
Erzreaktionärer „Progressismus“.
Der mystische Angriff der Linken auf den Obersten Gerichtshof
Die Orgasmusformel Spannung – Ladung – Entladung – Entspannung hat zwei Phasen: die Überlagerungsphase (Spannung – Ladung) und die Phase der orgastischen Zuckung (Entladung – Entspannung). Sie bestimmt nicht nur unmittelbar den individuellen Organismus, sondern mittelbar auch den gesellschaftlichen Organismus. In der antiautoritären Gesellschaft äußert sich das wie folgt:
Spannung geht mit zentraler Erregung einher, die nicht ertragen werden kann und unmittelbar zum „bionösen Zerfall“ führt, d.h. Anarchie mit späterer Reorganisation der Gesellschaft auf einer primitiveren Ebene (Kommunismus). Womit wir bereits den Kern der antiautoritären Gesellschaft vor uns haben.
Energetische Überlagerung und die daraus resultierende „materielle“ Produktion findet nicht mehr statt. An ihre Stelle tritt das Aufbrauchen der von vergangenen Generationen erwirtschafteten immateriellen und materiellen Werte.
Die „Ladung der Peripherie“ führt zu Kontakt, was in der antiautoritären Gesellschaft unmittelbar zu Panik und hysterischem Weglaufen führt. Entladung wird zu chaotischer „Action“ und Entspannung wird zum indolenten „Chillen“.
Das ganze entspricht einer Art „Pseudobioenergetik“, die nur noch eine groteske Karikatur des Lebens darstellt. Um das unmittelbar zu erfahren, braucht man sich nur der heutigen „Kultur“ auszusetzen, die mehr und mehr wie eine bizarre Drogenparty voll von Kokain, Speed, Ecstasy und Pot wirkt: Anarchie, die mit Konformismus changiert (beispielsweise sind all die bunten Kids auf erschreckende Weise gleichförmig), Eskapismus, Aktionismus und Indolenz. Was schließlich bleibt ist die schwarze Tristesse der orgastischen Impotenz.
Letztendlich wird in der „Neosexualität“ die Friktion negiert, das Hin und Her der Pulsation und das Auf und Ab der Kreiselwelle. Negiert wird die orgonotische Erregung, das Leben selbst. Auf gesellschaftlicher Ebene äußert sich das in gesellschaftlicher „bunter“ Atomisierung und gleichzeitigem „grauen“ Kollektivismus: mit einem Wort Krebs, d.h. Kommunismus.

Vom roten zum schwarzen Faschismus.
Ein weiteres Beispiel für den ideologischen Krieg der Linken gegen Amerika
Indien war von jeher weit abgepanzerter als Europa, d.h. weit schlimmer von den siamesischen Zwillingen Mystizismus und Sexualverdrängung verheert. Jeder, der frei ist von romantischen Scheuklappen, weiß, daß Yoga und Meditation zwei Aufgaben hatten: das Eindämmen der Sexualität und ihre Neuausrichtung „nach oben“ (Spiritualität). Alles andere ist nur vernachlässigbares Beiwerk, auf das nur Idioten hereinfallen können.
Es gibt zwei Figuren, die heute mehr denn je dazu beitragen, die alles erstickende gesellschaftliche Panzerung in Indien aufzubrechen: Krishnamurti und Rajneesh (Osho). Insbesondere in studentischen Kreisen sind Debattierclubs beliebt, in denen die Gedanken Krishnamurtis diskutiert werden. Als Inder kann er ohne Verdacht des Neokolonialismus den westlichen Skeptizismus und Rationalismus nach Indien tragen. Wobei das ganze leider vollkommen kopflastig ist, was Vertreter der traditionellen indischen Geistigkeit immer wieder zu recht einwerfen, – während Krishnamurti sich über deren vermeintliche „Erleuchtungserfahrungen“ lustig machte.
