
Besprechung WILHELM REICH, LIFE FORCE EXPLORER von James Wyckoff
Bibliography of Orgonomy, PART ONE: 1954-1957 (ORANUR II)
Item 54b (Conspiracy, An Emotional Chain Reaction) wurde vervollständigt.
„REICHIANISCHE“ BÜCHER (Teil 3)
Abschließend durchblättern wir eine hier ungenannt bleibende orgonomische Postille, die erstaunlich kreativ mit der deutschen Sprache und der Logik umgeht.
(Dr. Hoppe) war vor allem ein menschliches Vorbild, mit Optimismus und Humor auch schwierige Lebenssituationen zu bewältigen, Unabhängigkeit und Objektivität zu bewahren und dennoch zur Zusammenarbeit bereit zu sein. In diesem Sinn verstehen wir uns auch nicht als Konkurrenz zur bereits bestehenden orgonomischen Zeitschrift Emotion, sondern als Ergänzung. Interessante Beiträge zur Orgonomie gibt es –wieder – genug. Wir denken insbesondere an die sich überstürzenden politischen Ereignisse in der DDR und im gesamten Ostblock. (…) Wilhelm Reich selbst hat uns zum Verständnis der massenpsychologischen Ereignisse den Schlüssel zum Verständnis in die Hand gegeben.
Das Erstellen der Zeitschrift ringen sich die Herausgeber von ihrer Freizeit und teilweise sogar von ihrer Arbeitszeit ab.
Auch haben wir Familie und das Prinzip der Selbstregulation für unsere Kinder hat absoluten Vorrang. Genauso soll auch die Zeitschrift organisch wachsen, langsam und stetig, nicht „überdüngt“ und künstlich aufgemöbelt. Deshalb gestaltet sie sich auch bescheiden. Daß Hochglanzgazetten, unabhängig von ihrem Inhalt, ganz automatisch in der Gunst des Leserpublikums höher bewertet werden, ist eine erwiesene Tatsache. Deshalb bitten wir, da wir auf „Styling“ verzichten, beim Inhalt genauer hinzusehen, wir hoffen doch, daß dieser das bescheidene Äußere mehr als wettmacht.
Die Übersetzungen aus amerikanischen Zeitschriften sind derartig holprig und teilweise sinnentstellend, dafür aber manchmal wortwörtlich… Wird der Anspruch der Herausgeber, die Orgonomie in einer allgemeinverständlichen und von jedermann leicht nachvollziehbaren Weise zu vermitteln, durch Formulierungen wie die folgende erfüllt?
Zu Tabelle 1 muß gesagt werden, daß die „Differenz“ erhalten wird durch Subtraktion der Durchschnittswerte der Kontrolle von den Durchschnittswerten des Akkumulators und durch Addieren der Anfangsdifferenz zwischen den beiden Durchschnittswerten am Ende des Vortests, d.h. + 0,05°C.
Für Liebhaber von Stilblüten haben die Übersetzungen einiges zu bieten:
Wir gehen unseren Weg durch die Jahrhunderte, „indem wir ein Leben stiller Verzweiflung“ führen, aufgehangen an Täuschungsschnüren.
Fast durchweg bekommt man beim Lesen Kopfschmerzen:
Die Autorität und der Einfluß der Akademie war unter den Wissenschaftlern jedoch derartig, daß auch heute noch die meisten Biologiebücher feststellen und wodurch die meisten Biologen werden, zu unkritischer Akzeptanz ausgebildet werden, daß Pasteur’s Experimente das letzte Wort zu jeder Möglichkeit des Lebensursprungs aus nichtlebender Materie darstellten, außer vielleicht vor Millionen Jahren in der sehr andersartigen Atmosphäre der primitiven Erde.
Im Leitartikel der Herausgeber (der in einer Zeitschrift, die fast ausschließlich aus Übersetzungen und Übernahmen fremder Quellen besteht) erkannte ich die Wiedergabe einer Arbeit, die ein Bekannter von mir verfaßt, vorgetragen und mir damals zur Durchsicht zugeschickt hatte. Struktur, Aufbau und Duktus sind zu großen Teilen identisch, ganze Sätze sind Wort für Wort übernommen. 57 Zeilen en bloc stimmen fast Wort für Wort überein.
