Posts Tagged ‘Südvietnam’

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

19. Mai 2019

 

Paul Mathews:
Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

 

Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

22. März 2019

 

Paul Mathews:
Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

 

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 2)

17. Juni 2018

 

Paul Mathews: Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters (Teil 4)

1. April 2018

 

Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters York: Macmillan Co., 1967

Peters hanebüchener Unsinn

19. September 2016

Ich kann mich noch lebhaft erinnern, wie Peter Scholl-Latour mit der Geste des weitgereisten Weltverstehers sich spreizte, daß die Mohammedaner im Gegensatz zu uns eine weit zurückreichende geschichtliche Erinnerung hätten und die Kreuzzüge im Bewußtsein der arabischen Völker noch immer lebendig und aktuell seien. Hanebüchener Unsinn! Die Kreuzzüge waren nur eine unbedeutende und schnell vergessene Fußnote in der islamischen Geschichte, kein Moslem hat je danach gekräht, bis die europäische Geschichtswissenschaft ihren Einfluß ausübte.

Ein beliebtes Thema bei Scholl-Latour war auch der „große Dschihad“ der Selbstbezwingung, im Gegensatz zum „kleinen Dschihad“, der bewaffneten Verteidigung des Glaubens. Problem ist, daß diese Unterscheidung nur in einem unwichtigen Hadith gemacht wird, kein (oder kaum ein) Moslem davon wußte und wenn in der islamischen Literatur vom Dschihad die Rede war, dann handelte es sich zu 100 Prozent um Mord und Todschlag und sonst nichts. Aber dank solcher „Experten“ wie Scholl-Latour glaubt heute praktisch jeder „kritische Westler“, daß der Islam noch immer von den Kreuzzügen traumatisiert und von quasi yogischer Kasteiung und Selbstbeherrschung gekennzeichnet sei!

Oder etwa Scholl-Latour schreckliches Gelaber über den Vietkong, den er aus eigener Anschauung ja kenne. Blablabla. Problem dabei ist, daß das ausnahmslos nordvietnamesische Soldaten in Zivil waren, die über die unkontrollierbaren Dschungelgebiete Laos‘ und Kambodschas nach Südvietnam eindrangen und in erster Linie die südvietnamesischen Volksmassen terrorisierten, um jeden Rückhalt für die Amerikaner zu unterminieren. Noch heute glaubt man in „gebildeten Kreisen“ jedoch an einen „Volkskrieg“, gar „Befreiungskrieg“. Die damals bei den Linken so ungeliebten Bootsflüchtlinge werden gemeinhin ignoriert.

Man muß sich immer wieder bewußtmachen, daß die Öffentlichkeit in einer Art Paralleluniversum lebt, das mit der Wirklichkeit kaum Verbindungen hat. Das ganze ist auf einem Mangel an funktionellem Denken zurückzuführen. Man nimmt willkürlich Einzelerscheinungen heraus (eine „bestechende“ Idee wie: „der europäische Dschihad! Die Kreuzzüge!“, eine abwegige Entdeckung in den Fußnoten der islamischen Rechtswissenschaft, eine persönliche Begegnung mit angeblichen „Freiheitsschärlern“, etc.) und baut darauf ganze Weltanschauungen auf, die dann vielleicht noch durch Regierungsberater geschichtswirksam werden. Man kann davon Ausgehen, daß etwa die famose „Flüchtlingspolitik“ der Bundesregierung auf den Ratschlägen von lauter „Peter Scholl-Latours“ beruht.

Es ist eine gepanzerte Wahrnehmung und ein daraus resultierendes „gepanzertes“ Denken.