Die Schere in den heutigen Volkswirtschaften

2. November 2013

Ökonomie beruht letztendlich auf den biosozialen Beziehungen zwischen Menschen. Jemand, etwa Bill Gates, hat eine „gute Idee“, die den ungerichteten biophysischen Aktivitäten von Menschen eine Richtung gibt, d.h. aus diesen Arbeit macht. Um aus dieser Idee eine tragfähige materielle Macht zu machen, die tatsächlich neue Arbeitsplätze schafft, benötigt der Erfinder Kapital, d.h. konkret Kredit. Er geht eine langfristige Beziehung mit dem Kreditgeber ein, dem er den Kredit plus Zinsen zurückzahlen muß.

In früheren Zeiten spielte Kredit eine untergeordnete Rolle. Handwerker konnten sich ihr Startkapital noch selbst erarbeiten, Bauern konnten sogar praktisch aus dem Nichts anfangen. Inzwischen sind aus Handwerken Spezialisten geworden, die teure Spezialgeräte benötigen, Bauern wurden zu Agrarmanagern, etc. Der Kapitalbedarf steigt mit der Entwicklung des „Kapital-ismus“ exponentiell an. Doch gleichzeitig nimmt die Fähigkeit der Menschen ab, die ungeheuren Spannungsbögen, die dem Versprechen entsprechen, das aufgenommene Geld in Zukunft mit Zins zurückzuzahlen, auszuhalten und die Aktivitäten entsprechend fokussiert zu halten, d.h. zu arbeiten.

Noch für meine Eltern war es praktisch undenkbar „Schulden zu machen“, selbst wenn sie eine Idee wie Bill Gates gehabt hätten. Hätten sie aber einen Kredit aufgenommen, wäre ihre Arbeitsethik und ihre Kontaktfähigkeit groß genug gewesen, die Verantwortung, die sie auf sich geladen haben, auch zu tragen. Seit etwa 1960 sind jedoch Generationen herangewachsen, bzw. sozialisiert worden, die sich nicht mehr auf die Zukunft vertrösten lassen wollen, die „Genuß sofort“ haben wollen, entsprechend gerne Kredite aufnehmen, jedoch vollkommen unfähig sind, die damit einhergehende Jahre und Jahrzehnte andauernden Spannungsbögen auszuhalten und fokussiert zu bleiben. Das reicht vom kleinen Konsumentenkredit bis hin zu Krediten für ganze Nationen.

Die Schere zwischen der ökonomischen Notwendigkeit, durch die der Kredit eine immer größere Rolle spielt, und der durchschnittlichen Charakterstruktur der Massen, die nicht mehr „kreditwürdig“ ist, geht immer weiter auseinander.

Die Ursprünge des Kapitalismus sind charakterologischer Natur, d.h. er beruhte auf Menschen, die die Befriedigung hinauszögern konnten und nicht nur im Hier und Jetzt lebten. Klassische Beispiele sind die Juden und die Protestanten, die sich vor ihrem Gott verantworten müssen (man lese nur die durch und durch „kapitalistischen“ Parabeln von Jesus!), und nicht zuletzt die Menschen in Nordeuropa, die die Natur zwingt, in langfristigen Zeiträumen zu denken, weil sie in der dunklen Jahreszeit von dem leben müssen, was sie in der hellen erarbeitet haben. Diese charakterologischen Unterschiede sind auch der letztendliche Grund dafür, warum der protestantische Norden Europas keinen gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsraum mit dem katholischen Süden Europas zustande bringt.

Rein ökonomische Faktoren können diese sich immer weiter öffnende Schere zwischen den beiden Regionen nicht erklären. Das fängt beim Zeitmanagement im Alltag an, was beispielsweise simple Verabredungen beinhaltet, führt über Ordnung und Hygiene, die immer mit Zeitverzögerung und Triebaufschub einhergehen, und endet in der großen Fiskalpolitik.

Dank der „multikulturellen Gesellschaft“ ist uns diese Dynamik näher denn je: jeder Handwerker, Händler, Geschäftsmann, etc. wird bestätigen, daß es fast unmöglich ist, mit „Südländern“ normal und entspannt Geschäfte zu machen. Ein ähnliches Verhältnis besteht zwischen jenen, die charakterologisch noch in einer Welt vor 1960 leben und jenen, die eine antiautoritäre Struktur haben. Man sieht es diesen Leuten schon „irgendwie“ an, daß man ewig seinem Geld hinterherlaufen wird müssen, wenn man es überhaupt bekommt!

Hier gehört auch die zunehmende Propaganda gegen den Zins, die ultra-autoritäre Islamisten mit den Antiautoritären verbindet. Sie beruht nicht auf vermeintlich tieferen ökonomischen Einsichten, sondern ist Ausfluß der Charakterstruktur der „Zinskritiker“.

Man könnte einwenden, daß das „Südliche“ und das „Antiautoritäre“ weniger „gepanzert“ und „natürlicher“ seien. Oberflächlich betrachtet stimmt das sogar. Beispielsweise waren die europäischen Eroberer zu Beginn der Neuzeit entsetzt, daß die „Primitiven“ alles stahlen, was nicht niet- und nagelfest war und kaum zur Arbeit motiviert werden konnten, also für den Kapitalismus schlichtweg ungeeignet waren. Dabei wird aber außer acht gelassen, daß die Ureinwohner umgekehrt mindestens ebenso entsetzt waren, daß sich die Europäer über alle möglichen Tabus hinwegsetzten und ihrerseits eingegangene Verpflichtungen nicht einhielten.

Stammesgesellschaften hängen, ähnlich wie der Kapitalismus, auf ihre Weise ebenfalls davon ab, daß lange Spannungsbögen ausgehalten werden, man sich an Spielregeln hält und Verpflichtungen, die man eingegangen ist, sozusagen „mit Zins“ erfüllt. Es stimmt zwar, daß ökonomisch diese beiden Welten kaum vergleichbar sind (beispielsweise weil man in primitiven Gesellschaften kaum etwas „quantifizieren“ und entsprechend mit einem „Preisschild versehen“ kann), aber die charakterologischen Grundlagen sind weitgehend identisch.

