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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 8. Der Kampf der Götter / Illusion Atheismus

28. Juli 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 8. Der Kampf der Götter / Illusion Atheismus

Antiorgontherapie (Teil 7)

12. Juli 2022

Bei aller unbestreitbaren historischen Kontinuität muß doch gesagt werden, daß die Orgonomie imgrunde das Gegenteil der Psychoanalyse und aller aus ihr hergeleiteten Therapieformen ist! Diese „Bewußtseinstechniken“ wirken, weil die Energie, die sich in neurotischen Symptomen geäußert hat, im „Charakter“ gebunden wird (Panzerung). Psychotherapie ist die Flucht vor den Emotionen.

Vor 15 Jahren haben Matthew Lieberman und seine Kollegen an der University of California in Los Angeles mit bildgebenden Verfahren die Gehirnaktivität von 30 Probanden analysiert, die auf Bilder blickten, auf denen Gesichter gezeigt wurden, die bestimmte Emotionen zum Ausdruck brachten. Sie mußten zwischen zwei Namen, einem weiblichen und männlichen, je nach dem Geschlecht der Person, deren Gesicht zu sehen war, und zwischen zwei Wörtern wählen, um die Emotion richtig zu benennen. Beim Auswählen des Namens traten keine nennenswerten Veränderungen auf, doch beim Benennen der Emotion wurde eine Region im präfrontalen Cortex, dem „obersten Kontrollzentrum“, aktiviert, die mit dem In-Worte-fassen von emotionalen Erfahrungen assoziiert ist. Entsprechend reduzierte sich die Aktivität im „triebhaften“ Limbischen System, der Amygdala. Bei jenen Probanden, die Meditation und andere „Bewußtseinstechniken“ ausüben, traten diese Veränderungen besonders stark hervor. Sie haben sich im Griff, indem sie ganz im Hier und Jetzt bleiben und beispielsweise zu sich sagen: „Ich bin wütend“ – und sich so von eben dieser Wut distanzieren. Wenn man Gefühle in Worte faßt, ist es als trete man bei der emotionalen Reaktion auf die Bremse. Deshalb ist es auch hilfreich über seine Gefühle zu sprechen. Sie werden auf diese Weise „bewältigt“. Ein Gutteil der Psychotherapien funktioniert auf diese Weise.

Wir alle kämpfen mit unseren Emotionen und Gefühlen. Ein Zen-Meister wird sagen: bilde einen freien Raum zwischen dir und der störenden Emotion und laß sie dich nicht beherrschen. Letztendlich sollen wir uns nicht nur von unseren Ängsten, sondern auch von unseren Sexualtrieben lösen, um „frei zu sein“! Imgrunde ist das ganze Psychozeugs nichts anderes als „Let’s talk about Sex!“ In der Orgontherapie lernt man genau das Gegenteil: komme in Kontakt mit Deinen Gefühlen. Du wirst merken, daß je mehr du dich ihnen überläßt, sie desto angenehmer und „beherrschbarer“ werden. Die üblichen Psychotherapien sind im tiefsten Sinne „reaktionär“, weil sie nicht Energien befreien, sondern binden. Psychopharmaka ergänzen diesen Abpanzerungsprozeß. Und eure „Spiritualität“ (Achtsamkeit, Yoga, Meditation etc.) könnt ihr euch sonstwohin stecken!

Antiorgontherapie (Teil 3)

6. Juli 2022

Eines der Hauptübel des sogenannten „Reichianismus“ ist die Zerstörung der von Reich entwickelten Therapietechnik. Diese beruht auf folgender Gleichung:

