Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:
DER ROTE FADEN:
1. Aktion und Reaktion:
Die Sache mit den Verschwörungstheorien, insbesondere hinsichtlich „9/11“ war stets ein zentraler Streitpunkt auf diesen Blog. Früher, als ich noch ferngeschaut habe, etwa Colombo mit Peter Falk, habe ich regelmäßig die Augen verdreht, wenn irgendwelche „Widersprüche“ den Täter zu Fall gebracht haben. Mein Gott, das ganze Leben ist voller „Ungereimtheiten“ und zum Glück steht man heutzutage als Beschuldigter einer objektiven Kriminaltechnik gegenüber und ist nicht mehr trotteligen Gehirnakrobaten a la Colombo ausgeliefert.
Man nehme etwa das Schulmassaker von „Sandy Hook“, wo Verschwörungstheoretiker beispielsweise auf den Vater eines („angeblich“) ermordeten Kindes verweisen, der zunächst vollkommen entspannt ist, lächelt und scherzt, um dann, kaum daß er vor die Fernsehkameras tritt, anfängt zu schluchzen und zu weinen. Diese „Ungereimtheit“ sei ein „Beweis“, daß das ein Schauspieler war, der Teil eines großangelegten Fakes sei. Nein, es ist ein Beweis, daß die Sache authentisch ist, denn jeder Schauspieler der Welt würde sich lange vorher auf diese schwierige Rolle eintunen. Wer an Filmsets war, weiß, daß Schauspieler lange vor dem Filmen „in der Rolle sind“ und auch lange brauchen, um da wieder rauszukommen. Wenn einen etwas emotional überfordert, macht man die verrücktesten Dinge, bekommt etwa einen Lachanfall (sic!), wenn das eigene über alles geliebte Kind ermordet wird. Und dann wird man aus dieser akuten seelenschützenden Psychose herausgerissen, weil man berichten muß, was passiert ist. Verschwörungstheoretiker sind manchmal derartig weltfremd, – wollen uns aber die Welt erklären!
Zu dieser Weltfremdheit gehört auch mangelndes naturwissenschaftliches und technisches Wissen. Vielleicht sollte man sich vorher mit Ballistik, Akustik und Waffentechnik beschäftigen, bevor man auf entsprechende vermeintliche „Widersprüche“ bei Schulmassakern hinweist! Oder mit Videotechnik, bevor man behauptet, daß bestimmte Dinge „eindeutig“ im Studio gedreht wurden!
Andere Verschwörungstheorien sind wegen ihrer Komplexität zwar schwer bis gar nicht zu beweisen bzw. zu widerlegen, aber trotzdem vertretbar. Man nehme etwa die Theorie, daß der überbordende Drogenkonsum in den USA im letzten halben Jahrhundert auf den KGB und das CIA zurückgeht. Daß die Chinesen über das „Goldene Dreieck“ und die Russen über Kuba und die lateinamerikanischen „Befreiungsbewegungen“ jedes Interesse hatten, die USA buchstäblich zu vergiften, liegt auf der Hand. Und daß das CIA jedes Interesse hatte, eine aus ihrer Sicht zum Kommunismus neigende Jugend buchstäblich lahmzulegen, ist ebenfalls offensichtlich. Timothy Leary hat offen damit geprahlt Einflußagent des CIA zu sein!
Und schließlich gibt es Verschwörungen, die einen geradezu ins Gesicht springen. Dazu gehört etwa Pizzagate. Alles fing mit Wikileaks‘ Veröffentlichung von John Podestas Emails an. Podesta ist einer der einflußreichsten Männer der Welt und trotzdem gehörte er zu denen, die Paßwörter wie „Passwort“ wählen! Seine Emails waren voll von kryptischen Verweisen auf „Pizza“, „Pasta“ und etwa „Landkarte“ und zwar in Zusammenhängen, die keinerlei Sinn machen. Er beschäftigt sich mit „Pizza“ über eine Stunde lang, fragt, ob er besser auf „Pasta“ oder auf „Pizza“ „Domino spielt“! Zunächst glaubte die Webcommunity, daß sich dieser offensichtliche Code vielleicht auf Drogen bezog, bis jemand entdeckte, daß diese Wortwahl FBI-Agenten nur zu wohlbekannt ist: „Pizza“ steht für kleine Jungs, „Pasta“ für kleine Mädchen, „Domino“ für Dominanz bei SM und „Landkarte“ (map) für Handtuch: das Handtuch, das beim Mißbrauch unter das Baby, Kleinkind oder Kind gelegt wird und das so gefährlich ist, weil von ihm genetisches Material abgelesen werden kann, das zum Täter führt (daher „Landkarte“).
