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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Christus bringt die Erlösung
26. August 2016Die Bioenergetik des Antiamerikanismus
7. Juni 2016Eine Kolumne von Henryk M. Broder hat mich zu Folgendem inspiriert.
Nach Nietzsche ist die Handlung „vollkommen leer an Wert: es kommt alles darauf an, wer sie tut“ (Der Wille zur Macht, A 292). Man denke nur an eine Vergewaltigung. Erschreckend spontan entweicht bei der Verurteilung von Vergewaltigern aus meinem Munde der Spruch: „Hoffentlich wird das Schwein im Gefängnis vergewaltigt!“ Oder man denke an die seit einem Säureanschlag erblindete und entstellte Iranerin, die ihrem Peiniger nach den Grundregeln der Scharia das gleiche antun will.
Ein KZ-Häftling hat mir erzählt, wie die Aufseher die Häftlinge fast verhungern ließen, um ihnen dann voll sadistischem Ergötzen verschimmelte Brotlaibe vor die Füße zu werfen. Jene, die sich nicht zurückhalten konnten und sie Bissen für Bissen in sich hineinschlangen, sind unter elendlichen Qualen verreckt.
Das Bild ändert sich unvermittelt, wenn man erfährt, daß mir diese Geschichte von einem deutschen Kriegsgefangenen, einem Reichsbahner, der Züge nach Auschwitz abgefertigt hat, erzählt wurde. Er war nach dem Krieg in ein polnisches Straflager geraten.
Wird ein blonder Deutscher von einer Gruppe „Südländer“ zusammengeschlagen und schließlich wie ein Schwein abgestochen, ist das kaum eine kleine Meldung im Lokalblatt wert. Wird umgekehrt ein Migrant von einer Gruppe blonder Bestien zusammengetreten, bis er tot ist, schaltet sich das Bundeskriminalamt ein.
Die Handlung ist vollkommen leer. Es kommt darauf an, wer sie tut!
Heute ist für weite Teile der Bevölkerung grundsätzlich alles abgrundtief böse, was Amerika (und auch Israel) tun. Leute, die bei der Ermordung von 3000 unbeteiligter Menschen im World Trade Center nur mit den Achseln zuckten, kriegen sich nicht wieder ein vor Empörung, gar Mitgefühl, wenn sie an den armen „unbewaffneten Familienvater Osama“ denken. Ein Scheusal wie Gaddafi mutiert unversehens zu einem Opfer von CIA-Machenschaften, während die gleichen Leute das Schicksal der seit Jahrzehnten in den Verliesen Gaddafis schmachtenden politischen Gefangenen nie interessiert hat. Das hätte anders ausgesehen, wäre Gaddafi eine „Marionette Amerikas“ gewesen! Dann wären die gleichen Gefangenen ein Cause célèbre gewesen, genauso wie sich diese „progressiven“ Kreise etwa für schwarze Polizistenmörder in den USA engagieren!
Das schlimmste dabei ist, daß sie es mit absolut selbstgewisser moralischer Inbrunst tun. Angeblich „aufgeklärte“ und „kritische“ Menschen benehmen sich wie religiöse Fanatiker, die vollkommen in ihrem Wahn verrannt sind.
Was macht wohlmeinende und hochintelligente Menschen zu derartigen moralischen Mikroben?
Nun, zunächst einmal sind auch Amerika und Israel „leer“. Was repräsentieren sie emotional? Schlicht und ergreifend das „Establishment“, „Gott“, letztendlich die Eltern. „Die Eltern sind immer schuld.“ Sie haben unser Leben versaut. Wenn nicht die realen Eltern, dann die Macher unserer Kultur: die „Kapitalisten“, die „Sklaventreiber“, die „Kolonialisten“, die „Ausbeuter“, „der weiße Mann“, das Christentum, letztendlich das Judentum. Amerika und Israel sind dafür nur Projektionsflächen.
Deshalb ist alles, was Amerika und Israel anpacken a priori böse und jede noch so grausame Aktion gegen sie (etwa „9/11“) hat eine gewisse Legitimation – ist letztendlich Gegenwehr, Verteidigung.
Alle gepanzerten Menschen in unserer Kultur sind in dieses neurotische Gespinst eingewoben. Der gesamte öffentliche Diskurs, so „wissenschaftlich“ er sich auch immer geben mag, ist nichts weiter als neurotisches Geplärr, das man nicht ernstnehmen darf. Handlungen sind prinzipiell leer und alles was gepanzerte Menschen über Handlungen sagen, hat nichts, aber auch rein gar nichts, mit den Handlungen und es hat alles mit der Charakterstruktur jener zu tun, die die Handlungen bewerten.
Was nun die Haltung zu Amerika (und auch zu Israel) betrifft gibt es, wie Elsworth F. Baker gezeigt hat, zwei Arten von Reaktionsweisen, die auf entsprechenden Charakterstrukturen beruhen (Der Mensch in der Falle, München 1982):
Beide Gruppen sind in gleicher Weise Opfer ihrer Eltern, bzw. der gesamten gepanzerten Kultur:
- Die einen, jene mit einer konservativen Charakterstruktur, bewältigen es, indem sie in einen Wettstreit „mit dem Vater“ treten. Sie versuchen es besser zu machen, „den Alten“ zu übertrumpfen. Deshalb identifizieren sie sich, egal wie stark die Konflikte auch immer waren, mit ihren Ursprüngen und bleiben entsprechend mit ihrem bioenergetischen Kern in Kontakt. Wenn sie antiamerikanische und antisemitische Anschauungen haben, wie etwa G.K. Chesterton, dann weil sie durch die „moderne Welt“ ihre „christlichen Wurzeln“ gefährdet sehen.
- Die anderen, die, in amerikanischer Ausdrucksweise, eine „liberale“, also linke, Charakterstruktur besitzen, reagieren auf die elterlichen (bzw. kulturellen) Zumutungen mit Rebellion. „Daddy the pig.“ Alles, aber auch wirklich alles, was „von oben“ kommt ist schlecht und böse. Die Linken sind in einem permanenten Aufbegehren gegen ihre Ursprünge gefangen und haben sich entsprechend vollständig von ihrem bioenergetischen Kern losgelöst. Sie haben, wie Reich es in Christusmord ausdrückt, im Gegensatz zu den Konservativen ihre Seele an den Teufel verkauft. Satan ist in die Gesichter der Antiamerikaner und „Antizionisten“ geschrieben.
Forschungsergebnisse bestätigen, daß langfristige politische Haltungen in unserem Körper verankert sind. Dabei schälen sich zwei unterschiedliche Gehirne heraus: das „rote Gehirn“ des Konservativen und das „blaue Gehirn“ des Progressiven. (In Amerika steht die Farbe Rot für die Republikaner, die Farbe Blau für die Demokraten.)
