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„Orgonomie“: das große Mißverständnis!

7. Dezember 2024

Was ist die „Orgonomie“? Normalerweise werden als Antwort irgendwelche „Lehren“ aufgetischt bzw. sozusagen „Glaubenssätze“, wie: das Weltall wird von einer Energie durchtrömt, aus der durch „Überlagerung“ von „Energieströmen“ Materie und Leben hervorgehen, wobei Leben vor allem durch Pulsation gekennzeichnet ist. Weitere Stichworte sind dann „orgastische Plasmazuckung“, „Panzerung“, „Körperpsychotherapie“, „Arbeitsdemokratie“, „Kinder der Zukunft“ etc. – ein ganzes Lehrgebäude aus „fixen Ideen“. Das ist keine Wissenschaft, das ist eine Religion! Sie hat sogar ihr eigenes Symbol, ihr eigenes spezielles „Kreuz“:

Dabei steht dieses „Symbol des orgonomischen Funktionalismus“ genau für das Gegenteil einer „Weltanschauung“! Ungefähr das Letzte, was die Welt braucht, sind weitere (diesmal „orgonomische“) Theorien, Konzepte, Weltmodelle, „Therapien“, Erziehungskonzepte und Gesellschaftsmodelle! Was die Menschheit hingegen unbedingt benötigt, ist bioenergetischer Kontakt und klares Denken – und genau dafür steht das obige Symbol!

Das „Orgon“ ist nichts anderes als eine Abstraktion, will sagen die Zusammenführung unterschiedlichster Beobachtungen und Messungen zu einem Konzept, das sich schließlich als handfeste Realität erweist: bioenergetischer Kontakt. Die „Orgontherapie“ ist nicht einfach ein weiterer Ansatz wie viele andere mit irgendwelchen „therapeutischen Techniken“, sondern die Herstellung von bioenergetischem Kontakt. Das Entsprechende gilt für alle Aspekte der Orgonomie.

Es ist unvermeidlich, daß sich aus diesen „Ein-Sichten“ etwas ergibt, was den Anschein einer weiteren Weltanschauung („Aus-Sichten“) unter vielen anderen „Doktrin“ vermittelt: eben das, was gemeinhin als „Orgonomie“ präsentiert wird. Doch das ist ein grundlegendes Mißverständnis, „[e]s geht vielmehr um ein Denkwerkzeug, das man gebrauchen lernen muß, wenn man das Lebendige erforschen und handhaben will“ (Äther, Gott und Teufel, S. 7).

Beispielsweise ist die Orgonphysik nicht eine „Äther-Physik“, sondern das, was Orgonomen in der Natur und im Labor beobachten, kommt teilweise dem „Äther“ recht nahe, aber dieser ist eine mechanistische Vorstellung. Entsprechendes gilt für mystische Konzepte, etwa „Prana“ oder „Qi“. Ja, Orgontherapeuten wenden die gängigen psychotherapeutischen Techniken an, aber das niemals mechanisch, sondern immer im Rahmen der Herstellung von bioenergetischem Kontakt. Entsprechend ist die Orgontherapie eben keine „Psychotherapie-Schule“ neben anderen. Ähnliches läßt sich über Erziehungsmethoden und andere Bereiche der praktischen Soziologie sagen. Es ist eben nicht so, daß der Orgonom auftritt und fixe „orgonomische Ideen“ „anwendet“, sondern er stellt schlichtweg Kontakt zum Lebendigen her und versucht sein Denken und Handeln entsprechend wirklichkeitsgerecht auszurichten. SECUNDUM NATURAM!

Leider ist das Mißverständnis „Orgonomie“ unvermeidlich, weil im praktischen Umgang mit deinen uninformierten Mitmenschen allein schon aus Zeitgründen Stichworte wie „Äther“, bestimmte „Therapietechniken“ oder „Erziehungsmaximen“ immerhin eine vage Ahnung dessen vermitteln, was Orgonomie ist. Tatsächlich ist die Orgonomie aber wie das Leben selbst: man muß sich über die Jahre in sie „ein-leben“, um sie erfassen zu können. Man muß schlicht und ergreifend LEBEN! Alles anderer ist religiöser Wahn.

