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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 5. Orgonomie und Religion (Teil 1)

19. Juni 2022
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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 5. Orgonomie und Religion (Teil 1)

Orgonomie und Metaphysik (Teil 55)

30. April 2022

Leute, die den Mystizismus in die Orgonomie integrieren wollen, tun das gerne mit Verweis auf das letzte Kapitel von Die kosmische Überlagerung. Ich bezweifle, ob sie auch folgenden vernichtenden Satz Reichs berücksichtigen: „Die Entdeckung des kosmischen Orgonozeans, seine reale Existenz, seine konkrete physikalische Erscheinung, wie sie uns in der strömenden Lebensenergie in lebenden Organismen begegnet, setzt dem Zwang, jede tiefe Suche in irreale mystische Erfahrungen zu verwandeln, eine Ende“ (Die kosmische Überlagerung, S. 128). Das ist Reichs radikale Absage an jede Form von Mystizismus.

Wird es der Naturwissenschaft gelingen, die Fragen wirklich zu lösen, die die Beziehung zwischen Körper und Seele betreffen, das heißt sie derart zu bewältigen, daß sich daraus auch menschliche Praxis und nicht nur Salonphilosophien ergeben werden, dann hat auch die Stunde des transzendentalen Mystizismus, des „absoluten objektiven Geistes“ und mithin auch die Stunde aller Ideologien geschlagen, die unter Religion im engeren und weiteren Sinne verstanden werden. (Charakteranalyse, KiWi, S. 468)

„Die Kirche lebt vom Leben, das sie tötet“ (Jenseits der Psychologie, S. 307). Wir müssen dem Mystizismus den Todesstoß versetzen – oder er wird der Menschheit zum Verhängnis. Schon zu viele Abermillionen Menschen mußten sterben oder ein Leben im Elend führen – wegen des Mystizismus. Es muß endlich Schluß sein, die Frühgeschichte aufhören und die Zivilisation anfangen!

Das heißt nicht, daß ich die rationalistische Verachtung für das Thema Religion teile, gibt es doch keinen Bereich, der die Menschen mehr vereinigt und gleichzeitig mehr trennt. Ich meinerseits empfinde Verachtung für Menschen, die, wie Hitler, dieses Thema aus opportunistischen Gründen kleinhalten wollen, weil es Deutschland, die multikulturelle Gesellschaft oder welche Gemeinschaft auch immer spaltet und „Gefühle verletzt werden könnten“. Gefühle! Das geht soweit, daß Religionskritik zunehmend kriminalisiert wird.

Elsworth F. Baker zufolge erhält sich die gepanzerte Gesellschaft durch drei Tabus: Politik (die angeblich rational ist), Religion (über die man angeblich nicht reden kann) und Sexualität (die in jeder ihrer Formen angeblich gesund ist) (Der Mensch in der Falle). Reich hat die Sexualität klassifiziert, Baker die Politik, aber interessanterweise hat sich noch kein Orgonom recht an die Religion gewagt. Aus irgendeinem Grund ist es das tiefste Tabu, tiefer als die Sexualität. Gegenüber seiner Sekretärin und Geliebten Lois Wyvell hat Reich in diese Richtung spekuliert (Wyvell: Orgone and You. A Serialized Book: 11. The Universal Fear of Orgone Energy. Offshoots of Orgonomy No. 12, 1986).

Neulich begegnete mir der Besitzer eines kleinen Bekleidungsgeschäfts hier im Einkaufszentrum auf der Straße. Der Mann stammt aus Indien und ist Sikh. Mir ging auf, wie vollkommen anders er auftritt, sich bewegt, wie vollkommen anders seine Mimik ist und seine Ausstrahlung als bei einem Moslem. Buchstäblich: Sikh gehen anders als Moslems, nämlich gutgelaunt und entspannt. Ich kenne das aus meiner eigenen „bi-konfessionellen“ Familie, seit ich ein Baby bin: Katholiken sind vollständig andere Menschen als Protestanten. Die Atmosphäre in einer katholischen Stadt in Norddeutschland, etwa Münster oder Hildesheim, ist vollkommen anders als in einer vergleichbaren protestantischen Stadt, etwa Oldenburg oder Lübeck, nämlich bedrückt und bedrückend, die Menschen gehen gebeugter. Das typische katholische Miasma.

Jamaika war in den 1970er Jahren, als es von den Rastas geprägt wurde, ein vollkommen anderes Land als heute, wo es von der Hip-Hop-Kultur dominiert wird. Gut, Hip Hop ist keine Religion, aber es geht hier vor allem um Kultur, Lebensgefühl, Werte, „Geist“. Nichts änderte sich in Jamaika, „nur“ die Populärkultur, und aus dem karibischen Paradies wurde die Hölle auf Erden! Vom Marxistischen Ungeist benebelte Dummköpfe werden das nie begreifen. Sie werden nie verstehen, daß Australien eine Erfolgsgeschichte ist, weil es protestantisch geprägt ist, und das vergleichbare Argentinien ein Trauerspiel, weil es katholisch ist.

Ich könnte so unendlich fortfahren, etwa auf die Inder und Pakistaner in England verweisen, die genetisch und kulturell identisch sind, die sich nur durch die Religion unterscheiden – und deren Stellung in der englischen Gesellschaft nicht unterschiedlicher sein könnte. Es gibt wirklich keinen wichtigeren Faktor im gesellschaftlichen Leben als die Religion! Das wußte im übrigen auch Reich bereits zu Zeiten der Sexpol, als er die Bedeutung der Sexualökonomie im gesellschaftlichen Leben analysierte.

Mein Traum wäre eine Art „Charakteranalyse“ der Religionen zu schreiben, doch das überschreitet mein Wissen und Können bei weitem. Deshalb hier nur ein paar Stichworte zur Anregung:

Erstmal zurück zu meinem Sikh und seiner Art der Bewegung. Man schaue sich Pierre Vogel oder irgendeinen anderen Vertreter des Islam an: alle haben die gleichen Manierismen, die gleiche Ausstrahlung, den gleiche Zungenschlag, den gleichen „Stallgeruch“. Und dann betrachte man zum Vergleich dazu Vertreter des Sikhismus: wie Menschen von zwei verschiedenen Planeten!

Es geht schlicht um unterschiedliche Ausdrucksweisen der organismischen Orgonenergie in ganzen Gruppen. Wie Glaubensdinge sich an der Orgonenergie festmachen, sieht man an folgendem Beispiel:

Ich kenne ein 6-jähriges Mädchen, die hin und wieder gerne während der Dämmerung mit ihrer Mutter auf der Couch liegt. Sie sagt ihrer Mutter, sie solle auf dem Rücken liegen und zur Decke schauen. Dort gäbe es, so erzählt sie, sehr viele angenehme bewegte Bilder zu sehen. Nach einem Aufenthalt bei ihren Großeltern erwachte das Kind eines abends stark verängstigt. Nachdem sie etwas beruhigt war, sagte sie, daß sie an der Decke und an den Wänden die sich bewegenden Augen der Großmutter sehe. Sie würden sie beobachten und ihr sagen, zu masturbieren sei schlimm. Der Eindruck hielt an, selbst nachdem das Licht eingeschaltet wurde. Die Kleine bestand auf der Objektivität ihrer Wahrnehmung. Sie verlor ihre Angst, als die Mutter, statt diese Objektivität in Frage zu stellen, ihr sagte: „Vertreib die Augen. Sie haben Dir nichts zu verbieten.” (Baumann: Some Observations of the Atmospheric Orgone Energy. Orgone Energy Bulletin 2(2), S. 81)

Hier haben wir schon die ganze Geschichte des Monotheismus. Liest man das Alte Testament, ging es vor allem um atmosphärische Phänomene, die man einem „Gott“ zuschrieb, der in seinen Moralvorstellungen eine erstaunliche Nähe zu den Patriarchen der nomadisierenden Völker zeigte, die schließlich Israel ausmachten. Nicht von ungefähr stellte Michelangelo dieses „Über-Ich“ als gestrengen Greis mit weißem Bart dar. Der absurde Glaube an diesen „Gott“ konnte sich aber nur verankern, weil er im Großen und im Kleinen (siehe das Erleben des kleinen Mädchens oben, wo atmosphärische Orgonenergie unversehens zum plastischen „Über-Ich“ wird) mit überwältigenden orgonotischen Phänomenen verbunden war. Sie sind überwältigend, weil die atmosphärische und die organismische Orgonenergie funktionell identisch sind und man sich entsprechend kaum gegen diese Massenpsychose wehren kann.

nachrichtenbrief192

14. Februar 2021

Hier das Video zum Vortrag:

Zur Inzucht:

Der verdrängte Christus: 34. Warum sie uns hassen und verachten

28. Dezember 2018

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

34. Warum sie uns hassen und verachten

Der verdrängte Christus: 25. Der Stier

22. September 2018

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

25. Der Stier

Der verdrängte Christus: 24. Freuds Christusmord

19. September 2018

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

24. Freuds Christusmord

Der verdrängte Christus: 6. Die Leviten

13. Mai 2018

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

6. Die Leviten

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.g.