Das „rote Gehirn“ zeigt eine vermehrte Aktivierung der Mandelkerne, d.h. dem „Angstzentrum“, das bei Konservativen häufig ausgeprägter ist als bei Linken. Das „blaue Gehirn“ ist vor allem durch eine vermehrte Aktivierung des Gyrus cinguli anterior gekennzeichnet, bei dem es u.a. um die Verarbeitung sich widersprechender Informationen, also um „Kritikfähigkeit“ geht. Bei Linken ist dieser Hirnbereich oft stärker ausgeprägt.
Die Unterschiede entsprechen dem auf die Kreiselwelle zurückgehenden energetischen Orgonom (der bioenergetischen Grundlage des Liberalen) und dem pulsierenden orgonotischen System (der bioenergetischen Grundage des Konservativen):
Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.h.
30. April 20161. Zusammenfassung
2. Die Hauptgleichung
3. Reichs „Freudo-Marxismus“
4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik
5. Reichs Biophysik
6. Äther, Gott und Teufel
a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter
b. Spiritualität und die sensationelle Pest
c. Die Biologie zwischen links und rechts
d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur
e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“
f. Die gesellschaftlichen Tabus
g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus
h. Dreifaltigkeit
Zwei Welten: Buddhismus und Islam gegen die Orgonomie
10. Januar 2016Es verfolgt mich, wo immer ich hingehe. Auf der Straße, in den Massenmedien, aus den Verlautbarungen der Volkszertreter werde ich vom Islam bedrängt und kaum betrete ich jene Sphäre, die von den Gebildeten und Kulturbeflissenen geformt wird, ob Wohnung, „Psychopraxis“ oder Veranstaltungscenter, bin ich mit absurd hoher Wahrscheinlichkeit mit Buddhastatuen, Thangkas, gar Altären konfrontiert.
Oberflächlich betrachtet kann man sich kaum zwei gegensätzlichere Religionen und Lebensanschauungen vorstellen: hier der ultra-aggressive und stets dümmlich daherkommende Monotheismus des Islam, dort der sanfte, leise, höchsten intellektuellen Ansprüchen genügende Buddhismus, dem die (!) Götter ziemlich gleichgültig sind.
Von der Warte der Emotionen aus betrachtet, sind sie aber fast identisch:
- Da wäre zunächst die Rolle der „Mechanik“: In beiden Lebensphilosophien geht es darum sein Ich so weit wie möglich auszuschalten. Praktisch geschieht dies im sinnleeren Ritual, das man desto besser ausführt, je mechanischer man vorgeht.
- Beide Lebensauffassungen sind „antihumanistisch“: Nicht der Mensch steht im Mittelpunkt, sondern das „Numinose“. Was damit gemeint ist, wird an der bildenden Kunst am deutlichsten, die vom Sufismus bzw. dem Zen inspiriert ist. Im Mittelpunkt steht weder der Mensch, noch die Natur, wie sie das Innenleben des Menschen widerspiegelt, sondern sozusagen „der Raum an sich“, „die Leere“. Menschen, sogar Tiere und Pflanzen stören nur.
- Oberflächlich mag der dauerbeleidigte Moslem aus kaum mehr bestehen als Emotionen, doch das ist nur oberflächlich, denn tatsächlich dreht sich alles um Sensationen. Siehe zu diesem Komplex meine Ausführungen in Die Massenpsychologie des Buddhismus.
Diese drei Elemente verbinden Islam und Buddhismus und machen beide so überaus attraktiv für den westlichen Menschen. Man denke nur an die pseudointellektuellen Ergüsse der Strukturalisten, Poststrukturalisten, Dekonstruktivisten, blablabla, die immer auf das eine hinauslaufen: das Verschwinden des Individuums, des Ich, des Menschen.
Es ist, als wolle der Mensch die Falle verlassen, indem er schlichtweg leugnet, daß es ihn, den Menschen, und die Falle überhaupt gibt!
Der Hellenismus und das Christentum haben den Menschen und das Individuum in den Mittelpunkt gerückt. Jetzt, wo es darum geht ihn etwas näher unter die Lupe zu nehmen, tritt er in die Kulissen zurück und verweist auf die leerstehende Bühne, deren Mechanik und deren „Aura“.
Ein passenderes Bild: Reich betritt den Behandlungsraum – und der Patient läuft weg. Ich verweise zurück auf Warum wird die Orgonomie übergangen?: der heutige Mensch will nicht gesehen werden, nicht berührt werden. Deshalb sind Orgonomie und Islam/Buddhismus antagonistische Gegensätze.
Der Witz bei der ganzen Angelegenheit ist, daß sich ausgerechnet die Linke (in Gestalt der Grünen und ihrer Sympathisanten) auf die Seite des Antihumanismus geschlagen hat. Ich spreche von dem eingangs beschriebenen „buddhistischen“ Milieu. Es sind die Leute, die der systematischen Islamisierung das Wort reden. (Natürlich werden sie nach deren Erfolg am meisten zu leiden haben, ähnlich wie sie bei einem Sieg der Sowjetunion als erste an die Wand gestellt worden wären – trotzdem waren sie im Stalinistischen „Friedenslager“ aktiv.)
Die Gegenwahrheit ist natürlich, daß der Buddhismus und teilweise auch der Islam dafür stehen, daß der Abgrund, die schwarze Leere, das Nichts, ebenfalls ein Aspekt der kosmischen Orgonenergie sind. Das Christentum ist auf den Menschen und „das Licht“ zentriert; auf das, was in der indischen Philosophie „Atman“ heißt, während Buddhismus und Islam „Anatman“ sind: das Aufgehen von „Ich“ und „Licht“ in der „Leere“.
Orgonometrie (Teil 1): Kapitel VII.4.f.
1. September 2015VII. Die Lebensenergie (Orgon) in der Schulphysik
1. Die mathematischen Grundlagen der Schulphysik
a. Algebra
b. Differenzieren
c. Integrieren
d. Vektoren
2. Körper in Bewegung
a. Masse
b. Jenseits der Masse
c. Himmelsmechanik
d. Die Kreiselwelle
e. Kosmische Überlagerung
3. Der Orgonenergie-Akkumulator
a. Die Kreiselwelle (Schwingungen und Wellen)
b. Wellen im Orgonenergie-Medium
c. Von der Thermodynamik zum Orgonenergie-Akkumulator
d. Von der Elektrostatik zum Orgonenergie-Akkumulator
e. Elektrotechnik
f. Orgontechnik
4. Kosmogonie
a. Gravitation im Funktionsbereich „Bewegung“
b. Gravitation im Funktionsbereich „Erstrahlung“
c. Quantenmechanik
d. Spezielle Relativitätstheorie
e. Allgemeine Relativitätstheorie
f. Funktionalismus
Orgonomie und Buddhismus (Teil 1)
26. Juli 2015Die Begierde ist das Wesen des Menschen selbst, nämlich das Streben, kraft dessen der Mensch in seinem Sein beharren will.