Primitive Gesellschaften müssen nicht in jedem Fall „ungepanzert“ sein, können sogar weitaus neurotischer sein, als die westliche Gesellschaft. Und kapitalistische Gesellschaften könnten ebensogut von genitalen Charakteren bevölkert sein. Zu glauben, daß eine „solidarische Gesellschaft“ im Großmaßstab entsprechend den Stammeskulturen möglich wäre, ist illusorisch. Erstens sind Stammesgesellschaften nur solange „solidarisch“, solange sich der Einzelne an die Spielregeln hält und eingegangene Verpflichtungen auch erfüllt. Zuwiderhandlungen werden mit dem Ausschluß aus der Gemeinschaft und damit mit dem sicheren Tod bestraft. Und zweitens können solche primitiven Wirtschaftssysteme, die nicht quantifizierbar sind und ausschließlich auf persönlichem Kontakt beruhen, in größeren Gemeinschaften nicht funktionieren, sondern schlagen unversehens in ihr Gegenteil um: Vetternwirtschaft, Willkür und Tyrannei. Beispiele sind das Inka-Reich und das Reich der Azteken, die vor allem deshalb untergingen, weil sich unterworfene Stämme mit den Europäern verbündeten, um das unerträgliche Joch abzuschütteln.

Auf jeweils eigene Art haben der Kommunismus, der Faschismus und der Nationalsozialismus versucht, zum vermeintlichen Paradies einer „solidarischen Gesellschaft“ zurückzukehren. Es endete stets in einem Desaster. Zum Kapitalismus gibt es prinzipiell keine Alternative. Seine Fehlentwicklungen haben ausschließlich einen charakterologischen Hintergrund.

koniabarnes2

Der NACHRICHTENBRIEF zur Bundestagswahl

17. September 2013

Ich kann mich noch plastisch erinnern, mit welchem Anspruch die Grünen (damals echte Kinderliebhaber) Anfang der 1980er Jahre in den Bundestag zogen. Man sollte endlich über alles sprechen können, insbesondere aber über die eigenen Interessen. 30 Jahre später kann man dank dieser Ratten über NICHTS mehr sprechen, ohne als „Nazi“ zu gelten!

Was war die „Emanzipationsbewegung“? Menschen sollten ihre ureigensten Interessen erkennen und für die Durchsetzung dieser Interessen streiten. Was folgte, war genauso wie zu Zeiten der russischen Revolution. Kaum sind die Roten Faschisten an der Macht, wird daraus das genaue Gegenteil: jeder, der für seine eigenen Interessen eintritt, gilt plötzlich als reaktionärer Konterrevolutionär. In der Sowjetunion sind solche Leute in den Vernichtungslagern des GULAG verschwunden, heute droht ihnen der gesellschaftliche Tod als „Rechte“, „Rassisten“, „Nazis“.

Die Leute, die arbeiten, arbeiten ein Großteil des Jahres als Sklaven jener, die das Sozialsystem schamlos ausnutzen, aber wehe du beschwerst dich über die unerträgliche Steuer- und Abgabenlast! Wehe du wehrst dich gegen Biogasanlagen und Vogelschredder (angebliche „Windkraftanlagen“)! Wehe du wehrst dich gegen die grün-rote Indoktrination in den Schulen, die allem diametral widerspricht woran du glaubst! Deine Kinder gehören ihnen, d.h. der Partei der Kinderficker! Wehe du wehrst dich dagegen, daß die Politiker dich zwingen, deine Kinder in einer Art landesweiter „Bronx“ aufwachsen zu lassen! Jede ethnische Gruppe auf diesem Planeten kämpft für ihre eigenen Interessen, aber wehe du wehrst dich gegen die Überfremdung oder zeigst Solidarität mit deinen Leuten!

Es ist Wahlkampf. Eines dieser Nazi-Faltblätter im Briefkasten: „Laß Dich von diesem asozialen System nicht länger zum Narren halten und kämpf’ für eine deutsche Zukunft!“ „Zukunft statt Überfremdung: NATIONALER SOZIALISMUS – JETZT!“ Während die einen uns den Sozialismus bringen wollen, indem sie diese Gesellschaft mit Hilfe des „Multikulturalismus“ an den Rand des Zusammenbruchs treiben (das Sozialsystem soll kollabieren und so die „gesellschaftlichen Widersprüche“ sichtbar werden), nutzen die anderen dieselben Migranten, um die indigene Bevölkerung in die Rebellion zu treiben. Die Linke benutzt das Überhandnehmen dieses dumpfen Ressentiments („das gesunde Volksempfinden“) wiederum als Rechtfertigung für eine umfassende „antifaschistische“ Umerziehung. Die hirnzerfressenden Auswüchse der „Antifa“ bietet der NPD dann jede Menge Argumente, um „rational“ aufzutrumpfen.

Was wir hier vor uns haben ist die Emotionelle Pest in Reinkultur: das Ausleben des neurotischen Irrationalismus im gesellschaftlichen Leben. Die politischen Aktivisten sind strukturell, d.h. von ihrer Charakterstruktur her, unfähig, sich des Lebens zu erfreuen. Aber statt sich, wie der übliche Neurotiker, resigniert in sich selbst zurückzuziehen, werden sie „gesellschaftlich aktiv“, um auch in ihrer Umgebung das Leben auf das denkbar niedrigste Niveau („Sozialismus“) zu drücken. Wir alle sollen uns genauso mies, nutzlos, hilflos und ausgeliefert fühlen wie die Macher dieser volksverhetzenden Flugblätter. Unsere Demokratie soll in eine ausweglose Lage geraten, in der die Menschen nicht mehr ein noch aus wissen.

Das ganze wird dadurch besonders grotesk, daß beide Seiten die infantilen Bedürfnisse nach Erlösung ansprechen. Man wird sich um dich kümmern und dich versorgen! Tatsächlich appelliert der Wahlkampf beider Seiten an das hilflose Kind in uns, um das man sich kümmern muß. Der Sozialismus hat seine biophysikalische Grundlage in der Panzerung des Menschen, die von außen in Bewegung gesetzt werden muß, so als wäre der Mensch eine Marionette oder ein Roboter.

Was ist Orgontherapie? Nicht Muskeldrücken und auch nicht kompliziertes Charakteranalysieren, sondern eine ganz einfache Frage: „Was hast du seit der letzten Sitzung getan, um gesünder (selbstregulierter) zu werden?!“ Das heißt im Klartext: „Inwiefern hast du nicht als Roboter funktioniert, sondern als lebendiges Wesen?!“ Populistische Politiker tun genau das Gegenteil: sie machen die Menschen immer abhängiger vom Staat, indem sie ihnen „Sicherheit“ versprechen, d.h. ihre organismische Orgonenergie weiter abtöten, auf daß sie noch mehr wie Roboter funktionieren, noch weniger empfinden, d.h. vor allem keine Angst mehr spüren.

Die Politiker sind durchweg Verbrecher, weil sie davon Leben, die Menschen immer weiter in den neurotischen Sumpf zu treiben. Einzige Ausnahme ist vielleicht die FDP, die entsprechend universell verachtet und ins Lächerliche gezogen wird. Aber selbst die FDP erkennt zusehends ihre „soziale Ader“.

Mohammedmord

10. September 2013

Im folgenden Film wird Mohammed als Zwangscharakter, als Narzißt und als Paranoiker diagnostiziert, vor allem aber als etwas, was unvoreingenommenen Beobachtern schon seit Jahrhunderten aufgefallen ist: Mohammed war Epileptiker.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=y2biIMXcEFg%5D

Epilepsie wird gemeinhin auf hirnorganische Schäden (Vernarbungen) im Gehirn zurückgeführt. Es gibt aber auch eine bioenergetische Erklärung, die Reich in den 1920er Jahren vorgebracht hat, wonach der epileptische Anfall ein „extragenitaler Orgasmus“ ist. Elsworth F. Baker zufolge ist der Epileptiker mit „genuiner Epilepsie“, d.h. Epilepsie ohne eindeutige hirnorganische Genese, ein „okularer Charakter“ mit „Verdrängung im Augenbereich bei Lockerung in der Muskulatur“. Im Unterschied zum Schizophrenen führe hier die okulare Panzerung nicht zur Spaltung zwischen Erregung und Wahrnehmung, sondern zur Entladung in der Muskulatur.

Das Kind, auch das prä-epileptische, ist empfindlich, eigensinnig und neigt zu Wutanfällen, wenn es getadelt wird. Es fordert, die Dinge müßten so gemacht werden, wie es will, und es weigert sich, mitzumachen, wenn es nicht der Anführer sein kann. Es neigt dazu, launisch, mürrisch, mißtrauisch, asozial und anpassungsunfähig zu sein. Tagträumen ist ausgeprägt, besonders wenn das Kind gereizt ist oder eingeschränkt wird. Wenn das Kind älter wird, heben sich diese Symptome immer mehr hervor, und es wird reizbar, selbstsüchtig, egoistisch, impulsiv, asozial und starr; es zeigt Züge von Grausamkeit und Sadismus. (Baker: Der Mensch in der Falle, S. 220f)

Epileptische Anfälle träten bei diesen Patienten erstmals meist in der Pubertät oder später auf.

All das entspricht weitgehend dem, was uns von Mohammed überliefert wurde, außerdem beinhalten diese Merkmale und Symptome weitgehend die obenerwähnten zusätzlichen Diagnosen. Auch paßt der zentrale Punkt in der frühen Biographie Mohammeds. Man finde beim Epileptiker in der Orgontherapie gewöhnlich, so Baker, „sehr viel herzzerreißende Sehnsucht nach Mutterliebe (…); die Mutter hat sich gewöhnlich grausam und sadistisch verhalten“ (ebd., S. 223).

Die Mohammedaner haben die Charakterzüge Mohammeds weitgehend übernommen, weshalb es bedeutsam sein könnte, wie der Epileptiker in der Orgontherapie behandelt wird:

Der Patient wird gegen Konvulsionen desensibilisiert, indem man ihn durch ein Aufwärtsdrehen der Augen die Konvulsion einleiten und sie dadurch unterbinden läßt, bevor sie wirklich beginnt, daß er die Augen wieder Kontakt aufnehmen läßt. Wenn die Augen mobilisiert sind, werden die verschiedenen Charakterstörungen so behandelt, wie bei den bisher beschriebenen Charakterstrukturen. (ebd., S. 223)

Das kann natürlich nicht bedeuten, daß man mit Mohammedanern „Augenübungen“ macht, sondern, daß man sie gegenüber dem religiösen Wahn desensibilisiert, indem man sie dazu bringt, „mit den Augen wieder Kontakt aufzunehmen“. Konkret kann das nur Aufklärung bedeuten. Entsprechend wird in keiner anderen Religion, abgesehen von Sekten wie Scientology, Kritik derartig brutal verfolgt. Jeder, der nur andeutungsweise versucht, die Mohammedaner wachzurütteln, ist des Todes. Das ist so, weil Islamkritik wirkt – sie desensibilisiert und beseitigt dergestalt die bioenergetische Grundlage des Islam.

Parasiten!

9. September 2013

Ich werde häufig (gut, ab und an) gefragt, wie es denn angehen könne, daß sich die Orgonomie gesellschaftspolitisch um 180° hat drehen können, von KPDlern damals zu AfDlern heute.

Zu Reichs Zeiten, also Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre, galt in der Linken: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ Die Reichen, die Kapitalisten, die von ihrer „Rente“ lebten, d.h. von den Arbeitserträgen anderer, wurden als Parasiten betrachtet und entsprechend behandelt. Ilse Ollendorff berichtet:

[Reichs] Einstellung hinsichtlich finanzieller Unterstützungen war in den späten zwanziger Jahren stark von seinem militanten Sozialismus beeinflußt. Jeder mußte arbeiten, um sich selbst zu erhalten. Bürgerliches Parasitentum war für ihn verächtlich. Nach der großen finanziellen Krise im Jahre 1929 wurde er von Verwandten ersucht, eine ziemlich bescheidene Summe monatlich zur Unterstützung seiner Großmutter beizusteuern. Sie hatte ihr gesamtes Einkommen aus Dividenden, von denen sie bis dahin hatte gut leben können, verloren. Man berichtete mir, daß er jede Hilfe mit der Rechtfertigung verweigerte, daß Großmutter ihr ganzes Leben nie gearbeitet und nur von der Arbeit anderer gelebt hätte, so daß es nur gerecht sei, wenn sie jetzt ins Armenhaus gehen müsse. Er wäre andererseits gern bereit, die alte Köchin Sascha zu unterstützen, sollte sie einmal Hilfe benötigen. (Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 34f)

Diametral entgegengesetzt sieht es heute aus. Das Nichtarbeiten und „Rentieren“ ist zu dem linken Ideal geworden. Jene Linken, die „arbeiten“, „arbeiten“ beim Staat. Die Beamtenschaft ist heute fast durchgehend rot-grün. Überspitzt gesagt, kann man sagen, daß die Schwarzen für die Roten arbeiten: die Beschäftigten in der freien Wirtschaft für die Staatsbediensteten und andere Blutsauger.

Damals glaubten Reich und seine Genossen, daß, wenn man die unproduktiven reichen Parasiten beseitigen würde, es zu einem ungeheuerlichen Produktivitätsschub käme, der die soziale Frage gegenstandslos mache. Das war natürlich Unsinn, da der Unternehmer selbst Mehrwert erwirtschaftet und in seiner Funktion schlichtweg unersetzbar ist. Siehe dazu Der biologische Rechenfehler in der Marxschen Mehrwertlehre.

Ganz anders sieht es heute aus: die heutigen Parasiten sind wirklich Parasiten. Entsprechend vermehren sie sich auch wie die Pest, indem sie so viele weitere Parasiten ins Land holen, wie nur irgend möglich. Die Leittragenden sind die Arbeiter, die wirklich politisch Verfolgten und jene, die aufgrund von Behinderungen wirklich vom Sozialstaat abhängig sind.

Die Orgonomie hat stets die Interessen der produktiv Arbeitenden vertreten. Sie war stets Feind derer, die nicht arbeiten wollen und auf Kosten der Arbeitenden und jener leben, die aufgrund von Behinderungen nicht arbeiten können.

Hinzu kommen die Lügen und die Manipulation, die früher Domäne der Rechten waren, etwa die Dolchstoßlegende und die skandalöse „Klassenjustiz“. Heute ist das fast ausschließlich eine Domäne der Linken. Man denke etwa an die dreiste Behauptung, Deutschland sei ein Einwanderungsland. Was ist das für ein „Einwanderungsland“, in dem die angeblichen „Einwanderer“ überdurchschnittlich arbeitslos sind und von Sozialtransfers leben?! Was ist das für ein Einwanderungsland, das überwiegend Leute ohne Sprachkenntnisse, ohne dringend benötigte Spezialkenntnisse und gar Analphabeten und Kranke ins Land läßt? Dazu noch Leute, die dieses Land offensichtlich hassen.

Das ganze ist an Absurdität nicht zu überbieten. Aus dieser Politik spricht ein abgrundtiefer Haß und eine abgrundtiefe Verachtung für jene, die den Wohlstand in diesem Land erarbeitet haben. Woher kommt dieser Haß?

Es ist der Haß jener, die im Wohlstand aufgewachsen sind, denen ständig Puderzucker in den Arsch geblasen wurde, und die entsprechend entsetzt sind, wenn die Zumutungen des Lebens vor sie treten. Sie reagieren wie Parasiten, die aus ihrem Wirtsorganismus herausgerissen werden. Sie rebellieren gegen ihn, d.h. gegen die eigenen Eltern, den Staat, das „kapitalistische Schweinesystem“, und sie solidarisieren sich mit „allen anderen Zukurzgekommenen“, fühlen sie sich doch selbst wie die „Enterbten dieser Erde“ und fordern allen Ernstes das „bedingungslose Grundeinkommen“. Sie wollen für ihre bloße Existenz bezahlt werden!

Das einzige Erwerbsleben, das ihnen lebenswert erscheint, ist das des rundumversorgten Staatsdieners. Und wenn sie nicht selbst an die Mutterbrust zurück können, dann tun sie zumindest alles, um die „Sache des Sozialismus“ zu fördern.

Im Prinzip sind es die gleichen Leute wie einst Reichs Oma Roninger! Arbeitsscheue Parasiten, denen es nie an irgendetwas gemangelt hat und die wirklich alles tun, um ihre parasitäre Existenz ad infinitum fortzuführen: „Arbeit ist Scheiße!“ Das sagt schon ihr Gehabe, – die vollständige Diskrepanz zwischen der rebellischen Attitüde und den gesellschaftlichen Verhältnissen. Je permissiver die Gesellschaft wird (sogar die Rechtsschreibung wurde auf Idiotenniveau abgesenkt!), desto stärker wird der anti-autoritäre Impuls.

Hier ein beliebiger Schnappschuß vom Aufstand der Parasiten gegen das arbeitende Volk (die „Spießer“ und „Faschos“), das schüchtern seine Meinung zu sagen wagt:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=tl-xleXb68g%5D

Die anti-autoritäre Persönlichkeit

24. August 2013

Bis Anfang der 1960er Jahre wurde der Ödipuskomplex „typischerweise“ durch Anpassung an den und Identifizierung mit dem Vater („der Autorität“) bewältigt, was für eine gewisse Stabilität sorgte: „autoritäre Gesellschaft“. Man eiferte dem Vater nach, versuchte ihn gar zu überflügeln, oder man identifizierte sich zumindest mit den gesellschaftlichen Autoritären. Nicht zuletzt durch die Umwälzungen zweier Weltkriege und die „Umwertung aller Werte“ in jedem Bereich von Kultur und Wissenschaft formte sich schließlich die „anti-autoritäre Gesellschaft“ heraus, die von „Rebellion gegen den Vater“ geprägt ist.

In der autoritären Gesellschaft wurde unterschiedslos sowohl die rationale („echte“) als auch die irrationale („unechte“) Autorität anerkannt, in der anti-autoritären Gesellschaft werden sie ebenso unterschiedslos bekämpft, d.h. nicht nur die angemaßte Autorität, sondern auch der erfahrene Experte. Da die Gesellschaft jedoch von der Arbeit der Fachmänner abhängt, dies den „materiellen“ Kern aller gesellschaftlichen Aktivitäten ausmacht (Reich nannte das „Arbeitsdemokratie“ – im Gegensatz zur „formalen Demokratie“, in der „Autorität“ nichts gilt, sondern nur die abstrakte „Stimme“), untergräbt die anti-autoritäre Gesellschaft ihre eigenen Fundamente.

Man denke etwa an die populäre Musik, die in den 1960er und 1970er Jahren noch ausgesprochen anspruchsvoll sein konnte, während heute aus den Kopfhörern nur noch die Deppendisko dröhnt. Statt „Emerson, Lake & Palmer“ haben wird heute „Coco Bambo Ficky Facky“.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=M9eegi9dd6g%5D

Gerade lese ich in der Tageszeitung, die Regisseurin Sofia Coppola (42) habe gesagt: „Als ich noch jung war, hat man Leute für das, was sie erreicht haben, gefeiert, für ein Talent. Heute sind Leute dafür berühmt, berühmt zu sein.“ Der Zerfall, der Substanzverlust, zieht sich durch alle Bereiche des Lebens, betrifft aber insbesondere die fundamentalsten Benimm- oder Verhaltensregeln, die früher „Eingriffe von oben“ unnötig gemacht haben. Niemand mußte darauf hinweisen, darauf achten und es kontrollieren, daß man nicht alles vollmüllt, wo man geht und steht!

Als Kompensation für die Dekadenz kommt es zu einer zunehmenden Zentralisierung und Verlagerung der Entscheidungsebene vom eigentlichen Arbeitsprozeß hin zu Gremien, die immer weiter vom Kern der „Arbeitsdemokratie“ entfernt sind. Am Ende steht ein kommunistischer Staat. Reich, der, als ehemaliger Kommunist, diese Entwicklung in der Sowjetunion beobachtet hat, hat das als „Roten Faschismus“ bezeichnet. Ein Projekt, das, jedenfalls von den Schriften Lenins her, als radikaldemokratisches Unterfangen seinen Anfang nahm („Sowjets“), endete in der – „Sowjetunion“. Es ist offensichtlich, daß diese Entwicklung in allen „liberalen“ Demokratien angelegt ist, die ja auf der Infragestellung „der Autorität“ beruhen.

Die Lösung ist, Reich zufolge, nicht nur „das richtige Verhältnis von Vertrauen und Kontrolle“. Gesellschaftliche Rationalität kann langfristig nur auf einer, wie Reich sie nannte, „rationalen Struktur“ des typischen Gesellschaftsgliedes beruhen, d.h. eines Menschen, der seine inneren (neurotischen) Konflikte nicht, wie typischerweise heute, auf dem sozialen Schauplatz auslebt, was in unserem Zusammenhang vor allem den Umgang mit „Autorität“ betrifft. Ein solcher Mensch ist in „Kontakt zu seinem bioenergetischen Kern“, d.h. er ist nicht „gepanzert“: er ist authentisch und nimmt die Umwelt so war wie sie ist. Konkret bedeutet dies, daß er keine Politik im üblichen Sinne betreibt, sondern das vertritt, was der Arbeitsprozeß gerade verlangt. Er nimmt schlicht und ergreifend am Leben teil! Kontakt mit sich selbst und Kontakt mit der Umwelt sind funktionell identisch; etwas, was unmittelbar evident wird, wenn man es mit Schizophrenen zu tun hat, die sich in einer psychotischen Episode befinden.

Während in der autoritären Gesellschaft die Menschen zumindest teilweise („verzerrt“) Kontakt mit sich und der Umwelt bewahrt haben („Identität“, „Tradition“), ist der anti-autoritären Gesellschaft die Tendenz zum Kontaktverlust inhärent. Dies wird unmittelbar evident, wenn man die Entwicklung der letzten Jahre verfolgt, wo die „Fortschrittlichen“ immer absurdere, d.h. offensichtlich absurde, Projekte verfolgten, während die letzten Konservativen in einem verzweifelten Kampf um die Bewahrung von Resten von Vernunft in der Gesellschaft rangen. Dies sind nicht nur politische Auseinandersetzungen, sondern Geschehnisse, die auf „charakter-strukturellen“ Prozessen beruhen, die nur der Psychiater ganz erfassen kann.

Zusammenfassend kann man sagen, daß in der autoritären Gesellschaft sowohl rationale Autorität als auch irrationale Autorität anerkannt werden, hingegen in der anti-autoritären Gesellschaft sowohl rationale Autorität als auch irrationale Autorität abgelehnt werden. Da eine Gesellschaft jedoch ohne Autorität nicht überleben kann, wird diese Anarchie schließlich durch eine extrem autoritäre Form der Regulierung abgelöst („Roter Faschismus“). Die einzig gangbare Alternative ist die arbeitsdemokratische Gesellschaft, in der die rationale Autorität anerkannt, aber die irrationale Autorität abgelehnt wird. Das ganze ist naheliegend und logisch, für das gepanzerte Denken hingegen ein unauflösbares Mysterium.

rairautokontakt

Die drei Stufen der Panzerung

23. August 2013

Reich wurden die abstrusesten Dinge vorgehalten. Er sei ein obskurantistischer „Gnostiker“, der die Aufklärung verraten habe, weil er beschrieb, wie die kosmische Orgonenergie in einer Membran gefangen wird und danach an „kosmischer Sehnsucht“ leide. Er habe die Komplexität der menschlichen Psyche verkannt und die Errungenschaften seines Lehrers Sigmund Freud verraten, weil er alles „primitiv“ mit einer muskulären Panzerung erklären wollte. Ähnlich „primitiv“ sei seine Soziologie gewesen, die die verwickelten geschichtlich gewordenen sozio-ökonomischen Zusammenhänge, wie sie von Marx aufgedeckt wurden, zugunsten von simplifizierenden und, wie es so schön heißt, „biologistischen“ Spekulationen über die Sexualökonomie und den Charakter der Menschen vernachlässigte.

Diese Kritiker verkennen, daß Reich keine großartige neue „Lebensanschauung“ formulieren wollte, die „orgonomische“. Eine „Reichianische Weltanschauung“ ist tatsächlich das allerletzte, was diese Welt braucht! Nein, Reich hat schlicht seine wissenschaftlichen Beobachtungen jeweils in einen größeren Rahmen gestellt:

  1. Leben ist Lebensenergie, die in einer Membran pulsiert. Das hat Reich bei seinen Bion-Experimenten und im Experiment XX beobachtet. Leben ist „gefangene“ kosmische Energie, aus der durch dieses „Gefangensein“ biologische Energie wird. Reich hat spekuliert, daß religiöse Menschen sich dafür einen Sinn bewahrt haben.
  2. Um Überleben zu können, muß der Organismus fliehen bzw. angreifen können, braucht also eine Muskulatur. Es ist tragisch, daß die Panzerung des Menschen sich ausgerechnet an diesem lebensnotwendigen Verteidigungs- und Überlebenssystem festmacht (Muskelpanzerung).
  3. Leben ist nur in einem sozialen Gefüge denkbar, dazu braucht es Verhaltensprogramme. Es ist tragisch, daß im Faschismus seine stereotypen Zwangshandlungen das Überleben des Menschen gefährden (Charakterpanzer).

Für Reich war die Panzerung in seiner wissenschaftlichen Entwicklung zunächst ein soziales Problem (Über-Ich), dann ein biologisches Problem (Muskelpanzerung) und schließlich ein kosmisches Problem (das energetische Orgonom im materiellen Orgonom).

protoorg3

Warum sind Kinder (diese Tierwesen, diese Naturwesen) nicht immun gegen die Unnatur, die „Kultur“? Offenbar gibt es „irgendwas“, was uns für Panzerung anfällig macht. Das Problem ist einfach, daß unsere Schutzmechanismen, die Leben nicht nur erst ermöglichen, sondern auf tiefster Ebene sogar erst konstituieren, sich gegen uns selbst wenden. Ich panzere mich gegen den Feind ab – und bin unversehens Gefangener meiner eigenen Panzerung!

Sogar meine Werkzeuge, meine Maschinen wenden sich schließlich gegen mich. Wie Reich ca. 1942 in Die Massenpsychologie des Faschismus sinngemäß schrieb: „Du mußt dich von deinen Maschinen distanzieren oder du wirst selbst zur Maschine.“

Das ist die Tragik: jeder Schritt zum Selbstschutz oder in die Emanzipation führt erst recht in die Versklavung. Das ist sicherlich auch ein Moment, warum Reich bis zum Schluß von Marxens „Kernthesen“ überzeugt war: als Kapital wende sich die Arbeitskraft gegen ihre eigene Quelle. Entsprechendes findet sich auch bei Hans Hass.

Die Massenpsychologie des Marxismus

5. August 2013

In seinem neuen Buch Neither Left Nor Right schreibt Charles Konia über die Kommunisten:

Der Pseudo-Liberale/Kommunist repräsentiert die Endstufe des verzweifelten Versuchs des Menschen vor seinem biologischen Kern in sein Gehirn zu flüchten. Er tut dies, indem er sich von seinen Gefühlen abschneidet und beharrlich an der Überzeugung festhält, daß durch seinen Intellekt und seinen Intellekt allein alle Probleme der Welt gelöst werden können. Dies ist nicht nur der höchste Ausdruck des Mißbrauchs des Intellekts als Abwehr, sondern es beinhaltet auch, daß praktische Erfahrungen in der Wirklichkeit nicht notwendig sind, um die Welt zu verstehen. (S. 262)

Hier ein beliebiger Ausschnitt aus einem Aufsatz, mit dem ein Marxist zeigen will, wie einfach und logisch doch Marx‘ politökonomische Analyse sei und mit dem er gegen das „Obskure, Unverständliche, Schwülstige und Verworrene“ in der modernen Marx-Exegese polemisiert:

Die Einheitsdimension von Gebrauchswert und Wert ist ohne jeden logischen Widerspruch denkbar. Zunächst gilt der Wert selbst als gesellschaftliche Einheitsdimension von Privatprodukten, was nicht bedeutet, daß er eine Gleichsetzung total verschiedener Dinge in ihrer Verschiedenheit wäre. Die isoliert voneinander produzierten Güter werden als Waren, das heißt durch das Absehen von ihren Gebrauchswerten und das Reduzieren auf Produkte abstrakter Arbeit, in ihrer Wertdimension aufeinander bezogen und so vergesellschaftet. Der Wertgrund ist die abstrakte Arbeit als Realabstraktion. Abstrakte Arbeit als Nominalabstraktion ist eine Eigenschaft, die jeder Ware als Produkt menschlicher Arbeit zugrunde liegt. Das allein macht sie allerdings noch nicht zur Wertsubstanz. Wertsubstanz wird sie erst, sobald Arbeitsprodukte in ihrer Eigenschaft als bloße Produkte menschlicher Arbeit im Tausch aufeinander bezogen werden. Damit ist die Wertsubstanz eine rein relationale Eigenschaft, die nicht-relationale Eigenschaften, nämlich konkrete Arbeiten und Gebrauchswerte, als Träger besitzt. Der Gebrauchswert ist zwar auch eine Relation (die Nützlichkeit von Gegenständen für Menschen), aber erstens ist diese Nützlichkeit nicht ohne objektive Eigenschaften dieser Gegenstände zu denken (Marx’ Rede vom ‚Naturstoff’) und zweitens ist es nicht von bestimmten sozialen Verhältnissen abhängig, daß es überhaupt Gebrauchswerte gibt. In die Werteigenschaft hingegen geht „kein Atom Naturstoff“ ein und sie stellt gerade eine historisch-spezifische soziale Relation dar.

Kann das irgendjemand lesen, ohne in den Augen wegzugehen und jeden Kontakt mit der Realität zu verlieren? Fatalerweise glauben jene, die sich einbilden, den Marxismus verstanden zu haben, daß sie die Welt besser durchschauen als alle, die in der Wirtschaft tätig sind, und auch als alle „bürgerlichen“ Wirtschaftswissenschaftler zusammengenommen.

Dabei geht es gar nicht um den Inhalt derartiger „dialektischer“ Zerebralergüsse, sondern um:

  1. Ersatzkontakt: Man steht, wie Marx selbst, als Unbeteiligter neben dem Produktionsprozeß, hat keine Ahnung vom Leben der Arbeiter oder vom „Geschäftsleben“ (Marx hat trotz seines angeblichen ökonomischen Durchblicks ein Vermögen an der Londoner Börse verspekuliert), aber bildet sich ein, den Illusionszusammenhang, in dem alle anderen stecken, zu durchschauen. Es erinnert an den Onanisten, der beim Anblick von sich küssenden Liebespaaren herablassend über die Biochemie der Liebe räsoniert. Gleichzeitig macht dieser Ersatzkontakt diese Pseudointellektuellen zu einer verschworenen Gemeinschaft.
  2. Verachtung: Das besagte Räsonieren geht mit einem Gefühl der Überlegenheit einher, bei dem Energie aus den Genitalien ins Gehirn verschoben wird. Die Energie wird durch „dialektische“ Verrenkungen gebunden, die undurchschaubar sind, was gleichzeitig diese intellektuelle „Verteidigungsstellung“ unangreifbar macht. Man kann den Marxismus nicht widerlegen. Jedenfalls, viel Spaß bei der Diskussion über „Realabstraktion“ und „Nominalabstraktion“! Der Nichtmarxist wird bei derartigen Debatten am Ende immer als Idiot dastehen.
  3. Stiften von Verwirrung: Damit eine Gesellschaft überleben kann, bedarf es eines gesellschaftlichen Diskurses, dem jeder folgen kann. Man schaue sich etwa an, wie Stalin bei seinem „Aufbau des Sozialismus in einem Land“ den Marxismus zu einem Katechismus kondensierte, der genauso leicht zu verstehen war, wie zuvor der christliche. Nur in der Auseinandersetzung mit dem Westen wurde dialektisches Schwurmeln zur Anwendung gebracht, das nur einen Effekt hat: der Gegner wird immobilisiert und handlungsunfähig, während man selbst Handlungsfreiheit gewinnt, denn „dialektisch“ läßt sich ALLES und das genaue Gegenteil rechtfertigen.

Der Marxismus, der anderen mangelnde „intellektuelle Tiefe“ vorwirft, lebt dergestalt von zwei Antrieben:

  1. ist sein Pseudo-Intellektualismus Ausdruck der neurotischen Flucht vor dem Genital; und
  2. ist sein Pseudo-Intellektualismus ein perfektes Instrument der Emotionellen Pest, d.h. der „kastrierende“ Angriff auf das Genital.

Wie Konia in seinem Buch The Emotional Plague erläutert hat, ist der Pseudo-Liberale/Kommunist durch „genitale Rache“ geprägt, die durch den Intellekt ausgedrückt wird:

Noch mehr als Liberale wählen Pseudo-Liberale Arbeit in Bereichen, die hirnzentriert ist, wie Medien, Journalismus und die akademische Welt. In der Medizin fühlen sie sich zur Psychiatrie hingezogen. Sie tun dies, um ihre hochentwickelte intellektuelle Abwehr zur Anwendung zu bringen, so daß sie sich gegenüber anderen erheben können, die weniger mit Intellekt ausgestattet sind. Pseudo-Liberale gebrauchen geschickt und mit hoher Effektivität die Macht des gesprochenen und geschriebenen Wortes, in der Regel fehlt ihnen aber ein fundiertes Wissen über das, was sie sagen oder schreiben. Dies wird verständlich, wenn man erkennt, daß sie ausschließlich aus ihrer Fassade und ihrer sekundären Schicht heraus funktionieren. Ihre Ideen kommen entstellt zum Ausdruck, weil sie nicht aus ihrem Kern stammen.

Der Gebrauch von gelehrten Wörtern bei Pseudo-Liberalen und ihre Fähigkeit, einfache Ideen geschickt auszudrücken, verweist auf das Gehirn und nicht den fühlenden Körper als Quelle der Denkprozesse. Diese Klugheit hat eine eigentümlich intellektuelle Qualität, die ihre Überlegenheit über weniger intellektuelle Personen zur Schau stellt und dazu dient, andere anzuziehen, die ideologisch verwandt sind. Sie wird auch verwendet, um Spott und Verachtung für diejenigen auszudrücken, die es nicht sind. Da Pseudo-Liberale aus ihrer oberflächlichen Schicht heraus leben, erreichen sie selten etwas, was dauerhaft und von Wert ist, trotz ihrer Rhetorik und ihren hohen Idealen. Sie sind sehr viel besser darin andere, die produktive Arbeit leisten, destruktiv zu kritisieren und niederzumachen. Die pseudo-liberale Besessenheit mit Wandel und sozialen „Verbesserungen“ gibt die zugrundeliegende Funktion preis, die die Menschen in Verwirrung halten und sie immobilisieren soll, während gleichzeitig echte Erfolge und lebenswichtiges Wissen, das aus der Vergangenheit überliefert wurde, untergraben und zerstört werden.

Obwohl er kaum die Kapazität für echte produktive Arbeit besitzt, ist der Pseudo-Liberale dennoch voller guter Ideen darüber, was für alle anderen am besten ist. (S. 308)

Ich glaube, mit folgender Gleichung beschreibe ich den Marxisten einigermaßen korrekt:

kommimarxmarxisten

Am deutschen Wesen wird die Welt genesen!

23. Juli 2013

Laura Robertson et al. (Imperial College London) haben in einer Studie die Auswirkungen von Direktzahlungen mit und ohne Konditionen bei Entwicklungshilfe-Programmen untersucht. Es ging um die Registrierung von Geburten, Teilnahme an Impfprogramme und den Schulbesucht von Kindern in Zimbabwe. Die eine Gruppe von armen Haushalten mit Kindern erhielt alle zwei Monate Direktzahlungen, die andere Gruppe erhielt die gleichen Zahlungen, es wurde aber darauf geachtet, daß das Geld auch wirklich den Kindern direkt oder indirekt zugute kam. Alle Haushalte hatten Zugang zu Elternschulen und erhielten Maissaaten und Dünger. Am Ende wurde abgeglichen, wie viele der Kinder jünger als fünf Jahre eine Geburtsbescheinigung hatten, wie viele an Impfprogrammen teilgenommen hatten und wie viele der Kinder zwischen 6 und 12 zumindest zu 80% der Zeit am Schulunterricht teilgenommen hatten.

Die Direktzahlungen ohne Auflagen erhöhten lediglich die Schulbesuchsquote, während Zahlungen, die mit Auflagen verbunden waren, zusätzlich auch den Anteil an Kleinkindern erhöhte, für die eine Geburtsurkunde ausgestellt wurde. Keine der beiden Zahlungsmodalitäten verbesserte das Impfverhalten.

All diese Maßnahmen mögen ja löblich sein, aber erstens sind die Erfolge minimal und kaum von Dauer und zweitens ist es von vornherein extrem fragwürdig, Menschen einfach so Geld in die Hand zu drücken, selbst wenn man sie danach auch noch betreut. Kann damit wirklich die Bewältigung des Lebens, die Selbststeuerung verbessert werden? Schließlich geht es hier ja nicht um die Opfer von Naturkatastrophen, wo eine solche Hilfe selbstverständlich wäre, sondern um Menschen in ihrem Alltag.

Um wirkliche Veränderungen zu erreichen und den Menschen wirklich zu helfen, muß sich der Charakter der Menschen, d.h. ihr stereotypes Verhalten verändern. Konkret kann das natürlich nicht bedeuten, daß jedem Einzelnen eine Psychotherapie zuteil wird, was prinzipiell unmöglich ist. Auch die individuelle Betreuung durch Sozialarbeiter wird, so hilfreich sie im Einzelfall auch sein mag, kaum weiterhelfen. Was den Menschen in Afrika und weltweit wirklich helfen wird und was auch praktisch möglich ist, ist eine Änderung der Kultur, d.h. „des Charakters der Gesellschaft“.

Solange das Clan- und Stammesdenken, der Aberglaube, das Machotum und die Mentalität von „Jägern und Sammlern“, die nicht an morgen denken, Schwarzafrika beherrschen, wird es kaum Hoffnung geben. Das gleiche gilt für das alles zersetzende geistige Gift des Islam, des Hinduismus und des Katholizismus in anderen Weltgegenden.

Tatsächlich hat es erst vor kurzem eine denkbar drastische Veränderung der gesamten Kultur in einer Gesellschaft gegeben. Ich spreche natürlich von der westlichen Gesellschaft und deren tiefgreifenden Transformation von einer autoritären zu einer antiautoritären Kultur. Es braucht hier nicht erläutert werden, daß diese Umwandlung fast ausschließlich negativ war und langfristig unsere Ökonomie derartig zerstören wird, daß „Zimbabwe“ nicht weit entfernt liegt. Was in diesem Zusammenhang bemerkenswert ist, ist das größte Tabu dieser antiautoritären Gesellschaft. Ein Tabu, das das weltweite Elend verewigen wird. Es lautet: Du darfst andere Kulturen nicht hinterfragen! Wer das tut, ist ein „Rassist“ und er wird dem gesellschaftlichen Tod überantwortet.

Wenn im Leben eines einzelnen Menschen etwas grundsätzlich falsch läuft, dann liegt das nicht an den „Umständen“, sondern einzig und allein an seinem Charakter. Es ist immer der Charakter. Schicke einen Selfmade-Millionär nackt in die Wüste: nach fünf Jahren wird er in einem Ferrari zurückkommen. Laß einen Hartz-IV-Empfänger den Jackpot im Lotto knacken: nach fünf Jahren wirst du ihn unter den obdachlosen Bahnhofspennern wiederfinden. Dementsprechend ist Afrika nicht mit immer neuer Entwicklungshilfe gedient. Der Kontinent hat die größten Naturressourcen des Planeten. Da dort der Ursprung unserer Art liegt, ist er auf die Bedürfnisse des Menschen perfekt zugeschnitten. Ändert die afrikanische Kultur und alles wird gut.

Es hat in diesem Land schüchterne Ansätze, nein, nicht mal das: schüchterne Andeutungen gegeben, daß Menschen, die sich hier dauerhaft niederlassen, sich doch bitte an der deutschen Leitkultur ausrichten sollten. Das wurde vom rotgrünen linksfaschistischen Gesindel sofort niedergemacht. Jeder, der das Thema auch nur leise andeutet, wird von diesem „progressiven“ Dreckspack verbal todgetreten. Wegen dieser antiautoritären Gesinnung gibt es für diesen Planten keine Hoffnung. Deutschland ist bereits verloren dank der verkommenen Höllenbrut der 68er und ihren übelriechenden Nachgeburten.

Deutschpest1

Die Zusammenarbeit der Psychiater mit der Pharmaindustrie und der Versicherungsbranche

19. Juli 2013

nicola4

Dr. Charles Konia: Die Zusammenarbeit der Psychiater mit der Pharmaindustrie und der Versicherungsbranche

Die Zerstörung der Arbeitsdemokratie durch „flache Hierarchien“

11. Juli 2013

In der autoritären Gesellschaft beruhte alles auf Autorität, egal ob diese rational oder irrational war. Daß nicht zwischen den beiden Formen der Autorität unterschieden wurde, machte die Schwäche der autoritären Gesellschaft aus. Gleichzeitig war dieses „Befehl ist Befehl!“ aber auch ihre größte Stärke. Am deutlichsten wird das beim Militär. Hauptsache es werden überhaupt Befehle gegeben, die eine klare Linie erkennen lassen, da ansonsten alles auseinanderfällt, denn Krieg ist vor allem eins: Chaos.

In der antiautoritären Gesellschaft ist es genau umgekehrt, d.h. aus Angst vor irrationaler Autorität (tatsächlich natürlich aus einer emotionalen Ablehnung jedweder Autorität heraus) werden die Hierarchien eingeebnet, niemand weiß mehr was er tun soll und selbst im normalen Leben (also ohne Artilleriebeschuß, Flächenbombardements und Hinterhalte durch Kommandoeinheiten) bricht das vollkommene Chaos aus. Beispielsweise war es früher einem niedergelassenen Arzt ein Leichtes, mit dem zuständigen Kollegen in einer Klinik über einen gemeinsamen Patienten zu sprechen. Heute ist es eine surreale Schnitzeljagd. Niemand ist mehr zuständig, niemand trägt die Verantwortung und niemand kann einem sagen, an wen man sich denn stattdessen wenden soll. Ja, ich überzeichne, aber so ist es, jedenfalls tendenziell, heutzutage in jedem Bereich der Gesellschaft.

Es ist, als Wenn die Affen den Zoo regieren. So überschrieb der Organisationssoziologe Stefan Kühl vor nunmehr zwei Jahrzehnten sein Buch über „Die Tücken der flachen Hierarchien“ (Campus Verlag, 1998, Erstauflage 1994). Bereits damals warnte er eindringlich vor der modischen Enthierarchisierung und Dezentralisierung.

  • Die Unternehmen verlören an Kohärenz und würden buchstäblich auseinanderfließen, wie ein Sandhaufen, der nicht „autoritär“ abgestützt wird: mechanisches statt orgonomisches Potential!
  • Die Mitarbeiter hätten kein klares Bild mehr vom Unternehmen und ihrem eigenen Platz im Unternehmen: okulare Panzerung, wachsende Kontaktlosigkeit!
  • Die Unternehmensausrichtung auf „Innovation und Wandel“ führe zu aufreibenden Auseinandersetzungen: Arbeitsdemokratie wird durch ihr Gegenteil ersetzt, nämlich Politik!
  • Es werde im Rahmen der „Demokratisierung“ versucht, die Komplexität der Unternehmensprozesse zu vereinfachen, was jedoch zu nur noch mehr Komplexität („Durcheinander“) führe: die Selbstregulierung soll „gemanaged“ werden, was zur Zerstörung der Selbstregulierung führt!

Kühl versuchte diesen Dilemmata mit Hilfe der damals modischen „Chaos- und Komplexitätsforschungen“ entgegenzutreten, doch das ist ein hilfloses herumdoktern an den Symptomen, das (wie er ja selbst in seiner Kritik der „flachen Hierarchien“ zeigt!) nur zu einer Verschlimmbesserung führen kann.

Die flachen Hierarchien sind Ausdruck der charakter-strukturellen Dynamik, die hinter der antiautoritären Gesellschaft steckt. Eine gangbare Alternative kann nur mit Kenntnis dieser Zusammenhänge entwickelt werden. Das hat Charles Konia en détail herausgearbeitet: