Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 11)

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Es ist immer dasselbe: das Individuum gegen die Gesellschaft. Kaum hat Stirner Feuerbachs Chimäre „der Mensch“ zerschlagen, kommt Marx und macht das Individuum zu einer bloßen Schnittstelle gesellschaftlicher Beziehungen oder es wird wie bei Nietzsche, Freud, Heidegger auf je eigene Weise Transformator letztendlich mystischer Kräfte. Ausnahmslos allen ist gemeinsam, daß sie dem Individuum nichts zutrauen. Das sieht man ganz praktisch an der Kindererziehung. Das Baby weiß sofort wo die Brustwarze der Mutter ist. Es ist ein Geben und Nehmen, wechselseitige Anregung, der Egoismus des Babys verzahnt sich eins zu eins mit dem Egoismus der Mutter, Bestärkung, wechselweise Verstärkung, organische Entwicklung aus sich selbst heraus. Der Stirnersche „Verein“ ist sofort da. Aber nein, diese natürliche „egoistische“ Entwicklung, die uns alle anderen Lebewesen vorleben, muß zerschlagen werden (das „irrationale Über-Ich“ muß errichtet werden), um dann im Nachhinein durch das ersetzt zu werden, was Reich als („altruistischen“) „Ersatzkontakt“ bezeichnet hat: Hegel, Feuerbach, Marx, Nietzsche, Freud, Heidegger mit ihren grandiosen Systemen versuchen das wildgewordene, irrational gewordene Individuum irgendwie wieder einzubinden. Eine elende Flickschusterei. Dann betrachte man, was LaMettrie, Stirner und Reich gemeinsam ist – die Aussage: „Leute, hört auf Kopfgeburten hinterherzulaufen, sondern geht von der Wirklichkeit aus.“ Platt ausgedrückt: aus jedem Neugeborenen folgt alles mit logischer Konsequenz. Es weiß, was es will und was es will, ist gut. Wie sollte es anders sein? Das Lebendige würde gar nicht existieren, wenn es nicht rational wäre! Und wenn die Umwelt entsprechend rational reagiert…
Warum diese Panik, dieser Haß, dieses Ausweichen, dieses ins Lächerliche ziehen bei den Reaktionen auf LSR? Weil Laska dem Ersatzkontakt, diesen ganzen Mummenschanz ein Ende setzt. Eine ganze Ersatzwelt droht zu kollabieren.
Bei LaMettrie ist es der Maschinenmensch (das heißt der von der Metaphysik, dem sinnlosen Schuldgefühl und der sinnlosen Scham befreite Mensch), bei Stirner der Eigner seiner selbst, der nicht mehr „besessen“ ist und bei Reich der ungepanzerte („über-ich-lose“) Mensch, der an die Stelle einer vollkommen verfehlten Art von Menschsein tritt. Einen größeren Fauxpas kann man sich gar nicht vorstellen. Imgrunde haben LaMettrie, Stirner und Reich gesagt: „Leute, das ist alles kontraproduktiver Blödsinn, was ihr hier veranstaltet.“
Und das Schlimme ist, daß sie für diese Botschaft nicht nur jeweils umgebracht wurden, sondern die Leute aus Panik noch eine Schicht an Blödsinnigkeit draufgelegt haben. Man denke nur an all das Unheil, das, als Reaktion auf LaMettrie, Rousseau in die Welt gesetzt hat (die Französische Revolution), als Reaktion auf Stirner letztendlich das 20. Jahrhundert (Marx und Nietzsche) und als Reaktion auf Reich die „sexuelle Revolution“ a la Genderfluidity etc. Das irrationale Über-Ich feiert heutzutage solche Triumphe, daß Leute sich sogar kastrieren, die Brüste abschneiden und hochgiftige Chemie in sich pumpen.
Das ist letztendlich der Riecher Laskas, der L und S und R gefunden hat. Ich weiß, es klingt verquer, aber es ist der Riecher, der das besagte Neugeborene vollautomatisch zur Brustwarze der Mutter führt.
Unser unmittelbarer kosmischer Nachbar Andromeda ist die einzige Galaxie, die sich auf uns zubewegt und zwar mit einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Sekunde. Das erzeugt eine „Blauverschiebung“, d.h. eine Verkürzung der elektromagnetischen Wellen, die von Andromeda ausgehen. Alle anderen Galaxien weisen eine „Rotverschiebung“ auf, d.h. sie bewegen sich von uns weg. Hätte Andromeda-Galaxie nicht ihre Partikularbewegung, würde sie sich mit etwa 70 Kilometern pro Sekunde von uns wegbewegen.
Ähnliches beobachtet man in den antiautoritären Gesellschaften der westlichen Unwertegemeinschaft im allgemeinen und der BRD im besonderen. Die Politkriminellen, die uns regieren und ihre von den öffentlich-verächtlichen Medien verhetzten Schlachtschafe sehen nur die Blauverschiebung: DIE Gefahr kommt von rääächts, die AfD befindet sich auf Kollisionskurs mit der Dämonkratie, zusammen mit der WerteUnion und allen anderen Nichtkommunisten.
Wenn du heute in die SPD eintrittst, insbesondere aber bei den Jusos mitmachst, ist das so, als würdest du einer fanatischen Sekte beitreten, die wirklich nur ein einziges Thema hat: den Kampf gegen Rääächts. Wenig anders sieht es bei den anderen Parteien des Dämonkratischen Einheitsblocks aus! Man schaue sich diese fanatisierten Gesichter und vor Haß glühenden Augen an! Es sind Sektierer, die überhaupt nicht mehr differenzieren können und kraß wirklichkeitswidrig überall nur noch Andromeda-Nebel sehen: überall nur Blau, überall nur Nazis! Das ist eine veritable Massenpsychose, die bei weitem alles übertrifft, was jemals etwa im Dritten Reich herrschte.
Diese Massenpsychose ist Ausdruck der allgemeinen, wirklich alles bestimmenden Rotverschiebung in der dem sicheren Untergang entgegentaumelnden antiautoritären Gesellschaft. Die antiautoritäre Transformation, die etwa 1960 zunächst langsam begann, war Ausdruck einer grundlegenden Veränderung der Panzerstruktur des Massenindividuums. Jeder Psychotherapeut wird dir bestätigen, daß in den letzten Jahrzehnten die Menschen immer undifferenzierter wurden und man heute kaum noch die differenzierten neurotischen Strukturen vorfindet, wie sie Freud und Reich beschrieben. Stattdessen wuchern Borderline-Strukturen, die nur noch schwarz und weiß, böse und gut kennen, Frühgestörte, die ein unberechenbares Affektleben wie Kleinkinder haben, und Persönlichkeitsgestörte, die keinerlei Rationalität mehr zugänglich sind. Bioenergetisch ist das Ausdruck einer Verlagerung der Abwehrmechanismen von der Muskelpanzerung auf die Augenpanzerung. Es ist eine „Zentralisierung“ vom Vegetativen hin zum Zentralen Nervensystem, die soziopolitisch ihren spiegelbildlichen Ausdruck in der zunehmenden Vergötterung des zentralgelenkten Staatsapparats hat mit einer Einheitsmeinung, einer zentral gesteuerten Planwirtschaft und generell einer Verlagerung weg von lokalen auf nationale und weiter auf supranationale Entscheidungen. Am Ende der Rotverschiebung steht der monolithische kommunistische Staat a la Nordkorea – und damit der sichere Untergang.
Diese alles bestimmende Rotverschiebung führt zu einer Art „Stauchung“, d.h. entgegen der irren Propaganda der linksversifften Medien sind nicht etwa die Grenzen zwischen Faschisten, Reaktionären, extremen Konservativen und gemäßigten Konservativen verschwommen („alles Nazis“), sondern vielmehr die zwischen Linksliberalen, Sozialisten, peudoliberalen Linksextremen und Kommunisten schlichtweg nicht mehr existent. Es macht aus orgonomischer Sicht gegenwärtig einfach keinen Sinn mehr, auf der linken Seite zwischen gemäßigt und extrem zu unterscheiden. Es sind alles, durch die Bank, rote Faschisten, die sich in nichts von den Anhängern Stalins, Maos und Pol Pots unterscheiden: „AfDler töten“.
Das Universum „BRD“ wird durch die Rotverschiebung buchstäblich auseinandergerissen.
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Anfang 1845 verfaßte Marx seine berühmten elf „Thesen über Feuerbach“. Die dritte These ist auf die französischen Materialisten des 18. Jahrhunderts und damit auch bzw. vor allem auf LaMettrie gemünzt:
Die materialistische Lehre von der Veränderung der Umstände und der Erziehung vergißt, daß die Umstände von den Menschen verändert und der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie muß daher die Gesellschaft in zwei Teile – von denen der eine über ihr erhaben ist – sondieren. Das Zusammenfallen des Änderns der Umstände und der menschlichen Tätigkeit oder Selbstveränderung kann nur als revolutionäre Praxis gefaßt und rationell verstanden werden.
Mit anderen Worten LaMettrie wird historisiert und damit auch seine These von den Schuldgefühlen. Niemand steht über der Geschichte und man muß sich in das Kollektiv, die gesellschaftliche bzw. geschichtliche Entwicklung einordnen. Der Stachel ist gezogen, die Befreiung vom Über-Ich, also die Aufklärung, dergestalt „durch Aufklärung“ unmöglich gemacht! – Unmittelbar darauf setzte Marx sich mit Die deutsche Ideologie an seine „historisch materialistische“ Kritik von Stirners Der Einzige und sein Eigentum…
Um das richtig einordnen zu können, d.h. Marx als den „Ur-Stalin“ zu begreifen und damit Reichs Kampf gegen den „roten Faschismus“, folgendes: LaMettrie hat, sozusagen „ganz ahistorisch“, eine Orgasmustheorie vertreten: „Die Lust“, so schrieb er, „gehört zum Wesen des Menschen & zur Ordnung des Universums.“ Und weiter:
Nur die Ausschweifung & alles, was den Interessen der Gesellschaft schadet, fällt aus dieser Ordnung heraus und ist verboten; es gibt keinen anderen Gesichtspunkt der Tugend, als derjenige, was dem Staat nützlich ist. Die Fähigkeit, Lust zu empfinden, ist allen Tieren als gleichsam primäres Attribut gegeben; sie streben nach Lust um der Lust willen, ohne weiter darüber nachzudenken. Einzig der Mensch, dieses vernunftbegabte Wesen, kann sich bis zur Wollust erheben; und dies ist die wunderbarste Mitgift der Vernunft. … Wir verdanken unser Wohlbefinden einzig der Lust; sie hat die einzigartige Kette geschmiedet, die die Tiere & die Menschen verbindet; die Lust spricht zu mir über meine Organe & verbindet mich mit dem Leben. (z.n. Ursula Pia Jauch: Jenseits der Maschine, S. 346)
Der sexuellen Enthaltsamkeit schenkt LaMettrie sein besonderes Interesse, könne sie doch, wie Jauch referiert, „zu Persönlichkeitsveränderungen, zu Raserei, Hysterie und krankhaften Realitätsverzerrungen führen“ (S. 344). „Der Entzug von Liebesfreuden verursacht“, so schreibt LaMettrie, „Krankheiten“, weshalb sich die Wissenschaft um die Empfängnisverhütung kümmern müsse (S. 419).
Halten wir Begierden, die einer übersteigerten Phantasie entspringen, nicht mehr für unsere wirklichen Bedürfnisse, und es wird weniger Schlemmer, Zecher und Wüstlinge geben! Doch geben wir der Natur, was ihr gebührt! Man trinkt, wenn man Durst hat; man ißt, wenn man Hunger hat; und in der Liebe spürt man manchmal einen doppelt starken Drang: wer hätte nicht bisweilen Hunger und Durst zugleich nach gewissen Lüsten gehabt? Und wie viele trübe Wolken der Unzufriedenheit und Launenhaftigkeit ziehen, wenn diese Bedürfnisse unbefriedigt bleiben, am Himmel der Seele auf, wo sie allein durch die Sonne der Lust wieder aufgelöst werden können (…). Ich übersehe durchaus nicht, daß gewisse schwächliche Naturen sich der Lust enthalten können oder vielmehr müssen, um sich wohl fühlen oder andere Vergnügungen besser genießen zu können. In allen übrigen Fällen aber ist die vernünftige Befriedigung der Wollust ebenso notwendig wie die der anderen Bedürfnisse; denn die Natur verwendet die gleichen Mittel, sie zu wecken (…). Das ist der Grund, weshalb (…) alle medizinisch versierten Philosophen in ihren Schriften ohne weiteres den Beischlaf empfehlen und kluge Ratschläge in Liebesdingen hinzufügen. (Anti-Seneca, S. 106f)
LaMettrie hatte ein Konzept von „Über-Ich“ und damit der Panzerung. In den Worten von Jauch:
Überhaupt hat der Bretone [also LaMettrie] ein für die Zeit unübliches Verständnis der Zensur. das sich freilich aus der Perspektive seiner psychologischen Anthropologie nachvollziehen läßt: Der Mensch ist ein Wesen, das Vorurteile und Denkbehinderungen „mit der Muttermilch“ (will heißen: schon mit den ersten sozialen Prägungen) aufnimmt. Die unhinterfragte Adaptation von „Autoritätsmeinungen“ entspricht einem Trägheitsgesetz des menschlichen Geistes, das seinerseits wiederum auf der mimetischen, imitierenden Struktur des menschlichen Lernverhaltens beruht. Daß einer nicht mehr „nachahmt“, sondern „selber“ zu denken beginnt, ist die Ausnahme, nicht die Regel. Analog dazu ist die Zensur zu betrachten als ein natürliches Übel, das zu jeder menschlichen Gesellschaft gehört. (S. 466)