Reichs Gründe der Abkehr von der Tagespolitik (Teil 4)

7. Juli 2021

von Robert Hase

In dem Artikel befasst sich Reich auch ausführlich mit seinem politischen Werdegang. So sei er bis zum Ende des Ersten Weltkriegs ein naives Mitglied der großen menschlichen Herde, also „unpolitisch“ gewesen. Voller Ansichten, von denen keine fünf Jahre überlebte, niedergedrückt vom Ringen um den Lebensunterhalt usw. Deswegen kenne er den kleinen, unpolitischen Menschen sehr gut aus seiner eigenen Erfahrung. Ihm stand damals auch die Wissenschaft fern, denn im Unterricht der Oberschule des alten Deutschlands und Österreichs hatte es keinen wissenschaftlichen Ansporn gegeben. Dann, zwischen 1917 und 1927, wurde ihm das Wesen der Wissenschaft bewusst. Als 1927 in Österreich politische Unruhen begannen, trat zum wissenschaftlichen das gesellschaftliche Interesse hinzu. Plötzlich sah er den gigantischen Widerspruch von wissenschaftlichem Leben und politischem Alltag. Es schien keine Verbindung zwischen den beiden Bereichen zu geben, mehr noch, sie schienen sich zu widersprechen. Marx‘ Angebot bestand darin, gleichzeitig soziologische Wissenschaft und soziale Orientierung zu bieten. Der Marxismus sei die einzige soziologische Herangehensweise in Europa gewesen, die nach vorne wies (5). Darauf folgte die soziologische Kritik an der Ausrichtung und Schwerpunktlegung seiner wissenschaftlichen psychiatrischen Arbeit. Eine Kritik, die nach Reichs Meinung zum Zeitpunkt der Niederschrift (1944) noch immer richtig sei. Tatsächlich erwies sich diese Kritik im Jahrzehnt nach 1927 sowohl für die Forschung als auch für die gesellschaftliche Aktivität als sehr fruchtbar. Dabei blieb jedoch der Konflikt „Wissenschaft oder Politik“ unlösbar. Man konnte nicht gleichzeitig Forscher und Parteipolitiker sein. So blieb er zwar medizinischer Forscher, jedoch wurde jeder wissenschaftliche Sachverhalt nunmehr auf zwei Grundfragen hin untersucht:

„1. Wie ist die Haltung der herrschenden öffentlichen Meinung zu dieser Tatsache?

2. Was sind die praktischen sozialen Konsequenzen dieser Tatsache?“

Die soziale Sexualökonomie sei demgemäß aus der klinischen Sexualökonomie hervorgegangen. Die praktischen Konsequenzen wären meist unmittelbar einleuchtend, wie die gesellschaftliche Bejahung der natürlichen kindlichen und jugendlichen Sexualität oder die Verantwortung des Arbeiters für den gesellschaftlichen Produktionsprozess. Themen, die nunmehr, 18 Jahre später, im Mittelpunkt des aktiven Kampfes stünden. Im Jahr 1930 stellte sich aber die Frage, wer diese praktischen Konsequenzen ziehen sollte? Die naheliegende Antwort lautete: die politischen Parteien, die unter anderem rationale sexualpolitische Ziele in ihre Programme aufgenommen hatten. Das waren damals die kommunistischen, sozialistischen und liberalen Organisationen. So begann Reich, im Rahmen dieser drei Organisationen zu arbeiten.

„Später fand ich heraus, dass ich mich gewaltig verrechnet hatte. Dass ich so lange brauchte, um es zu korrigieren, lag an der falschen Orientierung der Freiheitsorganisationen in Fragen der Massenpsychologie.“

Die Fehlkalkulation sei folgende gewesen: „Hier ist die politische Reaktion, die die Massen unterdrückt und ausbeutet. Dort sind die Massen, die unterdrückt sind und sich nach Freiheit sehnen.“ Alles, was man demzufolge hätte tun müssen, wäre diese Massen zu organisieren und zu führen, damit sie die sozialen Fesseln der politischen Reaktion abwürfen und die Freiheit in der Welt brächten. Dementsprechend habe er die österreichische und später die deutsche Sexpol organisiert. Die Aufgabe der Sexualpolitik war es damals gewesen, die Massen mit rationalem biosexuellem Wissen zu versorgen, so wie die wirtschaftlich orientierten Parteien sie mit ökonomischem Wissen versorgten bzw. zu versorgen versuchten.

Reich gibt zu bedenken, dass damals der Faschismus noch nicht an der Macht war. Es gab noch keine biophysikalische Theorie der menschlichen Tiefenstruktur jenseits der Unterscheidung zwischen „primären“ und „sekundären“ Trieben. Man ahnte noch nichts von der charakterologischen Verankerung der gesellschaftlichen Unterdrückung im Volk selbst. Es wurde geglaubt, dass die gesellschaftliche Bejahung des Geschlechtslebens genüge, um die sexuellen Neurosen zu meistern. Man war überzeugt, dass die Masse der Menschen einen brennenden Wunsch nach einem freien Leben hatte. Ihre strukturelle Angst vor der Freiheit und ihre Unfähigkeit zur Freiheit waren noch unbekannt.

Fußnoten

(5) Hier folgt eine Fußnote: „Bis 1939 kannte ich das Wesen der amerikanischen Revolution nur aus der Ferne. Ich kann hier nicht auf den großen Unterschied zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Freiheitsbegriff eingehen.“

David Holbrook, M.D.: EINE GESCHICHTE ÜBER DIE ARBEIT

6. Juli 2021
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DAVID HOLBROOK, M.D.:

Eine Geschichte über die Arbeit

Reichs Gründe der Abkehr von der Tagespolitik (Teil 3)

5. Juli 2021

von Robert Hase

Reich gibt sodann Aufschluss darüber, wieso Tagespolitik, in die sich auch die besten und ehrlichsten Sozialisten und Liberalen verstrickt hatten, sinnlos ist. Nach der Erkenntnis der biosozialen Katastrophe des Menschentieres entfernte sich die Gruppe der Sexualökonomen im gleichem Maße von der Tagespolitik, wie die Forschungen in die Tiefe vordrangen. Sie verstanden den Widerstand der Politiker, die die Verantwortung trugen, die Größe des Problems, das die „Gesellschaft des irrational reagierenden Menschentieres“ darstellt, zur Kenntnis zu nehmen. Denn je mehr man darüber erfuhr, desto aussichtsloser erschien es, desto schrecklicher erschien die gesellschaftliche Illusion von der Möglichkeit des Fortschritts „ohne Beseitigung jener menschlichen Struktur, die sich nach einem Führer sehnt“. (3)

Je dringlicher die Tagespolitik nach praktischen Maßnahmen rief, desto schärfer trat der Befund der Naturwissenschaft hervor: Die soziale Misere hat ihre Wurzeln weit, weit tiefer unten, als die Politiker es zu erkennen wagten. Sie ist verankert in der gepanzerten Charakterstruktur der Menschenmassen. Diktatoren sind nicht wichtig. Wichtig sind nur die Menschenmassen. Sie allein tragen, so Reich, die Verantwortung. Sie allein können sich selbst bewältigen. Reich betrachtet den Menschen als das einzige Tier, das den Kontakt zum Leben verloren hat, das unbeweglich wurde und aus seiner biologischen Steifheit heraus das heutige Chaos geschaffen hat. Die Voraussetzung für jede echte Freiheitsbewegung sei, so Reich weiter, die Beseitigung der Bedingungen und Institutionen, die eine Charakterpanzerung schaffen.

Dies war eine erschütternde Erkenntnis, denn sie zeigte, wie sinnlos es wäre, nur gegen Diktatoren und die politische Maschinerie zu kämpfen! Das würde nichts ändern, denn die hilflosen, obrigkeitshörigen Massen würden sofort neue Diktatoren der einen oder anderen Art schaffen und sich ihnen unterwerfen. (Wie gesagt: nur die Menschen selbst können sich bewältigen! [PN]) „Der Faschismus verdankt seine Macht der sozialen Hilflosigkeit der Massen und der unbewussten Sympathie vieler demokratischer Politiker für den Faschismus (München, 1938; Stalin-Hitler-Pakt, 1939).“

Anschließend behandelt Reich den Unterschied zwischen praktischer Arbeit und Ideologie: Die Parole „Bejahung des jugendlichen Sexuallebens“ klinge einfach, selbstverständlich und „revolutionär“, sei aber nur ideologisch, weshalb, wie er später schrieb, die historische Sexpol auf jeden Fall scheitern mußte. In dem hier beschriebenen Text schlägt Reich stattdessen vor, man solle es doch einmal praktisch versuchen, die Hindernisse zu beseitigen, die einer Jugendgruppe auf dem Weg zu einem gesunden Sexualleben entgegen stehen. Dabei werde man unweigerlich scheitern, solange man nicht wisse, wo man den Feind zu suchen hat: im Parteisekretär, der um die „Reinheit“ der Parteiideologie besorgt ist, im Schuldirektor, der um seinen Job fürchtet, und im Jugendlichen selbst, der unter Orgasmusangst leidet, ganz zu schweigen von Ministern und Staatsanwälten gleich welcher Parteiideologie.

Reich stellt fest, dass der Faschismus wie Unkraut wucherte, und das nicht nur in den Kreisen der Kapitalisten, sondern auch in den Kreisen des „kleinen Mannes“. Dass die Kapitalisten den Faschismus für ihre Zwecke nutzten, als er einmal da war, und dass wiederum der kleine Mann den Kürzeren zog, sei eine andere Geschichte. Wenn der Faschismus endgültig besiegt werden solle, müsse man sich klar vor Augen halten, dass all die nationalistischen Diktaturen, die den Weltkrieg entfachten, ihre Kraft aus den unterdrückten Massen bezogen. Das hätte mit Ökonomie direkt nichts zu tun, sondern sei Ausdruck der Massenstruktur, ein biopsychologisches Problem, das psychohygienische Maßnahmen in gigantischem Ausmaß erfordere. Kein Soziologe oder Politiker des vergangenen Jahrhunderts hätte voraussehen können, dass die unterdrückten Massen selbst eines Tages den irrationalen politischen Veitstanz unterstützen würden.

„Das war 1939 klar und der Krieg hat diese Erkenntnisse bestätigt. Aber ich wagte es erst 1942 aufzuschreiben und es wurde erst 1943 veröffentlicht („Der biologische Rechenfehler im menschlichen Freiheitskampf“, lnternat. J. of Sex-economy and Orgone Research, 2, 1943, 97-121).“ (4)

Fußnoten

(3) Führer im engl. Original

(4) 1946 in der englischen Ausgabe integriert als 2. Unterkapitel von Kapitel X.

Siehe https://www.bibliotecapleyades.net/archivos_pdf/masspsychology_fascism.pdf

In der von Higgens-revidierten Ausgabe Kapitel XII. Siehe https://d-nb.info/1012166651/04

Der heutige „Antirassismus“ hat eine Funktion!

4. Juli 2021

Das pseudowissenschaftliche Hauptmantra des Gutmenschen lautet „Es gibt keine Rassen“ und – die weiße Rasse müsse verschwinden…

Daß es drastische Rassenunterschiede gibt, weiß jeder, der mit offenen Sinnen durch die Welt geht. Neben dem Geschlecht ist das nämlich das erste, was uns an Unterschieden in der „multikulturellen Gesellschaft“ auffällt. Und das selbst im Mikrobereich. Jedem ist aufgefallen, daß ich kein „reiner Hamburger“ bin, sondern rheinländische und slawische Elemente in mir habe. Jeder kann einen Franken, einen Bayern und einen Schwaben voneinander unterscheiden, ohne daß diese den Mund aufmachen müssen. Wie sollte es bei wirklichen Rasseunterschieden anders sein? Beispielsweise riechen alle Rassen unterschiedlich!

Heute wissen wir, daß sich die Schwarzen in Afrika mit einer noch unbekannten Homo-Spezies mischten und die Buschmänner in Südafrika vielleicht die einzigen „echten“ Menschen auf diesem Planeten sind. Die Weißen entstanden durch eine Mischung mit dem Neandertaler, die Asiaten aus einer mit dem Denisovan-Homo und etwa die Melanesier (darunter die Trobriander) mit einer ebenfalls noch unbekannten Homo-Spezies.

Wichtig bei all dem ist, daß nur die Europäer so unterschiedlich aussehen: braune, graue, blaue, grüne, in sehr seltenen Fällen sogar rote Augen, alle Arten von Haarfarben und sehr unterschiedliche Gesichtszüge und sogar Körperformen, während alle anderen Rassen ziemlich eintönig aussehen – und das ist nicht nur unser subjektiver „rassistischer“ Blick. Ich glaube, der wahre Grund für unseren weltgeschichtlichen Erfolg ist nicht unser Hirn (Asiaten haben davon viel mehr!), sondern unsere Individualität. Dazu gleich mehr.

Außerdem hat Europa wie kaum eine andere Region eine bewegte Geschichte. Sie besteht aus drei Schichten: den ursprünglichen blauäugigen, schwarzhaarigen und eher dunkelhäutigen Sammlern und Jägern, die die großartigen Höhlenmalereien schufen. Wahrscheinlich sprachen sie eine dem heutigen Baskisch ähnliche Sprache. Sie wurden abgelöst von Bauern aus dem Nahen Osten, die Stonehenge usw. bauten und höchstwahrscheinlich eine semitische Sprache sprachen. Sie sahen aus wie die Sarden heute. Und dann kamen die Indo-Arier aus Südrußland und schufen dich und mich…

Ursprünglich waren sie eine Mischung aus nordsibirischen Großwildjägern (von denen Gruppen nach Osten zogen und zu den Indianern wurden) und einigen Stämmen aus dem Kaukasus. Nachdem sie Pferde domestiziert und das Rad erfunden hatten, eroberten sie Eurasien: Europa, den Nahen Osten, Indien und Westchina. Wahrscheinlich eroberten sie Europa so, wie sie viele tausend Jahre später Nordamerika erobern sollten: durch eine Mischung aus „Pferdestärke“, „Rädern“ und überlegenen Waffen – vor allem aber durch ein überlegenes Immunsystem. Die meisten Eingeborenenstämme verschwanden, ohne jemals einen „Indo-Arier“ gesehen zu haben. Das Immunsystem ist eine Funktion der (orgonotischen) „plasmatischen Wahrnehmung“, d.h. der „Individualität auf Zellebene“.

Die heutige „Coronaimpfung“ (Genmanipulation) zerstört systematisch unser Immunsystem, z.B. tötet die Delta-Variante bevorzugt geimpfte Menschen. Die Weißen machen heute nur noch 8% der Weltbevölkerung aus und werden, wenn bald alle durchgeimpft sind (angefangen mit Israel), schlichtweg aussterben. Die Eliten sind dabei, die letzten Reste von Individualität bzw. deren biologische Basis auszurotten, um über eine (stark reduzierte) Bevölkerung herrschen zu können, die Befehle befolgt und keine Fragen stellt.

„Eliten“? Hier ein kleiner Blick hinter den Vorhang: https://www.bitchute.com/video/8QGxRwCMOEcP/ und https://www.bitchute.com/video/d8I0oegGRf6n/

Reichs Gründe der Abkehr von der Tagespolitik (Teil 2)

3. Juli 2021

von Robert Hase

Reich klärt daraufhin die Frage, wieso er die Sozialisten hinter sich ließ.

Zuerst weist er auf eine wesentliche Veränderung in der sozialen Orientierung hin, die damals noch immer für eine gewisse Verwirrung sorgte. Viele seiner Mitarbeiter waren entweder aus sozialistischen Kreisen gekommen oder hatten persönliche oder ideologische Verbindungen zu ihnen. Er selbst hatte jahrelang als Arzt in sozialistischen Organisationen gearbeitet und seine massenpsychologischen Veröffentlichungen waren nicht nur grundsätzlich sexualökonomisch, sondern auch stark sozialistisch gefärbt gewesen.

Dann entstand ein scharfer Konflikt in seiner Gruppe, was die gesellschaftspolitische Position betrifft. Auf der einen Seite sei klar, dass die Marxsche Soziologie und Ökonomie theoretische und praktische Verbindungen zur Sexualsoziologie aufweist. Die Sexualökonomen aber sind in erster Linie Naturwissenschaftler, Ärzte und Lehrer, während die Marxisten in erster Linie Politiker waren.

Sie selbst kommen aus der Psychoanalyse oder anderen Zweigen der Naturwissenschaft; die Vertreter der Politik aber kämen aus Parteikreisen. „Daraus folgte die Rückwärtsbewegung der Politik und die Vorwärtsbewegung unserer Naturwissenschaft, wodurch sich die Kluft zwischen Wissenschaft und Politik rasch vergrößerte“.

Reich blickt dazu auf die Situation in der Sowjetunion. Dort gäbe es eine schrittweise Regression vom revolutionären zum autoritären nationalistischen Prinzip, in der Ökonomie und der sozialen Sexualökonomie; eine Regression, die damals, in den 1930er und 40er Jahren, das Stadium der Propaganda für kinderreiche Familien erreicht hatte, bis hin zur Wiedereinführung der reaktionären Sexualgesetzgebung, der mit Orden behängten Generäle, der Kirchenhierarchie, der Abschaffung des gemeinsamen Schulunterrichts von Jungen und Mädchen usw. Seine Gruppe dagegen war über die Grenzen der Psychologie hinausgegangen, hatten ihrer bisher nur psychologischen und soziologischen Charaktertheorie ein biophysikalisches Fundament gegeben und folgende Tatsachen festgestellt: „Die sexuelle Energie ist die Lebensenergie schlechthin, und, die menschliche Charakterstruktur verankert den sozialen Prozess mittels der sexuellen Energien.“

In ihrer gegen den Fortschritt gewandten Entwicklung entwickelten die Politiker ein zunehmend schlechtes Gewissen und brachten entsprechend schärfere Maßnahmen gegen die Gruppe in Stellung, die weiterhin an der Idee des Internationalismus festhielt „und auf der BIOLOGISCHEN Grundlage der Produktivkraft, der Arbeitskraft“, arbeitete. (Womit Reich, seiner Meinung nach, Marx genauso treu blieb, wie er zur gleichen Zeit Freud treu blieb, weil er dessen Libidotheorie nicht nur hochhielt, sondern ihr ein festes biophysikalisches Fundament gab. [PN]*) Das schlechte Gewissen der politischen Linken erklärte die Tatsache, dass die meisten Angriffe und Verleumdungen von irgendeinem Gewicht aus dem Lager der sozialistischen Politiker gekommen waren. In Deutschland kamen sie von den Kommunisten schon 1932, als die Konzepte der sozialen Sexualökonomie in der Masse der Menschen verbreitet wurden, später in Skandinavien kamen sie von Mitgliedern sozialistischer Organisationen.

Der Bruch mit den alten politischen Organisationen wurde vollständig, während die Verbindung mit der Marxschen Soziologie fester wurde. Die Gruppe verstand, warum die politischen Organisationen Opfer des Faschismus wurden; es war wegen ihres mangelnden Verständnisses der Rassenmystik, der sozialen Sexualökonomie und der Biopsychiatrie (wobei das „Bio-“ auf die biophysikalische Panzerung verweist). Sie wussten auch, wo die Ökonomie einer Ergänzung durch die Tiefenpsychologie bedurfte, wo die Gruppe Konzepte korrigieren und Lücken im Verständnis des biosozialen Prozesses füllen konnte. Allmählich gelangten sie zu der Einsicht, dass die gesellschaftliche Entwicklung vom Viel-Parteien-System über das Ein-Parteien-System (Diktatur) zum Kein-Parteien-System und schließlich zur natürlichen Arbeitsdemokratie verläuft. (Damit umschrieb Reich seine Entwicklung von der parlamentarischen, d.h. „kompromißlerischen“ Sozialdemokratie, über die Kommunisten mit ihrem revolutionären Alleinvertretungsanspruch hin zur, wenn man will, „Alleinherrschaft“ der Arbeit, die keine auf bloßen Meinungen beruhenden „Abstimmungen“ kennt, gleichzeitig aber auch jedwede Diktatur ausschließt! [PN]) Entsprechend zeichne sich neuer gesellschaftlicher Konflikt am Horizont ab: der zwischen der Welt der Arbeit und der Welt der Politik.

Immer deutlicher sahen Reich und seine Mitarbeiter, dass „der pathologische Charakter der Politik seine Grundlage im biopathischen Charakter hat, in der starren Panzerung und Lebensangst des mechanisierten, gepanzerten Menschentieres,“ das ohne politische Führer nicht leben kann. Je tiefer ihre Forschungen in die Biophysik vordrangen, desto deutlicher wurden diese Tatsachen, aber desto größer auch ihre (Reich und seine Mitarbeiter, siehe oben) Ohnmacht. Denn nun wussten sie besser als zuvor, wie tief in den biologischen Grundlagen des Menschen dessen soziales Elend verankert ist und wie gigantisch die biosoziale Katastrophe des Menschentieres ist.

Fußnoten

* [PN] steht für Peter Nasselstein und bezeichnet seine Anmerkungen.

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 2. Die Klassifikation der Galaxien: c. Elliptische Galaxien (Fortsetzung 2)

2. Juli 2021
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ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 2. Die Klassifikation der Galaxien: c. Elliptische Galaxien

Reichs Gründe der Abkehr von der Tagespolitik (Teil 1)

1. Juli 2021

von Robert Hase

In einem Artikel von Reich, der früher gekürzt auf der alten Website des Wilhelm Reich Museums herunterladbar war (1), sind bisher weitgehend unbeachtete Details zu finden, die einige wichtige Fragen klären, die in den bisher veröffentlichten Texten nur kurz angeschnitten werden. Der Artikel „Work democracy in action“ stammt aus der ersten Nummer der Annals of the Orgone Institute aus dem Jahre 1947. Der Artikel selber wurde früher fertig gestellt, da Reich an seinem Ende schrieb:

Orgonon, Maine

August, 1944

Die Frage stellt sich, warum dieser Text bisher nie ins Deutsche übersetzt wurde. Einerseits war er schwer erhältlich, auch größtenteils unbekannt, andererseits gibt er unbequeme Erklärungen zu brennenden politischen Problemen, die bis heute von Politikanten und Freiheitshausierern nicht gern gehört werden.

Reich erklärt in diesem Artikel, warum er die organisierte Politik aufgab, warum die Sexpol scheitern musste und diskutiert einige Probleme der Arbeitsdemokratie. Außerdem fließen manche Details seines Werdegangs ein.

Reich schreibt, dass das Orgone Institute keine homogene Gruppe sei und dass verschiedene Arbeitsgruppen weltweit agieren. „Auf der anderen Seite gibt es Soziologen mit sozialistischer Orientierung, die noch tief in den Ideologien der Vorkriegszeit oder gar in Parteiideologien verwurzelt sind und sich schwertun, mit unserer arbeitsdemokratischen sozialen Ausrichtung Schritt zu halten.“

Bevor Reich die emotionelle Pest entdeckte, stand er ihren Auswirkungen ratlos gegenüber. So meint er, dass erst im Laufe der letzten Jahre (also vor 1944) das Problem so deutlich hervorgetreten sei. Davor fühlte er sich völlig hilflos angesichts der immer wiederkehrenden Katastrophen in seiner Arbeit, die wie ein unabwendbares Schicksal erschienen. Er konnte das Geschehen nicht richtig einordnen, wusste nicht, wie er Einschreiten sollte und machte sich verständlicher Weise selbst Vorwürfe, dass eine Leerstelle in seinem Verständnis dafür mitverantwortlich war.

Man bedenke nur, wie übel Reich bei seinen Kindern mitgespielt wurde, die ihm von ihrer Mutter und deren psychoanalytischen Kollegen absichtlich entfremdet wurden.

Reich schreibt eine Chronologie seines Wirkens unter dem Aspekt der emotionellen Pest und meint, als er sich um 1922 ganz der Psychoanalyse widmete, führte diese Verschiebung des Hauptinteresses zum Verlust einer Reihe wertvoller Freunde, die bei der klassischen Naturwissenschaft blieben und seitdem mechanistische Biologen, Chemiker oder Physiker wurden. Er hätte keinen Kontakt mehr mit ihnen, aber dass man getrennte Wege ging, erzeugte keine Feindseligkeiten.

Darüber wissen wir wenig, aber es müssten Studienkollegen vor oder aus der Zeit seines Medizinstudiums sein. Er belegte ja nicht nur medizinische Vorlesungen.

Als er dann zwischen 1923 und 1926 begann, seine Orgasmus-Theorie zu entwickeln, verlor er eine Reihe guter Mitstreiter unter den Psychoanalytikern. Einige wurden bittere Feinde, die später zum Mittel der Diffamierung griffen. Zu dieser Zeit entwickelte sich auch der Konflikt mit Freud. Andererseits gewann die junge Theorie neue und begeisterte Mitarbeiter unter den Psychoanalytikern im technischen Seminar in Wien und Berlin und später in Kopenhagen und Oslo.

Als er nach 1927 praktischen Kontakt mit der Soziologie aufnahm und die soziale Sexualökonomie entwickelte, wurden viele Marxisten seine Freunde und Mitarbeiter, während sich eine Anzahl befreundeter Psychoanalytiker von ihm abwandten. Als er jedoch zur Zeit der deutschen Katastrophe mit der Kritik des parteipolitischen Denkens begann (MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS u.a.), wurden viele Parteipolitiker zu seinen Feinden, weil die soziale Sexualökonomie und die strukturelle Psychologie (Charakteranalyse, politische Psychologie) zu hohe Ansprüche an sie stellten. Er fand sich allein, d.h. sowohl außerhalb der psychoanalytischen als auch der politischen Organisationen Europas wieder.

Zu dieser Zeit begann eine neue Diffamierungskampagne gegen ihn und seine Mitarbeiter. Diese wurde von den Politikern unter den Schlagworten „Freudismus“ oder „Sexualismus“ und von einigen Psychoanalytikern, zunächst erfolgreich, mit dem Schlagwort „Schizophrenie“ geführt. (Damit meinte er sicherlich zuerst Otto Fenichel, aber auch Anna Freud, seine Frau Annie Reich und andere. In diesen Zusammenhang fallen auch die Versuche, seine Kinder gegen ihn zu beeinflussen.)

„Ich habe meine Studenten aus den psychoanalytischen Seminaren verloren. Nicht einer von ihnen blieb; nicht einer von ihnen machte den Schritt in die Charakteranalyse und später in die Biophysik. Das war der härteste Schlag in meiner wissenschaftlichen Laufbahn.“

Als Reich 1937 den schwierigen Schritt von der rein psychologischen Methode der Charakteranalyse zur biophysikalischen Technik der Vegetotherapie machte, verlor er wieder einige wichtige und fähige Mitarbeiter, darunter den einflussreichen Direktor des Psychologischen Instituts der Universität Oslo, Harald Schjelderup (2).

Die meisten der von Reich „nach 1933 ausgebildeten Ärzte, Psychologen und Pädagogen hielten jedoch dem Druck stand und machten mit, oft mit großen Schwierigkeiten, aber noch öfter mit Begeisterung“.

Fußnoten

(1) Jetzt hier zu finden: https://pdfcoffee.com/annals-of-the-orgone-institute-pdf-free.html

(2) https://en.wikipedia.org/wiki/Harald_K._Schjelderup

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 2. Die Klassifikation der Galaxien: c. Elliptische Galaxien (Fortsetzung 1)

30. Juni 2021
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ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 2. Die Klassifikation der Galaxien: c. Elliptische Galaxien

David Holbrook, M.D.: TEXT AN DEN VATER EINES JUNGEN ERWACHSENEN MIT EINEM SCHWEREN SUCHTPROBLEM / IST DIE DEMOKRATISCHE PARTEI „DIE PARTEI DER WISSENSCHAFT“? / BEHALTE DIE EWIGEN WAHRHEITEN IM AUGE / DAS PERFEKTE POLITISCHE SYSTEM / ÜBER SCHULD

29. Juni 2021
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DAVID HOLBROOK, M.D.:

Text an den Vater eines jungen Erwachsenen mit einem schweren Suchtproblem

Ist die Demokratische Partei „die Partei der Wissenschaft“?

Behalte die ewigen Wahrheiten im Auge

Das perfekte politische System

Über Schuld

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 2. Die Klassifikation der Galaxien: c. Elliptische Galaxien

28. Juni 2021
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