Posts Tagged ‘Borderline’

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 7)

17. Juli 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Der Eigner seiner Selbst ist der Einzige – wie Gott. Gott sagt von sich selbst: „Ich bin, der ich bin“, d.h. er ist schlichtweg. Das impliziert zweierlei: erstens die Einheit der Widersprüche (das Sein) und zweitens die Aufrechterhaltung der Widersprüche (die Zeit).

Der gepanzerte Mensch hat kein Sein, sondern ist nur willkürliche Fassade. Man nehme etwa folgende Anekdote über Reichs Mitarbeiter (und Judas) Michael Silvert, ein Psychiater, die von Elsworth F. Baker überliefert wurde:

Bei einer anderen Gelegenheit brachte (Silvert) mir eine Patientin zur Konsultation. Ich untersuchte sie und stellte die Diagnose einer Schizophrenie. Unter anderem sagte sie, sie habe eine Katze, eine echte Katze, in ihrem Magen. Silvert stimmte mit meiner Diagnose überein. Er brachte sie dann zu Reich, der sie in einem Haus in Rangeley unterbrachte, wo sie als seine Patientin übernachten konnte. Reich untersuchte sie und sagte, sie sei im Wesentlichen gesund. Da Reich sie für gesund erklärt hatte, brachte Silvert sie in der nächsten Woche erneut nach Rangeley und stellte sie am selben Ort als seine Ehefrau vor. Reich war wütend, aber Silvert arbeitete sich mehr und mehr in Reichs Gunst hinein, wie wir später sehen werden, bis er Reich buchstäblich in den Tod führte. Ich möchte hinzufügen, daß die Patientin ein Jahr später in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde, wo sie mehrere Jahre blieb. Man kann sich fragen, wie Reich die Diagnose übersehen konnte. Ich habe schon viele Patienten gesehen, die ich für fast gesund hielt, nur um sie in der nächsten Woche für psychotisch zu halten. (Baker: My Eleven Years with Reich)

Das ist ein extremes Beispiel, aber alle gepanzerten Menschen sind auf diese Weise gespalten, d.h. keine wirkliche Einheit, so daß man ständig böse Überraschungen mit ihnen erlebt. Sie leiden alle unter so etwas wie einem, wenn man so sagen kann, „universellen Borderline-Syndrom“. An einem Tag kann dein Freund die tiefste Person sein, die man sich vorstellen kann, nur um am nächsten Tag oberflächlich und ein unausstehlicher „homo normalis“ zu sein. Politiker leben geradezu davon, daß man sie nicht fassen kann! Sie haben kein „Sein“!

Das ist nicht die von Reich beschriebene „schizophrene Spaltung“ von Erregung und Wahrnehmung, sondern es ist die eigentliche Natur der Panzerung: die Spaltung zwischen dem inneren Orgon und dem Umwelt-Orgon. Es ist, als gäbe es eine Spaltung in der Struktur der (gepanzerten) menschlichen Existenz selbst. Wie im antiken griechischen und römischen Theater, als die Schauspieler Masken trugen. Da ist die Maske und das echte Gesicht – und vielleicht ist die Maske manchmal authentischer als das „echte“ Gesicht!

Den ständigen Verrat, die immer wieder auftretende Unverläßlichkeit und Willkür, die wir durch unsere Mitmenschen erfahren, ist vielleicht die grundlegendste Erfahrung, die ein Mensch machen kann. Ich glaube nicht, daß es jemals in der orgonomischen Literatur beschrieben und analysiert wurde. Vielleicht stellen es Horrorfilme am besten dar: wenn sich ein Mensch unvermittelt „dämonisch“ verhält, sein „wahres Gesicht zeigt“, wie man so schön sagt. Was ist passiert? Ganz einfach, kein menschliches gepanzertes Wesen kann EINS sein, kein gepanzertes Wesen kann authentisch sein, kein gepanzertes Wesen kann Versprechungen für die Zukunft machen, weil alle gepanzerten Wesen durch die Panzerung in zwei gespalten sind. Das klingt wie ein orgonomische Selbstverständlichkeit – ist aber der wahre Schrecken unserer Existenz: es zerstört jede Art von Vertrauen, d.h. die Grundlage der menschlichen Existenz. (Wenn das Baby seiner Mutter nicht vertrauen kann, ist alles verloren.) Das ist die tiefste Tragödie, die man sich vorstellen kann. Im Grunde ist Reichs „Christus“ (Gott wurde zum Menschen) das einzige Wesen, das nicht gespalten ist, d.h. er konnte Versprechungen für die Zukunft machen – so entstand die christliche Religion mit ihrem Versprechen des Paradieses und des ewigen Himmels.

