Archive for the ‘Psychologie’ Category

Die Rolle der Mittleren Schicht in unserem Leben

18. Januar 2016

Es gibt kaum etwas Gruseligeres als Menschen, die die Orgonomie grundlegend mißverstanden haben. Beispielsweise ist Panzerung eben nicht das Schlechte oder gar Böse per se, sondern sie erfüllt eine lebenswichtige Aufgabe – sonst würde es sie gar nicht geben. Schizophrene leiden unter einem Mangel an Panzerung, was den Körper dazu zwingt im okularen Bereich zu kontrahieren und jede bioenergetische Erregung zu drosseln. Ähnliches beobachten wir heute bei einem Gutteil der „orientierungslosen Jugendlichen“.

Was ist Panzerung überhaupt? Sie beruht auf unserer Fähigkeit unangenehme Außenreize abzublocken, etwa wenn wir es auf einer Party mit sehr unangenehmen Menschen zu tun haben und „zumachen“. Umgekehrt können wir durch den gleichen Mechanismus auch verhindern, daß unsere wahren Impulse, beispielsweise einem besonders widerwärtigen Partygast eins in die Fresse zu hauen, nicht durchbrechen. Wir haben uns „unter Kontrolle“. Das ist die Rolle der „Mittleren Schicht“, die sich zwischen unseren bioenergetischen Kern und unsere soziale Fassade schiebt.

Das Drama fängt an, wenn diese Mittlere Schicht wegfällt: wir werden, ähnlich wie der Schizophrene, Spielball der Umwelt und unserer eigenen unberechenbaren, spontanen Impulse. Wir sind schlicht nicht überlebensfähig!

Ähnlich schlimm ist es, wenn die Mittlere Schicht erstarrt und sozusagen „automatisch“ wird. Dann können wir uns auch bei angenehmen geselligen Zusammenkünften nicht mehr öffnen und unsere Gefühle auch dann nicht zum Ausdruck bringen, wenn es angebracht ist. Das ist das Schicksal des innerlich erstarrten, triebgehemmten Charakters, bei dem sich die rationale Mittlere Schicht in eine irrationale Sekundäre Schicht umgewandelt hat.

Die Sekundäre Schicht ist der Hort der Sekundären Triebe, das Resultat all der Frustration und Umkehrung von natürlichen Impulsen in ihr Gegenteil, die durch die Panzerung hervorgerufen wird.

Der Endpunkt der menschlichen Tragödie ist erreicht, wenn diese Panzerung selbst brüchig wird und die sekundären Triebe nicht mehr unter Kontrolle halten kann. Wir haben es dann mit dem triebhaften Charakter zu tun. An diesem Punkt ist unsere Zivilisation angekommen, als sie sich seit etwa 1960 langsam aber sicher von einer autoritären (triebgehemmten) in eine antiautoritäre (triebhafte) Gesellschaft umwandelte.

Die Mittlere Schicht sorgt für persönliche Selbstkontrolle, die mit Eigenschaften und Verhaltensweisen wie Frustrationstoleranz, Beharrlichkeit, Sorgfalt, Geduld und Bedachtsamkeit einhergehen. Beim triebgehemmten Charakter, bei dem sich die Mittlere Schicht in die Sekundäre Schicht verwandelt hat, werden daraus Indolenz und mechanische Erstarrung, die sich beim triebhaften Charakter in chaotisches Verhalten umkehrt. Plastisch kann man sich das vorstellen, wenn man sich nebeneinander einen gut integrierten, leistungsstarken und glücklichen Schüler vorstellt, daneben ein schüchternes, gehemmtes „Opfer“ und schließlich einen dümmlich herumspadelnden Hip-Hopper.

Amerikanische Forscher um Terrie Moffitt (Duke University) stellten in einer großangelegten Erhebung über die Auswirkungen früh erworbener Selbstkontrolle fest:

Je niedriger der Wert für die Fähigkeit zur Selbstkontrolle im Alter von drei Jahren gewesen war, desto häufiger kam es bei den Studienteilnehmern im späteren Leben zu Problemen jedweder Art, darunter gesundheitliche Schwierigkeiten wie Übergewicht, sexuell übertragbare Erkrankungen und sogar Zahnprobleme. Ähnliches gilt für die Häufigkeit von Drogenproblemen, Kriminalität und der Neigung, sich zu verschulden. Auch ungewollte Schwangerschaften und eine hohe Quote an Schulabbrechern waren den Forschern zufolge typisch für die Gruppe, die schon als Dreijährige bei den Beurteilungen schlecht abgeschnitten hatte.

All das ist einem Mangel an Frustrationstoleranz, Beharrlichkeit, Sorgfalt, Geduld und Bedachtsamkeit zu schulden. Immerhin legt die Studie nahe, daß man die Fähigkeit zur Selbstkontrolle auch später noch erlernen und entsprechend erfolgreich im Leben werden kann.

Ich erinnere mich gerne an eine Szene in der U-Bahn als zwei betrunkene, bekiffte, jedenfalls intoxikierte Gymnasiasten abends herumalberten und eine Bierflasche umfallen ließen, so daß sich ihr Inhalt über den Boden ergoß und sie laut scheppernd ständig hin und her rollte. Keiner der sichtlich genervten Fahrgäste, einschließlich mir, traute sich etwas gegen die beiden Alleinunterhalter zu sagen. Bis schließlich ein stämmiger junger Mann, vielleicht im gleichen Alter wie die beiden Gymnasiasten, sie fixierte und sie ruhig aber bestimmt ansprach: Was das denn für eine Sauerei sei und daß sie gefälligst die Flasche aufheben sollten. „Kommst Du gerade vom Training?“ „Ja, vom Boxtraining.“ Da würde man Ausdauer, Selbstkontrolle, Ehrgefühl und wie man sich zu benehmen hat, lernen. Und wenn sie nicht gleich die Flasche aufheben, gäbe es eine blutige Nase. „Und wehe ein Spritzer Blut kommt auf meinen Anzug, dann bist Du tot!“

Würden wir alle Box- oder irgendein anderes Kampftraining machen, wäre das Leben in dieser Gesellschaft weitaus erträglicher. Insbesondere in den asiatischen Kampfkünsten lernt man, die organismische Orgonenergie, das „Qi“, willentlich zu kontrollieren. Genau das ist die Aufgabe der Mittleren Schicht. In der deutschen Sprache gibt es einen eigenen Begriff dafür: Charakter. Boxtraining (oder ähnliches) ist „Charakterbildung“.

Die Emotionen, die Arbeitsdemokratie und der Mystizismus

18. Januar 2016

Es gibt fünf Grundemotionen. Lust, Wut und Sehnsucht entsprechen einer Expansion, Angst und Trauer einer Kontraktion. Den drei expansiven („produktiven“) Emotionen kann man Liebe, Arbeit und Wissen zuordnen, die die drei Grundlagen der Arbeitsdemokratie sind.

Visionäre Zustände, auf die vermeintliche „Esoteriker“ ihre Systeme aufbauen, sind der Orgonomie nicht neu. Vegetative Erregungen gehen vom Solar plexus aus und streben nach Entladung. Normalerweise äußert sich die Liebe (und zwar ausnahmslos alle Liebe, also nicht nur die sexuelle) in einer Erregung des Genitals. Bei Mystikern wird daraus „göttliche Liebe“, was nichts anderes heißt als sozusagen „genitallose Kastratenliebe“, bzw. Kopfliebe – also überhaupt keine Liebe, sondern Verachtung, im besten Fall Verwirrung.

Einer von Reichs Patienten beschrieb:

In der Brust beginnt sich etwas zu regen, dann schießt es in den Kopf, ich bekomme das Empfinden, als ob mein Kopf zerspringen wollte. Es legt sich wie ein Nebel um meine Augen. Ich kann nicht mehr denken. Ich verliere das Empfinden für das, was um mich vorgeht. Ich drohe zu versinken, mich und alles um mich zu verlieren.

Dazu schreibt Reich: „Solche Zustände traten immer dann auf, wenn eine Erregung das Genitale nicht erreichte und ’nach oben‘ abgelenkt wurde“ (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 256).

Jene vegetativen Erregungen, die sich als Arbeit entladen (d.h. die Hindernisse für die Liebe aus dem Weg räumen bzw. die Voraussetzungen für die Liebe schaffen wollen), bedienen sich der Muskulatur. Bei Mystikern wird daraus „Arbeit“ an der spirituellen Vervollkommnung des Menschen, d.h. die Hintertreibung jeder aggressiven Lebensbewältigung – also Anti-Arbeit. Man denke nur an all das kontraproduktive Unheil, das die spirituelle Disziplin der „Nächstenliebe“ anrichtet, etwa im Zusammenhang mit der gegenwärtigen „Flüchtlings“-Krise.

Jene vegetative Erregungen, die sich als Streben nach Wissen entladen, gehen in Brust und Arme: es wird versucht die Welt „zu begreifen“. Eindrücke werden gewonnen und verarbeitet, um die Welt „zu entschlüsseln“. Man nehme das Bild eines Hausschlüssels, der in Knetmasse einen „Eindruck“ hinterläßt und anhand dieser Vorlage beliebig vervielfältigt werde kann. In der kotaktlosen Mystik werden (man verzeihe das verquere Bild!) damit Luftschlösser aufgeschlossen, d.h. nichts ergründet, nichts erkannt, nichts zum Leben beigetragen. Es seien nur die absurden Konzepte der Anthroposophie erwähnt. Ganze Gesellschaften beschäftigen sich mit nichts anderem als purem Unsinn.

Die Kultur, der Bereich des Wissens, ist funktionell identisch mit der Fassade, die unter gesunden Verhältnissen getreulich den Kern, den Bereich der genitalen Liebe widerspiegelt. Die Arbeit entspricht der Mittleren Schicht, die für die „Charakterstärke“, d.h. die Durchsetzungsfähigkeit des Kerns (und seiner Fassade) steht.

Durch die Panzerung wird aus Liebe Verachtung, da die Energie zum Kopf hin verlagert wird. Aus Lust wird Frustration. Der Panzer verwandelt Aggression in Destruktion. Aus Arbeit wird Zerstörung, jedenfalls läuft der Mystizismus im Endeffekt immer darauf hinaus. Wissen beruht auf Kontakt, entsprechend führt Kontaktlosigkeit zur Lüge.

emoarbmys

Carolin Kebekus und die Orgonomie

6. Dezember 2015

Es ist ziemlich nichtssagend, geradezu idiotisch Menschen in „gesund“ und „krank“, „ungepanzert“ und „gepanzert“, „orgastisch potent“ und „orgastisch impotent“ einzuteilen. Wir sind alle miteinander ziemlich verkorkst, aber fast jeder hat Bereiche, in denen er ungepanzert und natürlich agieren kann.

Immerhin gibt es zumindest ein Maß, nach dem man seine Mitmenschen einschätzen kann: sind sie wandlungsfähig oder nicht? Es geht nicht darum, ein guter Schauspieler zu sein, denn viele der großen Schauspieler haben immer nur sich selbst gespielt, sondern darum gut „schauspielern“ zu können. Reich war beispielsweise bekannt dafür, daß er mit Leichtigkeit jede Art von Neurose und Psychose nachspielen konnte. Als guter Therapeut konnte er sich vollkommen in seine Patienten hineinversetzen.

Diese Art von Wandlungsfähigkeit bewundere ich maßlos an Carolin Kebekus. Man zeige mir eine andere 30jährige, die auf so überzeugende Weise eine 13jährige nachahmen kann:

Derartig wandlungsfähige Menschen können offensichtlich nicht stark gepanzert sein, insbesondere haben sie ein ziemlich offenes okulares Segment. Sie können unvermittelt und im freien Wechsel haßerfüllt, ängstlich, freudig erregt, sehnsüchtig und traurig aus den Augen gucken. Ihre Stimme ist ausdrucksstark und melodisch. Der ganze Körper ist frei beweglich. Es ist schlichtweg unvorstellbar, daß sie irgendeinem religiösen oder politischen Extremismus verfallen. Sie sind sozial kompetent, so daß ihr Sexual- und Arbeitsleben ohne größere Probleme verläuft.

Mit einem Satz: sie sollten sich von der Orgonomie angezogen fühlen und das Gesicht der Orgonomie prägen. Das Gegenteil ist der Fall!

Elsa Lindenberg, Tänzerin an der Berliner Staatsoper und Reichs Lebensgefährtin während der 30er Jahre, war so ein Mensch – und hatte stets Probleme mit den neurotischen Sonderlingen, die Reich umgaben (Er selbst hat diese Gestalten später in seiner Rede an den Kleinen Mann beschrieben) Tatsächlich kenne ich niemanden in der Geschichte der Orgonomie, der sich „biophysisch“ mit einer Carolin Kebekus messen könnte.

Spontan fallen mir der lebenslang schwer depressive Elsworth Baker ein; der zwanghafte Theodore Wolfe wurde von Reich in seinen Tagebüchern als charakterologischer „Nazi“ abgekanzelt, Morton Herskowitz mußte sich von Reich anhören lassen, er sei biophysisch tot. So war es mit allen und so ist es mit allen, die mit der Orgonomie verbunden sind.

Warum das so ist? Was für Menschen fühlen sich von Titeln wie Die Funktion des Orgasmus oder Die sexuelle Revolution angesprochen? Überhaupt: was muß man für ein verkorkster Sonderling sein, um sich mit Dingen wie „Orgonenergie“ zu beschäftigen? Was will man schon groß erwarten, wenn vor allem Psychologen, Psychiater (und gar deren Patienten) zur Orgonomie finden! Das sind Studiengänge, die Menschen anziehen, die starke „psychische“ (emotionale) Probleme haben.

Das erklärt auch, warum seit ungefähr 20 Jahren die Orgonomie so gut wie tot ist, nachdem sie sich in den 60er, 70er und 80er Jahren von ihrer Zerschlagung in den 50er Jahren zusehends zu erholen schien. Die neurotischen Sonderlinge („Suchende“), elende Spinner, haben dem Zeitgeist folgend die „Spiritualität“ für sich entdeckt – und da kann Wilhelm Reich nun wahrhaftig nicht mehr mithalten.

Ich glaube, das Problem ist kaum lösbar, da die Orgonomie außerhalb der mechano-mystischen Zivilisation steht und entsprechend traurige Außenseiter anzieht. Sie zieht die Opfer der gepanzerten Gesellschaft an. Jene, die, da sie (immer mit dem anfangs erwähnten Vorbehalt!) wenig gepanzert sind, an sich ganz gut in der gepanzerten Gesellschaft zurechtkommen, stehen der Orgonomie geradezu feindselig gegenüber!