Die „Orgonomie“ des Kleinen Mannes

5. Dezember 2024

Wo bleibt die Weiterentwicklung der Orgonomie?

Zunächst muß man etwas über das Wesen von Wissenschaft klarstellen: Seit Newton keine Entwicklung in der Optik, weil sie abgeschlossen ist. Seit den späten 1920er Jahren keine Entwicklung in der Quantenmechanik, weil die Theorie (oder sagen wir lieber das mathematische Handwerkszeug) fertig ist, perfekt. Und so weiter. Ähnlich sieht das in der Orgonomie aus: mit ORANUR und CORE war die Orgonomie als Wissenschaft weitgehend abgeschlossen! Wenn Neuseeland einmal entdeckt und seine Inseln erkundet sind, ist die Sache gegessen! Natürlich wird das Land bis heute und in alle Ewigkeit weiter erforscht, aber… Natürlich entwickelt sich die Orgonomie fort (etwa durch die Beiträge von Elsworth F. Baker und Charles Konia), aber… Aber es ist nicht so, wie sich das der Kleine Mann vorstellt, der mystische und teilweise durchaus persönliche „Napoleonische“, wenn nicht gar „Hitleristische“ Vorstellungen vom eigenen Ruhm und der „Eroberung der Welt“ pflegt.

Schon zu Lebzeiten Reichs gab es einen gewissen Paul Ritter in England, der sich als eine Art „Neben-Reich“ aufspielte und versuchte Reichs Ansätze „weiterzuentwickeln“. Spätestens seit den 1970er Jahren hatte er in dieser Hinsicht zahllose Nachfolger, die nicht nur in der sogenannten „Körperarbeit“ (sic!) Reich „weiterentwickelt“, wenn nicht gar „überwunden“ haben.

Die Orgonomen haben Reich und die Orgonomie nur in dem Sinne fortgeführt, als sie die Sexualökonomie zusätzlich mit neuen Belegen untermauert haben (etwa James DeMeos Saharasia-Theorie) und in der Orgonbiophysik ähnliches geleistet haben. Nirgendswo ist da auch nur der kleinste Bruch zu Reichs Arbeit! So mancher sogenannte „Reichianer“ hingegen konzentriert sich darauf, die „wissenschaftliche“ Grundlage für seine jeweils eigeneArbeit zu schaffen und von diesem Punkt aus das gesamte Feld neu aufzurollen. Man denke nur an den grotesken „Radix“-Murx von Charles Kelley und all die verbrecherische SCHEISSE, die im Zusammenhang mit dem Cloudbusting verbreitet wird.

Kann man sich eine entsprechende Formulierung („die wissenschaftliche Grundlage für meinen Ansatz erarbeiten“) bei irgendeinem Orgonomen vorstellen!? UNDENKBAR! Diese „Reichianer“ spielen sich typischerweise jeweils als eine Art neuer Reich auf, der eine neue Wissenschaft begründet – die meinetwegen irgendwie mit Reich verbunden ist. Reich wird zu einer Art „Vorgänger“ degradiert und die Orgonomie zu einer Art „Hilfswissenschaft“.

Ich habe die Arbeit dieser Geistesakrobaten über Jahrzehnte verfolgt und dabei praktisch kein Wort von ihrem unerträglichen GESCHWAFEL verstanden (siehe meine zahlreichen Besprechungen). Alles sehr originell, ganz ihre jeweilige Schöpfung – aber mit Reich und Orgonomie hat das rein gar nichts zu tun. Meiner persönlichen Meinung nach sind es durchweg unerträgliche, kontaktlose Wirrköpfe. Vielleicht bin ich aber auch zu doof, um ihre genialen Gedankengänge nachzuvollziehen. Nun ja, wenn sie unvorsichtig genug waren Artikel, gar ganze Bücher zu verfassen, kann jeder selbst ihre geistige Zerrüttung bewundern!

Nochmals, zum xten Mal, der NACHRICHTENBRIEF ist nicht der Ort für derartige „Weiterentwicklungen“ der Orgonomie!

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 15)

28. November 2024

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 15)

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 14)

21. November 2024

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 14)

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 13)

11. November 2024

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 13)

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 12)

5. November 2024

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 12)

LaMettrie, der „Wilhelm Reich des 18. Jahrhunderts“ – oder warum für jeden Studenten der Orgonomie Christian Fernandes unbedingte PFLICHTLEKTÜRE ist

21. Oktober 2024

Priorität beanspruchte LaMettrie ausschließlich für seine Lehre von den Schuldgefühlen, „und da kein Philosoph zu diesem Thema etwas beigetragen hat, kann mir diesen bescheidenen Erfinderruhm auch keiner nehmen“ (Anti-Seneca, S. 11). Wie Bernd A. Laska ausgeführt hat, entspricht das exakt dem von Freud geprägten Begriff „Über-Ich“ und weiter Reichs Entdeckung der charakterlichen und biophysiologischen „Panzerung“. Das wird dadurch noch bemerkenswerter, daß im Abstand von zwei Jahrhunderten bei beiden dieses Element ihrer jeweiligen Anthropologie unlösbar mit einer „Orgasmustheorie“ verbunden war.

Die erst von Christian Fernandes ins Gespräch gebrachte „These Jacques“ in der Version LaMettries (ab 1746) ist in der Tat eine Orgasmustheorie! Die 1722 von dem Medizin-Professor Gabriele-Antonio Jacques vorgebrachte medizinische Dissertation Ob aus dem Mangel des Beischlafs Krankheiten entstehen (die im krassen Gegensatz zu heute der zu prüfende Student verteidigen mußte!) dreht sich vor allem um die „Säfte“ („Humoralpathologie“), die durch regelmäßigen Geschlechtsverkehr umgeschichtet werden müssen, um keinen körperlichen und psychischen Schaden anzurichten, wozu Eifersucht, Neid, Ungeselligkeit, Gehässigkeit, Rachsucht, Mitleidslosigkeit, Lästereien etc. zählen. Umgekehrt erhält regelmäßiger Geschlechtsverkehr körperlich gesund und fördert in jeder Hinsicht „tugendhaftes“ Verhalten, nicht nur wegen der Entspannung, sondern auch, weil der Geschlechtsakt das Urbild der Gemeinschaft ist: ich kann nur glücklich sein, wenn mein Partner glücklich ist. Fernandes:

Aufgrund des kausalen Zusammenhangs von Sexualität und Tugend sagt Jacques zu Beginn auch, der Geschlechtsverkehr sei „der Gemeinschaft verlockendes Band“. La Mettrie muß fasziniert gewesen sein von dieser neuen Sichtweise auf die Sexualität als Grundlage von Moral und Gesellschaft. (S. 20)

In wenigen Sätzen haben wir hier die Orgasmustheorie mit ihren medizinischen, psychologischen und soziologischen Aspekten sowie das fundamentale Gegensatzpaar von Emotioneller Pest (Eifersucht, Neid, Ungeselligkeit, Gehässigkeit, Rachsucht, Mitleidslosigkeit, Lästereien etc.) und Arbeitsdemokratie vor uns. Zu letzterer zitiere ich wieder Fernandes:

In La Mettries „tugendhafter Lust“ (…) ziehe ich den Nutzen direkt aus dem Glück des anderen (…). Mein Glück hängt unmittelbar von seinem ab. Diese Anthropologie der Mitfreude gründet er auf das Phänomen der sexuellen Lust als „Glück, das sich verdoppelt, indem es sich teilt“, bzw. wichtigstes Instrument der Natur, „um uns glücklich zu machen, indem sie das Objekt glücklich macht, das sich das Glück mit uns teilt“. Die sexuelle „jouissance mutuelle“ [gegenseitiger Genuß] ist aus seiner Sicht verallgemeinerungsfähig und Prinzip der für mich und [für] alle optimalen gesellschaftlichen Ordnung: „Hätte sich die Natur ein köstlicheres Band ausdenken können, um die Gesellschaft zu bilden?“

Auf die erstaunliche Parallelität, die sich bei LaMettrie zur Charakteranalyse findet, werde ich morgen im Zusammenhang mit dem Stichwort „Ironie“ eingehen!

Der Rest, nämlich eine praktisch komplette Vorwegnahme der Sexualökonomie ergibt sich fast von selbst:

Zunächst ist da die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Trieben. In den Worten Fernandes‘: „Wird“, LaMettrie zufolge, „die Lust über das gesunde Maß hinaus eingeschränkt, geht zusammen mit ihr auch die Tugendfähigkeit verloren und es entstehen lasterhafte Charakterzüge.“ Dabei wird aus „Wohl-Lust“, um ein Wort zu verwenden, das Laska in diesem Zusammenhang geprägt hat, „Wüst-Lust“ (S. 86).

Dies geht einher mit der Unterscheidung zwischen eigentlicher, natürlicher Moral und der Zwangsmoral. Fernandes erläutert LaMettries Sichtweise wie folgt: „Die ‚erfundene‘, ‚religiöse‘, ‚gebieterisch befehlende‘ Moral der Kultur erzeugt antisoziale Neigungen, die vorher gar nicht vorhanden waren, die ‚Moral der Natur‘ hegt und pflegt die natürlichen Neigungen, die bereits sozial orientiert sind.“ Fernandes hebt dabei wiederholt hervor, daß „La Mettrie zufolge [die] lustfeindliche Moral das asoziale Verhalten allererst erzeugt, das sie dann zwar unterdrücken soll, aber häufig nicht mehr unterdrücken kann“ (S. 89).

All das hat, wie beim Arzt Wilhelm Reich Ende der 1920er Jahre, auch bei seinem Kollegen LaMettrie politische Konsequenzen, denn dieser „definiert Gesundheit im klinischen Sinne und [sie] ist [für ihn] zugleich Prinzip einer qualitativ besseren Gesellschaft“ (S. 144). Fernandes führt näher aus:

Wenn der medizinische Ansatz so universell ist, daß er auch Sittlichkeit und Vernunftfähigkeit umfaßt, liegt es nahe, sich als Arzt in die Politik einzumischen. Basiert die soziale Ordnung auf der Tugendhaftigkeit der Einzelnen und hängt diese von der Fähigkeit zur „Empfindung der Wollust“ ab, welche durch die soziale Umwelt stark beeinträchtigt wird, so ergibt sich daraus eine konsequente politische Forderung. (…) Einen gewaltsamen Umsturz der Verhältnisse kann La Mettrie aufgrund seiner tiefenpsychologischen Einsichten nicht gemeint haben. Denn eine nach Maßgabe der „tugendhaften Lust“ qualitativ andere Gesellschaft ist nur möglich, wenn die massenhaft manipulierte psychophysische Struktur der Individuen sich ändert. Daher hatte er zuallererst eine Revolution der Pädagogik im Auge, einen Verzicht auf die traditionelle Form der Enkulturation, die in einem „irrationalen Über-Ich“ (Laska) resultiert. (S. 68)

Wir sind beim krönenden Abschluß von Reichs sozialem Engagement, dem Konzept „Kinder der Zukunft“ angelangt. Bei La Mettrie 1746… Fernandes referiert:

Junge und Mädchen werden hier gedanklich in den Naturzustand versetzt. „Allein“, „ohne Erziehung“ würden sie nur der „zärtlichen Neigung der Natur“ folgen, der Lust, „die eine Tugend ist“. Außerhalb des Naturzustandes, unter sozialem Einfluß hätten sie „Vorurteile“ und „Schuldgefühle“, könnten darum dieser tugendhaften Lust nicht uneingeschränkt folgen, was zum Bösewerden ihrer Neigungen führte. Warum? Weil die „Seele“ der „jungen Herzen“ nur deswegen „rein“ ist, weil sie noch nicht von „Reue vergiftet“ wurde. Reue, die auf gesellschaftlich bedingte Vorurteile und Schuldgefühle zurückgeht, macht die Herzen „unrein und verdorben“, also böse, indem sie ihnen die „Freude“ nimmt. Im Naturzustand hingegen würden sie ein glückliches Liebesverhältnis miteinander eingehen. (…)* Sie lebten „glücklich“ unter den „Gesetzen der Natur“. Diese „glücklichen Kinder“ rief La Mettrie zu Beginn der École de la volupté [1746] an. Von ihnen als Inbegriff der „tugendhaften Lust“ wollte er sich bei der Abfassung des Werks inspirieren lassen. (S. 26f)

Das ist der Kern von LaMettries „Wollustschriften“. Im dazu komplementären Anti-Seneca (1748) hingegen „geht es um die Bekämpfung der repressiven Moral der Kultur, die in der frühkindlichen Erziehung verinnerlicht wird und sich auch später beim Erwachsenen auswirkt, nämlich in unnötigen Schuldgefühlen, die ihm das Leben vergällen“ (S. 88). Ich verweise zurück auf den Anfang dieses Blogeintrags.

* Nachbemerkung: Die mit einem Stern gekennzeichnete Streichung betrifft folgenden Satz, der LaMettries Lehre getreu widergibt: „Sind sie blutsverwandt, so käme das ihrer Liebe sogar zugute. Das soziale Tabu der Geschwisterliebe spielte für sie keine Rolle.“ Siehe dazu den gestrigen Blogeintrag unter den Stichworten „Inzest“ und „Inzucht“!

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 11)

19. Oktober 2024

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 11)

Die Orgonomie als abtrünnige „Breakaway Civilisation“

17. Oktober 2024

Diejenigen Menschen fühlen sich zur Orgonomie hingezogen, welche sich von der Gesellschaft entfremdet fühlen, als wären sie Außerirdische, während sie selbst tief mit der Natur, Kindern, Wildtieren, dem Wald verbunden sind. Sie sind selber unerziehbare „Wildmenschentiere“. Alle anderen Menschen empfinden sich als Teil der Gesellschaft, identifizieren sich vollkommen mit deren moralischem Code, und haben überhaupt kein Gefühl für die Natur. Sie sind enkulturiert! Es geht um „Leben in der Fassade“ vs. Kernkontakt, Oberflächlichkeit vs. Tiefe.

Funktionalismus, also das ungepanzerte, „wilde“ Denken, ist, ganz einfach, Perspektivismus: Orgonometrie ist nicht eindimensional wie Sprechen und Schreiben, sondern braucht eine zweite Dimension („Bifurkation“). Tiefe ist, wieder ganz einfach, die dritte Dimension. Perspektive IST Kontakt. Die meisten Menschen versuchen die Dimensionen zu reduzieren, indem sie Drogen konsumieren, fernsehen und sich mit geistlosem Smalltalk beschäftigen. Sie sind eingebettet in die Gesellschaft und blicken BUCHSTÄBLICH nicht über den Rand hinaus.

Unsere ganze gegenwärtige Kultur ist darauf angelegt, unsere „Freiheitsgrade“ immer weiter einzuschränken. Die Welt um uns herum wird immer flacher und unser Gefühlsleben immer hohler. Man betrachte nur die Entwicklung der Filmkunst oder der Popularmusik. Unfaßbar seichter Schrott. Und selbst die klassische Musik und der Jazz verlieren zusehends an jedem emotionalen Appeal. Technisch mögen sie hervorragend sein, aber die Seele und die Kreativität, der persönliche Ausdruck, ist verschwunden. „Klassikstars“. Von der seelenlos gewordenen Bildenden Kunst brauchen wir gar nicht erst anfangen.

Selbst die Wissenschaft: seit der Entwicklung der Quantenmechanik in den 1920er Jahren hat sich nichts mehr wirklich Innovatives getan. Es gibt heute schlichtweg keine Naturwissenschaft im eigentlichen Sinne mehr, sondern nur akademischen Leerlauf. Interessanterweise begann Reich Anfang der 1930er Jahre sich dem Labor zuzuwenden, um die Orgasmus-Formel jenseits der Psychotherapie zu untersuchen. Was er spätestens mit den Bion-Versuchen in Angriff nahm, war ein kompletter Neuanfang der gesamten Naturwissenschaft. ER war der einzige, DER EINZIGE, Wissenschaftler weit und breit.

Wir gehen immer weiter in die Tiefe, während der Rest der Menschheit immer flacher wird und sich von der Zweidimensionalität unaufhaltsam weiter auf eine „nulldimensionale“ Singularität zubewegt. Ich sage nur „KI“, „Tansgender“ und „Transhumanismus“. Wir und sie werden bald nichts mehr miteinander zu tun haben.