Der orgonotische Kontakt kommt insbesondere in kurzen und präzisen Interventionen und Äußerungen von Seiten des Therapeuten zum Ausdruck. Es geht nicht um ausgefeilte körperliche „Übungen“ wie in der „Bioenergetik“ a la Alexander Lowen und dem kontaktlosen Unsinn, der als „energetische Medizin“ verkauft wird. Zur Zerstörung der Therapie gehören insbesondere genaue Anweisungen, wie der Patient zu liegen hat, wie irgendwelche Gliedmaßen angewinkelt sein müssen, etc. Auch geht es nicht um irgendwelche langen verbalen Erläuterungen, sondern schlicht darum, den Patienten mit seiner eigenen Kontaktlosigkeit in Kontakt zu bringen. Wenn der beispielsweise langatmig „möglichst präzise“ sein Verhältnis zu seinen Mitmenschen erklären will, geht es von seiten des Therapeuten nicht darum den Patienten mit irgendwelchen „brillanten“ Analysen übertrumpfen zu wollen, sondern ihn zurück zu seinem grundlegenden emotionalen Problem zu führen: „Sie haben schlichtweg Angst!“

Das ist Orgonomie! Es hat nichts mit dem pseudointellektuellen und „pseudoenergetischen“ Komplexitäten der mechano-mystischen Weltanschauung zu tun, die auf einer einzigen Maxime beruht: dem Ausweichen vor dem Wesentlichen. Wenn du als Patient einem dieser Wichtigtuer gegenübersitzt, der „präzise“ jede Muskelspannung bearbeiten will, ohne vorher deren Funktion erfaßt zu haben, und mit vermeintlich brillanten Bonmots jede unbewußte Regung erklärt – lauf weg! Das zeigt alles nämlich nur eins: den mangelnden orgonotischen Kontakt beim Therapeuten, den er durch aufgesetztes „Spezialistentum“ wettmachen muß.

Wie Charles Konia in „Orgone Therapy: Part III. The Application of Functional Thinking in Medical Practice” (The Journal of Orgonomy, Vol. 20, No. 2, November 1986, S. 285-292) ausführt, bestimmt das, der orgonotische Kontakt, die gesamte Beziehung zwischen Therapeut und Patient:

In der therapeutischen Beziehung ist der Therapeut weder „besser“ als der Patient, noch sind Patient und Therapeut „gleichgestellt“, also keine Freunde oder Kameraden. Sowohl elitäres als auch anti-elitäres Denken sind in der Therapie neurotische Tendenzen, die entweder von Seiten des Patienten oder von Seiten des Therapeuten ausgehen. Diese Einstellungen werden den Fortschritt der Therapie stören. In der therapeutischen Beziehung repräsentieren Patient und Therapeut einfach unterschiedliche Funktionen. Sowohl der Patient als auch der Therapeut müssen in der Lage sein und die Bereitschaft zeigen, ihre jeweiligen Rollen einzunehmen. Der Patient repräsentiert den Vorgang der einer ärztlichen Behandlung unterliegt, während der Therapeut den ärztlichen Behandlungvorgang vertritt. Ohne diese Übereinkunft kann es keine Therapie geben. (…) Neurotische Gegenentwürfe zur therapeutischen Beziehung treten auf, wenn der Patient vom Therapeuten „gefesselt“ ist, ihn als „Kumpel“ und „Spezi“ empfindet, ihn „idealisiert“, sich als „Mitarbeiter“ oder bloße „Schachfigur“ des Therapeuten fühlt oder wenn der Therapeut zum „Guru“ oder zum „Freund“ des Patienten wird.

Sollte sich der vermeintliche „Orgontherapeut“ dir gegenüber unprofessionell verhält, d.h. einen auffallenden Mangel an Distanz zeigt oder so tut, als schwebe er in höheren Sphären und wäre mehr als ein Arzt, dann ist er dermaßen krank, daß er im Zweifelsfall wahrscheinlich mehr Hilfe benötigt als du selbst.

