Nach der katholischen Lehre ist die Hölle ein Safe Place für Dämonen. Sie sind immer noch Engel, und Gott liebt sie, aber diese Liebe ist für sie unerträglich, eine unendliche Qual. Die Höllenschlünde sind also sichere Räume, „Safe Places“, für Dämonen. Letztlich ist die Existenz der Hölle ein Ausdruck der Barmherzigkeit Gottes für seine Geschöpfe.
Was ist die schlimmste Sünde, die man sich vorstellen kann? Welche Sünde bringt dich mit Sicherheit in die Hölle? Nach der katholischen Lehre ist der Stolz die schwerste aller Sünden, weil man Gott durch das Idol, den Götzen des eigenen Egos ersetzt – wie es der Erzengel Luzifer getan hat.
Dazu mehr bzw. entscheidendes in Teil 7. Hier nur soviel: Aus orgonomischer Sicht ist der Narzißmus der Kern sowohl der Neurose (der ödipale Konflikt und der phallische Narzißmus, siehe Reich und Elsworth F. Baker) als auch der Schizophrenie (der präödipale Konflikt, in seiner Existenz nicht akzeptiert zu werden, und infolgedessen der okulare Narzißmus, laut Robert A. Harman).
Die Panzerung ist die Hölle, aber gleichzeitig auch die ultimative Zuflucht vor den Qualen des orgonotischen Strömens – den Qualen der LIEBE.
Der Pride-Monat, sichere Räume für Queers und andere Dämonen und daß normale Menschen darum betteln, daß man sie mit Psychopharmaka künstlich panzert, anstatt um eine Orgontherapie zu bitten, zeigt den Zustand dieser Welt. Narzißmus regiert die Welt. Satan ist unser Herrscher geworden.
Die Tragödie ist, daß die Orgonomie die endgültige Wahrheit ist, viel, viel tiefer als das Christentum, aber es scheint, daß kein „Reichianer“ einen Sinn für das hat, was ich oben geschrieben habe. Die Tiefgründigkeit des ganzen. Orgonomie ist nicht nur irgendeine Art von Therapie und irgendeine Art von Wissenschaft und Weltanschauung. Sie ist DIE Wahrheit.
Warum wollen immer mehr Mädels zu Buben werden und umgekehrt? Mit dem Beginn der antiautoritären Gesellschaft um 1960 herum, stieg im Verlauf der sexuellen Befreiung der Angstpegel der Menschen immer mehr an. Was ist Angst? Angst ist eine von außen nach innen gerichtete bioenergetische Kontraktion gegen die natürliche von innen nach außen gerichtete bioenergetische Expansion. Angst ist entsprechend imgrunde „Stauungsangst“! Mit der sexuellen Revolution der 1960er Jahre wurde der innere nach außen gerichtete Lebensimpuls immer stärker, während die Menschen weitgehend gepanzert blieben. Die Orgasmusangst steigerte sich entsprechend ins Unermeßliche und konnte nur noch beispielsweise mit illegalen und legalen Drogen eingedämmt werden und etwa mit den Unisex-Mode der 1970er Jahre. Sexuell aufpeitschende Musik konnte nur von Männern gespielt werden, die sich wie Frauen gaben („Glam Rock“), etc. Perversionen, insbesondere homosexueller Art nahmen zu etc.
Verschärft wurde das ganze dadurch, daß durch die sexuelle Revolution sich schließlich tatsächlich die alte Panzerung auflöste (praktisch sichtbar an den unglaublich geschmeidigen Break Dancern, die seit den 1980er Jahren aufkamen). Die freiwerdende Energie, der sich immer weiter steigende Druck und die damit einhergehende Orgasmusangst, führte jedoch dazu, daß die generalisierte muskuläre „Körperpanzerung“ immer mehr durch eine isolierte „okulare Panzerung“ ersetzt wurde. Die Menschen werden dermaßen verwirrt und verpeilt, daß sie buchstäblich nicht mehr wissen, ob sie Weiblein oder Männlein sein sollen.
