Die Antworten auf die Frage nach der Herkunft des hysterischen, fast schon psychotischen „Kampfes für die Demokratie und gegen Donald Trump und die AfD“ sind durchweg zweierlei Natur: entweder wird „materialistisch“ auf die Angst der intellektuellen Negativauswahl verwiesen, von den Pfründen der „demokratischen“ Macht verdrängt zu werden, oder es wird „idealistisch“ das ernst genommen, was diese „demokratischen“ Gestalten als Rechtfertigung absondern – es gehe um ihre „demokratischen Ideale“.
Mich persönlich hat von jeher die historisch-materialistische Perspektive fasziniert, nämlich daß das geistig mediokere „Intellektuellen-Proletariat“ (Studienabbrecher, Plagiatsbetrüger, Kinderbuchautoren, Außentoastbrote, Absolventen von nutzlosen Laberfächern, etc.) schlichtweg seine kleinbürgerlichen Klasseninteressen durchsetzt. Zum eigentlichen, dem bio-energetischen Kern der Angelegenheit führt aber eher der „geistesgeschichtliche“ Ansatz: der Konflikt zwischen zwei unversöhnlichen „Visionen“ davon, wie man die Gesellschaft in Zukunft gestalten soll – „demokratisch“ oder „populistisch“.
Woher diese viszerale Angst und Panik angesichts des Populismus? Zunächst einmal müssen wir fragen, was das überhaupt sein soll, „Populismus“. Offensichtlich geht es um eine Politik „aus dem Bauch heraus“. Stichworte wie „kurzen Prozeß machen“, „unser Land“, „ich habe Angst“, „mir platzt die Hutschnur“ etc. mögen ausreichen = muskuläre Abwehr. Dagegen stehen dann „demokratische Gepflogenheiten“, die man auf das Diktum reduzieren kann, daß „es keine einfachen Antworten auf komplizierte Probleme geben kann“ = intellektuelle Abwehr. Kopf statt Bauch!
Offenbar taumelt „der Kopf“ (verkörpert durch das besagte Pseudo-Intellektuellen-Lumpenproletariat) von einem Schwindelanfall in den anderen, weil er zunehmend vom „Bauch“, dem bioenergetischen Kern, abgetrennt ist. Das sieht man insbesondere an der angeblich „christlichen“ CDU, die in ihrem „Kampf gegen Rechts“ mittlerweile fanatischer geworden ist als selbst die SPD. Erklärlich ist das, weil das Christentum in den letzten Zügen liegt und, abgesehen von ein paar schizophrenen Sonderlingen, wirklich niemand mehr an Gott wirklich glaubt, selbst die wenigsten Priester und Pastoren tun das. Um überhaupt noch irgendeinen Halt im Leben zu finden, wendet sich deshalb der CDUler der „Ethik“ zu, DEM Guten, und identifiziert sich mit der sozialen Fassade mit einer Inbrunst, die einst „Gott“ galt.
1. Die muskuläre Abwehr, die den konservativen („populistischen“) Charakter auszeichnet, wird zunehmend durch eine intellektuelle („demokratische“ a la „demokratische Volkrepublik“) Abwehr verdrängt;
2. gesellschaftlich tut sich das in der wachsenden Spaltung zwischen einer pseudo-intellektuellen Nomenklatura in Politik, Medien und „Wissenschaft“ auf der einen Seite und den breiten „populistischen“ Massen auf der anderen Seite kund – ein klassischer Klassenkonflikt zwischen Parasiten und Arbeitern.
3. Bei Gesundheit sind die Kreiselwelle (das energetische Orgonom, Zentrales Nervensystem – „Kopf“) und die Pulsation (das orgonotische System, Vegetatives Nervensystem – „Bauch“) zwei Funktionen, die sich wechselseitig anziehen und einander ergänzen. Infolge von Panzerung wird daraus ein antagonistischer Gegensatz, was den Konflikt innerhalb der einzelnen Person („Kampf gegen die egoistischen Triebe“) und in der Gesellschaft („Kampf gegen den Populismus“) erklärt.