Gewisserweise ist das die klassische Auseinandersetzung „zwischen links und rechts“ (wenn auch hier ohne die üblichen gesellschaftspolitischen Konnotationen): fehlender Kontakt zum bioenergetischen Kern (Mechanismus) vs. verzerrter Kontakt zum bioenergetischen Kern (Mystizismus).
Osho, der ähnlich wie Krishnamurti nach seinem Tod in Indien immer beliebter wird, ist aus einem der besagten Debattierclubs hervorgegangen und hat den Rationalismus mit den traditionellen post-schamanistischen „Erlösungspraktiken“ des alten Indien verbunden. Im Gegensatz aber zu dem heute sehr populären Satguru, der einen ganz ähnlichen Hintergrund hat, greift Rajneesh die traditionelle indische Sexualfeindlichkeit zentral an. Die revolutionäre Auswirkung auf die, was die Alterspyramide betrifft, sehr junge indische Gesellschaft ist kaum zu ermessen.
Erwähnenswert ist nicht nur, daß er sich dabei explizit auf Reich bezog, sondern auch, daß Rationalismus und sexuelle Libertinage dem indischen Denken nicht ganz fremd sind, da es bereits zu Buddhas Zeiten entsprechende „materialistische Schulen“ gab, die davon ausgingen, daß es nur ein Leben gibt und man das doch möglichst genießen sollte. Der ursprüngliche Buddhismus ist in vieler Hinsicht selbst ein Beispiel für Rationalismus und Skeptizismus. Das hier gerne angebrachte „Tantra“ ist späteren Datums und läßt sich eh nicht auf „Sexual-Yoga“ (Coitus reservatus) reduzieren.
Rajneesh hat die Dynamische Meditation entwickelt, weil der westliche Mensch so voll Gefühlen sei, daß es für ihn unmöglich ist, so wie der Inder in der Meditation nach innen zu gehen. Diese ganze Emotionalität, der Bezug auf Reich, Bioenergetik, etc. dient also nur dazu, die Gefühle zum Absterben zu bringen, um auch den westlichen Menschen zu solchen katatonen Hängern zu machen, wie es der typische Inder ist: das, was Reich als das charakteristische Sitzen des östlichen Menschen bezeichnet hat. Natürlich muß der westliche Mensch seine Gefühle entladen, wenn sie nicht den Planeten vollends zerstören sollen: aber eben nicht in der Meditation. Osho benutzt so die Techniken der Orgonomie: um genau das entgegengesetzte Ziel zu erreichen. Sein Ziel ist, daß man nur noch ist, still wird, beobachtet. Um das zu verstehen, braucht man zumindest Grundkenntnisse der indischen Philosophie, bei der es vor allem zwar tatsächlich um die Überwindung des Tamas durch Rajas (Trägheit durch Sexualität) geht, dann aber weiter um die Einstimmung von Rajas zu Satvas (von der Sexualität zur Geistigkeit). Man kann dieser Entwicklung die Logik und Folgerichtigkeit nicht absprechen – es ist eine abschüssige Straße hinein in die Erleuchtung.
Die gesellschaftliche Panzerung Indiens bröckelt. Leute wie Krishnamurti und Osho sind dafür nicht nur bloße Marker, sondern durchaus auch Katalysatoren. Gleichzeitig sorgen sie dafür, daß sich die Menschen noch mehr entfremden („verkopfen“) und auch der letzte Rest von spontanem bioenergetischen Funktionieren unters Joch („Yoga“) geflochten wird.
Ein Problem der sozialen Orgonomie ist, daß der pestilente Charakter auf eine extreme Sexualpathologie, ein blockiertes Becken, zurückgeführt wird, doch gerade so ein Mensch wird praktisch nie den Weg zu einem Orgontherapeuten finden, wo das verifiziert werden könnte. Diese Schwierigkeit verweist auf die Anfänge der Orgonomie, als Reich in den frühen 1920er Jahren nach dem tatsächlichen Inhalt der sexuellen Aktivitäten seiner Patienten fragte. Die bloße Information, daß der Patient „Sex“ hatte oder masturbierte, war nahezu bedeutungslos, da sie nichts über sein subjektives Erleben aussagte. Was den pestilenten Charakter betrifft, kann man nur sagen, daß er als „Charakter“ eine funktionelle Einheit darstellt und man daher sein Sexualleben (über das wir nichts wissen) nicht von seinem destruktiven „Antiarbeitsleben“ (über das wir alles wissen) trennen kann.
Zumindest tendenziell ändert sich das gerade in der antiautoritären Gesellschaft, in der „das Persönliche politisch wird“ und entsprechend zunehmend auch die Sexualität zur Schau gestellt wird, – während umgekehrt das Arbeitsleben a la Annalena Baerbock verschleiert wird. Perversion, etwa Transvestismus oder Homosexualität, wird geradezu zum Markenzeichen eines aufstrebenden Politikers. Orgastisch Impotenz wird zu dem Qualitätsmerkmal der antiautoritären Pseudoautorität. Man betrachte nur das Kabinett des offen pädophilen Biden.
Charles Konia hat auf etwas hingewiesen, was selten, wenn überhaupt, gesehen wird: Gesellschaften wie die Türkei, der Iran und Arabien befinden sich ebenfalls in einer antiautoritären Krise, weil die Jugend in den Westen blickt. Phänomene wie ISIS sind (wie zuvor die Nazis) pseudotraditionalistisch und ein Symptom des antiautoritären Verfalls des Islam. 1400 Jahre Weisheit der „Umma“ werden wegwischt wie nichts. Oder schauen wir nach Schwarzafrika, wo aufgrund des exponentiellen Bevölkerungswachstums die traditionellen Autoritäten, d.h. die Älteren, an den Rand gedrängt und mit Verachtung gestraft werden. Es bleibt eine restlos desorientierte Jugend zurück, deren einziger Traum Asyl in Deutschland ist. In China ist dank der Ein-Kind-Politik zwar die Lage scheinbar geradezu entgegengesetzt, aber das Resultat ist dasselbe: eine Generation von verwöhnten Gören, die „sich nichts mehr sagen lassen“ – von den lokalen Autoritäten. In Indien sehen wir, wie der Konsumerismus die Struktur der traditionellen Kultur in ihren Grundfesten zerstört. Oder man nehme die letzten Stammesgesellschaften: typischerweise machen sich christliche Missionare an die Schwachen und Ausgestoßenen heran, um die lokale „heidnische“ Autorität „revolutionär“ zu ersetzen – wie im Mittelmeerraum vor 2000 Jahren.
Manche schauen hoffnungsvoll nach Rußland, doch das im ersten Teil erwähnte „rechte Regime“ ist Makulatur, d.h. eine graue Tapete über einem brüchigen Mauerwerk. Ein demographisch und moralisch sterbendes Land, mit Drogenproblemen, Hoffnungslosigkeit und Nihilismus.
Schon zu Zeiten der autoritären Gesellschaft war die in Teil 2 beschriebene kontaktlose Abgehoben- und Verpeiltheit das dominierende Merkmal von Diktatoren wie Stalin, Hitler und Mao. Sie waren völlig losgelöst von jeglicher Rationalität. Man denke etwa an den Nationalsozialismus mit seiner zentralisierten „Führer“-Macht und seinen „revolutionären“ Methoden zur Erreichung „reaktionärer“ Ziele. In diesem Sinne war nicht nur der Kommunismus, sondern auch der Nationalsozialismus antiautoritär. Es sei nur an Hitlers vollkommen dilettantische und verantwortungslose Kriegsführung erinnert.
Reich bezeichnete ihn denn auch als den „Generalpsychopathen“. Leider war die Generalität (und generell das deutsche Volk) von ihrer extrem autoritären Struktur her darauf gepolt der Autorität auf Gedeih und Verderb zu folgen, auch wenn es in diesem Fall nur eine substanzlose Pseudoautorität war.
Bereits vorher gab es immer wieder Einbrüche des Antiautoritären in die Welt. Man denke etwa an die Französische Revolution, wo der abgehobene Intellektualismus (die „Aufklärung“) dazu führte, daß jedwede lokale und das heißt im Leben verankerte Autorität durch eine brutale Zentralisierung aufgehoben wurde. Dieser Kult des „Zentralgehirns“ war unmittelbarer Ausdruck der Loslösung vom bioenergetischen Kern. Oder man blicke ins antike Griechenland auf Sokrates und seinen Schüler Platon. Der jede gewachsene Autorität zersetzende „kritische Geist“, gefolgt von der Vision einer Zentralisierung der Macht in den Händen des Philosophenkönigs, der seine „Ideale“ bzw. „Ideen“ verwirklicht.
Wenn die WirtschaftsWoche süffisant unsere neuen Führer beschreibt – gefriert mir vor Schrecken das Blut in den Adern:
Der Beobachter sollte sich von der libertären Haarfarbe Claudia Roths oder den ordnungspolitisch klarkantigen Koteletten Cem Özdemirs nicht täuschen lassen: Unter der individuellen Kopftracht der Grünen verbirgt sich eine Denke, in der oft und gern von der Gesellschaft als Ganzem die Rede ist. So, als könne ein grüner Philosophenkönig noch immer das Gute für alle und von oben dekretieren, anstatt den Individualismus einfach mal ein Fest feiern zu lassen. Die grüne Vernunft kippt zügig ins Dogmatische.
Wir Bürger können dann nicht nur, wir müssen: das Klima retten und nachhaltig einkaufen, gesund essen und besonnen wirtschaften, uns CO2-frei fortbewegen und so weiter und so öde. Niemand hat diesen Ökocalvinismus und die Selbstkasteiung präziser auf den grünen Punkt gebracht als der amtierende schwäbische Philosophenkönig Winfried Kretschmann. Er prägte das Wort von der „Innovationspeitsche“. Auch er hat, das nur nebenbei, die Haare schön.
Man muß sich nur vergegenwärtigen, wie diese dummdreisten Psychopathen, Leute wie Annalena Baerbock oder der „Philosophenkönig“ Robert Habeck uns gegenwärtig mit ihrem saublöden, von keinerlei Arbeitswissen getrübtem Gestammel wohlgemut in den Dritten Weltkrieg peitschen.
Die heutige antiautoritäre und angeblich „antifaschistische“ Gesellschaft ist in dreierlei Hinsicht funktionell identisch mit dem Nationalsozialismus:
Dabei geht es jeweils um Elemente, die bereits in der bürgerlichen, autoritären Gesellschaft angelegt waren. Es ändert sich nur die Gewichtung. Beispielsweise entsteht, Reich zufolge, durch die Sexualunterdrückung im Patriarchat „die Struktur des Untertanen, der gleichzeitig sklavisch gehorcht und rebelliert“ (Die sexuelle Revolution, Fischer TB, S. 19).

Je nachdem was im Vordergrund steht, die Unterwerfung oder die Rebellion, hat man es mit einer autoritären oder antiautoritären Gesellschaft zu tun. Wobei natürlich stets beide Elemente vorhanden sind. Es handelt sich also nicht um einen absoluten, sondern um einen funktionellen Gegensatz.
Mit dieser Gegenüberstellung spielte Reich 1935 natürlich auf den sich damals europaweit ausbreitenden Faschismus an mit seiner unverkennbar revolutionären Rhetorik. In der NSDAP hat es stets einen gewichtigen „antibürgerlichen“ Flügel gegeben, zu dem nicht zuletzt Hitler selbst gehörte. Dieser Zug ist derartig prominent, daß immer wieder von neuem die Frage aufgeworfen wird, ob es sich, wie eingangs angedeutet, beim Nationalsozialismus überhaupt um eine rechtsextreme oder nicht vielmehr um eine linke Erscheinung handelt, die gleichberechtigt neben Sozialdemokratie und Bolschewismus zu verorten ist.