Das Aufkommen des Psychopathen (Teil 16)

19. Mai 2021

von Dr. med. Dr. phil. Barbara G. Koopman

Alle oben diskutierten Missstände stellen keine sexuelle Freiheit mit Verantwortung dar, sondern Zügellosigkeit. Die Unterdrückung wird aufgehoben – nicht was den Ausdruck von Genitalität betrifft –, sondern hinsichtlich der Explosion aller möglichen prägenitalen Manifestationen, den Sadismus, die sekundären Triebe, die Perversion, die Inversiong usw. Die gelockerte und defekte Ich-Struktur, die ein solches soziales Umfeld fördert, erweist unseren beeinflussbaren, heranwachsenden Generationen einen großen Bärendienst. Sie zerstört ihre Fähigkeit zu wahrem sexuellen Glück und erzeugt einen Zustand unerträglicher Spannung.

Der weit verbreitete Drogenmissbrauch ist ein weiterer alarmierender Auswuchs der kontaktlosen Permissivität, die einen Freibrief darstellt. Der freimütig Süchtige entspricht gemeinhin einer voll ausgeprägten Charakterstörung mit vielen der Merkmale, die Reich in seiner Studie über den Triebhaften präsentiert hat. Er zeigt eine „außerordentliche Regression“, wie Fenichel (7) es ausdrückt, und die Libido bleibt eine „sehr diffuse Mischung aus prägenitalen Spannungen“. Genitaler Sex ist für ihn uninteressant, aber die Droge erfüllt ein tiefes und primitives Verlangen, das bei den meisten dieser Menschen dringender empfunden wird als sexuelles Verlangen. Er ist hauptsächlich oral und hauterotisch. Daher wird die Droge als Nahrung und Wärme empfunden und bietet auch eine außergewöhnliche Erhöhung des Selbstwertgefühls, die eng mit dem Hochgefühl des Manisch-Depressiven verbunden ist. Die Objektbeziehungen sind dürftig und die Objekte werden als Versorgungslieferanten gesehen. Es besteht eine außergewöhnliche Intoleranz gegenüber Spannungen.

Neben dem von harten Drogen Abhängigen gibt es viele, die die sogenannten „weichen Drogen“ konsumieren. Unter den jungen Menschen in den Städten zeigen die Zahlen eine erschütternde Zunahme von Konsumenten in einem relativ kurzen Zeitraum. Die gesellschaftliche Einstellung ist besonders freizügig, was den Konsum von Marihuana angeht und es gibt eine „Hasch-Lobby“, die sich für seine Legalisierung einsetzt. Selbst wenn es keine anderen Einwände dagegen gäbe, sollte die psychologische Wirkung auf den jungen Teenager nachdenklich machen. Damit der Reifungsprozess stattfinden kann, müssen diese Jugendlichen Bewältigungsmechanismen und Problemlösungstechniken für den Umgang mit den harten Realitäten des Lebens entwickeln. Marihuana, indem es die Angst auflöst, verhindert die Ausarbeitung solcher Lebenskompetenzen zu einem äußerst kritischen Zeitpunkt ihrer Entwicklung, wenn sie diese Fähigkeiten am notwendigsten entwickeln müssen. „Aussteigen“ statt etwas Meistern und ein Ziel verfolgen wird zum Lebenswandel, und sie bleiben infantil, ausgerichtet auf die angenehme Befriedigung des Augenblicks, unberührt von jeglichem Verantwortungsbewusstsein für ihr Schicksal. Diejenigen mit einer ungeordneten und defekten Ich-Struktur sind natürlich am meisten geneigt, diesen Ausweg zu wählen, da sie von einer inneren Spannung bestürmt werden, die sie nicht bewältigen können. Die Verdrängungsmechanismen sind defekt und die Struktur zu unreif für die befriedigende Auflösung der Spannung.

Auch in energetischer Hinsicht sind die Wirkungen aller Psychedelika – einschließlich Hasch – sehr schädlich. Ich habe dies an anderer Stelle ausführlich besprochen (8), möchte hier aber nur darauf hinweisen, dass die Einnahme jeglicher Psychedelika eine diffuse Weitung des Orgon-Energiefeldes verursacht, die an die des Schizophrenen erinnert. Der Begriff „abgedriftet“ ist hier tatsächlich zutreffend. Das Endresultat ist ein geselliger „Pseudokontakt“, für den energetisch sensiblen Beobachter ist die Person jedoch einfach nicht im Raum. Der Süchtige wird zu einer Art losgelöstem Beobachter, abgeschnitten von jeglicher Resonanz mit dem Feld der anderen Person. (Damit irgendeine Art von Kontakt zwischen zwei oder mehreren Personen stattfinden kann, müssen ihre Energiefelder interagieren und in Resonanz treten.) Da Psychedelika eine kumulative Wirkung haben (die aktive Komponente in Marihuana bleibt etwa acht Tage im System), hält das Individuum den Zustand der Kontaktlosigkeit viel länger aufrecht als bei natürlich induzierten veränderten Bewusstseinszuständen1 und wahrscheinlich außerdem mit chemischer Beeinträchtigung des Gehirns und anderer Gewebe. (Dies wird noch untersucht.)

Anmerkungen

1 Während die meisten Menschen veränderte Bewusstseinszustände tolerieren und sogar davon profitieren können, z.B. bei der Parasympathikotonieh, die mit der Biofeedback-Kontrolle der Alpha-Gehirnwellen einhergeht, ist bei Borderline-Psychotikern selbst hier Vorsicht geboten, da sie die Auflösung ihrer Ich-Grenzen durch solche Techniken nicht aushalten. Um wie viel anfälliger sind sie dann für Psychedelika!

Anmerkungen des Übersetzers

g Sexuelle Inversion ist ein Begriff, der von Sexualwissenschaftlern verwendet wird, vor allem im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, um sich auf Homosexualität zu beziehen. (Wiki)

h Parasympathikotonie, Verschiebung des Gleichgewichts im vegetativen Nervensystem zugunsten des Parasympathicus (erhöhter Parasympathikotonus). Da der Vagus den wichtigsten Anteil des Parasympathicus darstellt, wird sie auch als Vagotonie bezeichnet. Kennzeichen sind langsamer Puls, niedriger Blutdruck, gesteigerte Sekretion der Drüsen und erhöhter Tonus der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt und in den Bronchien. [spektrum.de]

Literatur

7. Fenichel, 0.: The Psychoanalytic Theory of Neurosis. New York: W. W. Norton, 1945

8. Koopman, B. G.: „Mind-Expanders – Peril or Pastime?“ Journal of Orgonomy, 3:213-25, 1969

[Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 7 (1973), Nr. 1, S. 40-58.
Übersetzt von Robert Hase]

David Holbrook, M.D.: RASSISMUS, RECHTS UND LINKS / BORDERLINE-POLITIK / „INFLAMMATORISCHE POLITIK“ / GEWISSHEIT UND UNSICHERHEIT / WAHRHEIT UND ZWANG

15. September 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Rassismus, rechts und links

 

Borderline-Politik: Wer hat das „heiße Eisen“?

 

„Inflammatorische Politik“

 

Eine Haltung der Gewißheit ist oft eher ein Zeichen defensiver Unsicherheit als von Weisheit

 

Wahrheit und Zwang

 

David Holbrook, M.D.: TEXT AN DIE MUTTER EINER 20JÄHRIGEN PATIENTIN / BORDERLINE-ZUSTÄNDE / ZU POSITIVITÄT UND NEGATIVITÄT / ÜBER SCHLAFLOSIGKEIT, EMDR UND KVT

20. August 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Text an die Mutter einer 20jährigen Patientin

 

Borderline-Zustände: Textaustausch mit der Mutter einer Borderline-Patientin

 

Zu Positivität und Negativität. Hysterie, Wut und die dunkle Seite: Brief an eine Hysterikerin

 

Über Schlaflosigkeit, EMDR und KVT (Brief an einen Patienten)

 

Mein Kopf! (Teil 1)

15. Mai 2015

kopftod.

Es ist einer der seltenen schwülheißen Tage in Hamburg. Ich sitze in der U-Bahn – und ein junger Mann in den 20ern zieht meine Blicke magisch auf sich! Ich kann einfach meine Augen nicht von seiner Kopfbedeckung lösen: eine bis über die Ohren gezogene Pudelmütze – während mir der Schweiß die Schläfen runterrinnt. Er wirkt intelligent und ganz und gar nicht so, als hätte die Irrenanstalt heute Ausgang. Trotzdem: obwohl seine nackten Füße in Jesus-Sandalen stecken, er Boxershorts und ein luftiges kurzärmeliges Hemd an hat, trägt er eine Kopfbedeckung, die ich selbst im Winter allenfalls anziehen würde, wenn ich bei Minustemperaturen mit dem Fahrrad unterwegs wäre. Nicht nur, daß sich der junge Mann vollkommen absurd verhält – beim Gang durch die Hamburger Innenstadt begegnen mir viele Jugendliche und junge Männer, die ganz genauso weihnachtlich kostümiert sind. Da finde ich mich wieder in meiner Entfremdung

Es ist wirklich erstaunlich, was der gepanzerte Mensch alles unternimmt, um das mühsam aufrechterhaltene hohe orgonotische Niveau seines Gehirns abzusenken. Da sind zuerst einmal die Drogen, insbesondere die gefährlichste und am meisten zerstörerische aller Drogen: Cannabis, das zu einer dauerhaften energetischen Kontraktion des Gehirns führt. Dann kommt Junk Food oder der angebliche Gegensatz, beispielsweise die vegane Ernährung, die dem Gehirn alle jene Stoffe verweigert, mit deren Hilfe es seine hohe Orgonität aufrechterhält, insbesondere Omega 3. Und jetzt auch noch eine ständige Überwärmung des Kopfes, wo der Körper ohnehin ständig Höchstleistungen erbringt, damit das Gehirn nicht buchstäblich „durchbrennt“. Der Sauerstoffbedarf des Gehirns ist überproportional. Obwohl es gerade mal 2 Prozent der Körpermasse ausmacht, konsumiert es 20 Prozent der gesamten Sauerstoffzufuhr des Körpers. Entsprechend ist die Wärmeproduktion immens.

Bei Typen, wie unserem jungen Mann aus der U-Bahn kommen sogar alle drei Faktoren zusammen! Man denke auch an den Rastafari: Ganja, „Soul Food“ und Strickhaube, die ein Abstrahlen der zusätzlich produzierten Wärme verhindert. Naja, bei Hirntoten scheint das ja nicht so wichtig zu sein.

Eines der heißesten Gebiete auf diesem Planeten ist das Tiefland des nordwestlichen Indien, wo Temperaturen von 40 gar 50 Grad im Schatten keine Seltenheit sind. Trotzdem laufen dort Männer mit Turbanen herum. Im Vergleich zu diesen sind die Pudelmützen der Hamburger Hirntoten geradezu luftig! Bis Anfang des letzten Jahrhunderts sind auch die Türken, Perser und die zentralasiatischen Völker so rumgelaufen. Bei den Sikh ist diese Kopfbedeckung, in die Zusätzlich noch eine nie beschnittene Haarpracht eingepackt ist, religiöse Pflicht – bei 50 Grad im Schatten!

Gut, man sollte in den heißen Klimazonen schattenspendende Kopfbedeckung tragen, um keinen „Sonnenstich“ zu kriegen, etwa das Tuch der Araber oder den Sombrero der Mexikaner, aber der Turban ist ganz im Gegenteil geradezu selbstmörderisch!

Hier, was Wikipedia zum Turban zu sagen hat: Er stamme wahrscheinlich aus dem alten Persien. „Unter persischen und arabischen Gelehrten sind schwarze und grüne Turbane verbreitet, die eine Abstammung vom Propheten Mohammed anzeigen.“ Und was mir neu ist: „Die als ‚Palästinensertuch‘ bekannte Kufiya wird oft wie ein Turban gewickelt getragen.“

James DeMeo legt in seinem Buch Saharasia nahe, daß der Turban mit dem Pucken und der damit verbundenen Schädeldeformation verbunden sein könnte.

Wenn Rassisten den Turban abschätzig als „Kopfwindel“ bezeichnen, ist das gar nicht mal so abwegig, denn im Pucken mag tatsächlich der historische Ursprung dieser Kopfbedeckung zu finden sein.

Zentralasiatische Nomaden haben bei ihren Wanderungen die Babys wie Gepäckstücke eingewickelt. Auch der Kopf wurde so fixiert. Dadurch kam es zu Deformationen des Schädels, die im Laufe der Zeit zu einem Kennzeichen der Aristokratie, der von ihnen eroberten Länder wurde. Beispielsweise galten in Ägypten „Langschädel“ als aristokratisch und selbst in Mitteleuropa galt bis in die Neuzeit hinein ein dergestalt deformierter Schädel als Zeichen hoher Abstammung. (In diesem Zusammenhang ist auch interessant, daß bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts kaum ein Mann ohne Kopfbedeckung auf die Straße gegangen ist.)
Die Sikh selbst verweisen auf den energetischen Aspekt des Turbantragens:

Der 10. Meister der Sikh, Guru Gobind Singh, lehrte seine Sikh (…): Setze einen Turban auf deinen Kopf und bedecke so das aufgerollte ungeschnittene Haar. Der Druck von den vielen Wickeln hält die 26 Knochen des Schädels in Position. Es gibt Druckpunkte auf der Stirn, die dich ruhig und entspannt halten. Turbane bedecken die Schläfen, was dich vor mentaler und psychischer Negativität von Seiten anderer Personen schützt. Der Druck des Turbans verändert auch das Muster des Blutflusses zum Gehirn. (Das sind alles Gründe, warum auch Frauen einen Turban tragen sollten.) Wenn du dein Haar hochbindest und einen Turban drum herum wickelst, werden alle Teile deines Schädels zusammengezogen und gestützt. Du fühlst Klarheit und Bereitschaft für den Tag und für das, was auf dich zukommen mag von Seiten des Unbekannten.

Eine schöne Beschreibung von zusätzlicher okularer Panzerung! Hirntote „Spiritualität“! Übrigens soll auch das Pucken das Baby ruhig und entspannt halten.

Reich hat behauptet (Charakteranalyse), das Gehirn hätte beim Denken eine ähnliche „Peristaltik“ wie der Darm. Er selbst würde bei angestrengtem Denken sein Gehirn förmlich pulsieren füllen. Die Kopfwindel soll das verhindern, ähnlich wie der „Keuschheitsgürtel für Babys“ am anderen Ende des Körpers. Übrigens: auch die Geschlechtsorgane (die auffälligerweise ebenfalls behaart sind!) müssen kühl gehalten werden, um richtig funktionieren zu können.

Noch was zum Omeaga-3:

Der Mensch hat eine merkwürdige Affinität zu Gewässern. Weder Bonobos noch Schimpansen würde es je einfallen, an den Strand zu gehen und im Wasser zu planschen, Absonderlichkeiten wie „Apnoetauchen“ zu betreiben, bis zu sechs Minuten unter Wasser zu bleiben und dabei in große Wassertiefen vorzustoßen. Von Fisch und anderes Meeresgetier essen, wollen wir erst gar nicht reden. Und das bei einem Wesen, das den Schritt vom Menschenaffen zum Menschen angeblich durch das Hinaustreten in die Trockensavanne bewerkstelligt hat!

Der Wasseraffentheorie zufolge sind wir über den Umweg einer aquatischen Lebensweise Menschen geworden. Das Problem dieser Theorie ist die paläontologische Evidenz. Alle Reste dieser aquatischen Periode sollten weggeschwemmt und verrottet sein.

David Braun (Universität Kapstadt) et al. haben bei Ausgrabungen am Turkana-See in Kenia jedoch Hinweise darauf gefunden, daß die Urmenschen sich auch von Wassertieren ernährt haben.

Die Jagd auf Wassertiere brachte dabei erhebliche Vorteile mit sich: So dürfte es deutlich energiesparender gewesen sein, eine Schildkröte einzufangen, als einer Impala-Antilope aufzulauern. Des Weiteren ist gerade das Fleisch aquatischer Lebewesen besonders reichhaltig an langkettigen und mehrfach ungesättigten Fettsäuren – etwa der Omega-3-Fettsäure – die essenziell wichtig für das Wachstum des menschlichen Gehirns sind. Die neuesten Funde aus Kenia sind deshalb wichtige Indizien, die weiteres Licht auf den Entwicklungsweg des heutigen Homo sapiens werfen und erklären helfen, warum wir wurden, was wir heute sind.

Es ist auch eine Überlegung wert, ob nicht hier der sensationelle Erfolg Europas zu suchen ist, das schließlich den ganzen Planeten erobert hat. Wegen der Fastenzeiten (ich glaube 100 Tage im Jahr!) war die Versorgung mit Seefisch europaweit flächendeckend! Das hat die Hanse reich gemacht. (Vor dem Kreuz war der Fisch das Symbol des Christentums. Bis weit in die Neuzeit galt der Fisch nicht etwa als Tier, sondern als eine Art Pflanze, die ständig durch „Urzeugung“ aus dem Wasser wächst. Deshalb brach Fischkonsum nicht das Fasten.)

Ohne Omega-3 ist der Mensch anfällig für depressive, bipolare und Borderline-Störungen. Dieser Stoff sorgt für die orgonotische Integrität unseres zentralen Nervensystems. Das Gehirn besteht aus 60% Fett. Zu einem Gutteil aus Omega-3-Fetten, die der Körper selbst nicht herstellen kann. Ständiger Nachschub von Omega-3 ist nötig, um die prekäre hohe Orgonität aufrechtzuerhalten. Das Gehirn ist das am meisten orgonotische Gewebe im Körper und muß unentwegt darum ringen, diese hohe Orgonität aufrechtzuerhalten. Streß und Mangelernährung führt zu Schäden, bei Kindern zu irreversiblen Schäden. Ein paar Minuten kein Sauerstoff: der restliche Körper lebt vielleicht weiter, doch das Gehirn ist irreparabel zerstört.

Abschließend ein zwar etwas abwegiger Gedankengang – aber, was soll’s: Die Orgonenergie wurde erstmals anhand von Bionen entdeckt, die aus Seesand hergestellt worden waren, sogenannte „SAPA-Bione“. Von den Bionen ist nur ein kleiner Schritt zu Meeresalgen, die die Nahrungsgrundlage für Seefische, Muscheln, etc. darstellen. Letztendlich stammt das Omega-3, das aus Affen Menschen machte, aus den Meeresalgen.

Auch muß ich spontan an den Tauchpionier Hans Hass denken, dem sich beim Tauchen die Energontheorie förmlich aufgedrängt hat.