4. Während der „Populist“ weitgehend aus dem bioenergetischen Kern heraus funktioniert, wenn auch mystisch verzerrt, was bedeutet, daß er „in Gott ruht“, lebt der „Demokrat“ ausschließlich in der oberflächlichen, äußeren Fassade und muß entsprechend ständig seine moralische Überlegenheit gegenüber „Populisten“ und seine moralische Konformität gegenüber anderen „Demokraten“ signalisieren. Nur das hält diese Zerebral-Kreaturen überhaupt am Leben, denn abgetrennt von „Gott“ (dem orgonotischen System) würden sie, der Kreiselwelle folgend, buchstäblich in den kosmischen Weiten verlorengehen. Nur das soziale Netz des Gutmenschentums hält diese verlorenen Seelen, diese ätherischen Wanderwitze, noch auf diesem Planeten fest.
Wie ungeeignet und oberflächlich die (Neue) Phänomenologie ist, zeigt sich in der Beschreibung des „vitalen Antriebs“:
Der vitale Antrieb, die Achse der spürbaren leiblichen Dynamik, besteht in der antagonistischen Verschränkung der fundamentalen leiblichen Impulse Engung und Weitung, die ich in dieser Verschränkung als Spannung bzw. Schwellung bezeichne. Übergewicht der Spannung findet sich z.B. bei Angst, Schmerz, Beklommenheit, ungefähres Gleichgewicht bei körperlicher Kraftanstrengung, Übergewicht der Schwellung bei Wollust. (S. 306)
Hier gerät aus bioenergetischer Sicht soviel durcheinander, daß nichts als Wirrnis übrigbleibt. Das ganze ist vollkommen indiskutabel. „Phänomenologisch“ wäre der Orgasmus beispielsweise eine Expansion, bioenergetisch ist er jedoch das genaue Gegenteil!
Wie oberflächlich und abwegig Schmitz ist, sieht man auch daran, daß er die moderne Verwahrlosung der Sexualität als weniger gewichtig erachtet als die der – Musik (S. 315). Was er in dem betreffenden Brief über Sexualität und etwa über den Krieg schreibt, ist derartig verstiegen…:
…das heute merkwürdig starke und zunehmende Liebäugeln mit dem Sadismus. Ich bin durchaus dagegen, nach Verboten zu rufen, abgesehen von Verbrechen, wobei Menschen gegen Ihren Willen gequält werden. Ich rechne nämlich damit, daß auf diese Weise ein wichtiges Bedürfnis menschlicher Lebensgestaltung sich seinen Weg sucht. Im letzten Aufsatz meiner Sammlung „Höhlengänge“ (Berlin 1997) habe ich unter dem mir auferlegten Titel „Die ethische Bedeutung der Atombombe“ auf die Not hingewiesen, in die die Menschen durch den Entzug der Möglichkeit des Sichauslebens in der Form der Kriege geraten, weil damit eine einzigartige Chance der Integration von personaler Emanzipation und personaler Regression verlorengeht, der Vereinigung von gespannter Erregung, erschütterndem Betroffensein mit kühler Wachsamkeit und besonnenem Handeln. Diese Integration ist aber für personale Selbstbehauptung unentbehrlich, wofür das Bild des Wellenreiters steht; andernfalls droht Steuerlosigkeit oder steife Verstiegenheit. Die Menschheit braucht einen Ersatz für den Krieg, sofern dieser bei gesteigerter Zivilisation und unter dem Druck moderner Waffen nicht mehr als Leitbild taugt, und ich könnte mir denken, daß sich an dieser Stelle einmal eine Kultur des leiblichen Schmerzes herausbilden wird, nicht so, daß man wie Dutroux Leute gegen ihren Willen zu Tode quält; aber vielleicht wie bei den Indianern oder nach Wellhausen „Reste arabischen Heidentums“ oder auf andere Weise. Das Liebäugeln mit dem Sadismus bereitet vielleicht eine solche Entwicklung vor. (S. 317)
Reich, der tatsächlich durch die Hölle des Krieges gegangen ist, hat das Notwendige über solche „Analysen“ gesagt. Die von Schmitz erinnert fatal an die Freuds… Nichtig! Trotzdem, man mag es kaum glauben, ist Schmitz interessant, denn seine Phänomenologie stellt eine nicht-psychologische Herangehensweise an das Phänomen des Erlebens, des „subjektiven Erlebens“, wie man so schön sagt, dar. Die Psychologie ist nämlich mit einem „metaphysischen“ Ballast befrachtet, beispielsweise der Vorstellung, daß man „ein Gefühl hat“, d.h. ein „Ding“ ein anderes „Ding“ „produziert“.
