Posts Tagged ‘Kinder der Zukunft’

nachrichtenbrief126

16. Februar 2019

Die Wirkungsweise der emotionalen Pest (Teil 6)

19. Januar 2019

 

Paul Mathews:
Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

 

Genetik und die Kinder der Zukunft

30. Dezember 2018

Die Zwillingsforschung hat jenseits jedes vernünftigen Einwandes gezeigt, daß nicht etwa die Umwelt das Kind formt, sondern umgekehrt das Kind die Umwelt. Wenn etwa der eine musikalisch hochbegabte eineiige Zwilling in einem musikalischen Haushalt aufwächst, wo er von Anfang an aktiv gefördert wird und dergestalt etwa zu einem Konzertpianisten wird, ist es wahrscheinlich, daß sein Zwillingsbruder ebenfalls diese Laufbahn einschlägt, auch wenn er in einer vollkommen unmusikalischen Familie, meinetwegen Unterschicht und verwahrloste Alkoholiker, aufgewachsen ist. Der zweite Zwilling wird sich an Lehrer, Jugendeinrichtungen, etc. wenden, sich ein Stipendiat ergattern, etc. Die Gene sind so gut wie alles. Unser Genpool ist das wichtigste, was wir haben.

Das schlägt allem ins Gesicht woran Reich geglaubt hat. Man muß nur seine Ausfälle gegen die sich entwickelnde Genetik in den 1930er Jahren lesen! Es scheint auch sein Projekt „Kinder der Zukunft“ ad absurdum zu führen. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn wenn man die Erkenntnisse der Genetik wirklich ernst nimmt, hat das drastische Folgen für die Erziehungspraxis, denn Erziehung („Einfluß der Umwelt“) wird vollkommen sinnlos. Abgesehen von der Befriedigung ihrer emotionalen (bioenergetischen) Bedürfnisse, die natürlich erfüllt sein müssen, haben wir rein gar nichts mit unseren Kindern zu schaffen. Sie wissen selbst am besten, was sie im Leben machen wollen und wie sie es machen. Sie folgen ihrer Natur und wir können nicht mehr tun, als die Rolle des guten Freundes einzunehmen, der sie dabei unterstützt.

Diesen Blogeintrag kann man mit zwei Namen zusammenfassen: Otto Mainzer (DU SOLLST NICHT UNBEFUGT DAS LEBEN GEBEN) und A.S. Neill (LASST DIE KINDER IN RUHE).

Zu Neills Summerhill siehe den sehr guten Radio-Beitrag hier (ab min 34:10), der kurz alles zusammenfaßt, was hier gemeint ist.

Das Projekt „Children of the Future” des „Orgonomic Infant Research Center” (O.I.R.C.) (Teil 2)

24. Dezember 2018

Das Projekt „Children of the Future” des „Orgonomic Infant Research Center” (O.I.R.C.)

Psychotherapie und das Projekt „Kinder der Zukunft“

26. Oktober 2018

In Kinder der Zukunft (Gießen, 2018) beschreibt Reich den „perfekten Kontakt“ seines Sohnes Peter als Kleinkind. „David“ so heißt er im Buch, lebt aus dem Kern heraus, ist „transparent“, durchlässig. Er ist ehrlich, aufrichtig, direkt, bescheiden und freundlich. Reich fährt fort: „Wir haben bereits solche Eigenschaften bei biopathisch Erkrankten [im Verlauf der Heilung] aus der Tiefe aufsteigen sehen. Jetzt finden wir das Gleiche in natürlich heranwachsenden Kindern“ (S. 41).

Die Worte, die ich nachträglich in eckige Klammern gesetzt habe, stammen nicht von Reich selbst, sondern sind eine Erfindung des Übersetzers, werden aber Reichs Intention entsprechen. Die Qualitäten, die das ungepanzerte Kind mitbringt und im Laufe der Zeit entfaltet, tauchen auch im Verlauf einer regelgerechten psychiatrischen Orgontherapie auf. Das „Kind der Zukunft“ ist in uns verschüttet, ähnlich wie die Arbeitsdemokratie am Grunde des Kapitalismus fortwirkt. Wenn wir arbeiten, haben wir automatisch Anteil an der Gesundheit. Wir werden Teil der Gemeinschaft aller Arbeiter. Wenn wir in Orgontherapie gehen, öffnen wir die Tür zu den „Kindern der Zukunft“. Entsprechend behandeln Orgontherapie-Patienten ihre Kinder anders – sie empfinden Solidarität mit ihnen.

nachrichtenbrief119

10. Juli 2018

Der verdrängte Christus: 7. Die Beschneidung

19. Mai 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

7. Die Beschneidung

Der genitale Charakter und die genitale Welt

13. April 2018

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

acologo

War Peter nicht zu streng mit seiner Kritik an der deutschen Übersetzung von CHILDREN OF THE FUTURE?

30. März 2018

Ich war ganz und gar nicht zu streng, denn auf die eigentliche Übersetzung, nämlich die des von Reich im Original auf amerikanisch verfaßten Materials, bin ich kaum eingegangen. Ich müßte ein Buch von der Dicke von Kinder der Zukunft schreiben, um darzulegen, was hier fabriziert wurde!

Deshalb nur ein einziger Paragraph, in dem es um die Frage geht, wo der Zugang zur ungepanzerten Rationalität zu finden ist, von der jeder „tief drinnen“ weiß, daß sie der Wahrheit entspricht. Reich weiter (in der Übersetzung von 2018):

Für jemanden, der menschliche Verhaltensweisen wirklich versteht, ist offensichtlich, daß der Zugang zu diesem Gebiet nicht nur verdeckt ist, wie manch anderes Rätsel der Natur, sondern sicher geschützt wird gegen alle Zugangsversuche. Man fühlt sich erinnert an die biblische Legende vom Erzengel Michael, der mit seinem Flammenschwert Adam und Eva den Eintritt ins Paradies verwehrt. Solche Mythen haben tiefere Bedeutung. Die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Garten Eden entspricht dem Kontaktverlust des Menschen mit der Natur vor langer Zeit. Er kann nicht mehr zurück, denn er ist „sündig“. Aus unserem Blickwinkel kann er nicht mehr zurück zur Natur aufgrund etwas, was dieser Natur widerspricht. Da der Mensch ein winzig kleiner Teil der Natur ist, muß er deren Gesetze einhalten, ansonsten verliert er seine wahre Natur, wird schwach und gerät in das Durcheinander, das wir heute haben. Es macht wenig Sinn, den Menschen „zurück zu Gott“ zu rufen, ohne daß verstanden ist, was „Gott“ wirklich bedeutet und darstellt. Nicht zu wissen, daß Gott ein Teil dieses Verwehrens des Zugangs ist und die Strafe ein Teil des menschlichen („Sünden“-)Falls. (S. 71f, Hervorhebungen hinzugefügt)

Reich hat aber das Gegenteil geschrieben:

To the one who understands human affairs it is quite obvious that the entrance to this domain is not only hidden as are other riddles of nature; it is well guarded against entry. One thinks of the archangel who, with flaming sword, forbiddingly guards the entrance to paradise in the biblical legend of Adam and Eve. Myths have a very deep significance. The expelling of Adam and Eve from the Garden of Eden refers to man’s loss of his contact with nature long ago. He cannot enter again as long as he is “sinful.” From our viewpoint, he cannot return to nature because of something that contradicts nature. Since man is a tiny part of nature, he must obey its laws, lest he lose his true nature, become unfit, and land in the mess he is in now. There is not much use in calling man „back to God“ unless it is finally understood what „God“ actually means. Not to know God is a part of guarding the entrance, the punishment, a part of man’s downfall. (Hervorhebungen hinzugefügt)

Korrekt übersetzt:

Für jemanden, der menschliche Verhaltensweisen wirklich versteht, ist offensichtlich, daß der Zugang zu diesem Gebiet nicht nur verdeckt ist, wie andere Rätsel der Natur, sondern gegen alle Zugangsversuche sicher geschützt ist. Man fühlt sich an den Erzengel erinnert, der in der biblischen Legende von Adam und Eva mit seinem Flammenschwert den Eintritt ins Paradies verwehrt. Mythen haben eine sehr tiefe Bedeutung. Die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Garten Eden entspricht dem Kontaktverlust des Menschen mit der Natur vor langer Zeit. Er kann nicht mehr zurück, solange er „sündig“ ist. Aus unserem Blickwinkel kann er nicht mehr zurück zur Natur aufgrund von etwas, was dieser Natur widerspricht. Da der Mensch ein winzig kleiner Teil der Natur ist, muß er deren Gesetze einhalten, ansonsten verliert er seine wahre Natur, wird lebensuntüchtig und gerät in das Durcheinander, das wir heute haben. Es macht wenig Sinn, den Menschen „zurück zu Gott“ zu rufen, ohne daß endlich verstanden wird, was „Gott“ wirklich bedeutet. Gott nicht zu kennen, ist Teil des Verwehrens des Zugangs, der Strafe, ein Teil des Niedergangs des Menschen. (Hervorhebungen hinzugefügt)

KINDER DER ZUKUNFT: Gesundheit und sexuelle Lebensfreude (Teil 3)

18. März 2018

Unter die gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen bei der Onanie nennt Reich „bei Mädels Onanie in der Scheide mit scharfen und spitzen Gegenständen (was sehr häufig vorkommt)“. Ausführlich beschrieben wird das in Der triebhafte Charakter (1925) und Die Funktion des Orgasmus (1927). Dazu folgender interessanter Kommentar:

Die Tatsache, daß Mädchen bei der Onanie spitze Gegenstände verwenden, weist in neueren Untersuchungen daraufhin, daß dies ein Indikator über sexuellen Mißbrauch innerhalb der Familie sein kann. Diese Möglichkeit läßt Reich völlig außer acht. (Christina Weber: Wie Reich die Frauen sah, Egelsbach 1995, S. 195)

Ich bin froh, daß die Herausgeber folgendes „eingekringelt“ und gestrichen haben:

Wir anerkennen nur ein moralisches Prinzip, welches lautet: Wir brauchen deine Kräfte für die großen Aufgaben, die wir alle leisten müssen, um die Befreiung des Menschen von jeder Art von Knechtschaft durchzusetzen; befreie dich daher, so gut du kannst, von der [unleserliche Korrektur für „bürgerlichen“] Moral und bring so gut du kannst, deine Sexualität in Ordnung.

Ab und an wird deutlich, daß Reich mit seinen Revisionen alter Manuskripte ein unheilvolles Durcheinander erzeugt hat bzw. verlieren seine Ausführungen unnötigerweise an logischer Kohärenz. Etwa hier:

Original 1932: „Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, ihrer Sexualordnung und der Art und Weise, in der sie die Geschlechtlichkeit der Jugend behandelt?“

Revision 1938: „Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der heutigen Sexualordnung, ihrer Sexualordnung und der Art und Weise, in der sie die Geschlechtlichkeit der Jugend behandelt?“ (sic!).

Übersetzung 1983 bzw. Rückübersetzung 2018: „Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der gegenwärtigen Sexualordnung und der Art und Weise, in der sie die Geschlechtlichkeit der Jugend behandelt?“ (Kinder der Zukunft, S. 188).

Oder mit anderen Worten: „Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der Sexualordnung und der – Sexualordnung.“

Äußerungen, wie die folgende sind heute vielleicht noch revolutionärer als damals:

(…) hätte die Jugend rechtzeitig die Wahrheit erfahren, daß die sexuelle Befriedigung nicht nur eine Bedürfnisbefriedigung, wie das Essen und das Aufs-Klosett-Gehen ist, sondern daß von der Art ihres Sexuallebens (…) ihre seelische Entwicklung, ihre Lebensfrische, Arbeitsfähigkeit und Kampfesfreude restlos bestimmt werden (…)

Das spätere Buch Christusmord wirft seine Schatten voraus. So wird aus „Gott“ der „rächende Gott“, der „rächende Gott der alten Juden“, wie es in einer von Reich oder den Herausgebern durchgekreuzten Passage heißt. „Gott“ wird also nicht per se abgelehnt. (Übrigens, dafür, daß die besagte Passage doch von Raphael und Higgins „durchkreuzt“ wurde, spricht, daß sie sowohl mit einem Haken = veröffentlichen und verwirrenderweise gleichzeitig mit einem Kringel = nicht veröffentlichen versehen wurde.)

Wie rudimentär Reichs Kenntnisse des organisierten Christentums waren, zeigt sich daran, daß er von der „Konfirmation“ in der Katholischen Kirche schreibt. In der deutschen (Rück-) Übersetzung wurde daraus stillschweigend korrekterweise „Firmung“ (Kinder der Zukunft, S. 191). In der amerikanischen Übersetzung „confirmation“.