Man darf bei der Transgenderproblematik aber nie den durchaus gesunden Grundimpuls außer acht lassen, denn schließlich ist sie ein direkter Ausfluß der sexuellen Revolution. Wie verquer und katastrophal diese auch immer war, sie hat die genitale Energie mobilisiert! Entsprechend ist das tuntige bzw., for lack of a better term, „butchige“ Nachäffen des anderen Geschlechts, das bis zur kompletten Identifikation geht, immer noch Ausdruck eines gesunden Impulses – entstellt durch die (okulare) Panzerung. Reich schrieb 1927 und bekräftigte es 1944 im Zusammenhang seiner Beschreibung des gesunden, „orgastisch potenten“ Geschlechtsakts:
Das Verhalten des Mannes und der Frau vor und nach dem befriedigenden Akte legt Zeugnis ab für die erfolgte Erfüllung sämtlicher Wünsche. Der Mann verhält sich vor dem Akte gleichzeitig zärtlich und phallisch aggressiv, die Frau erwartet gewöhnlich passiv die genitale Aggression. Während des Aktes ändert sich ihr Verhalten, sie wird ebenfalls aktiv, bis ihr Orgasmus mit dem des Mannes zusammentrifft. Der Mann kommt nicht zur vollen Befriedigung, wenn die Frau frigid oder anästhetisch ist. Selbst diejenigen, die mit Prostituierten verkehren, fordern, daß die Partnerin wenigstens zum Scheine „mitkomme“. Es handelt sich zweifellos um ein intensives Miterleben des Orgasmus des Partners, um eine volle Identifikation, die sich zum eigenen Erleben hinzuaddiert. Diese Identifikation ist geeignet, die weiblichen Tendenzen im Manne und die männlichen in der Frau zur Befriedigung zu bringen. Nach dem befriedigenden Akte kehrt sich das Verhalten gewöhnlich um: Die Frau kehrt ihre ganze zärtliche Mütterlichkeit hervor, und der Mann wird zum Kinde. (Genitalität, S. 211 – identisch mit Die Funktion des Orgasmus von 1927)
Die Bewunderung, Verehrung für das andere Geschlecht, sogar Identifikation mit ihm, ist geradezu der Kern der Genitalität. Schließlich wollen wir uns mit dem Gegenüber vereinigen, mit ihm eins werden. Was wir im Transgenderhype sehen, ist eine tiefe Sehnsucht, die durch die Orgasmusangst drastisch entstellt wird und sich ins diametrale Gegenteil umkehrt. Dabei dürfen wir aber nie vergessen, daß jedes neurotische Symptom und jede, wirklich JEDE Perversion letztendlich nur ein entstellter Ausdruck der Genitalität ist. Es ist ein Schrei nach Liebe und Erfüllung. Ein Schrei, der immer schriller und markerschütternder wird.
Gemeinhin meint man mit Divide et impera „einen Keil zwischen die Menschen treiben“, die man dann, sozusagen als dritte Kraft, gegeneinander ausspielen und so problemlos beherrschen kann. Das ist zweifellos ein zentraler Faktor, doch damit der funktioniert, muß man tiefer gehen, nämlich bioenergetisch ansetzen.
Um Menschen beherrschen zu können, muß man sie auf psychologischer, d.h. emotionaler Ebene unterminieren. Man muß sie bei ihrer Sexualität packen und dergestalt zu Feinden ihrer selbst machen: sie innerlich spalten.
In der autoritären Gesellschaft machte man das, indem man die Sexualität von der Liebe abspaltete und die letztere Funktion zur alles bestimmenden machte. Die Sexualität lebte ein abgespaltenes, verschämtes Nischendasein, während in der Öffentlichkeit alles mit (vermeintlicher) Liebe zugekleistert wurde. Letztendlich galt Keuschheit als DAS Siegel der Liebe!
Heute, in der antiautoritären Gesellschaft, ist es umgekehrt: die vermeintliche „sexuelle Befreiung“ hat das Gefühlsleben der Menschen weitgehend ruiniert. Typischerweise sind Jugendliche bindungsunfähig, weil ja immer die Möglichkeit besteht, einem geileren Jungen bzw. einem geileren Mädchen zu begegnen.
Beides, die Abspaltung der Liebe von der Sexualität und umgekehrt, spaltet die Menschen, zerreißt sie innerlich und macht sie desorientiert und zum Spielball der Mächtigen. Entweder bist du ein kastrierter Tölpel oder ein dauergeiler Tölpel – auf jeden Fall bist du nicht mehr Herr deiner selbst.
Wie fundamental diese Verkrüppelung ist, kann ausschließlich mit Hilfe der Orgonomie erfaßt werden. Dazu betrachten wir die drei folgenden orgonometrischen Gleichungen:
Die Kreiselwellen-Bewegung („energetisches Orgonom“) vom Steißbein nach oben zum Kopf und dann an der Vorderseite des Körpers hinab zum Genital kann man mit der Sexualität gleichsetzen, die bioenergetische Pulsation, deren Zentrum in Herznähe der Plexus solaris ist, mit der Liebe. Die beiden aufeinander gerichteten Pfeile deuten an, daß sich diese beiden Funktionen wechselseitig anziehen und dabei verstärken. Werden sie auseinandergerissen, schädigt das den Organismus auf denkbar fundamentale Weise.
Ähnliches läßt sich über die Funktion „relative Bewegung“ (das gemeinsame Funktionsprinzip von Pulsation und Kreiselwelle) und die Funktion „ko-existierende Wirkung“ sagen. Die Bewegung verankert uns in der Realität, während beispielsweise unser Traumerleben vollkommen von den Gesetzen von Raum und Zeit befreit zu sein scheint: ko-existierende Wirkung. Wie Freud in der Neuen Folge zur Einführung in die Psychoanalyse schreibt: „Es gibt im Es nichts, was man der Negation gleichstellen könnte, auch nimmt man mit Überraschung die Ausnahme von dem Satz der Philosophen wahr, daß Raum und Zeit notwendige Formen unserer seelischen Akte seien“ (Studienausgabe, Bd. 1, S. 511).
Zu dieser Welt jenseits der üblichen Logik gehört auch die Liebe, die „ewige Liebe“, „die stärker ist als der Tod“, „Ozeane können uns nicht trennen“, etc. Die gesamte Liebeslyrik ist eine Beschreibung der „ko-existierenden Wirkung“, während Sexualität denkbar profan ist. – Diese beiden Welten, da heterogen, können ineinander übergehen, wie etwa im Wechsel vom Schlafzustand („Träume“) in den Wachzustand („Aktivität“) und umgekehrt. Erst das macht uns zu vollwertigen Menschen, die autonom agieren können. Ohne dieses Zusammenspiel, diese Variabilität in unserem Funktionieren, sind wir innerlich blockiert: entweder willenlose Sexroboter ohne Tiefe, die man beliebig programmieren kann, oder hilflose Geister, die im nirgendwo schweben – in religiösen Wahnvorstellungen.
Das gemeinsame Funktionsprinzip von relativer Bewegung und ko-existierender Wirkung ist die orgonotische Erregung, deren, ebenfalls heterogener, funktioneller Gegenpart die Wahrnehmung ist. Normalerweise können auch sie ineinander übergehen: Erregung kann dazu führen, daß wir sozusagen „aufwachen“ und aufmerksam werden, Wahrnehmung kann in Erregung übergehen. In der autoritären („neurotischen“) Gesellschaft wurden beide Funktionen eingeschränkt, so daß der Wahrnehmungs- und Erregungspegel stets niedrig blieb. Die neurotischen Massen entsprachen dem Homo normalis. In der antiautoritären Gesellschaft kommt es tendenziell zu einer Spaltung zwischen Erregung und Wahrnehmung. Eine Spaltung, die Reich zufolge die Grundlage der Schizophrenie ist, in der die beiden Funktionen ein weitgehendes Eigenleben führen. Ein perfektes Beispiel ist die Pornographisierung unseres Lebens („Sex findet im Kopf statt“, „das Gehirn ist das erogene Organ“) und die „Perversierung“, bei der sich die Sexualität (Erregung) vom Geschlecht, der Spezies, ja sogar vom Lebendigen selbst löst. Der schiere Wahnsinn starrt uns an: