Eine Neuauflage des Hitler-Stalin-Pakts.
Eine weitere Vernunftehe der Emotionellen Pest, 28. Mai 2022
Eine Neuauflage des Hitler-Stalin-Pakts.
Eine weitere Vernunftehe der Emotionellen Pest, 28. Mai 2022
Im folgenden werde ich in drei Teilen Auszüge (der Anfang und das Ende) von Die Sexualrevolution in Rußland von Dr. Batkis, Dozent am sozialhygienischen Institut in Moskau aus dem Jahre 1925 vorstellen. Übersetzung aus dem russischen Manuskript von Stefanie Theilhaber. Das ganze erschien in der Reihe BEITRÄGE ZUM SEXUALPROBLEM herausgegeben von Dr. Felic A. Theilhaber als Heft IV. Es erschienen in dieser Reihe insgesamt 20 Hefte im anarchistischen Verlag Der Syndikalist, Fritz Kater.
Die ersten beiden hier präsentierten Ausschnitte lassen erkennen, warum Reich sich 1927/28 voll Begeisterung dem Kommunismus zuwandte, der letzte Teil kündigt aber bereits die Sexualreaktion des Stalinismus an. (Der Rest des Heftes beschäftigt sich mit dem Kleinklein der Sowjetgesetzgebung insbesondere Ehe- und Abtreibungsrecht.)
Reich kannte diese Broschüre. Jedenfalls erwähnt er sie in Die sexuelle Revolution als „Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion“ in Zusammenhang mit der Abtreibungsfrage und der Ehegesetzgebung.
Die heutige Sexualgesetzgebung der Sowjetrepubliken ist das Werk der Oktoberrevolution. Diese Revolution ist nicht nur als politische Erscheinung, sofern sie dem Proletariat die politische Diktatur sicherte, von Wichtigkeit. Die von ihr ausstrahlenden Umwälzungen erstrecken sich auch auf das übrige Leben.
Ihr Befreiungswerk eröffneten die Führer der Revolution nicht damit, daß sie mutig und entschlossen sich der Fesseln der alten Gesetze und Einrichtungen entledigten und mit einer Proklamation großer und geschwollener Prinzipien den Umsturz einleiteten. Denn leicht stürzen Prinzipien bei einem Zusammenstoß mit dem Alltag, mit der Wirklichkeit, wie Kartenhäuser zusammen. Dafür ist die Geschichte der ersten französischen Revolution das lehrreichste Beispiel, wo Stubenluft und graue Theorie für ihre Einrichtungen und Gesetze Gevatterschaft standen.
Die soziale Gesetzgebung der russischen kommunistischen Revolution will kein Produkt reiner Kathederweisheit sein, sondern stellt einen Niederschlag des Lebens dar. Erst nach der erfolgten Umwälzung, nach dem Triumph der Praxis über die Theorie, trachtete man nach neuen, festen Bestimmungen einer ökonomischen Ordnung. Damit wurden auch Formen für die Einrichtung des Familienlebens und für die Gestaltung der sexuellen Beziehungen gemäß den Nöten und den natürlichen Erfordernissen des Volkes geschaffen.
Die zaristische Gesetzgebung bestand aus mehreren Bänden, in denen grenzenloser Despotismus, Sanktionierung der Willkür, der Gewalttätigkeit und der Versklavung des Weibes die Grundnote abgaben.
Das alte russische Ehe- und Familienrecht war der Abklatsch des allgemeinen Systems, das auch in politischer und ökonomischer Beziehung das System der Bedrückung war.
Die Auffassung und Wahrnehmung der Familie als, einer Privatangelegenheit, die unbegrenzte Machtbefugnis des Hauptes der Familie über alle Familienmitglieder, nach dem Vorbild der römischen Paterfamilie, das Anführen verschiedener unwissenschaftlich kanonischer Gesetze mit religiöser kirchlicher Moral, die die Frau als das „Gefäß des Teufels“ bezeichnen, vollkommene Ignorierung der natürlichen Verhältnisse, – das waren die charakteristischen Seiten dieser zaristischen Gesetzgebung.
„Die Frau muß ihren Mann fürchten“, jene Redensart, die während der Eheschließung in der rechtgläubigen Kirche der Frau mit auf den Lebens- und Eheweg gegeben wurde, war das grundlegende Motiv jener Gesetze. Ähnlich war auch die Lage der Kinder in der Familie. Der Teil der Gesetzgebung, in dem die entsprechenden Gesetze niedergeschrieben waren, trug die charakteristische Überschrift „Über die Macht der Eltern“.
Die uneheliche Mutterschaft, fast ohne Schutz, die Abtreibung mit Zwangsarbeit bestraft, grenzenlose Exploitation der Frauen-und Kinder-Arbeit, die sinnlose Einmischung der Gesetze und Beschnüffelung des persönlichen, intimen sexuellen Lebens unter der Maske der Besorgnis für die öffentliche Sittlichkeit einerseits und andererseits das begünstigende Einwirken auf die Verbreitung der Prostitution zu derselben Zeit – das waren die weiteren Tendenzen dieser Gesetzgebung.
Die breiten Volksmassen, insbesondere die Bauern waren vollkommen unter dem Einfluß der unwissenden Geistlichkeit und der Amtsbehörden.
Die Geistlichkeit lehrte jahrhundertelang die Bauern den Glauben an die teuflische Herkunft des Weibes, das aus der männlichen Hüfte zur Lust des Mannes geschaffen worden ist, und sie nährte den Glauben an die göttliche Autorität dieser wahrhaft teuflischen Gesetze.
Die Arbeiter und die Bauern, ewig unterdrückt, ewig erniedrigt im politischen und ökonomischen Leben, hatten nur eine einzige Möglichkeit, wo sie die Herren sein könnten, ein einziges Feld, wo sie anderen unter der Gönnerschaft von Gott und Gesetz ihre unbegrenzte Macht fühlen lassen konnten. Dieses Feld war ihre eigene Familie, diejenigen, auf die sich ihre Macht erstreckte waren ihre Weiber und ihre Kinder.
Seit langem schon erklärten die vorgeschrittenen Arbeiter und Bauern und die freiheitlichen intelligenten Elemente der russischen Gesellschaft, daß sie Feinde dieser mittelalterlichen Normen seien. Normen, die die freie Entwicklung der Gesellschaft und des Individuums hemmten, Normen, die im dauernden Widerspruch zu der Wirklichkeit standen.
Das ist von der ersten LP, die ich je gekauft habe:
Ich liebe diese Scheibe von Kraan seit einem halben Jahrhundert und sie ist objektiv wirklich ein Wunder, denn das war kaum mehr als eine Schülerband – und aus dem Stand absolute Weltklasse und vor allem vollkommen originell – und man kann es sich noch heute anhören, zumal es eh alles in den Schatten stellt, was heute produziert wird.
Ich habe „Arabia“ ausgewählt, weil dieses Stück Teil meiner politischen Indoktrination war. Vor dem Hintergrund der Tagesschau und der generellen öffentlich-rechtlichen Rotbestrahlung…: man wird in eine PLO-Romantik verwickelt. Das war absolut abartig, denn die Shoa war noch nicht lange vorbei. Im Hochhaus nebenan lebten die Familien „Levin“ und „Cohn“ – im entsprechenden Alter. Das wäre auf heute übertragen, als wäre der Zweite Weltkrieg 1995 zu Ende gegangen Und was tat die deutsche Jugend? Sie schwärmte vom Nationalsozialisten (sic!) Arafat, wie es auf Wikipedia heißt „Verwandter, Lehrer und Förderer“ des Großmufti von Jerusalem, der Hitler geradezu angefleht hatte, die Juden zu vernichten.
Wenn ich heute höre, die damalige Jugend habe erstmals die deutsche Schuld blablabla – kann ich nur bitter lachen!
Hier ein Produkt dieser Zeit.
Versteht Ihr Kind Englisch? Dann zeigen Sie ihm das folgende Video! Dieser Mann hat wahre innere Stärke und er ist stark genug, um ein wirklich soziales Wesen zu sein, eine Kraft des Guten in dieser Welt:
Wir selbst sollten uns in Grund und Boden schämen, wenn wir mal wieder mit Gott oder „dem Schicksal“ hadern. Siehe auch das Buch Im Canyon von Aron Ralston.
Bei einer Bergwanderung wurde die rechte Hand Ralstons von einem tonnenschweren Felsbrocken eingeklemmt. Nach fünf Tagen und Nächten faßte er den Entschluß, die Hebelwirkung des Felsens auszunutzen und seinen Arm durchzubrechen! Danach amputierte er sich in einer Stunden währenden „Operation“ mit einem Campingmesser den Unterarm, legte sich einen Preßverband an und machte sich auf eine vierstündige Suche nach Rettung.
Mittlerweile hat er mittels einer Spezialprothese alle 59 Viertausender in Colorado im Winter und im Alleingang bestiegen.
Es gibt keine Entschuldigung: nicht „die Umstände“, „die Gesellschaft“, „eine schlimme Kindheit“, „Ungerechtigkeit“ oder gar „Panzerung“. Es gibt keinen größeren Verrat am Leben als Wehleidigkeit und Jammerei.
Wie Elsworth F. Baker mal in einem Editorial sagte: wenn ein Fuchs in einer Falle gefangen ist, dann beißt er sich das eingeklemmte Bein ab und humpelt weiter. Körperliche Stärke und Schönheit, selbst die körperliche Unversehrtheit, sind sekundär, die innere (energetische) Stärke ist primär: es gilt den inneren Schweinehund zu überwinden. „Du kannst alles schaffen!“ Klar, das sagt imgrunde jeder Motivationstrainer, doch geht es darum, daß wirklich vorgelebt zu haben und mit Seele zu füllen, wie etwa Thomas Gast:
Thomas Gast über den Mut: nach einer mutigen Tat fühlt man sich erleichtert, als würde eine zentnerschwere Last von einem genommen und man weiß, daß, wenn man feige sitzen geblieben wäre, man es den Rest seines Lebens bedauern würde. Man nimmt den befristeten Horror auf sich, um einer lebenslangen Qual zu entgehen, die die Menschen nur im Suff, unter Marihuana und mit Tabletten ertragen können. Imgrunde beschreibt er hier das Geheimnis der Panzerung. Entweder wirst du zum Alptraum deiner Panzerung (des besagten inneren Schweinehundes) oder sie macht dein Leben zum Alptraum. Das ist der letztendliche energetische Kern der Phänomene Mut und Feigheit!
Es ist eine Art „Todestrieb“, Lebenshaß, der sich in diesem Land in Interessenverbänden, politischen Parteien, im sogenannten „Sozialstaat“ organisiert. Die Orgonomie zu diesen Zwecken heranzuziehen, ist schlichtweg ungeheuerlich!
Ausgangspunkt und Zentrum der Orgonomie ist die Theorie, daß die genitale Umarmung das zentrale „Ventil“ des organismischen Energiehaushaltes ist.
Aber was ist mit jenen Menschen, die als Hermaphroditen oder mit anderen Defekten geboren werden, so daß eine genitale Umarmung unmöglich ist. Was mit jenen, die durch Unfälle oder Krankheiten entstellt werden und deshalb beispielsweise keinen Penis mehr besitzen?
Hat solchen Menschen die Orgonomie irgendetwas zu sagen?
Nun orgastische Potenz kann selbst der (im konventionellen Sinne) Gesündeste und „Intakteste“ kaum erreichen. Nichtsdestoweniger wird er ein einigermaßen befriedigendes Leben leben können. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, aus dem Gegebenen das Beste zu machen.
Im hier diskutierten Fall denke man nur an Mönche, die ein glückliches und produktives Leben geführt haben; ein fast „orgonomisches“ Leben. Ein beliebiges Beispiel ist der funktionalistische Denker Nikolaus von Kues.

Das Politisieren von pestilenten Ereignissen macht die Emotionelle Pest unsichtbar und sichert so ihr überleben.
Das Massaker von Buffalo: Ein weiteres unerkanntes Symptom der Emotionellen Pest
Ist dieser Blog mit seinem Eurozentrismus und seiner aufdringlichen Deutschtümelei nicht ein eklatanter Verrat an Reich, der stets das Verbindende (das gemeinsame Funktionsprinzip) hervorhob, statt das Trennende, etwa „Identität“, Ethnizität, Nationalität oder gar „Rasse“? OK, ich gebe zu, ich stehe rechtem Gedankengut nicht in jeder Hinsicht ablehnend gegenüber. Warum? Nicht, weil ich an eine angeblich „gute alte Zeit“ glaube, die von Reich ohnehin radikal kritisiert wurde, sondern weil ich genau wie der damalige Reich ein Todfeind des Mystizismus bin!
In der autoritären Ära, die ungefähr mit Reichs Tod sich dem Ende neigte, herrschte ein rechter Mystizismus vor, der die Unterschiede zwischen den Klassen, Bevölkerungsgruppen, Religionen (noch in den 1950er Jahren waren sich in Deutschland Protestanten und Katholiken spinnefeind!) und vor allem Rassen unterstrich. Auf wirklich allen Ebenen und in allen Bereichen herrschte eine rigide Apartheit, gegen die, wie angedeutet, nicht zuletzt Reich angegangen ist.
Die damalige zutiefst lebensfeindliche Grundhaltung kann man am besten mit folgendem „psychosomatischen Diagramm“ nach Reich beschreiben, das alle denkbaren Einstellungen umfaßt:
Die beiden roten Pfeile stehen für den rechten („trennenden“) Mystizismus, der schließlich in Auschwitz gipfelte und letztendlich auf die extreme „gnostische“ Trennung von Geist („die Arier“) und Materie („die Juden“) zurückgeht. (Zu letzterem siehe meine Ausführungen in Orgonomie und Anthroposophie.)
Unterhalb dieses „Grunddualismus“ findet sich der „Monismus“, symbolisiert durch den grünen Pfeil, der nur noch das Verbindende und Unterschiedslose sieht. Hier sind wir beim linken Mystizismus der antiautoritären Ära, die überall gegen den „Rassismus“ kämpft, die Dualität der Geschlechter aufheben will und sogar die zwischen Tier und Mensch. Hier eine entsprechende Verlautbarung aus dem Netz:
In Anlehnung an andere Unterdrückungsformen wie Sexismus oder Rassismus, benennt der Speziesismus die Unterdrückung von Individuen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies (Art). Der Antispeziesismus lehnt genau diese Form der Unterdrückung und Diskriminierung ab, da die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies sich genau wie Geschlecht, Aussehen, Hautfarbe, Bildungsgrad usw. als irrelevante und willkürliche Merkmale herausstellen, wenn es um eine ethische Berücksichtigung von den Interessen von Individuen geht. Ebenso wie z.B. bei „Geschlecht“ und „Rasse“ ist die Existenz von „Spezies“ als solche anzuzweifeln und entlarvt sich zumeist als gesellschaftliches Konstrukt.
Diese alles zersetzende Geisteshaltung, die heute den gesamten Diskurs bestimmt und zwangsläufig in den Untergang führen muß, kann man am besten mit folgendem Diagramm beschreiben:
Alles in der Welt, „von a bis y“, ist unmittelbar mit „Z“ verbunden und letztendlich identisch mit ihm – und deshalb ist alles unterschiedslos gleich. Nicht nur „Eigentum ist Diebstahl“ – für diesen linken Abschaum gilt sogar „Eigenheit ist Diebstahl“!
Die Welt der Orgonomie sieht vollkommen anders, nämlich geistig gesund aus: es gibt Unterschiede mit einer abgestuften Einheitlichkeit:
Über dieses funktionelle Denken abschließend drei Punkte:
1. Der funktionelle Denker bringt Dinge zusammen, die auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun haben, z.B. Wolken und Amöben.
2. Der psychotische Denker scheitert an der Integration disparater Dinge kläglich, weil er die Spannung nicht ertragen kann, sodaß er immer vor der Integration aufgibt und in der Gespaltenheit verharrt. Zum Beispiel spricht er davon, daß gigantische atmosphärische Amöben die Berge anknabbern oder ähnliches wirres Zeugs – was wohl irgendeinen und teilweise sogar einen sehr tiefen Sinn machen kann, aber den kann er selbst nicht erfassen, sondern allenfalls sein funktionell denkender Psychiater.
3. Der religiöse Denker will gar nicht erst dergestalt scheitern und gibt sich mit vorgefaßten Lösungen zufrieden – aus dem intuitiven Wissen heraus, daß das funktionelle Denken stets eine halsbrecherische Gradwanderung ist. Für die meisten „Reichianer“ ist diese Gradwanderung so gefährlich ist, daß es für sie besser wäre, sie hätten nie etwas von Reich gehört.
Was den eingedrungenen Wüstennomaden ihre „Religion“ („Der hat meine Religion beleidigt!“) ist ihren linksintellektuellen Willkommensklatschern die „Kultur“. Kaum einer wagt zu sagen, was offenkundig ist: daß die moderne Malerei, das moderne Theater und die moderne ernste Musik fast durchweg nichts anderes sind als minderwertiger Dreck. So sah jedenfalls Reich die Sache.
Die Hamburger Morgenpost rezensiert die Uraufführung eines zeitkritischen Theaterstücks Die Kontrakte des Kaufmanns von Elfriede Jelinek, die 2004 den Literatur-Nobelpreis erhalten hatte:
Die muntere Schauspielertruppe tat ihr Bestes, um das Publikum am Einschlafen zu hindern. Eisenstangen knallten auf die Bühne, Luftballons wurden zerstochen, und schließlich kletterte das Ensemble sogar über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Ganz ehrlich, man kann es schaffen bis zum Ende.
Was würde Reich über Jelinek und die masochistische „Kultur“-Schickeria sagen, die diesen entarteten Müll über sich ergehen läßt? Wahrscheinlich dasselbe, was er über Kafka gesagt hat. Als Myron Sharaf ein Kafka-Zitat für das Orgone Energy Bulletin benutzen wollte, protestierte Reich: „Er (Kafka) war ein Neurotiker und andere Neurotiker sammelten sich um ihn und machten ihn zu einem großen Helden“ (M.R. Sharaf: “Some Remarks of Reich (1949-1952)”, Journal of Orgonomy, Vol. 8, No. 1, May 1974).
Wirkliche Kunst entspricht „Löchern“ in der Panzerung, ist also in jedem Fall unneurotisch. Die nervende Kakophonie der Neurotiker, der sogenannten „Künstler“, die, statt sich eine Kugel durch den Kopf zu jagen, uns ihre Alpträume ins Gesicht kotzen, trägt nur zur allgemeinen Verpanzerung bei, gebiert neue Verzweiflung; ist Niedertracht, Menschenverachtung, Emotionelle Pest und sonst nichts! Immerhin hatte Kafka die innere Größe, darum zu bitten, daß nach seinem Tod seine Manuskripte verbrannt werden – statt dessen machten sie ihn zum Helden….
Zur neurotischen Schriftstellerei siehe auch Wilhelm Reich, das Schreiben, meine Neurose und ich von Jan Decker.
Der Gegenpol zu Kafka, den Erzneurotiker, bildet der „Naturmystiker und Dichtermaler“ William Blake (1757-1827). Dazu das Bild „Venus und Anchises“ des viktorianischen Malers Sir William Blake Richmond (1842-1921), der von seinem Vater nach dessen Freund William Blake benannt worden war:
Hier sieht man, wie die Liebesgöttin in einen herbstlichen Wald tritt und neues Leben spendet. Sowohl Blake als auch der nach ihm benannte Maler waren im Christentum verankert gewesen, gleichzeitig ging es ihnen aber um den Zauber der Natur und um sinnliche Leidenschaft, die nicht im Widerstreit steht zu Gott und den Botschaften der Bibel. Für William Blake offenbarte sich Gott erst in der menschlichen Lebensfreude.
Blake war einer der seltsamsten und „fremdesten“ Menschen, die je gelebt haben. Von seinen Graphiken geht eine bezwingende Kraft aus, der man sich kaum entziehen kann. Seine Gedichte wirken, als wären sie von Wilhelm Reich inspiriert. Gewisserweise ist Blake Teil der Orgonomie.
In seiner Einführung in die Orgonometrie Before the Beginning of Time meint Jacob Meyerowitz, daß Blake der einzige Künstler gewesen sei, den man mit Fug und Recht als „genitalen Charakter“ beschreiben kann. Dies erkläre, warum uns, die wir gepanzert sind, sein Werk so fremdartig, geradezu „außerirdisch“ erscheine.
Tatsächlich wirken Blakes Werke auf den ersten Blick „mystisch“ und „verschroben“, doch offensichtlich war das seine einzige Möglichkeit, mit seinem Gefühlsleben umzugehen, das so radikal anders war als das seiner gepanzerten Umgebung. Genauso interpretiere ich das Wirken Jesu im zweiten Band von Der verdrängte Christus.
Tatsächlich ist es manchmal schwer zu sagen, ob man es mit Mystizismus (durch die Panzerung verzerrter Kontakt zum Kern) oder mit einem genuinen Kontakt mit dem bioenergetischen Kern zu tun hat. Das betrifft etwa den bekannten Schriftstelle Paulo Coelho, der mit seiner Weltsicht, die von einer „Weltseele“ bestimmt wird, sich geren als William Blake der Neuzeit stilisiert.
Am 15.8.03 berichtete das ZDF-Kulturmagazin Aspekte über das damals erschienene Buch Elf Minuten (die durchschnittliche Dauer des Geschlechtsakts) von Paulo Coelho. Es geht ohne „aufklärerischen“ Sozialkitsch um die Geschichte einer jungen Prostituierten, die nach der „Sprache des Körpers“ auch die „Sprache der Seele“ kennenlernt und so erfährt, was Erotik und Liebe wirklich ist.
Doch leider versteigt sich „der weltberühmte katholische Kulturalchimist“ gegenüber Aspekte:
Sexuelle Ekstase ist dasselbe wie mystische Ekstase. Wenn man Bücher von Mystikern liest wie der heiligen Theresia von Avila oder dem heiligen Johannes, die zu beschreiben versuchen, was religiöse Ekstase ist, dann liest man: „Ich verliere das Gefühl für diese Welt“ – und dasselbe geschieht beim Sex. Beim Orgasmus, wenn man in Ekstase gerät, verliert man sich, nimmt nichts mehr wahr, findet man aus sich heraus. Und das ist, denke ich, die heilige Erfahrung von Sex.
Reich schrieb, „daß das religiöse Empfinden gehemmter Sexualität entspringt, daß in gehemmter Sexualerregung die Quelle der mystischen Erregung zu suchen ist“ (Hervorhebungen hinzugefügt). Und er unterstreicht: „Daraus folgt der zwingende Schluß, daß klares sexuelles Bewußtsein und natürliche Ordnung des sexuellen Lebens das Ende des mystischen Empfindens jeder Art sein muß, daß also die natürliche Geschlechtlichkeit der Todfeind der mystischen Religion ist“ (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 168).
Die Spaltung in der Kultur zwischen „Kafka“ und „Blake“ findet sich, wohin man schaut. Etwa, wenn Der Spiegel sich mit der Urgeschichte befaßt.
2005 berichtete Der Spiegel unter der Überschrift „Triebstau im Neandertal“ über den „Adonis von Zschernitz“ und andere Funde, die vom Sexualleben in der Frühzeit zeugen. Der Artikel liest sich, als wären wir noch im Jahre 1932, als Reich sein Buch Der Einbruch der Sexualmoral veröffentlichte. Ganz im Sinne Freuds sehen die „Tabuisten“ den Urmenschen in einem System aus Triebverzicht und Enthaltsamkeit mit einem streng reglementierten Fruchtbarkeitskult gefangen, in dem das geschlechtliche Verlangen sublimiert und zu ritueller Kunst umgeformt wird. Die Soziobiologen glauben hingegen, der haltlose Frühmensch habe dem genetischen Diktat folgend der Promiskuität gefrönt.
Von sexualökonomischen Überlegungen findet sich keine Spur. Stattdessen… – die Sprache des Pseudoliberalen (modern liberal) Kulturfatzkes: „Pornofiguren“, „Erotiktempel“, „Bewegung in der Sexfront“, „Reizwäsche aus der Bronzezeit“, es „wird gerammelt und geschleckt“, „Dildos“, „SM-Sklavin“, „Kloschmierereien“, „trunkene Orgie“, „Erotikriten“, „Eros-Center“.
Nach all dem gesellschaftlichen und wissenschaftlichen „Fortschritt“ der letzten Jahrzehnte sind Reich-Titel wie Der triebhafte Charakter, Die Funktion des Orgasmus und Geschlechtsreife, Enthaltsamkeit, Ehemoral aktueller als in den 1920er Jahren!
Immerhin schlägt der Bericht im Spiegel über die „Venus vom Hohle Fels“ einen anderen Ton an. Einen, bei dem man sich wohl fühlt. Die Statuette sei „– drall und erotisch (…), was wie ein Symbol für Wonne und Wohlleben, sattes Glück und sicheres Gebären scheint“.
Es gibt einen Unterschied zwischen Kultur, die in Einklang mit der Natur ist, und der entarteten Unkultur!
Die Pupille und das gesamte Nerven- und Hormonsystem, das mit dem Lichteinfall zusammenhängt (man denke nur an die Lichttherapie bei Winterdepressionen), ist auf ständig wechselnde Lichtintensitäten durch Wolkenzug, Bewegung durch die Natur, etc. eingerichtet, während das heutige monotone künstliche Licht das Auge und damit das gesamte vegetative System sozusagen „hypnotisiert“. Folge ist eine Einschränkung der Pulsation – DOR. Es ist erschreckend, wenn man an die Kindergärten und Schulen denkt.
Man könnte einwenden, daß dies doch durch das Flimmern der Bildschirme und der Neonlampen (100x an und aus in der Sekunde) wettgemacht wird, ganz zu schweigen von der action auf den bunten Bildschirmen, doch entspricht das dem ORANUR, d.h. einer toxischen Übererregung der Lebensenergie, die sich sehr schnell erschöpft und in DOR übergeht.
Die Zweite Industrielle Revolution, die erst nach Reichs Tod so richtig angelaufen ist und inmitten der wir noch stecken, ist in erster Linie durch den Computer geprägt. Wie das den Menschen im orgonomischen Sinne biophysikalisch verändert hat, haben Leute wie Neil Postman aufgezeigt. Und jeder kann es direkt an den Kindern sehen, die den ganzen Tag vor irgendwelchen Bildschirmen hocken. Und schon zeichnet sich am Horizont in der Integration von Gentechnik, Neurochirurgie und Computertechnik die nächste Stufe der Entmenschung ab: die „Neurobionik“ mit Computern auf biologischen Trägern und menschlichem Bewußtsein auf Silikatbasis, „Künstliche Intelligenz“ („KI“). Bereits heute wird die virtuelle Welt in den Computern von „Künstlichem Leben“ („KL“) bevölkert, anhand dessen man z.B. die Evolution untersucht. Schon jetzt kann man vor einem ernsthaften Problem stehen, wenn man ein solches „künstliches Lebewesen“ von einem menschlichen Gegenüber am anderen Ende der Leitung unterscheiden soll. Man denke nur an Fernschachspieler.
Allein schon beim alltäglichen Umgang mit dem Fernseher gleiten wir unmerklich in eine von der Wirklichkeit ununterscheidbare Parallelrealität. Es gibt Millionen, die in der „Lindenstraße“ leben. Die „Lindenstraße“ und ähnliche Soap Operas bestimmen unser Leben vielleicht schon mehr, als alle wirklichen Straßen.
Die wenigsten wissen, daß der originale Ku-Klux-Klan eine verhältnismäßig unbedeutende Angelegenheit war, eine Fußnote der Nachwehen des amerikanischen Bürgerkrieges, sich nach Greueltaten schnell selbst auflöste und mit der Wiederherstellung der Vorherrschaft der Demokraten im Süden ganz verschwand. Heute würden nur Fachhistoriker mit dem Begriff „Ku-Klux-Klan“ etwas anfangen können, wäre nicht Hollywood auf den Plan getreten. In dem Spielfilm Birth of a Nation von 1915 werden die Klansmitglieder als heroische Freiheitskämpfer dargestellt. Wie aus dem Nichts bildeten sich in der Folgezeit landesweit KKK-Gruppen mit einer vollkommen künstlichen Identität, künstlichen Traditionen und künstlichen Ritualen. Eine Massenpsychose, die an den nicht weniger künstlichen Nationalsozialismus gemahnt und sich im übrigen fast parallel zu ihm entwickelt hat.
Oder man nehme Kubricks Film Clockwork Orange, der Arthur Bremer 1972 zu seinem Attentat auf den unabhängigen US-Präsidentschaftskandidaten George Wallace inspirierte. Dieser Fall war wiederum die Inspiration für Scorseses Film Taxi Driver (1976), – der wiederum John Hinckley 1981 zu seinem Attentat auf Ronald Reagan animierte. Es haben nur ein oder zwei Zentimeter gefehlt – und wir würden heute auf einem anderen Planeten leben. Im übrigen hat Clockwork Orange auf die durch und durch unauthentische „Jugendkultur“ ganz ähnlich gewirkt, wie zuvor Birth of a Nation auf frustrierte Kleinbürger in den USA.
Fernsehen ist nicht nur das Betrachten von Bildern. Es verändert uns biophysisch, so wie uns z.B. Meditation verändern würde. Dies kommt durch den „Tunnelblick“ zustande: genau umgekehrt wie im richtigen Leben befindet sich das Bewegte im Zentrum unseres Gesichtsfeldes, während der äußere Bereich ruhig bleibt. Dies macht, entsprechend den indischen und tibetischen Meditationsbildern, den Mandalas, aus dem Fernseher ein visuelles Hilfsmittel, das einen veränderten, meditativen Bewußtseinszustand hervorruft, durch den wir willenlos in eine andere Welt hinübergleiten.
Vielleicht sollte man Filme ähnlich einschätzen wie „bewußtseinserweiternde“ Drogen!
Primitive, die man das erste Mal ins Kino bringt, denken, sie hätten einen Traum und bekommen es mit der Angst, ihr Geist könnte sich in dieser übernatürlichen Vision verlieren. Nietzsche nahm an, daß die Vorstellung von einem Leben nach dem Tode aus dem „Leben nach dem Einschlafen“, den Träumen, erwachsen ist (Menschliches, Allzumenschliches, A 5). Wir mögen mehr wissen als die Primitiven, wir bleiben trotzdem dieselben Menschentiere, die offenen Mundes vor einer überweltlichen Vision stehen: die Religion wird buchstäblich elektronisch. Nach der Emanzipation von den alten überweltlichen Mächten, die nur unsere eigenen Projektionen waren, stehen wir nun wieder vor dem gleichen Problem und da der Bildschirm handgreifliche Realität ist, wird dieses Mal materialistische Aufklärung nichts bewirken können. Das, was wir aus der Religion kannten, kommt uns nun aus der technischen Welt entgegen: unsere eigenen, von uns geschaffenen geistigen und materiellen Werkzeuge schwingen sich als Ikonen zum Herren über uns auf. Die Medien bestimmen die Wirklichkeit, wie es vorher nur die Religion tat.
In der Fernsehgesellschaft sind wir exakt wie in der Religion zu bloßen Zuschauern regrediert. Dabei ist das „Jenseits“ Produkt des proportionalen Verhältnisses zwischen Information und Aktionsmöglichkeit: im „Diesseits“ bedeutet dies Ohnmacht und Ergebung! Aufklärung, z.B. über das Kriegsgeschehen im ehemaligen Jugoslawien, im Kongo, im Irak, in Afghanistan und in Libyen, macht so die Menschen nur noch passiver und schicksalsergebener. Im MTV wurde ein Cartoon gezeigt, das alles zusammenfaßt, was ich hier sagen will: man sieht einen Fernseher, der zum Zuschauer sagt: Justify your existence! Diese Rückwirkung des abhängigen Überbaus auf die materielle Basis ist eine auf den Kopf gestellte Welt. Es läuft alles darauf hinaus, daß die funktionelle Rangordnung nicht durcheinandergebracht werden darf: Herr muß Herr bleiben und das Werkzeug (der Fernseher) muß Sklave bleiben, der seine Existenz vor der Herrschaft zu rechtfertigen hat. Dieser unerbittliche Wille zur Macht ist das einzige, was die Menschheit noch retten kann. Und ausgerechnet ihn bekämpfen die progressiven, die guten, die toleranten, die gläubigen Menschen…
Nicht nur das „Über Ich“, selbst das triebhafte „Es“, unsere Sexualität, wird vom Computer aufgesogen und durch neues ersetzt werden. In wenigen Jahren wird es eine ganz neue Art von Filmen geben, in denen sich der Zuschauer in einer von der Wirklichkeit ununterscheidbaren dreidimensionalen Realität wiederfindet, solange er selber passiv bleibt – und selbst diese Hürde wird sich schließlich überspringen lassen. Wie vorher bei den Videos wird auch hier wieder die Pornographie der Vorreiter sein, um die neue Technologie an den Mann zu bringen. Schon vor Jahren schwärmte der inzwischen verstorbene Timothy Leary vom „elektronischen Kopulieren“ als nächste evolutionäre Stufe des Menschen. In den USA gab es in den 90ern die Illustrierte Future Sex, die sich mit „Cybersex“ beschäftigt und von den Anzeigen aus diesem Bereich leben konnte. Sie handelte von der Verknüpfung von Sex und neuen Technologien (interaktive Porno-PC-Spiele mit dem „Joystick“, „Telefonsex“ via Modem, sowie „richtiger“ Sex im Cyberspace mit sensorischen Anzügen). Man prognostiziert bereits Ehen im Cyberspace, wo sich die Partner nie in Fleisch und Blut begegnen, sondern nur „im Computer“ koitieren. Verbunden mit den neuen Reproduktionstechnologien könnten sie sogar Kinder zeugen, die sie dann, nachdem sie in computergesteuerten künstlichen Uteri ausgebrütet wurden, via Cyberspace betreuen. Irgendwann wird dann der Mensch aus Fleisch und Blut zu einem vollends überflüssigen, nur noch störenden „Computervirus“ werden.
Und dann natürlich das leidige Thema der Ego-Shooter: Solange wir keine entsprechenden organischen Gehirnschäden haben, ist es uns so gut wie unmöglich Menschen umzubringen. Was normalerweise mehr als zu begrüßen ist, kann im Krieg für die gleiche Gesellschaft, die dieser Tötungshemmung ihre Existenz verdankt, absolut fatale Folgen haben. Soldaten, die nicht richtig trainiert sind, gefährden sich selbst und andere. Ihnen muß das Menschsein abkonditioniert werden. Auf Zielscheiben schießen, bringt gar nichts. Auf Plastikmänneken schießen, schon mehr. Doch die US-Armee hat den ultimativen Weg gefunden, um ihre Soldaten in Tötungsmaschinen zu verwandeln: Ego-Shooter.
Dank der Unterhaltungsindustrie werden unsere Straßen zunehmend von derartigen Zombies bevölkert. Das bedeutet natürlich nicht, daß überall potentielle Massenmörder rumlaufen, die nur darauf warten wild um sich zu schießen. Nein, wir sind massenhaft von Menschen umgeben, denen jede Empathie systematisch abtrainiert wurde. Man schaue sich die Zeichentrickfilme auf Comedy Central, MTV, etc. an, etwa Drawn Together oder Little Tree Friends:
Das schauen sich deine Kinder Tag für Tag an!