Posts Tagged ‘antiautoritär’
14. März 2022
Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia zufolge wird die gesellschaftliche Dynamik durch die soziopolitischen Charakterstrukturen der Gesellschaftsglieder bestimmt. Das sieht man beispielsweise im Verhältnis der Deutschen zu Rußland. Als dort der antiautoritäre (antikapitalistische) Rote Faschismus herrschte, ich spreche von den 1980er Jahren, drehte sich in unserem Land alles um Abrüstung und „Lieber rot als tot!“. Wer von russischen Einflußagenten, etwa die Kampagne des Stern gegen Solschenizyn sprach, wurde bestenfalls mitleidig belächelt. Jetzt, wo in Rußland ein rechtskonservatives bis reaktionäres, also autoritäres Regime herrscht und etwa Solschenizyn kurz vor seinem Tod Putin ausdrücklich seinen Segen gab, mutieren die Grünen zu haßerfüllten Kriegstreibern, schlimmer als es der fanatischste Kalte Krieger jemals war. Der Schrecken eines Atomkrieges wird systematisch verdrängt.
Eines der Hauptmerkmale der antiautoritären Gesellschaft ist die Verlagerung von der lokalen Autorität zu einer zentralen. Die Linke haßt die Honoratioren, die im alten Deutschland vom berüchtigten „Stammtisch“ zur Kommunal-, Länder- und schließlich Bundespolitik ihre Herrschaft als „alte weißen Männer“, d.h. die Herrschaft des verhaßten Familienoberhauptes ausübten. Stattdessen wird immer mehr nach „bundeseinheitlichen (bzw. europaweiten) Richtlinien“ gerufen, die, wie im Roten Faschismus üblich, den Kommissaren das „Durchregieren von oben“ ermöglichen. Die lokalen Machtstrukturen sind nur noch dazu da, „die Parteilinie“ durchzusetzen. Am Ende steht eine Weltregierung, der Traum jedes wahren Linken.
Sowohl die autoritäre als auch die antiautoritäre Gesellschaft beruht auf Sexualunterdrückung. Der Unterschied liegt darin, daß im alten Deutschland Genitalität (also die Einheit von Liebe und Sex) zumindest teilweise toleriert wurde, solange die geschlechtliche Umarmung mit dem göttlichen Auftrag des „Mehret euch!“ jedenfalls prinzipiell „gerechtfertigt“ werden konnte. Heute hingegen richtet sich der Haß explizit auf die „binäre“ Genitalität. Frauen können einen Penis haben und auch Männer können menstruieren!
Die antiautoritäre Gesellschaft ist davon gekennzeichnet, daß keine Spannung mehr ausgehalten wird und das nicht nur im Geschlechtlichen. Es ist praktisch unmöglich noch Geschäfte zu machen, weil niemand sich mehr an Absprachen hält, sich auch nur an diese erinnert, d.h. das Zeitfenster, in dem man sich zu engagieren traut, wird immer enger. Rechnungen verschicken und „eintreiben“ wird zunehmend zu einem Alptraum. Das kann man auf die gesamte Wirtschaft extrapolieren, die nichts anderes ist als ein System der Kreditvergabe. Im Kern geht es um die Herstellung und Aufrechterhaltung von bioenergetischer Spannung, Aber genau diese kann der Linke von seinem Charakter her nicht ertragen, dreht sich doch bei ihm alles um Entladung und Entspannung. Er will das Leben genießen, ohne dafür etwas zu tun! Oder, um mit Margaret Thatcher zu reden: der Sozialismus endet, wenn das Geld, das andere erwirtschaftet haben, aufgebraucht ist.
