Archive for the ‘Wissenschaft’ Category

Funktionalismus bei Hans Hass (Teil 1)

30. Dezember 2013

Ursprünglich, in der ersten Formulierung der Energontheorie (Energon. Das verborgene Gemeinsame, Wien 1970), hatte Hans Hass Energone als sich aus „Wirkungen“ zusammensetzende Systeme bezeichnet. In der verbesserten Neuauflage von 1987 ersetzte er diesen Begriff durch den der „Funktion“. Denn „Wirkung“ beziehe sich auf das gesamte organische und anorganische Geschehen in der Welt. Jeder rollende Stein zeitigt eine Wirkung, was aber nicht heißt, daß er eine Funktion erfüllt. In den Energonen jedoch, die sich ja ausschließlich auf das Lebensgeschehen beziehen, kommt es auf das koordinierte Arbeiten der Teile im Zusammenspiel des Ganzen, also auf die Funktionserfüllung an.

Man kann sagen, daß sich „Wirkung“ auf jeden beliebigen Gegenstand bezieht und daß aus einer bloßen Wirkung eine „Funktion“ wird, wenn sie in einem Energon „eine Rolle spielt“.

Da Hass die Energone vor allem im Rahmen der natürlichen Auslese betrachtet, muß er den Begriff der Funktion noch weiter differenzieren und zwischen „Funktion“ und „Leistung“ unterscheiden. Wie vorher die Wirkungen im Verhältnis zu den Organismen unterliegen die Energone als Ganzheiten also einer weiteren „Bewertungsinstanz“, der natürlichen Auslese:

ReiHasFuncmech1

Diese letzte Instanz, der „Entfaltungsstrom“, ist vollkommen blind für Funktionen, ähnlich wie es Funktionen egal ist, womit die Aufgabe erfüllt wird. Die Umwelt (etwa in Gestalt eines Fuchses, der im Winter nur braune Kaninchen erlegt, während ihm die weißen Kaninchen entgehen) kann nur Leistungen (also Funktionen, die unmittelbar zweckmäßig sind) nicht jedoch die Funktionen bewerten, welche diesen Leistungen zugrunde liegen. Die natürliche Auslese (und damit in letzter Instanz der Entfaltungsstrom) richtet sich buchstäblich nur nach dem äußeren Anschein und ist vollständig blind für die tieferliegenden lebendigen Funktionen.

Es ist nahezu unmöglich, die beiden Begriffe „Funktion“ und „Leistung“ exakt voneinander zu trennen. Im Rahmen der Energontheorie bezeichnet „Funktion“ einen auf einer konkreten materiellen Struktur beruhenden aktiven oder passiven Vorgang, der zum Zustandekommen einer benötigten Leistung beiträgt. Leistungen sind in einem übergeordneten Sinn Erfüllungen von grundlegenden Anforderungen und setzen sich meist aus einer Fülle von Einzelfunktionen zusammen. Wird ein Gebäude durch einen Anbau vergrößert, so ist das Ergebnis aller beteiligten Abläufe eine Leistung: die Vermehrung von Energonstruktur. Eine Betonmischmaschine erfüllt dabei nur eine von unzähligen Einzelfunktionen, welche für diese geforderte Leistung nötig sind.

Aus Sicht der natürlichen Auslese kommt es nämlich weniger auf das Funktionieren eines Organs an, sondern darauf, ob es die vom Lebewesen benötigte Leistung auch erfüllt. Unter veränderten Umweltbedingungen kann nämlich ein Organ noch immer voll funktionsfähig sein, jedoch keine Leistung mehr erbringen. Das Unterscheidungskriterium von Funktion und Leistung ist also die Zweckmäßigkeit von Organen, über die wiederum die natürliche Auslese entscheidet.

So wird die Frage nach der Zweckmäßigkeit zum Dreh- und Angelpunkt der Energontheorie, wodurch sich zwischen Reichs Funktionalismus, der die finalistische Betrachtungsweise in der Biologie stets bekämpft hat, und der dergestalt offenbar an „Zweckursachen“ orientierten Energontheorie ein Graben aufzutun scheint. Doch bei Hass ist es durchaus nicht so, daß das Ziel die Funktion bestimmt, ganz im Gegenteil ist gerade die „ziellose“ Blindheit der natürlichen Auslese – die nur Leistungen, aber nicht die Funktionen bewerten kann, die zu diesen Leistungen geführt haben – für den Eindruck von Teleologie verantwortlich.

Ein Hase funktioniert nur und ist zufällig braun oder weiß. Die Weißen überleben im Winter besser als die Braunen. Das entscheidet der Fuchs, der ebenfalls nur funktioniert. Die Frage nach der Zweckmäßigkeit bestimmt zwar alles, doch das lebendige funktioniert vollkommen unabhängig davon. Tatsächlich entspricht Hass‘, oberflächlich betrachtet, „teleologische“ Sichtweise vollkommen Reichs durch und durch materialistischer Denkweise, der zufolge sich zunächst sozusagen erst das „Material“ angesammelt haben muß, bevor großartige „Ziele“ formuliert werden können. Reich:

Es ist offensichtlich, daß bevor es das Ziel geben kann, Chicago mit dem Zug zu erreichen, zunächst die Funktion der Dampfmaschine entwickelt werden mußte. Und die Funktion der Dampfmaschine wurde nicht aufgrund einer bestimmten Zielsetzung erfunden; sie entwickelte sich aus zuvor entwickelten Funktionen wie dem rollenden Rad und kochendem Wasser. Die ersten Menschentiere, die ein Rad rollen ließen oder Wasser zum Kochen brachten, konnten im Voraus nichts von den möglichen Zwecken wissen, denen diese Funktionen später nutzbar gemacht wurden. (Reich: “Orgonometric Equations: 1. General Form”, Orgone Energy Bulletin, 1950, S. 177f)

Das, was die beiden Ansätze unterscheidet, ist die mangelnde Konsequenz bei Hass, der sich Funktionen nur auf der Grundlage „konkreter materieller Strukturen“ vorstellen kann, die dann durch die beschriebene „Steuerkausalität“ beispielsweise zur Lunge führen.

Dazu ließe sich Charles Konia zitieren:

Wenn ein Gedankensystem (…) fehlschlägt, muß mystisches Denken (…) entweder die Lücken im Denken schließen oder für Beschränkungen sorgen. Man nehme ein Beispiel aus der Biologie, die mechanistisch-mystische Beschreibung der Atmungsfunktion: Die Lungen verhalten sich wie ein Ballon, um die Gewebe mit Sauerstoff zu versorgen. Der erste Teil dieser Aussage, die Lungen verhalten sich wie ein Ballon, ist eine mechanistische Verzerrung der grundlegenden biologischen Pulsationsfunktion. Die Pulsation der Lunge (Einatmung und Ausatmung) wird mit einer einfachen mechanischen Pumpe verglichen. Es folgt ein mystischer, teleologischer „Grund“ für den ersten Teil – um Sauerstoff zu den Geweben zu bringen.

