Archive for the ‘Sozialpsychologie’ Category

Die „wissenschaftliche“ Zerstörung der Arbeitsdemokratie

4. September 2017

Mit Amerika ist es bergab gegangen, als die „wissenschaftlichen“ Experten der Eliteuniversitäten („Ivory League“) immer mehr Einfluß auf die Politik nahmen. Vollidioten, wie der „Harvard-Verfassungsexperte“ Obama, der weniger vom Geist der Verfassung erfaßt hat als jeder ungebildete Durchschnittsamerikaner, hinterlassen nur Chaos und Asche.

Es begann 1961, als Kennedy in „Camelot“ die ersten „Obamas“ um sich scharte. Genies wie Robert McNamara, dem das Unmögliche gelang, nämlich den Vietnam-Krieg zu verlieren, – nachdem die US-Streitkräfte nicht auch nur eine einzige Schlacht verloren hatten. Ähnlichen Harvard-Geistesgrößen gelang es später den einfachen Regime-Wechsel im Irak zu einem blutigen Fiasko zu machen. Zuvor hatten sie die Großstädte Amerikas mit ihrer grandiosen Sozialpolitik in Bürgerkriegsgebiete verwandelt. Diesen Geistesgiganten haben wir die Ideologie von der multikulturellen Gesellschaft zu verdanken, die beim bevorstehenden weltweiten Wirtschaftskollaps ebenfalls in einem blutigen Fiasko enden wird. Das wird Folge einer Wirtschaftspolitik sein, sei sie nun durch Keynesianismus oder Monetarismus geprägt, die sich wirklich nur „Wissenschaftler“ haben ausdenken können. Wir klagen die Politiker an, doch die haben nur auf „die Stimme der Vernunft“, „die Wissenschaft“, gehört.

Was wir dergestalt seit 1960 mit in den Hosentaschen geballten Fäusten beobachten, ist eine weitere Äußerungsform der antiautoritären Gesellschaft. In der autoritären Gesellschaft mußte die „Karriereleiter“ tatsächlich erklommen werden. Selbst Erben mußten erst eine Lehre und dann das Management auf allen Ebenen durchlaufen, bevor sie schließlich an der Spitze ankamen und das Erbe antreten konnten. Heute hingegen ist alles „verwissenschaftlicht“, d.h. Leute ohne Praxis, die von Lehrern ohne Praxis ausgebildet worden sind, spielen den Schlaumeier, dem sich alle anderen unterzuordnen haben. Man denke nur einmal daran, was die „Verwissenschaftlichung“ der Lehrerausbildung eingebracht hat: Abiturienten, die kaum Lesen und Schreiben, geschweige denn fremde Gedankengänge erfassen und eigene klar formulieren können. „Akademiker“, deren Allgemeinbildung sich unterhalb der Grasnarbe bewegt. Produkte der „wissenschaftlichen“ Herangehensweise!

Wie anfangs angeschnitten, sind Politiker selbst neuerdings „wissenschaftlich“ gebildet: Schule → Universität → Politik. Und diese Leute, diese Kinder, wollen dann unsereinem vorschreiben, wie wir zu leben und was wir zu denken haben. Man erinnere sich nur an den „Visionär“ Helmut Kohl, der uns den Euro eingebrockt hat, oder etwa den ehemaligen Lehrer Hans Eichel, den „Berufspolitiker“ Wolfgang Schäuble – und zahllose andere Witzfiguren. Was bilden sich diese dummen Fatzkes eigentlich ein!

Wir beobachten eine fast schon systematische Zerstörung der Arbeitsdemokratie (Praxis → Theorie) durch den Antiautoritarismus (Theorie → Praxis).

Am deutlichsten wurde dieses antiautoritäre „Theorie → Praxis“ durch wandelnde Intellektuellenkarikaturen wie Rudi Dutschke verkörpert. Man höre sich irgendeine seiner sinnlosen „Analysen der Weltlage“ von damals an! Abgesehen von der linksextremistischen Rhetorik: alles, was uns heute „Wissenschaftler“ predigen, ist genauso gehaltvoll, d.h. sinnloser, verantwortungsloser, letztendlich massenmörderischer Nonsens. (Natürlich spreche ich hier ausdrücklich nicht von den wirklichen Wissenschaften wie etwa Physik, Chemie, Biologie, etc.!)

Der Psychoanalytiker und Kommunist Wilhelm Reich 1927/28 über die Emotionelle Pest

2. September 2017

Reich hat die Emotionelle Pest parallel zur Arbeitsdemokratie Ende der 1930er/Anfang der 1940er Jahre entdeckt. Die Untersuchung des Konflikts zwischen Emotioneller Pest und Arbeitsdemokratie konstituiert die orgonomische Wirtschaftswissenschaft (Ökonomie). Zuvor hatte er Ende der 1920er/Anfang der 1930er Jahre den Konflikt zwischen der Genitalität (Funktion des Orgasmus) und der Emotionellen Pest untersucht, was die Sexualökonomie konstituierte. Das war zwar ein Jahrzehnt vor der eigentlichen Entdeckung der Emotionellen Pest, doch die folgenden beiden Zitate zeigen, daß er bereits wußte, bevor er wußte…, will sagen, bevor sein Wissen zum definierbaren Begriff wurde.

Beim ersten Zitat geht es um den Sadismus bei Triebgehemmten, etwa Zwangsneurose oder Hysterie, und bei Triebhaften, jeweils im Zusammenhang mit Fallgeschichten, die uns hier nicht weiter interessieren:

Wir erinnern an unsere Beschreibung der Reaktionsweise der zwangsneurotischen Frau auf ihre in der Übertragungssituation hervorbrechende Liebestendenz: Sie haßt den Analytiker, weil sie von ihrer Liebe nichts wissen darf und ihn wie jedes Liebesobjekt fürchtet; dabei überwuchern ihre sadistischen Phantasien, deren sexueller Charakter unverkennbar ist. Was hier unbewußt vor sich geht, rollt beim Triebmenschen offen ab, er fordert rücksichtslos Liebesbezeugungen und droht etwa, den Arzt zu vergiften, wenn er zurückgewiesen wird; als Motiv seiner Mordabsicht gibt er aber niemals die Zurückweisung an; das verbieten ihm sein so leicht verletzbarer Stolz und sein Schuldgefühl, sondern er findet bald eine nichtige Rationalisierung oder er erklärt einfach, das Töten, Kastrieren oder Brandlegen würde ihn sicherlich heilen, nur darin könnte er restlose Befriedigung finden, er müßte sich nur einmal tüchtig austoben. (Die Funktion des Orgasmus, 1927, S. 157f)

Was Reich hier beschreibt, die auffällige Diskrepanz zwischen vorgeschobenem und wirklichem Motiv, ist nichts anderes als die Emotionelle Pest. Das ganze könnte man auf Hitler, den „Generalpsychopathen“, wie Reich ihn nannte, und die nationalsozialistische Judenverfolgung übertragen.

Wie die Emotionelle Pest in ihrem eigentlichen Funktionsbereich, der Gesellschaft, zum Ausdruck kommt, und wie man ihr dort entgegentreten muß, beschreibt der Psychoanalytiker und Kommunist Reich wie folgt:

Es gibt Idealisten, welche meinen, die Wissenschaft sei eine voraussetzungslose Arbeit an Gegebenheiten, die unbekümmert um Meinungen und Ängste, rücksichtslos Wahrheiten aufdeckt. Statt dessen sieht man, daß insbesondere dort, wo es sich um Fragen des sexuellen Seins handelt, ethische Predigten mit der dazugehörigen Verlogenheit an der Arbeit sind, die sexuelle Not ins Maßlose zu steigern. Es kann wohl kein ethischeres Ziel gehen, als diese Art „Wissenschaft“, und je berühmter der Name des Forschers, desto unerbittlicher, zu bekämpfen, ohne Rücksicht auf die übliche Konvention und das schädliche laissez faire. Wohlerzogene Rücksichtnahme wird (…) zum Verbrechen an der Wissenschaft und an den Menschen. (Reich in einer Besprechung von Prof. Paul Häberlin „Über die Ehe. Schweizer Spiegel-Verlag, Zürich, 1928“ Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(4), 1928, S. 532f)

Reich zitiert entsprechende Stellen bei Professor Häberlin, die zeigen, wie das Lebensglück der Menschen irgendwelchen „höheren Prinzipien“ geopfert wird. Mit Hilfe der damaligen Sexpol wollte Reich dieser gesellschaftlichen Perversion in der autoritären Gesellschaft aktiv entgegentreten.

Kapitalismus bedeutet Leben, Sozialismus bedeutet Tod

31. August 2017

Drei Elemente: erstens ich, zweitens ein Klempner und drittens Geld. Der Klempner würde den ganzen Tag auf dem Sofa liegen, wenn nicht Leute wie ich an ihn heranträten und ihm einen Auftrag geben. Ohne Geld könnten wir einfach tauschen: er macht mein Bad und ich erledige dafür gleichzeitig seinen angehäuften Schreibkram. Mit dem dritten Element, dem Geld tritt etwas Zusätzliches in Erscheinung. Er muß mir vertrauen, daß ich ihn für seine erbrachte Leistung wirklich zahle (jeder Handwerker kann ein Lied davon singen!), bei Vorkasse muß ich ähnliches Vertrauen in seine Vertragserfüllung haben. Es kommt also zu einer engen Beziehung, nicht nur zu einer oberflächlichen Begegnung. Es ist ein Unterschied wie der zwischen einer Liebesbeziehung und einem schnellen Fick. Die durch Geld vermittelte Beziehung zum Klempner ist in ein enges weltumspannendes Gewebe eingebunden, die buchstäblich Milliarden von Menschen dazu bringt von ihrem Sofa aufzustehen. Wir könnten nämlich alle ganz gut leben, wenn wir alle auf unseren Sofas sitzen blieben und nur ab und zu etwas tauschten, dann wenn wir etwa etwas essen müssen. Warum in eine Beziehung investieren, wenn man doch ab und zu ins Bordell gehen kann?!

Die besagte Gewebe der wirtschaftlichen Beziehungen ist von drei Faktoren abhängig:

  1. einem Grundvertrauen zwischen den Menschen. Tatsächlich ist, frei nach Nietzsche, ein vollwertiger Mensch nur jemand, der versprechen kann! Alle anderen sind Kinder, Verbrecher (Soziopathen) oder Irre!
  2. der Arbeitsfähigkeit der einzelnen Menschen. Tatsächlich ist ein vollwertiger Mensch nur jemand, der arbeiten kann bzw. will, also kein Kind, Verbrecher, Irrer oder Invalide ist. Die Arbeitsfähigkeit ist individuell und erklärt und rechtfertig die wirtschaftlichen Unterschiede. Alles andere sind Träumereien von arbeitsscheuem Gesocks!
  3. Das Geld garantiert, daß dieses Gewebe erhalten bleibt. Aus diesem Grund ist es so wichtig, daß es stabil bleibt , d.h. ihm vertraut werden kann, etwa durch eine Golddeckung. Des weiteren übt das Geld einen übergroßen Schlüsselreiz aus, weil man alles, wirklich alles gegen es tauschen kann. Alle sind „geldgeil“, was die wirtschaftliche Aktivität weiter anstachelt und die Leute zusätzlich vom bequemen Sofa reißt.

Die sozialistische Utopie ist das genaue Gegenteil. Sie ist der Traum vom Sofa, der Traum vom „direkten Tausch“ ohne, um mit Marx zu sprechen, den „Fetisch der Ware“ und es ist der Traum vom Ende des Geldes. Jeder kriegt das zugeteilt, was er braucht bzw., noch utopischer, er nimmt es sich einfach. Sozialismus ist der Krebstod der Gesellschaft, d.h. die Energieproduktion kommt zum erliegen. Ist der Sozialismus hergestellt, sind es die Schwachen und Schutzbedürftigen, die als erste sterben: die Kinder, die in alptraumhafte Kinderkrippen abgeschoben werden, die Kranken, die man ermordet (in Nordkorea gibt es keine Behinderten!) und die Alten, die man „abschiebt“, wie einst in der „DDR“. Menschen, die versprechen können, die arbeiten können und die in einem stabilen, „reliablen“ System leben, geben mit Freuden an jene, die leider weniger glücklich sind. Sie sind natürlicherweise dankbar für die Vergangenheit (die Alten, Kranken und Bedürftigen) und identifizieren sich mit einer leuchtenden Zukunft (den Kindern).

Das ist eine bioenergetischer Blick auf die Welt. Linke verkörpern den Tod und handeln und denken entsprechend. Sie sind der „Todestrieb“ in der Geschichte. Sie lieben nicht etwa die Kranken, sondern sie liebe das Kranke! Man schaue sich die Kunst dieser widerlichen Kreaturen an!

Blogeinträge Januar 2012

29. August 2017

Im Januar 2012 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz. Angesichts von Andreas Peglaus von mir besprochenem Buch Rechtsruck ein Beispiel dafür, wie Massenpsychologie nach Wilhelm Reich im 21. Jahrhundert wirklich aussehen muß:

Blogeinträge Januar 2012

  • Es muß mehr im Leben geben
  • Der Kommunismus hat seinen üblen Beigeschmack verloren
  • Die Emotionelle Pest benutzt die Wahrheit als Trojanisches Pferd
  • Die Occupy-Bewegung erhält sich selbst aufrecht
  • Die eigentliche Ursache für Armut in Amerika

Der Rote Faden: Der Kalte Krieger Nr. 1

26. August 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

Weltweites Waffenverbot sofort

25. August 2017

In den Augen eines normalen Menschen sind Linke, jedenfalls die heutigen Linken in der antiautoritären Gesellschaft, unfaßbar infantil. Sie sind wie Kinder, die bei Omas Beerdigung am Grab rumalbern. Siehe hier, hier und hier. Unwürdiges, ultraneurotisches Gesocks! Schon mal den Wahlkampf von Die Linke oder den Grünen verfolgt?

Sie fordern „Wohlstand für alle“, so als wenn dieser Wohlstand nicht erarbeitet werden muß. Die linken Kindsköpfe werden antworten, es gehe um die Verteilung der gemeinsam erarbeiteten Güter. Hallo, Wohlstand muß erarbeitet werden! Die Produktion ist das wichtige oder wie die alte Linke zu Reichs Zeiten sagte: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen! Verteilung? Wer soll verteilen? Etwa Vater Staat? Wie gesagt: die ganze Lebenshaltung und die Lösungsansätze dieser Parasiten sind zutiefst infantil. Ihre höchste Utopie ist eine Welt ohne Arbeit. Papa bringt auf wunderbare Weise, quasi aus dem Nichts das Essen auf den Tisch und Papa verteilt es gerecht.

Neulich bin ich mal wieder über den Fischmarkt am Hafen geschlendert. Auf der anderen Straßenseite lungerten wieder Neger herum. Drogenhandel inklusive Steuerhinterziehung, Sozialbetrug und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Und die tumbe Steuerzahlerwurst schlendert dran vorbei, als wenn nichts wäre. Kein erwachsener Mensch würde sich so etwas bieten lassen! Und dann der Höhepunkt meiner Besuche am Fischmarkt: der jeweils aktuelle Spruch an den besetzten Häusern – die mittlerweile den Besetzern gehören: die Lausbuben haben sich mit ihrem Trotz bei ihrem entnervten Elter, Vater Staat, durchgesetzt. Da steht in großen Lettern: „Weltweites Waffenverbot sofort“. Magisches Denken eines Kleinkindes, das sich allmächtig fühlt, weil seine Welt noch flach und ohne Tiefe ist. „Weltweit“ – die Tigerente glaubt, daß Panama hinter der nächsten Wegbiegung liegt. Das Kleinkind kann nicht bis zur Nasenspitze denken: ein Waffenverbot „weltweit“ könnte nur ein schwerbewaffnetes den Globus umfassendes Gewaltregime durchsetzen, andernfalls würden alle Harmlosen ihre Waffen abgeben und alle Träger der Emotionellen Pest sie behalten. Wie man es auch dreht: ein „weltweites“ Waffenverbot würde vollautomatisch in einer Hölle enden (entweder ein alptraumhafter Überwachungsstaat oder alptraumhafte Anarchie – weltweit). Und das ganze natürlich sofort! Bei Linken muß immer alles sofort kommen, weil sie als charakterstrukturelle Kleinkinder keine Ahnung von der Komplexität der Welt haben und weil es halt Kleinkinder sind, die nicht warten können. Sie haben null Disziplin, wollen aber die neue Gesellschaft aufbauen.

Was ich hier ausgeführt habe, beschreibt in etwa, warum Reich ab vielleicht 1937 (als er seinen Aufsatz über „Dialektisch-materialistische Facharbeiter contra geistige Irrlichter in der sozialistischen Bewegung“ schrieb) die Linke zu fürchten und zu hassen lernte. Und genau solche Kindsköpfe greifen heute Charles Konia an und maßen sich an Reichs Erbe zu vertreten.

Blogeinträge Oktober-Dezember 2011

23. August 2017

Ende 2011 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz. Angesichts von Andreas Peglaus von mir besprochenem Buch Rechtsruck ein Beispiel dafür, wie Massenpsychologie nach Wilhelm Reich im 21. Jahrhundert wirklich aussehen muß:

Blogeinträge Oktober-Dezember 2011

  • Die weltweite Desillusionierung mit den Politikern und der Politik
  • Die Republicans können 2012 keinen starken Präsidentschaftskandidaten aufbieten
  • Um die Werke Wilhelm Reichs verstehen zu können, muß man die Emotionelle Pest verstehen
  • Der Wirtschaftsplan der Obama-Administration
  • Protestbewegungen damals und heute
  • Die Beziehung zwischen dem echten liberalen und dem pseudo-liberalen Charakter
  • Die notwendigen Komponenten für einen Großausbruch der Emotionellen Pest
  • Das Ende der persönlichen Autorität
  • Der Zusammenbruch der biologischen Arbeitsfunktion führt zum gesellschaftlichen Zerfall
  • Funktionelles Denken ist weder links noch rechts

Blogeinträge September 2011

18. August 2017

Im September 2011 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz. Angesichts von Andreas Peglaus von mir besprochenem Buch Rechtsruck ein Beispiel dafür, wie Massenpsychologie nach Wilhelm Reich im 21. Jahrhundert wirklich aussehen muß:

Blogeinträge September 2011

  • Was am schwersten zu sehen ist
  • Die Ausbreitung der Emotionellen Pest in der heutigen Welt
  • Das Problem mit den heutigen psychiatrischen Therapien
  • Es gibt jetzt eine wahrhaftig funktionelle wissenschaftliche Soziologie

Arbeitsdemokratie und Kriegsführung

17. August 2017

Robert E. Lee, der berühmteste Heerführer der Konföderierten im amerikanischen Bürgerkrieg, siegte immer wieder gegenüber von der Mannschaftsstärke, Nachschub und Ausrüstung her weit überlegenen Kräften durch „Führen mit Aufträgen“. Wikipedia:

Eine Besonderheit Lees war das Führen mit Aufträgen. Das war damals wie heute in den amerikanischen Streitkräften nicht üblich, deshalb benötigten seine Untergebenen einige Zeit, sich auf die damit verbundenen Freiheiten einzustellen. Das führte bei einigen Feldzügen zur Niederlage: Während des zweiten Tages der Schlacht von Gettysburg befahl er dem Kommandierenden General des II. Korps, Generalleutnant Richard S. Ewell, anzugreifen, wenn sich eine „favorable opportunity“ (günstige Gelegenheit) ergeben sollte. Ewell sollte eine solche Situation herbeiführen. Er wartete jedoch ab, ob eine solche eintrat. Weitere Beispiele dazu gibt es in der Sieben-Tage-Schlacht. War das gegenseitige Verständnis jedoch eingespielt, z.B. beim Maryland-Feldzug oder während der Schlachten von Fredericksburg und Chancellorsville, ergaben sich gegenüber den Nordstaatlern eindrucksvolle Siege.

Ähnliches läßt sich über die Wehrmacht sagen und es ist auch Teil der „inneren Führung“ bei der Bundeswehr. Diese Tradition läßt sich bis auf die Befreiungskriege gegen Napoleon zurückführen. Damals kämpften die Soldaten für ihre eigenen Interessen, wie wenig später die Südstaatler gegen die Zentralregierung mit derem Heer, das imgrunde eine Söldnertruppe war, die einen Angriffskrieg durchführte. Deshalb ist heute auch die israelische Armee ohne Zweifel die beste Streitmacht der Welt: weil die Leute aus eigenem Antrieb und selbstverantwortlich kämpfen. Der Kommandant hat den Gesamtüberblick, aber was die direkte Lagebeurteilung an der unmittelbaren Front betrifft, ist er so gut wie blind. Eine gut geführte Armee ist wie ein Organismus. Dazu schreibt Reich:

Für den Funktionalismus gibt es kein „höheres“ Zentrum und kein „niederes“ Ausführungsorgan. (…) Der Organismus als Ganzes bildet ein natürliches Kooperativ gleichwertiger Organe verschiedener Funktion. Wenn die natürliche Arbeitsdemokratie biologisch begründet ist, so finden wir sie in der harmonischen Kooperation der Organe vorgebildet. Eine Vielheit und Verschiedenheit ist zu einer Einheit zusammengefaßt. Die Funktion selbst steuert die Kooperation. Jedes Organ lebt für sich selbst, funktioniert im eigenen Bereiche auf Grund eigener Funktionen und Anreize. Die Hand greift und die Drüse sezerniert. Die einzelnen Organe sind selbständige Lebewesen mit eigener Empfindung und Funktion begabt. (Äther, Gott und Teufel, S. 124)

Hier ein interessantes Gespräch über die funktionellen Ursprünge der modernen deutschen Nation:

ES LEBE DAS HEILIGE DEUTSCHLAND!

Besprechung von Andreas Peglau: RECHTSRUCK IM 21. JAHRHUNDERT (Teil 2)

14. August 2017

Im zweiten Teil des Buches wird auf etwa 70 Seiten Reichs Faschismusanalyse von 1933 auf das Jahr 2017 übertragen. Peglaus Analyse ist durchweg nachvollziehbar. Kunststück, denn Reichs Analyse ist noch genauso stichhaltig, wie sie es 1933 war. Auf die Türkei Erdogans kann man sie 1:1 ohne jeden Abstrich übertragen. Peglau macht das für Deutschland und muß deshalb den Kontrast voll aufdrehen, so daß das Bild merkwürdig irreal wird, geradezu „psychedelisch“. Beispielsweise kommt man bei dem Thema „Sexualunterdrückung“ heutzutage nicht sehr weit und muß wirklich alle denkbaren entsprechenden Überbleibsel der autoritären Gesellschaft herbeizitieren. Beispielsweise die Kirche als sexualfeindliche Institution anzuführen, ist geradezu abenteuerlich. Jugendliche und Kinder haben heute mit ganz anderen sexualfeindlichen Instanzen zu kämpfen, etwa die Medien, die ein vollständig unrealistisches Körperbild vermitteln, allgegenwärtige Pornographie und abwegigste Fehlinformationen in Sachen Sexualität, die mit einem „wissenschaftlichen“ Anspruch daherkommen. Kinder- und Jugendpsychotherapeuten werden zurzeit von Patienten geradezu überrannt, die Probleme mit ihrer „Geschlechtsidentität“ haben. „Erfüllende Sexualität und Partnerschaft“ (S. 116) werden heute insbesondere durch den Feminismus gefährdet. Wie viele junge Mädchen verwandeln sich von einem Tag auf den anderen von hoffnungsvollen, rehäugigen zukünftigen Müttern, in häßliche, haßzerfressene, keifende Furien mit grüngefärbten Haaren und ausschließlich zwei „Argumenten“ („Rassist“ und „Sexist“)?

Reich lebte 1931 und 32 in der „Sexhauptstadt der Welt“, Christopher Turner beschreibt das lang und breit in seinen Adventures in the Orgasmatron, doch in Reichs Massenpsychologie des Faschimus findet sich so gut wie nichts über diese Subkultur, – weil sie zur damaligen Zeit massenpsychologisch vollkommen irrelevant war. Heute gibt es zweifellos all das, was Peglau an „rechten Umtrieben“ beschreibt, doch die sind in der antiautoritären Gesellschaft genauso irrelevant, wie es zu Reichs Zeiten Magnus Hirschfelds Transgender-Freaks waren!

Unglaublicherweise bringt Peglau sogar das englische Rotherham vor (S. 73), um die anhaltende Sexualunterdrückung im Westen zu illustrieren. Über viele Jahre wurden dort 1400 ausschließlich indigene Kinder von ausschließlich „asiatischen Männern“ (Pakistani und andere Moslems) sexuell mißbraucht und zur Prostitution gezwungen. Peglau erwähnt das mit keinem Wort, – daß die Täter Moslems waren, daß sie jahrelang unbehelligt agieren konnten, weil die zuständigen Stellen nicht als „rassistisch“ dastehen wollten und daß das ganze überhaupt nur durch den antiautoritären gesellschaftlichen Zerfall der indigenen weißen Gesellschaft möglich war. Stattdessen fragt Peglau, warum die Arbeiterklasse angesichts der „zunehmenden Immigration“ (Fremdwörter sollen immer die Tatsachen verschleiern! „Immigration“!) zur „chauvinistischen Ausgrenzung“ statt zur „Solidarisierung“ schreitet! (S. 60). Er erwähnt Gewaltdelikte in öffentlichen Verkehrsmitteln, Gewalt von Fußballfans und Anschläge auf sogenannte „Asylantenunterkünfte“ (S. 86). Kein Wort über Moslems, die Dorffeste mittlerweile unmöglich machen, die Fußballspiele, etwa mit türkischen Mannschaften, zu einer buchstäblich lebensgefährlichen Angelegenheit machen und die eine Asylunterkunft nach der anderen kleinschlagen bzw. abfackeln. Kein Wunder, daß im ganzen Buch nirgends der Name „DeMeo“ fällt! Die Ausbreitung der Gewaltkultur „Saharasias“ auf Mitteleuropa!

Ja, Faschismus ist „nach oben buckeln und nach unten treten“ (siehe S. 94), aber angesichts der „Asylkrise“ wirkt dieses Bild, jedenfalls die Weise, wie es von Peglau benutzt wird, absurd. Sind Arbeiter „faschistisch“, wenn sie sich gegen lumpenproletarische Streikbrecher wenden, die ihnen von den Unternehmern vor die Nase gesetzt werden? Wer ist denn hier autoritätshörig: jene, die 2015 wie blöde an den Bahnhöfen standen, um die Zerstörer des deutschen Sozialsystems enthusiastisch in Empfang zu nehmen, oder die, die gegen die durchgeknallte Politik einer durchgeknallten Führerin protestieren und dabei ihre bürgerliche Existenz aufs Spiel setzen?! Wer ist denn hier der Rassist: Ich, wenn ich mich tierisch über die Neger gelinde gesagt „aufrege“, die in St. Pauli den ganzen Tag über dem Fischmarkt am Pinnasberg und in der Hafenstraße rumlungern, um Drogen zu verticken. Oder ist nicht vielmehr der ein Rassist, der diese Krämer des Todes akzeptiert und sogar romantisiert, aus dem einzigen Grund, weil sie Neger sind?!

Rechtsruck ist eine derartige Verzeichnung der Realität… Reichs Leistung war es bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen früh erkannt und praktisch als einziger „massenpsychologisch“ erfaßt zu haben. Und hier kommt Peglau mit einem massenpsychologisch praktisch komplett blinden Buch.

Ein Totalverriß von Peglaus Buch entspricht nicht meiner Intention. Nicht nur, weil, wie erläutert, am ersten Teil des Buches nichts auszusetzten ist, ganz im Gegenteil, sondern auch, weil angesichts des bevorstehenden Zusammenbruchs des Finanz-, Wirtschafts- und Sozialsystems Deutschlands, für den allein schon die EU und der Euro (Peglaus so heißgeliebte „offenen Grenzen“!) sorgen werden, „1933“ schon bald wieder aktuell sein wird. Jederzeit kann die antiautoritäre Gesellschaft (Pseudo-Expansion) in eine extrem autoritäre Gesellschaft (spastische Kontraktion) umschlagen. Nur eine (leider vollkommen ausgeschlossene) „Machtübernahme“ von „AfD und Pegida“ könnten uns noch vor dieser Katastrophe bewahren. Aber das wäre natürlich nur eine kurzfristige Lösung, denn die bioenergetische Dynamik, die die antiautoritäre Gesellhaft freigesetzt hat, ist nicht mehr aufzuhalten, eine Rückkehr in die angeblich „gute alte Zeit“ ist nicht möglich. Es gibt nur einen langfristigen Weg: erstens (!) die Bekämpfung der Emotionellen Pest und zweitens (!) die Fortführung des Projekts Kinder der Zukunft. Alles, was dazu zu sagen ist, hat Charles Konia in The Emotional Plague gesagt.