Viele kämpfen darum, die Orgonomie doch noch irgendwie an den Mann bringen zu können. Nein, die Menschen gehen einen anderen Weg. Beispielsweise interessiert sich niemand mehr für die Orgontherapie, weil man mit Hilfe der Psychopharmaka seinen Gefühlen, insbesondere der Angst, entkommen will – emotional verflachen will. Niemand will mehr in die Tiefe gehen! Niemand will mehr seinen Panzer verlieren, sondern ganz im Gegenteil eine schöne blitzende Rüstung verabreicht bekommen. Diese Leute haben bereits ihr Menschsein aufgegeben. Wie Reich so häufig andeutete: die entfliehen ihrem Tiersein, der Biologie, der Tiefe. Laßt sie verrecken! Die neue Welt beginnt mit uns!

Wem das zu abstrakt ist: man schaue sich die Wahlergebnisse in Deutschland an. Offenbar wollen die Menschen eine DDR 2.0 bzw. ein Kalkutta an der Spree. Morgen dazu mehr.

Das ägyptische Geheimnis der Linksreichianer

12. Oktober 2024

Linksreichianer waren und sind immer wieder empört, daß seit Erscheinen von Elsworth F. Bakers Der Mensch in der Falle 1967, dann von Paul Mathews und schließlich heute von Charles Konia die Orgonomie ins rechtskonservative Lager versetzt wurde. Angesichts dessen, daß das eine direkte Fortführung dessen war und ist, was Reich im wachsenden Maße vertreten hat: Woher diese Empörung mit dem Vorwurf eines politischen Mißbrauchs der Orgonomie? Und zwar von Leuten, die umgekehrt sich am linken Rand des linksliberalen Mainstreams bewegen und das offensiv vertreten?

Was sie aufregt und vor Wut beben läßt, wird deutlich, wenn ihr Hauptargument laut wird: „Baker et al. mißbrauchen die Orgonomie für ihre eigene politische Agenda.“ Und wie ungerecht es doch sei, daß man ihre, der Linksreichianer, entgegengesetzte politische Ansichten, etwa ihre Unterstützung von Killary Clinton und Camela Harris, nun skandalisiere. Was beim Kampf gegen Baker et al., Trump und in Deutschland gegen die AfD auffällt, ist der Schrecken vor und die Empörung angesichts der Aggressivität mit der die Rechten ihre Position vertreten. Linke sind das schlichtweg nicht gewöhnt. Wie selbstverständlich gehen sie stets davon aus, daß Konservative schwach und eingeschüchtert reagieren, eben „konservativ“, wenn der „unaufhaltsame Fortschritt“ seinen sozialistischen Gang geht.

Ein Konservativer, der nicht nur nicht zurückweicht, sondern ganz im Gegenteil zum Gegenangriff übergeht oder gar von sich aus angreift, kann in den Augen eines Linken nichts anderes sein als ein „Nazi“, das ultimative Böse. Konservative haben gefälligst schulterzuckend die Überfremdung des eigenen Lebensraums hinzunehmen und gar zu fördern, so wie es die CDU unter Merkel und die Republikaner unter Bush jr. getan haben. Wenn nun aber Trump und die AfD sich dem Unrecht entgegenstellen, dann … „Nazis!“

Genauso reagierte ein Gutteil der „Reichianer“ auf Baker, Mathews, Konia und deren Gesinnungsgenossen: mit Schock, Verwirrung, Panik und Haß. Es wäre für sie akzeptabel gewesen, wenn Baker, Mathews und Konia folgenlos mit „konservativen Versatzstücken“ des späten Reich hantiert hätten, aber dem konservativen Charakter eine stärkere Bindung an den bioenergetischen Kern zuzuschreiben und den „modernen Liberalen“ in Amerika bzw. den Sozialdemokraten in Europa als Verkörperungen der Emotionellen Pest zu charakterisieren, die es offensiv zu bekämpfen gelte, führte und führt bei Linksreichianern zur emotionalen Kernschmelze. So etwas erwarten sie einfach nicht, dafür stehen ihnen keine adäquaten Bewältigungsmuster zur Verfügung, weshalb sie nur wirr und buchstäblich mit Schreikrämpfen reagieren können.

