Posts Tagged ‘Pornografie’

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 8)

6. Juli 2018

von Paul Mathews, M.A.*

Die emotionale Pest (Fortsetzung)

Der Bereich von Sex und Ehe ist voller Pest-Mechanismen. In verschiedenen Medien werden Pornografie und Promiskuität sowie Homosexualität und andere sexuelle Abweichungen häufig als „legitime“ sexuelle Ausdrucksformen propagiert. Es ist in Mode gekommen, Pornografie als nicht nur akzeptabel, sondern als notwendige therapeutische Maßnahme und sogar als „Spaß“ zu verteidigen. Ein Befürworter dieses letzteren Konzepts, ein Theaterkritikerk von gutem Ruf, stellt uns dieses Ideal des Theaters vor (10):

Dali stellt sich einen Mann und eine Frau vor, die in einen Zustand überempfindlicher sexueller Komplizenschaft geraten sind. Nach monatelanger erotischer Praxis erscheinen sie in gegenüberliegenden Ecken eines riesigen Barocksaals, eingehüllt in Gewänder, die sie, abgesehen von schmalen Augenlöchern, von Kopf bis Fuß vollständig umhüllen. Sie sind in der Lage, einen Orgasmus zu erreichen, indem sie sich nur durch die Gucklöcher auf eine besonders ausdrucksstarke Weise betrachten. Es wäre ein großer Triumph, das so auf die Bühne zu bringen, dass es auch das Publikum begeistert. Aber ich fürchte, wir müssen noch viel lernen.

Dies zeigt auch die übliche, weit verbreitete Ignoranz in Bezug auf die Natur der Funktion des Orgasmus

Eng verbunden mit der „Fun-These“ ist die Idee einer massenhaften therapeutischen Wirkung von Pornografie. Dies ist eine Verzerrung des Konzepts der emotionalen Katharsis und man begegnet ihr in einigen extremen Formen in Gruppen vom „Encounter-Typ“. Eine bloße anarchische Abfuhr ist nicht nur nutzlos, sondern kann auch schädlich sein.

Wenn Pornografie „Spaß“ ist, dann ist es Spaß zu einem schrecklichen Preis – die der ständigen Ablenkung von den realen und ernsten sexuellen Problemen, die die Menschen in das Reich der Pornografie locken. Pornografische Einstellungen sind besonders schädlich im Bereich der Kindererziehung. Parallel zur Toleranz gegenüber Pornografie findet man normalerweise die gröbsten Verzerrungen der natürlichen Sexualität und der Prinzipien der Selbstregulierung. Dies wurzelt in der Kontaktlosigkeit der Eltern. Es kann zu einer so schwerwiegenden Pathologie führen wie dem Sexspiel zwischen Kindern und Erwachsenen, der schlüpfrigen und schuldbeladenen Überreizung der Sexualität in der Kindheit und dem Versäumnis, die Entwicklung eines natürlichen Gefühls von Privatsphäre und Feingefühl zu ermöglichen. Eine raffinierte Fassade ist ein schlechter Ersatz für orgastische Potenz, und Zügellosigkeit und Pornografie repräsentieren weder echte Liebe und Sexualität noch die Fähigkeit für beides.

Auch der Bereich der Ehe hat seine Pest-Merkmale. Reichs Konzept einer Ehe, die kein Zwang ist, wurde in Gestalt denkbar neurotischer Formen polygamer oder polyandrischer Ausprägungen, die in sekundären Trieben wurzeln, verzehrt. Kinofilme mit diesen Themen, wie auch andere Formen der Entstellung der Sexualität, stellen Kassenrekorde auf, während das Hauptproblem – orgastische Impotenz – konsequent umgangen wird.

Ein herausragendes Merkmal der Pest ist ihre Fähigkeit, sich in den im Wesentlichen anständigen Eigenschaften der Menschen zu verankern, was es schwierig macht, die guten Absichten von den schlechten zu unterscheiden. Jeder anständige Mensch reagiert beispielsweise positiv auf Parolen wie „Frieden“, „Brüderlichkeit“, „Verhandlungen“, „hungernde Menschen zu ernähren“, „Verdächtigungen zu beseitigen“, „Friedensinitiativen“, „Geld für Bildung und Gesundheit“ usw. Gleichzeitig gehen nur wenige Menschen über diese Slogans hinaus, um ihren Ursprung, ihre versteckten Absichten und ihre langfristigen Folgen zu untersuchen; noch haben sie genügend Selbsterkenntnis, um ihr eigenes Potenzial für Pest-Reaktionen zu erkennen.