Spinoza
Es ist so angenehm, sich selber zu verneinen, es ist eine Wollust zu entsagen! Es ist die höchste Wollust!
Comte
Das folgende ist gefährlich. Oder wie mir vor vielen Jahren ein besorgter Freund sagte: Ich solle auf keinen Fall die Anhänger des tibetischen Buddhismus unterschätzen. Sie seien fanatisch und mit ihnen sei nicht zu spaßen. Wie alle faschistischen Systeme beruht er auf der Aufgabe des eigenen Ich, letztendlich auf der Verneinung des Lebens selbst. Die Gläubigen machen sich zu Werkzeugen „höherer“ Mächte.
In der Orgonomie ist Lust die fundamentale Emotion schlechthin. Für das Christentum ist die tiefste Realität der Welt ebenfalls die Lust – des Schöpfergottes und der Seelen, die er erschaffen hat. Das Grundgefühl des Buddhismus ist die Unlust. Anders als der christliche Glaube will der Buddhismus zur totalen Ernüchterung und Objektivität führen, worin er dem öden mechanistischen Weltbild sehr nahe kommt, das sich aus dem christlichen ähnlich entwickelt hat, wie das buddhistische aus dem brahmanischen.
Während das Christentum, das ganz auf dem Affekt der liebenden Hingabe an Gott beruht, den Intellekt zugunsten der Emotionen abtötet (1 Kor 1,17-25), appelliert der Buddhismus, der jeder Leidenschaft abhold ist und alle Emotionen abtötet, an den Intellekt. Jeder fortgeschrittene Buddhist wird sagen, daß alle Wahrheit nur relativ sei, z.B. es vom Gesichtspunkt der Erleuchtung aus weder Erleuchtung noch den Ozean des Leidens gäbe. Dergestalt ist der „Edle Mittlere Pfad“, d.i. der Buddhismus, der sich jeder Festlegung entzieht, wie ein glitschiges Stück Seife unwiderlegbar. Es ist genauso sinnlos sich mit einem Buddhisten auseinanderzusetzen, wie es unsinnig ist mit einem Linksintellektuellen über die soziale Wirklichkeit zu diskutieren.
Dialektische Verrenkung gab es bereits bei den indischen Skeptizisten, Zynikern und Sophisten aus Buddhas Zeit, die verkündeten, daß es keine Wahrheit und keine Lüge, keine mystische Hinterwelt und keine mystische Erlösung gäbe und man sich einfach seines Lebens freuen sollte, ohne sich ein Gewissen zu machen! Wäre Indien diesen die mystische Hinterwelt zertrümmernden Aufklärern und nicht den angeblich „Erleuchteten“ gefolgt, hätte es die welthistorische Rolle Europas spielen können. Stattdessen ist Indien für immer seines Lebensfeuers beraubt worden – und diese kanzeröse Pest greift nun, nachdem es die übrigen asiatischen Völker emotional vergiftet hat, nach Westen.
Der Buddhist erkennt, daß letztendlich für ihn und allem, was er liebt, das Leben nur Leid und Tod bedeutet. Dieser Realismus verleiht dem Buddhismus Größe, die noch dadurch unterstützt wird, daß der Buddhist durch diese (nicht etwa trotz dieser) Erkenntnis eine bemerkenswerte Seelenklarheit, Ruhe und Heiterkeit gewinnt, die dem islamischen kismet und inshallah entspricht und sich gleichzeitig radikal von ihm abhebt: Warum sich aufregen, wenn sowieso alles den Bach runtergeht? Warum die Seelengelassenheit durch sinnlose Emotionen gefährden? Warum sich emotional an etwas Vergängliches binden und sich dadurch verletzlich machen?
Dementsprechend kommt die buddhistische Heiterkeit nicht aus der (Mit-) Freude am Leben, sondern ganz im Gegenteil aus der Distanz aufgrund der Unterdrückung aller Lebenstriebe und der Kontrolle aller Sinne. Die Kultiviertheit und Distanziertheit des buddhistischen Asiaten ist das exakte Gegenteil der Genitalität, wie sie sich in der „ungehobelten Primitivität“ der Urvölker zeigt; bei den genitalen Trobriandern oder Murias oder Eskimos – und die die Orgonomie wieder freilegen will. (Siehe dazu Eine andere Gesellschaft ist möglich. LEBEN ist möglich!)
Soweit ist der Buddhismus nur neurotisch; über bloßen Stoizismus hinausgehend und wirklich pestilent wird er dadurch, daß er die richtige Einsicht von der Prozeßhaftigkeit der Welt in ihr Gegenteil verkehrt und statt Hingabe an das Leben zu predigen, das vergängliche Leben für wertlos erklärt und das Verlöschen des Lebensfeuers predigt. Er verewigt unsere Existenz in der Falle, indem er auf illusorische Ausgänge verweist. Dabei ist das Nonplusultra an Pestilenz, daß der buddhistische Ausgang gewissermaßen eine echte Alternative ist, so wie der Tod eine echte Alternative zum Leben ist. Dies macht den Buddhismus zum eigentlichen Gegenspieler der Orgonomie.
Seinem Selbstverständnis nach ist der Buddhismus mehr als bloße Religion und sogar mehr als spekulative Naturphilosophie, nämlich ein auf meditativen Erfahrungstatsachen beruhender und deshalb überprüfbarer Weg. Er führt zur Erfahrung des unbedingten „Nirwana“, der unbedingten „Leere“ und des unbedingten „Buddha-Bewußtseins“ jenseits aller schemenhaften Bedingtheit. Dieses „Ungeborene, Ungewordene, Ungemachte, Ungeschaffene“ ist konkret und pragmatisch betrachtet einfach die Losgelöstheit von allen Triebenergien, d.h. sie bedeutet die Negation der Orgonenergie.
Die anderen im Gegensatz zum Buddhismus naturphilosophisch orientierten Systeme Indiens hatten wenigstens ihre positiven Substanzen als Erinnerung an das handfeste Leben, während der Buddhismus nur die abstrakte Negation des „leer von allem Bestimmbaren“ kennt. Diese „metaphysische“ Verödung ist identisch mit einer emotionalen Verödung. Es gibt für den Buddhismus keine Selbststeuerung, sondern nur das „selbstlose“ ethische Gesetz des Kosmos (dharma), das identisch mit dem Absoluten ist (die Leere, sunyata).
Die „Erfahrungswissenschaft“ Buddhismus, die sich nicht auf die empirische Untersuchung der äußeren, sondern die meditative der inneren Natur stützt, beruht auf einer speziellen Form der okularen Panzerung, die ich in Die Massenpsychologie des Buddhismus beschreibe. Der Buddhist bleibt buchstäblich innerhalb der Augenpanzerung „sitzen“ und redet dann von Transzendenz und Befreiung.
Hier kann der Buddhist mit recht einwenden, daß es im Buddhismus keine Selbstbespiegelung gibt, da er jede Form von substantieller „Selbstheit“ leugnet und deshalb keine absolute Geist-Monade kennt. Das Problem ist nur, daß die Achtsamkeit, mit der jedes illusorische „Ich“ zersetzt wird, auf einem Bewußtsein beruht, das schließlich doch zum „wahren Ich“ erhoben wird. Auch das erläutere ich eingehend in Die Massenpsychologie des Buddhismus.
Ohnehin gibt es in der Spiegelwelt des vereinzelten Autisten gar kein Ich, da sich ein solches nur in der Gesellschaft mit anderen „Ichen“ ausbildet. Als Nicht-Ich ist er die ganze Welt und gleichzeitig radikal abgetrennt von der Welt. Außerdem gibt es in Asien von vornherein gar kein „Ich“ und keine persönliche Verantwortung, sondern nur das Gruppen-Ich der Familie, der Sekte, des Stammes oder der Nation und die altruistische Führer-Persönlichkeit: das buddhistische Bodhisattva-Ideal.
Der Buddhismus ist der anti-lebendige Nihilismus schlechthin, der uns die Verworfenheit und Substanzlosigkeit des Daseins predigt, wo es doch nur darum gehen kann, das Leben zu leben. Nur in der vorbehaltlosen, emotionalen Bindung an das empirische Dasein und dergestalt das Einssein mit den energetischen Funktionen sind wir in der „Ewigkeit“. Der Schlüssel zur Überwindung des Todes liegt einzig und allein in der Genitalität, denn nur die orgastisch potenten Einzeller sind unsterblich. Der nekrophile Buddhismus wirft dieses unser höchstes Gut in den Dreck. Er ähnelt darin der mechanistischen Wissenschaft.
Für die Orgonomie ist Zellteilung Ausdruck der heilenden Funktion des Orgasmus, während sie für die moderne Humanbiologie in erster Linie Alterung und Tod bedeutet, da die Erbinformation immer schlechter kopiert wird, so daß das Leben langsam entartet, d.h. altert. Desgleichen bedeutet auch für den mechano-mystischen Buddhismus das Leben nur Zerfall und Leid. Letztes Ziel sowohl der modernen Medizin wie des Buddhismus ist es, die zyklische Pulsation, die der Buddhismus als ewige leidvolle Wiedergeburt mystifiziert, zu beenden. Die Orgonomie jedoch will sie hervorrufen, verstärken und bewahren.
Europäisch ist das Ideal „des übermütigsten lebendigsten und weltbejahensten Wesens“ das „unersättlich da capo rufend“ das Auf und Ab des Lebens will – in alle Ewigkeit (Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse, Kritische Studienausgabe, Bd. 5, S. 75). Dem kosmischen Menschen bedeutet die buddhistische Diagnose des Kreises des Weltentreibens als leidvoll nichts, denn er steht, so Nietzsche,
mit einem freudigen und vertrauenden Fatalismus mitten im All, im Glauben, (…) daß im Ganzen sich alles erlöst und bejaht – er verneint nicht mehr… Aber ein solcher Glaube ist der höchste aller möglichen Glauben: ich habe ihn auf den Namen des Dionysos getauft (Götzendämmerung, Kritische Studienausgabe, Bd. 6, S. 152)
– dem im Buddhismus Buddhas Versucher und Gegenspieler „Mara“ entspricht.
Der anti-dionysische Buddhismus ist eine sehr gute, aber auch oberflächliche psychologische Diät und Hygiene, bei der es um die Ruhigstellung des Körpers und seiner Begierden durch die Zügelung des Geistes geht. Einsicht in die Zwecklosigkeit des Lebens soll die Energiequelle abdrehen und so zur Heilung führen. Es ist das Gegenteil der sexualökonomischen Hygiene, bei der es um Ruhe des Geistes durch eine geregelte Abfuhr der gestauten Energie geht.
Und was ist mit dem „fortgeschrittenen Buddhismus“, dem tantrischen Buddhismus? Er versucht nicht die Triebenergie zu drosseln und er arbeitet mit „dionysischen“ Emotionen, da er sie nutzen will. Er will, indem er durch sie hindurchgeht, die Sexualität um so besser sublimieren und überwinden, ganz ähnlich wie es die Psychoanalyse versucht.
Ohnehin erinnert der Buddhismus in seiner ganzen Lebensfeindlichkeit stark an die Freudsche Psychoanalyse: die Triebe, die einst von einem schwachen Ich pathogen verdrängt werden mußten, werden nun von einem starken Ich bewußt verurteilt und so „Begierde in Weisheit“ verwandelt. Nicht mehr Gefühlsregungen und Gedanken beherrschen einen, sondern man wird zu ihrem Herrn. Die Triebe werden unters Joch gespannt.
Das Zwangskorsett eines moralischen antisexuellen Dharma, dem sich das Schicksal (karma) von Mutter Natur und ihrer Kinder einpassen muß, ist Buddhas („der Erwachte“) Rache, sein ultimativer männlicher Wille zur Macht: „ich gehe zwar ins Nirwana ein, aber nun wird meine Lehre herrschen“. Seine Lehre ist die kriegerische Tugend des „rechten Strebens“, d.h. stets „wach“ zu sein und die „Sinnestore“ und das Gemüt zu bewachen. Man soll durch die Selbstdisziplin der Wachsamkeit und die Zügelung der Affekte die Sinneseindrücke vernunftgemäß objektiv bewerten und kontrollieren, so daß es zu keiner „selbstischen“ gefühlsmäßigen Objektbindung kommt. Um den Kreislauf von Geburt und Tod zu beenden, muß man den bösen „Willen“, der zukünftige Leben erzeugt, durch einen frühzeitigen emotionalen Tod zum verschwinden bringen. Alle unschuldigen Lebenstriebe werden vermoralisiert und dem Leben die Unschuld genommen. Das Lebendige wird schon an seinen Wurzeln verteufelt, während das Christentum nur die Früchte für böse erklärt.
Dies geht mit einem abgrundtiefen Frauenhaß einher. Oder wie Robert hier geschrieben hat:
Als ich in den achtziger Jahren voll froher Erwartung zum ersten Mal das Buddhistische Haus in Berlin-Frohnau besuchte und dort auch die hervorragende Bibliothek erblickte, erwartete ich voller Erregung tiefste menschliche Geheimnisse vorzufinden. Ich schlug einige alte buddhistische Schriften in schweren Ledereinbänden auf. Wie groß war meine Enttäuschung, als in den Texten nichts anderes als Frauenablehnung zu lesen war. Ihr Geruch war widerwärtig, ihr Aussehen, ihr Einfluß und dann ihre menstruellen Ausscheidungen. Voll Enttäuschung verließ ich diese Pilgerstätte, irritiert und mich fragend, warum man sowas nie sonst über den Buddhismus zu lesen bekam.
Entsprechend hielten sich die buddhistischen Mönche mit einer selbst die missionierenden Jesuiten erschreckenden Selbstverständlichkeit an kleine Jungs, die Novizen.
In einem populären tibetischen Mahayana-Text lesen wir über die buddhistische Eva:
Die Frauen sind die Ursache der drei Verderbnisse (also Gier, Haß und Verblendung, PN). Der Umgang mit Frauen kann dem Mann nur schaden. Die Frauen sind ein Unglück für die Männer in dieser und in der anderen Welt. Wer sich nach Frauen sehnt, findet keinen Frieden, wer sich nach Frauen sehnt, sollte sie fliehen (…) Die Frauen sind so sicher die Ursache der Sünden, wie die Buddhas nicht von ihnen geboren werden (…) Diese Welt wird noch an den Frauen zugrundegehen.
Dieser buddhistische Ungeist hat über die buddhistisch-persisch-christliche Mischreligion des Manichäismus, durch die Augustinus entscheidend geprägt wurde, auch auf Europa gewirkt und von dort aus die ganze Welt vergiftet.
Für den Buddhismus gibt es nur leidenschaffende Emotionen, da alles Leiden aus der Verfolgung egoistischer Glücksziele hervorgeht und das Ich nichts anderes als die Abfolge von Gefühlsregungen ist. Anhaften an der Ich-Haftigkeit (Selbstzentriertheit, der energetische Kern) bedeutet Unwissenheit, Ignoranz und Verblendung. Aus dieser Grundlage der Emotionen entwickelt sich einerseits zu sich heranziehende Gier, Leidenschaft und Verlangen (Kontraktion) und andererseits von sich abstoßender Haß, Aggression und Ärger (Expansion) und in Folge alle weiteren weibischen Emotionen (z.B. Stolz, Eifersucht und Geiz). Diese Begierden zu tilgen, ist also gleichbedeutend mit der Tilgung des Ich und umgekehrt.
Beim Zen sieht man die Auslöschung der Emotionen am eindeutigsten. Mit Gewalt im Lotussitz sitzen (zazen), d.h. „leere Nabelschau“, ohne eigentliche Meditation über ein Objekt, bis die existentielle Erfahrung kommt, daß alles vergänglich, leer und nichtig ist und einen deshalb das Leid nicht berühren, nicht mehr anrühren kann. Dieses emotionale Erstarren führt uns zum eigentlichen Kern des Buddhismus. Der Buddhismus ist die Apotheose des von Reich in Christusmord beschriebenen „Sitzens“. Es gibt die unterschiedlichsten Formen des Buddhismus, dem unser christlicher Dogmatismus fremd ist, aber dieser abgestorbene Kern bleibt.
Dieser gefühllose Zustand des Sitzens erinnert sehr an die „heitere“ emotionale Flachheit von Krebspatienten (Krebs ist die „Berufskrankheit“ der Yogis und Zen-Meister). Der Funken des Lebens erlischt, was, wie gesagt, eine Alternative zur geregelten Sexualökonomie ist. Der Buddhismus sucht immer den mittleren Weg und den Kompromiß und ist damit funktionell identisch mit charakterologischer Resignation. Übermütige Freude und tiefste Traurigkeit sind dem buddhistischen Bewußtsein vollkommen fremd, der die beständige Gleichmut der Begierdelosigkeit erstrebt. Alles ist auf Ruhe, Unbewegtheit und Leere ausgerichtet; jede störende Emotion wird mit mildem Humor zugedeckt. Um das seelische Gleichgewicht nicht zu stören, scheut sich der Buddhismus um die konfliktträchtige Aufarbeitung der Vergangenheit, in der wilde Triebe schlummern, die besser unterdrückt bleiben. Nur nicht dran rühren! Dies erklärt, warum es in Ländern wie Japan keine „Vergangenheitsbewältigung“ gibt.
Die buddhistische Lehre spiegelt historisch-energetisch den Ort ihres Ursprungs an der damaligen südlichen Front Saharasias wider: den allgemeinen vom DOR verursachten Zerfall des ökologischen, ökonomischen und sozialen Umfeldes. In diesem Tumult brachte der Buddhismus emotionale Ruhe und später hat er in den zerrissenen Kulturen Saharasias nur überlebt, weil er die effizienteste Art und Weise ist, die Emotionen abzutöten. Zweifellos wirkt dies im Kleinen auch heute noch sehr befreiend auf den gestreßten Amerikaner und Mitteleuropäer, genauso wie es auf Asien wirkte, das für Reich das Abbild einer kranken, sitzenden Gesellschaft war.
So verkörpert der „harmlose, sanfte“ Buddhismus eine allgemeine Krebsschrumpfungs-Biopathie ähnlich wie der „harmlose, sanfte“ Liberalismus, der zu gesellschaftlichem Verfall und Kommunismus führt. Die Nähe des pestilenten Buddhismus zum Kommunismus zeigt sich schon daran, daß es um das Verschwinden der eigenen Persönlichkeit (der Ich-Haftigkeit), um die Befolgung des moralischen Gesetzes und die restlose Einordnung in die Gemeinschaft (sangha) geht.
