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Antifaschismus heute

9. Februar 2024

An der Kasse des Supermarktes sitzt eine Hilfskraft, ein feminin-geschlechtsloses Etwas, das irgendeinen Schwachsinn studiert, den keine Nationalökonomie der Welt braucht. Er ist zu dumm, um auch nur erahnen zu können, daß jedwede erträumte sozialistische Planwirtschaft (die ja hochoffiziell von den Fridays-For-Future-Ideologen propagiert wird, „um den Planeten zu retten“) derartige unproduktive Studiengänge auf wenige Plätze streichen würde. Wie viele zukünftige Altphilologen wurden in der „DDR“ pro Jahr zum Studium zugelassen? Einer alle paar Jahre? Heute werden die vollkommen überflüssigen Studenten beim Staat unterkommen und als Nomenklatura der arbeitenden Bevölkerung (den verachteten „Nazis“) auf der Tasche liegen und das mit abenteuerlich hohen Pensionen bis zum letzten Atemzug auskosten. Nichtsnutziger als der französische Hochadel vor der Revolution! Eine Klasse von brutalen Ausbeutern, die sich als „links“ empfinden. Jeder Widerstand, etwa gegen das Importieren immer neuer Niedriglohnsklaven aus der Dritten Welt, wird als „nazi“ deklariert und von willigen Vollstreckern niedergeknüppelt.

Vor mir diskutieren zwei hagere Anarchisten, ganz in schwarz und unangenehm muffelnd. Ebenfalls Studenten. Thema ist, daß sie nach dem Abschluß nie und nimmer in der Wirtschaft arbeiten werden, natürlich auch nicht für den verhaßten Staat, sondern ausschließlich für Nicht-Regierungs-Organisationen. Diese werden natürlich vom Staat und irgendwelchen „Stiftungen“ finanziert. Letztendlich sind es die Schutzstaffeln von BlackRock, die entsprechend nur ein einziges Ziel kennen: die Zerschlagung der Nationalstaaten und der Demokratien (Herrschaft des Volkes!) durch die sogenannte „Zivilgesellschaft“, vor allem aber die Zerschlagung des Mittelstandes und mittlerer Unternehmen. Genau das, was der Kinderbuchautorenassistent, der unter lückenloser Kontrolle durch BlackRock steht, gerade so erfolgreich betreibt! Vor mir stehen die denkbar schlimmsten Henkerknechte der neofeudalistischen Mörderbande!

Praktisch alles, was sich heute als „progressiv“ und „woke“ und „antiautoritär“ geriert, ist von einer Konformität und Obrigkeitshörigkeit, die in der Geschichte ihres gleichen sucht. Das erstreckt sich weit in die tatsächlich produktiv arbeitende und deshalb weitgehend konservativ eingestellte Bevölkerung, die selbst wenn sie (vorsichtig und nur unter offensichtlich Gleichgesinnten) Kritik am Ausbeutersystem übt, sich sofort ängstlich von „rechts“ abgrenzt. Mit den „Nazis“ von der AfD wolle man nichts zu tun haben!

Womit wir es zu tun haben, ist die Massenpsychologie des Faschismus, die auf folgenden drei Pfeilern ruht:

1. Angst vor Bewegung, vor „Konsequenz“, vor klarem, folgerichtigem Denken, vor der eigenen Courage. Letztendlich ist das tatsächlich „Orgasmusangst“.

2. Orgastische Impotenz, d.h. der Organismus ist von nichtabgeführter Energie überflutet, was zu einem alles färbenden hypochondrischen Unwohlsein oder einem plakativen aufgesetzten „Wohlsein“ führt, das jederzeit umkippen kann.

3. Beide (Punkt 1 und Punkt 2) verstärken einander und beruhen gemeinsam auf der Panzerung, die alles bestimmt und das Grundwesen des Faschismus ausmacht: reale Hilflosigkeit und kompensatorische Identifikation mit den sekundären Trieben.

Oberflächlich betrachtet mögen das beschriebene Gender-Etwas, die beiden Möchtegern-„Anarchisten“ und der Bürger „aus der Mitte der Gesellschaft“ wie Opfer einer Manipulation von Kindheitstagen wirken, zweifellos sind sie das auch in ihrer psychischen Angst und ihrem körperlichen Miasma, aber wichtiger ist ihre bioenergetische Identifikation mit den Kräften der Zerstörung. Es ist das, was den Faschismus ausmacht: man ist ein im Panzer gefangener Wicht, der sich mit der rücksichtslosen Ausbeutung und schließlichen Zerstörung von Liebe, Arbeit und Wissen identifiziert, d.h. mit Figuren wie Klaus Schwab und George Soros.

Nur jene bleiben weitgehend frei vom Faschismus, die sich ein Gespür für den bioenergetischen Kern bewahrt haben und sich deshalb niemals mit der sekundären Charakterschicht identifizieren werden, also mit all dem ekelerregenden entarteten Zeugs, das heute als „fortschrittlich“ gilt. Man schaue sich heutzutage irgendein Propaganda-Event des neuen Faschismus an, irgendwelche „Verleihungen“, und man wird alle drei genannten Elemente finden, insbesondere wenn es um „transgender“ geht.

Kein Zufall ist, daß heute wirklich alle größeren „Performances“ nicht anderes darstellen, als ein komplettes Eintauchen ins „Satanische“ und die Invokation „Satans“, eine Bacchanalie der perversen sekundären Schicht. Es passiert alles vor unseren Augen:

Es mag eingewendet werden, daß die genannten drei Punkte zu „sex-lastig“ sind und stattdessen Politökonomisches (Kapitalinteressen) anführen, aber erstens habe ich das selbst implizit getan und zweitens: es dreht sich noch offensichtlicher als beim historischen Nationalsozialismus im heutigen Wokeistan wirklich alles um Sex/Sexnegierung. Beispielsweise müssen Bundestagsabgeordnete statt in korrektem Deutsch „Frau Bundestagspräsident“, also die Funktion zu nennen, „Frau Bundestagspräsidentin“ sagen, also explizit auf deren Vagina anspielen. Da könnte aber auch ein geschlechtsloses und gleichzeitig hypersexuelles „Tessa Ganderer“ hinter dem vortragenden Abgeordneten sitzen: „Frau Bundestagspräsidentin“. Und so durchgehend in allen gesellschaftlichen Bereichen, angefangen von der Kinderkrippe bis zur Kasse im Supermarkt. Alles Orgasmusangst, orgastische Impotenz, Panzerung! Ohne diese Triade würde der „terroristische Arm der am meisten reaktionären und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ schlaf herabhängen! Aber so: die androgyne Kassenschwuchtel und die beiden „anarchistischen“ Spargeltarzane sind Feuer und Flamme für Klaus und George.