28. April 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

Zwei Welten: Buddhismus und Islam gegen die Orgonomie

10. Januar 2016

Es verfolgt mich, wo immer ich hingehe. Auf der Straße, in den Massenmedien, aus den Verlautbarungen der Volkszertreter werde ich vom Islam bedrängt und kaum betrete ich jene Sphäre, die von den Gebildeten und Kulturbeflissenen geformt wird, ob Wohnung, „Psychopraxis“ oder Veranstaltungscenter, bin ich mit absurd hoher Wahrscheinlichkeit mit Buddhastatuen, Thangkas, gar Altären konfrontiert.

Oberflächlich betrachtet kann man sich kaum zwei gegensätzlichere Religionen und Lebensanschauungen vorstellen: hier der ultra-aggressive und stets dümmlich daherkommende Monotheismus des Islam, dort der sanfte, leise, höchsten intellektuellen Ansprüchen genügende Buddhismus, dem die (!) Götter ziemlich gleichgültig sind.

Von der Warte der Emotionen aus betrachtet, sind sie aber fast identisch:

  1. Da wäre zunächst die Rolle der „Mechanik“: In beiden Lebensphilosophien geht es darum sein Ich so weit wie möglich auszuschalten. Praktisch geschieht dies im sinnleeren Ritual, das man desto besser ausführt, je mechanischer man vorgeht.
  2. Beide Lebensauffassungen sind „antihumanistisch“: Nicht der Mensch steht im Mittelpunkt, sondern das „Numinose“. Was damit gemeint ist, wird an der bildenden Kunst am deutlichsten, die vom Sufismus bzw. dem Zen inspiriert ist. Im Mittelpunkt steht weder der Mensch, noch die Natur, wie sie das Innenleben des Menschen widerspiegelt, sondern sozusagen „der Raum an sich“, „die Leere“. Menschen, sogar Tiere und Pflanzen stören nur.
  3. Oberflächlich mag der dauerbeleidigte Moslem aus kaum mehr bestehen als Emotionen, doch das ist nur oberflächlich, denn tatsächlich dreht sich alles um Sensationen. Siehe zu diesem Komplex meine Ausführungen in Die Massenpsychologie des Buddhismus.

Diese drei Elemente verbinden Islam und Buddhismus und machen beide so überaus attraktiv für den westlichen Menschen. Man denke nur an die pseudointellektuellen Ergüsse der Strukturalisten, Poststrukturalisten, Dekonstruktivisten, blablabla, die immer auf das eine hinauslaufen: das Verschwinden des Individuums, des Ich, des Menschen.

Es ist, als wolle der Mensch die Falle verlassen, indem er schlichtweg leugnet, daß es ihn, den Menschen, und die Falle überhaupt gibt!

Der Hellenismus und das Christentum haben den Menschen und das Individuum in den Mittelpunkt gerückt. Jetzt, wo es darum geht ihn etwas näher unter die Lupe zu nehmen, tritt er in die Kulissen zurück und verweist auf die leerstehende Bühne, deren Mechanik und deren „Aura“.

Ein passenderes Bild: Reich betritt den Behandlungsraum – und der Patient läuft weg. Ich verweise zurück auf Warum wird die Orgonomie übergangen?: der heutige Mensch will nicht gesehen werden, nicht berührt werden. Deshalb sind Orgonomie und Islam/Buddhismus antagonistische Gegensätze.

Der Witz bei der ganzen Angelegenheit ist, daß sich ausgerechnet die Linke (in Gestalt der Grünen und ihrer Sympathisanten) auf die Seite des Antihumanismus geschlagen hat. Ich spreche von dem eingangs beschriebenen „buddhistischen“ Milieu. Es sind die Leute, die der systematischen Islamisierung das Wort reden. (Natürlich werden sie nach deren Erfolg am meisten zu leiden haben, ähnlich wie sie bei einem Sieg der Sowjetunion als erste an die Wand gestellt worden wären – trotzdem waren sie im Stalinistischen „Friedenslager“ aktiv.)

Die Gegenwahrheit ist natürlich, daß der Buddhismus und teilweise auch der Islam dafür stehen, daß der Abgrund, die schwarze Leere, das Nichts, ebenfalls ein Aspekt der kosmischen Orgonenergie sind. Das Christentum ist auf den Menschen und „das Licht“ zentriert; auf das, was in der indischen Philosophie „Atman“ heißt, während Buddhismus und Islam „Anatman“ sind: das Aufgehen von „Ich“ und „Licht“ in der „Leere“.