In der Tat pulsieren die Lunge jedoch einfach wie alle anderen pulsierende Organe des Körpers auch, einschließlich Herz, Darm, Blase, Gebärmutter, usw. Sie expandieren und kontrahieren spontan. Dergestalt reicht die biologische Pulsationsfunktion aus, um die Atmung zu definieren und ihr „Ziel“, die Bereitstellung von Sauerstoff für die Gewebe, in Perspektive zu setzen. Im Gegensatz dazu behauptet das mechanistische Denken das Gegenteil: das Ziel der Bereitstellung von Sauerstoff definiert die Pulsationsfunktion (Atmung). Nach dieser Auffassung ist die Lunge daher nichts anderes als eine mechanische Pumpe. Mechanistische Biologie und Soziologie sind voll von solchen Beispielen verzerrten Denkens; ein Denken, das äußerst destruktiv ist, wenn es auf lebendige Funktionen angewendet wird. (Neither Left Nor Right, S. 185f)

Konia fügt an:

Der einzige Schutz vor mechanistisch-mystischem Denken in den Naturwissenschaften ist Einsicht in Orgonenergie-Funktionen, die für alle Manifestationen der Natur verantwortlich sind. (ebd., S. 186)

Bei Hass fehlt genau das. Trotzdem sind Hass‘ Beiträge wertvoll.

Erstrahlung, Überlagerung und Relativität

5. Dezember 2013

www.orgonomie.net

Ursprünglich hatte ich vor, den Text Erstrahlung, Überlagerung und Relativität vollkommen neu zu schreiben, weil ich die Dinge mittlerweile etwas anders sehe, insbesondere was die Funktion der Erstrahlung betrifft. Bei der erneuten Lektüre mußte ich jedoch einsehen, daß der Text so steht, ich ihn noch immer zu rechtfertigen vermag und er kaum sinnvoll auf grundlegende Weise umgebaut werden kann. Er wurde deshalb nur leicht verändert und sozusagen „endgültig“ ins Netz gestellt.

„Äther“ und Orgonenergie (Teil 2)

31. Oktober 2013

Das „EINE Gesetz“ des pulsatilen Funktionierens der Orgonenergie, ist sowohl die Grundlage aller physikalischen Gesetze, als auch die des „Äthers“. Dergestalt wird beides aus der gleichen Grundlage abgeleitet (vgl. das funktionelle Schema in Teil 1; mit „Gott“ = Gesetz), genauso wie Reich das atomare Weltbild genetisch auflöste, indem er die Genese der Masseteilchen in der kosmischen Überlagerung freilegte. Im Gegensatz dazu basieren die rein mathematischen „Platonischen Gesetze“ der modernen Physik und die klassischen „Äthermodelle“ auf einem Denken, das von den organismischen pulsatilen Funktionen der Physiker abgetrennt ist.

Reich hat keine Modelle gebaut, sondern funktionelle Beschreibungen der Naturprozesse mit Funktionsdiagrammen formuliert. Modelle gehen aus der künstlichen Isolierung von Teilfunktionen hervor, die so aus dem Bewegungszusammenhang herausgerissen und später auf ihn wieder übertragen werden, wodurch er seinem Wesen beraubt und mechanisch festgeschrieben wird. Die Naturwissenschaft beschäftigt sich dann mit ihren eigenen künstlichen Konzepten (wie dem „Äther“), aber nicht mehr mit der Natur (S. Clark & R. Frauchinger: „Paradigm-Maker or Paradigm-Breaker, Part 1“, The Journal of Orgonomy, 20: 93-105, May 1986). Hier sollen deshalb keine Modelle präsentiert werden, weder von diskontinuierlichen „Teilchen“ oder einem kontinuierlichen „Substrat“, sondern nur abstrakte Funktionsschemata, die orgonotisches Funktionieren beschreiben, ohne es mit Modellvorstellungen ein für allemal festzulegen.

Nichtsdestoweniger muß auch die Orgonphysik von einem Postulat ausgehen, wie es dem Wesen aller Physik entspricht: „Die Bedeutung des deduktiven Verfahrens liegt vor allem darin, daß die Physik als System erscheint, das aus bestimmten Fundamentalsätzen entwickelt werden kann“ (Edgar Hunger: Grundbegriffe des physikalischen Denkens, Frankfurt 1964, S. 19). Demgemäß gibt es „nach Ansicht der meisten Denker (…) eine hypothesenfreie Wissenschaft nicht; denn die sogenannten Tatsachen haben erst im Rahmen einer Theorie ihren Sinn, und Experimente werden auf Grund von Hypothesen und Theorien durchgeführt“ (ebd., S. 38). Die Wahrnehmung des eigenen pulsatilen Funktionierens ist das entsprechende nicht weiter hinterfragbare „theoretische“ Fundament, auf dem die Orgonphysik errichtet werden muß.

Reich hat sich zuerst der Biologie und dann der Physik von der Grundauffassung seiner einzigen Entdeckung her genähert – der orgastischen Plasmazuckung (Äther, Gott und Teufel, Frankfurt 1983, S. 3). Genauso wie Reich die Orgonbiophysik auf dem rein biologischen Ausgangspunkt der Orgasmustheorie aufgebaut hat, muß die Orgonphysik auf der Entsprechung im nichtlebenden Bereich errichtet werden.

Die pulsatile Selbstbezüglichkeit des „EINEN Gesetzes“ liegt dem Auftreten der begrenzten Raumfunktion zugrunde. Gleichzeitig erklärt eine vor der Raumfunktion liegende Zeitfunktion die „raumfreien“, bzw. „nichtlokalen“ zweifelsfreien Ergebnisse der parapsychologischen Forschung (oder das „Affinitätsgesetz“ der Magie) und, wem das zu unseriös ist, der ganzen Quantenmechanik insbesondere den neueren experimentellen Verifikationen von Nichtlokalität („EPR-Paradoxon“) auch in den Dimensionen des Makrokosmos. Hierhin gehören z.B. auch die nichtlokalen morphogenetischen Felder von Sheldrake. Die „egoistischen Gene“ der Soziobiologie sind dann eine Funktion des morphogenetischen Feldes das aufgrund von Selbstbezüglichkeit funktioniert: gleiches zieht gleiches an (man siehe auch die Zwillingsforschung, die angeblich die Genetik beweist).

Reichs Biologielehrer Kammerer bezeichnete dieses Prinzip als „Serialität“ (später von Pauli und Jung als „Synchronizität“ plagiiert). Kammerers „Gesetz der Serie“ steht zum Zufallsgesetz im gleichen Verhältnis, wie das orgonomische Potential zum mechanischen Potential. Die „Serialität“ besagt ganz einfach, daß Ereignisse entgegen den statistischen Gesetzen gehäuft auftreten, ohne daß eine kausale Verbindung zwischen ihnen besteht. Es ist, als wenn ein Ereignis ein gleichartiges Ereignis anziehen würde. Dies entspricht dem orgonomischen Potential, ohne das unsere Welt eine gleichmäßig verteilte homogene kosmische Brühe wäre. Die Thermodynamik, die diesen „Wärmetod“ voraussagt, beruht auf den Gesetzen der Statistik: alle Temperaturen müssen sich letztendlich ausgleichen, da sich die ungeordnete Wärmebewegung der Moleküle statistisch gleichmäßig im Raum verteilen muß. Bringt man nun in diesen Vorstellungsrahmen das orgonomische Potential ein, muß es nach diesem Muster einen antistatistischen Faktor geben. So ist das orgonomische Potential identisch mit Kammerers Serialität.