Peters epochemachendes 10 Punkte-Programm für die Neue Rechte

10. Oktober 2023

1. Das Subjekt der Geschichte sind weder Klassen noch „Rassen“ (Ethnien, Nationen), sondern alle Arbeitenden, egal ob sie im Hamburger Hafen Container verladen oder als „Kapitalisten“ eine Firma für Logistiksoftware gegründet haben. Daß es im Arbeitsprozeß reale „Klasseninteressen“ (etwa gegen eingeschleuste nichtarbeitende Parasiten) gibt und Menschen mit dem gleichen ethnischen Hintergrund reibungsfreier zusammenarbeiten können, ist unbenommen.

2. Das Konzept der „Emotionellen Pest“, die immer dann vorliegt, wenn sich bei einer Handlung das vorgegebene Motiv nicht mit dem eigentlichen Motiv deckt („Verraten durch einen Kuß“): sie ist sowohl für die angeblich „humanistische Massenmigration“ als auch für die Spaltungen unter jenen verantwortlich, die dagegen etwas tun wollen – das vorgegebene Motiv deckt sich nicht mit dem eigentlichen Motiv deckt.

3. Die Massenpsychologie grundsätzlich jedweden …ismus: die Massen sind freiheitsunfähig, so daß jede Revolution kontraproduktiv sein wird, Es kann nur eine „Empörung“ im Sinne Stirners geben, durch die man sich selbst verändert (die „Prepper“ sind ein schönes Beispiel).

4. Ein Metamodell der Politik: das Dreischichtenmodell und die daraus abgeleitete soziopolitische Charakterologie, die die Forschung neuerdings immer und immer wieder bestätigt. Die politische Einstellung ist Teil der individuellen biologischen Struktur!

5. Reichs Sexualökonomie bietet eine Alternative zur allgemeinen Dekadenz, die im Kern nichts anderes als sexuelle Perversion ist.

6. Eine Utopie: das Ende des Muckertums und der Domestizierung, die Kinder der Zukunft – befreit vom Über-Ich.

7. Lebenspraxis: die „Arbeitsdemokratie“ als Kern und gleichzeitiges Korrektiv des Anarcho-Kapitalismus – entsprechend Stirners Verein als Kern und Korrektiv der „Gemeinschaft“.

8. Eine Denkmethode, die nach dem Gemeinsamen von Gegensätzen sucht und auf diese Weise die Kategorien der Wirklichkeit anpaßt, Kategorien sinnvoll ordnet, Kategorienfehler beseitigt, d.h. Klarheit schafft.

9. Die Entdeckung des Orgons, die, da dessen Funktionsgesetze auf allen Größenebenen und in allen Funktionsbereichen identisch sind, es erlaubt, jeweils nicht gegen, sondern mit „dem Fluß des Leben“ zu arbeiten.

10. Das Konzept der „Gegenwahrheit“: beispielsweise ist Politik an und für sich irrational, aber wir verurteilen uns zur Randexistenz einer folgenlosen Fundamentalopposition, wenn wir nicht einsehen, daß man immer abwägen muß zwischen weniger schlimm (AfD) und ganz ganz ganz schlimm (beispielsweise CDU). Mit den unsterblichen Worten Dr. Helmut Kohls: „Wichtig ist, was hinten rauskommt!“

Von Karl bis Olaf und die Tunten

7. September 2023

Um Marx zu begreifen, muß man zunächst Feuerbach und Stirner verstehen. Sowohl Marx (vor 1845) als auch Freud (zeitlebens) waren Feuerbachianer, d.h. Atheisten, die an „die Kultur“ glaubten und Gott durch die Götzen Humanität, Menschlichkeit, „das Menschliche und Ethische“ ersetzten. Sie waren also Atheisten, aber halt „fromme Atheisten“. Im Grunde waren sie klassische Liberale, die keinen Kontakt zum bioenergetischen Kern hatten und stattdessen alles von der gesellschaftlichen Fassade her ableiteten. Stirner hat sie (mit ähnlichen Argumenten wie später Reich gegen Freud) argumentativ zermalmt. Seine Botschaft lautete: Werde das Über-Ich los (d.h. sowohl „Gott“ als auch „die Menschheit“) und sei dein biologisches Selbst.

Marx vermied es, von Stirner intellektuell vernichtet zu werden. Statt „menschliche und humane Werte“ zu verteidigen, was nur dazu geführt hätte, Stirner weiter zu bestätigen, entwickelte er in seinem Monumentalmanuskript Die deutsche Ideologie das, was später zum Historischen Materialismus wurde. Hier leugnete Marx einfach die Menschheit (alles ist Klassenkampf), das Menschliche (man ist nur ein Brennpunkt der sozioökonomischen Kräfte, d.h. des Klassenkrieges), das Humane (alle Werte sind lediglich Funktionen des Klassenkriegs) und das Individuum (das bloß der Bourgeois ist). Das ist der Historische Materialismus, der seinerseits nichts anderes ist als der Rote Faschismus, d.h. der Pseudoliberalismus: die Fassade steht im Dienste der sekundären Schicht, anstatt sie zu unterdrücken, wie es die „Feuerbachianer“ der klassischen Liberalen taten.

Noch heute hassen die Marxisten sowohl Stirner als auch Reich genau aus diesem Grund. Weshalb? Sowohl Stirner als auch Reich beriefen sich auf die biologische Selbstregulierung. Das bedeutet natürlich nicht, daß Feuerbach, Marx und Freud in all ihren Theorien „falsch“ lagen, es bedeutet nur, daß man ihren wahren Platz in der Geistesgeschichte nur über das biosoziale „Drei-Schichten-Konzept“ von Reich, Baker, Mathews und Konia verstehen kann, das Reich erstmals im Vorwort von Die Massenpsychologie des Faschismus skizzierte.

Letztlich sind Marx und seine heutigen Epigonen durch die Emotionelle Pest in ihnen motiviert, die Selbstregulierung zu zerstören. Aber diese Behauptung ist zu unspezifisch und damit selbst pestartig. Stattdessen muß man, wie ich es oben getan habe, sowohl die historischen, philosophischen als auch vor allem die bio-psychologischen Mechanismen skizzieren.

Vor diesem Hintergrund ist ein Blick auf die Tätigkeit unserer neo-Marxistischen Regierung aufschlußreich. Nehmen wir Olafs Selbstbestimmungsgesetz. „Selbstbestimmung“? Klingt doch durchaus nach (einem banalisierten) Stirner! Und tatsächlich fallen viele naive „Stirnerianer“ auf sowas rein. Aber natürlich hat dieses Gesetz nichts, aber wirklich gar nichts, mit der „biologischen Selbstbestimmung“ im Sinne Stirners zu tun. Vielmehr geht es darum, das Menschsein an sich aufzuheben und selbst dein Geschlecht zu einem bloßen gesellschaftlichen Konstrukt zu machen. Es geht darum, die sekundären, perversen Triebe gegen das Lebendige selbst in Stellung zu bringen, indem man sich liberal und menschenfreundlich gibt (Stichwort: Selbstbestimmung). Roter Faschismus, wie oben knapp beschrieben.

Es ist aber noch schlimmer, denn wer sich gegen diese lebensfeindliche Sauerei wehrt, wendet sich automatisch gegen die besagte „Stirnersche biologische Selbstbestimmg“. Ich zitiere aus dem oben verlinkten Artikel auf pi-news Gereon Bollmann, AfD-Bundestagsabgeordneter und früherer Richter am Oberlandesgericht Schleswig:

„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“, heißt es in Artikel 2 des Grundgesetzes. Das nun von der Ampel-Koalition vorangetriebene „Selbstbestimmungsgesetz“ steht aufgrund seiner gravierenden Eingriffe in massivem Widerspruch zu diesem verfassungsmäßig verbrieften Grundrecht. Es stellt einen weiteren rot-grünen Meilenstein zur Zerstörung unserer Familien dar. Künftig soll es den Familiengerichten obliegen, darüber zu entscheiden, ob der Wunsch eines Kindes nach einem Geschlechtswechsel maßgeblich ist, obwohl die Eltern dagegen sind. Des Weiteren birgt das „Selbstbestimmungsgesetz“ die Möglichkeit, staatliche Stellen als Erziehungsberechtigte einzusetzen und die Kinder in bekannt sozialistischer Manier der Obhut ihrer Eltern zu entziehen. (…) Die Erziehungsrechte der Eltern dürfen nicht von linksgrün verbohrten Ideologen infrage gestellt werden!

Die, die sich gegen den Marxismus stellen, finden sich dergestalt auf der Seite des „Erziehungsrechts“, d.h. des Rechts Kinder zu enkulturieren, ihnen ein Über-Ich zu verpassen, sie abzupanzern. Ich sehe förmlich das bösartige Grinsen des „Kulturbolschewisten“ plastisch vor meinen Augen!

Was lehrt uns das? Es ist vollkommen sinnlos sich „argumentativ“ mit diesen Leuten auseinanderzusetzen, da ihre gesamte Ideologie von Anfang an darauf ausgerichtet war, absolut unangreifbar zu sein. Das einzige, was man tun kann, ist den charakterologischen Hintergrund des Kommunismus immer und immer wieder offenzulegen, wie es Reich und im Anschluß an ihn Baker, Mathews und Konia getan haben.

Der Mißbrauch der Massenpsychologie durch linke „Reichianer“

19. Juni 2023

Reich ist bei der „materialistischen“ (Marxistischen) Linken nach 1933 in Ungnade gefallen, weil er den Erfolg des Faschismus psychologisch erklärte, also in ihren Augen „idealistisch“. Und tatsächlich blieb in der Folgezeit im Reichschen Werke vom Marxschen ökonomischen Determinismus kaum etwas übrig und wurde durch eine andere Art von „Materialismus“ ersetzt: die biophysiologische Struktur des Menschen, die sowohl die Sexual- als auch die Arbeitsenergie reguliert.

Heute, fast ein Jahrhundert später, machen sich vermeintliche Reich-Freunde und „orgonomische“ Laientherapeuten daran, Trumps Erfolge in den USA und die Erfolge der AfD in Deutschland mit Rückgriff auf die Reichsche Massenpsychologie von 1933 zu erklären. Reich soll ihren Marxismus retten, indem mit seiner Hilfe die arbeitenden Massen als psychisch (sexuell) gestört hingestellt werden.

Das ganze ist an Absurdität kaum überbietbar, denn wer vertritt denn heute die Interessen des Monopolkapitals, d.h. Blackrocks?! Und welche Sexualideologie vertreten Blackrock und die woke Linke unisono? Sie können sich vor Fanatismus kaum noch einkriegen, wenn es um die KASTRATION von Kindern geht!

Offenbar ist etwas vollkommen aus den Fugen geraten und wir blicken dem kompletten Wahnsinn ins Gesicht. Was ist dieses „Etwas“? Die Massenpsychologie selbst! Wie Reich in der Einleitung zur revidierten und stark erweiterten amerikanischen Ausgabe seiner Massenpsychologie des Faschismus schrieb, ist der Kern der Massenpsychologie die Unterscheidung der drei biophysiologischen Schichten der Charakterstruktur (Kern, sekundäre Schicht, Fassade) und die Zuordnung der politischen Ideologien zu diesen drei Schichten (Arbeitsdemokratie, Faschismus, Liberalismus).

Kommunismus („Marxismus“) ist, wie Elsworth F. Baker im Anschluß an Reich herausgearbeitet hat, wenn man so will „liberaler Faschismus“, d.h. die liberale Fassade wird benutzt, um den Faschismus der sekundären Schicht um so effektiver durchzusetzen. Und um NICHTS ANDERES geht es diesen vermeintlichen „Antifaschisten“, wenn sie Reich dazu benutzen, um arbeitsdemokratische Impulse in der Gesellschaft zu denunzieren.

Eure woken „Ideale“ könnt Ihr Euch sonstwo hinstecken!

Peter liest die kommentierte Neuauflage der Originalausgabe von Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 8)

25. Februar 2023

Peglau schreibt, durch das Einfügen von sechs zusätzlichen Texten, die die Massenpsychologie auf mehr als den doppelten Umfang haben anschwellen lassen, könne von einem „kohärenten Buch“ nicht mehr die Rede sein (S. 231). Dazu ist zu sagen, daß in der Originalausgabe von 1946 (neben einem zusätzlichen Abschnitt über „Die drei Grundelemente des religiösen Gefühls“ im VII. Kapitel) nur eine Einleitung und zwei zusätzliche Kapitel beigefügt wurden: einer über die Entwicklung in der Sowjetunion, die die Diskussion aus dem letzten Kapitel der ursprünglichen Massenpsychologie von 1933 fortführt, und ein abschließendes Kapitel über die Arbeitsdemokratie, die wiederum das vorangehende Kapitel organisch fortführt. In der von Mary Boyd Higgins zu verantwortenden heute „offiziellen“ Ausgabe, wurde diese klare Struktur (Kommunisten scheitern, Faschismus [Kapitel I-VIII der Higgins-Ausgabe] – Stalinismus [Kapitel IX und X der Higgins-Ausgabe] – Arbeitsdemokratie als neuer Ansatz [Kapitel XI und XIII der Higgins-Ausgabe]) leider durch auseinanderreißen der beiden nunmehrigen Schlußkapitel leider buchstäblich zerfleddert und das ganze macht einen zusammengestückelten Eindruck.

Die beiden Schlußkapitel müßten in einer korrekten deutschen Auflage wie folgt überschrieben sein:

IX. MASSE UND STAAT

1. Was geht in den Menschenmassen vor?

2. Die „sozialistische Sehnsucht“

3. Das „Absterben des Staates“

4. Das Programm der Kommunistischen Partei der Sowjetunion

5. Die „Einführung der Sowjetdemokratie“

6. Die Entwicklung des autoritären Staatsapparates aus rationalen sozialen Beziehungen

7. Die soziale Funktion des Staatskapitalismus

8. Biosoziale Funktionen der Arbeit. Das Problem der „freiwilligen Arbeitsdisziplin“

X. ARBEITSDEMOKRATIE

1. Gebt Verantwortung der lebensnotwendigen Arbeit!

2. Die biologische Rechenfehler im menschlichen Freiheitskampf

3. Arbeitsdemokratie versus Politik. Die natürlichen sozialen Kräfte zur Beherrschung der emotionalen Pest

Hier sieht man sofort, den vollkommen logischen und konsequenten Aufbau des Buches! Warum erwähnt Peglau das nicht in seiner Beschreibung der Unterschiede der Ausgabe von 1946 und dem Machwerk von Ms. Higgins?!

Gegen eine Präsentation der Ausgabe von 1933 als eigenständiges Werk ist natürlich nichts einzuwenden. Auch nichts gegen die meisten Ausführungen von Peglau am Ende des Buches. Mehr als befremdlich finde ich jedoch die Aussage, Reich habe, wie Freud, die Bedeutung der menschlichen Sexualität überbewertet, wobei sich Peglau ausdrücklich ausgerechnet auf Erich Fromm beruft… Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen:

Selbst die volle Befriedigung jener „Bedürfnisse, die der Mensch mit dem Tier gemeinsam hat – Hunger, Durst und das Bedürfnis nach Schlaf und sexueller Befriedigung – (…) gewährleistet noch nicht die geistige und seelische Gesundheit, Diese hängt von der Befriedigung jener Bedürfnisse und Leidenschaften ab, die spezifisch menschlich sind“. Freud überwand seine thematische Verengung, indem er das Konzept des Sexual- zu dem eines Lebenstriebes ausweitete, Reich durch Fokussierung einer sämtlichen Lebensvorgängen zugrundeliegenden Energie. (S. 235)

Wie ich schon in Teil 6 schrieb: Es ist, wie immer, der Gegensatz zwischen „Tier“, das sich nicht zügeln kann, und dem rötgrünen verantwortungsvollen „Geistesmenschen“ (vgl. S. 152). – Ich glaub, mein Schwein pfeift! Erich Fromm… Leute!

Eine weitere Schrecksekunde eine Seite weiter: in der Aufzählung der Ursachen des Faschismus in Deutschland fällt neben „Grundwidersprüche des Kapitalismus“ die Wortkombination „Antisemitismus und –kommunismus“ (S. 236). Hhmmm…

Reichs Buch zur Massenpsychologie könnte dazu beitragen „rechte Bewegungen“ zu verstehen und zu bekämpfen, denn „kein destruktives soziales System, ohne destruktiv gemachte Menschen!“ (S. 137). Schön, aber das ist heute allgemeiner gesellschaftlicher Konsens. Antifaschismus und „Sanftheit“ sind heute DER ideologische Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Daher braucht man nun nicht ausgerechnet Reichs Buch gegen Pegida und AfD und putschende Reichsbürger in Stellung bringen!

„Ausgerechnet“? Ja, denn dieses Buch hat weder die Nationalsozialisten noch irgendwelche „Rechten“ groß in Wallung gebracht. Interessanterweise war es die Linke, die auf dieses Buch mit einem nur als viehisch zu bezeichnenden HASS reagiert hat. Unmittelbar nach seiner Herausgabe im August/September 1933 reagierten die Kommunisten mit Reichs endgültigen Exkommunikation (vgl. S. 263). 1946 war die Herausgabe der veränderten und erweiterten amerikanischen Version der Anlaß ihn als „Psychofaschisten“ zu diffamieren, was über Mildred Brady zur Untersuchung der FDA und, zehn Jahre später, zur Gerichtsverhandlung Inhaftierung Reichs führte (vgl. S. 271). Und schließlich führte die Widerentdeckung Reichs ab etwa 1966 auch zu seiner posthumen Erledigung.

Peglau zitiert Reichs Beschreibung der Berliner Polizei in ihrem Vorgehen gegen Demonstrationen der Kommunisten. Sie seien Maschinenmenschen: verbotenes Lied –> Dreinschlagen (S. 140). Überlegen wir mal ganz stark, zu welchen Anlässen die Polizei in Berlin heutzutage genauso reagiert – und auch die Medien, wenn man den Gummiknüppel gegen die Schreibfeder tauscht. Covid 19 hat die Aktualität von Reichs Massenpsychologie des Faschismus gezeigt! Die einzigen Nichtfaschisten in diesem Land waren „Pegida und AfD und die Reichsbürger“!

Demokratie, Kapitalismus, Faschismus

8. Januar 2023

Die Menschen sind freiheitsunfähig, was sich z.B. daran zeigt, daß sie in Demokratien („Volksherrschaften“) stets die wählen, die ihre TODFEINDE sind. In Deutschland geht das bis zur Ausmerzung des Staatsvolkes – mit dem ausdrücklichen Mandat eben dieses Staatsvolkes.

Wirkliche Demokratie bedeutet, die Massen freiheitsfähig zu machen – denn wären sie von vornherein freiheitsfähig gewesen, hätte es schon immer eine Volksherrschaft gegeben. Wie das bewerkstelligen? 1. durch eine freiheitliche Erziehung, 2. durch eine Sexualmoral, die die Genitalität nicht nur „toleriert“, sondern aktiv unterstützt (es geht bei beidem schlichtweg um LEBENSFREUDE!) und 3. durch eine freie Wirtschaft, in der die Menschen wirklich wie unabhängige Erwachsene agieren können.

Jede freie Wirtschaft und Gesellschaft, „der Kapitalismus“, muß zwangsläufig scheitern, weil letztendlich alle käuflich sind. Am Ende läuft immer alles auf ein Machtmonopol hinaus, das alle Freiheiten einschränken wird, um die eigene Macht zu erhalten und weiter auszubauen. Das ist so, weil Geld der „Universalschlüssel“ (Hans Hass) zu wirklich allen Gütern und Dienstleistungen ist. Jeder Mensch steht dem Geld gegenüber wie der ausgehungerte Wolf, der in eine eingepferchte Schafsherde versetzt wird: je mehr Schafe, desto heftiger der keine Grenzen kennende Blutrausch! Geld ist einfach ein alles andere bedeutungslos machender Schlüsselreiz. Aus diesem Grund können nur wirklich freiheitsfähige, d.h. befriedigungsfähige (genußfähige, „lebensfreudige“, orgastisch potente) Menschen eine Demokratie bilden, die dauerhaft funktioniert.

Muß demnach Demokratie in zwangsläufig alle Ewigkeit ein Wort bleiben, das den zwangsläufigen Weg in den Faschismus, den wir gegenwärtig wieder erleben, nur verschleiert und akzeptabel macht, bis alles zu spät ist? Nein! Man lese Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus. Wirkliche Demokratie ist ein Weg und dieser Weg ist das Ziel. Es geht um die Restrukturierung der Charakterstrukturen auf Massenbasis. Das war das Ziel des „Leninisten“ Reich 1933, als er die erste Auflage der Massenpsychologie des Faschismus veröffentlichte, und es war das Ziel Reichs als er 1946 in der neuen Version der Massenpsychologie des Faschismus dieses Programm schärfer und konkreter herausarbeitete („Arbeitsdemokratie“).

ES LEBE DER ANTIFASCHISTISCHE WIDERSTAND im Parlament (AfD), auf der Straße (Montagsdemos) und vor allem im alltäglichen Leben!

Peter liest die kommentierte Neuauflage der Originalausgabe von Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 5)

6. Januar 2023

In der Ausgabe der Massenpsychologie des Faschismus von 1933 heißt es:

Wenn revolutionäre Propaganda die kardinale Aufgabe hat, das Proletariat zu „entnebeln“, so kann das nicht einfach dadurch geschehen, daß man an sein notabene unentwickeltes bzw. unreines Klassenbewußtsein appelliert, auch nicht allein dadurch, daß man ihm die objektive ökonomische und politische Lage ständig vor Augen führt, gewiß nicht allein dadurch, daß man den an ihm geübten Betrug ständig entlarvt. Die allererste Aufgabe der revolutionären Propaganda ist die verständnisvollste Rücksichtnahme auf die Widersprüche im Arbeiter, auf die Tatsache, daß nicht etwa ein klares Klassenbewußtsein überdeckt oder vernebelt ist, sondern daß die das Klassenbewußtsein bildenden Elemente der psychischen Struktur teils unentwickelt, teil durchsetzt mit gegenteiligen kleinbürgerlichen Strukturbestandteilen sind. Das Herausdestillieren des Klassenbewußtseins der breiten Massen ist wohl die Grundaufgabe der Propaganda. (Reich 1933, S. 74)

In der Ausgabe von 1945, bzw. in deren deutschen Manuskript, wurde das vorsichtig korrigiert:

Wenn die revolutionäre Propaganda die kardinale Aufgabe hatte, „das Proletariat zu entnebeln“, so konnte das nicht einfach dadurch geschehen, daß man an sein „Klassenbewußtsein“ appellierte, auch nicht allein dadurch, daß man ihm die objektive ökonomische und politische Lage ständig vor Augen führte, gewiß nicht allein dadurch, daß man den an ihm geübten Betrug ständig entlarvte. Die allererste Aufgabe der revolutionären Propaganda wäre die verständnisvollste Rücksichtnahme auf die Widersprüche im Arbeiter gewesen, auf die Tatsache, daß nicht etwa ein klarer revolutionärer Wille überdeckt oder vernebelt war, sondern daß das Revolutionäre in der psychischen Struktur teils unentwickelt, teils mit gegenteiligen reaktionären Strukturelementen durchsetzt war. Das Herausdestillieren der revolutionären Gesinnung der breiten Massen ist wohl die Grundaufgabe bei der Freilegung ihrer gesellschaftlichen Verantwortlichkeit. (Fischer TB, S. 79f)

Das „Kleinbürgertum“ wird durch „das Reaktionäre“ ersetzt, das „Klassenbewußtsein“ durch „revolutionäre Gesinnung“ und dabei an die „gesellschaftliche Verantwortung“ appelliert. Es geht, wie es in der Übersetzung von T.P. Wolfe so schön heißt, um „liberating their social responsibility“. Man sieht hier unmittelbar, wie hinter der Marxistischen Ausdrucksweise von 1933 sich ein sozusagen „charakteranalytischer“ Ansatz verbarg (sozusagen die Freisetzung genitaler Strebungen, die aufgrund der Sexualmoral mit prägenitalen Anteilen versetzt sind, was zu paralysierenden Widersprüchen führt), der gleichzeitig auf die Welt der Arbeitsdemokratie vorverweist, mit der Freisetzung des bioenergetischen Kerns und der funktionellen Harmonie von Freiheit („Revolution“) und gesellschaftlicher Verantwortung.

Reich hat nichts gegen „Wertungen“:

Die bürgerliche akademische Forschung fordert die Trennung von Sein und Sollen, Erkennen und Handeln. Sie dünkt sich daher „unpolitisch“, der Politik disparat. Die Wissenschaft der Logik behauptet sogar, daß sich aus dem Sein niemals das Sollen ableiten lasse. Wir erkennen darin eine Beschränkung, die den Zweck hat, sich ungestört akademischer Forschung hingeben zu können, ohne auch die Konsequenzen, die jeder ernsthaften wissenschaftlichen Einsicht innewohnen, ziehen zu müssen, Konsequenzen, die regelmäßig fortschrittlich, sehr oft umstürzlerisch sind. Für uns geht die Bildung theoretischer Ansichten nicht nur aus den Notwendigkeiten des lebendigen Lebens, aus dem Zwange, praktische Probleme unseres Daseins zu lösen, hervor, führt die theoretische Ansicht nicht nur zu neuem, besserem, angepustetem Handeln und Bewältigen der praktischen Aufgaben; mehr, eine Theorie gewinnt für uns nur dann Wert, wenn sie sich in der Praxis und durch sie bestätigt. Alles andere überlassen wir den Jongleuren des Geistes, den Hütern der bürgerlichen „Werte“ordnung. (Reich 1933, S. 159)

„Wertungen“ werden zwar auch von der „nationalsozialistischen Mystik“ vorgenommen, doch Reich leitet sie „aus den Bedingungen des gesellschaftlichen Prozesses [ab], der als ‚Niedergang‘ einer Kultur in Erscheinung tritt, um die vorwärtsdrängenden und die bremsenden Kräfte zu erkennen, die Erscheinung des Niedergangs als historisches Ereignis zu begreifen und nicht zuletzt die Keime der neuen Kulturformen zu sichten, denen wir dann zur Geburt verhelfen“ (S. 90f). Das entspricht weitgehend der Charakteranalyse, wo es darum geht die prägenitalen Anteile von den genitalen zu scheiden und den letzteren zum Durchbruch zu verhelfen. Daß das nichts mit Marxismus zu tun hat, sieht man etwa an der heutigen Gender- und Transgender-Diskussion, wo Linke praktisch immer geradezu automatisch für die prägenitalen Strebungen plädieren, weil die auf abstrakte Weise „progressiv“, d.h. gegen das Überkommene sind.

Heute, in der antiautoritären Gesellschaft, kann der, wenn man so will, „Reich’sche Massenpsychologe“ nur auf Seiten der AfD stehen. Und das nicht, weil sich die Orgonomie seit 1933 großartig geändert hätte, sondern weil heute die Schweinerei größtenteils links steht.

Peter liest die kommentierte Neuauflage der Originalausgabe von Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 4)

29. Dezember 2022

Ich hatte geschrieben, daß angesichts des heute neu heraufziehenden Nationalsozialismus mit seiner Mischung aus Staatsterror, Dominanz der Großindustrie und sozialistischen Elementen (etwa dem generellen Grundeinkommen), die Neuauflage der Massenpsychologie des Faschismus ein Glücksfall sei. Gleichzeitig ist hier auch ein ungeheures Mißbrauchspotential gegeben, denn Reichs zentrale Angriffsziele sind das Kleinbürgertum (Bauern, Mittelständler, kleine Gewerbetreibende [vom Beamtentum wollen wir an dieser Stelle absehen!]) und der Individualismus.

Man könnte sagen, daß alles Gewachsene und „Widerständige“, das sich der folgerichtigen Entwicklung der Produktionsmittel entgegenstemmt, nunmehr auch mit Hilfe der Psychoanalyse überwunden werden soll. In dieser Form ist das Buch geradezu „anti-orgonomisch“.

Beispielsweise greift Reich die „Zadruga“ an, die, soweit ich es überblicke, vom Herausgeber Andreas Peglau nicht erklärt wird. Auf Wikipedia heißt es dazu:

Die Zadruga (kroatisch bzw. serbisch: Genossenschaft, im Sinne von Hausgenossenschaft; auch: Hauskommunion, Hausgemeinschaft, Großfamilie, Gemeindeschaft) war eine bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei den Südslawen verbreitete, Wirtschafts- und Lebensgemeinschaft, die auf den Prinzipien der patriarchalischen Autorität und der Familie aufbaute. Ihre Mitglieder führten die Landwirtschaft in einem Haushalt und unter einem Familienoberhaupt. (…) Nach einer Theorie ist die Zadruga im 14. Jahrhundert als Ergebnis der Feudalzeit entstanden, als die Bauern eine Organisationsform suchten, um dem Druck durch den herrschenden Stand zu widerstehen. (…) Nach anderer Meinung soll es sich bei Zadruga um eine urslawische Einrichtung gehandelt haben, die ihren Ursprung in dem kollektivistisch denkenden Menschen des Ostens hatte, der seinen Gegensatz zu dem individualistisch denkenden Menschen des Westens hatte. (…) Die Zadruga existierte in vielen Gegenden auch neben anderen individualistischen Lebens- und Wirtschaftsformen.

Das „individualistisch“ ist kein Widerspruch: im Westen entzieht sich das Individuum der zentralen staatlichen Kontrolle, im Osten die lokale Gemeinschaft, die in diesem Sinne „individualistisch“ auftritt. Und genau das ist der Punkt: daß der Kommunist Reich 1933 für das Kollektiv eintritt und die Kollektivierung der Landwirtschaft und Kleinbetriebe in der Sowjetunion bzw. dem zukünftigen „Rätedeutschland“. Er war damit sozusagen Sprachrohr des „Great Reset“: „Du wirst nichts besitzen, aber glücklich sein!“

Daß ist das Perfide dieser Ausgabe der Massenpsychologie des Faschismus: daß sie explizit gegen die NSDAP gerichtet ist, die sich heute als AfD tarne, implizit jedoch das Programm der NSDAP unterstützt, nämlich den besagten Great Reset, den Faschismus, der klassisch definiert ist als Zusammengehen von zentralisierter staatlicher Macht und dem zentralisierten Kapital. Entsprechend bezeichnete Reich in der revidierten und erweiterten dritten Auflage der Massenpsychologie des Faschismus den Stalinismus auch als „Staatskapitalismus“ („roten Faschismus“). Alles „Zadruga-Hafte“, alle lokale Autorität muß beseitigt werden. In diesem Sinne wird von Peglau Reich für die antiautoritäre Gesellschaft, in der an die Stelle der zahllosen lokalen Autoritäten die eine „Zentralautorität“ tritt, nutzbar gemacht.

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Eine notwendige Anmerkung: 1940 schrieb Reich an Fritz Brupbacher: „Was sie als neuen Individualismus bezeichnen, glaube ich für meine Person zunächst nur für mich unter dem Begriff ‚Arbeitsdemokratie‘ formuliert zu haben.“

Peter liest die kommentierte Neuauflage der Originalausgabe von Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 2)

7. Dezember 2022

Reichs Vorrede kreist um die Macht der Jugend, die UNS gehört, und der Wissenschaft, die einzig auf UNSERER Seite steht. Ich schreibe „uns“, weil das direkt auf die Gegenwart übertragbar ist. Die Jugend wird sich nicht ewig die reaktionären Lügen der Grünen über Gender, Ökologie und Einwanderung gefallen lassen, die systematisch ihre Zukunft zerstören.

Und denen, die heute versuchen durch Anpassung an „Klaus Schwab“ irgendwie sich durchwursteln zu können, statt eindeutig Partei gegen die Schweinerei zu ergreifen, seien Reichs Worte von 1933 ins Stammbuch geschrieben:

Die Wissenschaft ist der Todfeind der politischen Reaktion. Der Wissenschaftler aber, der glaubt, durch Vorsicht und „Unpolitischsein“ seine Existenz zu retten und durch die Verjagung und Einkerkerung auch der Vorsichtigsten nicht eines besseren belehrt wurde, verwirkt den Anspruch, jetzt ernstgenommen zu werden und später einmal am wirklichen Neuaufbau der Gesellschaft mitzuwirken. Seine Klagen und seine Kulturbesorgtheit sind überzeugungslose Ergüsse, wenn er nicht aus den Ereignissen erkennt, daß gerade seine Wissenschaft, seine wissenschaftliche Kraft denjenigen fehlt, auf die er in Zeiten des Zusammenbruchs seine Hoffnung setzt. Sein Unpolitischsein ist ein Stück der Stärke der politischen Reaktion und seines eigenen Unterganges gleichzeitig.

Für Menschen, die sich selbst noch ernstnehmen, gibt es in diesen Zeiten keine Möglichkeit der Anbiederung an den politisch korrekten Zeitgeist, wie er von den Großkonzernen propagiert wird bzw. mit dem sie uns Zwangsstopfen. „Verjagung und Einkerkerung“ sind heute, spätestens seit Einbruch des offenen Faschismus in Zeiten von Corona, bitterer Ernst!

Reich schreibt: „Die Marxsche Grundkonzeption erfaßt zunächst die Ausbeutung der Ware Arbeitskraft und die prozeßhafte Konzentration des Kapitals in wenigen Händen, mit der die fortschreitende Verelendung der Mehrheit der arbeitenden Menschen, des Proletariats in erster Linie“ (S. 19). Was würde besser auf die heutigen Zustände und die Pläne eines Klaus Schwab zutreffen! Man denke nur daran, wie „die Arbeit“ heute in die Zange genommen wird von faschistischen Horden von Klimaklebern auf der einen Seite und beispielsweise amazon auf der anderen Seite. Das gemeinsame Funktionsprinzip der neuen Nazihorden („Antifa“) und dem Großkapital ist die Konzentration und Zentralisation. Die revolutionäre Gegenkraft ist die Arbeit, die Arbeitsdemokratie, wie Reich es 1946 in der dritten Auflage der Massenpsychologie des Faschismus darlegte.

Was tun? Reich: „Die revolutionäre Praxis auf jedem Gebiet des menschlichen Daseins ergibt sich automatisch, wenn man die Widersprüche in jedem neuen Prozeß erfaßt; sie besteht dann in nichts anderem als darin, daß man sich auf die Seite derjenigen Kräfte stellt, die in der Richtung der vorwärtsstrebenden Kräfte wirken, und ihnen zur Bewußtwerdung durch praktische Bewältigung verhilft“ (S. 18). Heute sind das die Kräfte, die, weitgehend in der AfD politisch organisiert, gegen die Konzentration des Kapitals und seine pseudolinke Verbrämung, etwa durch den Kampf gegen den „Klimawandel“ (sic!), vorgehen, ohne selbst die arbeitsdemokratischen Zusammenhänge vollständig zu erfassen.

Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe von Massenpsychologie des Faschismus ist angesichts des Great Reset ein Glücksfall, denn die Zustände 2023 gleichen denen von 1933 frappant. Beispielsweise erwähnt Reich die Überlegung, daß „im nächsten Krieg“ die allgemeine Bewaffnung der Massen ausbleiben werde (S. 20). Das ist im Zweiten Weltkrieg zwar nicht eingetreten, gehört heute aber zum „fortschrittlichen“ Gedankengut: die vollständige Entwaffnung der Bevölkerung in der westlichen Welt (d.h. nur noch Kriminelle sind bewaffnet!), die zunehmende Verdrängung von „Volksarmeen“ durch Söldnerheere und nicht zuletzt die Entwicklung von Killerdrohnen und sogar Killerrobotern. Wie Reich 1933 stehen auch wir heute an der Schwelle der kompletten Barbarei, wobei damals wie heute das Grundproblem die Indolenz der Massen ist, d.h. ein massenpsychologisches Problem.

Peter liest die kommentierte Neuauflage der Originalausgabe von Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 1)

4. Dezember 2022

Ich nehme das von dem Psychoanalytiker und Historiker Andreas Peglau herausgegebene Buch Massenpsychologie des Faschismus (Der Originaltext von 1933, Gießen: Psychosozial-Verlag, 2020) in die Hand und als erstes fällt mein Blick auf zwei bezeichnende Passagen.

Als erstes auf der Rückseite des Einbandes die Aussage von Helmut Dahmer, daß acht Jahrzehnte nach der Veröffentlichung von Reichs Buch – „taucht nun der lang verdrängte ‚nationalsozialistische Untergrund‘ vor unseren Augen gespenstisch wieder auf. Da wird Reichs legendärer Originaltext von 1933 wieder gebraucht.“ Offenbar, um dem Dunkeldeutschland von NSU und AfD Paroli zu bieten! Siehe dazu meine Besprechung von Peglaus entsprechender Lehre aus Reichs Buch.

Mein zweiter Blick fällt auf das Impressum: „Umschlagabbildung: Wilhelm Reich, aufgenommen von Ludwig Gutman, geboren am 23.6.1869 in Horn, ermordet am 18.4.1943 im Ghetto Theresienstadt.“ Das Buch hebt also mit einem „Stolperstein“ an. Über Gutman gibt es einen eigenen Wikipedia-Beitrag. Moment mal! War das Reichs Intention 1933 und 1946 (als die grundlegend revidierte und stark erweiterte Ausgabe herauskam)? Dieser wohlfeile Holocaust- und Antisemitismus-Kult? Diese Heimholung Reichs zu den Freuds und Einsteins, die rein gar nichts mit Judentum zu schaffen hatten, aber ihr „Judentum“ plakativ vor sich hertrugen? (D.h. nicht, ich persönlich hätte irgendwas gegen Stolpersteine – ganz im Gegenteil…)

Nehmen wir nur den dezidierten „Juden“ Freud, während Reich ein dezidierter Nicht-Jude war. Warum war ausgerechnet Freud so kompromißlerisch, geradezu unterwürfig gegenüber den Nationalsozialisten, während ausgerechnet Reich derartig militant auftrat? Nun, wer überall nur Antisemitismus sieht, sich nur von Feinden eingekreist sieht, kann seine eigentlichen Feinde nicht mehr sehen und sich nicht mehr rational gegenüber ihnen verhalten. Er hat keine Prioritäten mehr. Leute wie Freud (und die heutigen Antifaschisten a la Dahmer und Peglau) leben in einer paranoiden mystischen pseudo-religiösen Wahnwelt, in der alle Unterschiede verschwimmen. Wer aber mit einer Brille, die mit Milchglasscheiben versehen ist, durchs Leben stolpert, kann nicht überleben. Hanna Arendt hat das anläßlich ihrer Analyse des Holocaust-Prozesses in Jerusalem zum Ausdruck gebracht:

Die Überzeugung von der Allgegenwärtigkeit und Ewigkeit des Antisemitismus ist nicht nur seit der Dreyfus-Affäre der wirksamste ideologische Bestandteil der zionistischen Bewegung gewesen, diese Überzeugung war auch der eigentliche Grund für die sonst schwerverständliche Bereitschaft des deutschen Judentums in allen seinen Teilen, sich sofort nach der Machtergreifung „auf den Boden der Tatsachen zu stellen“ und mit den Nazibehörden zu verhandeln. (…) Gerade aus dieser Überzeugung stammte die politisch so gefährliche Unfähigkeit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden; (…) weil sie dachten, daß alle Nichtjuden in der Judenfrage gleich denken und empfinden. Falls Ben Gurion [durch den Prozeß gegen Eichmann in Jerusalem] diese Art „jüdischen Bewußtseins“ zu intensivieren wünschte, war er schlecht beraten; denn daß diese Mentalität sich ändert, gehört zu den wirklich unerläßlichen Vorbedingungen für ein israelisches Staatsbewußtsein. Die Gründung des israelischen Staates hat aus den Juden ein Volk unter Völkern gemacht, eine Nation unter Nationen, einen Staat unter Staaten, der per definitionem auf eine Pluralität angewiesen ist, welche die jahrtausendealte und leider religiös so tief verankerte jüdische Zweiteilung der Welt in Juden und Nichtjuden nicht mehr zuläßt. (Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Piper Verlag, München, 2011, S. 46)

Reich hat diesen gefährlichen Schwachsinn, diese Zweiteilung, nie mitgemacht, deshalb war er militanter Antifaschist, als man noch etwas ausrichten konnte, und deshalb hat er später, als die Katastrophe geschehen war, diese nicht mißbraucht, um die nächste Katastrophe vorzubereiten, indem er mit kultischem „antifaschistischen“ Kokolores Juden und Nichtjuden in eine immer höhere Hysterie treibt, a la „taucht nun der lang verdrängte ‚nationalsozialistische Untergrund‘ vor unseren Augen gespenstisch wieder auf“. Das Böse ist immer und überall…

Ich beginne das Buch zu lesen und stocke bereits bei Reichs allererstem Absatz:

Die deutsche Arbeiterklasse hat eine schwere Niederlage erlitten und mit ihr alles, was es an Fortschrittlichem, Revolutionärem, Kulturgründendem, den alten Freiheitszielen der arbeitenden Menschheit Zustrebendem gibt. Der Faschismus hat gesiegt und baut seine Positionen mit allen verfügbaren Mitteln, in erster Reihe durch kriegerische Umbildung der Jugend, stündlich aus. Aber der Kampf gegen das neuerstandene Mittelalter, gegen imperialistische Raubpolitik, Brutalität, Mystik und geistige Unterjochung, für die natürlichen Rechte der arbeitenden und schaffenden, von der wirtschaftlichen Ausbeutung durch eine Handvoll Geldfürsten schwer betroffenen Menschen, für die Beseitigung dieser mörderischen gesellschaftlichen Ordnung wird weitergehen. Doch kommt es nicht nur darauf an, daß er weitergeht, sondern in erster Linie ob, wie und in welcher Zeit er zum Siege des internationalen Sozialismus führen wird.

Gehen wir das Satz für Satz durch (bis auf den zeitgebundenen letzten) und übertragen das von 1933 auf das Jahr 2023:

„Die deutsche Arbeiterklasse hat eine schwere Niederlage erlitten und mit ihr alles, was es an Fortschrittlichem, Revolutionärem, Kulturgründendem, den alten Freiheitszielen der arbeitenden Menschheit Zustrebendem gibt.“ Die deutsche Arbeiterklasse steht 2023 vor dem Nichts. Dazu braucht der Hamburger Arbeiter nur abends durch Altona, Billstedt, Harburg, etc. spazierengehen! Spätestens, allerspätestens seit 2015, sind die Sozialkassen unrettbar ruiniert, Krankenkasse und Rentenversicherung kannst du dir in wenigen Jahren abschminken. Frage jeden beliebigen mittleren Finanzbeamten! Spätestens, allerspätestens 2030 wird Schluß sein. Deshalb das Gerede vom Great Reset, dem digitalen Zentralbankgeld, der alle Lebensbereiche bestimmende Ökoterror, etc. Deshalb auch die forcierte Umvolkung. Ein Volk kann man nicht kontrollieren, sehr wohl aber eine in sich gespaltene Be-Völkerung. Die einzige Partei, die gegen diesen Faschismus (Zentralstaat in engster Verschränkung mit dem Monopolkapital) eintritt und die Interessen der deutschen Werktätigen vertritt, ist die AfD.

„Der Faschismus hat gesiegt und baut seine Positionen mit allen verfügbaren Mitteln, in erster Reihe durch kriegerische Umbildung der Jugend, stündlich aus.“ Die heutige Jugend ist 2023 zweigeteilt: in eine vollkommen in Life Style, Karriere und Konsum aufgehende Majorität, die geradezu gespenstisch gleichgeschaltet ist, politisch korrekt bis zur Haarspitze, und zweitens eine vermeintlich rebellische Minorität, die auf „Punk“ macht, aber ideologisch 150% hinter den Plänen des Monopolkapitals steht. „Antifa ist durchgeimpft! Wir impfen euch alle!“

„Aber der Kampf gegen das neuerstandene Mittelalter, gegen imperialistische Raubpolitik, Brutalität, Mystik und geistige Unterjochung, für die natürlichen Rechte der arbeitenden und schaffenden, von der wirtschaftlichen Ausbeutung durch eine Handvoll Geldfürsten schwer betroffenen Menschen, für die Beseitigung dieser mörderischen gesellschaftlichen Ordnung wird weitergehen.“ Wer heute von „Geldfürsten“ a la George Soros spricht, wird sofort als „Antisemit“ gebrandmarkt, und WER steht denn heute für „das neuerstandene Mittelalter, (…) imperialistische Raubpolitik, Brutalität, Mystik und geistige Unterjochung“, wenn nicht die kriegsgeile Politsekte Die Grünen? Die ruinöse Sozial- und Wirtschaftspolitik der Nazis zielte auf einen Eroberungskrieg zu. Hitler brauchte den Krieg oder alles wäre (ohnehin) kollabiert. Genauso braucht der Grüne arbeiterfeindliche ABSCHAUM, der uns heute regiert, den Krieg mit Rußland, die Ökoapokalypse, den Great Reset, Armageddon.