Posts Tagged ‘Max Stirner’

Marx’ ursprüngliche Botschaft (Teil 3)

14. März 2020

Die Arbeitswerttheorie (die „lebendige Arbeitskraft“, die Reich betonte) ging nicht auf Marx zurück, sondern auf Adam Smith. Man kann sie sogar weiter auf Aristoteles zurückführen. Das einzige Originelle, das Marx beigetragen hat (und das ist eigentlich das einzige Originelle am Marxismus, der Rest ist Plagiat, politische Ideologie und mißverstandene Hegelsche Dialektik), war die Reduktion der Arbeitswerttheorie auf eine unsinnige Absurdität, d.h. es gibt nach Marx keine andere Wertquelle als die Arbeitskraft. Es ist ziemlich witzig, daß der deutsche Reichist-Marxist Bernd Senf zugeben muß, daß zumindest der Wert von Gold nicht nur von der Arbeitskraft abhängt. Aber dann ist der gesamte Marxismus null und nichtig!

Solche Neomarxisten wirken dieser unvermeidlichen Schlußfolgerung entgegen, indem sie veraltete rationalistische Theorien des 19. Jahrhunderts über die Anfänge der Wirtschaft in der Menschheitsgeschichte vorbringen. Demnach wurde die ursprüngliche Wirtschaft vom praktischen Wert („Gebrauchswert“) bestimmt, erst später kam der irrationale Tauschwert und brachte alles durcheinander, so daß wir zu einer Wirtschaft zurückkehren sollten, die vom praktischen Wert bestimmt wird. Nun, diese Theorie ist schierer Unsinn! Man lese zum Beispiel Bronislaw Malinowski: So wie die Trobriander keinen Sex hatten, um sich fortzupflanzen, sondern nur zum Vergnügen, aßen sie nicht, um zu überleben, sondern nur zum Vergnügen. Tatsächlich kannten sie den Mechanismus des Verhungerns nicht, sondern schrieben alles der schwarzen Magie zu. Zu sagen, daß ihre Wirtschaft auf praktischem Wert beruht, ist Quatsch. Das Gegenteil ist der Fall! (Es ist ein Rätsel, wie Reich Malinowski lesen, sogar ein enger Freund von ihm sein und in den 1930er Jahren immer noch Marxist bleiben konnte!)

Und ist die gesamte Marxistische Werttheorie nicht ein mechano-mystischer Begriff? Die Leute sagen „Arbeit fließt in Produkte und bestimmt deren Wert“. Wie Malinowski betont, handelt es sich um ein äußerst mechanistisches Konzept, da „Bewertung“ ein subjektiver Prozeß ist („Selbstregulierung“). Und es ist auch ein äußerst mystisches Konzept, da es sich in nichts von der Behauptung der Katholiken unterscheidet, daß Wein und Brot nach der Segnung völlig andere Substanzen sind als zuvor. Übrigens: Werttheorie und Transsubstantiationstheorie haben die gleiche Quelle: Aristoteles! Marxismus ist eine Religion, keine Wissenschaft! Gott wird einfach durch die „Menschheit“ und Christus der Erlöser durch das „Proletariat“ ersetzt.

Dies beweist auch die Erforschung der Anfänge des Marxismus: Er wurde als ethisches, zutiefst anti-sexuelles philosophisch-theologisches Glaubenssystem geschaffen, um der anti-ethischen extrem atheistischen, individualistischen, „nihilistischen“, „solipsistischen“, „individual-anarchistischen“ Zerstörung des Hegelianismus (der selbst Theologie in der Verkleidung der Philosophie war) entgegenzuwirken, kurz: es sollte Max Stirners Einfluß negiert werden.

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Marx’ ursprüngliche Botschaft (Teil 2)

12. März 2020

Im Zentrum von Hegels Philosophie steht die Frage, wie Bewegung überhaupt möglich ist. Man kennt das Paradoxon von Zenon: Ein Pfeil kann sich vom „philosophischen“ Standpunkt aus nicht bewegen, weil der Pfeil in jedem Moment, in dem wir den Pfeil mit unserem „philosophischen Auge“ betrachten, stillsteht. Wie die Bilder eines Filmes. Nach Hegel ist die Bewegung nur möglich, weil zwei sich gegenseitig ausschließende Tatsachen (der Pfeil ist entweder hier oder er ist dort) koexistieren können (Bewegung des Pfeils). Diese Einheit von „hier“ und „da“ ist die synthetische Funktion des Geistes, und somit ist alles um uns herum eigentlich nichts als Geist oder vielmehr die Entfremdung des „reinen Geistes“ der Logik und seiner Bewegungsgesetze in Zeit und Raum hinein: These, Antithese, Synthese. Dieser „Geist“ ist autonom, d.h. weder mein Geist („hier“) noch dein Geist („dort“), sondern der universelle Geist.

Der zunächst reine und dann entfremdete Geist wird zum „absoluten Geist“, wenn er sich in Kunst und Musik, Religion und Philosophie manifestiert, wo er sich schließlich seiner selbst bewußt wird. Dieser „absolute Geist“ ist die höhere Synthese des „subjektiven Geistes“ des Individuums und des „objektiven Geistes“ der Ethik: Familie, Gesellschaft, Staat. Der „objektive Geist“ manifestiert sich in der Geschichte der Welt, und die Geschichte der Welt ist nichts anderes als die Geschichte von Staaten, Reichen und Dynastien. Das Endziel dieser Entwicklung ist eben der „absolute Geist“. Daher muß das egoistische Individuum, das die Entwicklung des „objektiven Geistes“ behindert, um jeden Preis unterworfen werden, d.h. muß vollständig der Ethik unterworfen werden. Der Staat ist alles, denn der Staat ist die Manifestation Gottes, oder vielmehr der Staat führt zur endgültigen Manifestation Gottes als „absoluter Geist“.

So waren „Staaten mit philosophischem Ziel“ wie Nazideutschland und die (durch und durch „deutsche“) Sowjetunion die höchsten Manifestationen des Hegelschen Denkens. Das ist keine „Verschwörungstheorie“, sondern das Fortwirken einer besonderen Weltanschauung, die ansteckend ist. Man kann sie auf Hegel zurückführen, auf Martin Luther, auf die Gründer der römischen Kirche, auf Platon und weiter zurück auf die alten saharasischen Götterreiche, die James DeMeo beschrieben hat.

Marx war die Fortsetzung von Hegel: die völlige Unterwerfung des egoistischen Individuums unter die Idee der Menschheit, d.h. der preußischen Schule. Max Stirner war das Gegenteil von Hegel: „egoistische“ Selbstregulierung, d.h. Neills Summerhill. Stirner war ein Todfeind der Ethik an sich. Er war gegen das „Über-Ich“ und für „die Kinder der Zukunft“.

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Marx’ ursprüngliche Botschaft (Teil 1)

11. März 2020

Im Schwarzbuch des Kommunismus von Stéphane Courtois wird der Kommunismus so behandelt, als wäre er dem Nationalsozialismus ähnlich. Das Buch spricht nur darüber, was die Kommunisten „nationalsozialistisch“ mit dem Körper gemacht haben. Aber die wahre Tragödie des Kommunismus war das, was sie der Seele eines jeden einzelnen Mitglieds der Gesellschaft angetan haben. Sie haben systematisch jede Selbstregulierung zerstört. Sie zerstörten die bioenergetische Kraft. Ich erinnere mich noch gut an den depressiven Ausdruck der Menschen auf den Straßen Ost-Berlins. Die wirkliche Bankrotterklärung des Kommunismus war jedoch, was NACH seinem Zusammenbruch in den betroffenen Ländern geschehen ist!

Dies geht direkt auf die Dichotomie zwischen Marx und Max Stirner zurück. „Kommunismus“ oder „Kommunist“ ist eine böse Fehlbezeichnung (die ursprünglichen Kommunisten der Arbeiterklasse waren alles andere als modern-liberale Modjus) – es gibt nur einen Nenner, der alle „kommunistischen“ Massenmörder vereint: Sie waren MARXISTEN, alle, und sie haben nicht trotz, sondern wegen Marx‘ Lehren gemordet. Das Rotbuch der kommunistischen Ideologie (mit einem Vorwort von Stéphane Courtois) zeigt mit Zitat nach Zitat nach Zitat, daß alle im Schwarzbuch des Kommunismus beschriebenen Dinge in den ursprünglichen Gedanken von Marx und Engels angelegt, vorhanden, explizit gefordert waren. „Nach der Revolution werden die Leute uns als Monster betrachten!“

Bernd A. Laska hat aufgezeigt, daß Marx und Engels ihre mörderische Ideologie als Gegenentwurf zu Max Stirners Der Einzige und sein Eigentum entwickelt haben. Nicht der „Kommunismus“ war und ist der Feind, sondern der Marxismus, der nichts anderes als das Wesen der modern-liberalen Ideologie verkörpert, der ultimative Ausdruck der faschistischen Mentalität.

Bei der Lektüre des Rotbuch der kommunistischen Ideologie mit Auszügen aus Marx‘ und Engels Schriften und Korrespondenz saß ich gerade im Park, als ein Death Metal-Fan mit Totenköpfen und Blut und Zeugs auf seinem T-Shirt vorbeiging und plötzlich war ich in die Welt versetzt, die ich betreten hatte, als ich Jahre zuvor ein kleines christlich-fundamentalistisches Büchlein Das andere Gesicht des Karl Marx über Marx‘ angeblichen Satanismus gelesen hatte. Damals reagierte ich schon etwas herablassend auf den christlichen Autor Richard Wurmbrand, aber jetzt wurde ich ständig mit Marx‘ haßerfülltem und wirklich gemeinem Zeugs, seinen rassistischen und antisemitischen Beschimpfungen, seiner Kriegs- und Terrorlust bombardiert (er forderte tatsächlich eine Art von innerparteilicher Tscheka für seinen „Bund der Kommunisten“), seiner komplett psychopathisch-empathielosen Unmenschlichkeit – es hat mich wirklich getroffen: Marx, ein Ritter im Dienste Satans? Gehörte er wirklich einer Aleister Crowley-ähnlichen Loge an? Steht etwas hinter dem Kommunismus, dem (abgesehen vom Islam) zerstörerischten Kult, den es je gegeben hat?

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nachrichtenbrief144

4. Dezember 2019

Der verdrängte Christus: 28. Die Vertreibung aus dem Paradies

24. Oktober 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

28. Die Vertreibung aus dem Paradies

Der verdrängte Christus: 18. Am Anfang stand der Neuplatonismus

8. August 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

18. Am Anfang stand der Neuplatonismus

Orgonomie? Kein Interesse!

23. Mai 2018

Leute interessieren sich für die Orgonomie nur, wenn sie sich für sich selbst interessieren. Aber heute bringt niemand mehr Interesse für sich selbst auf! Alles geht in der sozialen Fassade auf, d.h. der Anpassung an die Umgebung. Man hat seinen „eigenen“ Style, seine „eigene“ Meinung, seinen „eigenen“ Geschmack, d.h. man geht im Kollektiv auf. Man schaue sich doch heutige Jugendliche an: es gibt sie gar nicht mehr als Individuen, es sind bloße Abziehbilder, hohl und ohne Fatum, Tiefe, Gravitas. Die gesamte Existenz einer derartig „vergesellschafteten“ Kreatur erschöpft sich im menschlichen Bereich.

Wenn es in die Tiefe geht, dann geht es allenfalls um die mittlere Schicht, d.h. die verinnerlichten gesellschaftlichen Verbote bzw. die sinnlose Rebellion gegen sie. Das Kind identifizierte sich mit der lustfeindlichen Umwelt, um nicht vernichtet zu werden. So entstand „sein“ Charakter, der nichts weiter ist als das Fremde in ihm. Dergestalt ist er sein eigener schlimmster Feind! Entsprechend ist sein „Egoismus“, seine „Selbstsucht“ nichts als eine Illusion, denn mit seinem wirklichen Selbst hat dieser Wahn nichts, aber auch rein gar nichts gemein. Er dient nicht sich selbst, sondern „Dämonen“, die ihn besetzen und besitzen. Entsprechend ist auch seine gesamte „Spiritualität“ null und nichtig.

Seinen bioenergetischern Kern, d.h. er selbst, die Orgonenergie: für den bzw. die bringt er keinen Funken Interesse auf. Und wer sich nicht für sich selbst interessiert, sondern, um mit Max Stirner zu reden, für „den Menschen“ oder irgendein anderes Hirngespinst, der interessiert sich auch nicht für die Orgonomie. Das rabbinische Judentum und der an seine Stelle tretende Humanismus, der das intellektuelle Leben in den USA dominiert, ist, um mit Reich zu reden, „ausschließlich auf den ‚menschlichen‘ Bereich beschränkt. Es ist diese Beschränkung auf rein menschliche Angelegenheiten, eine Folge der Panzerung, die dafür verantwortlich ist, daß der Mensch keinen Kontakt mit dem Universum bekam“ (Reichs Speaks of Freud). Allein schon von daher, kann die Orgonomie keinen Blumentopf gewinnen.

Das Drama der Zivilisation: Freud, Reich, Laska

11. Dezember 2017

Das Über-Ich, das als theoretische Hilfsvorstellung für die seelische Struktur aufgestellt war, konnten die schlechten [psychoanalytischen] Praktiker „mit Händen fassen“. Sie operierten damit wie mit realen Tatsachen. Das Es war „bösartig“, das „Über-Ich saß da mit langem Bart und war „streng“, und das arme Ich suchte zu „vermitteln“. (Die Funktion des Orgasmus, 1942, Fischer TB, S. 96)

Auf diese Weise wollte sich Reich von den Freudianern abgrenzen, die eine Art Mythologie der Psyche entwickelt hatten, die an das Mystische grenzt. Das Es ist der böse Zwerg Loki, das Über-Ich ist der einäugige Wotan mit seinem langen Bart und das Ego ist der arme Siegfried, zerrissen zwischen Wotan und Loki. Wie in Wagners Musikdrama.

Deshalb hörte Reich auf, seine Theorien in diesen Begriffen zu formulieren. Stattdessen sprach er über Trieb und Triebabwehr. Die Gesamtheit dieser Blockaden ist die Panzerung – die demnach „funktionell identisch“ mit dem Über-Ich ist. Psychologie dort, Biophysik hier.

Bernd A. Laska will nicht in Bezugnahme auf irgendwelche spezifischen wissenschaftlichen oder ideologischen Konzepte sprechen. Aber um mit anderen kommunizieren zu können, muß er sich entscheiden, und da niemand den Begriff „Panzerung“ versteht, wählte Laska den sofort einsichtigen und universell eingeführten Begriff „Über-Ich“ („über dem Ich stehend“), den jeder versteht. Wir übernehmen die Sitten und Regeln der Gesellschaft und werden so zu unseren eigenen Sklaventreibern.

Reich versuchte, den ursprünglichen „unbesessenen“ Zustand aufzudecken – wie vor ihm Stirner und LaMettrie:

Der Rote Faden: Reich und Marx

8. November 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus

d. Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

e. Die Leninistische Organisation

4. Polithygiene

a. Reich in Norwegen

b. Reich und Marx

 

nachrichtenbrief71

17. September 2017