Wie hat Podesta reagiert? Indem er auf die Massenmedien verwies, die das alles „debunked“ hätten. Wie haben sie das gemacht? Es wurde einfach behauptet, daß nichts an der Geschichte dran sei und nichts mehr darüber berichtet. Währenddessen ist die Webcommunity über eine Merkwürdigkeit nach der anderen gestoßen. Etwa den bizarren Pizzakult bei pornographischen (sic!) Teen Stars (sic!) wie Miley Cyrus und Katy Perry, Macaulay Culkin, etc. etc.
Es gibt zwei Arten von Wahnsinn: Zusammenhänge zu sehen, wo keine sind, und Zusammenhänge zu leugnen, die sich einem aufdrängen. Ein Beispiel für beiderlei Wahnsinn ist die Political Correctness: du sagst die denkbar harmlosesten Dinge, wirst aber als „Nazi“ hingestellt, indem durch abenteuerlichste mentale Verrenkungen irgendwelche nichtexistierenden Verbindungen gezogen werden, während umgekehrt die offensichtlichsten Verbindungen, wie sie etwa Sarrazin statistisch unterlegt hat, schlichtweg geleugnet werden. Man fühlt sich wie im Irrenhaus! Der gemeinsame Nenner ist die von Reich beschriebene bioenergetische Kontaktlosigkeit.
Natürlicherweise sollte das Bewußtsein eine sehr eingeschränkte Rolle in unserem Leben spielen. Ich könnte das hier auf der Tastatur meines Notebook kaum schreiben, wenn ich jede Taste bewußt suchen würde. Mir der Tastenbelegung bewußt zu werden, ist sogar ausgesprochen unangenehm. Ich verkrampfe spontan. In Die kosmische Überlagerung bemüht Reich das Bild des Tausendfüßlers, der über seine eigenen Beine stolpert, sobald er sich dessen bewußt wird, was er tut. Reich erwähnt das im Zusammenhang mit der möglichen Entstehung der Panzerung des Menschen.
Diesen sprichwörtlichen „Krampf“ begegnen wir in allen Bereichen des Lebens, insbesondere aber im Liebes- und Arbeitsleben. Sich nicht gehenlassen zu können, ist geradezu die Definition von orgastischer Impotenz. Das ist unsere persönliche Neurose, mit Emotioneller Pest haben wir es zu tun, wenn uns dieser Krampf von außen aufgezwungen wird. Bei der Sexualität war das früher die Religion, heute sind es Dinge wie die AIDS-Propaganda, der Tugendterror der Political Correctness („Darf ich deinen Busen berühren? Darf ich Deinen Büstenhalter öffnen?“ – ohne derartige Fragen und die explizite Zustimmung liegt Vergewaltigung vor!) und der Druck durch die Kackwelten der diversen „Ratgeber“, die jeden verunsichern, der so dumm ist sich diesen Scheiß zuzuführen. Bei der Arbeit ist es heutzutage das Qualitätsmanagement, d.h. der Zwang jeden Handschlag zu dokumentieren, alles bis ins letzte Detail mit Kollegen abzusprechen (Wer ist dafür zuständig, daß nachts im Büro nicht das Licht an bleibt?) und das dann auch noch von irgendwelchen Wichsern zertifizieren zu lassen, die von den tatsächlichen Arbeitsvorgängen keinen blaßen Schimmer haben.
Leute, die früher freudig zur Arbeit gegangen sind, weil Arbeit zu einem erfüllenden Leben genauso gehört wie die genitale Umarmung, werden nach der Einführung interner Kontrollsysteme, bei denen Prozeßabläufe penibel dokumentiert werden müssen, zu nervösen Wracks. Das ganze erinnert an „Neurastheniker“, die entstehen, weil sie Empfängnisverhütung durch „Aufpassen“ betreiben. Es ist, als würde das Arbeitsleben von Deutschland neuerdings von Scientologen terrorisiert. Wer leugnet, gegen entsprechende Administratoren Mordphantasien zu entwickeln, lügt!
Der volkswirtschaftliche und biosoziale Schaden, den die organisierte Emotionelle Pest hier anrichtet, ist unermeßlich. Man denke nur an die Krankenschwestern und Klinikärzte, die immer noch weniger als früher Zeit für die Patienten haben, weil sie diese mit dem Qualifikationsmanagement verschwenden. Hinzu kommt, daß das ganze den gegenteiligen Effekt des (angeblich!) angestrebten hat: die Qualität sinkt dramatisch, das Chaos steigt und jeder weiß, daß praktisch alle Angaben, die der regelmäßigen Zertifikation zugrundeliegen, getürkt sind. Die Demoralisierung, die aufgestaute Wut, die Verzweiflung, das ganze Miasma aus Frustration, Lug und Betrug… Die Emotionelle Pest hat ihr Ziel erreicht!
Heute haben wir es weltweit mit zwei Bewegungen zu tun: erstens der Zeitgeist-Bewegung und zweitens der libertär-konservative Bewegung um Donald Trump.
Es ist der alte Gegensatz von Sozialismus und Freiheit, Marxismus und Kapitalismus, Mechano-Mystizismus und Funktionalismus in einem zeitgemäßen Gewande.
Die Kernidee der Zeitgeist-Bewegung ist die Ablösung der derzeitig vorhandenen Ökonomien durch eine geldfreie und „ressourcenbasierte Wirtschaft“. Die Zeitgeist Bewegung wirbt für den Ersatz von menschlicher Arbeit durch die Automatisierung und den der Regierung durch die kollektive Anteilnahme der Bürger mit Unterstützung von Technik und erweiterter Kybernetik.
Als einer der Gründe für die derzeit großen sozialen Probleme der Menschen werden die vorherrschenden Formen menschlicher Entscheidungsfindungsprozesse angesehen. Daher sollen tragfähige Entscheidungen auf der Grundlage von wissenschaftlichen Methoden erfolgen, die die Ressourcenkapazität der Erde berücksichtigen. Die Unterstützung menschlicher Entscheidungen durch Künstliche Intelligenz wird „Soziale Kybernetisierung“ genannt. Eigentum wird nicht abgeschafft, es soll aber während des angestrebten Kulturzuwachses an Bedeutung verlieren und durch Gewährleistung der kostenfreien Verfügbarkeit von Dingen gelöst werden.
Mit anderen Worten, wir werden frei – indem wir alle an einen Supercomputer angeschlossen werden, der uns versorgt (das „Venus-Projekt“). Darum geht es letztendlich jenen, die angesichts von Donald Trump ihren Lebenstraum zerstört sehen. All der Unsinn mit „globaler Erwärmung“, „Rassismus“, „Gerechtigkeit“, all diese linksliberale, grünrote Kackscheiße dreht sich darum, daß uns das Genick gebrochen werden soll, damit wir uns dem Supercomputer unterwerfen. Unter unseren Augen ist in den letzten zwei Jahrzehnten eine ganze Generation herangewachsen (die zombiefizierte „Day Care Generation“), die sich lieber heute als morgen der Endlösung aller menschlichen Probleme hingeben würde. Sie sitzen ja ohnehin schon Tag und Nacht vor ihren Computern und Smartphones. Hillary war ihre Führerin ins kommunistische Paradies.
Trump ist für sie der absolute Horror, weil er für Arbeit, Risiko, Ungleichheit, Konkurrenz, Verantwortung, Körperlichkeit, Eigeninitiative, für die Bewegung der Orgonenergie im Körper steht. Er ist buchstäblich dabei den Supercomputer zu zertrümmern: die vollkommene Kontrolle unserer Gedanken durch Political Correctness, die vollkommene Kontrolle unserer Körper durch „Ressourcenorientierung“ und die vollkommene Zerschlagung unserer sozialen Beziehungen durch „offene Grenzen“. Alles Dinge, die man bereits im Kommunistischen Manifest findet. Mit Trump wird dieser (Alp-)Traum eines kommunistischen Paradieses auf Erden erneut zertrümmert werden. Er scheitert am ersten Zusatz der Verfassung der Vereinigten Staaten und sollte das nicht reichen, gibt es noch den zweiten Zusatz der Verfassung der Vereinigten Staaten, um Kommunisten in die Hölle zurückzuschicken:
Das Grundproblem dieser Serie über den Kapitalismus und die Orgasmusfunktion ist die Vermischung zweier Bereiche: die der Bioenergetik (Sexualökonomie) bzw. des Biosozialen (Arbeitsdemokratie) und die der Ökonomie (Kapitalismus). Von daher ist es kein Wunder, daß mancher Leser irritiert ist, entspricht diese Vermischung doch dem schwersten Fehler, den man in Diskursen überhaupt machen kann: dem „Kategorienfehler“.
Inwiefern meine Ausführungen aber doch Sinn machen, möchte ich mit Hilfe der Orgonometrie aufzeigen. Gehen wir von folgender Gleichung aus, die die Beziehung der Funktionen „orgonotische Erregung“, „gleichzeitige Wirkung“ und „relative Bewegung“ aufzeigt:
Betrachten wir zunächst die gleichzeitige Wirkung mit ihren beiden Varianten Erstrahlung und Anziehung. Mit der Funktion „gleichzeitige Wirkung“ läßt sich das Zusammenwirken der Menschen in einer Ökonomie noch am besten erfassen: sie wirken unabhängig von Raum und Zeit auf eine Weise zusammen, die man von außen betrachtet nur als magisch bezeichnen kann. Kein Ökonom wird dieses Netz, das sich über Zeit (insbesondere was das Know How betrifft) und Raum erstreckt, jemals ganz erfassen, geschweige denn „planen“ können!
Dieses ökonomische Geflecht äußert sich in zwei Varianten: der Zusammenarbeit (Funktion „Anziehung“) und der Konkurrenz (Funktion „Erstrahlung“). Man betrachte nur einmal das Kinderspiel, egal ob bei Hunden, Schimpansen oder Menschen, das sich genau aus diesen beiden Komponenten zusammensetzt: dem Zusammenspiel (insbesondere bei Mädchen) und dem Raufen (insbesondere bei Jungen). Daß die Zusammenarbeit die Gemeinschaft und jedes Individuum in ihr voranbringt, ist offensichtlich, aber dies ist auch bei der Konkurrenz gegeben, die dafür sorgt, daß jeder sein Bestes gibt und „Exzellenz“ zur Norm wird. Auf diesem „Willen zur Macht“ beruhte die griechische Kultur und sie blieb bis vor Kurzem der Kern der gesamten abendländischen Kultur – die nicht zuletzt deshalb alle anderen Kulturen dominierte. (Unter anderem deshalb wird das „Friedensprojekt EU“ die europäische Zivilisation, die auf Widerstreit und Konkurrenz beruht, zerstören! Und: wenn manche Reichianer mit entrückten Augen von einer friedlichen, egalitären, weitgehend konfliktfreien „arbeitsdemokratischen“ Gesellschaft schwärmen – dann sehe ich nur Tod, Verderben und Untergang.)
Es ist offensichtlich, daß man vorschnell die eine Funktion („Anziehung“, Zusammenarbeit) mit der Arbeitsdemokratie und die andere („Erstrahlung“, Konkurrenz) mit dem Kapitalismus gleichsetzen kann.
Ich werde darauf gleich zurückkommen, möchte aber vorher eine zweite Betrachtungsweise einführen und zwar nicht von der „Gleichzeitigkeit“, sondern von der „Bewegung“, genauer von der „Pulsation“ her. Die Funktion „Pulsation“ liegt dem orgonotischen System und damit dem Dreischichtenmodell Reichs zugrunde:
Daß die Arbeitsdemokratie der tiefsten Ebene entspricht, dem bioenergetischen Kern, ist offensichtlich. Der Kapitalismus mit seiner inneren Zerrissenheit (Wettbewerb, Streben nach Dominanz, Überleben des Stärkeren) entspricht augenscheinlich der zweiten Schicht mit ihrem Gestrüpp aus Impuls und Abwehr, wie Reich sie in Die Funktion des Orgasmus beschrieben hat. Hier ist, frei nach dem Orgonomen Peter Crist, sowohl der Bereich der „Charakterstärke“ („mittlere Schicht“), als auch des Charakterpanzers („sekundäre Schicht“). Der Sozialismus schließlich entspricht der sozialen Fassade: es dreht sich alles um „soziale Gerechtigkeit“ (Vorspiegelung der Arbeitsdemokratie, auf die, wie bereits angeschnitten, „Reichianer“ reinfallen) bei letztendlicher Verneinung der Arbeitsfunktion (schließlich auch der Sexualfunktion!). In unserer Gesellschaft findet man diese drei Schichten am ehesten noch nacheinander in den Bereichen Naturwissenschaft (Kern), Wirtschaft (mittlere Schicht) und Sozialstaat mitsamt seinen Ideologen, den Human-„Wissenschaftlern“ (Fassade), verkörpert.
Zum Abschluß wollen wir betrachten, wie sich die Funktionen „gleichzeitige Wirkung“, „Erstrahlung“ und „Anziehung“ auf diesen drei Ebenen äußern, in der Arbeitsdemokratie, im Kapitalismus und im Sozialismus:
In der Arbeitsdemokratie, etwa in einem Forschungslabor, wo alle an einem Strang ziehen und gemeinsam in einer faszinierenden Arbeit aufgehen, wird jeder Einzelne Teil eines übergeordneten Organismus, zu einem Organ, das genauso lebenswichtig ist, wie jedes andere Organ auch. Gleichzeitig bringt jeder seine unaufhebbare Individualität ein und versucht im Wettstreit mit den anderen sein bestes zu geben und, wie man so schön sagt, „über sich selbst hinauszuwachsen“. Es ist ein ständiger Übergang von Anziehung zu Erstrahlung und Erstrahlung zu Anziehung. Hier entspricht der Bereich der Arbeitsenergie weitgehend den Gesetzmäßigkeiten der Sexualenergie (der Wechsel von „Liebesspiel“, das manchmal sogar bis zu einem heftigen Streit geht, und genitaler Umarmung).
Im Kapitalismus wird die Zusammenarbeit weitgehend durch die ökonomischen Zwänge bestimmt, die zur Kooperation zwischen Firmen führt und natürlich zum gemeinsamen Arbeiten innerhalb der Firma. Weit bedeutender ist jedoch die Konkurrenz, was soweit geht, daß der wirtschaftliche Erfolg der Firma in Mitleidenschaft gezogen wird. Beispielsweise werden unter Firmen bei Neuentwicklungen keine gemeinsamen DIN-Normen abgesprochen, weil man bestrebt ist, den Markt mit dem eigenen Produkt zu dominieren. Entsprechend entstehen unterschiedliche Herstellungsketten mit entsprechend höheren Kosten und geringeren Absatzmöglichkeiten für alle. (Beispielsweise will ein Kunde unbedingt und alternativlos ein Produkt der Firma A kaufen, unterläßt das aber, weil er nur Geräte der Firma B hat, die mit diesem Produkt nicht kompatibel sind. Firma B wird dabei geschädigt, weil sich dergestalt Kunden von ihr entfremden.) Noch selbstzerstörerischer sind die Machtkämpfe innerhalb der Firma bis hin zum Mobbing. Teilweise wird die Erfolg der Firma richtiggehend sabotiert, nur um einen „Kollegen“ in die Pfanne zu hauen. Manchmal sind dergestalt irrationale bioenergetische Mechanismen weitaus wirkmächtiger als rationale ökonomische Zwänge. Manche Firmenzusammenbrüche aufgrund von teilweise geradezu groteskem „Fehlmanagement“ sind anders kaum zu erklären. „Charakter primär. Ökonomie sekundär“!
Im Sozialismus hingegen verschwindet die Konkurrenz ganz und gar. Dinge wie den „sozialistischen Wettbewerb“ kann man nicht ernstnehmen. In unserer politisch korrekten (= sozialistischen) Kultur ist es mittlerweile soweit, daß Kindern die Freude von Wettkämpfen verwehrt wird, um die Verlierer nicht zu brüskieren. Die antiken Griechen hätten uns zu Recht als den letzten barbarischen Abschaum betrachtet! Es herrscht eine alles erstickende Gleichmacherei. Konkurrenz gibt es allenfalls, wenn es darum geht, den ideologischen Gegner (den „Nazi“) möglichst plakativ zu denunzieren und aus der menschlichen Gesellschaft auszuschließen. Wer glaubt, hier gäbe es einen grundlegenden Unterschied zwischen der von oben angestachelten Massenhysterie in Nordkorea und einem sozialdemorattisierten Deutschland ist naiv. Der Sozialismus ist eine geschmacklose Karikatur der Arbeitsdemokratie: aus dem Einordnen des Organs in den heterogenen Organismus wird der austauschbare Teil eines homogenen Krebsgewebes und aus dem Einbringen der Individualität wird das Verdammen jedes „Abweichlertums“. Ein Verdammen, bei dem jeder den anderen in Sachen Fanatismus ausstechen will! Das bezeichnet man dann als „Antifaschismus“. Der Sozialismus, der mit der durchaus laudablen Absicht anfing, die Auswüchse des vom Konkurrenzkampf zerfressenen Kapitalismus zu mildern, ist heute die Emotionelle Pest und nichts außerdem. (Bei Firmen finden sich Elemente des Sozialismus beispielsweise bei der immer zentraler werdenden Corporate Identity: unversehens entwickelt sich das Unternehmen in eine Art Sekte!)
Emotionelle Pest? Ja, man findet beliebig viele Beispiele für sie im Kapitalismus, der schließlich der sekundären Schicht entspricht. „Der Mammon ist der Teufel“ – steht schon in der Bibel. Peter Green hat über den „The Green Manalishi“ gesungen. Der Sozialismus, in welcher Ausprägung auch immer, ist aber keine Alternative, sondern: die Fassade tritt in den Dienst der sekundären Schicht. Teilweise ist das wörtlich zu nehmen („Wall Street und Moskau“), wichtiger ist aber der Komplex, der mit dem Begriff „Political Correctness“ umschrieben wird. Man kann sich kaum ein modernes Projekt vorstellen, dessen soziale Konsequenzen nicht verheerender sind als alle Auswüchse des Kapitalismus, etwa die „Energiewende“ oder der forcierte Völkermord an den Deutschen. Themen, bei denen der tumbe „Reichianer“ sich im Siebten Himmel wähnt…
Generell sprechen die Menschen nicht gerne über ihre Sexualität, weil sie sich dadurch buchstäblich entblößen. Das scheint sich zwar in den letzten Jahren geändert zu haben („Let’s talk about sex!“), doch hat das mehr jene Qualität, die sich schon von je her in Männergesprächen gefunden hat, wo man seine (angeblichen) Eroberungen zum besten gab. Man hat Angst davor, daß die eigene Pseudopotenz entlarvt wird. Entsprechend sprechen Konservative nicht gerne über ihre religiösen Gefühle, weil sie Angst davor haben, daß diese „psychoanalytisch“ entzaubert werden. Ähnlich sieht es bei Linken hinsichtlich ihrer politischen Einstellungen aus. Erstaunlicherweise scheint das letzte der drei Tabus einer gepanzerten Gesellschaft in unserer Gesellschaft das stärkste zu sein!
Dies ist auch der tiefere Grund dafür, daß kaum ein anderer Reich-Schüler in bestimmten Kreisen derartig unbeliebt, wenn nicht sogar verhaßt, ist, wie Elsworth F. Baker, der zu Reichs Zeiten der informelle Anführer der zum größtenteils in New York ansässigen amerikanischen Orgonomen war. Er wird geradezu zu einem „Anti-Reich“ hochstilisiert. Dies vor allen Dingen wegen seines 1967 in Amerika erschienen Buches Der Mensch in der Falle (Man in the Trap), in dem er ein ausführliches Kapitel der „soziopolitischen Charakterologie“ gewidmet hat und dort insbesondere die wahren Motive des „modern liberal“ entlarvt.
In Der politische irrationalismus aus Sicht der Orgonomie habe ich versucht, Bakers Analyse in ihrer von den Orgonomen Charles Konia und Robert Harman leicht revidierten Form auf das deutsche Spektrum anzuwenden und dabei weiter zu systematisieren. Obwohl ich überzeugt war, daß Baker im Grundsatz recht hat (und dazu auf jede Menge unabhängiger Untersuchungen, die überhaupt nichts mit der Orgonomie zu tun haben, verweisen konnte), mußte ich doch Bakers Formulierungen an die deutschen Verhältnisse anpassen. Hatte er also doch nicht bioenergetische Vorgänge erfaßt, sondern nur soziokulturelle Gegebenheiten? Nach der Lektüre von Charles Konias Buch The Emotional Plague, das in mancher Hinsicht eine Fortführung von Bakers Buch ist, bin ich mittlerweile wieder mehr von Bakers Schema als bioenergetischer Realität überzeugt.
Das Problem mit Deutschland und Europa allgemein ist die Verschiebung des gesamten politischen Spektrums nach links außen im Verlauf der letzten hundert Jahre. (Man zeige mir einen einzigen genuin konservativen Politiker!) Dadurch wurde Bakers Schema bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Oder mit anderen Worten: was die Leute in Anpassung an die linke Atmosphäre von sich geben („political correctness“), hat wenig Verbindung zu ihrer Charakterstruktur. (Daß uns der linke Abschaum noch nicht durch ständige Provokationen in den Rechtsradikalismus getrieben hat, beweist mal wieder wie stabil doch der konservative Charakter ist im Gegensatz zum [links-] libralen Charakter. Ganz entsprechend Bakers Theorie.)
Trotz aller Verzerrungen des politischen Spektrums, die zunehmend auch Amerika betreffen, liegen unabhängige Studien vor, die Bakers Ansatz in wirklich jeder Hinsicht bestätigen:
Baker unterschied zwischen zwei soziopolitischen Grundcharakteren: dem Liberalen auf der linken Seite des Spektrums und dem Konservativen auf der rechten Seite. Je mehr gepanzert sie seien, desto mehr schäle sich ihr Grundwesen heraus: bei den Liberalen ihr Kollektivismus, weshalb Baker den modern liberal auch als „kollektivistischen Charakter“ bezeichnet, und aus Bakers Beschreibung des „extremen Konservativen“ wird deutlich, daß er diesen entsprechend als „individualistischen Charakter“ hätte bezeichnen können.
Michael Dodd (University of Nebraska, Lincoln) et al. untersuchten 72 linke (im amerikanischen Sprachgebrauch „liberale“) und konservative Probanden. Sie saßen vor einem weißen Computerbildschirm, in dessen Mitte sich ein kleines schwarzes Kreuz befand.
Dieses verschwand nach wenigen Sekunden und wurde durch ein Gesicht ersetzt, dessen Augen zunächst leer waren. Dann erschienen die Pupillen, die entweder nach links oder nach rechts schauten. Die Aufgabe der Freiwilligen bestand darin, mittels Tastendruck zu signalisieren, sobald rechts oder links neben dem Gesicht ein kleiner Kreis erschien. Allen Teilnehmern wurde erklärt, daß die Blickrichtung der Augen kein Hinweis darauf sei, wo der Kreis erscheinen würde. Obwohl es insofern eigentlich keinen Grund gab, den Blicken des Computergesichts zu folgen, taten die Liberalen genau das.
Die Forscher fanden es verwunderlich, daß die Konservativen nicht dem instinktiven Impuls nachgaben, den Blicken ihres Gegenübers zu folgen, sondern im Gegensatz zu den „Liberalen“ vollkommen immun gegenüber diesem zentralen Schlüsselreiz sozialer Interaktion blieben.
Möglicherweise führe diese unterschiedliche Wahrnehmung der Umwelt dazu, daß manche Menschen eine eher konservative Position einnähmen, die die persönliche Autonomie in den Vordergrund stelle, mutmaßen die Forscher. Entsprechend würden Menschen, die besonders intensiv auf ihre Mitmenschen reagieren, eher eine liberale Ausrichtung einnehmen.
Diese und viele weitere neuere Untersuchungen zeigen, daß politische Unterschiede biologisch, nicht ökonomisch verankert sind!
Jacob Hirsh (University of Toronto) et al. haben gezeigt, daß sich aus der Persönlichkeit (Charakter) unsere politischen Vorlieben bestimmen lassen. Unsere Werte seien tief in der Biologie verankert.
Die Forscher fragten mehr als 600 Teilnehmer aus Kanada und den USA nach deren politischen Grundhaltung, weniger nach ihren parteipolitischen Präferenzen. Danach führten sie einen Persönlichkeitstest durch, um ihre Persönlichkeitszüge und deren Beziehung zu ihren politischen Vorlieben zu bestimmen.
Hirsh und seine Kollegen konnten zeigen, daß eine Einstellung, die sich um Mitleid, Mitfühlen und Gleichheit dreht, mit einer (links-) liberalen Haltung einhergeht, das Betonen von Ordnung und der Befolgung sozialer Normen mit einer konservativen. Konservative zeigen, so Hirsh, höhere Testwerte bei dem Persönlichkeitszug „Ordnung“, niederigere bei „Offenheit“. Ihnen ist eine tiefsitzende psychologische Motivation eigen, die gegenwärtige Gesellschaftsstruktur zu bewahren.
Diese Arbeit fügt sich zu anderen Forschungsberichten, die unisono darauf hinweisen, daß politisches Verhalten von zugrundeliegenden psychologischen Bedürfnissen bestimmt wird. Hirsh:
Wenn die Bedürfnisse nach Ordnung und nach Gleichheit einigermaßen ausgeglichen sind, ist der Betreffende wahrscheinlich politisch moderat eingestellt. Wird eines der Beweggründe stärker als der andere, bewegen sich die politischen Vorlieben zum jeweiligen Ende des Spektrums.
Jordan Peterson, ein Co-Autor der Studie:
Die Wertvorstellungen der Menschen sind tief in ihr biologisches und genetisches Erbe eingebettet. Das bedeutet, daß man politische Wert- und Moralvorstellungen von einer tieferen Warte, d.h. vom Ursprung der Beweggründe her, betrachten muß. Politische Vorlieben gehen nicht einfach aus einer rationalen Betrachtung der Probleme hervor.
Nichts anderes hat Baker gesagt! Und genau wie Peterson hat auch Baker argumentiert, daß um eine Gesellschaft funktionsfähig zu erhalten, beide Arten von politischer Motivation notwendig sind.
Soweit die Studie.
Wie bereits angedeutet, gefährdet die Linke die soziopolitische Balance, die die Gesellschaft lebensfähig erhält. Beispielsweise fordern mittlerweile gerade „konservative“ Politiker eine „buntere Republik“! Das kann nur in einem gewaltigen Knall enden: entweder in einer kommunistischen Diktatur oder in einem maßlosen konservativen Gegenschlag, der allen konservativen (also weitgehend christlichen) Grundsätzen hohnsprechen wird. Möge uns Gott beistehen!