Die Orgonomie beschreibt die Formierung des „funktionellen Raumes“ als ständige Bifurkation, wie man sie z.B. bei Bäumen sieht (Die Bioexperimente, Frankfurt 1995, S. 197). Dieses Aufspalten in der Bildung von Ästen, Zweigen und Blättern ist funktionell identisch mit Pulsation („Orgonomic Functionalism, Part II (Chapters 13. – 14.)“, Orgone Energy Bulletin 4: 186-196, Oct. 1952, S. 191f). Die funktionellen Schemata der Pulsation entsprechen den von Reich fotografierten Orgonenergie-Einheiten (Das ORANUR-Experiment II, Frankfurt 1997, S. 63f) und den orgonotischen Systemen mit Kern und Peripherie. Im bio-emotionalen und biosozialen Bereich sieht das entsprechende abstrakte Diagramm des funktionellen Raumes wie folgt aus (Äther, Gott und Teufel, S. 120):

Grundemotionen

Pulsation (Äther, Gott und Teufel, S. 147-150) ist eine Bewegung, die um ein „absolutes Zentrum“ angeordnet ist, von dem zyklisch die Expansion ausgeht und zu dem die Kontraktion zurückkehrt. Im biologischen Bereich bildet sich um solche Zentren, z.B. den Solar Plexus des Menschen, der „funktionelle Raum“ von biologischen metabolischen Prozessen und dann weiter der „funktionelle Raum“ des bio-sozialen Lebens und der „fiktive Raum“ der Gedankenwelt, der Vorstellungskraft und des „Geistes“ („Gott“). Diese pulsatile/zyklische Funktion ist die Uressenz des Lebendigen selbst, aus der Reich ihre sekundären bio-mechanischen Funktionen ableitete („Orgonomic Functionalism, Part II (Chapters 13. – 14.)“, S. 192). Nach genau dem gleichen Muster bildet sich der „metrische Raum“ der Physik („Äther“) aus der primordialen Pulsation. Die philosophische Frage nach der Existenz der Außenwelt erübrigt sich, da das innere Erleben und der äußere Raum dieselbe Genese in einem „dritten Faktor“ haben, der Pulsation.

„Äther“ und Orgonenergie (Teil 1)

30. Oktober 2013

Was ist die Orgonenergie? Im allgemeinen lautet die Antwort der Orgonomie, daß die Orgonenergie der „Äther“ sei, eine „Substanz“, die den Raum wie ein Gas anfüllt, entsprechend dem „Äther“-Konzept der vulgärmechanistischen Physik des 19. Jahrhunderts. Aber diese bequeme traditionelle Herangehensweise, wie sie z.B. von C.F. Baker vertreten wird („Energy: An Overview“, Annals of the Institute of Orgonomic Science, Vol. 4, Sept. 1987, S. 6-12), macht die Orgonomie mechanistischer als die moderne Physik. C.F. Bakers ganze Herangehensweise erinnert verblüffend an das 19. Jahrhundert mit Buchtiteln wie „Die Kraft. Eine realmonistische Weltanschauung. Bd. I: Die Kontraktionsenergie, die letztursächliche einheitliche mechanische Wirkungsform des Weltsubstrates“ von J.G. Vogt (Leipzig 1878, aus Nietzsches Bibliothek: Kommentar zu den Bänden 1-13, dtv-Studienausgabe Bd. 14, München 1988, S. 647).

Reich war jedoch sehr darauf bedacht, die Orgonenergie nicht mit dem „Äther“ der klassischen Physik gleichzusetzen (Äther, Gott und Teufel, Frankfurt 1983, S. 139-142). Während der „Äther“ das Kernkonzept des Mechanismus ist, ist „Gott“ das des Mystizismus (ebd., S. 40 und S. 51). Es sollte mehr denn offensichtlich sein, daß die Orgonenergie genausowenig mit dem mechanistischen Konzept des „Äthers“ identisch sein kann, wie mit dem mystischen Konzept „Gott“. Wer das eine bejaht, muß auch das andere in Kauf nehmen. Daß die Dualität von „Äther“ und „Gott“ (auch wenn das eine unter vermeintlichem Ausschluß des anderen vorgestellt wird) unmöglich das tiefste Funktionsniveau sein kann, zeigt Reichs Diagramm der funktionellen Beziehung von „Äther“, „Gott“ und Orgonenergie (ebd., S. 51):

widfunk1

Während die tiefere Funktion Teil der Natur ist (einschließlich der Natur des gepanzerten Menschen unterhalb der Panzerung), sind die beiden höheren Funktionen, die Reich in Anführungszeichen setzt, nur künstliche Bezugssysteme des Denkens des gepanzerten Menschen; kontaktlose Konzepte, die auf Panzerung beruhen und deshalb funktionell äquivalent sind. Sie sind die Projektion der Panzerung des Menschen in Form des „Absoluten“ jenseits des Wechsels, des „Erzeugers von Energie“ jenseits allen Metabolismus (z.B. Charles Kelleys „Radix“-Konzept), des „ersten Bewegers“, d.h. des „bewegungslosen Bewegers“ jenseits von Bewegung, während die primäre Realität, die sich unterhalb von ihnen befindet, wegen der Panzerung unerreichbar bleibt.

Nichtsdestoweniger hat sich die mechano-mystische Auffassung in der Physik erstaunlicherweise bewährt, wie aus unserer technischen Umwelt in den letzten 200 Jahren ersichtlich ist, die aus den Ruinen des metaphysischen Zeitalters hervorgegangen ist. Diesem sehr erfolgreichen Muster folgend, könnte man Orgon (-Energie) als eine Art von „trägem Stoff“ betrachten, der „konzentriert“ wird. (Die Anführungszeichen stammen von Reich, der sich dafür entschuldigt, einen Begriff zu benutzen, der nur für materielle Stoffe geeignet ist [Äther, Gott und Teufel, Frankfurt 1983, S. 145].) Orgonenergie würde wie ein materielles Medium sein, in dem sich Bewegung fortpflanzt und so Energie übertragen wird, die in der Verformung des Mediums gespeichert ist (vgl. (Baker, S. 7-10, wo C.F. Baker genau dieses Konzept des letzten Jahrhunderts als „orgonomische Wissenschaft“ verkauft).

Kann man die Orgonenergie tatsächlich als „materielle Substanz“, als „elastischen Stoff“ betrachten? Reich macht deutlich, daß diese Mediums-Charakteristiken Funktionen der massefreien Orgonenergie sind, nicht vice versa, d.h. „die physikalischen Funktionen, die in der Orgonphysik als ‚Orgonenergie‘ abstrahiert werden“, wie Reich sich ausdrückt (Äther, Gott und Teufel, S. 146; Hervorhebung hinzugefügt), sind nicht hergeleitet aus einer mechanischen elastischen „Substanz“, sondern die Grundfunktion der Orgonenergie ist, Reich zufolge (ebd., S. 146; 11:98), Bewegung nicht die Behinderung von Bewegung (vgl. Baker, S. 12f). „Energie ist eine Funktion der Bewegung und umgekehrt“ (Äther, Gott und Teufel, S. 157). Energie und Bewegung sind eng miteinander verbunden und fast identisch (ebd., S. 51, 146; Das ORANUR-Experiment II, Frankfurt 1997, S. 132; „Complete Orgonometric Equations“, Orgone Energy Bulletin, 3: 65-71, April 1951, S. 69). Energie ist nicht die „Einschränkung von Bewegung“ durch einen seltsamen „elastischen Stoff“ (Baker, S. 10); sie ist nicht die Funktion des dem mechanischen Potential folgenden Zurückgehens zu einem ursprünglichen Gleichgewichtszustand, sondern ganz im Gegenteil ruft die selbst-bezügliche Beschränkung der primordialen Orgonenergie-Bewegung jene Funktionen hervor, die die erzmechanistischen Physiker des 19. Jahrhunderts (und heutige „Orgonphysiker“) unter dem Begriff des „elastischen Äthers“ (ebd., S. 8-11) an den Grund aller Naturerscheinungen stellen.

Die Orgonenergie konnte nur deshalb als „elastischer Stoff“ mißinterpretiert werden, weil das „Zurückkehren zum ursprünglichen Zustand“ tatsächlich der Kern der Mediums-Charakteristiken der Orgonenergie ist. Ich betrachtet die Orgonenergie als funktionell identisch mit Pulsation – gewissermaßen ist die Orgonenergie Pulsation (Äther, Gott und Teufel, S. 105 und S. 158-161; „Orgonomic Functionalism, Part II (Chapters 13. – 14.)“, Orgone Energy Bulletin, 4: 186-196, Oct. 1952, S. 191f). Die Mediums-Charakteristik der Orgonenergie, ihre Qualität des Gleichbleibenden (= Substanz), ist dann funktionell identisch mit der ständigen Rückkehr zur jeweilig vorausgegangenen Phase, was ja die Natur der Pulsation ausmacht (und auch dem „kohärenten“ orgonomischen Potential inhärent ist): Exp. → Kontr. → Exp. → Kontr. Natürlich gibt es hier keine mechanische Wiederholung, da es so etwas im Bereich des orgonotischen Funktionierens nicht gibt, sondern nur das „EINE Gesetz“ der Pulsation in all der „Gesetzlosigkeit“ der Orgonenergie-Funktionen (Äther, Gott und Teufel, S. 158).

Links zwo drei vier

28. Oktober 2013
[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=TSvG3ozFrk0%5D

Babys werden mit einem Gefühl für Rhythmus geboren. Am EEG konnten ungarische und niederländische Forscher ablesen, daß die Gehirne der Babys reagierten, wenn bei einem vorgespielten Rhythmus ein Schlag ausgelassen wurde, so als wären die Neugeborenen sozusagen „mitgegangen“ und hätten jeweils den nächsten Rhythmusschlag erwartet. Vom ersten Atemzug anwärts haben wir Rhythmus im Blut!

Ist das angesichts der kosmischen Lebensenergie (Orgon), ihrer Pulsation und ihrer Kreiselwellenbewegung anders zu erwarten?

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Die Hamburger „Rhythmikerin“ Heike Winkler arbeitet seit zehn Jahren mit Kindern. Dabei ist ihr aufgefallen, daß in den vielen Jahren, in denen sie Gruppen anleitet, die Gruppe sich spontan stets linksherum bewegt scheint ähnlich wie die Pulsation tief in der kosmischen Lebensenergie (Orgon) verankert zu sein.

Das gesamte Lebendige ist „linksdrehend“. Das fängt schon mit den Aminosäuren an, die sowohl links- als in gleicher Menge auch rechtshändig auftreten, wenn sie im Labor erzeugt werden, während in lebenden Organismen ausschließlich die linkshändige Variante auftritt.

Erklärt wurde das mit entsprechend zirkular polarisierter kosmischer Strahlung, die zufällig bei Entstehung des Lebens die rechtshändigen Aminosäuren zerstört habe, oder, alternativ, mit der asymmetrischen schwachen Kernkraft („Beta-Zerfall“), die über eine komplizierte Wechselwirkung mit Wasser zu einer kleinen aber entscheidenden Bevorzugung linkshändiger Aminosäuren geführt habe. Das wird genauer hier erklärt.

Neuerdings glaubt man, die linkshändigen Aminosäuren wären über Meteoriten zur Erde gelangt. Das verlagert das Problem aber nur, ist also keine fundamentale Erklärung.

Eine solche Erklärung wäre die Entdeckung einer fundamentalen Eigenschaft der kosmischen Lebensenergie (Orgon), die möglichweise einen „Linksdrall“ hat.

Wie tief die Händigkeit in unserem Organismus verankert ist, zeigt sich etwa daran, daß sich in der Haarwellung die Händigkeit zeigt.

Haare von Rechtshändern sind fast immer im Uhrzeigersinn gewellt. US-Forscher stellten fest, daß sich das Haupthaar von 95 Prozent der Menschen fast immer im Uhrzeigersinn krümmt, während dagegen die Drehrichtung bei Links- und Beidhändern variiert. Der Forscher Amar Klar aus Maryland vermutet, daß ein einzelnes, in zwei Formen vorkommendes Gen die bevorzugte Körperseite bestimmt. Eine oder zwei Kopien des Rechtshänder-Gens verursachen im Uhrzeigersinn gewelltes Haar. Zwei Kopien des Linkshändergens drehen die Wellung um.

Und dann ist da schließlich die Arbeit von Siegfried Wachtel zum „Linksphänomen“: Wachtel (Jahrgang 1930) ist Arzt. In seiner Jugend stieß er auf das Phänomen, daß alle Skifahrer Hindernissen immer nach links auswichen und danach hat er sich sein ganzes „DDR“-Leben mit diesem „Linksphänomen“, das wirklich alles bestimmt, beschäftigt (Siegfried Wachtel und Andrej Jendrusch: Das Linksphänomen. Eine Entdeckung und ihr Schicksal, Berlin („DDR“): LinksDruck, 1990). Siehe auch hier.

Nahwirkungstheorie und Fernwirkungstheorie (Teil 1)

31. August 2013

Denkbar knapp ausgedrückt besagt die Nahwirkungstheorie, daß alles in der Welt wie ein Billardspiel funktioniert, bei dem alles auf dem direkten Kontakt zwischen den Billardkugeln, dem Coe und den Banden beruht. Ein Beispiel für die Fernwirkungstheorie ist die Newtonsche Gravitationstheorie, die auf jeden „Erklärungsmechanismus“ verzichtet. Der Fall des Apfels vom Baum und die Bewegung des Mondes um die Erde werden von einer hypothetischen „Kraft“, der Gravitation, bestimmt, ohne daß irgendein Mechanismus angegeben wird, wie diese Kraft funktioniert. Ein „Mechanismus“ ist auch schwer vorstellbar, da die Wirkung der „Schwerkraft“ instantan sein soll.

Newton selbst war diese Vorstellung zutiefst zuwider. Sie war jedoch unausweichlich. Angenommen die Gravitation würde sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten: dann würde die Erde zu einem Ort hingezogen, an dem die Sonne vor 8 Minuten war und umgekehrt die Sonne zu einem Ort, wo die Erde vor 8 Minuten war. Ergebnis wäre, daß die beiden Objekte gemäß den Gravitationsgesetzen spiralförmig aufeinander zustürzten! Diese Überlegung war der Tod aller mechanischen Nahwirkungstheorien der Gravitation, insbesondere der von Descartes, welcher die Gravitation mittels „Ätherwirbeln“ erklären wollte. Er dachte dabei etwa an einen Wasserstrudel, bei dem alles „gravitationsartig“ dem Mittelpunkt zustrebt. Newton wollte die Gravitation ähnlich wie vor ihm Descartes ebenfalls auf den Äther zurückführen, da ihm wie gesagt die Fernwirkungstheorie persönlich zutiefst zuwider war, beließ es aber bei privaten naturphilosophischen Spekulationen, die er nicht mit seinen mathematischen Formulierungen verbinden konnte.

Einstein löste das Problem mit seiner Allgemeinen Gravitationstheorie, der zufolge Gravitation „gekrümmte Raumzeit“ ist und die Energie der Gravitation selbst die „Raumzeit krümmen“ kann, was den oben beschriebenen Effekt aufhebe, obwohl sich die Schwerkraft nur mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet.

Schaut man in die Weiten des Universums mit seinen weiträumigen Strukturen, wo die Lichtgeschwindigkeit „zum Verzweifeln“ langsam ist, wird jede Nahwirkungstheorie, inklusive der Einsteinschen, vollkommen absurd. Es bleibt dann nämlich nichts, was das ganze organisiert und zusammenhält, d.h. das Universum zu einer funktionellen Einheit macht.

Entsprechendes läßt sich auch über den menschlichen Organismus sagen. Wie bereits F.A. Lange vor 150 Jahren in seiner Geschichte des Materialismus herausarbeitete, gibt es keinen denkbaren Schritt von „Atomen“, welcher Natur diese auch immer seien, d.h. den oben erwähnten Billardkugeln der Nahwirkungstheorie, zu dem, was wir „Geist“ nennen. Der Geist ist etwas, was schlichtweg keine „Teile“ hat. Oder anders ausgedrückt: Teile konstituieren ein Objekt, aber nie und nimmer ein Subjekt. Der „Geist“ repräsentiert das einheitliche Funktionieren des Organismus.

Es bleibt natürlich Newtons verzweifelte Frage, wie man die Fernwirkungstheorie verstehen soll, bzw. was man sich eigentlich darunter vorzustellen hat. Wie Newton selbst sagte, ist sie vollkommen absurd. Lange berief sich auf Kant. Das „Ding an sich“ sei unerkennbar, weshalb der ansonsten in jeder Hinsicht vorzuziehende Materialismus und damit alles menschliche Wissen hier an seine Grenze stoße.

Die Antwort findet sich in Einsteins Relativitätstheorie, der zufolge der Raum kein starrer Rahmen wie bei Newton ist, in dem sich das besagte Billardspiel „zeitlich“ abspielt, sondern Raum und Zeit ineinander verzahnt sind. Es kommt, abhängig vom Beobachter, aber trotzdem nicht nur subjektiv, zur „Längenkontraktion“ und „Zeitdilatation“. In der Allgemeinen Relativitätstheorie ist der Uhrenlauf von der Krümmung der vierdimensionalen Raumzeit abhängig, in der Raum und Zeit zu einer Art „Substanz“ vereinigt sind, die theoretisch auch mit Überlichgeschwindigkeit verschoben werden kann (der berüchtigte „Warp-Antrieb“ des Science Fiction).

Als Einstein sich mit dem Äther-Problem beschäftigte, zunächst in der Speziellen Relativitätstheorie mit dem „Lichtäther“ und dann in der Allgemeinen Relativitätstheorie mit dem, wenn man so sagen kann, „Gravitationsäther“, ist er zwangsläufig auf die entsprechenden orgonotischen Funktionen gestoßen, in denen beispielsweise aus einem räumlichen Nebeneinander ein zeitliches Nacheinander wird und entsprechend der trennende Raum zu verschwinden scheint. Newton hat das für die Schwerkraft beschrieben, Henri Bergson für den „Geist“, den man nur „zeitlich“, aber nicht räumlich beschreiben könne. (So ist auch Reichs frühes Studium der Werke Langes und Bergsons zu verstehen: der letztere wies den Weg aus der Sackgasse, die der erstere aufgezeigt hatte.)

Orgonometrisch läßt sich „Fernwirkung“ in allen ihren Aspekten auf folgendes reduzieren:

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Siehe zu diesen Ausführungen auch The Journal of Orgonomy (Vol. 40, No. 2, Fall/Winter 2006).

Biologie als Emotionelle Pest

20. August 2013

Über die Biologie als Emotionelle Pest habe ich mich hier erst vor kurzem ausgelassen. In der autoritären Gesellschaft ging es noch darum, daß sich die gebildeten und weißen Menschen als allen anderen überlegen fühlten und sich dabei durchaus wohl in ihrer eigenen Haut fühlten. In der anti-autoritären Gesellschaft trägt diese „Wissenschaft“ dazu bei, daß sich alle gleichermaßen scheiße fühlen. Etwa Schwangere:

Invasion der kindlichen Zellen: Für das Immunsystem der Mutter ist das Kind der Parasit, und die Plazenta ähnelt einem Tumor. Diese Erkenntnisse wollen Forscher im Kampf gegen Krebs und Unfruchtbarkeit nutzen.

So, im typisch schnoddrigen Spiegel-Stil, wird ein Artikel über eine der neusten Großtaten der mechanistischen Wissenschaft eingeleitet. Der Anfang des menschlichen Lebens wird mit dem Krebs gleichgesetzt.

Reich zufolge ist Krebs „verfaulen bei lebendigem Leibe“, der Krebstumor ein verzweifelter Versuch des Organismus sich auf niedrigerem energetischen Niveau neu zu organisieren (siehe Der Krebs). Dabei entstehen genauso groteske wie giftige Gebilde, die Tumoren. Mit denen setzt man nun Embryos gleich!

Das Problem ist weniger die Wissenschaft an sich, sondern wie die Ergebnisse vermittelt werden. Wie muß eine werdende Mutter empfinden, wenn sie so etwas liest, in einem zynischen Schreibstil, dem jeder Respekt für das Lebendige abgeht.

Ich habe mich schon immer schlecht gefühlt, wenn ich in dieses ekelhafte Schmierantenblatt gelesen habe, das wie kein anderes den lebensfeindlichen Geist unserer „Eliten“ verkörpert. Man betrachte etwa das Titelbild des oben verlinkten Spiegel, das das Lebensgefühl der Macher widerspiegelt. Der Autor berichtet über „Das Geheimnis der Gestalt“, beschreibt die wunderbare Einheitlichkeit der Formen des Lebendigen – und endet in einem Horrorszenario der Genmanipulation.

fetusNatürlich ist die Genforschung wichtig, sie macht aber nur Sinn, wenn sie in ein umfassendes bioenergetisches Verständnis eingepaßt ist. Das ist so, weil das Mechanische etwas Sekundäres ist, das Bioenergetische das Primäre. Und was soll das sein, „das Bioenergetische“? Genau das, was der Spiegel unterdrückt, wenn er keine authentischen Gefühle zuläßt, wenn er alles ins Lächerliche, Groteske und Abstoßende zieht. Mechanistische Wissenschaft kann nur jemand betreiben, der sein natürliches Empfinden gewaltsam unterdrückt.

Das Menschentier

31. Juli 2013

Der gepanzerte Menschen will alles nur kein Tier sein, zumal er seine eigenen sadistischen sekundären Triebe in das Tier hineinprojiziert, sogar in seine eigenen „primitiven“ Vorfahren.

Alan Templeton von der Washington University, St. Louis, widerspricht der gängigen Theorie, daß die aus Afrika auswandernden Frühmenschen andere Menschenrassen in Europa und Asien mit Gewalt ausgerottet hätten. Stattdessen vermischten sie sich miteinander. Nicht Gewalt, sondern Geilheit habe ihr Verhalten bestimmt. Er verweist auf Vergleiche des Erbguts heute lebender Rassen.

Die Vermischung der DNA beweist, unsere Vorfahren hatten nur Sex im Kopf, jeder machte es mit jedem – und so verbreiteten sich ihre Erbanlagen über alle Kontinente.

Vor allem will der Mensch kein Tier sein, weil er sich als „Geistwesen“ betrachtet. Zu diesem Zwecke umgeht er alle von ihm selbst aufgestellten wissenschaftlichen Regeln:

Zurzeit ist der Mensch das einzige Mitglied der Gattung Homo, während der Schimpanse zur Gattung Pan gerechnet wird. Jedoch teilen Schimpansen mehr ihrer genetischen Ausstattung, nämlich 99,4%, mit dem Menschen als mit anderen Menschenaffen. In den Prodeedings of the National Academy of Sciences forderte entsprechend vor einigen Jahren ein Team von Forschern der Wayne University (Detroit), Morris Goodman et al., endlich die einzig mögliche, nämlich wissenschaftliche Konsequenz zu ziehen und den Schimpansen als Mitglied der menschlichen Gattung zu akzeptieren.

Goodman und seine Kollegen analysierten mit Hilfe des Computers die Ähnlichkeit zwischen 97 wichtigen Genen bei Mensch und Schimpanse und möglichst viele der gleichen derzeit verfügbaren Gensequenzen bei den weniger untersuchten Gorillas, Orang-Utans und Altweltaffen.

Die Ergebnisse legten nahe, daß in wichtigen Sequenzabschnitten diese funktionell signifikanten Gene, die Menschen und Schimpansen teilen, zu 99,4 Prozent identisch sind. (…)

Ausgehend von den DNA-Daten argumentieren die Forscher, daß sich die Linien von Mensch und Schimpanse evolutionär vor fünf oder sechs Millionen Jahren voneinander trennten. Viele andere Gattungen, die vom Menschen weiter entfernt sind, manche Eichhörnchen beispielsweise, enthalten Gruppen von Arten, die schon viel früher – viele zwischen 7 bis 11 Millionen Jahre – voneinander abgewichen sind. Die Gruppierung von Arten sollte sich, Goodman zufolge, bei unterschiedlichen Gruppen von Tieren entsprechen. „Ein objektiver Maßstab ist das Alter des Ursprungs eines Zweiges [von Tieren].“

„Historisch war die Philosophie hinter der Art und Weise, wie wir Organismen gruppieren, fragwürdig gewesen“, führt Goodman aus. Beginnend mit Aristoteles im antiken Griechenland, wären Arten nach dem „Grad ihrer Perfektion“ angeordnet worden mit dem Menschen an der Spitze. Diese „anthropozentrische“ (…) Sichtweise führte zu „Übertreibungen hinsichtlich der Unterschiede zwischen den Menschen und ihren Verwandten“, so Goodman, der darauf hinweist, daß seine Studie „ein objektives Bild des Menschen im Reich des Lebens bietet“.

Wie ich schon öfter ausführte, sind Tiere ohnehin weitaus intelligenter, als man sich das vor wenigen Jahren noch ausmalen konnte.

Wäre er konsequent gewesen, hätte bereits Linné in seinem Systema Naturae Menschen und Menschenaffen der gleichen Gattung zuordnen müssen, – aber man ist lieber Herrenmensch als Tiermensch, lieber Übermensch als „Unterleibsmensch“ (vgl. Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 304).

Wie sehr wir ganz unabhängig von genetischer Verwandtschaft mit dem Tierreich verzahnt sind, zeigt sich auch an den Hunden. Am Max Planck Institut für evolutionäre Anthropologie und an der Harvard University wurde festgestellt, daß Hunde besser als Menschenaffen Signale des Menschen interpretieren. Wölfe, die vom Menschen aufgezogen worden sind, verfügen nicht über diese Fähigkeiten, sehr wohl aber Hundewelpen, selbst wenn sie kaum Kontakt mit Menschen hatten. Das wird mit der selektiven Hand des Menschen während der Domestizierung des Hundes erklärt.

Ungewollt haben die Hundehalter gezeigt, daß wir auf einer Ebene mit dem Tier stehen, Tier zwischen Tieren sind.

In diesem Zusammenhang ist bezeichnend, wie unmenschlich man die so auffällig menschlichen Hunde in Saharasia behandelt.

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Zum Gedenken an Hans Hass (Teil 3)

10. Juli 2013

Eines der Grundleistungen der Energone, die Verbesserung ihrer Nachkommen, dient weder dem Individuum, dem durch die Fortpflanzung, d.h. durch die fünfte als Voraussetzung der sechsten Grundleistung, nur Verluste entstehen, noch der Art, die durch die Entstehung neuer, besser angepaßter Arten nur neue Konkurrenz gewärtigen muß, sondern einzig und allein einer Instanz, die über Individuum und Art hinausweist: der Entfaltung des Lebens. Ständig steigert dieser „Entfaltungsstrom“ sein räumliches Volumen und seine Potenz, Arbeit zu leisten. Er ist ein sich ausbreitender Prozeß der Energieballung.

In der zweiten Phase der Evolution wird durch diese alles besiegende Kraft, die immer mehr Materie zusammenballt und organisiert, das gesamte Leben auf diesem Planeten bedroht. Scheinbar kann nichts mehr die Berufskörper und Erwerbsorganisationen davon abhalten, diesen Planeten in einen mit ihren Abfallprodukten übersäten Mond zu verwandeln.

Für Hass ist die Lebensentfaltung nicht heilig, sondern ganz im Gegenteil – nicht verdammens-, aber sehr wohl im Stirnerschen Sinne empörenswert! Daß am „Entfaltungsstrom“ nichts per se „lebenspositives“ ist, sieht man am Energon „Handelsvertreter“: er könnte z.B. Kettensägen in die letzten Winkel Brasiliens bringen. Hier werden die Lebensgrundlagen des Menschen vernichtet, aber die Wirtschaft wird (zumindest kurzfristig) angekurbelt, was den blinden, bewußtseinslosen „Entfaltungsstrom“ anschwellen läßt.

Man muß das durchschauen und sich von der Lebensentfaltung emanzipieren. Kern dieser Aufklärung ist die Empörung des Einzelnen, der seinen Egoismus wiederfindet. Und hier kommt das Über-Ich ins Spiel, denn das Über-Ich ist nichts anderes als „der Gendarm in der Brust“, die Eltern in uns, die Gesellschaft in uns, letztendlich die „zusätzlichen Organe“ in uns.

Wenn z.B. Max Stirner von der „Menschheit“ schreibt, entspricht dies vollkommen, bis hin zum „ich will nicht dem Egoisten ‚Menschheit‘ dienen, sondern selbst Egoist sein“ (Stirner sinngemäß). Im folgenden entspricht „Menschheit“ bei Stirner der „Lebensentfaltung“ bei Hass – man braucht nur die Wörter tauschen und es könnte ebenso von Hass stammen:

Wie steht es mit der Menschheit, deren Sache Wir zur unsrigen machen sollen? Ist ihre Sache etwa die eines Anderen und dient die Menschheit einer höheren Sache? Nein, die Menschheit sieht nur auf sich, die Menschheit will nur die Menschheit fördern, die Menschheit ist sich selber ihre Sache. Damit sie sich entwickelt, läßt sie Völker und Individuen in ihrem Dienste sich abquälen, und wenn diese geleistet haben, was die Menschheit braucht, dann werden sie von ihr aus Dankbarkeit auf den Mist der Geschichte geworfen. Ist die Sache der Menschheit nicht eine – rein egoistische Sache? (Der Einzige und sein Eigentum, S. 4).

Stirners Der Einzige und sein Eigentum ließe sich mit Hass‘ Theorie naturwissenschaftlich ableiten und zwar mit einem zeitgemäßen Akzent: „Konsum“ statt „das Wahre, Gute und Rechte“ wie zu Stirners Zeiten.

Die Verbindung von Energontheorie und Triebtheorie liegt darin, daß in der ersten Phase der Evolution die Energone (Pflanzen und Tiere) ihre Energiequellen („Platz an der Sonne“, Pflanzen und andere Tiere) durch Raub („Raubinstinkte“) anzapfen, während sie in der zweiten Phase der Evolution (Hyperzeller: Berufskörper und Erwerbsorganisationen) ihre Energie ganz im Gegenteil dadurch gewinnen, indem sie nicht etwa die Gebrechen ihrer Energiequellen ausnutzen (wie es Raubtiere tun, die junge und kranke Tiere reißen), sondern indem sie behilflich sind, diese Gebrechen zu überwinden. Sie gewinnen so Kunden und damit ein Einkommen (Energie). Sie versuchen, die Kunden an sich zu binden.

Das Problem ist, daß dadurch die gesellschaftliche Tendenz entsteht, die Menschen zu dem zu machen, was gemeinhin mit den Worten „Konsumismus“ und „Markenfixiertheit“ umrissen wird. Genauso wie in der individuellen Über-Ich-Produktion das Kind „ent-eignet“ werden soll, liegt es in der inneren Logik der Lebensentfaltung, dem Konsumenten (die Energiequelle der Hyperzeller) den Eigenwillen zu rauben. Man betrachte sich nur mal, eine beliebige Schulklasse, wo die Kids nur für irgendwelche schwachsinnigen Markenartikel leben und zu willenlosen Vollidioten heranwachsen – und sich dabei allen ernstes einbilden „Egoisten“ und frei zu sein.

Der Grundimpetus der Energontheorie ist ein emanzipatorischer:

[L]etzter Zweck dieser Ausführungen ist es, das, was Glaube, Moral und ethische Wunschvorstellungen seit eh und je anstreben, einer konkreten Verwirklichung näherzubringen – freilich, auf einem anderen als dem bisher beschrittenen Weg. (Der Hai im Management, S. 49).

Die gesellschaftspolitischen Konsequenzen lassen sich aus folgender Aufstellung ableiten, bei denen das Interessen des einzelnen Menschen gegen das Interesse des Lebensstrom (hier mit rot markiert) gestellt werden:

  • Persönliches Interesse
    Lebensstrominteresse.
  • Großer Glücksbezug aus Wenigem.
    Glücksbezug aus möglichst teuren Gütern und Dienstleistungen. Unersättlichkeit.
  • Lange Haltbarkeit und Nutznießung der künstlichen Organe.
    Möglichst schnelles Verschleißen, besonders jener des Luxuskörpers. Unmodern-, Wertloswerden.
  • Zufriedenheit aus Freundschaftsbeziehungen.
    Freundschaftsbeziehungen, die zu Konsum führen (Essen, Trinken, Reisen, Unterhaltung usw.).
  • Bescheidenheit, Glück aus dem eigenen Selbst.
    Unbescheidenheit, kein Glück aus dem eigenen Selbst, Glück aus konsumfördernden Handlungen.
  • Verringerung der unangenehmen Arbeit, Freude an der Arbeit.
    Vermehrung jeglicher Arbeit, Umsatz, Steigerung des Nationalproduktes.
  • Befriedung der Welt, niedrigere Steuern.
    Gefühl der Unsicherheit, das hohe Staatsausgaben für Verteidigung rechtfertigt.
  • Abstimmung der Luxuskörper auf die eigenen Fähigkeiten.
    Keine solche Abstimmung. Jeder soll sich bis zum Tod nach etwas sehnen, das er noch nicht hat.
  • Entwicklung der eigenen Interessen.
    Entwicklung der eigenen Interessen derart, daß sie in konsumführende Kanäle einfließen.
  • Eigene Meinung.
    Ja keine eigene Meinung.
  • Charakter, Ehrenhaftigkeit.
    Charakter und Ehrenhaftigkeit nur insofern, als sie nicht zu einem Stagnieren der Machtsteigerungswünsche führen.
  • Eigener Entschluß.
    Ja kein eigener Entschluß. Die Entschlüsse werden fertig ins Haus geliefert, und zwar so, daß sie zu Konsum führen.
  • Verläßliche Nachrichtenübermittlung.
    Nachrichten werden zum Unterhaltungs- und Beeinflussungsmittel.
  • Unaufdringliche Staatsleitung.
    Aufdringliche Staatsleitung.
  • Gemächlichkeit.
    Steigerung der Schnelligkeit. Die Reise von Europa nach den USA soll nicht fünf, sondern nur mehr zwei Stunden dauern. Das ist ungeheuer wichtig.
  • Beherrschung der menschlichen Technik. Sie soll sein Diener sein, den man selbst ruft, wenn man etwas braucht. Der Diener soll einen nicht unaufhörlich stören, indem er seine möglichen Dienste anpreist.
    Beherrschung des Menschen durch seine Technik. Anhaltendes, rapides Wirtschaftswachstum.

(…) Dieses Modell wird somit von einem Menschen getragen, der darauf ausgerichtet ist, sich von direkter oder indirekter Beeinflussung freizuhalten, sich freiwilliger Selbstbeschränkung zu unterwerfen [PN: rationales Über-Ich], um so die negativen Faktoren der Lebensentfaltung zu beherrschen. [Hass:] „Auf seiner Fahne steht wieder Freiheit, jedoch vielleicht zum erste Mal völlig zurecht [PN: im Zusammenhang wird deutlich, daß Stirners „Eigenheit“ der passendere Begriff im Rahmen der Energontheorie wäre]. Sein zentrales Streben ist: Herr im eigenen Haus zu sein. Es läuft darauf hinaus, das Ich von allen fremddienlichen Einheiten zu befreien – so daß jede tatsächliche Fremddienlichkeit eine durchaus selbstgewollte und somit freie ist. Endziel ist hier ein möglichst freier Wille“. (Andreas Hantschk und Michael Jung: Rahmenbedingungen der Lebensentfaltung. Die Energontheorie des Hans Hass und ihre Stellung in den Wissenschaften, Solingen 1996, S. 196)

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Zum Gedenken an Hans Hass (Teil 2)

8. Juli 2013

Was die Einteilung der Energone betrifft, hält Hass die geläufige Unterteilung in Pflanzen und Tiere bei:

Hier liegen zwei große klar unterschiedene Gruppen vor – ebenso wie im zweiten Evolutionsteil jene der Berufstätigen und Erwerbsorganisationen. Auf diese Weise wird freilich nach verschiedenen Kriterien eingeteilt: erst nach der Art des Energieerwerbes, dann nach der Integrationsstufe. Formal richtiger wäre die Einteilung: Einzeller, Vielzeller, Berufstätige, Erwerbsorganisationen. Da jedoch jedes Einteilungssystem etwas künstlich in die Natur Hineingetragenes ist, scheint mir übertriebene Konsequenz hier nicht am Platz. (Hass: Naturphilosophische Schriften, Bd. 2, München 1987, S. 93)

Man kann das Lebendige auch von Hass‘ „Hyperzeller-Theorie“ aus betrachten: Was wäre ein Wolf ohne Beine? Tot, denn er würde schnell verhungern. Was wäre eine Spinne ohne Netz? Tot, denn sie würde schnell verhungern. Der Unterschied ist nur, daß der Wolf ein Vielzeller ist, dessen sämtliche Organe zu seinem Zellgefüge gehören. Während eine Spinne imgrunde immer nur ein Zellgefüge plus ein zusätzliches Organ (das Netz) ist, das nicht zum Zellgefüge gehört. Deshalb ist die Spinne nicht nur ein Vielzeller, sondern auch ein Hyperzeller. Während sich der Zellkörper nur aus natürlichen Organen zusammensetzt, kann sich der Leistungskörpers zusätzlich auch aus „zusätzlichen Organen“ zusammensetzen. Ohnehin bedeutet „Organ“ (griechisch organon) nichts anderes als „Werkzeug“.

Stellen wir uns nun mal vor, wir würden den werten Leser nackig machen und irgendwo in der russische Tundra aussetzen. Außerdem hätten wir ihn lobotomiert, so daß er die Intelligenz eines durchschnittlichen Säugetiers hat und sich keine Werkzeuge bauen könnte. Er wäre selbst im Sommer innerhalb von Tagen, wenn nicht Stunden tot. Der Mensch kann nur als Hyperzeller überleben. (Seine Vorstellungen vom Paradies beinhalten stets Szenarien, in denen er „nur Vielzeller“ sein kann!)

Er ist noch weit mehr von seinen zusätzlichen Organen abhängig als die Spinne. Zum „Hyperzeller“ wird er dadurch, daß er seinen Beruf ausübt und genauso wie die Spinne mit ihrem Netz mit seinen Werkzeugen und Kenntnissen („immateriellen“ Werkzeugen) Energie gewinnt, um leben zu können (konkret erhält er Anweisungsscheine auf Energie: Geld). Da er aber in einer Firma angestellt ist und alleine seinen Beruf nicht ausüben könnte, ist er nur Teilorgan eines umfassenderen Hyperzellers: der „Soundso GmbH“. Etwa so, wie auch eine einzelne Ameise biologisch betrachtet ein Unding ist und nur als Teil des Ameisenhaufens biologisch sinnvoll funktioniert.

Ich brauche den Leser nicht zu erklären, daß einerseits die Firma, in der er arbeitet, ihm sein Leben garantiert, es aber andererseits zerstört, weil sie keinerlei Rücksicht auf ihn als „nacktes Menschentier“ nimmt. Seine zusätzlichen Werkzeuge kommen über ihn und zerstören ihn. Aus den Sklaven, d.h. den Werkzeugen des Menschen, werden die Meister. So geht es gegenwärtig allen Menschen und zwar nicht nur als Individuen, sondern auch als Tierart, denn die Entwicklung der vom Menschen ausgehenden Hyperzeller (die die Lebensentfaltung der Ein- und Mehrzeller bruchlos fortführen) macht nicht nur aus den Einzelnen Wracks, die ihr Leben nur im Suff ertragen können, sondern sie zerstört auch die Lebensbasis der Tierart Mensch: der Planet geht an der Umweltzerstörung zugrunde.

Über die vierte Art von Energonen (nach Pflanzen, Tieren und Berufskörperen) bzw. den Hyperzeller höherer Integration schreibt Hass:

Ebenso, wie vor mehr als einer Milliarde Jahren manche Arten von Einzellern dazu übergingen, größere, vielzellige Lebewesen zu bilden, kam es auch bei den Hyperzellern zur Bildung von größeren, auf gemeinsame Aufgaben ausgerichtete Erwerbsorganisationen. Und ähnlich, wie im vielzelligen Körper die Zellen größere, leistungsfähigere Organe aufbauen – zum Beispiel die aus vielen Zellen bestehenden Flossen, Augen und Knochen, so bestehen auch in den größeren, von Tausenden von Hyperzellern gebildeten Lebenskörpern „Abteilungen“, die auf bestimmte Aufgaben ausgerichtet sind, in Wirtschaftsunternehmen etwa die aus zahlreichen Hyperzellern gebildete Betriebsleitung samt ihren ausführenden Organen, die Produktionsabteilung, die Verkaufsabteilung und andere. (Hass: Die Hyperzeller, Hamburg 1994)

Damit kann man den Menschen funktionell mit den Einzellern vergleichen, aus denen die Vielzeller hervorgegangen sind. Hass:

Wie bis heute jeder vielzellige Organismus aus einer Einzelzelle – der Keimzelle – hervorgeht, so haben auch die größeren Leistungskörper, die der Mensch aus zusätzlichen Organen aufbaut, stets einen oder mehrere Menschen als steuerndes Zentrum. Ich bezeichne die größeren Lebenseinheiten als Hyperzeller und behaupte, daß sie die Evolution der Einzeller und der Vielzeller unmittelbar fortsetzen. (ebd.)

Anders ausgedrückt: aus Sicht des lebendigen Funktionierens ist nicht der biologische Körper, wie man ihn in Präparatesammlungen begutachten kann, wichtig, sondern das lebendige Leistungsgefüge als ganzes, das aus mehr Einheiten bestehen kann als der bloße Zellkörper.

In der Entwicklung der Energone von den Pflanzen bis zu den Tieren, lassen sich vier Entwicklungsstufen unterscheiden:

  1. das Erbrezept (das Genom) baut Organe auf, die dann nach eigener Kompetenz funktionieren (Pflanzen);
  2. zusätzlich baut das Erbrezept das Zentrale Nervensystem auf, das das Zusammenwirken der Organe koordiniert, wozu zusätzlich Rezepte vererbt werden (die Tiere mit ihren angeborenen Verhaltensprogrammen);
  3. das Zentralnervensystem übernimmt selbst die Bildung dieser Rezepte (das Säugetier als „Lerntier“);
  4. durch Vormachen und Nachahmung („Erziehung“) und durch Sprache, Schrift, etc. können diese erworbenen Rezepte „vererbt“ werden. (Hass: Naturphilosophische Schriften, Bd. 2, S. 47-51)

Das ist eine Entwicklung zu immer mehr Freiheit und Autonomie, die aber gleichzeitig mit einer zunehmenden Gefährdung von Freiheit und Autonomie einhergeht: im Gegensatz zu einem Fisch oder Reptil kann man ein Säugetier dressieren – und einen Menschen kann man fast beliebig „erziehen“, d.h. ihm ein „Über-Ich“ verpassen. Betrachtet man dazu parallel die Entwicklung der Organe von den angeborenen, über die erworbenen zu den selbst hergestellten Organen (Werkzeugen), hat man die Naturgeschichte des menschlichen Elends vor sich: die Einheit von Panzerung („Über-Ich“) und „technischer Zivilisation“:

  1. alle Organe werden vom Genom aus Zellen gebildet;
  2. das Genom enthält Verhaltensrezepte für den Erwerb und Gebrauch zusätzlicher Organe (z.B. der Einsiedlerkrebs und sein Schneckenhaus);
  3. mit Hilfe seines Zentralnervensystems kann der Mensch beliebig viele zusätzliche Organe zur Anwendung bringen;
  4. es kommt zur Ausbildung der technischen Zivilisation, in der der Mensch selbst zum Anhängsel der Maschine wird.
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