Ein „Ding“, in diesem Fall das „Ich“, stellt sich gegen andere „Dinge“, es kann in unterschiedliche „Dinge“ (Ichs) zerfallen, etc., wobei dieses „Ding“ so ungreifbar ist, wie das sprichwörtliche „Gespenst in der Maschine“. Tatsächlich gibt es aber kein Subjekt und kein Objekt, und das Subjekt besteht vor allem nicht aus „Teilen“. Alles ist ein orgon-energetisches Kontinuum. Wir sind orgonotische Erstrahlung, die ständig zwischen Assoziation („Einheit“) und Dissoziation („Vielheit“) wechselt. Wenn dieses Hin und Her aufhört, setzt der Wahnsinn (Panzerung) ein. „Wir“ sind nichts anderes als orgonotische Erstrahlung, Assoziation und Dissoziation. Wir sind Orgonenergie und nichts anderes. Das Bewußtsein ist orgonotische Erstrahlung.
Man betrachte dazu die gesamte orgonometrische Gleichung des Kontakts: mit koexistierender Wirkung, Erstrahlung (Weitung), Anziehung (Engung), Dissoziation (Weitung) und Assoziation (Engung) auf der einen Seite und KRW (Zentrales Nervensystem) und Pulsation (Vegetatives Nervensystem) auf der anderen Seite. Was all diese Funktionen vereint, ist die „elastische Kohäsion“ der Orgonenergie mit ihrem ständigen Wechsel von Weitung und Engung. Das sind wir! Es vereint die „subjektive Welt“ und die objektive Realität. Dies wird besonders deutlich in den Dämmerungszonen des Bewußtseins, wenn wir morgens erwachen und abends einschlafen und dabei diese Vorgänge unmittelbar erleben.
Man muß Schmitz zugute halten, daß er sich mit diesem Bereich beschäftigt, der selbst von der Psychologie, erst recht aber von den restlichen Naturwissenschaften auf eine grundsätzliche Weise verfehlt wird. Sie vermitteln dem Menschen ein Bild seiner selbst, das man einfach nur als grotesk (wahnsinnig, „gepanzert“) bezeichnen kann. Das dafür keinerlei Bewußtsein oder gar Sprache existiert, macht das ganze nur noch grotesker! So absonderlich, und aus gutem Grund, uns Schmitz manchmal vorkommen mag…
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Es wird immer wieder unternommen Reich ad absurdum zu führen, indem man auf Aldous Huxleys Brave New World verweist und auf neuere Mechanismen der psychologischen Kriegsführung. Statt zu befreien, wie Reich angeblich behauptet habe, würde Sex versklaven. Es wird dann gerne auf Pornosüchtige verwiesen.
Und genau hier fängt das große Mißverständnis an. Es geht um Kontakt, ohne den macht Sex offensichtlich überhaupt keinen Sinn. Wenn Sex zur psychologischen Kriegsführung verwandt wird, geht es ausschließlich um die Herstellung bzw. Verstärkung von Kontaktlosigkeit. Das kennt jeder aus dem Alltag, wenn man plötzlich mit plakativer Obszönität konfrontiert wird. Sie ist dermaßen unangebracht, grotesk „out of place“, daß man sofort den Bezug zur Realität verliert. Heutzutage ist man dem ständig ausgesetzt und fragt sich zunächst entsetzt: „Was soll der Scheiß!?“ – bis man abgestumpft ist, d.h. Kontaktlosigkeit induziert wurde. Besonders effektiv ist das, wenn die Obszönität als „Natürlichkeit“ verkauft wird.
Womit wir es hier zu tun haben, ist sozusagen eine Kombination der beiden Mechanismen, die in Teil 100 (Zusammenbruch des Vegetativen Nervensystems) und Teil 101 (Zusammenbruch des Zentralen Nervensystems) beschrieben wurden. Wenn sowas allen Ernstes Wilhelm Reich zugeschrieben wird bzw. diesem entgegengehalten wird, ist der Kulminationspunkt an Emotioneller Pest erreicht. Das sind die Leute, die sich in ihrer Verehrung für Marquis de Sade kaum einkriegen können, jedoch LaMettries „Wollust-Schriften“ als vernachlässigbare Schäferidyllen abtun, weil sie nur von einem handeln: dem Kontakt zwischen Menschen.
Ähnlich ist ihre Herangehensweise an Max Stirner, der als „Egoist“ abgetan wird, für den die Mitmenschen nur tote Objekte sind. Wie vollkommen absurd diese Interpretation ist, sieht man daran, daß es Stirner um nichts anderes ging, als die „Gespenster“ zu vertreiben, mit denen sich die Menschen identifizieren, statt direkten Kontakt miteinander aufzunehmen und entsprechend „egoistisch“ weit mehr Lust und Befriedigung im direkten Kontakt zu finden als in der „Pornowelt“ der Ideologien und bloßen Worte. Gewisserweise kann ich mir kaum etwas „Konservativeres“ vorstellen als diesen, Stirners Ansatz!
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
In Teil 100 beschrieb ich den Bereich der Emotionen (das orgonotische System, das Vegetative Nervensystem), hier soll es nun um den Bereich des „energetischen Orgonoms“ gehen, das in unserem zentralen Nervensystem sich materiell niederschlägt und um unsere Gehirnaktivität kreist.
Um unser natürliches Empfinden von Recht und Unrecht, d.h. den Kontakt zum bioenergetischen Kern, auszuschalten, wird das Vegetative Nervensystem durch „DeSade-ismus“ überwältigt und ausgeschaltet. Die Entsprechung hinsichtlich des Gehirns, genauer hinsichtlich der Kognitionen, finden wir in der „Absurdität“. Unser rationales Denken wird ausgeschaltet, indem es durch Absurdität zum Kollaps gebracht wird.
„Dadaismus“ ist eines der Hauptmechanismen der Emotionellen Pest und gleichzeitig eine der Abwehrstrategien gegen die Emotionelle Pest. Wir können keine rationalen Schlüsse mehr ziehen und werden Anfällig für Manipulation. Wir verlieren buchstäblich den Boden unter den Füßen, werden konfus und hilflos. Man denke nur all den Genderwahnsinn, den Wahnsinn um „kulturelle Aneignung“ und neuerdings alles, was Linke heute vertreten: früher war das der Bereich von Monthy Phyton – heute ist das die neue Normalität. Früher hätte man über nigerianische Schiffbrüchige im Mittemeer und Transvestiten, die über die Frauenquote in den Bundestag gelangen, herzhaft gelacht. Heute wirst du hart bestraft und deine Existenz ist gefährdet, wenn du darüber lachst!
Hier kommt auch die angeschnittene Doppelgesichtigkeit des „Dadaismus“ zum tragen, denn gegen diesen diabolischen SCHWACHSINN kann man nur noch mit Satire antworten. Ich verweise insbesondere auf den einfach nur göttlichen Medienfuzzi!
Der „Hofnarr“ Friedrichs des Großen, LaMettrie hat den „Dadaismus“ genutzt, um den Fängen der damaligen Zensur zu entkommen und gleichzeitig seine Gegner buchstäblich in den Wahnsinn zu treiben. Man denke etwa an seine Auseinandersetzung mit Albrecht von Haller, dieser Verkörperung einer grotesken Mischung aus der überkommenen Emotionellen Pest (inquisitorisches Christentum) und der damals hochmodernen Emotionellen Pest („vivisektionierende“ Naturwissenschaft).
Entsprechend bestand auch immer bei einigen Kritikern die Unsicherheit, ob Stirners Der Einzige und sein Eigentum wirklich ernstgemeint oder nicht vielmehr eine bloße Satire gewesen sei! Reich mußte sich mit einer Psychoanalyse herumschlagen, die in ihrem willkürlichen Surrealismus (man Denke nur an den schieren Schwachsinn, den Freud in den „Wolfsmann“ hineininterpretiert hat) nicht nur ihre eigenen Grundlagen untergräbt (die Libidotheorie), sondern auch die der gesamten Gesellschaft. Bei den heutigen Grünen scheint beispielsweise die ekelige haßzerfressene Charaktermaske Herbert Marcuses durch.
Richtig betrachtet, steht das LSR-Projekt im Zentrum einer psychologischen Kriegsführung, die seit 6000 Jahren andauert.
Ihm zuzuhören lohnt sich immer. Er ist der moderne Faust, den es in ferne exotische Gefilde trieb. Die Ausführungen des ehemaligen deutschen Mitglieds der französischen Fremdenlegion, 17 Jahre, 13 Kriegseinsätze in Afrika, sind stets von Lebenserfahrung gesättigt und von einer tiefen Humanität geprägt. Im obigen Video beschreibt er etwas, was ich – und sicherlich jeder von uns – in homöopathischen Dosen selbst erlebt habe: unter extremer Belastung spaltet man sich in zwei Teile. Der eine Teil ist emotional engagiert und voller Verzweiflung, weil nichts mehr geht, man stirbt fast vor Angst, der andere Teil ist distanziert, reduziert auf kalte Sensation und beobachtet „von oben“, daß alles perfekt funktioniert und cool ist. Ähnliches wird von Nahtodeserfahrungen berichtet.
Kann es sein, daß wir tatsächlich die „zwei Seelen“ haben, von denen Faust bei seinem Osterspaziergang gegenüber Wagner spricht?
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.
O gibt es Geister in der Luft,
Die zwischen Erd und Himmel herrschend weben
So steiget nieder aus dem goldnen Duft
Und führt mich weg zu neuem, buntem Leben!
Ja, wäre nur ein Zaubermantel mein,
Und trüg er mich in fremde Länder!
Mir sollt er um die köstlichsten Gewänder,
Nicht feil um einen Königsmantel sein.
Der Mensch besteht aus zwei energetischen Systemen. Das im Solarplexus zentrierte und im Vegetativen Nervensystem Struktur gewordene orgonotische System, das in unseren Emotionen mit dem Wechsel von Lust (Expansion) und Angst (Kontraktion) zum Ausdruck kommt. Es entspricht der Pulsation der kosmischen Orgonenergie. Das zweite System ist das Zentrale Nervensystem, also in erster Linie das Gehirn. Es entspricht der orgonotischen Kreiselwelle bzw. dem bohnenförmigen „energetischen Orgonom“ und wird subjektiv als Sensation wahrgenommen:
Unter extremem Streß löst sich dieser zweite, sozusagen mehr „ätherische“ Teil vom mehr „erdgebundenen“ ersten Teil? Es ist das, was Thomas Gast wiederholt erlebt hat und was die Grundlage der meisten „mystischen“ Erfahrungen ist. Kulte versuchen diesen Zustand durch verschiedene Techniken, die auffällig dem militärischen Drill ähneln, künstlich zu induzieren. Auf nichts anderem beruht ein Großteil von Mystik und vermeintlicher „Esoterik“.
Die Funktionen des Staates, der Wirtschaft, der Freiheit und der Unabhängigkeit im Vergleich zum Zentralen Nervensystem, dem Autonomen Nervensystem, den Emotionen und der spontanen Aktivität im allgemeinen
Manchmal braucht man lange um zu verstehen. Diesen Blogbeitrag hat der geneigte Leser dem Stöbern in meinem Archiv zu danken, wo ich auf einen alten Flyer der „Sigmund Freud PrivatUniversität, Wien“ gestoßen bin. Es geht um eine Veranstaltung zu Reichs 50. Todestag 2007.
Der Soziologe Prof. Dr. Helmut Dahmer führte aus, wie es zu Reichs „Verabschiedung der Psychologie zugunsten einer phantastischen Naturwissenschaft (der ‚Orgonologie‘)“ gekommen sei. Reichs Lehrer Freud hatte sich, so Dahmer, von einem materialistischen Physiologen der Helmholtz-Schule zu einem Kulturkritiker entwickelt, der unsere „seelischen und kulturellen Institutionen“ als „Religionen“ enttarnte. Dahmer weiter: „Seine (Freuds) neuartige Wissenschaft – eine Kritik von Pseudonatur, die sich sowohl von der traditionellen Geistes- wie von den traditionellen Naturwissenschaften unterscheidet – präsentierte er (aus verschiedenen Gründen) auch weiterhin als eine Naturwissenschaft.“ Die „Freudsche Linke“, nicht zuletzt Reich, sei diesem Verständnis der Psychoanalyse als Naturwissenschaft treugeblieben, wobei er, Reich, schließlich „die resignative Abkehr von der Geschichtsphilosophie und die Hinwendung zur Naturphilosophie (…) (wiederholte), wie sie schon für die nachhegelsche Philosophie (Schelling, Feuerbach) im 19 Jahrhundert charakteristisch war“.
Mit großen Bildungsgestus spielt Dahmer die alte Leier der Marxisten: Reich war kein richtiger Marxist, weil er den Menschen unkritisch nicht primär als gesellschaftliches Wesen, sondern als Naturwesen betrachtete. Reich konnte darauf nur antworten, daß er der „Ausdruckssprache des Lebendigen“ folgte, in der sich beides zeigte: die durch die Gesellschaft verformte Pseudonatur, der Freud sein Lebenswerk widmete (Muskelpanzerung, sekundäre Triebe, das komplizierte und verwickelte „Unbewußte“), und die wirkliche Natur (die denkbar einfachen primären Triebe), zu der Leute wie Freud und Dahmer keinen Zugang haben, weil sie von der bunten und verwirrenden Welt der Neurosen und Perversionen in Beschlag genommen werden und sich in dieser behaglich suhlen.
In vieler Hinsicht die Gegenposition zum „Freudo-Marxisten“ Dahmer nimmt Dr. med. Heike Buhl ein, die 2007 am gleichen Ort über „Orgonmedizin in der Praxis“ referierte. Dabei fällt der bemerkenswerte Satz: „Wilhelm Reich entwickelte seinen zunächst psychosomatischen Ansatz im Laufe seines Lebens zu einem energetischen Konzept weiter. Seine Arbeit veränderte sich: nicht mehr der Gefühlsausdruck, sondern die Anregung der selbstregulierten Lebenskraft, die er Orgon nannte, stand nun im Vordergrund.“ Nun, das ist eine der Hauptmißverständnisse der Orgontherapie durch orgonomische Laien: daß der Orgontherapeut von innen her das Lebendige gegen den Panzer mobilisiert. Tatsächlich ist es umgekehrt: der Panzer wird von außen Schichtweise abgetragen, genauso, wie am Anfang jedes Cloudbusting zunächst die Beseitigung des DOR steht, das Aufbrechen der „atmosphärischen Panzerung“, bevor man „mit dem Orgon arbeitet“.
Buhl führt auch aus, daß „der energetische Ansatz“ „im übrigen erstaunliche Parallelen zu den östlichen Energiesystemen des Daoismus aufweist“. Es geht also darum, das „selbstregulierte“ Chi, Prana und vermeintliche „Orgon“ zu unterstützen, auf daß die Selbstregulation sozusagen die Macht im Menschen übernimmt. Nun, das ist keine Wissenschaft, sondern genau die „Religion“, die Freud zu Recht kritisiert hatte. Die vermeintliche reine „Lebenskraft“, die Buhl mobilisieren will, ist erstens geprägt durch die gepanzerte Gesellschaft, etwas, was Reich schon in seinen bioenergetischen Experimenten in den 1930er Jahren feststellte („negative bioelektrische Konditionierung“), und zweitens hatte Reich schon in den 1920er Jahren bei der Weiterentwicklung der Psychoanalyse zur Charakteranalyse festgestellt, daß es nur zu Chaos führen kann, wenn man ohne systematische Widerstandanalyse durch Deutungen die Libido sozusagen direkt anspricht. Die Ausdruckssprache des Lebendigen übergehen zu wollen… – grotesker geht es einfach nicht!
Heike Buhl, die den Menschen nicht als gesellschaftliches Wesen, sondern als Naturwesen betrachtet, präsentiert genau den „orgonologischen“ Strohmann „Wilhelm Reich“, den Helmut Dahmer dann mit überlegener Leichtigkeit umhauen kann.
Übrigens sind die klassische Psychoanalyse und die diversen Therapien der „energetischen Medizin“ durchweg für die Katz, vollkommen sinnlos, wenn nicht kontraproduktiv, weil sie einseitig das energetische Orgonom (Zentrales Nervensystem, Sensationen) ansprechen, so daß der Organismus immer ins orgonotische System (Vegetatives Nervensystem, Emotionen) ausweichen kann, wenn die Therapie das neurotische Gleichgewicht gefährdet. Und genau darum geht es pseudo-progressiven „Antiorgonomen“ wie Helmut Dahmer und Heike Buhl in Wirklichkeit: es soll sich ja nichts verändern, genauso wie sich im daoistischen China über Jahrtausende nichts verändert hat am ständigen Massaker am Lebendigen.