Schlagwörter:1980er Jahre, Abrüstung, antiautoritär, Antikapitalismus, Atomkrieg, autoritäre Regime, Bundespolitik, Durchregieren, Gesellschaft, Grüne, Honoratioren, Kalter Krieg, Kommunalpolitik, Kriegstreiber, Lieber rot als tot!, Linke, Machtstrukturen, Margaret Thatcher, Parteilinie, Putin, Rußland, Solschenizyn, Sozialismus, Stammtisch
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17. Februar 2022
Ich kann dem üblichen hohlen Gerede über Gott und Liebe und Licht und Frieden und Gefühle und Herzen und positivem Denken, usw. nichts abgewinnen. Für mich ist derartige „Spiritualität“ dämonisch! Was mich abstößt, ist die antiautoritäre Willkür: „Die Wirklichkeit ist das, was ich sehe!“ Nein! Was du „siehst“, sind deine verzerrten Wahnvorstellungen und die Spiegelungen deiner eigenen Projektionen. „Spiritualität“ ist antiautoritär, denn genau das ist das Geheimnis von „Autorität in einer antiautoritären Gesellschaft“: jeder bastelt sich seine eigene Weltanschauung zurecht und schwafelt von seiner eigenen „Weltsicht“. Alles ist willkürlich, selbst das Geschlecht, die Logik, ob man Gesetze befolgt, und sogar neue Gesetze selbst, alles. Gerichtsverhandlungen sind heutzutage Comedy-Veranstaltungen! Die „Machthaber“, die vermeintlichen Autoritäten in Staat und sogenannter „Wissenschaft“, wie unsere jetzige Clownsregierung und ihre „Experten“, handeln völlig willkürlich wie einst Stalin, Hitler und Mao. Nichts ist logisch, objektiv, naturgesetzlich und naturrechtlich. Alles ist „Analena Baerbock“!
In dieser Spiritualität, etwa mit dem „Bestellen beim Universum“ und ähnlichem pseudo-esoterischen Schwachsinn, wird selbst „Gott“ zur Clownsfigur! Er handelt willkürlich, d.h. ohne Sinn und Verstand. Tricksterartig – wie Batmans Joker! Satan ist der ultimative antiautoritäre Trickbetrüger! Er ist die letztendliche Verkörperung der Emotionellen Pest: Wenn du dich verwirrt, schockiert, entfremdet fühlst, eingekreist von Absurdität und Willkür und dem schieren Wahnsinn, hat der Teufel seine Hand im Spiel. Die Philosophie des rebellischen Satans findet sich etwa in der Scientology verkörpert – oder jeder beliebigen anderen neuzeitlichen „Heilsbewegung“. Laut Satan ist die „Realität“ nichts Objektives, sondern nur etwas, dem wir nach eigenem Gusto zustimmen. Alles ist nur ein Spiel und jeder kann die Regeln willkürlich ändern. Das ist es, was dir in dieser Clownswelt widerfährt. Das ist das, was dir alltäglich in der antiautoritären Gesellschaft widerfährt. „Unspirituell“ wie du bist, ist für dich die Realität die Realität, Punkt, wohingegen die Jünger Satans vermeinen ihr eigenes Spiel spielen zu können. Aber dieses Universum ist kein Spiel, das Leben ist kein Spiel und die Liebe ist kein Spiel.
Antiautoritarismus ist eine Rebellion gegen Gottes Schöpfung und gegen die Liebe Gottes, die Liebe selbst. Diese Formulierung ist „kosmisch“, weil Gott Liebe ist und Mephistopheles das Nichts will. Und sie ist „alltäglich“: die Rebellion der Eltern gegen ihre Rolle, gefolgt von der endgültig verpeilten Rebellion ihrer Kinder gegen diesen Verrat von Seiten der pflichtvergessenen Pseudo-Autorität.
Ihr wollt „Metaphysik“? Hier und hier und hier habt Ihr sie!
Schlagwörter:Analena Baerbock, antiautoritär, Bestellen beim Universum, Clownswelt, dämonisch, Frieden, Gefühle, Gerichtsverhandlungen, Gott, Gottes Schöpfung, Herzen, Hitler, Joker, Licht, Liebe, Mao, Mephistopheles, Metaphysik, positives Denken, Rebellion, Satan, Scientology, Spiritualität, Stalin, Weltsicht
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15. Februar 2022
Schlagwörter:Amerika, Angst, anti-autoritär, antiautoritär, Autoritarismus, autoritäre, Autorität, Charakterologie, Die Linke, Donald Trump, Dschihad, Ersatzreligion, Faschismus, Feminismus, gesellschaftliche Polarisierung, Gesellschaftsordnung, Gesellschaftspolitik, Ideologie, Isis, Islam, Islamismus, Kirchen, Konservatismus, Konservative, Liberale, Linke, Linken, Mexiko, Moral, Moslems, Muslime, Obama, Parteipolitik, political correctness, Politik, Politiker, politische Korrektheit, politische Psychologie, politisches Handeln, Politisierung, Politreligion, Präsident Trump, Rassismus, Rechte, Religion, Sozialpsychologie, Soziologie, Trump, Vaterlandsliebe, westliche Gesellschaft
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19. Januar 2022
Sie fallen mir immer wieder auf, vielleicht 12jährige Kinder/Jugendliche mit gefärbten Haaren und wilder „rebellischer“ Aufmachung – und dazu ein Kaffeefilter („FFP2-Maske“) im Gesicht. Bei Anticorona-Spaziergängen stehen sie am Straßenrand und fordern dich auf, die Maske richtig aufzusetzen und sich gefälligst an die Coronaregeln zu halten. Wie ist dieses merkwürdige Changieren zwischen Rebellion (man fragt sich gegen was? die Rechtschreibung? die Schwerkraft? die Heterosexualität? das Einmaleins?) und einer spießigen Obrigkeitshörigkeit zu erklären?
Leben wir nicht in eindeutig antiautoritären Zeiten? Charles Konia hat dazu geschrieben:
Es wird allgemein angenommen, eine antiautoritäre Gesellschaft sei die Abwesenheit von Autorität. In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil der Fall. In der neuen Gesellschaftsordnung gibt es Autorität, aber sie ist tendenziell im Staat unter zentraler Kontrolle konzentriert. Der Begriff antiautoritär und sein Ursprung müssen in ihrem historischen Kontext verstanden werden. Er bezieht sich auf den Widerstand der Menschen gegen die traditionellen Formen von Autorität, die vor etwa 1960 existierten. Der Antiautoritarismus wendet sich gegen individuelle Autorität auf lokaler Ebene, und dieser Widerstand führt zu zentralisierter oder kollektiver Autorität. Es kommt zu einem entsprechenden Rückgang der individuellen Verantwortung, die durch staatliche Verantwortung ersetzt wird, vertreten durch den „Großen Bruder“. Der Antiautoritarismus ist gekennzeichnet durch eine deutliche Verschiebung nach links von der politischen Mitte. Er muß letztendlich zu mehr zentralisierter Macht und einer Form des sozialistischen Staates führen. („The Practice of Medical Orgone Therapy in Anti-Authoritarian Society” Journal of Orgonomy 2010)
Es sind Zustände zurückgekehrt, wie sie im sogenannten „Dritten Reich“ herrschten: tendenziell wurden die alten Lehrer der Kaiser- und „Systemzeit“ verachtet, während gegenüber Hitler und seinen Chargen ein absoluter Kadavergehorsam herrschte. Das findet sich beispielsweise in manchen Szenen des Films Der Untergang. Tatsächlich war das nationalsozialistische Regime in vielem eine Vorwegnahme des heutigen Scholzregimes. Ich sage das nicht ohne Bedacht! Ich zitiere aus einer der wenigen konservativen Stimmen in diesem Land:
Bekannt ist [Scholz‘] Wort von der Lufthoheit über den Kinderbetten. Es stammt aus einem Interview mit dem Deutschlandfunk vom 3. November 2002, als (…) die rot-grüne Regierung Schröder das Krippensystem ausbauen wollte. (…) Scholz, seinerzeit frisch gekürter Generalsekretär der SPD, begründete den Plan mit diesen Worten: „Die Regierung will mit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung eine ,kulturelle Revolution‘ erreichen. Wir wollen die Lufthoheit über unsere Kinderbetten erobern!“ (…) [Er strebte] vor dem Bundesverfassungsgericht die Abschaffung des gerade eingeführten Betreuungsgeldes für Eltern an, die ihr Kind nicht in die Krippe geben. (…) Nur Bayern und Sachsen zahlen es in Form eines Landeserziehungsgeldes. Es war ein Etappensieg der Scholzschen Ideologie von der kulturellen Revolution. (…) Man könnte (…) das Kindergeld kräftig erhöhen. Das wäre ein Schritt zu mehr Freiheit für die Familien. Aber gerade das ist nicht im Sinn von Linkspolitikern wie Olaf Scholz. In ihren Augen soll der Staat nicht nur die Lufthoheit über den Kinderbetten, sondern auch das Gängelband der Familien kurz halten.
