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Der Rote Faden (Band 2): 40. Anorgonie
4. Mai 2017Donald Trump und die Libidotheorie
7. Dezember 2016Die Schulpsychiatrie stellt Trump als perfektes Beispiel der „narzißtischen Persönlichkeitsstörung“ hin (die u.a. zu Depressionen neigen kann), für die Orgonomie ist Trump ein „oral unbefriedigter phallisch-narzißtischer Charakter“, d.h. ein Phallischer Narzißt mit einer oralen Blockierung aufgrund von Nichtbefriedigung. Er ist ein Mensch mit einer schwerwiegenden Blockierung der oralen Libido. Zwar konnte er trotzdem eine frühe Ausprägung der Genitalität erreichen, den phallischen Narzißmus, doch wird diese von unbefriedigten oralen Strebungen überlagert. Beide Diagnosen, die gängige und die orgonomische, gehen auf Reichs Arbeit zurück, die erstere modifiziert in den 1960er Jahren durch Otto F. Kernberg und Heinz Kohut, die letztere zur gleichen Zeit durch Elsworth F. Baker.
Der Unterschied ist, daß die gängige Diagnostik rein deskriptiv ist, sowie zu allgemein und gleichzeitig zu spezifisch. Was verlorenging war eine Betrachtung von der Libido her, in diesem Fall die phallische und die orale Libido. Das führt dazu, daß willkürlich alles „selbstbewußte Verhalten“ als „narzißtisch“ pathologisiert werden kann und gleichzeitig nur sehr starke Ausprägungen von Narzißmus überhaupt diagnostiziert werden. Man muß schon schrille Symptome zeigen, um die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zu erhalten. Die Diagnose wird von den Symptomen abhängig und verliert dadurch jeden therapeutischen Wert, da derjenige, der nicht auffällig ist, als „gesund“ eingeschätzt wird – und Gesunde als pathologisch. Eine bio-psychiatrische Diagnostik im Sinne Reichs hingegen sagt zukünftiges Verhalten voraus, da sie die Psychodynamik erfaßt, während die gängige Diagnostik nur eine statische und denkbar oberflächliche Klassifikation darstellt und kein Kriterium für Gesundheit hat.
Man betrachte eine beliebige „Tunte“ mit ihrem affektierten Manierismen, identifiziere sich mit ihr und verhalte sich genau wie sie. Unmittelbar wird man die „klebrige“ anale Abwehr gegen das bedrohliche („kastrierende“) Phallische spüren. Sodann übertreibe man das gängige männliche Verhalten, „zackig“, dominant und aggressiv. Man wird unmittelbar spüren, was „Abwehr der analen Unterwerfung“ bedeutet. Bei Menschen wie Trump wird diese phallische Position, die ständig mit entsprechendem großspurigem Auftreten aufrechterhalten werden muß, von oralen Strebungen überlagert. Wurden diese in der libidinösen Entwicklung unterdrückt, entwickelt sich ein chronisch depressiver Zug mit einer entsprechenden asketischen und buchstäblich „maulfaulen“ Grundhaltung. Kam es zu einer nur teilweisen Unterdrückung, entwickelt sich eine „manisch-depressive“ Symptomatik mit einer Tendenz zu Suchtverhalten und einem „haltlosen Mundwerk“. Das Suchtverhalten hat Trump zeitlebens mit strenger Disziplin und einem schier unmenschlichen Arbeitspensum stets unter Kontrolle gehalten. Aber unbedachte Äußerungen und ein Hang zu unüberlegten Handlungen hätten ihm beinahe seine Präsidentschaft gekostet. Die ungenügende orale Panzerung kann, wenn sie plötzlich nachgibt, zur sporadischen Überflutung des okularen Segments mit Energie und entsprechend irrationalem Verhalten führen („Manie“).
Die gängige Diagnostik („narzißtische Persönlichkeitsstörung“) ist abstrakt und kaum mehr als eine Denunziation. Die auf der Libidotheorie gründende Diagnostik ist unmittelbar nachvollziehbar und praktikabel: man weiß unmittelbar, wo es bei Trump problematisch wird. Es dreht sich alles um die brüchige Männlichkeit des Phallischen Narzißten und um Sprunghaftigkeit aufgrund einer oralen Panzerung, in der die Nichtbefriedigung des Säuglings bis heute fortwirkt.
Der orgonomische Psychiater
26. November 2016Wohin immer man schaut, in Gesprächen zwischen Männern und noch mehr in Gesprächen zwischen Frauen, in der Literatur, in Zeitschriften, im Fernsehen, in der Musik – überall geht es fast durchgehend nur um das eine, Sex. Dabei geht es eindeutig nicht um Fortpflanzung, auch wenn unsere Gene dem Trieb weitgehend eine entsprechende Form verleihen, sondern um etwas ganz anderes: die Regulierung unserer biologischen, „psychischen“ Energie. Aus keinem anderen Grund sind wir von diesem Thema derartig besessen.
Psychiater ist ein merkwürdiger Beruf. Alle anderen Ärzte haben es im Idealfall mit festumrissenen Problemen zu tun, etwa ein entzündeter Blinddarm, die man kausal angehen kann. Aber was bei schlechter Befindlichkeit tun? Natürlich beruhen nicht alle Befindlichkeitsstörungen auf einer Störung der Sexualfunktion, sondern beispielsweise auf hirnorganischen Problemen, aber doch der überwiegende Teil. Der Psychiater kann heutzutage nicht mehr tun, als Medikamente verschreiben, die den Erregungspegel senken. „Mehr Sex“ verschreiben zu wollen, wäre lächerlich, weil ja gerade die Befähigung zur Befriedigung gestört ist. Was tun?
Die Lösung liegt in der Bearbeitung der psychischen Hemmungen, die die Befriedigung unterbinden, insbesondere ödipale Verstrickungen, die mit dem Aufwachsen in der von inzestuösen Gefühlen gesättigten Atmosphäre der Kleinfamilie einhergehen. Da man das psychische Erleben nicht vom Körper trennen kann (Angst geht untrennbar mit muskulärer Kontraktion einher!), ist das direkte Angehen der muskulären Verkrampfungen der Weg, auf dem der Psychiater Symptome genauso kausal beseitigen kann, wie jeder andere Arzt auch.
Da sich alles um die Regulierung einer konkreten Energie handelt (die Funktion des Orgasmus, die durch Muskelverspannungen hintertrieben wird), kann der Psychiater erst effektiv helfen, wenn er diese Energie und ihre physikalischen Eigenschaften kennt: die von Reich entdeckte Orgonenergie. Er ist ein orgonomischer Psychiater.
Diagnose
18. Oktober 2016Rainer Tölle in seinem klassischen Psychiatrie-Lehrbuch: „Wie jede Behandlung setzt auch die Verhaltenstherapie eine exakte Diagnostik voraus.“
Dazu muß man Möchtegern-„Orgontherapeuten“ erlebt haben, die mir ins Gesicht gesagt haben, daß in der Orgontherapie „eine Diagnose nicht so wichtig ist“. In jedem anderen medizinischen Fach wäre eine derartige Aussage lachhaft bis zum Gehtnichtmehr. Aber wenn es um die Orgonomie geht, maßen sich Nicht-Psychiater an derartige Aussagen zu treffen.
Was bedeutet Diagnostik im Bereich der orgonomischen Psychiatrie? Schlicht die Panzerstruktur, d.h. die Rolle der chronischen Muskelverspannungen im Gesamtorganismus. Es geht bei der „bio-psychiatrischen“ Diagnose also auch um die psychische Entwicklung und das aktuelle Verhalten. Die Diagnose bestimmt dann die Therapie.
Siehe dazu Vittorio Nicola und die Zeitschrift für Orgonomie.
Depressive Kinder und eine hoffnungverheißende neue Psychiatrie
16. August 2016Leiden Kinder unter Major Depression („endogene“, schwere Depression) bringen die gängigen Antidepressiva, vielleicht mit Ausnahme des veralteten SSRIs Fluoxetin, rein gar nichts. Venlafaxin bringt sogar eine erhöhte Suizidalität mit sich! Wobei gesagt werden muß, daß dieser letzte Aspekt für andere Antidepressiva noch nicht ausreichend erforscht wurde.
Das ist in groben Zügen das Ergebnis einer Metaanalyse von 34 randomisierten, kontrollierten Studien, an denen insgesamt 5260 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 18 teilgenommen haben (Cipriani A et al.).
Wie lang und breit auf www.w-reich.de ausgeführt, gibt es eine gangbare Alternative zu diesem Wahnsinn: eine Psychiatrie, die weitgehend auf Psychopharmaka verzichtet (also sie nicht aus ideologischen Gründen von vornherein und unter allen Umständen ablehnt!) und dabei weitaus mehr zu bieten hat als die gängigen Psychotherapien, seien diese nun tiefenpsychologisch oder behavioristisch orientiert (die ebenfalls nicht rundweg abgelehnt werden).
Die Atemsperre (Teil 2)
5. Februar 2015Arthur Craig vom Barrow Neurological Institute at St. Joseph’s Hospital and Medical Center in Phoenix, Arizona hat aufzeigen können, daß verlangsamtes Atmen Schmerzempfindungen reduziert.
Seine Studie wurde mit zwei Gruppen von Frauen im Alter von 45 bis 65 durchgeführt, wobei eine der beiden unter Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) litt. Während des Versuchs wurden den Teilnehmern schmerzhafte Hitzeimpulse auf ihren Handflächen verabreicht. Währenddessen atmeten sie zeitweise normal, zeitweise um die Hälfte verlangsamt. Craig stellte fest, daß durch das langsamere Atmen Schmerzintensität und Unannehmlichkeit deutlich abnahmen. Bei Fibromalgie-Patienten trat dieser Effekt jedoch nur auf, wenn sie eine gute Grundstimmung zeigten, was bei dieser häufig unter Depressionen leidenden Patientengruppe eher untypisch ist.
Man könnte spekulieren, daß diese Schmerzpatienten dermaßen angespannt sind, daß sie bei bewußterem und tieferen Atmen in der Einatmungsphase verharren, während die anderen Teilnehmer der Studie (und auch jene Fibromalgie-Patienten, die noch nicht von den Dauerschmerzen ständig angespannt sind) sich eher auf das Ausatmen konzentrieren und nach dem Ausatmen eine kleine Pause einlegen. Auf diese Weise kommt es zu einer vagotonen Entspannung des Körpers, die der Kontraktion (den Schmerzen) entgegenwirkt.
Auf jeden Fall sind Craigs Forschungen ein weiterer Beleg dafür, wie durch denkbar simple Interventionen teilweise große Effekte erzielt werden können. Ich habe das bereits in Funktionelle Medizin und Die Panzersegmente (Teil 4): Der Brust- und Zwerchfellpanzer aufgezeigt. Zwar werden wir, um beim obigen Beispiel zu bleiben, immer auf chemische Schmerzmittel angewiesen sein, aber ihr Anteil wird im Vergleich zu heute sehr klein sein, wenn die Menschen, die biophysikalischen Grundlagen ihrer Leiden erkannt haben. Die Pharmaindustrie lebt von der Hilflosigkeit und Uninformiertheit der Massen.
Damit will ich aber auf keinen Fall irgendwelchen „Atemtechniken“ oder „kontrollierter Atmung“ das Wort reden!
In seinem Aufsatz „The Significance and Treatment of Anxiety in Orgone Therapy“ führt der Psychiater und Medizinische Orgonom Vittorio Nicola (Hamburg) aus:
Ein gepanzerter Organismus wehrt sich gegen Angst in einer Art und Weise, die von seiner Charakterstruktur und dem Muster seiner muskulären Panzerung bestimmt wird. Diese Abwehrreaktionen erweisen sich manchmal als unzureichend und das Individuum durchleidet unangenehme Angstgefühle und deren physische Begleiterscheinungen, als da sind motorische Unruhe, gastrointestinale Sensationen, Beklemmung in der Brust, ein trockener Mund, etc. Wenn die Symptome schwerwiegend genug sind, wird manchmal psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen. (Journal of Orgonomy, Vol. 28, No. 2, 1994)
Dr. Nicola fährt fort:
Im Gegensatz zu anderen Behandlungsformen versucht die medizinische Orgontherapie nicht mit Hilfe von Medikamenten, durch das Analysieren ihrer Ursprünge oder durch „Stärkung des Ichs“ die Angst zu beseitigen. Vielmehr ermöglicht der Orgonom während der Sitzung Ausdruck und Entladung der nach außen drängenden Emotionen, ob sie nun bewußt sind oder nicht. Der Orgonom ermutigt den Patienten die Angst zu ertragen, die unvermeidlich mit der Auflösung jeder Schicht von muskulärer oder charakterologischer Panzerung zutage treten wird. (…) Der Erfolg der Therapie hängt vom Ausgang des ständigen Kampfes zwischen dem Hang des Patienten ab, sein neurotisches Gleichgewicht (Panzerung) wiederherzustellen und der Stärke seines Wunsches zu gesunden.
Es dreht sich demnach alles um die Fähigkeit des Patienten Angst zu ertragen und die richtige Einschätzung des Therapeuten, wie weit er dabei den Patienten drängen kann. Zentral ist dabei eine tiefe „hemmungslose“ Atmung. Zunächst führt sie zu Schwindelgefühlen, Kribbeln in den Extremitäten und anderen Symptomen des „Hyperventilierens“. Wenn die Panzerung sich jedoch auflöst, verschwinden diese unangenehmen Empfindungen nach und nach, bis der Orgontherapie-Patient so viel Atmen kann wie er will – ihm wird nie wieder schwindelig, etc.
In unserer gepanzerten (d.h. zutiefst „reaktionären“) Gesellschaft geht alles darum, die Konflikte, die freie Bewegung, unter Kontrolle zu halten. Die Psychiatrie spielt dabei eine integrale Rolle: Emotionen, insbesondere Angst, werden psychopharmakologisch und psychotherapeutisch kupiert. Alles soll seinen geordneten Gang gehen, auch wenn die Menschen sich dabei in kontaktlose Zombies verwandeln, die kaum atmen. Unbewußte Rebellion wird zum Schweigen gebracht.
Alicia Meuret (Southern Methodist University, Dallas) et al. haben eine neue Behandlungsmethode gegen die Beklemmungen von Panikattacken entwickelt: die Patienten werden dazu gebracht weniger zu atmen!
Die neue Methode nennt sich Capnometry-assisted Respiratory Training (CART).
Menschen in Panik wird, so Meuret, oft gesagt, sich zu beruhigen und „tief durchzuatmen“. Aber für jemanden, der während einer Panikattacke hyperventiliert sei tiefes Atmen eine schlechte Idee, weil es zum Hyperventilieren kommt, wenn die Leute zu schnell und zu tief atmen, so daß sie eine ungewöhnlich hohe Menge an Kohlendioxyd ausstoßen, was wiederum zu Symptomen wie Schwindel und Benommenheit führt. Diese Symptome bringen Leute dazu, daß sie sich fühlen, als würden sie ersticken, woraufhin sie schneller und tiefer atmen und damit das Problem weiter verschärft wird.
Die „CART-Therapie“ lehrt die Patienten mittels Biofeedback flacher zu atmen. Dazu wird ein „Kapnometer“ zur Anwendung gebracht. Ein Gerät, das den Kohlendioxidgehalt der Ausatemluft mißt.
Die östlichen Entspannungstechniken wollen das Vegetativum ins Joch legen (Sanskrit „yoga“), während die Orgontherapie das Vegetativum vom Joch befreien will. Dies wird besonders daran evident, daß die Yoga-Schulen zur sexuellen Beruhigung führen wollen, wozu sie das langsame und kontrollierte Ausatmen lehren, während die Orgontherapie den Patienten ganz im Gegenteil zur ungehemmten Ausatmung führen will (Morton Herskowitz: „Human Armoring: An Introduction to Psychiatric Orgone Therapy“, Annals of the Institute of Orgonomic Science, Vol. 4, September 1987, S. 80).
Oberflächlich mag die Yoga-Atmung beruhigend wirken und sogar gegen die Biopathie des westlichen Menschen hilfreich sein, da die Bremsung der Einatmung für die westliche „Managerkrankheit“ verantwortlich ist (hoher Blutdruck, Nervosität, Herzerkrankungen, etc.). Aber das Festhalten der Ausatmungshaltung (das schon automatisch kommt, wenn man sein Bewußtsein unnatürlicherweise auf seine Atmung konzentriert, wie es die Haupttechnik jeder Meditation ist), führt langfristig zu einer generellen Senkung der zentralen Energieproduktion und einem allgemeinen depressiven Zustand, der euphemistisch als „Tiefenentspannung“ bezeichnet wird, von Reich aber als Phlegma des östlichen Menschen gebrandmarkt wurde (Charles Konia: „Orgone Therapy“, Journal of Orgonomy, Vol. 21, May 1987, S. 99f).
Diese Atemtechniken lassen den energetischen Kern der allgemeinen Sympathikotonie unberührt, so daß sie ständig praktiziert werden müssen, damit man nicht in den alten Zustand abgleitet, während die Etablierung der vollständigen Pulsationsfähigkeit das Problem der fehlgesteuerten sympathikotonen Erregung ein für allemal löst (Konia: „Reich’s Priority in Elucidating the Biophysical Basis of Somatic Diseases“, Journal of Orgonomy, Vol. 10, May 1976, S. 140f).
Charles Konia schreibt über die östlichen Atemtechniken:
Unterm Strich wird so ein verhältnismäßig expansiver Zustand hervorgerufen, indem alle innerlich erzeugten bioenergetischen Impulse abgetötet werden. Auf diese Weise (…) soll das jeweilige Individuum in die Lage versetzt werden, in besserer Übereinstimmung mit seinen emotionalen Problemen zu leben. Da die zu Grunde liegende in der Panzerung gebundene Energie nicht entladen, sondern nur reduziert wird, ist es keine Überraschung, daß die Symptome des Patienten wieder auftauchen, sobald er aufhört, diese Atemübungen zu praktizieren. Das ist genau der gegenteilige Effekt zu dem, wonach die orgontherapeutische Mobilisierung strebt. Sie will das emotionale Gleichgewicht zerstören, das von der Panzerung hergestellt wurde, und häufig den Patienten in größeren, nicht geringeren Kontakt mit seiner Angst bringen. Die Fähigkeit des Patienten, ein größeres Ausmaß von Angst auf eine gesetzmäßige, allmähliche Weise zu ertragen, ist das wichtigste therapeutische Verfahren, das dem medizinischen Orgonomen zur Verfügung steht. (Konia: „Orgone Therapy“, Journal of Orgonomy, Vol. 21, May 1987, S. 103)
Die orgonomische Behandlung von zwei Fällen von Panikattacken (Teil 1)
4. November 2014DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE
Alberto Foglia: Die orgonomische Behandlung von zwei Fällen von Panikattacken (Teil 1)
Ein orgonomisch-funktionalistischer Blick auf den Strafvollzug
14. Juli 2014Wir alle stecken in jeweils unserem eigenen Gefängnis, dem Gefängnis unserer Panzerung. Sie verhindert, daß wir uns auf Kosten unserer Mitmenschen „ausleben“, aber leider verhindert sie auch, daß wir das Leben in vollem Umfang genießen können. So war es jedenfalls noch vor 20, 30, 40 Jahren. Heute, in der anti-autoritären Gesellschaft, geht die erste Funktion der Panzerung zunehmend flöten und die Rücksichtslosigkeit nimmt zu. Gleichzeitig wird die zweite Funktion immer prononcierter, d.h. die Menschen werden immer unzufriedener und „unbefriedigbarer“.
Damit ist die (Schein-) Rationalität der Panzerung vollends weggefallen und die unaufhebbare Irrationalität einer gepanzerten Gesellschaft tritt immer schärfer vors Auge – jener, die sehen können. Dies um so mehr, als selbst die „richtigen“ Gefängnisse, die aus Stahl und Beton, in Frage gestellt und Täter immer mehr zu den „wahren Opfern“ erklärt werden. Wir sind Zeuge dessen, was passiert, wenn die Panzerung auf chaotische Weise wegbricht. In den Individuen verlagert sich das Blockieren der Energie vom Körper („Muskelpanzer“) immer mehr auf das Gehirn („Augenpanzer“) und parallel dazu, d.h. auf Grund der daraus resultierenden Kontaktlosigkeit, brechen auch in der Gesellschaft alle Dämme. Beispielsweise wird Deutschland zu einem „Einwanderungsland“ erklärt – für Menschen, die niemals in Kanada oder Australien einwandern dürften. Die „Festung Europa“ müsse geschleift werden!
Wo man hinsieht, der schiere Wahnsinn. Aber dank des Mangels an funktionellem Denken hat der Wahnsinn Methode. Man betrachte nur die höchstrichterliche Entscheidung, die den Staat dazu zwang, Sicherheitsverwahrte auf die Bürger loszulassen; man denke nur an den Serien-Vergewaltiger Adolf J. (damals 37), der wegen eines Formfehlers aus der Haft entlassen worden war und später nach letztinstanzlicher Entscheidung des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe endgültig auf freien Fuß gesetzt wurde.
Gutachter halten ihn weiter für hochgefährlich: Weil er als Kind auf den Kopf fiel, funktionieren bei Adolf J. die Hirnareale für Triebsteuerung, Hemmschwelle und Mitleid nicht mehr!
In Glossar von www.orgonomie.net wird „Gefängnis“ wie folgt definiert:
Ersatz für die Panzerung, die den „Kriminellen“, „Süchtigen“ oder „Perversen“ fehlt. Sie können ihre Sekundären Triebe nicht „einsperren“, so daß sie selbst „eingesperrt“ werden müssen.
Diese Definition geht zurück auf den amerikanischen Orgonomen Dr. Charles Konia.

Der Psychiater Frank Schneider konnte gemeinsam mit anderen Autorinnen und Autoren im Rahmen einer empirischen Studie zeigen, daß sage und schreibe 88% der inhaftierten Straftäter an einer psychischen Erkrankung oder an einer Persönlichkeitsstörung leiden.
Vor dem Hintergrund eines Zusammenhangs zwischen unbehandelten psychischen Störungen, wobei vor allem Suchterkrankungen mit Deliktrückfallgefahr eine hervorgehobene Rolle spielen, fordert Professor Schneider gemeinsam mit den beteiligten Forschern den Aufbau adäquater Beratungs- und Behandlungsangebote für diese Menschen.
Kriminalität geht nicht auf unser „unmenschliches Wirtschaftssystem“ zurück. Eine vulgär-marxistische These, die im übrigen eine einzige Beleidigung für Menschen ist, die aus der Unterschicht stammen! Es ist letztendlich ein charakterologisches bzw. sexualökonomisches Problem.
Wie jedes andere neurotische Symptom geht Kriminalität auf ein Versagen der Panzerung zurück. Sie ist nicht mehr in der Lage, die sekundären Triebe in Schach zu halten. Die Lösung kann deshalb langfristig nur darin liegen,
- die Bildung von Panzerung auf Massenbasis zu verhindern (Reichs Projekt „Kinder der Zukunft“),
- die Gesellschaft mit Hilfe von Gefängnissen und Psychiatrien vor jenen zu schützen, die ihre neurotische Destruktivität nicht selbst kontrollieren können und schließlich
- die Ersetzung des moralistischen Gedankens von „Schuld und Sühne“ durch eine strikt psychiatrische Herangehensweise: Straftäter müssen solange (und nur so lange) von der Gesellschaft isoliert werden, bis sie ihre emotionalen Probleme zumindest soweit im Griff haben, wie der Rest der Bevölkerung.


























