Archive for the ‘Sozialpsychologie’ Category

Peter liest die kommentierte Neuauflage der Originalausgabe von Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 8)

25. Februar 2023

Peglau schreibt, durch das Einfügen von sechs zusätzlichen Texten, die die Massenpsychologie auf mehr als den doppelten Umfang haben anschwellen lassen, könne von einem „kohärenten Buch“ nicht mehr die Rede sein (S. 231). Dazu ist zu sagen, daß in der Originalausgabe von 1946 (neben einem zusätzlichen Abschnitt über „Die drei Grundelemente des religiösen Gefühls“ im VII. Kapitel) nur eine Einleitung und zwei zusätzliche Kapitel beigefügt wurden: einer über die Entwicklung in der Sowjetunion, die die Diskussion aus dem letzten Kapitel der ursprünglichen Massenpsychologie von 1933 fortführt, und ein abschließendes Kapitel über die Arbeitsdemokratie, die wiederum das vorangehende Kapitel organisch fortführt. In der von Mary Boyd Higgins zu verantwortenden heute „offiziellen“ Ausgabe, wurde diese klare Struktur (Kommunisten scheitern, Faschismus [Kapitel I-VIII der Higgins-Ausgabe] – Stalinismus [Kapitel IX und X der Higgins-Ausgabe] – Arbeitsdemokratie als neuer Ansatz [Kapitel XI und XIII der Higgins-Ausgabe]) leider durch auseinanderreißen der beiden nunmehrigen Schlußkapitel leider buchstäblich zerfleddert und das ganze macht einen zusammengestückelten Eindruck.

Die beiden Schlußkapitel müßten in einer korrekten deutschen Auflage wie folgt überschrieben sein:

IX. MASSE UND STAAT

1. Was geht in den Menschenmassen vor?

2. Die „sozialistische Sehnsucht“

3. Das „Absterben des Staates“

4. Das Programm der Kommunistischen Partei der Sowjetunion

5. Die „Einführung der Sowjetdemokratie“

6. Die Entwicklung des autoritären Staatsapparates aus rationalen sozialen Beziehungen

7. Die soziale Funktion des Staatskapitalismus

8. Biosoziale Funktionen der Arbeit. Das Problem der „freiwilligen Arbeitsdisziplin“

X. ARBEITSDEMOKRATIE

1. Gebt Verantwortung der lebensnotwendigen Arbeit!

2. Die biologische Rechenfehler im menschlichen Freiheitskampf

3. Arbeitsdemokratie versus Politik. Die natürlichen sozialen Kräfte zur Beherrschung der emotionalen Pest

Hier sieht man sofort, den vollkommen logischen und konsequenten Aufbau des Buches! Warum erwähnt Peglau das nicht in seiner Beschreibung der Unterschiede der Ausgabe von 1946 und dem Machwerk von Ms. Higgins?!

Gegen eine Präsentation der Ausgabe von 1933 als eigenständiges Werk ist natürlich nichts einzuwenden. Auch nichts gegen die meisten Ausführungen von Peglau am Ende des Buches. Mehr als befremdlich finde ich jedoch die Aussage, Reich habe, wie Freud, die Bedeutung der menschlichen Sexualität überbewertet, wobei sich Peglau ausdrücklich ausgerechnet auf Erich Fromm beruft… Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen:

Selbst die volle Befriedigung jener „Bedürfnisse, die der Mensch mit dem Tier gemeinsam hat – Hunger, Durst und das Bedürfnis nach Schlaf und sexueller Befriedigung – (…) gewährleistet noch nicht die geistige und seelische Gesundheit, Diese hängt von der Befriedigung jener Bedürfnisse und Leidenschaften ab, die spezifisch menschlich sind“. Freud überwand seine thematische Verengung, indem er das Konzept des Sexual- zu dem eines Lebenstriebes ausweitete, Reich durch Fokussierung einer sämtlichen Lebensvorgängen zugrundeliegenden Energie. (S. 235)

Wie ich schon in Teil 6 schrieb: Es ist, wie immer, der Gegensatz zwischen „Tier“, das sich nicht zügeln kann, und dem rötgrünen verantwortungsvollen „Geistesmenschen“ (vgl. S. 152). – Ich glaub, mein Schwein pfeift! Erich Fromm… Leute!

Eine weitere Schrecksekunde eine Seite weiter: in der Aufzählung der Ursachen des Faschismus in Deutschland fällt neben „Grundwidersprüche des Kapitalismus“ die Wortkombination „Antisemitismus und –kommunismus“ (S. 236). Hhmmm…

Reichs Buch zur Massenpsychologie könnte dazu beitragen „rechte Bewegungen“ zu verstehen und zu bekämpfen, denn „kein destruktives soziales System, ohne destruktiv gemachte Menschen!“ (S. 137). Schön, aber das ist heute allgemeiner gesellschaftlicher Konsens. Antifaschismus und „Sanftheit“ sind heute DER ideologische Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Daher braucht man nun nicht ausgerechnet Reichs Buch gegen Pegida und AfD und putschende Reichsbürger in Stellung bringen!

„Ausgerechnet“? Ja, denn dieses Buch hat weder die Nationalsozialisten noch irgendwelche „Rechten“ groß in Wallung gebracht. Interessanterweise war es die Linke, die auf dieses Buch mit einem nur als viehisch zu bezeichnenden HASS reagiert hat. Unmittelbar nach seiner Herausgabe im August/September 1933 reagierten die Kommunisten mit Reichs endgültigen Exkommunikation (vgl. S. 263). 1946 war die Herausgabe der veränderten und erweiterten amerikanischen Version der Anlaß ihn als „Psychofaschisten“ zu diffamieren, was über Mildred Brady zur Untersuchung der FDA und, zehn Jahre später, zur Gerichtsverhandlung Inhaftierung Reichs führte (vgl. S. 271). Und schließlich führte die Widerentdeckung Reichs ab etwa 1966 auch zu seiner posthumen Erledigung.

Peglau zitiert Reichs Beschreibung der Berliner Polizei in ihrem Vorgehen gegen Demonstrationen der Kommunisten. Sie seien Maschinenmenschen: verbotenes Lied –> Dreinschlagen (S. 140). Überlegen wir mal ganz stark, zu welchen Anlässen die Polizei in Berlin heutzutage genauso reagiert – und auch die Medien, wenn man den Gummiknüppel gegen die Schreibfeder tauscht. Covid 19 hat die Aktualität von Reichs Massenpsychologie des Faschismus gezeigt! Die einzigen Nichtfaschisten in diesem Land waren „Pegida und AfD und die Reichsbürger“!

Unsere gepanzerte Sprache

23. Februar 2023

Auf der Netzseite des American College of Orgonomy hat der medizinische Orgonom Dale Rosin 2015 folgendes über „gepanzerte Sprache“ geschrieben. Es geht darum, daß die Menschen in der angeblichen „Kommunikation“ das verbergen, was sie wirklich meinen und fühlen:

Ich habe durch meine Arbeit mit Mitarbeitern von großen Unternehmen aber auch mit Heranwachsenden und Studenten beobachten können, daß die Art und Weise, in der Wörter und Redewendungen benutzt werden, die wahren Gefühle, Absichten und Wünsche der Menschen immer mehr verschleiert. Das ist zu einem festen Bestandteil unserer Kultur geworden. Ich bezeichne das als gepanzerte Sprache.
Ein schönes Beispiel ist die Verwendung des Wortes „Sache“ (issue), was die Dinge vage hält und für Verwirrung sorgt. Mir fällt das oft auf, wenn ich mit den Eltern von Kindern spreche, die ich behandle. Wenn sie mir erzählen, da wäre mit ihrem Kind eine Sache hier oder eine Sache da. Das bewirkt bei ihnen einen gefühlsmäßigen Abstand zu dem, was sie mir sagen wollen und sie intellektualisieren das Problem übermäßig. Wenn ich die Eltern erst einmal gefragt habe, was sie mit „Sache“ meinen, fangen sie an sich zu öffnen und werden gefühlsmäßig involviert. Danach kann ich beginnen, mit ihnen und ihren Kindern effektiv zu arbeiten.
Meine Erfahrung hat gezeigt, daß, wenn es mir gelingt, Menschen diese gepanzerte Sprache bewußt zu machen, sich ihre Fähigkeit mit anderen Menschen in ihrem Leben zu kommunizieren, sei es ihr Lebensgefährte, ihr Kind oder ein Arbeitskollege, gewaltig verbessert.

Eine Lehrerin hat mich mal darauf hingewiesen, daß die Schüler seit Anfang der 1970er Jahre penibel darauf achten, sich nicht festzulegen und beispielsweise grundsätzlich nur im Konjunktiv antworten: „Ich würde sagen, …“ Und wer kennt das nicht, daß man heutzutage auf Fragen im alltäglichen Umgang zunehmend mit vollkommen inhaltsleeren Nichtantworten vollgetextet wird. Es ist eine allgemeine „Verwissenschaftlichung“ (man hütet sich vor apodiktischen Aussagen) und „Politisierung“ (man redet, ohne etwas zu sagen) der Alltagssprache zu verzeichnen.

Und umgekehrt: je klarer man sich ausdrückt, desto mehr Verachtung schlägt einem entgegen: „Ach Peter, so eindeutig kann man das nicht sagen!“ „Das mußt Du differenzierter sehen!“ Ich bin halt dumm, sektiererisch und rechtsradikal.

Robert (Berlin) hat darauf hingewiesen, daß zu diesem Thema auch das Neusprech der Politischen Korrektheit gehört, „welches gängige Wörter wie Neger, Rasse, Türke, Araber und Volk und Nation unterdrückt und man ständig nachdenken muß, wie man es anders ausdrückt“. Zum Gendern siehe hier.

Der Leser wird sich fragen, warum ich hartnäckig an der alten Rechtschreibung festhalte. (Wenn man mal gnädig von meiner anhaltenden Rechtschreibschwäche und meinem mangelnden Sprachgefühl absieht…) Es ist Protest! Ein Akt des Widerstandes gegen den Wahnsinn, der unser Vaterland, ganz Europa, die gesamte freie Welt untergräbt und dem sicheren Untergang entgegenführt.

Bei der alten Rechtschreibung zu bleiben, ist Ausdruck konservativer Gesinnung, die nicht jeden hanebüchenen Unsinn mitmacht, die nicht der tumben Masse folgt, die zwar privat ständig herumgrummelt, dann aber öffentlich doch denen folgt und sie an der Macht hält, die uns schnurstraks in den kulturellen und wirtschaftlichen Abgrund manövrieren. Um beim Thema zu bleiben: die Rechtschreibreform war die Vorbereitungs für die geschlechtergerechte Sprache.

Seit das Land in den 1970er Jahren auf breiter Front in die Hände roter Faschisten gefallen ist (sogenannte „Sozialdemokraten“), hat wirklich jede „Reform“ die Pforten der Hölle weiter geöffnet: Chaos und das Böse. Sei es die Legalisierung der Pornographie, eine „liberale“ Zuwanderungspolitik, die „Verwissenschaftlichung“ der Lehrerausbildung, immer neue soziale Wohltaten, die Verspargelung unserer Landschaft mit Vogelschreddern, die europäische Integration, Gendermainstreaming (auf gut deutsch Geschlechtergleichschaltung), „Gleichstellung“, „Emanzipation“, „Selbstverwirklichung“, Kinderkrippen, der „Euro“, schleichende Legalisierung „weicher“ Drogen oder die Rechtschreibreform – der Schaden war jeweils unermeßlich und wird wahrscheinlich nie wieder wettzumachen sein. Zumal wir heute von einer alle Parteigrenzen überschreitenden sozialdemokratischen Einheitsideologie beherrscht werden. Wer abweichende Meinungen vertritt, wird vom pseudointellektuellen Pöbel hysterisch niedergeschrien.

Die Rechtschreibung wurde reformiert, um den Schülern den Schulalltag zu erleichtern. Der Germanist Uwe Grund hat die Texte von Schülern vor und nach der Rechtschreibreform miteinander verglichen. Er kam vor 13 Jahren zu folgendem Ergebnis:

  1. Nach der Rechtschreibreform werden in der Schule erheblich mehr orthographische Fehler gemacht als davor.
  2. Die Fehler haben sich – möglicherweise sogar überproportional – in den Bereichen vermehrt, in denen die Reformer regulierend in die Sprache eingegriffen haben.
  3. Die Vermehrung der Fehler hat Konsequenzen, die vor allem die Lehrenden und Lernenden schlechter stellen, also jene Sprachteilnehmer, um derentwillen das Reformwerk angeblich geschaffen wurde.

