Bewusstseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib? (Teil 2)

26. März 2019

Barbara G. Koopman: Bewußtseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib?

Bewusstseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib? (Teil 1)

25. März 2019

Barbara G. Koopman: Bewußtseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib?

nachrichtenbrief128

24. März 2019

Zum Thema, daß der Kampf gegen die Emotionelle Pest selbst zur Emotionellen Pest wird, siehe unbedingt auch diesen Artikel von Kolja Zydatiss: Michael Jackson und die Exorzisten.

Eine Nachbemerkung zu „Die Geschichte des AMERICAN COLLEGE OF ORGONOMY“

23. März 2019

Die Geschichte des AMERICAN COLLEGE OF ORGONOMY

Zu den mittlerweile Dutzenden von Orgonomen, die seit Reichs Tod aufgetaucht sind und wieder in die Vergessenheit zurückgesunken sind, ist zweierlei zu sagen:

1. Es gibt heute zwei Empfänger des „Wilhelm Reich Award“, der höchstens einmal in einer Generation vergeben wird: Elsworth F. Baker und Charles Konia. Beide haben bei ihren Dankesreden erklärt, warum sie sie erhalten haben: schlicht und ergreifend, weil sie noch da waren. Andere mögen es vehement bestreiten, doch von Reichs Schülern war Baker der einzige, der Kurs gehalten hat. Das gleiche trifft auf Konia zu, der als einziger von Bakers Schülern aus den 1950er und 1960er Jahren bei der Stange geblieben war.

Ganz anders ist das bei Reich selbst: Er hat praktisch jährlich Positionen aufgegeben, die er vorher noch vehement als „unumstößlich“ verfochten hatte. Schließlich war er der Pionier, der das ganze Feld erst erschlossen hat. Es macht keinerlei Sinn die, die später dieses Feld beackert haben, mit ihm zu vergleichen.

2. Was ist im einzelnen mit den anderen Orgonomen passiert? Sie haben sich auf ihre Privatpraxen als Orgontherapeuten zurückgezogen, die Orgonomie ganz hinter sich gelassen oder sie sind in Sekten und die „Spiritualität“ abgedriftet. Das ist aber ihr Privatproblem, das imgrunde niemanden etwas angeht. Sie waren Psychiater, die auf Reich gestoßen waren (wie andere auf Frankl, Adler, Jung, etc.) und sich eine Zeitlang mit seiner Arbeit identifiziert haben. Was sie davor, danach und nebenbei getan haben, hat uns nicht zu interessieren. Es hat etwas zutiefst Pathologisches, diesen Leuten hinterher zu schnüffeln. (Insbesondere ist das bei Patienten virulent. Ödipus ick hör dir trapsen!)

Hingegen gibt es in Reichs Leben (und damit automatisch auch im Leben seines Umfeldes) keinerlei Bereiche, die ausgeklammert werden dürfen. Selbst vertraulichste Liebesbriefe mit intimsten Details sollte man veröffentlichen. Die übrigen Orgonomen kann man mit Malern im klassischen Sinne vergleichen: ihre Werke sind das einzig bedeutsame, sie selbst sind imgrunde uninteressant. Reich war demhingegen ein „Gesamtkunstwerk“, sozusagen ein „Aktionskünstler“. Er selbst und das Werk, das er geschaffen hat, sind nicht voneinander zu scheiden. Die Orgonomen danach hingegen sind als Personen nur für ihre Familien, Kollegen und Freunde von irgendeinem Interesse. Sie zu behandeln, als seien sie sozusagen „Wilhelm Reiche“ ist objektiv betrachtet ein Kategorienfehler und menschlich betrachtet geradezu ekelhaft. Man schnüffelt nicht im Leben anderer Menschen herum!

Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

22. März 2019

 

Paul Mathews:
Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

 

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 11

21. März 2019

orgonometrieteil12

11. Verhalten und Handlung

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 10

20. März 2019

orgonometrieteil12

10. Orgonkitsch

Die Geschichte des AMERICAN COLLEGE OF ORGONOMY

19. März 2019

Wiederholt wurde ich aufgefordert einen ausführlichen Artikel über die Entwicklung der Orgonomie im allgemeinen und des American College of Orgonomy (ACO) im besonderen zu schreiben. Das kann ich aus zwei Gründen nicht machen: zu wenig und zu viel Information. Wie sich die American Association of Medical Orgonomy (AAMO) genau aufgelöst hat, wie das mit dem Cloudbusting Anfang der 1960er Jahre genau war, warum Levy das ACO genau verlassen hat, warum die Abspaltung des Institute for Orgonomic Science (IOS) nun genau erfolgte und was Baker damals genau vorgeworfen wurde… Die, die darüber (noch!) reden könnten, hüllen sich in Schweigen oder verbreiten einseitige Gerüchte, in denen es keine Zwischentöne mehr gibt – und heutige Orgonomen zucken glaubhaft mit den Schultern: „Keine Ahnung!“ Und wenn ich die Histörchen, die ich per Zufall aus erster, zweiter und dritter Hand habe, ausmale, kann nur ein schiefes Bild entstehen – und außerdem möchte ich niemanden in die Pfanne hauen, u.a. weil mir dann berechtigterweise niemand mehr was erzählen würde.

Weitaus wichtiger ist sowieso das Grundsätzliche. Wofür steht eigentlich das Wort „College“ in „ACO“? Es ist ein „Kollegium“, ein Verbund von „Kollegen“, die primär Ausbildung (das zunächst von Baker und dann von Konia geleitete Seminar für Orgontherapie) und Forschung (Orgon-Biophysik im Elsworth F. Baker Oranur Research Laboratory) betreiben. Zunächst erfolgte das in den Praxen und „ausgebauten Scheunen“ von Orgontherapeuten. Seit Ende der 1980er Jahre in einem größeren ehemaligen Farmhaus und einem kleinen Nebengebäude auf einem großen Grundstück in einem mehr oder weniger ländlichen Vorort von Princeton, New Jersey. Der Name „College“ zeigt bereits, daß das keine „Organisation“ oder gar ein „Verein“ im üblichen Sinne ist. Mit wenigen Ausnahmen am Anfang des ACO können sowieso nur Promovierte Mitglied werden und das auch nur bleiben, solange sie aktiv mitarbeiten.

Die Struktur des ACO richtete sich stets nach dem Modell der USA aus: souveräne Staaten (nicht bloße „Bundesländer“ wie in Deutschland!) und doch eine starke Zentralregierung. Jeder Orgonom ist vollkommen frei auf seine eigene Weise die Orgonomie zur Entfaltung zu bringen (beispielsweise kann er eine „Organisation“ gründen), solange er einige wenige Kompetenzen (im Grunde aber nur eine) vollständig der Zentralregierung überläßt: in den USA ist das die Landesverteidigung, beim ACO die Ausbildung und „Lizensierung“ von Orgontherapeuten. Vielfalt in Einheit! Schaut man genauer hin, war das nicht nur zu Reichs Zeiten genauso (das Orgone Institute und drum herum die Wilhelm Reich Foundation, das AAMO, etc.), sondern es ist so durchweg bei allen akademischen und handwerklichen Verbänden weltweit.

Und woher nimmt das ACO seine Legitimation? Es ist unumstritten, daß Elsworth F. Baker, der Gründer des ACO, Ende der 1940er Jahre vom Orgone Institute (= Wilhelm Reich) den Auftrag erhalten hatte, zukünftige Orgonomen auszubilden, was er denn auch bis zu seinem Tode 1985 getan hat. Er war zu Reichs Lebzeiten der unumstrittene Führer der amerikanischen Orgontherapeuten im Großraum von New York City und wie selbstverständlich Herausgeber der Zeitschrift Medical Orgonomy, die zu Reichs Lebzeiten erschien und die der unmittelbare Vorläufer des Journal of Orgonomy war. Hätte Baker direkt nach Reichs Tod die Zügel in die Hand genommen, hätte es niemals irgendeinen Zweifel hinsichtlich „Legitimation“ gegeben!

Baker hat sich aber anders entschieden. Die Orgonomie war krachend gescheitert bzw. den Orgonomen war es nicht gelungen Reich zu schützen. Es wäre der helle Wahnsinn gewesen, einfach so weiterzumachen, als wäre nichts gewesen! Reich habe Baker persönlich bei ihrem letzten Treffen unmittelbar vor seinem Haftantritt erklärt, daß alle Organisationen eingestellt werden sollten, Baker sich von den restlichen Orgonomen distanzieren sollte, da diese ihn sonst „umbringen“, er solle stattdessen eine neue Generation von Orgonomen ausbilden und mit denen zusammen ein „College of Orgonomy“ gründen. 11 Jahre später hat Baker genau das getan.

Der Hauptunterschied zwischen den „Reichianischen“ „Therapien“ und der Orgontherapie

18. März 2019

Die Techniken der Orgontherapie sind einfach. Sie sind einfach zu „erlesen“ und, als Patient, abzuschauen. Und schon macht man sich daran „Patienten“ zu „behandeln“. Es gibt weltweit zigtausende solcher „Therapeuten“. Sie verabreichen diese „Techniken“ auf eine mechanische Weise, haben keine Ahnung von den Grundlagen der Orgontherapie, wissen nichts von Charakteranalyse und Orgonometrie, können keine biopsychiatrische Diagnose stellen, etc. Aber das sind nur die Werkzeuge und die Kenntnis ihres korrekten Gebrauchs, der alles entscheidende Unterschied ist ein ganz anderer: (bioenergetischer) Kontakt mit dem Patienten aufnehmen und vor allem den Patienten dazu bringen, mit ihm, den Therapeuten, Kontakt aufzunehmen. Ohne diesen Kontakt zwischen Therapeuten und Patienten machen all die „Techniken“, egal wie oberflächlich korrekt sie angewendet werden, überhaupt keinen Sinn.

Intuitiv spürt der „Reichianische“ „Therapeut“ den Mangel an Kontakt und versucht das mit extremem „therapeutischen“ Aktivismus wettmachen (ähnlich wie kontaktlose Paare zu einem ganzen Arsenal von „Sextoys“ greifen, um ihre vermeintliche „Liebe“ zu retten). Mit schier unendlich langen Listen von „Methoden“ versucht er zu zeigen, wie kompetent er doch sei, offenbart aber tatsächlich nur seine Kontaktlosigkeit. Das entscheidende am Kontakt zwischen Therapeut und Patienten ist nicht nur, daß erst so die Techniken richtig angewendet werden können und wirksam sind, sondern auch daß erst dadurch, daß der Patient lernt Kontakt mit dem Therapeuten aufzunehmen, er lernt mit seinem EIGENEN KERN Kontakt aufzunehmen.

Dieses letztere Element ist der Wesenskern der Reichschen Therapie seit den Tagen der Charakteranalyse in den 1920er Jahren. Es geht um Übertragung und damit um die Dramen der frühen Kindheit, die die gegenwärtige Neurose erst erzeugt haben. Es geht um den bioenergetischen Kontakt mit den Eltern, der funktionell identisch ist mit dem Kontakt mit dem eigenen Kern. Wir sind BIOSOZIALE Wesen, keine bloßen Objekte, an denen Pseudotherapeuten ihren kontaktlosen Narzißmus ausleben können.

Die drei Krankheitslehren

17. März 2019

Nehmen wir mal an, du hast ein etwas umfassenderes Krankheitsbild. Also keinen gebrochenen Finger, keine gewöhnliche Grippe oder so etwas, sondern etwas, was nie richtig auskuriert wird und dich zum Dauergast in den Wartezimmern diverser Fachärzte macht, die mit ihrem Latein am Ende sind. Da gibt es prinzipiell drei möglich Annäherungen an deine Gesundheitsprobleme:

Erstens haben wir die heutige Medizin. Du hast ein Magengeschwür? Heute wissen wir, daß das bestimmte Krankheitserreger auslösen, die man gezielt mit speziellen Antibiotika bekämpfen kann. Problem gelöst. Prinzipiell ist das wie beim Auto oder bei irgendeinem Küchengerät: irgendwelche kaputten Module werden ausgetauscht und die Maschine läuft wieder rund. So in allem, selbst bei denkbar komplexen Erkrankungen wie Prostatakrebs oder einer schweren bipolaren Störung. Man muß nur lange genug suchen!

Zweitens gibt es das, was dieser mechanistischen Medizin vorangegangen ist. Ein Weltbild, das sich am klarsten in der klassischen griechischen Philosophie findet. Wenn es dir schlecht geht, dann liegt das daran, daß du DEIN LEBEN verfehlst. Du leidest beispielsweise nicht unter „Depressionen“, sondern alles in deinem Leben schreit nach Veränderung, beruflich, familiär, „spirituell“. Diese Annäherungsweise hat der Outdoor Illner perfekt formuliert:

Die dritte Annäherung ist die Reichs. Sein Kozept der „Biopathie“ faßt unterschiedlichste psychische und somatische Symptome zu einer sinnvollen Einheit zusammen, ohne die Arbeit der mechanistischen Mediziner negieren zu wollen. Reich sieht den Menschen in seinem sozialen und „kosmischen“ Zusammenhang, in dem wirkliche Heilung erst möglich ist, doch macht er dies auf eine nicht mystische oder gar moralistische Weise und redet nicht von der „Lebensaufgabe“, die angeblich verfehlt wurde, oder von „kosmischen Hierarchien“, in die man sich einzufügen habe, um inneren Frieden zu finden und zu gesunden.

Das heißt aber EXPLIZIT nicht, daß man bei eindeutigen und einfachen Diagnosen nicht der modernen Medizin vertrauen sollte. Wer nicht sieht, daß sie lebensrettende Wunder wirken kann, ist ein gemeingefährlicher Sektierer! Ähnlich ist es mit dem im weitesten Sinne „mystischen“ Rat „weiser Männer“ bestellt. Es kann durchaus sein, daß deine einzige Rettung ist, daß du alles fahrenläßt und Mönch in einem Kloster wirst oder in eine Blockhütte in die Wildnis Alaskas ziehst, um von der Jagd, dem Fallenstellen und dem Pilz- und Beerensammeln zu leben, weil es, frei nach Adorno, kein Gutes im PRINZIPIELL Schlechten gibt.