Gut, die Linken erwarten keine „konservative Aggression“ und reagieren empört, hilflos und voller Panik auf sie, aber warum? Den Konservativen und den Linken kann man sich wie zwei Pyramiden vorstellen: die eine, die konservative Pyramide, steht unverrückbar natürlich auf ihrer breiten Basis, während die andere, die linke Pyramide, unnatürlich prekär auf ihrer Spitze steht. Das hat fünf Aspekte:

  1. Die stabile „konservativen“ Pyramide ruht fest in der Realität, d.h. ihr breites Fundament unten symbolisiert all das Faktenwissen, die Evidenz, die Lebenserfahrung, Realitätstauglichkeit, die Arbeitsdemokratie, während die kleine Spitze oben der daraus abgeleiteten Theorie entspricht. Bei der labilen „linken“ Pyramide wird alles von einem utopischen Wolkenkuckucksheim bestimmt, das in keinster Weise im realen Leben verankert ist. Man schaue sich die gegenwärtige kommunistische Regierung der BRD an!
  2. Konservative leben in der realen Welt und beschäftigen sich mit mondänen, faktischen Dingen, sie sind sozusagen „Materialisten“, Handwerker, Bauern, Arbeiter, Unternehmer. Sie stehen mit beiden Beinen auf der Erde. Sie sind wie Donald Trump. Linke sind von Natur aus spintisierende Platonisten, die akrobatisch auf abstrakten Ideen von „Gerechtigkeit“ und „Liebe“ balancieren, so wie eine Pyramide, die auf ihrer Spitze steht.
  3. Die überwiegende Mehrheit der Menschen sind zumindest charakterstrukturell konservativ oder gemäßigt liberal, während wirkliche Linke, als pestilente Charaktere (Emotionelle Pest), eine verschwindend kleine Minderheit sind, die sich in Sekten wie der SPD oder der Redaktion des Spiegel organisiert hat, und trotz ihrer flächendeckenden Dominanz, was die öffentliche Meinung betrifft, eine klitzekleine Minorität bleibt, die sich zwar als die alles tragende Elite empfindet, aber gleichzeitig auch spürt, daß die Massen sie zerquetschen wird – wie bei einer auf den Kopf gestellten Pyramide.
  4. Die labilen Linken geraten aber vor allem deshalb in Panik, wenn sie in Frage gestellt werden, weil diese beiden Pyramiden in erster Linie die Bioenergetik symbolisieren: Der Konservative ist durch die Muskelpanzerung, die ihn beherrscht, im Körper verankert und hat einen (wenn auch mystisch verzerrten) Kontakt zum bioenergetischen Kern, von daher ist er „bioenergetisch stabil“. Der Linke, mit seiner intellektuellen Abwehr, d.h. okularen „Kopfpanzerung“ und seiner kompletten Abgeschnittenheit vom bioenergetischen Kern steht hingegen buchstäblich auf dem Kopf und droht ständig umzukippen.
  5. Konservative sind es gewohnt mit starken „Bauchgefühlen“ umzugehen, während Linke mit der unerwarteten bioenergetischen Erregung nicht umgehen können, weil bei ihnen alles kopflastig ist und sie folglich die Energie weder binden, noch in Muskelaktivität umsetzen können, – wie eine Pyramide, die auf dem Kopf steht. Linke können wegen ihrer strukturellen Labilität mit Aggressivität nicht umgehen. Sie sterben fast vor Angst!

Es gibt, bleiben wir im spätestens jetzt schiefwerdenden Bild, für die auf dem Kopf stehende Pyramide nichts Erschreckenderes als mit einer aggressiv umstürzlerischen auf der Bodenplatte stehenden Pyramide konfrontiert zu sein, von der man doch eher harmlose Beharrung erwarten würde. Von daher, aus diesem Schrecken des „Sie bewegt sich doch!“ heraus, stammt all das linke Gerede vom verfassungsfeindlichen, systemumstürzenden Trump bzw. der AfD. Die Apokalypse! Von daher auch die entsprechende Reaktion der Linksreichianer auf das American College of Orgonomy, die einzige, DIE EINZIGE legitime Vertretung der Orgonomie!