Das Befolgen der Rechtschreibreform, die Milliarden verschlungen hat, ist wirklich symptomatisch für die gesamte „Reformpolitik“: ohne Sinn und Verstand wird in gewachsene Strukturen eingegriffen, was zum Zerfall und zur Reorganisation auf primitiverem Niveau führt, d.h. zu Anarchie und Tyrannei (= Kommunismus). Wer bei dieser Schweinerei mitmacht, ist selbst ein Schwein! Ohne mich!

Ich hätte nicht gedacht, daß ich mich mal auf Martin Heidegger beziehen würde, aber die Sprache ist „das Haus des Seins“. Systematisch wird der Deutsche auf denkbar fundamentale Weise von seinem Deutschtum getrennt.

Das Eindringen der Emotionellen Pest in die heutige antiautoritäre Gesellschaftsordnung

20. Februar 2023

Das Eindringen der Emotionellen Pest in die heutige antiautoritäre Gesellschaftsordnung

DER ROTE FADEN (Band 2): 1. Die American Civil Liberties Union und die Redefreiheit

19. Februar 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 1. Die American Civil Liberties Union und die Redefreiheit

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 50)

18. Februar 2023

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Es geht im Kern um die allgemeine Kontaktlosigkeit: die Menschen haben kein Verhältnis zu ihren wirklichen Bedürfnissen, was sich dann bruchlos auf die Gesellschaft überträgt, die jede Orientierung verloren hat – und diese Kontaktlosigkeit in ihren Kindern reproduziert.

Der größte Skandal bei all dem, der fieseste Ausdruck dieser Kontaktlosigkeit, ist, daß jeder nachplappert, es gäbe keine Lösung und alles wäre ohnehin viel zu komplex, um es überhaupt ansatzweise zu verstehen. Verdammt, jeder weiß, was falsch läuft.

Ich kann wirklich nicht sagen, ob der Konservative letztendlich doch „L-Stirner-R“ a la Carl Schmitt bannen will. Im Moment finde ich einfach gut, wie harmonisch er mit Reich harmoniert. Zum Beispiel forderte Konrad Adam eine vierte, eine „konzeptive“ Gewalt: eine Kammer, ein Senat, der aus Wissenschaftlern gebildet wird und wo einzig und allein Fachkenntnisse zählen. In Bayern hat man in den 1990er Jahren eine solche Kammer beseitigt. Sie mag ein schlechter Witz gewesen sein, aber man hätte was draus machen können. Stattdessen liefert man diesen Staat vollständig dem Politikantentum aus. Wohin das führt, haben die lobotomierten Grünen Spitzenpolitiker gezeigt, die zum Scheißen zu dumm sind!

Adam lamentierte ständig, „daß der fundamentale Mangel der deutschen Innenpolitik nicht im Unwissen über das besteht, was zu tun wäre, sondern in der Abneigung oder der Unfähigkeit, das Erkannte auch zu tun. Man weiß ganz gut, was verändert werden müßte, hält sich jedoch zurück und wartet ab, weil eine Mehrheit von Bedenkenträgern und Besitzstandswahrern aufbegehren könnte“ (Konrad Adam: Für die Kinder haften die Eltern, Weinheim: Beltz, 1996, S. 7f). Leider weiß er nicht, daß das allgemeine intuitive Wissen eine Funktion des Kernes ist, während entsprechend Reichs Dreischichten-Modell „die Abneigung oder der Unfähigkeit, das Erkannte auch zu tun“ eine Funktion der Mittleren Schicht, d.h. der Charakterpanzerung ist. Daß das ganze also kein moralisches, sondern ein biophysisches Problem ist.

Alles, was man tun kann, ist das Spiel des Charakterpanzers (die Aufspaltung und Verwirrung der einheitlichen Kernimpulse) nicht mitspielen, sondern klar und auf den Punkt das aussprechen, was Sache ist. Mit der Hoffnung, daß eines Tages doch noch „das Lebendige“ triumphiert. Zu blöd, daß Konservative wie Adam nicht die orgonomischen Hintergründe ihres Tuns kennen. – Das, den Kern unverzerrt an die Oberfläche zu bringen, ist Aufklärung aus orgonomischer Sicht.

Was ist falsch am politischen Denken?

16. Februar 2023

Was ist falsch am politischen Denken?

Anhang zu „Peter liest die kommentierte Neuauflage der Originalausgabe von Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 7)“

6. Februar 2023

Es geht darum, die Meinungsführerschaft zu übernehmen, die gesellschaftliche Ideologie zu verändern. Wie? Reich meinte, daß man so etwas grundsätzlich nur machen könne, indem man auf einen Zug springt, der bereits abgefahren ist. „Eine sozialwissenschaftliche Anschauung von einigem Format kann nur dann durchdringen und soziale Praxis werden, wenn sie von den Menschenmassen bereits im Leben spontan erworben wurde“ (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 195). (Was paradoxerweise aber auch impliziert: „Man macht Geschichte nur, wenn man Prozesse und Probleme, die der Allgemeinheit verborgen sind, rechtzeitig sieht“ [Menschen im Staat, 1995, S. 45].)

Schließlich gibt es allerorten Bewegung in Richtung Kinder der Zukunft von Leuten, die nie was von Reich gehört haben oder ihn vielleicht sogar hassen. Zum Beispiel die bis die Gesetzgebung eingemündete Ablehnung körperlicher Gewalt gegen Kinder. Aufgabe der Orgonomie wäre es, diese Bewegung zu unterstützen und zu fokussieren. Zu fokussieren in der Richtung, daß es nicht um körperliche Gewalt per se geht, sondern um die Emotionelle Pest, den Haß auf das Lebendige im Kind. Ein Haß, der alle möglichen Äußerungsformen hat.

Um mit Nietzsche zu reden, geht es darum, welcher züchtende Gedanke herrschen soll. Und hier gibt es imgrunde nur zwei Alternativen: entweder ist es der Gedanke, den sowohl der pseudoliberale Westen als auch der reaktionäre Osten vertritt, nämlich daß der Mensch von außen gesteuert werden muß (durch die gesellschaftliche „Wokeness“ oder durch die Tradition) – oder der Gedanke der Selbst-Regulation. Es geht um Willkür auf der einen Seite (irgendwelche willkürlich gefaßten mechanistischen Gesellschaftsverträge oder Offenbarungen mystischer Epileptiker) und die objektiven Gesetze der kosmischen Orgonenergie auf der anderen Seite.

Reichs Entdeckung der Orgonenergie hat die Kindererziehung aus dem Bereich der Meinungen herausgeholt, die in der Charakterstruktur und den kulturellen Vorurteilen wurzeln. Das gesamte Spektrum der Erziehungsprobleme kann nun besser verstanden und rational behandelt werden, wenn man es aus einer orgonomisch-energetischen Perspektive betrachtet. (Richard Schwartzman: „Etiology, Prevention, and Early Treatment of Armoring“, Journal of Orgonomy, 29(1), Spring/Summer 1995, S. 66f)

Und so ist es in allen Bereichen und Fragestellungen: „Reichs Entdeckung der Orgonenergie hat sie aus dem Bereich der Meinungen herausgeholt, die in der Charakterstruktur und kulturellen Voreingenommenheit begründet sind.“

Oder Nietzscheanisch ausgedrückt: Es gibt zwei Beweggründe für die Schaffung von Ordnung: die aus (seelischer) Schwäche und die aus (seelischer) Stärke. Die erstere ist kleinlich, gemein und durch „Angst vor Barbarei“ (Angst vor den Starken) geprägt, die letztere durch Großmut und die Kraft Unordnung zuzulassen und auszuhalten. Die erstere ist unflexibel, da sie sich nach einer ewig unveränderlichen Blaupause richtet, die letztere ist funktionell, d.h. sie steht in Übereinstimmung mit sich innerhalb vorhersehbarer, da naturgegebener Grenzen ewig ändernden unvorhersehbaren, weil spontanen Wirkungszusammenhängen.

Peter liest die kommentierte Neuauflage der Originalausgabe von Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 7)

5. Februar 2023

Im Nachwort zur zweiten Auflage vom März 1934, also ein halbes Jahr nach der Erstausgabe, läßt sich bereits die dritte Auflage von 1946 vage ausmachen. Zunächst ringt Reich damit, was ausschlaggebend ist: die Struktur der Gesellschaft oder die (Charakter-)Struktur der Menschen und kommt zu einer orgonometrischen Formulierung:

Die Menschen bilden zwar die Gesellschaft, aber sie unterliegen den Gesetzen, die, nun von ihnen unabhängig, sie beherrschen. Denken und Struktur dieser Menschen bestimmen Struktur und Form der Gesellschaft, aber die Struktur und Form der Gesellschaft hält die Menschen gleicher Struktur zusammen; die Geschichte Iehrt immer wieder: Versucht man die Struktur der Menschen allein zu ändern, so widerstrebt die Gesellschaft. Versucht man die Gesellschaft allein zu ändern, so widerstreben die Menschen. Das zeigt, daß keines für sich allein verändert werden kann, was begreiflich ist, denn subjektive menschliche und objektive gesellschaftliche Struktur sind nicht nur einander gegenseitig Objekt, sondern auch identisch. (S. 195, Hervorhebungen hinzugefügt)

Beispielsweise wolle der Nationalsozialismus „den Menschen in einem bestimmten, der Masse als ‚Sozialismus‘ erscheinenden Sinne verändern, ohne die Änderung der Grundlage der Gesellschaft zuzulassen“ (S. 195). Er werde aus diesem Grunde scheitern.

Wenn die Gesellschaftsform nur in der menschlichen Struktur und nicht anderswie real gegeben und faßbar ist, dann ergibt sich von selbst, daß der Angriffspunkt der Revolution nicht die gesellschaftliche Form allein, auch nicht die Änderung der Menschen allein sein kann; die Widersprüche unseres gesellschaftlichen Seins und die Widersprüche der menschlichen Struktur und der zwischenmenschlichen Beziehungen sind massenpsychologisch identisch; es geht dabei um die politisch-psychologische Weckung und Provokation der menschlichen Widersprüche; das ist psychologisch dasselbe, als wenn wir soziologisch sagen, daß sich die Klassengegensätze verschärfen. Die Menschen müssen sich ihres Leidens derart bewußt werden und zu verzweifeln beginnen, daß sie über sich selbst hinausspringen und derart die gesellschaftliche Struktur zerschlagen, um eine neue zu schaffen. Anders wird es nicht gehen. (S. 195f)

Dieses Bewußtmachen sollte sich sehr bald in das Konzept der Arbeitsdemokratie verwandeln: Fachbewußtsein statt Klassenbewußtsein.

Der revolutionäre Sozialdemokrat 2023

1. Februar 2023

Wir stehen etwas gegenüber, das den menschlichen Geist zerstören wird. KI wird Bilder malen, Romane schreiben, Musik komponieren und Filme schreiben, spielen und inszenieren, und zwar in Sekundenschnelle und weitaus besser als jeder Mensch es vermag. Alle kreativen Berufe werden wegfallen (in zwei Jahren wird es zum Beispiel keine Übersetzer mehr geben und bald danach beispielsweise auch keine Schauspieler mehr), und manuelle Tätigkeiten werden von „Druckern“ übernommen, die alles „drucken“ können, von einem Haus über eine Maschine bis hin zu menschlichen Organen (sic!). Menschliche Vorstellungskraft und menschliche Arbeit werden völlig überflüssig werden. Und schließlich wird das menschliche Gehirn direkt mit KI verbunden und der menschliche Körper zu einem Cyborg – bis alle Unterschiede zwischen Mensch und Maschine eingeebnet sind.

Dabei ist zu bedenken, wer dieser „Mensch“ ist. Mit Sicherheit nicht die 8 Milliarden Menschen, die jetzt die Erde bevölkern. Die sind bzw. werden durchgehend vollkommen überflüssig. SIE sind der Kohlenstoff, den die Eliten mit Hilfe der „letzten Generation“ (!) beseitigen wollen: die Spritze, das bevorstehende Chaos, der sich entwickelnde Weltkrieg und die anstehende weltweite Hungersnot werden ganze Arbeit leisten. 99 Prozent der Menschen sind mittelfristig vollkommen überflüssig! Bloße Hindernisse auf dem Weg der wenigen, die zu Göttern werden wollen.

Dies ist der Triumph des mechano-mystischen Geistes. Was kann getan werden? Die Orgonomie ist die einzige, DIE EINZIGE, Lösung, da nur sie weiß, was das Lebendige ist und was die Emotionelle Pest ist.

Schon heute bzw. mit unmittelbar absehbarer Technik, kann dein Kind einen Liedtext von KI kreieren lassen, die dazugehörige Melodie und die instrumentelle Begleitung. Es kann beliebig falsch singen, der Computer wird die Stimme richten (Autotuning). Damit ist die gesamte Musikindustrie komplett überflüssig geworden. Ich kann eingeben: schreibe einen Roman im Stile von Döblins Berlin Alexanderplatz, das im Rajastan der Mogulzeit spielt. Der Computer wird das innerhalb von Sekunden produzieren und schon bald eigenständig „den Film zum Buch“ bereitstellen können. Dieser computeranimierte Film wird ununterscheidbar sein von echten Filmen – außer, daß er um Längen besser ist. (Schon vor mehr als einem Jahrzehnt gab es Tim und Struppi.)

Man wird einwenden, daß das übertriebene Science Fiction ist und daß man immer das Künstliche spüren wird. Nein, die Technik ist da und sie ist besser als jeder Mensch sein kann. Schon heute macht KI weitaus bessere und „kreativere“ Buchillustrationen, als es jeder Künstler kann. Auch der Einwand, daß KI rein parasitär auf das zurückgreift, was kreative Menschen ins Netz gestellt haben, sticht nicht, denn genau so funktioniert seit jeher auch die menschliche Kultur: wir greifen alle auf die Tradition zurück, sind alle „Plagiatoren“. Und mit Hilfe von Zufallsgeneratoren, kann KI beliebig viel „Kreativität“ simulieren.

Nur eins wird der Roboter und KI niemals Zuwegebringen: Leben und lebendiges Denken. Bei einem Cyborg kann man keine Orgontherapie (d.h. die Separierung von Eigenem und Fremdem = Entpanzerung) durchführen und KI wird niemals orgonometrisch denken können, denn dazu muß man die in Worte unausdrückbare „Gestalt“ vor dem geistigen Auge haben oder besser gesagt körperlich erfassen.

Bereits Reich hat zu seiner Zeit gegen den „Maschinenmenschen“ (die Reduzierung des Menschen auf die Maschine und auf die Gene) und gegen das mechanistische Denken angekämpft. Cyborgs und KI sind in dieser Hinsicht nicht wirklich Neues. Und genauso wie Reich selbstverständlich die Vorteile der damaligen Maschinenzivilisation nutzte und für die Orgonforschung einspannte, ist nichts dagegen einzuwenden alle Vorteile der heutigen Technik zu nutzen. Der entscheidende Unterschied ist zweierlei: der Student der Orgonomie weiß, was das Lebendige und was dessen Werkzeuge sind, und er weiß, daß bestimmte Utopien irrational sind, weil sie kompensatorischer Ausfluß der eigenen Befriedigungsunfähigkeit (orgoastischen Impotenz) sind. Wenn man so will, ist das die wahre Elite, die Herr und Sklave unterscheiden kann und die die (vermeintlich!) eigenen Strebungen im Griff hat. Das ist der Geist des heutigen Revolutionärs, der sich gegen den Ungeist der Reaktion erhebt.

Wenn du die Klaus Schwabs dieser Welt siehst, denke an Pierre Paolo Pasolinis Vermächtnis an die Menschheit: Die 120 Tage von Sodom. Die faschistische „Elite“, das World Economic Forum, ist ekelerregender Dreck und wird zertreten werden! Freßt selber eure Insekten, ihr verdammtes faschistisches UNGEZIEFER! (Über den metaphysischen Hintergrund dieses welthistorischen Geschehens siehe den Blogeintrag von morgen!)

Über die Zerstörung der amerikanischen Nation durch die Politik

30. Januar 2023

Über die Zerstörung der amerikanischen Nation durch die Politik