Posts Tagged ‘Soziologie’
6. Oktober 2020
Man kann der Marxschen Wertlehre nur gerecht werden, wenn man das berücksichtigt, was ich als „funktionellen Raum“ bezeichnet habe. Wichtiger als der Raum, den man mit mechanischen Instrumenten mißt, ist der „Raum“ deiner Beziehungen: deine Familie, deine Kollegen, deine Freunde, die allgemeine Arbeitsdemokratie usw. Einiges davon ist nicht einmal physischer, sondern immaterieller Natur wie Bräuche, Meme, Regeln, mathematische Fähigkeiten, was auch immer. Auch die meisten deiner „Organe“ befinden sich tatsächlich außerhalb des „Raumes deines Körpers“: dein Ofen (Eingeweide), dein Auto (Beine), deine Seife (Immunsystem), dein Büro (Energie- [Geld-] Produktion) usw. All dies bildet den Funktionsraum, in dem du lebst. Selbst die rechteckigen „kartesischen“ Räume in denen du lebst: primär ist, daß sie „Funktionsräume“ sind, d.h. deine externe Haut, die dich vor Sonne, Kälte, Wind und Regen schützt. (Siehe dazu meine Ausführungen in Hans Hass und der energetische Funktionalismus.)
Wir sehen unsere Umwelt als die Bühne, auf der all dies geschieht, und betrachten diese Bühne als das Wesentliche. Das kartesische Koordinatensystem ist unser Bezugssystem. Es ist so, als würden wir die Bühne für wichtiger nehmen als das eigentliche Drama von, sagen wir, Shakespeare, das auf dieser Bühne gespielt wird. Orgonometrisch gesehen ist aber der funktionelle Raum der primäre Bezugsrahmen, nicht der materielle Raum aus Beton und Holz! Man schaue sich die Landschaft Deutschlands an: Es stimmt, daß irgendwann zu Urzeiten unsere Urväter einen bestimmten geographischen Raum besiedelten, aber inzwischen, im Jahr 2020, ist alles, jeder Baum und jeder Stein, wegen der menschlichen „Terraformung“ dort, wo er ist. Deutschland ist zuallererst ein funktioneller Raum und nicht einfach nur ein Siedlungsraum („Landstrich“). „Deutschland“ macht nur Sinn im Hinblick auf Geschichte, Wirtschaft, Soziologie und sogar Psychologie! Die tatsächlichen („mechanischen“) Raumkoordinaten sind nicht mehr so wichtig. Oder wie Reich betonte: die Biologie ist fundamentaler als die Physik!
Nun, die Marx’sche Werttheorie kann nur im Sinne dieses funktionellen Raumes verstanden werden, weil Arbeit eine soziale Funktion ist, die nicht richtig verstanden werden kann, wenn man sie auf eine einfache mechanische Tätigkeit reduziert. Arbeit ist immer Teil eines grenzenlos komplizierten Gefüges gesellschaftlicher Zusammenhänge (Arbeitsdemokratie!), so daß die Zeit nicht die „individuelle Arbeit“ (ein Begriff, der überhaupt keinen Sinn macht), sondern den Querschnitt des funktionellen Raumes mißt. Wie mißt man den Funktionsraum eines beliebigen Arbeiters, etwa eines psychotherapeutisch tätigen Psychiaters? Oder besser gesagt: wie kann man einen Querschnitt durch den Funktionsraum, den wir „Orgontherapeut“ nennen, erstellen? Die einzige Möglichkeit, die wir haben, ist, sagen wir, „45 Minuten Orgontherapeut Dr. xyz“, also ein Zeitmaß zu nehmen, genau wie es seine Patienten ja ohnehin tun! Aber wie ich bereits gezeigt habe, ist selbst dieser Ansatz fehlerhaft, wenn man seine Arbeit isoliert betrachtet und von der Gesellschaft trennt (Infrastruktur, all die Menschen, die für ihn direkt und vor allem indirekt arbeiten, usw.).
Die Arbeitswertlehre hantiert also nicht einfach mit „Arbeitszeiten“, sondern mit sozusagen „Querschnitten“ durch einen kollektiven Funktionsraum. Dazu ein Bild – das man nicht überstrapazieren sollte: Wenn ich (beispielsweise) von Hamburg nach Bremen fahre und dazu eine Stunde benötige, spiegelt dieser Wert den Straßenverkehr wider, ist also Ausdruck des kollektiven Verhaltens aller Verkehrsteilnehmer. Was im Einzelnen auf meinem Tacho passiert ist, d.h. wie schnell ich jeweils in kleineren Zeitabschnitten gefahren bin, wie ich gebremst und beschleunigt habe, etc. ist dabei vollkommen gleichgültig. Oberflächlich betrachtet wäre es zwar eine „qualitativere“ Betrachtungsweise, aber tatsächlich gibt der scheinbar rein quantitative Wert „1 Stunde“ die Qualität dieses letztendlich kollektiven Ereignisses weitaus besser wider: dieser Wert hängt nicht so sehr von mir, als von der „Verkehrslage“ ab. Die „Verkehrslage“ wird aber am besten wiedergegeben, wenn man die durchschnittliche Reisezeit aller Verkehrsteilnehmer betrachtet.
Schlagwörter:Arbeitszeit, Bühne, Bezugsrahmen, Biologie, Bräuche, Familie, Fähigkeiten, Freunde, Funktionalismus, Geschichte, Hans Hass, kartesisches Koordinatensystem, Kollegen, Marxsche Wertlehre, Meme, Physik, Psychiater, Psychologie, Raum, Regeln, Siedlungsraum, Soziologie, Wirtschaft
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15. August 2020
Schlagwörter:Angst, Angst vor Freiheit, Angst vor Verantwortung, Arbeit, Coronavirus, Covid-19, Demokratie, Epidemie, Erregung, Faschismus, Freiheit, Freiheitskämpfer, George Floyd, Immunantwort, Immunsystem, Klimawandel, Konservative, Kontakt, Lebensangst, Liebe, Lockdown, Massenpsychologie, Orgasmus, Pandemie, Physiologie, Politik, politische Korrektheit, politische Polarisierung, Psychologie, Psychopolitik, Selbstvertrauen, Selbstverwaltung, Sexualangst, Soziologie, Triebbefriedigung, Trump, Unterdrückung, Vereinigte Staaten, Versagung, Verschwörung, Viren, Wahrheit, Wahrnehmung, Walmart, Wissenschaft, Wissenschaftsfeindlichkeit
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21. Juli 2020
Schlagwörter:Amöben, amerikanische Verfassung, Beobachtung, Konservativ, liberal, menschliche Natur, Politische Köpfe, politische Sphäre, Psychologie, Regierungssystem, Richard der Dritte, Schauspieler, Sozialpsychologie, Soziologie, Wahlen
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9. Juli 2020
Warum ist die Wirklichkeit, und damit die Wahrheit, so widersprüchlich?
Gegen meine Ausführungen in Teil 3 kann man einwenden, daß Krebs und andere Biopathien sympathisch sind, nicht parasympathisch. Nun, Krebs ist natürlich sympathisch, aber was hat es mit der Bildung von Protozoen-Krebszellen auf Grund der Reorganisation von blauen Bionen aus dem ursprünglichen Krebsgewebe auf sich? Was hat es mit der Entstehung und Ausbreitung von Tumoren auf sich, einem eindeutig parasympathischen Prozeß? (siehe dazu beispielsweise https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4865610/). Schließlich ist „Krebs“ nichts anderes als das Bestreben des Organismus, sich nach all dem sympathischen Zerfall neu zu organisieren (wenn auch auf einer primitiveren Ebene). Auch ist Krebsgewebe in seinen Anfangsstadien kaum von entzündetem Gewebe zu unterscheiden. Die karzinomatöse Krebsbiopathie ist ein sympathisches Theater mit vielen parasympathischen Ereignissen in seinen Sälen, ähnlich dem parasympathischen Asthma, das einen sympathischen Kern hat. Man denke auch an all die parasympathischen entzündlichen Erkrankungen des Darms, der Haut usw.
Dasselbe geschieht heute in der amerikanischen und europäischen Gesellschaft mit der Bildung von „Krebszellen“, d.h. kommunistischen Zellen, der Bildung von „Tumoren“ in Seattle, Stuttgart, Berlin, Hamburg und anderswo, der linksradikalen Ent-Zündung allerorten usw.
Dies ähnelt der Charakteranalyse im psychologischen Bereich mit all den Trieben und Gegentrieben (Abwehr), die gegeneinander arbeiten, während sie als Ganzes wie eine Zwiebel organisiert sind. Bei somatischen Biopathien haben wir ähnliche Schichten von sympathischen und parasympathischen Innervationen. Dasselbe gilt für soziale Biopathien, z.B. das extrem autoritäre Nazi-Regime, das unter der Oberfläche eindeutig antiautoritäre Züge trug, so wie die Adenauer-Demokratie der Nachkriegszeit unter dem „demokratisch-freien“ äußeren viele extrem reaktionäre Züge unter der Oberfläche hatte.
In allen Bereichen ist die menschliche Wirklichkeit dergestalt in sich widersprüchlich: wie bei einer Zwiebel finden sich unter jedem Impuls ein Gegenimpuls, unter dem wiederum dazu einen Gegenimpuls und so immer fort bis zum Kern. Das muß man wissen, um in der Psychotherapie, in der Soziologie („Politik“) und in der Medizin auch nur annäherungsweise vorankommen zu können. Andernfalls muß man nämlich zwangsläufig an der „widersprüchlichen Wirklichkeit“ kläglich scheitern, wie bisher ausnahmslos alle Ansätze letztendlich kläglich gescheitert sind. Außerhalb der Orgonomie, d.h. in der gepanzerten Welt, gibt es letztendlich nur die Lüge!
Schlagwörter:Adenauerzeit, Asthma, Berlin, Dialektik, Hamburg, Krebs, Krebsgewebe, Krebstumore, Krebszellen, Lüge, Linksradikale, Medizin, Metastasen, Nachkriegszeit, parasympathisch, Politik, Protozoen, Psychologie, Psychotherapie, Reorganisation, Seattle, Soziologie, Stuttgart, sympathisch, Tumoren, vegetatives Nervensystem, Wahrheit, Widersprüchlichkeit, Wirklichkeit
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29. Juni 2020
Schlagwörter:antiautoritär, Corona, Coronavirus, Denken, Denkprozesse, gesellschaftlicher Irrationalismus, Gesellschaftspolitik, Krankheitslehre, Moralisms, Pandemie, Sozialpsychologie, Soziologie, Viren
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29. Mai 2020

69. Die Orgonomie weiterentwickeln, gar überwinden?
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Schlagwörter:Ökonomie, Biologie, Chemie, DNA, Evolutionstheorie, Geisteswissenschaft, Hans Hass, Kosmogonie, Kosmologie, Linguistik, Materialismus, Mathematik, Medizin, Missing Links, Naturwissenschaft, Nietzsche, Orgonakkumulator, Philosophie, Physik, Platonismus, Psychoanalyse, Psychologie, Quantenmechanik, Semiotik, Soziologie, Sprache, Trieb, Triebabwehr, Wilhelm Reich, Wissenschaft
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29. März 2020
Schlagwörter:Angst vor Freiheit, Angst vor Verantwortung, Arbeit, Coronavirus, Erregung, Faschismus, Freiheit, Freiheitskämpfer, Immunantwort, Immunsystem, Kontakt, Lebensangst, Liebe, Massenpsychologie, Orgasmus, Physiologie, Politik, Psychologie, Selbstvertrauen, Selbstverwaltung, Sexualangst, Soziologie, Triebbefriedigung, Unterdrückung, Versagung, Viren, Wahrheit, Wahrnehmung
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5. März 2020

57. Freud und Reich
Schlagwörter:Aktualneurose, Authentizität, Erich Fromm, Eros und Thanatos, Freud, Hebammen, Inzestschranke, Kindspech, Mekonium, Metapsychologie, Parapsychologie, Peer Gynt, Politik, Psychoanalyse, Selbstanalyse, Sexualmoral, Sigmund Freud, Sozialwissenschaften, Soziologie, Todestrieb, Todestriebtheorie, Triebtheorie, Unbehagen in der Kultur, Wilhelm Fließ, Wilhelm Reich, Wissenschaftstheorie
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28. Dezember 2019
Schlagwörter:Abwehrmechanismen, Afghanistan, Afrika, Aggression, Algerien, Angola, Apathie, Apocalypse Now, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Äthiopien, Bücher, Bürgerrechte, Benin, Bildung, Black Panther, Burt Lancaster, Castro, Chile, China, CIA, Coming Home, Daniel Pipes, das Böse, Demoralisierung, Die grünen Teufel, Fake News, Faschismus, Führer, Fernsehen, Fidel Castro, Film, Freiheit, Frieden, Gestapo, Gesundheit, Gewinnsucht, Giordano Bruno, Guinea, Guinea-Bissau, Gulag, Hitler, Hitlerdeutschland, Ho Chi Minh, Hollywood, Holocaust, humanitäre Gesinnung, Iran, Irrationalität, Islam, John Wayne, Journalismus, Journalisten, Juden, Kalter Krieg, Kambodscha, Kernenergie, KGB, Khomeini, Kongo, Konservativ, Kreativität, Kriminelle, Kuba, Leonard Bernstein, Letellier-Affäre, liberal, Liberalismus, Liebe, Machthunger, Manipulatoren, Mao Tse-tung, Marxismus, Marxisten, Massenmedien, Medien, Medienschaffende, Medizin, Militärdiktaturen, Mosambik, Muslime, Mussolini, Nachrichten, Nationalsozialismus, Nazis, Neurose, Neurotiker, New York Times, Originalität, Peron, Pinochets, Pol Pot, Politik, Pornographen, Presse, Provokateure, psychische Gesundheit, Psychologie, Publikum, Radical Chic, Radio, Recht, Religion, Resignation, roter Faschismus, Salonbolschewik, Salonbolschewisten, Salonkommunisten, Südjemen, Südostasien, Schah, Schuldgefühle, Selbsthaß, selbstreguliert, Sexualität, Sierra Leone, Somalia, Somoza, Sowjetarmee, Sowjetunion, Sozialpsychologie, Soziologie, Stalin, Tet-Offensive, The China Syndrome, The Deer Hunter, The Green Berets, Theater, Totalitarismus, totalitäre Gesellschafen, UdSSR, Umweltverschmutzung, Unbeweglichkeit, Unfähigkeit zur Freiheit, Ungarischer Volksaufstand, Ungerechtigkeiten, Verhaltensstrukturen, verkopft, Vietcong, Vietnam, Wissen, Zeitschriften, Zeitungen
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