Die Autorität wird vom lokalen Bereich, angefangen bei der Familie selbst, auf die deutsch Zentralregierung verlagert (danach auf die EU und schließlich die UN – was jedwede Demokratie illusorisch macht). Resultat ist die anfangs umrissene neue Hitler-Jugend. Wie die Radikalisierung der Fridays-for-Future-Bewegung zeigt, steht die neue HJ in Sachen Fanatismus dem Original in nichts nach! Ein besonders krasses Beispiel ist die Coronakrise, in der die Expertise dem Haus- und Facharzt entrissen wurde und der Regierung, letztendlich der WHO, zugefallen ist. Man folgt blind „Manualen“, d.h. dem Führerbefehl – der u.a. von der fanatisierten HJ durchgesetzt wird, wenn nötig mit Gewalt.
Nochmal, wogegen rebellieren die eigentlich? Was soll das ganze pseudorevolutionäre Getue? Ich bin darauf an anderer Stelle eingegangen.
Schlagwörter:Antiautoritarismus, antiautoritär, Anticorona-Spaziergänge, Antifa, Autorität, Corona, Coronakrise, Der Untergang, Drittes Reich, Fanatismus, FFP2-Maske, Hitler-Jugend, HJ, Jugendliche, Kaiserzeit, Kulturrevolution, Lehrer, Obrigkeitshörigkeit, Olaf Scholz, SPD, Systemzeit
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3. November 2021
2008 erschien Charles Konias Buch The Emotional Plague: the Root of Human Evil, 2013 Neither Left Nor Right: Preventing America’s Decline into Socialism. Sein neues Buch Clueless: the Great Human Disconnect steht kurz vor der Auslieferung. Als Vorbereitung auf diese Lektüre verlohnt ein kurzer Rückblick auf die genannten vorangehenden Bücher.
Bei oberflächlicher Lektüre wird man Konia politisch rechts verorten, doch tatsächlich führt er aus, wie kontraproduktiv es ist, gesellschaftliche Entwicklungen einseitig von einer linken oder einer rechten Warte aus zu betrachten. Vielmehr bräuchte es eines funktionellen Blicks. Dessen Richtigkeit zeigt sich darin, wohin diese Annäherungsweise an die gesellschaftlichen Probleme führt, nämlich zur Förderung von Freiheit und Unabhängigkeit, während linke und rechte Ansätze letztendlich immer in Unfreiheit und Sklaverei münden.
Gesellschaften und Kulturen müssen dem Wohl und der Freiheit des Einzelnen verpflichtet sein. Das ist letztendlich aber nur durch sexuelle Freiheit möglich, auf daß sich beim Einzelnen kein verhärteter, unnachgiebiger Charakter ausformt. Dieser beruht auf der moralistischen Regulierung unserer Triebe von Kindheitsbeinen an, statt der Natur zu vertrauen. Die künstlichen sexuellen Hemmungen führen zu antisozialem Verhalten, das mehr Hemmungen nötig macht: die „gepanzerte Gesellschaft“ entsteht, in der sich Linke und Rechte gegenseitig blockieren.
Das Denken der Linken ist vor allem mechanistisch, d.h. sie leitet alles vom Funktionieren der Maschine ab. Alles sei kontrollierbar nach den Vorgaben des Kollektivs und seiner „Ideale“. Der gute Planer, das Supergehirn, könne eine utopische Gesellschaft hervorbringen. In der heutigen Welt haben sich generell die gesellschaftlichen Einstellungen weit nach links verschoben. Sie ist entsprechend immer mechanistischer geworden. Diese allumfassende Linksdrift bedingt, daß diejenigen, die heute als Rechts gelten, früher in der Mitte standen. Konia spricht von „Rotverschiebung“ bzw. der „antiautoritären Transformation“, die mit einer Verlagerung der Panzerung vom Gesamtkörper hin zum Augensegment einhergeht.
Das mystische Denken der Rechten beruhte darauf, daß die Natur unerkennbar und etwas Bedrohliches sei, das eingehegt werden muß. Das Leben sei ein Überlebenskampf. Immerhin sah die Rechte die moralische Schwäche und Unvollkommenheit des Menschen und damit die Gefahr, die von einer übergriffigen Regierung ausgeht. Wir alle erleben, daß dieses einigermaßen „klarköpfige“ Bedenken fast vollkommen verschwunden ist und heute alle träumerische Hoffnung in einen alle Lebensbereiche bestimmenden Staat gelegt wird.
Die Menschen müssen die die Panzerung erzeugenden mechanistisch-mystischen Denkweisen der Linken und der Rechten von sich weisen und eintauschen gegen ein funktionelles Denken, das in Übereinstimmung mit dem naturgegebenen organismischen Funktionieren steht. Das würde vor allem die Kindererziehung betreffen und die Kultur von den Hindernissen befreien, die einer angemessenen Sozialisierung und dem Streben nach Glück im Wege stehen.
Daß dies nicht geschieht, ist der Emotionellen Pest zu schulden, dem zerstörerischen Ausleben der charakterstrukturell bedingten, „neurotischen“ Symptome im Gesellschaftsleben. Sie erkennt man daran, daß das vorgeschobene Motiv nicht mit den wirklichen Beweggründen übereinstimmt. Man behauptet mit einer Aktion „a“ erreichen zu wollen, doch tatsächlich ist „b“ das sich einstellende Resultat dieses Projekts. Entsprechend fühlt sich das Opfer der Emotionellen Pest desorientiert und vollständig verwirrt. „Was geschieht hier!“
Es ist wie beim Zauberer, dessen vermeintlich magische Kunststücke nur funktionieren, weil er deine Aufmerksamkeit auf „a“ richtet, während das entscheidende Geschehen sich bei „b“ zuträgt. Beispielsweise wird deine gesamte Aufmerksamkeit und seelische Energie auf das angeblich weltbewegende Problem der Rechte von Transgender-Menschen und der unmittelbar bevorstehenden Machtübernahme durch Hitleristen gerichtet, während gleichzeitig deine Meinungs- und Bewegungsfreiheit und deine Rechtssicherheit auf null gefahren werden.
Illustrieren wir die individuelle und gesellschaftliche Panzerung: Plötzlicher Wintereinbruch, die Gehwege sind gefroren, Rutschgefahr. Normalerweise habe ich einen sehr guten Gleichgewichtssinn und hervorragende Reflexe, was mich schon häufiger vor dem Rollstuhl bewahrt, wenn nicht das Leben gerettet hat. Jedesmal hatte sich mein Bewußtsein ausgeschaltet und mein Körper tat, was zu tun ist. Jetzt aber fühle ich mich beobachtet und im doppelten Sinne „unsicher“ bei meinen „schwulen“ Trippelschritten in meinen vollkommen unangebrachten, profillosen Sommerschuhen. Ich bin das, was die Engländer unübersetzbar als „self-aware“ bezeichnen. Wie der Tausendfüßler, der auf seine Schritte achtet, statt einfach zu gehen, falle ich auf meine Schnauze. (Ich erinnere an das Schlußkapitel von Reichs Die kosmische Überlagerung, wo er den Ursprung der menschlichen Panzerung erkundet.)
In meinem Fall sind es Auswirkungen der Panzerung der autoritären Gesellschaft; die Unsicherheit meiner Eltern hinsichtlich dessen, was sich gehört und wie man sich zu benehmen hat, die autoritäre Schule, eine gesellschaftliche Atmosphäre, die Menschen erzeugt, die ständig Angst haben, gegen gesellschaftliche Konventionen zu verstoßen und die deshalb immer verkrampft sind und entsprechend einen Trottel aus sich machen. Das wird sehr schön in Loriots Sketchen gezeigt und unübertroffen in John Cleese‘ Fawlty Towers.
In der antiautoritären Gesellschaft zeigt sich das gepanzerte Trotteltum anders: Etwas derangiert an meinem Zielort angekommen, werde ich Zeuge einer Diskussion von höheren Verwaltungsbeamten, die auf den Beginn eines Lehrgangs warten. Es geht um die Bedrohung von Einsatzkräften. Da war beispielsweise eine fünfköpfige Familie, die bei einem Hausbrand in einen Bus der Feuerwehr evakuiert wurde. Nach drei Stunden ist dieser restlos vollgemüllt, beschmiert, teilweise zerstört. Es wären Menschen gewesen, die Ethnie tue nichts zur Sache, vielmehr stelle sich die Frage nach dem Warum, d.h. wie wir „als Gesellschaft“ versagt haben. Es fehlt nur noch, daß sich diese Verwaltungstrottel bei der Familie Üsösügürz entschuldigen und eine großzügige Entschädigung anbieten! Wir leben in einer Gesellschaft, die durch und durch verunsichert ist und alle sich bemühen, ja nicht den Anschein zu erwecken, man wäre ausländerfeindlich und Sympathisant der AfD. Die autoritäre Gesellschaft ließ sich noch den Spiegel vorhalten, d.h. Comedy war möglich. Heute wäre selbst die Scary Movie-Filmreihe (2000 bis 2013) schlichtweg undenkbar. Mit den Roten Garden ist nicht zu scherzen und alle Menschen sind vollständig verpeilt – clueless.
Schlagwörter:AfD, antiautoritär, antisoziales Verhalten, Überlebenskampf, Fawlty Towers, Feuerwehr, Freiheit, Gesellschaften, Gesellschaftsleben, Ideale, John Cleese, Kollektiv, Kulturen, Lebensbereiche, Linke, Linksdrift, Loriot, Meinungsfreiheit, Rechte, Rechtssicherheit, Rote Garden, Scary Movie, sexuelle Hemmungen, Sklaverei, Sozialisierung, transgender, Unabhängigkeit, Unfreiheit, Zauberer
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15. September 2021
In seinem Buch Der Mensch in der Falle führt Elsworth F. Baker aus:
Der moderne Liberale wird vielleicht auch versuchen, den Lehren von A.S. Neill von Summerhill zu folgen. Er behauptet, „auf der Seite des Kindes“ zu stehen, versteht aber weder Neill noch das Kind. Das Ergebnis ist eine von Schuldgefühlen verzerrte, mechanische Anwendung von „freiheitsorientierten“ und „sexualfreundlichen“ Techniken, bei der „alles Richtige“ dem Kind in den Rachen gestopft wird, wodurch Verwirrung, Ressentiment, Frustration, Ungezogenheit und „Beatnikismus“ erzeugt werden. Übersehen wird die emotionale Fähigkeit des Kindes, solche Lehren anzunehmen oder die Verantwortung für ihre richtige Anwendung zu übernehmen.
Das hat Baker Anfang der 1960er Jahre geschrieben, doch läßt es sich eins zu eins auf heutige Verhältnisse übertragen. Das, was damals die Kinder der „Beat Generation“ waren, d.h. die damalige „flippige“ antiautoritäre „Gegenkultur“, die von linker Ideologie, Musik, Mode, Drogen und östlichem Mystizismus geprägt war, – das sind heute die hüpfenden Freitags für Fjudscher-Kids.
Sie sind das Produkt rot-grüner Lehrer*Innen, die, selbst durch und durch antiautoritär, auf der Seite des Kindes stehen, d.h. „des Kindes an sich“ – nicht etwa auf der Seite von Charlotte oder von Paul, konkreten Individuen. Man ist auf der Seite der Schwachen und Unterdrückten – und merkt dabei gar nicht, daß man diese ausnutzt, um die eigenen charakterlichen Probleme auszuleben bzw. zu versuchen sie zu bewältigen. Das ist das, was die Leninisten den Bauern- und Arbeitermassen in Rußland angetan haben. Genau das gleiche geschieht heute in unseren Klassenzimmern!
Die Lehrer sind von ihrem bioenergetischen Kern abgeschnitten und entfremden entsprechend die Kinder systematisch von deren eigenen Identität, mittlerweile sogar ihrer Geschlechtsidentität. Je schlimmer es den Opfern dieser „fortschrittlichen“ Erziehung geht, je verwirrter und frustrierter sie werden, desto mehr werden sie auf die vermeintlichen Verursacher ihres Seelenelends gehetzt: auf die allerletzten Überreste von rationaler Autorität, von Rationalität überhaupt, die es in unserer Gesellschaft noch gibt. Diese Kinder werden grausamer und rücksichtsloser sein, als die Kinder des Nationalsozialismus. Man schaue sich doch nur mal die Vernichtungsphantasien der „Antifa“ und der Corona-Sekte an!
Die ganze Menschenverachtung zeigt sich darin, daß die Kinder dazu gebracht werden ihre eigene Zukunft zu zerstören. Was wird bleiben, wenn unsere Gesellschaft etwa durch Blackouts zusammenbricht? Mord und Todschlag und eine Hölle auf Erden, die wirklich alles an Schrecken in den Schatten stellt, was jemals an Elend gewesen ist. Auf eine verquere Art scheinen die Freitags für Fjudscher-Gören das ja auch zu ahnen… Es wird schlimmer werden als der Holocaust! – Vom Great Reset will ich erst gar nicht anfangen…
Schlagwörter:A.S. Neill, antiautoritär, Antifa, Beatnikismus, Blackouts, Corona-Sekte, Fridays for Future, Frustration, Gegenkultur, Geschlechtsidentität, Great Reset, Holocaust, Identität, Leninisten, Liberale, Ressentiment, Rußland, Summerhill, Ungezogenheit, Verwirrung
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10. Juni 2021
Blogeinträge März-Mai 2016
- Warum sind die Republicans über Trump verwirrt?
- Das Ende des Zweiparteiensystems in Amerika
- Die Emotionelle Pest in der Politik
- Zum Verständnis des Trump-Phänomens
- Das Präsidentschafts-Rennen 2016
- Werden sie es jemals begreifen?
- Obama und Sanders: Alles beim Alten
Schlagwörter:Amerika, amerikanische Politik, antiautoritär, Barnie Sanders, Bernie Sanders, bi-polarer, Charakterstruktur, Demokratische Partei, Donald Trump, guten alte Zeit, Hillary Clinton, Kommunismus, Kommunisten, Konservative, Liberale, Linke, Linksradikale, Moral, Obama, Obama-Administration, phallisch-narzißtischer Charakter, Politik, Politiker, politisch korrekt, politische Korrektheit, politische Triebkraft, politisches Spektrum, Politologie, Präsidentschafts-Rennen, Republikanische Partei, Sanders, Sozialismus, Sozialisten, Sozialpsychologie, Trump, US-Verfassung, US-Wahlen, US-Wahlkampf, Vereinigte Staaten, Wahlkampf, Zweiparteiensystem
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11. Januar 2021
Schlagwörter:Amerika, amerikanische Gesellschaft, antiautoritär, autoritär, Bürgerkrieg, Congress, Demokratie, Demokratische Partei, Demonstrationen, Donald Trump, Emotionen, Erlöser, gesellschaftliche Lage, gesellschaftliche Probleme, Gesetze, Gesetzesbrecher, Gesetzeshüter, Gewalt, Ideologie, Kongreß, Linke, Nationalpromenade, Politik, politische Führer, Rechte, Republikanische Partei, Shakespeare, Sit-in, Trump, Trump-Anhänger, US-Präsident, Vereinigte Staaten von Amerika, Wahlbetrug, Washington DC, Zensur, Zweiparteiensystem
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26. Dezember 2020
Schlagwörter:antiautoritär, öffentliches Amt, gesellschaftlicher Niedergang, Gesellschaftsordnung, Josef Stalin, Politik, Politiker, politische Propaganda, Politologie, Regierungssysteme, Sozialpsychologie, Soziologie, Vorsitzender Mao
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