Ein guter Therapeut stellt ein ganz normales, der Situation angemessenes Arzt-Patient-Verhältnis her. Und wie jeder gute Arzt weiß er, was er tut, d.h. er ist in seinen Interventionen sparsam und zielgerichtet. Es ist wie in jeder anderen Lebenssituation auch. Der gute Handwerker fällt in wenigen Schritten eine Diagnose und behebt den Schaden entsprechend zielgerichtet. Der kontaktlose Pfuscher hingegen weiß nicht was er tut und hinterläßt ein hoffnungsloses Chaos. Er geht immer nach Schema F vor oder improvisiert ziellos vor sich hin.

Ich habe am Rande selbst mitbekommen, wie es Patienten von Möchtegern-„Orgontherapeuten“ von Sitzung zu Sitzung schlechter ging. Andere „Orgontherapeuten“ erklärten ihren enttäuschten und verzweifelten Patienten schließlich frech, daß Reichs Ansatz mittlerweile halt überholt sei, die Menschen heute „frühgestört“ seien und der Patient deshalb eine neue Serie von (ebenso kontaktlosen) „therapeutischen“ Interventionen über sich ergehen lassen müsse. Die Anzahl der Methoden, die ein „Orgontherapeut“ anbietet, korreliert mit dem Ausmaß seiner Kontaktlosigkeit. Den Anfang machte Ende der 1950er Jahre Alexander Lowen mit seinen „bioenergetischen Übungen“.

Das Elend der Psychotherapie ist weit verbreitet. Louis Berger, ein führender Psychoanalytiker in den USA, beschreibt in seiner Freud-Biographie Freud: Darkness in the Midst of Vision (New York 2000), wie er im Laufe der Zeit mit den führenden Ausbildungs-Analytikern und ihren Patienten in Kontakt kam, die langfristigen Effekte der Therapien sah – und nur bestätigen kann, was der bekannte Psychotherapie-Kritiker Jeffrey M. Masson 1992 über dessen eigene Ausbildungsanalyse geschrieben hatte: der führende Analytiker sei autokratisch gewesen, seine Vorgehensweise von Willkür und Machtmißbrauch geprägt (S. 376 und 386).

Leute, laßt Euch nicht von „Therapeuten“ für dumm verkaufen, die einen größeren Dachschaden haben, als ihr selbst!

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 1)

10. Juni 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Es ist dies das Wahrzeichen aller reaktionären Wünsche, daß sie etwas Allgemeines, Abstraktes, einen leeren, leblosen Begriff herstellen wollen, wogegen die Eigenen das stämmige, lebenvolle Einzelne vom Wust der Allgemeinheiten zu entlasten trachten. (Max Stirner: Der Einzige und sein Eigentum, Stuttgart 1981, S. 254)

Der „Panzer“ der Orgonomie und das „Über-Ich“ der Psychoanalyse sind funktionell identisch: ins Innere aufgenommene Außenwelt. Es ist das Trojanische Pferd, der Feind innerhalb der eigenen Mauern, die Überwachungskamera in uns selbst, die Polizei in unserem Inneren, das „Überwachungs-Ich“. „Ich“, weil es durch Identifikation mit dem Feind entsteht, d.h. den Vertretern einer lebensfeindlichen Gesellschaft in unserer Kindheit – unsere Eltern. Diese „inneren Hierarchien“ zu beseitigen bzw. ihre Formierung zu verhindern und so die Selbststeuerung freizusetzen, war das, was Julien Offray de La Mettrie (1709-1751), Max Stirner (1806-1856) und Wilhelm Reich (1897-1957) von allen anderen Denkern abhob. Von daher Bernd A. Laskas Kürzel „LSR“. LSR ist die Aufklärung, ansonsten ist ausnahmslos alles die lebensfeindliche Reaktion.

In der Orgonomie taucht der Begriff „Über-Ich“ nur noch marginal als psychoanalytischer Restbestand auf („der Patient hat ein sadistisches Über-Ich“ und ähnliche Formulierungen). Reichs Mitarbeiter und späterer Biograph Myron Sharaf hat darauf hingewiesen, daß Reich ganz bewußt auf eine psychoanalytische Begrifflichkeit verzichtet hat, um sich vom Freudistischen Paradigma abzuheben. Ausgerechnet Reich, der als einziger das Über-Ich wirklich ernstnahm, hat diesen Begriff nicht mehr verwendet – eben weil er es als einziger ernst nahm. Ohne Elsworth F. Baker wäre heute der Begriff „Über-Ich“ (zusammen mit anderen psychoanalytischen Begriffen) in der Orgonomie tabu! Wenn’s nach seinem innerorgonomischen Kritiker Chester M. Raphael gegangen wäre, könnte man nicht mal mehr vom „Charakter“ sprechen.

In der Charakteranalyse legte Reich dar, daß das Über-Ich funktionell identisch mit der Panzerung ist (KiWi, S. 217-219). Er beschreibt zunächst wie das Ich zwischen dem Es und der Außenwelt vermittelt, indem es die frustrierende Außenwelt in sich aufnimmt und so das Über-Ich als Selbstbehauptungsmechanismus ausbildet. Kurz danach beschreibt Reich den Panzer als Schutzmittel gegen die Außenwelt, der sich ebenfalls aus den Elementen der Außenwelt aufbaut.

Das Über-Ich, sozusagen die psychologische Seite der Panzerung, ist demnach, genau wie die Panzerung selbst, ein Schutz gegen die Außenwelt: man paßt sich an, damit einen die feindliche Außenwelt nicht vernichtet. „Anpassung“ und „Autonomie“ schließen sich aber aus. Das Über-Ich ist in die Persönlichkeit inkorporierte Außenwelt und behindert die persönliche Autonomie. Durch die biophysiologische Panzerung (das tiefenpsychologische Über-Ich) wird aber nicht nur die Freiheit behindert, sondern auch das mit der Freiheit untrennbar verbundene Verantwortungsbewußtsein und die Rationalität! Rationalität bedeutet die Harmonie von einerseits innerer Triebnatur und andererseits gesellschaftlicher Organisation von Liebe, Arbeit und Wissen. Rationalität ist nichts anderes als die Harmonie der Funktionen.

Orgonomie und Metaphysik (Teil 62)

18. Mai 2022

Letztendlich ist der Mystizismus eine Verschwörung, um die Wahrheit zu verbergen. Dazu drei Beispiele:

1. Die Verschwörer schlagen uns stets mit unserer eigenen Waffe, d.h. der Enthüllung der Wahrheit. Zwei hypothetische Beispiele: Die USA entwickeln mit Hilfe der erbeuteten unausgereiften deutschen „Wunderwaffen“ eine Superwaffe, die sie ähnlich etwa einer Atombombe nicht wirklich verbergen können. Die Augenzeugenberichte sind nicht mehr aus der Welt zu schaffen, also setzt man über Einflußagenten immer absurdere Geschichten über „Außerirdische“ in die Welt, so daß keiner dieser Berichte jemals wieder ernstgenommen wird und die Augenzeugen ihre eigenen Erinnerungen entsprechend dem gewollten Narrativ „umschreiben“. Oder man nehme den Skandal um „9/11“ und all die Verbindungen zum saudischen Königshaus. Was tun, um die Leute fehlzuleiten? Man erfindet absurde Geschichten über die absichtliche Sprengung der Wolkenkratzer. Das Gemeine ist, daß auch das Gegenteil wahr sein könnte, also die Rede von „Superwaffen“ die außerirdische Invasion verhüllen soll oder ich hier die wirklichen Täter von „9/11“ schütze! Echte Enthüllungen werden verhindert mittels sozusagen falschen „Gegenenthüllungen“.

2. So arbeitet die Emotionelle Pest stets, insbesondere indem eine Wahrheit in einem undurchdringlichen Gestrüpp aus Nebensächlichkeiten erstickt und unzugänglich gemacht wird. Bernd A. Laska hat sich die Enthüllung dieses Mechanismus mit seinem LSR-Projekt zur Lebensaufgabe gemacht. Voltaire, Diderot, Rousseau, de Sade etc., d.h. ganze Bibliotheken und der Gehirnschmalz ganzer Generationen von Geisteswissenschaftlern dienten nur dazu, die einfachen Wahrheiten von LaMattrie zu übertönen. Desgleichen bei Stirner durch Marx, Nietzsche und Konsorten und bei Reich. Reich wurde von Freud verfolgt, weil er den Kern der Psychoanalyse freigelegt hatte und danach diente alle Beschäftigung mit Reich wiederum dem Ziel, diese Tat Reichs im Verborgenen zu halten.

3. Hat sich die Wahrheit trotzdem durchgesetzt, wird sie in die Zange genommen, indem die einen ihre Vertreter der rigiden Orthodoxie zeihen, die das Feuer der Wahrheit ersticken, während die anderen genau denselben Leuten eine laxe Heterodoxie vorhalten. Mit anderen Worten: sie können niemals irgendetwas richtig machen, etwa dem Erbe Reichs gerecht werden. Auf diese Weise wird die Wahrheit in alle Ewigkeit im mystischen Verborgenen bleiben – und dergestalt die Emotionelle Pest triumphieren. Auf diese Weise wurde Elsworth F. Baker und das American College of Orgonomy von jeher von den falschen Freunden Orgonomie in Schach gehalten und dergestalt das Erbe Reichs systematisch zerstört.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 3. Reich und die Juden / Die Kabbala

23. April 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 3. Reich und die Juden / Die Kabbala

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 3. Reich und die Juden / Das Judentum (Teil 2)

5. April 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 3. Reich und die Juden / Das Judentum (Teil 2)

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 1. Die Apokalypse / Wenn alles Natur ist, wie kann es dann Wiedernatur geben?

21. März 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 1. Die Apokalypse / Wenn alles Natur ist, wie kann es dann Wiedernatur geben?

Orgonomie und Metaphysik (Teil 36)

22. Februar 2022

Religiöse Vorstellungen sind weder irrelevant, noch einfach nur nichtig, sie können sogar eine mehr oder weniger notwendige Stimulans für das lebendige Leben sein, doch leider Gottes besteht ihr gegenwärtiges Wirken ganz im Gegenteil in der Behinderung des Lebens. Es ist wie mit dem kosmischen Orgonenergie-Ozean, der sich in uns sozusagen „selbstverwirklicht“, was sich ins Gegenteil verkehrt, wenn wir z.B. über KKWs ORANUR-produzierend auf ihn rückwirken. Genauso wie wir im kosmischen Rahmen, haben die Religionen im biosozialen Rahmen in ihrer rationalen Funktion versagt. Es war die Funktion der Aufklärung die Integrität des Lebens gegen die zerstörerische Einflußnahme der „höheren Welten“ zu verteidigen und in Fortführung von Nietzsches „Kunst des Zweifels“ und der Freudschen Psychoanalyse ist Reichs Orgonomie der Höhepunkt dieser kostbaren europäischen Tradition der Vernunft, die wir unter allen Umständen verteidigen müssen. Ziel der Sexualökonomie war es immer, den Gottesglauben mit der Wurzel aus der menschlichen Seele zu reißen. Nur so wäre beispielsweise im Nahen Osten Frieden möglich. Ecrasez l’Infame!

Wenn da nicht ein ganz entscheidendes Handikap wäre: wie Nietzsche sagt, haben wir zuwenig Religion, um die Religion zu vernichten (Nachgelassene Fragmente 1875-1879, KRITISCHE STUDIENAUSGABE, Bd. 8, S. 344). Wir glauben einfach zu wenig an das Leben, als daß wir z.B. dem todessüchtigen Glaubenseifer der Moslems auch nur irgendetwas entgegenhalten könnten. Wie will man gegen Feinde kämpfen, die den Tod verachten? Immerhin hat eine orientalische Horde von schwachsinnigen religiösen Fanatikern es fertiggebracht, die antike Welt zu vernichten. Das gleiche könnte auch dem heutigen Europa widerfahren.

Das lebendige Orgonom ist durch den Widerspruch zwischen seiner „gefrorenen“ Struktur und der beweglichen, freien organismischen Orgonenergie gekennzeichnet, die nach „Befreiung“ drängt.

https://www.youtube.com/watch?v=4bj6SqgT4SQ

Reich spricht vom „Gefühl von etwas getrennt zu sein“, das bei sensiblen, gesunden Menschen auftritt. Reich:

Es drückt sich am klarsten im Schmerz aus, in der schmerzlichen Pein vom Liebsten getrennt zu sein, ob es das Kind, die Frau, der Ehemann ist; mit einem Verlangen wieder vereint zu sein, wieder zusammen zu sein, wieder den Kontakt zu spüren. Aber ich denke, daß diese Liebeserfahrung eine der Funktionen, eine der Variationen einer viel tieferen Sache ist. Irgendwie kommst du zu solchen Gedanken in sehr stillen Nächten, ohne Geräusche in der Umgebung außer dem Wind; Gedanken darüber, vom kosmischen Orgon-Ozean getrennt zu sein, sozusagen abgesondert zu sein. Und das, was sie Nirwana nennen oder kosmisches Verlangen, all dies scheint der tiefste Ausdruck eines sehr tiefen Wunsches oder einer Tendenz zu sein („Wunsch“ ist zu psychologistisch, um dies zu beschreiben), zum kosmischen Orgon-Ozean zurückzukehren. Und hier hatte Freud irgendwie Recht mit seinem Todestrieb, aber er wußte es nicht. Und keiner wußte es zu jener Zeit. Die innige Rückkehr, die als Rückkehr zur Gebärmutter beschrieben wurde, die Rückkehr zu den Müttern in den alten griechischen Mythensammlungen, die Rückkehr zum Orgon-Ozean. Dieses Verlangen ist nicht so schmerzhaft, wenn du dich in einer funktionierenden, guten Liebesbeziehung befindest oder wenn du ein Kind hast, das du liebst, und so weiter. Es kann dort befriedigt werden. („Man’s Roots in Nature“. Orgonomic Functionalism Vol. 2, 1990, S. 68)

Die Sehnsucht nach Transzendenz, der Drang das Energetische, das „Feinstoffliche“, den „Geist“ von den Banden des Körpers zu befreien, scheint also eine natürliche Bestrebung zu sein, die durch die Panzerung in seiner Dringlichkeit nur verstärkt wird. Entsprechend ist die Religion des gepanzerten, orgastisch impotenten Menschen nach dem Muster einer masochistischen Perversion gestaltet: monotone Riten, Zwangshandlungen, Geißelungen, Todessehnsucht. Man könnte deshalb den Tod als einen „finalen Orgasmus“ betrachten, bezeichnen doch die Franzosen den Orgasmus als „den kleinen Tod“.

Ist die Abwehr des Todes vielleicht so etwas wie Hingabeunfähigkeit? Von alters her galt sexuelle Enthaltsamkeit als Garant für ein langes Leben. Zum Beispiel glauben die Chinesen, daß mit jeder Ejakulation der Mann einen Teil seiner Lebenszeit verliert. Das ist natürlich vollkommener Unsinn. Reich hat gesagt, daß „Todes- und Sterbensangst identisch mit unbewußter Orgasmusangst ist“ (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 119).

Aus der Vegetotherapie ist bekannt, daß sich orgastische Empfindungen unter dem Druck der Orgasmusangst als Sterbensangst äußern: „Sterben“ im Sinne von Zergehen, Zerfließen, Bewußtseinverlieren, Sich-Auflösen, „Nichtsein“! (Der Krebs, Fischer TB, S. 199)

Hermann Hesse hatte 1919 diese Zusammenhänge in seiner Erzählung Klein und Wagner beschrieben. Alle Ängste einschließlich der Todesangst „waren nur Masken und Verkleidungen. In Wirklichkeit gab es nur eines, vor dem man Angst hatte: das Sichfallenlassen“. Und Edgar Allan Poe hat sehr schön dargestellt, daß der Schrecken gerade darin bestehen kann, nicht sterben zu können, sondern wie ein „Untoter“ unerlöst im Leben festzusitzen. Siehe auch den christlichen Ahasver-Mythos, den „Fliegenden Holländer“ oder den Film Highlander.

Bei der sadomasochistischen Todessehnsucht nach dem „orgastischen Paradies“ kann man auch an das japanische Harakiri denken (siehe Charakteranalyse  und Die Funktion des Orgasmus). Der Tod des englischen Politikers Stephen Milligan 1994 war dergestalt wohl ein Ergebnis echter spiritueller Bestrebungen: Über seinen Kopf war eine Plastiktüte gestülpt, um seinen Hals war ein Stromkabel gewickelt und in seinem Mund steckte eine geschälte Apfelsine, in der sich eine Drogenkapsel befand. Diese Teilstrangulierung bis an die Grenze des Exitus soll zu einem ganz außergewöhnlich starken Orgasmuserlebnis führen. In Klöstern passiert nichts anderes, wenn auch mit anderen Mitteln. Mönche tragen keine Strapse wie englische Politiker.

Orgonomie und Metaphysik (Teil 31)

10. Februar 2022

Gibt es ein Leben nach dem Tode? Zunächst einmal beantwortet sich diese Frage natürlich von selbst, denn wie sollte man den Tod anders als Nichtvorhandensein von Leben definieren?! Reich betrachtet das Phänomen „Leben“ als die Pulsation der materiefreien Orgonenergie in einer materiellen Membran. Man könnte auch auf die Kreiselwellen-Bewegung der Orgonenergie hinweisen, die für die typische „Bohnenform“ allen Lebendigen verantwortlich ist („das Orgonom“). In jedem Fall ist das Leben über Bewegung definiert.

Betrachten wir dazu nochmals die entsprechende orgonometrische Gleichung aus Teil 30:

Wir sehen, daß, erstens, das Leben eine tiefere Ebene haben muß, die „orgonotische Erregung“, und sich, zweitens, das Leben nicht in Bewegung erschöpft, sondern einen zweiten Aspekt hat: die koexistierende Wirkung, d.h. das einheitliche Funktionieren unabhängig von Bewegung und damit von Raum und Zeit. Tatsächlich leben wir (und alle anderen höheren Lebewesen) einen Gutteil des Tages in diesem „Bereich“, nämlich dann, wenn wir nach außen hin bewegungslos sind, d.h. im Schlaf.

Im Traum erfahren wir unmittelbar, was „koexistierende Wirkung“ ist, denn wir treten in eine Welt ein, in der es keinerlei Geräusche und Stimmen gibt, sondern sich die Menschen (die Figuren im Traum) telepathisch unterhalten, also der Raum nicht trennt, und alle Gesetze der Logik, d.h. das „folgerichtige“ Nebeneinander (Raum) und das „folgerichtige“ Nacheinander (Zeit) aufgehoben sind. Die Psychoanalyse und der Surrealismus haben sich eingängig mit dieser Sphäre auseinandergesetzt.

Wir wissen also aus alltäglicher Erfahrung, daß es in der „Bewegungslosigkeit“ des Schlafes, d.h. wenn wir sozusagen „halbtot“ sind und die Funktion „relative Bewegung“ weitgehend zum Erliegen kommt, die Funktion „koexistierende Wirkung“ nicht nur weitergeht, sondern sogar in den Vordergrund tritt.

Es wäre Unsinn auf Grundlage derartiger Überlegungen die Anfangsfrage doch noch bejahen zu wollen, aber wir haben zumindest einen Ansatz, der darauf deutet, daß die Frage nicht ganz so unsinnig ist, wie ich es zu Beginn angedeutet habe!