Die Bewältigung der Pest war immer deshalb schwierig, weil sie eine Erfahrung und eine Einsicht erfordert, die dem Durchschnittsmenschen fehlen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass das Konzept der emotionalen Pest für persönliche Beschimpfungen zweckentfremdet wird – und damit ein fundierter medizinischer Begriff missbraucht wird. Andererseits wäre es ein schwerwiegender Fehler, durch Unentschlossenheit hinsichtlich der richtigen Diagnose so gelähmt zu sein, dass die Pest unentdeckt bleibt und von vornherein ihre Ziele erreicht. Dieser Verpflichtung nicht Gerecht zu werden, weil man „nett“ oder „tolerant“ sein will, kann tödlich sein.

Reich hat erklärt, dass wir bei der Bekämpfung der Pest, wo immer möglich, ihre Mechanismen enthüllen und die Pest sequestrieren müssen, um ihren charakteristischen Angriff aus dem Hinterhalt zu verhindern. In der Angst der Menschen, sie zu entlarven, hat die Pest einen gewaltigen Verbündeten gehabt. Diese Angst hat natürlich eine vernünftige Grundlage, um Missbrauch und Verleumdung zu vermeiden. Die Aufdeckung von Motiven und Methoden ist jedoch die einzige Möglichkeit, die Auswirkungen der Pest dort zu neutralisieren, wo es notwendig ist. Wenn die Diagnose falsch ist, wird sie wahrscheinlich bei genauerer Prüfung nicht bestehen. Ich glaube eher, dass das Element der Gefahr größer ist, der Pest nicht ausreichend entgegenzutreten, als Unschuldige zu schädigen. Die einzige andere Alternative wäre, sich auf den Glauben an den ultimativen Triumph des Guten über das Böse zu verlassen – historisch gesehen eine äußerst dürftige Prämisse.

 

Folgerungen

Die menschliche Rasse ist mit einer Vielzahl von tief verwurzelten, komplexen Problemen konfrontiert. Diese Probleme wirken noch größer und komplexer, da es der Menschheit gewissermaßen gelungen ist, dem entscheidenden Ursprung dieser Probleme, dem verzerrten Funktionieren der biologischen (Orgon-) Energie im Organismus, auszuweichen. Wie können wir hoffen, diese gewaltigen Probleme zu lösen, die Massen von Menschen betreffen, wenn wir nicht einmal das Dilemma der einzelnen Männer und Frauen lösen können, die nicht in der Lage sind, einander zu lieben, nicht kommunizieren können und von irrationalem Hass und Furcht belastet sind? Es ist dieser biologischer Rechenfehler, wie Reich es formuliert hat, der für unsere bisherigen Misserfolge verantwortlich ist.

Es gibt einige hoffnungsvolle Zeichen. Zum ersten Mal stehen dem Menschen das Wissen um die Existenz einer kosmischen Lebenskraft und der Beginn des Verständnisses der Gesetze des Lebens zur Verfügung. Wenn wir seine Verschleierung durch die emotionale Pest verhindern können, können wir vielleicht einen größeren Teil des Umschwungs in Richtung Freiheit bewahren, als es bisher möglich war. Wir wollen uns zum Wohle der Kinder der Zukunft dieser Aufgabe verschreiben.

 

Fußnoten

* Pädagoge, Sprachlehrer und Kliniker. Doktorand der Psychologie, New York University. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

 

Anmerkungen des Übersetzers

k Kenneth Tynan (gest. 1980), galt als Bewunderer Reichs. Plante sein Hauptwerk über ihn, das wegen Erkrankung unvollendet blieb. Für Tynan war Pornografie die Hauptplattform zur sexuellen Befreiung.

 

Literatur

10. Tynan, K.: „Pornography? And Is that Bad?“ New York Times, Section 2, 15. Juni 1969, S. 1

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 111-125.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 7)

3. Juli 2018

von Paul Mathews, M.A.*

Die emotionale Pest

Die grundlegende Dynamik der emotionalen Pest wurde ausführlich in Reichs Büchern Character Analysis, The Murder of Christ, und Listen, Little Man! und in zahlreichen Artikeln sowie in Bakers Man in the Trap behandelt. An dieser Stelle möchte ich nur auf den besonderen Zusammenhang der Pest mit dem gegenwärtigen Schauplatz hinweisen. Man sollte sich vor Augen halten, daß die Pest eine spezifische Erkrankung mit spezifischen Symptomen ist, die insbesondere auf der sozialen Bühne anwendbar sind. Das Verhalten der Pest ist immer versteckt oder hinterhältig, wobei die Gründe, die für die Handlungen angeben werden, nie die wirklichen sind. Die Pest ist von diabolischer Schläue, weil sie die intellektuelle Abwehr zu ihrer höchsten Entfaltung gebracht hat, besonders in ihrer Fähigkeit, sich im Namen einer edlen Sache im menschlichen Schuldgefühl zu verankern. Ihr eigentliches Ziel ist es immer, menschliches Glück zu zerstören, das zu kontrollieren, was für die Pestcharaktere unerträglich ist, die authentischen Lebensempfindungen stillzulegen oder vollständig zu zerstören. In unserer Zeit hat die Pest zunehmend versucht, aus den gegenwärtigen Kämpfen um Krieg und Frieden, materielle Not, Jugendrebellion, sexuelle und Eheprobleme Kapital zu schlagen.

In Bezug auf das gesellschaftspolitische Spektrum kann man sagen, dass die rechte faschistische Pest dazu tendiert, in ihrer Brutalität offener zu sein als die linke (die tendenziell eher hinterhältig ist), aber dass beide zu jeder Brutalität fähig sind, die für ihre Ziele notwendig ist. In ihren verborgenen Erscheinungsformen – die so charakteristisch sind für den Kommunismus und die politische Linke – ist die Pest am schwierigsten zu bekämpfen und am gefährlichsten. So wird sie unter dem Deckmantel des Humanismus zu den zerstörerischsten Einflussnahmen greifen. Die folgende Tabelle veranschaulicht diesen Punkt:

Pest-Verhalten

Es sollte klar sein, dass die unter „Deckmantel“ ausgedrückten Werte an sich lobenswert und wünschenswert sind. Das Problem ist, dass der Pestcharakter sie nicht meint. Ebenfalls können die Punkte, die „befürwortet“ werden, von anderen als den Pestcharakteren eine ehrliche Unterstützung finden, z.B. von ehrlichen Andersdenkenden oder aufrichtigen Sozialreformern (ob sie damit nun Recht haben oder nicht). Der Pestcharakter ist einer, der diese Dinge der Öffentlichkeit aus Gründen der Gewinnsucht oder der Bösartigkeit aufdrängt; gemeinhin ist sein Werdegang von dieser Art von Verhalten geprägt. Bei der Vorstellung seines Programms entstellt und täuscht er. Zum Beispiel wird er behaupten, dass Armut auf den Kapitalismus und Ausbeutung durch „Imperialisten“ zurückzuführen ist, aber er wird niemals das charakterologische Unvermögen der „Ausgebeuteten“ erwähnen, wodurch die ganze Schuld auf den „Übeltäter von Außen“ gelenkt wird. Noch zeigt er auf, wie ausgehungerte Liebe eine innere Leere hervorbringt, die für die zwanghafte Suche nach Gütern und Macht verantwortlich ist, auch wenn bereits mehr als genug vorhanden ist. Rationalen Denkern ist klar geworden, dass das Scheitern des Sozialismus nicht auf den Kapitalismus zurückzuführen ist, sondern auf die Unfähigkeit, unter Bedingungen von Massenkontrolle und mangelndem Anreiz (einen angemessenen Ertrag für die eigene Arbeit) zu produzieren.

 

Fußnoten

* Pädagoge, Sprachlehrer und Kliniker. Doktorand der Psychologie, New York University. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 111-125.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein

 

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 3)

19. Juni 2018

von Paul Mathews, M.A.*

Rassismus

Rassismus ist, wie Reich gezeigt hat, eine Folge des Mystizismus und der Notwendigkeit, eine patriarchalische Gesellschaftsordnung aufrechtzuerhalten, die durch die der Rassenmischung innewohnenden Freiheit bedroht wäre. Er liefert uns auch Sündenböcke für die Schuldprojektion und das Ausweichen vor persönlicher Verantwortung. So machen sich weiße und schwarze Rassisten gegenseitig für ihre Probleme miteinander verantwortlich. Rassismus, einschließlich anti-schwarze Vorurteile, betrifft nicht nur Amerika, obwohl die öffentliche Aufmerksamkeit dazu neigt, uns das vergessen zu lassen. Er ist seit der Antike eine Pandemie in der Welt und wurzelt in den Tiefen der menschlichen Struktur aus Panzerung und Genitalangst, die zu Verzerrungen und sozialen Problemen führen. Wie die Sexualfeindlichkeit ist er im Charakter eines jeden Menschen verankert. Diese Tatsache entbindet uns nicht von der Verantwortung für die Bewältigung des Problems, sondern hilft uns, eine rationale Perspektive zu erlangen.

Rassismus, der auf Energiestauung und Panzerung basiert, sollte nicht mit rationaler Antipathie verwechselt werden. Eine geächtete und unterdrückte Gruppe kann mit der Zeit Charaktereigenschaften entwickeln, die sich für rationale Abneigung und sogar Unterdrückung anbieten. Brutalität, Unehrlichkeit, Kriminalität, Arroganz, ungesunde Lebensgewohnheiten usw. sind immer Zeichen von Pathologie. Ungeachtet ihrer Herkunft sollten sie nicht geduldet werden. Die bloße selbstaufopfernde Nachsicht für solche Eigenschaften, um die Sünden der Vergangenheit zu sühnen, wird der unterdrückten Gruppe nicht helfen; es wird nur zur (berechtigten) Verachtung für die Gruppe ermutigen, der diese Toleranz gewährt, da sie herablassend und respektlos ist. Hier liegt eine der grundlegenden Unterschiede zwischen den Einstellungen liberaler und konservativer Charaktertypen (1, 2 und 8: S. 173d). Liberale neigen dazu, sich vor ihrer „ererbten Kollektivschuld“ niederzuwerfen und so ihre Gesellschaft (die die Extremisten unter ihnen sowieso verabscheuen) der Destruktivität der unterdrückten Gruppe auszuliefern. Sie opfern sich bereitwillig auf, da sie nicht wirklich betroffen sind, denn sie sind zumeist Mittelschicht und wohlhabend und sie leben nicht in den notleidenden Bezirken, wo man die Hauptlast ihrer Handlungen zu spüren bekommt. Auf der anderen Seite neigen die Konservativen dazu, von anderen das zu erwarten, was sie selbst tun würden (zum Teil aufgrund ihres Gewahrseins der Existenz sekundärer Triebe).

S. I. Hayakawae, der unter Belagerung stehende amtierende Präsident des San Francisco State College – selbst ein ehemaliger Kolumnist einer Negerzeitung in Chicago – hat erklärt: „Es gibt viele Weiße, die für Schwarze nicht den gleichen Standard an Moral und Verhalten wie für Weiße haben. Das ist eine Haltung der moralischen Herablassung und jeder Schwarze, der sich selbst respektiert, hat das Recht, das übelzunehmen und er nimmt dies auch übel.“4 In demselben Artikel wird er zitiert, wie er die „intellektuell schlampige Gewohnheit“ von Weißen und Schwarzen angreift, die jeden als rassistisch anprangern, der sich irgendeiner Negerforderung widersetzt.5

Die liberale Herangehensweise ist, dass Toleranz ein Beweis für die Aufrichtigkeit des Verlangens nach Wiedergutmachung sei und eine Periode notwendiger Katharsis für den Hass und die Wut der unterdrückten Gruppe ermögliche. Dass es so nicht funktioniert, zeigt die Zunahme der Bewegung für Separatismus und Missachtung für Weiße sowie die Zunahme von Gewalt und des Gewaltpotenzials auch in Bereichen, in denen viel gute Arbeit geleistet wurde und Fortschritte erzielt worden sind. Genau wie bei der Pornografie ist eine bloße Massenkatharsis sekundärer Triebe, ohne Vorbereitung oder Kontrolle, ein ähnlich nutzloses und gefährliches Manöver wie bei einem Patienten – umso mehr, als es große Menschenmassen betrifft und lawinenartig zum Krieg anwachsen kann.

Die kriecherische, furchtsame Haltung der Weißen ruft Verachtung bei den Schwarzen hervor und führt zu arroganten, unrealistischen Forderungen der Extremisten, wie dem Aufruf zum Selbstmord bzw. der Vernichtung aller Weißen.6 Dieses umgekehrte Vorurteil und dieser Rassismus ist äußerst gefährlich, da er zu Gewalt und Aufruhr in großem Umfang führt, in Verbindung mit anderen Formen der Pest. Wie der weiße faschistische Rassismus entspringt der Rassismus bestimmter frustrierter, unreifer schwarzer Revolutionäre der Mystik der sekundären Triebe. Er wird also nicht durch den Wunsch motiviert, den Zustand der Schwarzen zu verbessern (wenn auch leidenschaftlich rationalisiert durch ihre redegewandten Psychopathen), sondern durch den zerstörerischen Hass blockierter Energie. Diese pestartigen Charaktere benutzen das Elend ihres eigenen Volkes zur persönlichen Glorifizierung und sinnlosen Zerstörung. In Listen, Little Man! hat Reich erklärt, dass ein Kommunist nicht jemand ist, der die Armen liebt, sondern jemand, der die Reichen hasst. Ebenso sind diese schwarzen Extremisten nicht durch die Liebe zu Schwarzen motiviert (sie versinnbildlichen wirklich einen extremen Hass auf ihre eigene Schwarzheit), sondern durch den Hass auf Weiße. Wie alle Faschisten wollen sie das menschliche Glück überall zerstören, da sie in ihrem gepanzerten Zustand echte Liebe, Arbeit und Wissen – besonders in den Rassenbeziehungen – nicht tolerieren können. Sie sollten nicht von einem leichtgläubigen Publikum, das von schuldbeladenen Liberalen und ihren Kommunikationsmedien irregeführt wird, gepriesen, entschuldigt und gar gefeiert werden.

 

Fußnoten

* Pädagoge, Sprachlehrer und Kliniker. Doktorand der Psychologie, New York University. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

4 New York Daily News, 6. Dezember 1968.

5 Artikel von schwarzen Extremisten werden häufig von Weißen geduldet, selbst wenn sie deren Ausrottung propagieren.

6 Vgl. Artikel von LeRoi Jones, Eldridge Cleaver und anderen schwarzen Nationalisten.

 

Anmerkungen des Übersetzers

d Christusmord, Zweitausendeins, Seite 291/92.
„Wie er es schon in der Vergangenheit getan hat, so wird der Freiheitsscharlatan auch in Zukunft Jugendbewegungen ins Leben rufen, und später wird er das Leben der Heranwachsenden in seinem innersten Kern verraten, indem er, weil er mehr versprochen hat, als er halten kann, noch reaktionärer wird als der gute alte Konservative.“

„Der Konservative, der den gesellschaftlichen Status quo verteidigt, weil er die Schwierigkeiten kennt, die mit der Suche nach der Wahrheit verbunden sind, ist bei weitem ehrlicher. Ihm steht zumindest die Möglichkeit offen, anständig zu bleiben. Der Freiheitsscharlatan muss seine Seele zwangsläufig dem Teufel verschreiben, wenn er vorwärts kommen will.“

e Hayakawa war von 1968-1973 amtierender Präsident des San Francisco State College (heute San Francisco State University).
Stichwort belagert: 1968-69 erbitterter Studenten- und Black Panthers-Streik am College. Längster Streik von Studenten einer akademischen Einrichtung in den Vereinigten Staaten.

 

Literatur

1. Mathews, P.: „A Functional Understanding oft the Modern Liberal Character“, Journal of Orgonomy, 1:138-148, 1967.
2. Reich, W.: The Mass Psychology of Fascism. New York: Orgone Institute Press, 1946.
8. Reich, W.: The Murder of Christ. Rangeley, Me.: Orgone Institute Press, 1953

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 111-125.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein