Der zentrale Slogan der gesamten Drogenkultur im allgemeinen und der Potheads im besonderen ist das „Was soll’s!“ „Take it easy!“ Es gibt kaum eine gesündere und gleichzeitig kaum eine kränkere Haltung als diese.
Beispielsweise haben diese Haltung Kinder, die unerklärlicherweise auch unter schlimmsten Familienverhältnissen aufgewachsen sind (etwa beide Eltern gewalttätige Alkoholiker) und dabei gesund blieben. „Was soll’s!“ Die neurotische (neurotisierende!) Scheiße ging bei ihnen ins eine Ohr hinein und aus dem anderen wieder raus. Allgemein ist das die einzige Haltung, um in einer vollkommen verrückt gewordenen Welt zu überleben. WAS SOLL’S!
Andererseits ist es die kränkeste überhaupt denkbare Haltung. Man nehme nur „die“ heutige Jugend. Sie weiß alles über das Silikon in den Titten irgendeines synthetischen Popsternchens, aber (abseits billiger Sentimentalität) nichts von den Tiefen des Lebens. Die Demographie in diesem Land? Der Verfall von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit? „Was soll’s!“ Und das mit einer herablassenden Blasiertheit…
Das erste „Was soll’s!“ ist eine kontaktvolle Äußerung des Kerns: „Was geht mich der fassadäre Firlefanz an!“ Das zweite „Was soll’s!“ ist eine kontaktlose Äußerung der Fassade, die gegen den Kern gerichtet ist: „Fack ju Göhte!“ Das erstere hat Menschen gerettet, das letztere wird diese Gesellschaft unausweichlich zerstören.
Da das „Was soll’s“ imgrund so gesund ist, ist die Wahrheits- und Freiheitskrämerei der Drogenkultur so überaus effektiv.
Teil 3 der Massenpsychologie des Faschismus handelt von der Überwindung der beiden Totalitarismen. Etwa anhand der Herstellung und der Verwendung von Mikroskopen wird einem das objektiv notwendige Ineinandergreifen der verschiedenen Arbeitsebenen und Arbeitsschritte deutlich vor Augen geführt und wie überflüssig und störend hier jede Ideologie ist. Das Eingreifen irgendwelcher Apparatschiks, die nichts mit den Arbeitsvorgängen verbindet, die Behinderung bis hin zur Unterbrechung des Arbeitsprozesses durch nationalistische und rassistische Wahnideen, etc.
Was uns dieses Werk heute zu sagen hat, ist offensichtlich. Ist doch die Asylkrise von Ideologie geprägt, ist ständig von „Demokratie“ die Rede, wenn es um die Durchsetzung von Politiken geht, die dem „Demos“, dem Volk massiv schaden. Und schließlich werden die Menschen von Kindesbeinen an derartig verbogen, daß sie nicht mehr ihre eigenen Interessen sehen und für ihre eigenen Interessen einstehen können. Und das alles im Namen der „moralischen Reinheit“, was uns zu Teil 1 zurückführt.
Die Sozialrevolutionäre Bewegung aus der Reich (der „Marxist“) herausgewachsen ist und ohne die dieses Buch schlichtweg undenkbar wäre, kann man auch als einen Aufstand der Arbeitssphäre gegen eine Schicht von nichtarbeitenden Nichtsnutzen und Parasiten betrachten: „Adel“, Rentiers, die Nomenklatura. Eine Schicht, die gerade Deutschland in den Untergang reitet.
Rechte und Linke träumen von einer politiklosen Gesellschaft. Welcher Traum könnte schöner sein als der, daß dieser ganze irrationale Mumpitz endlich unser Leben verläßt! Gestalt gewinnt dieser Traum etwa im Konzept eines reinen Verwaltungsstaates nach dem Rechten (autoritären) Karl-Heinz Hoffmann („Wehrsportgruppe Hoffmann“). Die Regierung erwüchse in diesem quasi „monarchistischen“ Zukunftsmodell aus der Verwaltung, Experten regierten und Parteien und Wahlen würden abgeschafft. Klingt vernünftig, denn würden alle unsere Politiker nicht aus dem Sommerurlaub zurückkehren: kein Mensch vermißte sie. Wir müßten allenfalls auf immer neue und immer schwachsinnigere Gesetze verzichten! Aber muß diese Hoffmannsche Utopie nicht zwangsläufig in einen verknöcherten Kafkaesken Alptraum münden, wo im Extremfall „unnütze Esser“ „verschwinden“ und alles endet wie in einer Militärdiktatur. War die neo-feudalistische „DDR“ so viel anders?
Von linker (anti-autoritärer) Seite kommen rätekommunistische und anarcho-syndikalistische Träumereien, wie die ersten Ausformulierungen des Konzepts „Arbeitsdemokratie“ durch Wilhelm Reich Ende der 1930er Jahre, der damals immer noch eindeutig links stand. Auch dort sollten die Experten regieren, nur daß Reich (inspiriert von der Arbeiterbewegung im allgemeinen und dem „anti-bürokratischen“ Trotzkismus im besonderen) mehr von der Wirtschaft her dachte und von der Selbstorganisation der „Produzenten“ und Konsumenten, d.h. der Arbeiter. Auch in einer solchen nicht von oben (wie bei den Rechten), sondern von unten regierten Gesellschaft möchte ich nicht leben, einfach weil nach allgemeiner Lebenserfahrung sich persönlichkeitsgestörte Besserwisser in den Vordergrund spielen werden, Gruppendruck herrschen wird und genau das passieren wird, was bei und nach der Gründung der Grünen passiert ist: die „roten Garden“ werden sich durchsetzen und das ganze wird im ganz gewöhnlichen roten Faschismus münden! Das hatten wir schon alles in der russischen Räte-Union („Sowjetunion“)!
Ohnehin werden die beiden Utopien, so heilsam sie auch auf den ersten Blick wirken mögen, langfristig nicht funktionieren, da sich die gepanzerte Gesellschaft stets in links und rechts spalten wird. Solange die Menschen gepanzert sind, wird man die Politik nicht beseitigen können. Politik ist eine BIOENERGETISCHE Gegebenheit des gepanzerten Menschen wie jede andere neurotische Erscheinung auch. Schaltet man aber die Politik aus, wird sie schon bald in leicht veränderter Form automatisch von neuem ihre häßliche Gestalt erheben. Gepanzerte (neurotische) Menschen werden sich immer in zwei Gruppen spalten, wobei die eine jeweils den Trieb und die andere die Triebabwehr repräsentieren wird. In einer parlamentarischen Demokratie wie Deutschland wird dieser Konflikt nicht unter den Teppich gekehrt, sondern in all seiner Häßlichkeit auf kontrollierte Weise öffentlich ausgetragen. Nur aus diesem Grund konnte Amerika so lange überleben und sogar den vielleicht verheerendsten Bürgerkrieg der Weltgeschichte überstehen. Ähnliches läßt sich über das an sich unregierbare Indien sagen. Jede andere Konstruktion ist nicht überlebensfähig, weil Konflikte nicht ausgetragen werden und es über kurz oder lang zum großen Knall kommen muß. Oder mit anderen Worten: wer Alternativen zu den westlichen Demokratien entwirft, ist ein gefährlicher Spinner!
Das wirkliche, das eigentliche Problem ist, daß die bioenergetischen (charakterologischen) Grundlagen dessen, was geschieht, nicht durchschaut werden und deshalb nicht zunehmend bewältigt werden können – in Richtung des von Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus dargelegten reifen Konzepts einer Arbeitsdemokratie. Die Aufgabe, dieses bioenergetische Wissen zu vermitteln, hat sich Charles Konia gestellt, wie wir morgen sehen werden.
„Liebe, Arbeit und Wissen sind die Grundlagen unseres Lebens. Sie sollten es auch beherrschen.“ Dieses Motto Wilhelm Reichs ist nicht so unproblematisch fundamental, will sagen bioenergetisch, wie es auf den ersten Blick erscheinen will.
Erstens gibt es diese drei „Naturfunktionen“ nicht im Tierreich. Liebe ist nicht nur ein unverbindliches angenehmes Gefühl, sondern ein Versprechen von Treue und Verläßlichkeit. Arbeit ist, frei nach Marx, nicht ein blindes Werkeln, sondern immer mit bewußter Planung verbunden, also mit dem Blick auf die Zukunft, die durch eine geistige Blaupause vorweggenommen wird. Wissen ist nichts anderes als die Kunst der Voraussage. „Das Boot wird kentern, wenn nicht die Fugen richtig abgedichtet werden.“ Jede einzelne dieser drei Funktionen beinhaltet also jeweils große Spannungsbögen im krassen Gegensatz zur bloßen Lustabfuhr, der Befriedigung des Bewegungsdrangs und das Begnügen mit dem Hier und Jetzt. („Wieso? Das Bott schwimmt doch!“)
Die Arbeitsdemokratie („Liebe, Arbeit und Wissen“) setzt demnach einen gewissen Grad an emotionaler Reife und ein Mindestmaß an Intelligenz voraus. Das sieht man unmittelbar anhand der beiden Ausdrucksweisen der Arbeitsdemokratie in der gepanzerten Gesellschaft: der Demokratie und der Marktwirtschaft. In primitiven Weltgegenden werden kaum je Stammesdenken und Kriminalität (Bestechung, Vetternwirtschaft, Korruption) transzendiert. Das sahen wir im Nationalsozialismus, sehen wir in der heutigen Türkei und generell in der Dritten Welt. Nicht zuletzt sehen wir das aber in unserer heutigen grünroten Demokratie mit ihrem Gesinnungsterror und den wirtschaftlichen Profiteuren der um sich greifenden zukunftsblinden Verblödung (Beispiel „Energiewende“, irrwitzige Abgaswerte, Asylindustrie, etc.).
Entweder ist ein Mensch (und eine Gesellschaft) ungepanzert, d.h. gesund, oder nicht, also krank. Gesundheit und Krankheit sind zwei grundlegend unterschiedliche Kategorien zwischen denen es keine Übergänge, Abstufungen oder Grauzonen gibt. Entweder hat man Malaria oder man hat sie nicht. Es gibt keine Gesunden, die mehr oder weniger von der Malaria entfernt sind. Es gibt aber sehr wohl Malariakranke, die fast gesund und Malariakranke, die fast tot sind, ein Kontinuum unendlich vieler Abstufungen. Der orgastisch potente und der gepanzerte Mensch sind zwei vollkommen unterschiedliche Spezies. Das einzige, was man sagen kann, ist, daß es mehr oder weniger ausgeprägt kranke (gepanzerte) Menschen gibt.
An dem hier beschriebenen fehlerhaften Denken leiden auch alle soziopolitischen Analysen, die so tun, als gäbe es irgendwas, was die Marktwirtschaft mit der organisierten Kriminalität verbände oder die Demokratien mit Diktaturen. Vorzugsweise argumentieren so Rechts- und Linksextreme. Allenfalls haben Diktaturen unterschiedlich schlimme Phasen. Beispielsweise war der nationalsozialistische Gebilde nach seiner Konsolidierung kaum zu vergleichen mit dem gleichen „Staat“, der im Krieg Fabriken zur systematischen Ermordung von Menschen unterhielt. Das gleiche läßt sich über die Sowjetunion sagen, wenn man die Zeit der Neuen Ökonomischen Politik mit der Zeit der Säuberungen vergleicht. Es gab Zeiten, wo die Demokratien mit den Diktaturen verhandeln konnten, aber das ändert nichts daran, daß es zwei GRUNDSÄTZLICH unterschiedliche Systeme sind.
Man kann allenfalls sagen, daß Demokratien nicht homogen sind und es in ihnen jede Menge an emotionell pestkranken Menschen gibt. Deshalb muß man alles tun, daß sie nicht in Richtung Faschismus bzw. Sozialismus kippen und dergestalt ihr Wesen (das CFP, das gemeinsame Funktionsprinzip) GRUNDSÄTZLICH ändern.