Der Buddhismus beruht auf der Annahme, daß es keine natürliche Moralität gibt, sondern allem Lebendigen die buddhistische Frohe Botschaft gepredigt werden muß, daß man seinen Emotionen (also Haß und Gier) nicht trauen darf und sie überwinden muß. Er blickt über die gegenwärtigen Freuden hinaus, sieht das zukünftige Leid und rät zu Zurückhaltung, Beherrschung und Lebensklugheit als die einzige Möglichkeit diesem antizipierten Leid zu entgehen. In seiner „sozialen“ Form, dem Mahayana, geht es dabei nicht nur um die Nichtung des Einzelnen, sondern um die Ver-Nichtung allen Seins. Der Sieg des Buddhismus wäre das Ende des Lebens auf diesem Planeten, denn die Erlösung vom Leben ist sein ausgesprochenes Ziel und in seiner europäisierten perversen Schopenhauerschen Form spricht er sich sogar ganz offen für die atomare Auslöschung der Menschheit als größtem Liebes- und Mitleidsdienst überhaupt aus.
Der Buddhismus sieht im Leben einen wilden Fluß, auf den man sich besser nicht einläßt, um ihn schnell und gefahrlos zu überqueren. Dazu gibt es als älteste Fähre den Theravada-Buddhismus („Lehre der älteren Jünger“), bei dem es um die Überwindung des emotionalen Anhaftens geht, das uns vormacht, es gäbe in dieser Welt Bestand. In Wirklichkeit gibt es aber nur flüchtige Daseinsfaktoren, die in der abhängigen Entstehung des Kausalnexus einander hervorrufen und deren Entstehung praktisch mit ihrem Untergang zusammenfällt. Es gilt die Unbeständigkeit der Welt und des eigenen Selbst zu erkennen, so daß sich die Vorstellung des substanzhaften Abgetrenntseins von der Welt und anderen Menschen als Illusion erweist und damit auch jeder Egoismus. Ist aber das egoistische Anhaften überwunden, findet das Lebensfeuer kein Brennmaterial mehr, so daß es erlischt und der Buddhist ins friedvolle Nichts eingeht.
Buddhismus beruht auf der Illusion des „Todestriebes“, nämlich darauf, daß es so etwas wie eine autonome „Selbstaufhebung“ oder „Selbstauslöschung“ (nairatmya) ins Nirwana, ins Nichtsein gäbe. Den Freudschen Todestrieb widerlegte Reich damit, daß es eben keine Selbst-Auslöschung gibt. In der Natur gibt es keinen Energieimpuls, der sich gegen sich selbst richtet. Erst im Menschen kommt es unter dem Einfluß einer lebensfeindlichen Gesellschaft dazu, daß sich der ursprüngliche Impuls aufspaltet, sich selber blockiert und zu vernichten trachtet (Orgonomic Functionalism, Vol. 3, S. 86-91).
Wir nehmen die lebensfeindliche Gesellschaft in uns auf und jeder „Selbstmord“ der begangen wird, ist in Wirklichkeit Mord innerhalb unseres derartig von fremden Mächten okkupierten Ichs. So ist die buddhistische „Selbstauslöschung“ die Apotheose der Neurose, die aus dem Konflikt zwischen Innenwelt und Außenwelt hervorgeht. Im Buddhismus siegt die patriarchale Außenwelt, indem das zum Erwachsenen „erwachte“ Kind alle Lebenstriebe und damit „sich selbst“ tötet.
Der Buddhist wird einwenden, daß es eine schon von Buddha bekämpfte einseitige Interpretation sei, das Nirwana nur als Negativum zu betrachten. Aber jedes mit dem Nirwana verbundene positive Attribut macht den Buddhismus zum Ausdruck der größten denkbaren egoistischen Verblendung: dem finalen Lustgewinn außerhalb des Welttreibens losgelöst von allen anderen Menschen.
Und selbst dort, wo der Buddhist sozial auf das Nirwana verzichtet (das zentrale Moment der „Großen Fähre“, dem Mahayana), sucht er innerhalb des trostlosen Welttreibens als Trost das „Glück im Mitleiden“. Wie Nietzsche in seinem gleichnamigen Aphorismus schreibt:
Mitleiden wird das Gegenmittel gegen den Selbstmord, als eine Empfindung, welche Lust enthält und Überlegenheit in kleinen Dosen zu kosten gibt: es zieht von uns ab, macht das Herz voll, verscheucht die Furcht und die Erstarrung, regt zu Worten, Klagen und Handlungen an, – es ist verhältnismäßig ein Glück, gemessen am Elend der Erkenntnis, welche das Individuum von allen Seiten in die Enge und Dunkelheit treibt und ihm den Atem nimmt. (Morgenröte, Kritische Studienausgabe, Bd. 3, S. 129)
So ist das Mitleid des Mahayana-Buddhisten in Wirklichkeit das Mit-Leiden seines Opfers. Mit dem Ego, von dem sich der Buddhist befreit, belastet er seine Mitmenschen, er läßt „seinen Dämonen in die Nächsten fahren“, wie Nietzsche im gleichnamigen Aphorismus (Morgenröte, Kritische Studienausgabe, Bd. 3, S. 299) schreibt: „mögen diese Anderen zusehen, daß sie nicht schlimm dabei fahren, so wohl er ihnen anscheinend auch will!“
Das kalte, unbeteiligte „Mitleid“ des selbstlosen Buddhisten ist unparteiische „Freundlichkeit“, die, damit nicht doch noch eine gefühlsmäßige Beziehung aufkommt, von der Weisheit des „Über-der-illusorischen-Zweiheit-stehens“ gezügelt wird. Was man hier nicht findet, ist das europäische Verständnis von „selbsthafter“ und „parteiischer“ Liebe und persönlicher Hinwendung, mit seiner ganzen Spannweite vom platonischen Eros bis zur sexuellen Anziehung. Erst recht gibt es im Buddhismus keinen Platz für die orgonomische Definition der Liebe: die Erregung des Genitals, die bei einem passenden gegengeschlechtlichen Gegenüber zur genitalen Überlagerung führt. Daraus leitet sich alle wirkliche, d.h. emotionale Hinwendung zum Nächsten her. Das, was die Buddhisten als emotionale „Liebe“ anführen, ist der tantrische Brand, der die Ichheit verzerrt. (Über Liebe siehe meinen Blogeintrag Liebe, Arbeit und Wissen: Zwei Arten von Liebe.)
Wirkliches Mitleid ist das ichhafte geschwisterliche Einfühlen in einen anderen Menschen, sonst ist es gemein, hinterhältig, verlogen und grausam: das Erbarmen des Mächtigen gegen den Schwachen; des „Erwachten“ gegenüber dem noch im Nicht-Wissen verstrickten; dessen, der alle Komplexe in sich verarbeitet hat und klar wie Kristall ist, gegenüber dem neurotisch leidenden und betrübten; des Mitleidvollen gegenüber dem Mitleidlosen; des Asexuellen gegenüber dem Sexuellen. Im Mitleiden liegt immer Grausamkeit gegenüber dem Bemitleideten, denn wer wird schon gerne bemitleidet und so unter einen Mächtigeren gestellt. Lieber werden wir von den Ohnmächtigen gehaßt – die wir dann bemitleiden können.