So werden wohl in absehbarer Zukunft kaputte Typen wie Orson Bean das Gesicht der Orgonomie bleiben, statt (konventionell als auch orgonomisch gesehen) gesunde Menschen wie Carolin Kebekus.

Es paßt durchaus ins Bild, daß Kebekus feige ihr linksliberales Fähnchen nach dem Wind hängt, sich brav dem „gesellschaftlich fortschrittlichen Kräften“ anbiedert, auf das Mieseste über die Katholische Kirche herzieht (ach wie mutig!) und etwa immer wieder über „Nazis“ herzieht. Christoph Schlobies hat kurz und knapp das notwendige dazu gesagt:

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 2.g.

10. November 2015

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

a. Die Auffächerung der Hauptgleichung

b. Kreiselwelle und Pulsation

c. Welle, Puls, Expansion und Kontraktion

d. Ladung und Entladung

e. Erstrahlung und Anziehung

f. Schein, Sein, Trennen und Verbinden

g. Fühlen

Von Freud zu Reich (Teil 6)

22. Oktober 2015

Die psychoanalytische Triebtheorie ist u.a. deshalb aus orgonomischer Sicht falsch, da sie die Vorstellung von 100 Prozent sexueller Energie hat, die möglichst 100prozentig in Arbeit umgesetzt werden muß, um Kultur zu ermöglichen. Für Reich hingegen ist es ein Pendeln: ein befriedigendes Genitalleben ist Voraussetzung produktiver Arbeit und umgekehrt.

Nicht nur, daß Freud beispielsweise auch an der Gleichsetzung von Fortpflanzung und Genitalität festhielt, auch seine Todestriebtheorie war nicht etwa ein die Psychoanalyse sprengender Ausrutscher, wie Reich glaubte, sondern die logische Fortführung und konsequente Vollendung der Freudschen Triebvorstellung.

Wie unsicher Reich hier leider selber noch war, zeigt folgender Satz von 1938 (Inhalt der Klammer von 1944?) über seine Haltung von 1934:

Meine Orgasmustheorie und die ihr entspringenden Anschauungen widersprächen in keiner Weise der klinischen Psychoanalyse (heute weiß ich, daß sie ihr doch in wichtigen Punkten widersprachen), doch sie ließen sich mit der Todestriebtheorie nicht vereinbaren. (Menschen im Staat, S. 256, Hervorhebungen hinzugefügt)

Für Freud bestand das Grundwesen des Triebes darin zu vergehen, entsprechend würde der Organismus danach streben, die produzierten Erregungsquantitäten loszuwerden. Seine Triebtheorie spiegelte dergestalt die Thermodynamik des 19. Jahrhunderts wider. Nach dem Zweiten Thermodynamischen Gesetz strebt das Universum dem Wärmetod entgegen!

Das mechanistische Triebkonzept Freuds, nach dem Spannung mit Unlust und Entspannung mit Lust gleichgesetzt wird, hat Reich überwunden, denn für ihn ist auch die Spannung lustvoll, wenn Entspannung in Aussicht steht (Die Funktion des Orgasmus, S. 161).

Anfangs mag „die analytische Charakterlehre noch als eine Erweiterung der Freudschen Neurosenlehre erscheinen. Doch sie trat bald in Gegensatz zu ihr“ (ebd., S. 107).

Im Oktober 1938 schreibt Reich:

Die Vegetotherapie kann nicht einfach der gebräuchlichen psychoanalytischen Theorie und Technik hinzugefügt werden. Beide sind größtenteils unvereinbar. (Zeugnisse einer Freundschaft, S. 49, Hervorhebungen hinzugefügt)

Reich 1942:

Ich konnte in der IPV [der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung] mit meiner Genitalitätstheorie nur deshalb so lange bleiben, weil ich mich ständig auf Freud berief. Ich tat damit meiner Theorie unrecht und erschwerte meinen Mitarbeitern die Loslösung von der Organisation der Psychoanalytiker. (Die Funktion des Orgasmus, S. 102).

Wenn die Psychoanalyse wenigstens etwas von Psychologie verstehen würde, aber gemäß ihren Darwinistischen Ursprüngen geht sie davon aus, daß die Gegenwart eine Funktion der Vergangenheit ist und überträgt das mechanisch auf die Psychologie. Doch jeder, der mit offenen Augen durchs Leben geht, sollte wissen, daß dies für das Innenleben des Menschen nicht zutrifft. Man lese nur eine beliebige Autobiographie und vergleiche sie mit den wirklichen Gegebenheiten, wie sie aus zeitgenössischen Quellen erschließbar sind. Erinnerungen haben kaum objektiven Wert. Im Kopf des Menschen ist die Vergangenheit eine Funktion der Gegenwart.

Für Reich ist das Gehirn nur der „Vollzugs- und Bremsapparat“ der vegetativen Impulse (Die bio-elektrische Untersuchung von Sexualität und Angst, S. 122), d.h. daß man das Eigenleben des Gehirns (Erinnerungen, Bilder, Vorstellungen, „Verdrängungen“) einfach nicht sonderlich ernst nehmen sollte. Wie Reich erschlossen hat, ist die Sprache direkter Ausdruck bioenergetischer Gegebenheiten (z.B. „er ist so hartnäckig“) und ist deshalb dem Psychoanalytiker in ihrem wirklichen Gehalt nicht zugänglich. Die psychoanalytische Grundregel das zu sagen, was einem grade einfällt, ist deshalb schlicht Unsinn – wenn ein Psychoanalytiker zuhört.

Wilhelm Reich in Norwegen

26. September 2015

Gastbeitrag von Robert (Berlin)

Review:
Mitchel G. Ash (Hrsg.)
Psychoanalyse in totalitären und autoritären Regimen
Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt a. M. 2010

Kapitel:
Håvard Friis Nilsen: Widerstand in der Therapie und im Krieg 1933 – 1945 – Die Psychoanalyse vor und während der Besatzung Norwegens durch die Nationalsozialisten (S.176 – 210)

Der folgende Aufsatz wird von mir nur in Bezug auf W. Reich referiert, andere Themen werden beiseitegelassen.

Bisher war nicht bekannt, dass der norwegische Vasall des Hitlerfaschismus, Vidkun Quisling, sich direkt zu Reich geäußert hätte. Durch die neuere Forschung wird aber immer klarer, dass Reich in den Ländern, in denen er sich aufhielt, eine maßgebliche Rolle spielte. In einer Rede von 28. März 1941 äußerte sich Quisling folgenderweise: „Die Psychoanalyse [sei] eine Erfindung des Juden Freud“, Reich ein eingeschleuster „sexualpornografische(r) Psychoanalytiker“, der vom „jüdischen Geist durchtränkt“ wäre. Er meinte, Reich sei „ein jüdischer Pornograf und Pseudo-Wissenschaftler“, der – so offenbar der Eindruck von Quisling – „von allen Seiten als ein Mann mit neuen, fruchtbaren Ideen aufgenommen worden“ sei. Noch spannender wird dessen Ansicht, wenn er behauptet, dass Reich an der Universität „geherrscht“ habe, von „dekadenten Intellektuellen gepriesen und von der regierenden Partei (den Sozialisten) bejubelt“ worden sei. Auch wenn wir manches als propagandistische Übertreibung ansehen müssen, wird doch ein Teil der Wahrheit entsprechen.

Nilsen meint, dass die Psychoanalyse – mehr als in anderen Ländern – in Norwegen politisiert gewesen wäre, wobei Harald Schjelderup, ein Anhänger Reichs, eine maßgebliche Rolle spielte. „Schjelderup vertrat die Ansicht, Wilhelm Reichs Charakteranalyse sei die bislang beste Arbeit über psychoanalytische Therapie und Reichs therapeutische Neuerungen, speziell betreffend das Thema Widerstand, seien … bahnbrechend(…).“ Schjelderup war es auch, der Reich dazu bewog, nach Norwegen zu kommen.

Schjelderup erlebte, wie Reich 1934 in Luzern offiziell aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV) ausgeschlossen wurde. Wie inzwischen bekannt, ging man in der linken Psychoanalyse zuerst davon aus, dass Reich sich der skandinavischen Gruppe anschließen könnte. Als Voraussetzung für die Anerkennung dieser Gruppe in der IPV sollte jedoch jeglicher Kontakt zu Reich und seinen Schülern eingestellt werden. „Harald Schjelderup, Ola Raknes und Nic Hoel wollten diese Forderung grundsätzlich nicht akzeptieren. Seit sie Reich in Berlin kennengelernt hatten, waren sie von seiner Idee der Bedeutung des Körpers für die Analyse fasziniert, und die Art und Weise, wie Reich behandelt wurde, empörte sie.“

Auch Nic Hoel verteidigte Reich auf dem Luzerner Kongress. Sie sprach auf dem Kongress direkt zu den Zuhörern. „Laut Nic Hoel waren die Argumente der IPV gegen Reich defensiv und alles andere als überzeugend: »Die Argumentation eines Teils des Vorstands bezog sich nicht darauf, dass Reich Kommunist oder ‚Häretiker‘ war, sondern darauf, dass er aus psychoanalytischem klinischem Material gesellschaftliche Schlüsse zog.«“ W. Reich war sehr zufrieden, dass ihn Schjelderup trotz anderer politischer Ansichten unterstützte – und zwar mehr als seine marxistischen Kollegen. Ein Vorgriff auf spätere Erfahrungen mit Marxisten, die ihn verrieten oder bekämpften. Schjelderups Unterstützung war auch im Gegensatz zu der der marxistischen Psychoanalytiker kein Lippenbekenntnis, sondern Ausdruck seiner Hochachtung vor Reichs wissenschaftlicher Arbeit.

Nach dem Luzerner Kongress zog Reich auf offizieller Einladung von Schjelderup im Oktober 1934 nach Norwegen.

Nilsen ist der Ansicht, dass Reich seine Experimente aufgrund derselben Einstellung wie Schjelderup durchführte: „Schjelderup und Reich teilten wichtige Ansichten: Beide waren skeptisch, was die neuen spekulativen Tendenzen der Psychoanalyse anbelangte, und beide fühlten sich dem Empirismus verpflichtet. Außerdem teilte Schjelderup die Ansicht, die Reich in der Diskussion über Laienanalyse vertreten hatte: Die Psychoanalyse sei eine klinische Spezialdisziplin und der Medizin zuzuordnen. (…)

Schjelderup nahm Reichs Charakteranalyse ebenso wie die folgenden Arbeiten, die in Richtung Vegetotherapie wiesen, zur Gänze an. Für ihn war Reich der wichtigste Pionier, wenn es darum ging, die Psychoanalyse zu einem stärker empirisch orientierten Fach zu machen, und er lobte Reichs Beitrag (…) öffentlich sowohl in wissenschaftlichen Vorträgen als auch bei internationalen Konferenzen.“

In einem Artikel von 1936 war Schjelderup war der Ansicht, „…dass Reichs neue Charakteranalysetechnik ein neues Zeitalter der Psychologie einläuten könnte:
»Es ist nicht länger der Traum, sondern das Verhalten, das den Königsweg, die Via Regia, zum Unbewußten darstellt. […] Ich verweise interessierte Leser auf Reichs Arbeiten Charakteranalyse und Psychischer Kontakt und vegetative Strömung. Meiner Meinung nach repräsentiert Reichs Charakteranalyse den wichtigsten Fortschritt in der Psychotherapie seit Freud.«

Aus diesem Artikel geht klar hervor, dass Reich von Schjelderup nicht etwa als freundliche Geste in politisch schwierigen Zeiten nach Norwegen eingeladen worden war.“

„Das widerspricht allen bisherigen Darstellungen der Geschichte der Psychoanalyse in Norwegen, die Schjelderup Skepsis gegenüber Reich in den Vordergrund gestellt hatten.“ Hier ist besonders R. Alnæs zu nennen, der häufig in deutschen Publikationen zum Thema zitiert wird.

Schjelderup hoffte mit Hilfe von Reichs Charakteranalyse den Brückenschlag zur „Mainstream-Psychologie in Form des Behaviorismus“ schlagen zu können und damit „einen Beitrag zur wissenschaftlichen Akzeptanz der Psychoanalyse“ zu leisten.

In Bezug auf Reichs „Forschungsprojekt“ zur „Erforschung vieler psychoanalytischer Grundsätze im Lichte anderer Wissenschaften wie der Physiologie und der Zellbiologie“ konstruiert Nilsen allerdings eine Chronologie der Ereignisse. „Reichs so genannte Bionen-Experimente und das später folgende Orgon-Konzept, das er in Oslo entwickelte, wurden zur damaligen Zeit von der Wissenschaft abgelehnt.“ Nebenbei sei festgestellt, dass die Psychoanalytiker zwar ständig behaupten, Reich hätte wissenschaftlichen Humbug betrieben, aber selbst sich nie die Mühe machen, dies auch wissenschaftlich zu belegen, mit der Begründung, Reichs Hypothesen und Experimente wären an sich unwissenschaftlich, so als wären die Psychoanalytiker an sich Experten in Physiologie oder Mikrobiologie.

Zwar ist es richtig, dass Reich schon in Norwegen eine Lebensenergie postulierte, aber die Orgon-Energie benannte er erst am Schluss seines Aufenthalts in Norwegen.

Trotz dieser Ablehnung führte „Reichs Einfluss (…) dazu, dass die norwegische Psychoanalyse die Standardtherapie um die Berücksichtigung von Körpersprache, Muskelspannungen, Gesichtsausdruck, Tonfall, Atmungsweise (…) anreicherte.“

Dann geht Nilsen auf Nic Waal näher ein. Er schreibt: „Sowohl Nic als auch Sigurd Hoel zählten während Wilhelm Reichs Aufenthalts in Norwegen zu seinen engsten Freunden und Kollegen.“ Zu den weiteren Freunden zählt Nilsen Arnulf Øverland, der „ein berühmter Autor, Dichter und Herausgeber [und] …neben Sigurd Hoel der wichtigste Exponent und Pionier des Freudianismus in der Literatur war; er stand Reich auch während dessen Aufenthalt in Oslo nahe. Das Gedicht »Du sollst nicht schlafen«, das erstmals in Wilhelm Reichs Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualtheorie erschien, beschreibt einen Traum und stellt Øverlands Treue zur Psychoanalyse von Anfang an unter Beweis. […]

Reich, der ob der mangelnden Ernsthaftigkeit der Norweger und ihrer Ignoranz gegenüber dem Extremismus und der Gefahr, die das Hitler-Regimedarstellte, tief verärgert war, ließ Øverlands Gedicht stolz auf der ersten Seite seines Journals abdrucken – ein Text, der mehr bewirkte als jeder Leitartikel.“

Hier ist anzumerken, dass Reichs Journal Zeitschrift für politische Psychologie und Sexualökonomie (und nicht „Sexualtheorie“ wie Freuds Buch von 1905) hieß.

Bevor Reich Norwegen verließ, kam es zu schweren Spannungen zwischen ihm und Schjelderup. Wahrscheinlich Ende September 1939 schrieb er einen Brief an Schjelderup, „…in dem er ihm mitteilte, dass es Schjelderup nicht länger erlaubt sei, die Begriffe »Charakteranalyse« oder »Vegetotherapie« zu verwenden, da diese seine, Reichs, Erfindungen seien und nur in Zusammenarbeit mit ihm angewendet werden dürften. Reichs bitterer Tonfall war Ausdruck seines Gefühls, von Schjelderup verraten worden zu sein, doch Schjelderup war seinerseits ebenso frustriert von der Art und Weise…“, wie Reich seine Reputation und die der Psychoanalyse durch seine Öffentlichkeitsarbeit geschadet hatte. Schjelderup sah sich gezwungen, wegen Reichs schlechtem Ruf sich von ihm in der Öffentlichkeit zu distanzieren. 1940 veröffentlichte er ein Buch Neurosen und der neurotische Charakter mit Angriffen auf „… den Reichschen Sexualismus und seine Überzeugung, eine befreite Sexualität sei das Allheilmittel gegen sämtliche Neurosen.“ Um sich in der Öffentlichkeit von Reich reinzuwaschen, unterstellte er ihm Positionen, die er gar nicht vertrat, während er therapeutisch weiter mit Reichs Charakteranalyse arbeitete. Während Hoel ihm von der Veröffentlichung während und wegen der deutschen Besetzung abriet, auch weil die darin Kritisierten sich nicht mehr dazu äußern konnten, weil sie auf der Flucht waren, wurde Schjelderup vom prodeutschen Hitleranhänger Klaus Hansen ermuntert, das Buch zu veröffentlichen – was dann auch geschah. Hoel brach daraufhin die Beziehung zu Schjelderup ab, der allerdings in einer Widerstandsgruppe an der Universität mitmachte. Am 15. Oktober 1943 kam er deswegen in ein Konzentrationslager in der Nähe zu Oslo, was er knapp überlebte.

Ein weiterer Anhänger Reichs war Nina Hasvold. Sie stammte ursprünglich aus St. Petersburg, war Kindergärtnerin und ließ sich psychoanalytisch ausbilden. Sie besuchte Reichs Seminare in Berlin und zog 1936 nach Norwegen. Dort bekam sie eine zweijährige Charakteranalyse durch Nic Waal. Sie leitete ein Kinderheim für jüdische Flüchtlingskinder, manche kamen aus kommunistischen Familien. Nach der deutschen Besatzung rettete sie die Kinder in einer verwegenen Flucht nach Schweden.

Ob Hasvold in der ZPPS mitschrieb, wäre m. E. noch zu klären. Ebenso ist ungeklärt, ob Reich bei der Rettung der Kinder aus Deutschland 1938 mitwirkte.

Interessant ist ebenso, dass Trygve Braatøy, Ola Raknes und Sigurd Hoel nach Schweden flüchteten.

Nach dem Krieg verhinderte der ehemalige Einfluss Reichs den Anschluss der Norweger an die IPV. Erst nach dem Tod von Schjelderup 1975 wurde die norwegische Vereinigung in die IPV aufgenommen.

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Obama in der U-Bahn

18. Juli 2015

Ich genieße das Leben in vollen Zügen! Beispielsweise in der U-Bahn mit einer kleinen Reisegruppe aus Berlin: Kind, Mutter, deren Vater und Onkel zum Verwandtenbesuch in Hamburg. Das Kind, vielleicht 18 Monate, ein Produkt der kaukasischen Mutter und eines negriden Vaters. In der gleichen Situation hätte ein „weißes“ Kind niemand weiter beachtet, aber das kleine „farbige“ Kind war ganz offensichtlich Star der Familie. Nach und nach wurde unsere ganze Sitzgruppe am Ende des U-Bahn-Waggons mit einbezogen, einschließlich meiner Wenigkeit. Wir konnten uns alle mit verbalen Neckereien und liebevollen Blicken für den Kleinen gar nicht mehr einkriegen.

Nun stelle man sich mal vor, daß der arme Junge diesem aufgesetzten Liebesterror wirklich ständig ausgesetzt ist, wohin er auch immer kommt. Aus Angst vor „Rassismus“ wird er kaum je Widerstand erfahren und immer behandelt werden, als wäre er etwas ganz besonderes. Folgerichtig wird er alle unausweichlichen Kränkungen, erst recht solche tatsächlich rassistischer Natur, maßlos überbewerten und mit einer Mischung aus extremer Verunsicherung und extremer Wut reagieren. Sein ganzes Leben wird dadurch geprägt sein, daß er „seine ihm zustehenden Rechte“ einfordert. Er wird sich benehmen, als wäre er ein Gott, der sich den undankbaren Sterblichen offenbart.

Voila, wir haben Obama vor uns, der als Mischlingskind im extrem liberalen Hawaii aufgewachsen ist und der von seinen „weißen“ Großeltern, ihrer Tochter und der gesamten Umgebung genau so behandelt wurde, wie das kleine Kind in der U-Bahn.

Groteskerweise wird Obama bis heute so behandelt: niemand wagte seine bisherige Lebensgeschichte zu hinterfragen, über die wir trotz zweier Autobiographien (sic!) so gut wie nichts wissen. Fast durchweg saublöde „Intellektuelle“ bringen es sogar fertig, von einer „Hetze“ und „Respektlosigkeit“ gegen Obama zu sprechen, so als hätte es die tatsächliche Hetze gegen Bush junior nie gegeben.

Das beängstigende an dieser ganzen Angelegenheit ist, daß mit Obamas Wahl ein Supergau eingetreten ist: ein pathologischer Narzißt wurde zum Führer der freien Welt. Noch dazu einer, der sich selbst als Moslem betrachtet. (Wir wissen nicht mal, ob er je getauft wurde!) Dazu möchte ich nochmals etwas von dem iranischen Islamkritiker Ali Sina anbringen, das ich bereits an anderer Stelle zitiert habe:

Die Gefahr liegt darin, daß Mohammed ein pathologischer Narzißt war und nun eine Milliarde Menschen, die ihm folgen, Zeichen der narzißtischen Persönlichkeitsstörung aufweisen. (…) Es ist der Narzißmus von einer Milliarde Moslems, der aus der Welt einen unsicheren Ort macht, nicht die Lügen, an die sie glauben. Als Narzißten sind Moslems paranoid, haben eine Opfermentalität, fühlen sich gedemütigt, haben ein aufbrausendes Wesen, sind rachsüchtig, es mangelt ihnen an Empathie, sie sind sich nicht der Schmerzen bewußt, die sie anderen zufügen, haben kein Gewissen, betrachten sich anderen gegenüber als überlegen, verlangen nach einer Vorzugsbehandlung, während sie anderen die grundlegenden Menschenrechte verweigern. Sie verachten und beleidigen andere, erwarten aber selbst Respekt und eine Anerkennung, die sie sich nicht verdient haben. Es mangelt ihnen an Selbstachtung, sie sind aber sehr auf ihr Image bedacht. Es ist nicht etwa so, daß sie sich selbst lieben würden: sie tun es nicht, sie schämen sich ihrer selbst, aber sie sind in ihrer eigenen Gedankenwelt gefangen. Wichtig ist ihnen nicht etwa, was sie sind und wie es in ihrem Inneren aussieht, sondern wie andere sie sehen. Das Image ist wichtiger als ihr wahres Selbst. Ihre Welt liegt in Trümmern, aber es geht ihnen einzig darum, das Image des Islams zu wahren. Alles dreht sich um das äußere Erscheinungsbild.

Dank der unsäglichen Alice Miller und der zunehmenden Kontaktlosigkeit, in der sich jeder (insbesondere aber sein Kind) als hochbegabte Offenbarung auf zwei Beinen betrachtet, verkörpert Obama karikaturhaft den gesellschaftlichen Wahnsinn im Extrem. In dieser Hinsicht passen unsere stets als rücksichtlose Herrenmenschen auftretenden moslemischen Kulturbereicherer nur allzugut in unsere total durchgeknallte Gesellschaft.

Hier ein beliebiges Beispiel, das von einem Leser von Politically Incorrect stammt.

Ich war vor einigen Jahren Augenzeuge, wie ein ertappter türkischer Ladendieb auf die Kassiererinnen einzudreschen begann. Sogleich brachte ein Supermarktangestellter den Bereicherer professionell zur Räson und warf ihn raus. Um seine vor aller Augen verletzte türkische Mannesehre wiederherzustellen, schubste der Jungkriminelle zehn Meter weiter eine unbeteiligte Oma vom Fahrrad. Kaum lag sie am Boden, straffte sich die Haltung des mutigen Osmanen und er entfernte sich erhobenen Hauptes.

Diese kleinen Drecksäcke wachsen als von der frustrierten Mutter abgöttisch verehrte kleine Paschas auf. Alles, was ihre Stellung hinterfragen könnte, und sei es nur ein neutraler Blick, treibt sie in die Raserei: „Was guckst du?!“

Bereits im 19. Jahrhundert hat Jacob Burckhardt das Verhalten von krankhaften Narzißten wie Hitler und Obama vorausgesagt – als er Mohammed beschrieb. Als wesentliche Gründe für den Sieg Mohammeds nannte er Trivialität („Yes, we can!“) und doktrinäre Wut. Burckhardt:

Sein Fanatismus ist der eines radikalen Simplifikators und insoweit völlig echt (…) Alle vielartigen Verzweigungen des bisherigen Glaubens versetzen ihn in eine wirkliche Wut, und er trifft (seine Genialität liegt darin, dies zu ahnen) auf einen Augenblick, da große Schichten seiner Nation für eine äußerste Vereinfachung des Religiösen offenbar höchst empfänglich waren (…) Den Glauben der Juden, Christen, Parsen besieht er sich (…) und raubt daraus fetzenweise, was ihm dient, und gestaltet diese Elemente nach seiner Phantasie. So fand jeder irgendeinen Anklang aus seinem bisherigen Glauben in Mohammeds Predigten.

Burckhardt warnt in Bezug auf Mohammed davor,

aus großen Wirkungen auf große Ursachen zu schließen, (…) das bloß Mächtige für das Große zu nehmen (…) Die Platitüde hat hier einmal ihre Macht gezeigt. Die Trivialität ist gern tyrannisch und legt gerne dem edleren Geist ihr Joch auf (…) Die große Masse der Menschheit aber ist trivial. (z.n. Hildegard von Kotze und Helmut Krausnick: „Es spricht der Führer“, Gütersloh 1966, S. 50)

Sensation oben, Emotion unten

12. Februar 2015

Reich zufolge sind die Emotionen unmittelbarer Ausdruck der Bewegung der organismischen Orgonenergie. Bewegt sie sich zur Peripherie, hat man es mit Lust zu tun, fließt sie in die Muskulatur, mit Wut, fließt sie in die Brust, mit Sehnsucht. Fließt sie gegen die normalerweise vorherrschende Expansion zum Zentrum des Organismus führt das zur Angst („Stauungsangst“), eine einfache Kontraktion („Resignation“) zur Trauer.

In den letzten Jahrzehnten hat die Humanethologie gezeigt, daß Mimik und Gestik, mit der die Emotionen zum Ausdruck gebracht werden, bei allen Menschen weitgehend gleich sind: bei Eskimos, Pygmäen, Bayern und Maoris. Disa Sauter (University College, London) et al. konnte das gleiche auch für die entsprechenden Lautäußerungen nachweisen, als sie Briten mit den im Nordwesten Namibias lebenden Himba verglichen.

Unterschiede fanden die Forscher allerdings in Lautäußerungen, die Erleichterung ausdrücken sollten. Hier hatten die Himba deutliche Schwierigkeiten, die entsprechende Lautäußerung – ein Seufzen – richtig zuzuordnen. Auch bei anderen positiven Gefühlen wie sinnliche Freude und Stolz über einen Erfolg schnitten sie weniger gut ab. Die Wissenschaftler erklären dieses Ergebnis damit, daß in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit solche positiven Gefühle hauptsächlich mit Vertretern des eigenen Volks geteilt wurden und ein Verständnis über kulturelle Grenzen weniger wichtig war.

Man sieht: die Universalität der Emotionen führt die mechanistische Wissenschaft nicht etwa zu einer tieferen, umfassenderen Funktionsebene (nämlich die Biophysik), sondern zu einer höheren, begrenzteren (die Soziologie – die sich dann mittels natürlicher Auslese in den Genen verewigt).

Es ist natürlich möglich, daß solche Mechanismen die biophysikalisch vorgegebenen Emotionen bzw. „ihre Universalität“ modifizieren können, aber das macht eben nicht ihr Wesen aus.

Ohnehin wissen wir alle aus eigener Erfahrung, daß etwa Trauer und Schrecken weitaus spontaner Ausdruck finden, tatsächlich kann man sich kaum dagegen wehren, als etwa Freude und Stolz. Dazu müssen wir nur Haustiere beobachten, die sich ständig in einem expansiven (vagotonen) Zustand befinden. Er ist die Norm bei allen Lebewesen. Vor dieser Grundfärbung sind positive Emotionen so etwas wie „monochromatische Malerei“.

Erst die Kontraktion bringt so etwas wie Dramatik und Heftigkeit ins Spiel. Man vergegenwärtige sich nur eine Affenhorde, die den ganzen Tag gemütlich vor sich hin döst, bis sich plötzlich ein Leopard nähert.

Daß die Expansion und damit die Emotion Lust beim Menschentier natürlicherweise überwiegt, zeigt auch die Sprache. Peter Dodds (University of Veermont in Burlington) et al. konnten bei der Analyse des Gebrauchs von positiv bzw. negativ konnotierten Begriffen in zehn Sprachen nachweisen, daß die positiven Begriffe überwiegen und dies vermutlich für alle Sprachen gilt.

Für ihre Studie werteten sie systematisch Texte aus zehn Sprachen aus: Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch, Koreanisch, Chinesisch (vereinfacht), Russisch, Indonesisch und Arabisch. (…) Bei den Analysen kristallisierten sich etwa Zehntausend der am häufigsten verwendeten Begriffe in der jeweiligen Sprache heraus. Diese Wörter legten die Forscher dann rund 1900 Muttersprachlern zur Beurteilung vor. (…) Bei allen 24 Quellen von Wörtern und in allen analysierten Sprachen gab es mehr Begriffe, die über dem neutralen Bereich lagen – mit anderen Worten: Die Stimmung der Sprache ist im Durchschnitt eher positiv geladen. Die Forscher betonen, daß es sich dabei nicht um die Botschaften von ganzen Texten handelt, sondern um den Durchschnittscharakter der kleinsten Bausteine der Sprache – der Wörter.

Sensation (Empfindung, „Nervenerregung“) und Emotion (Gemütsbewegung, „Herausbewegung = e-motion“) sind grundlegend unterschiedliche Phänomene, die auf zwei separaten Funktionen der Orgonenergie beruhen: die Kreiselwelle und die Pulsation. Die Kreiselwelle strukturierte sich im Zentralen Nervensystem (Rückgrat und Gehirn), die Pulsation im Vegetativen Nervensystem. Das Zentrale Nervensystem steht für „Nervenerregung“, das Vegetative Nervensystem steht für „Gemütserregung“.

In Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie diskutiere ich die soziopolitischen Auswirkungen dieser bioenergetischen Gegebenheiten, in Die Massenpsychologie des Buddhismus die „spirituellen“. In diesem Blogeintrag geht es um die soziologischen.

Michael W. Kraus (University of California, San Francisco) et al. führten drei Experimente durch:

  1. Besser situierte Studenten waren schlechter in der Lage die Emotionen von abgebildeten Gesichtern abzulesen.
  2. Ihnen gelang es schlechter, die Emotionen eines Fremden während eines in der Gruppe ablaufenden Vorstellungsgesprächs einzuschätzen.
  3. Wurde den Versuchsteilnehmern das Gefühl vermittelt, daß sie einer niedrigeren Klasse angehören als der, zu der sie tatsächlich gehörten, verbesserte sich ihr Vermögen Emotionen zu lesen.

Die Erklärung von Kraus und seinen Kollegen ist rein soziologisch: die Ärmeren müssen sich mehr auf Freunde als auf Geld verlassen, um ihre alltäglichen Bedürfnisse zu befriedigen. Beispielsweise können sie sich keine Babysitter mieten, sondern müssen Freunde fragen.

Aus bio-soziologischer Sicht ist Sensation oben, Emotion unten, weil es bei der Klasseneinteilung um „Hochnäsigkeit“ und „Coolness“, d.h. „Gemütsruhe“ geht. Es geht um „aristokratisches“, gehirnzentriertes, überlegenes und „überlegendes“ Auftreten gegenüber „denen da unten“, die Spielball ihrer animalischen Gemütsregungen sind.

Psychologismus, Soziologismus, Biologismus

22. Januar 2015

Freud hat darum gerungen, kein Biologe („Naturkundler“) mehr zu sein, sondern als Psychologe anerkannt zu werden. Die Soziologie hat er als eigenständiges Wissensgebiet abgelehnt:

Denn (…) die Soziologie, die vom Verhalten der Menschen in der Gesellschaft handelt, kann nichts anderes sein als angewandte Psychologie. Streng genommen gibt es ja nur zwei Wissenschaften, Psychologie, reine und angewandte, und Naturkunde. (Freud z.n. Béla Grunberger und Janine Chesseguet-Smirgel: Freud oder Reich?, Frankfurt 1979, S. 31)

Angesichts von Reichs Schriften Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre wird den Orgonomen von „Reichianern“ ab und an vorgehalten, „biologistisch“, gar im Freudschen Sinne „psychologistisch“ zu sein. Und wenden Orgonomen nicht tatsächlich „bioenergetische“ Konzepte auf die Gesellschaft an, so wie es einst Psychoanalytiker mit weitgehend identischen psychoanalytischen Konzepten getan haben? Was doch Reich heftig kritisiert hat! Dazu sollte man sich folgendes grundlegendes Schema in Erinnerung rufen (vgl. Äther, Gott und Teufel):

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Reich ist in seiner Entwicklung von der Psychologie ausgegangen (Freud), hat diese Beschränkung über seine Beschäftigung mit der Marxistischen Bewegung überwunden (Soziologie) und ist dann weiter zur „sexualökonomischen Lebensforschung“ vorgedrungen (Biologie). Dabei war die Soziologie bereits in der Tiefenpsychologie angelegt (der Ödipuskomplex geht auf die Beziehung zwischen Menschen zurück) und die Biologie sowohl im Freudismus als auch im Marxismus (Libidotheorie, „lebendige Arbeitskraft“, Dialektischer Materialismus). Man kann psychologische Phänomene von der Soziologie her betrachten und beides von der Biologie her, aber es macht keinen Sinn diese Reihe umzukehren, soweit nicht rechte Bereiche (siehe das Schema oben!) in linken Bereichen bereits angelegt sind – was aber erst sichtbar wird, wenn man von rechts nach links zurückschaut.

Beispielsweise geht es bei einem Streik um „materielle“, „objektive“ Interessenkonflikte, die mit tiefenpsychologischen Begriffen nur verkleistert werden. Wenn es jedoch um offensichtlich irrationale Überlagerungen ökonomischer Interessenkonflikte durch Ideologien und um Machtmißbrauch geht, macht eine biologische Betrachtung durchaus Sinn: der gepanzerte (sozusagen „biologisch behinderte“) Mensch handelt irrational und sozusagen „unsoziologisch“. Diese biologische (d.h. charakterologische) Betrachtung kann dann durchaus auf psychoanalytische Versatzstücke zurückgreifen. Das ist auch deshalb so, weil es sich sowohl bei der Psychoanalyse als auch bei der sexualökonomischen Lebensforschung im Gegensatz zur Soziologie um die Betrachtung innerer Phänomene handelt.

In diesem Zusammenhang verlohnt sich zu erwähnen, daß die Freudsche Therapie ausschließlich kopfzentriert ist (Psychologie). In der Orgontherapie geht es hingegen nicht um die „Innenschau“ und darum, die Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern ein befriedigendes Liebes- und Arbeitsleben aufzubauen, d.h. um unsere Beziehung zu unseren Mitmenschen (Soziologie) und natürlich um den Körper, Atmen, Ausdruck (Biologie).

Einerseits haben gesellschaftliche Phänomene ein Eigenleben und andererseits spielt sich das, was es an orgonotischen Erregungsprozessen gibt, nicht in der Gesellschaft, sondern im Inneren der Individuen ab. Beispielsweise kann man den Kommunismus mit Krebs vergleichen. Die „Energieproduktion“ der Gesellschaft wird eingestellt, die Gesellschaft stirbt und hinterläßt einen zerfallenden Leichnam, der seine Umgebung vergiftet („T-Bazillen“). Wir sehen dies gerade in der Ukraine. Die wirkliche Schrumpfung findet jedoch in den Organismen der Individuen statt. Nicht die Gesellschaft schrumpft bioenergetisch, sondern das Protoplasma der Individuen. Nicht Orgonenergie fließt durch die Gesellschaft, sondern Informationen und Güter, die dann sekundär die Orgonenergie in den Individuen anregen. Umgekehrt hört der besagte Informations- und Güte-„Fluß“ auf, wenn die Orgonenergie in den Individuen aufhört zu fließen.

Gesellschaften haben Grenzen, so wie das Individuum eine Membran hat. Ich habe das an anderer Stelle ausführlich dargelegt. Jedoch haben diese Grenzen weder die charakteristische Orgonom-Form, noch pulsieren sie. Zwar pulsiert die Ökonomie, angefangen von Saat und Ernte in primitiven Gesellschaften bis hin zu den Wirtschaftszyklen in entwickelten Gesellschaften, jedoch ist das nicht unmittelbarer Ausdruck konkreter expandierender bzw. kontrahierender Orgonenergie-Ströme, wie Reich sie bei seinen bio-elektrischen Experimenten gemessen hat.

Diese Zusammenhänge kann man erst dann ganz erfassen, wenn man im Gegensatz zur Psychoanalyse streng zwischen sekundären (gepanzerten) und primären (ungepanzerten) Trieben unterscheidet. Die Psychoanalyse beruht geradezu auf der Negation dieser Unterscheidung! Die orthodoxen Psychoanalytiker Grunberger und Chesseguet-Smirgel drücken das wie folgt aus:

Der Ödipuskomplex ist überall im Unbewußten gegenwärtig, die Grundtriebe sind bei allen Menschen dieselben. Auf diese Weise wird es möglich, vom Gebiet der Geistesstörungen auf das Gebiet der „Normal“-Seele überzublenden, und umgekehrt. So wird die Differenz zwischen dem Normalen und dem Pathologischen, zwischen dem Individuellen und dem Allgemeinen, allmählich getilgt, und es kommt der unveränderliche Kern einer Menschenseele zum Vorschein, beherrscht von Gesetzen, die bei allen Menschen gleichartig sind. (ebd., S. 20)

Das ist genau jene Sicht der Dinge, die Reich als groben Unfug bekämpft hat. Man lese dazu etwa sein Buch Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral. Freud hat mit dieser Haltung wirklich alles verbaut. Er hat den Einfluß der teilweise drastischen vertikalen und horizontalen gesellschaftlichen Unterschiede negiert, d.h. die Unterschiede zwischen Klassen, Kasten, etc. innerhalb der Gesellschaften und die Unterschiede zwischen den Gesellschaften selbst. Und er hat nicht zuletzt den „Einbruch ins biologische Fundament“ geradezu systematisch verbarrikadiert, denn er war ja vermeintlich bereits zum „unveränderlichen Kern der Menschenseele“ vorgedrungen.

Ein orgonomisch-funktionalistischer Blick auf den Strafvollzug

14. Juli 2014

Wir alle stecken in jeweils unserem eigenen Gefängnis, dem Gefängnis unserer Panzerung. Sie verhindert, daß wir uns auf Kosten unserer Mitmenschen „ausleben“, aber leider verhindert sie auch, daß wir das Leben in vollem Umfang genießen können. So war es jedenfalls noch vor 20, 30, 40 Jahren. Heute, in der anti-autoritären Gesellschaft, geht die erste Funktion der Panzerung zunehmend flöten und die Rücksichtslosigkeit nimmt zu. Gleichzeitig wird die zweite Funktion immer prononcierter, d.h. die Menschen werden immer unzufriedener und „unbefriedigbarer“.

Damit ist die (Schein-) Rationalität der Panzerung vollends weggefallen und die unaufhebbare Irrationalität einer gepanzerten Gesellschaft tritt immer schärfer vors Auge – jener, die sehen können. Dies um so mehr, als selbst die „richtigen“ Gefängnisse, die aus Stahl und Beton, in Frage gestellt und Täter immer mehr zu den „wahren Opfern“ erklärt werden. Wir sind Zeuge dessen, was passiert, wenn die Panzerung auf chaotische Weise wegbricht. In den Individuen verlagert sich das Blockieren der Energie vom Körper („Muskelpanzer“) immer mehr auf das Gehirn („Augenpanzer“) und parallel dazu, d.h. auf Grund der daraus resultierenden Kontaktlosigkeit, brechen auch in der Gesellschaft alle Dämme. Beispielsweise wird Deutschland zu einem „Einwanderungsland“ erklärt – für Menschen, die niemals in Kanada oder Australien einwandern dürften. Die „Festung Europa“ müsse geschleift werden!

Wo man hinsieht, der schiere Wahnsinn. Aber dank des Mangels an funktionellem Denken hat der Wahnsinn Methode. Man betrachte nur die höchstrichterliche Entscheidung, die den Staat dazu zwang, Sicherheitsverwahrte auf die Bürger loszulassen; man denke nur an den Serien-Vergewaltiger Adolf J. (damals 37), der wegen eines Formfehlers aus der Haft entlassen worden war und später nach letztinstanzlicher Entscheidung des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe endgültig auf freien Fuß gesetzt wurde.

Gutachter halten ihn weiter für hochgefährlich: Weil er als Kind auf den Kopf fiel, funktionieren bei Adolf J. die Hirnareale für Triebsteuerung, Hemmschwelle und Mitleid nicht mehr!

In Glossar von www.orgonomie.net wird „Gefängnis“ wie folgt definiert:

Ersatz für die Panzerung, die den „Kriminellen“, „Süchtigen“ oder „Perversen“ fehlt. Sie können ihre Sekundären Triebe nicht „einsperren“, so daß sie selbst „eingesperrt“ werden müssen.

Diese Definition geht zurück auf den amerikanischen Orgonomen Dr. Charles Konia.

www.theemotionalplague.com

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Der Psychiater Frank Schneider konnte gemeinsam mit anderen Autorinnen und Autoren im Rahmen einer empirischen Studie zeigen, daß sage und schreibe 88% der inhaftierten Straftäter an einer psychischen Erkrankung oder an einer Persönlichkeitsstörung leiden.

Vor dem Hintergrund eines Zusammenhangs zwischen unbehandelten psychischen Störungen, wobei vor allem Suchterkrankungen mit Deliktrückfallgefahr eine hervorgehobene Rolle spielen, fordert Professor Schneider gemeinsam mit den beteiligten Forschern den Aufbau adäquater Beratungs- und Behandlungsangebote für diese Menschen.

Kriminalität geht nicht auf unser „unmenschliches Wirtschaftssystem“ zurück. Eine vulgär-marxistische These, die im übrigen eine einzige Beleidigung für Menschen ist, die aus der Unterschicht stammen! Es ist letztendlich ein charakterologisches bzw. sexualökonomisches Problem.

Wie jedes andere neurotische Symptom geht Kriminalität auf ein Versagen der Panzerung zurück. Sie ist nicht mehr in der Lage, die sekundären Triebe in Schach zu halten. Die Lösung kann deshalb langfristig nur darin liegen,

  • die Bildung von Panzerung auf Massenbasis zu verhindern (Reichs Projekt „Kinder der Zukunft“),
  • die Gesellschaft mit Hilfe von Gefängnissen und Psychiatrien vor jenen zu schützen, die ihre neurotische Destruktivität nicht selbst kontrollieren können und schließlich
  • die Ersetzung des moralistischen Gedankens von „Schuld und Sühne“ durch eine strikt psychiatrische Herangehensweise: Straftäter müssen solange (und nur so lange) von der Gesellschaft isoliert werden, bis sie ihre emotionalen Probleme zumindest soweit im Griff haben, wie der Rest der Bevölkerung.