochenen Kindern gingen die Tiraden der Eltern zum einen Ohr rein und zum anderen wieder heraus. Bestimmte Menschen kann man nicht brechen.

Siehe dazu auch Max Stirner und die Kinder der Zukunft.

Mundgeblasene Geschichte

12. August 2016

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 3. Reich und die Juden / Antijudaismus

Schreibe und Charakter

11. August 2016

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Schreibe und Charakter

Was ist Kontakt?

10. August 2016

Es regnet in Kyoto. Der junge Mönch spannt seinen Regenschirm auf und geht von der Meditationshalle über den Klosterhof zum Abt. Auf der Veranda streift er seine Sandalen ab und legt den zusammengefalteten Regenschirm neben sie, betritt die Klosterzelle und kniet vor seinem Meister nieder. Die alles entscheidende Frage steht im Raum, ob er nach Jahren der Zen-Meditation die Erleuchtung erlangt habe. Entsprechend erwartet er eine traditionelle Rätselfrage. Ein „Koan“, etwa ob ein fallender Baum im Wald ein Geräusch macht, wenn niemand da ist, der es hören könnte. Die Beantwortung zeigt dem Meister, ob das große Ereignis bereits eingetreten ist. Stattdessen frägt ihn sein Abt nüchtern, ob er den Regenschirm links oder rechts neben die Sandalen gelegt hat. Der vollkommen aus dem Konzept gebrachte Mönch kann die Frage nicht beantworten. Er war nicht achtsam gewesen, sondern in seinen Gedanken verloren, hat also nicht einmal die primitivste Grundlage buddhistischer Praxis verinnerlicht, die Achtsamkeit, geschweige denn, daß er die Erleuchtung erlangt hätte.

Ein Orgontherapeut würde eine ganz andere Frage stellen. Ihm geht es zwar auch zentral um die Frage, ob der Patient „wirklich da ist“, doch dreht sich diese Frage vor allem um ein Problem: Ist er mit seinen Emotionen in Kontakt? Also genau mit jenen Gefühlen, die man beim Zen ignorieren bzw. als neutraler Beobachter an sich vorbeiziehen lassen soll!

Orgonometrisch stellt sich das ganze wie folgt dar:

Koniasauge3

Der Mönch war auf seinem Weg zum Abt ganz „Erregung“, ohne darauf zu achten, was er tat, entsprechend war er nicht wirklich da. Er hatte keinen Kontakt.

Der Abt weist ihm den Weg zur „Erleuchtung“: er soll die Erregung ignorieren und ganz in der Wahrnehmung aufgehen („Achtsamkeit“). Doch das schneidet ihn letztendlich von seinen Gefühlen ab, d.h. er hat keinen Kontakt.

Der Orgonom frägt, nach den Kontakt mit den Emotionen, weil es letztendlich darum geht, d.h. um die Bewegung von Energie durch den Körper. Diese orgonotische Strömung ist das Gemeinsame Funktionsprinzip (CFP) von Wahrnehmung und Erregung:

Koniasauge4

Entsprechend ist die Grundlage wahrhaftigen Kontaktes das ungehinderte, d.h. ungepanzerte Strömen der Orgonenergie durch den Körper. Kontakt ergibt sich dann von selbst, entspricht den funktionellen Notwendigkeiten und braucht nicht durch Übungen erzwungen werden. Es ist nicht wichtig, wo genau man seinen Regenschirm hingelegt hat, solange man ihn wiederfinden kann.