Das buddhistische Mitleid entspricht so einer typischen saharasischen Klassengesellschaft (Buddha stammt ja aus der Fürstenschicht): der vornehme Gepanzerte, der an der Spitze der Welt steht und voll Geringschätzung auf die Parias und das Gewürm hinabsieht, die sich ganz unten krümmen und winden. Man denke an die selbstherrliche Attitüde des Bodhisattvas („erwachtes Wesen“), der im Vajrayana (der dritten Fähre, die den Kern des „Lamaismus“ ausmacht) alle Insignien eines Priesterkönigs trägt.
Bioenergetisch gesehen ist falsches Mitleid nichts anderes als Verachtung: die Energie fließt zum Kopf hin („Überlegen“). Der Unterschied ist nur, daß sich die Energie im Mitleid entlädt, während sie sich in der Verachtung staut. Ohne Mitleid würde der Buddhist platzen. Mitleid ist das Notventil, der tantrische Sex der Buddhisten, der das leidvolle Principii individuationis aufsprengt. Der Buddhist wird einwenden, daß nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein kann, denn das buddhistische Mitleid würde ja auf dem Nicht-Ich basieren. Das buddhistische Mitleid ist also nicht nur Sex, sondern seelenloser Sex! Der Mahayana-Buddhist wird einwenden, es ginge doch um vollständige Hingabe an und altruistische Aufopferung für den Mitmenschen. Es ist nicht nur Sex, es ist sadomasochistischer Sex!
Im Theravada ist der Mensch ein kern- und substanzloses Konglomerat von disparaten Einzelteilen. Wird so das Mitleid nicht vom Theravada ad absurdum geführt? Wie kann es ohne Ich ein Du geben? Wie kann es Menschlichkeit ohne Menschen geben? Wie Verbindung in einer verbindungslosen Welt? Zwar richtet das Mahayana sein Augenmerk weniger auf die vergänglichen Daseinsfaktoren und mehr auf die Un-Bedingtheit der ganzheitlichen Leere hinter ihnen, doch mit dem „Leersein von Abgetrenntheit“ gibt es keine Spannung und keine Überlagerung mehr, keine Potentialunterschiede. Alles endet in einem amorphen prägenitalen Brei ohne echte Gefühle. Diese Leere kann man mit dem Nirwana gleichsetzen: dem Nichtsein von Gier, Haß und Ich-Haftigkeit. Das ist aber das kastrierte Orgon: die nichtpulsierende Orgonenergie, die Leere in gefühllosen Genitalien. Der tantrische Buddhist wird einwenden, daß es sich bei der Leere um die dynamische, unendliche Potentialität des kosmogonischen absoluten Bewußtseins handelt: ein Weltbild, geformt aus der „idealistischen“ okularen Abpanzerung heraus.
In der erstarrten Welt des Buddhismus gibt es keine Entwicklung von unten nach oben. Dem Buddhismus fehlt der dreidimensionale Tiefenblick, der der Entfaltung der Funktionen entspricht. Der Buddhismus kennt keinen Übergang vom primordialen zum materiellen Bereich, sondern nur die pluralistischen Daseinsfaktoren, die sich nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung ohne einen zugrundeliegenden dritten Faktor substanzlos nacheinander herziehen. Und was die einheitliche „Leere“ hinter den pluralistischen Daseinsfaktoren betrifft, ist es in Übereinstimmung mit dem nichttheistischen Zentraldogma des Buddhismus kein positiver Urgrund, sondern nur negative Unfaßlichkeit.
Das Buddha-Bewußtsein schließlich hat immerhin wie angedeutet einen kosmogonischen Aspekt, doch der beinhaltet, daß „alles nur ein Traum ist“ (maya), platt, ohne Tiefe und Perspektive. Hier gibt es keine Entwicklung vom Vegetativen zum Geistigen, sondern unser Körper ist das Produkt unserer Eltern, während unser Bewußtsein sich aus vorgeburtlichen Existenzen herleitet. Dies entspricht in etwa dem von Reich bekämpften Omnis cellula ex cellula. Während die Orgonomie ungelerntes Verhalten, wie das sofortige Saugen an der Brust, funktionell erklärt, führt es der Buddhismus auf Wissen aus früheren Leben zurück.
Die antiautoritäre Gesellschaft und die islamische Revolution
9. Juni 2013Schaut man sich Photographien aus Ägypten und dem Iran von Anfang des letzten Jahrhunderts bis Anfang der 1970er Jahre an, vermeint man, sie wären in Italien oder Südfrankreich gemacht worden. Die Frauen tragen ihr Haar offen, geben sichtlich ein Vermögen beim Friseur aus, sind westlich körperbetont gekleidet und die Männer sehen wie Latin Lovers aus. Der Islam spielte eine Rolle, wie heute das Christentum in Europa: man ist stolz auf die alten Bauwerke und benutzt die organisierte Religion als Dienstleistungsunternehmen für Hochzeiten und Todesfälle. Es herrschte eine Art Volksislam ohne großartigen Bezug auf die heiligen Schriften. Was als gut und gerecht empfunden wurde, war halt „islamisch“. Strenggläubige, die den Koran und die Hadithe studierten, wurden toleriert, teilweise bewundert, aber sie spielten keine Rolle im gesellschaftlichen Leben. Das hat sich alles drastisch geändert. Eine Beschreibung erübrigt sich.
Um diesen Umschwung zu verstehen, muß man wissen, daß sich beim Islam alles um Macht und Prestige dreht. Man betrachte nur das Hauptargument jener, die einen zum Islam bringen wollen: seine pure Masse und sein schnelles Wachstum wären Beweis seiner Wahrheit. Im islamischen Kulturkreis wird nur eine Sache wirklich respektiert: Macht und Prestige. Als der Westen alle anderen Kulturen beherrschte und auch selbst fest davon überzeugt war, allen anderen Kulturen, insbesondere aber der islamischen, haushoch überlegen zu sein, paßte sich die moslemische Welt dem stärkeren an. Man folgt der Autorität! Und es war noch nie ehrenrührig, sich dem hoffnungslos Überlegenen zu unterwerfen. Das erklärt auch, warum Amerika unter Bush in der arabischen Welt beliebter war als unter Obama.
Leider verlor der Westen seit Anfang der 1960er Jahre zunehmend an Autorität, als er, verantwortungslosen Pseudointellektuellen a la Sartre folgend, zunehmend seine eigenen Grundlagen und Werte in Frage stellte. Plötzlich galten alle anderen Kulturen als moralisch überlegen, insbesondere aber der Islam, der einst in Spanien eine Art westliches Shangri-La aufgebaut hätte, daß dann von den europäischen Barbaren zerstört wurde. – Die islamische Welt stand vor der Frage, wie man sich einer Autorität unterwerfen kann, die sich selbst „hinterfrägt“ und sich auf masochistische Weise danach sehnt „bereichert“ zu werden? Es ist unehrenhaft sich solcher ekelerregenden Schwäche, d.h. dem Westen weiter zu unterwerfen!
Noch entscheidender war, daß die mohammedanischen Menschen sich zwar oberflächlich dem Westen angepaßt hatten, aber in ihrer Charakterstruktur überwiegend konservativ bis extrem konservativ blieben. Entsprechend konnten sie dem Westen nur bis zu einem bestimmten Punkt folgen. Der Bruch kam mit den plakativen Exzessen der antiautoritären Gesellschaft, auf die die Moslems nur mit Horror und schließlich abgrundtiefer (und vollkommen berechtigter!) Verachtung reagieren konnten.
Man nehme nur Bengasi: Am „11. September“ wird eine amerikanische Vertretung von islamischen Terroristen überfallen und vier Amerikaner erst gefoltert und dann ermordet. Wie reagiert Amerika? Der sakrosankte erste Zusatz der Verfassung, d.h. die Meinungsfreiheit, wird infrage gestellt! Pornographie wird als heiliges Gut geschützt (Meinungsfreiheit!), aber Religionskritik kriminalisiert. Eine „Zivilisation“, vor der man nur ausspucken kann!
Wenn der Westen überleben will, sollte er weniger auf Osama bin Laden und seine Nacheiferer blicken, sondern vielmehr der kulturellen Dekadenz und der „neuen Linken“ in all ihren Schattierungen kompromißlos entgegentreten. Das linke Gesindel an den „humanistischen“ Fakultäten der Universitäten, in der Journaille und nicht zuletzt in der Politik, insbesondere bei den Grünen, ist unser Todfeind, nicht der türkische Gemüsehändler an der Ecke. Der steht mir im Zweifelsfall Lichtjahre näher als das anorektische Genderneutrum mit Nasenring und einer modischen Pudelmütze.
Das Problem fängt schon an der Schule an, wenn Erkin, Mahmud und Mohammed, die aus streng patriarchalisch geprägten Familien kommen, auf fast durchweg „rot-grüne“ „wissenschaftlich“ ausgebildete Lehrerinnen und deren groteske gendergemainstreamte Brut treffen. Lernen ist unter diesen emotionalen Bedingungen für die Kinder unserer „Mitbürger“ ausgeschlossen und die Rebellion vorprogrammiert, zumal ihre Zukunft verbaut ist. Man kann den gesamten Haushalt der Länder ins Schulsystem pumpen – und das Problem wird sich verschlimmern!
Es wirkt widersprüchlich, daß ausgerechnet der linke Abschaum der Gesellschaft, insbesondere die sogenannten „Antifaschisten“, Hand in Hand mit islamischen Faschisten zusammenarbeiten, die darauf aus sind, der Dekadenz des Westens ein blutiges Ende zu setzen. Das ist nur vor dem Hintergrund der Charakterstruktur des antiautoritären Menschen begreifbar, der alles tut, um der Autorität (dem Vater) entgegenzutreten („Emanzipationsbewegung“) und der sich entsprechend mit den Underdogs solidarisiert. So wird beispielsweise auch die Haltung der heutigen „Antifaschisten“ zu den Juden verständlich: sie lieben die ermordeten Juden, sie können gar nicht genug von ermordeten Juden hören, weil diese Opfer des „Establishments“ waren, und sie hassen die lebenden Juden mit einer Intensität, welche der der Nazis nahekommt, weil heute Israel unter die „imperialistischen Mächte“ verortet wird. Für die „Antifaschisten“ sind die Freunde Israels – Nazis und die islamofaschistischen Feinde Israels – Genossen:
Die anthroposophische Pest
19. Mai 2013Hier eine sehr gute Einführung in die Anthroposophie durch einen evangelikalen Christen. Schon des öfteren habe ich in diesem Blog dargelegt, daß man der Urteilskraft von gläubigen Christen noch am ehesten vertrauen kann. Durch ihren (verzerrten) Kernkontakt kommen sie der Wahrheit fast immer sehr nahe und sie haben als Schüler von Jesus ein sehr gutes Gespür für die Emotionelle Pest, wie sie etwa von der Anthroposophie und dem pestilenten Charakter Rudolf Steiner verkörpert wird. Sie sind auf ihre Weise Todfeinde des Mystizismus und haben zumeist kein Problem mit der wissenschaftlichen Herangehensweise an Probleme. Deutlich wird auch der Unterschied zwischen wahrem Glauben und wahrer Wissenschaft, die immer einfach und direkt sind, auf der einen Seite und pseudowissenschaftlichen „spirituellen“ Unsinn, der immer extrem verwickelt und verworren ist.
Emotionelle Pest? Hier ein Beitrag über Waldorfschulen aus Titel, Thesen, Temperamente. Jedenfalls sollte er im sonntäglichen Kulturmagazin der ARD erscheinen, wurde aber nie gesendet. Er lief dann am darauffolgenden Donnerstag in grotesk kastrierter Form im MDR in der Sendung artour:
Alles im Grünen 😉 Bereich? Man lese dazu meinen Aufsatz Anti-Summerhill, in dem Bücher von abtrünnigen Waldorflehrern zitiert werden.
Ich habe zu meinen Aufsätzen über Steiners Geheimlehre immer wieder positive Rückmeldungen erhalten. So schrieb mir aus Amerika ein orgonomisch orientierter Homöopath, daß er nun nach der Lektüre eine Antwort auf ein Rätsel gefunden habe, vor dem er seit Jahren stünde. Er hatte seinen Sohn probeweise für einen Tag in eine Waldorf-Schule geschickt, weil er annahm, es handele sich dabei um eine „freie Schule“ im Sinne von Neills Summerhill. Er konnte gar nicht recht nachvollziehen, warum ihm sein Sohn am Abend inständig bat, nie mehr in die betreffende Waldorf-Schule zu müssen, denn diese sei „wie ein KZ“. Was für ein aufgewecktes, sehendes Kind!
Ich bin immer wieder überrascht, daß diese auf einem absurden Obskurantismus gründenden Schulen in Deutschland überhaupt erlaubt sind!




