Hinzufügungen und Modifikationen der Herausgeber sind derart, daß sie beispielsweise Reichs Mitarbeiter (Theodore) „Wolfe“ in einen „Thomas Wolffe“ umbenennen. Ich erspare dem Leser die seitenlange synoptische Gegenüberstellung der beiden Texte, die wir zusammengetragen haben.
In seinen Erinnerungen an Walter Hoppe gelingt es einem der Autoren auf überzeugende Weise nachzuweisen, Dr. Hoppe persönlich kaum gekannt zu haben. Im vorletzten Absatz (einen von den dreien, die er selbst verfaßt hat) schreibt der Autor:
Nur kurz erwähnt seien die irrationalen, gehässigen und teils pestilenten post mortem Angriffe gegen Hoppes Person und Arbeit. Sie wurden von einem machthungrigen Emporkömmling in der Orgontherapie unter ehemaligen Patienten Hoppes in einer Art Gehirnwäsche verbreitet. Ein anderer eifersüchtiger Kollege, ein „Papst“ der Orgonomie, war an der Kampagne gegen Hoppe beteiligt.
Und weiter:
In diesem Zusammenhang sei noch hervorgehoben, daß der therapierteste Therapeut seine individuellen Stärken und Schwächen hat, die nicht unbedingt im Gegensatz zu seiner notwendigen relativen Gesundheit stehen und ihn auch nicht an der lege artis Durchführung seiner Therapieen [der Plural von „Therapie“ lautet in dieser Zeitschrift nicht nur hier „Therapieen“!] hindern müssen. Allerdings verträgt sich eine funktionelle, menschlich-bescheidene und doch selbstsichere Therapiearbeit nicht mit Personenkult, Machtstreben, Gehirnwäsche von Patienten und Orgontechnik.
Orgontechnik!
Das folgende sei eine Ergänzung von Robert Hases extrem wichtigem Beitrag, der in der internationalen orgonomischen Diskussion für einige Furore gesorgt hat. Tatsächlich referiert er ja „nur“ Reichs Ausführungen über die Arbeitsdemokratie aus dem Jahre 1944, aber, wie ein amerikanischer Orgonom feststellte: sie, die heute niemandem mehr recht präsenten Ausführungen Reichs, passen zur heutigen Zeit wie die Faust aufs Auge!
Ich lese gerade die neuste Ausgabe von Orgonomic Functionalism, der Zeitschrift des Wilhelm Reich Infant Trust, die ausschließlich Texte von Reich enthält. Dort wird Reichs eigene englische Übersetzung eines Textes aus dem Jahre 1939 abgedruckt: Die natürliche Organisation der Arbeit. Bei der Lektüre mußte ich unwillkürlich an das absolut degoutante Schmierentheater denken, das heute von allen sozialistischen („demokratischen“) Parteien in Deutschland, seien das nun die CDU oder Die Grünen, vorgeführt wird:
Reich schrieb vor 82 Jahren (deutsches Original):
Reich hat sich bemüht, den Schweregrad seelischer Erkrankungen und den Schweregrad der Genitalstörung wenigstens ansatzweise zu quantifizieren: in seinen bio-elektrischen Untersuchungen und seinen Untersuchungen zur orgonotischen Erstrahlung. Sein Hauptfeld war aber natürlich die Klinik.
Es stehen sich gegenüber erektive, ejakulative und orgastische Impotenz, Orgasmusangst und Sexualstauung als Indikatoren für die Schwere der genitalen Störung und Panzerstruktur, psychosomatische Beschwerden und „psychoneurotische“ Beschwerden als Indikatoren für die Schwere der seelischen Störung. Wenn sich da nicht einiges mehr oder weniger direkt statistisch untersuchen läßt, dann läßt sich ja wirklich gar nichts untersuchen. Es ist also nicht so, daß hier nur zwei Variablen vorliegen, die man nicht miteinander korrelieren darf.
Nach dem ICD-10 gibt es etwa 13 000 Krankheiten. Ich habe gehört, daß für den praktischen Mediziner etwa 100 Krankheiten wichtig sind, da sie den weit überwiegenden Teil der Fälle ausmachen. Den Rest kann man getrost den Spezialisten zur Abklärung überlassen. Wie viele von diesen 100 Krankheiten mögen davon Biopathien sein? Eine Handvoll biopathischer Krankheiten, einschließlich den biopathischen psychiatrischen Störungen, machen imgrunde das gesamte Gesundheitsproblem der Nation aus. Sie beruhen Durchweg auf einer Genitalstörung. Der Rest ist Noise!
Über die Ursachen dieser Krankheiten kann die Schulmedizin größtenteils nichts sagen. Es gibt nur mehr oder weniger plausible Theorien und Therapien, die zumeist durch Zufall entdeckt wurden. Wirkliche „Wirkungsketten“ können nicht angegeben werden. Um die „Wissenschaftlichkeit“ der Medizin im allgemeinen und der Psychiatrie im besonderen sieht es nun wirklich nicht gerade berauschend aus!
Der Ansatz der Orgonomie war nun (und dieser Ansatz kann mangels Personal auch nicht nur ansatzweise mit Leben ausgefüllt werden – aber bei einer Handvoll Krankheiten wird es wohl doch realistisch machbar sein) für jede Biopathie das herzustellen, was Reich als „den Nachweis der Kontinuums der Funktion“ bezeichnet hat (Die bio-elektrische Untersuchung von Sexualität und Angst, S. 52). Lückenlos, d.h. ohne jene Lücken, die (wie Reich kritisiert hat) Biologie und Medizin stets mit den beiden Worten „um zu“ übersprungen haben, muß theoretisch und in der klinischen Praxis aufgezeigt werden, was etwa den biopathischen Bluthochdruck mit der orgastischen Impotenz verbindet.
Das ist m.E. „wissenschaftlicher“ als bloße statistische Korrelationen ohne jedes „Kontinuum der Funktion“. Es wurde z.B. schon nachgewiesen, daß die Storchenpopulation mit der menschlichen Geburtsrate perfekt korreliert. Entsprechend wäre es zugegebenermaßen nicht unbedingt berauschend, wenn man die Abhängigkeit des Schweregrads seelischer Erkrankungen vom Schweregrad der Genitalstörung nun statisch doch noch nachweisen könnte. Zumal es zwei gravierende theoretische Schwierigkeiten gibt: da ist zunächst das Energieniveau als Zwischenglied, d.h. (übertrieben ausgedrückt) wo keine Energie ist, kann auch keine entladen werden, weder in Symptomen noch in der genitalen Umarmung; und zweitens kann ja grade der Mangel an Symptomen ein ganz übles Zeichen sein, da die Panzerung perfekt ist.
Natürlich ist die reine Klinik, die bis heute die medizinische Orgonomie bestimmt, mit all ihren Unwägbarkeiten kein tragfähiger Boden. Immerhin hat aber die medizinische Orgonomie mit Reichs primitiver statistischen Erhebung, die er 1927 in Die Funktion des Orgasmus veröffentlichte, angefangen – und sie endete 1948 in Der Krebs mit Reichs Vorschlag, die Wirkungen des Orgonenergie-Akkumulators statistisch in einem Großversuch zu überprüfen. Die heutigen Orgonomen wären sicherlich über alle Maßen begeistert, wenn so eine Untersuchung der Orgasmustheorie möglich wäre – und, wie gesagt, theoretisch muß sie möglich sein, trotz aller Probleme.
An sich gibt es nur ein Problem: die Orgonomie im allgemeinen und die Orgasmustheorie im speziellen würde erst infolge einer solchen statistischen Untersuchung offiziell anerkannt werden, – doch um diese praktisch möglich zu machen, müßte sie bereits offiziell anerkannt sein…
1928 schrieb Reich in seinem Aufsatz Dialektrischer Materialismus und Psychoanalyse etwas, was ich hier nummerisch aufschlüssele:
- So würgt die momentane kapitalistische Daseinsweise der Psychoanalyse [die Neurosenheilung] von außen und von innen ab.
- Freud behält Recht: Seine Wissenschaft geht unter – wir fügen aber hinzu: in der bürgerlichen Gesellschaft; wenn sie sich ihr nicht anpaßt, sicher, wenn sie sich ihr aber anpaßt,
- dann erleidet sie den gleichen Tod, den der Marxismus bei den reformistischen Sozialisten erleidet, nämlich den Tod durch Verflachung, vor allem durch Vernachlässigung der Libidotheorie.
- Die offizielle Wissenschaft wird nach wie vor nichts von ihr wissen wollen, weil sie sie in ihrer klassenmäßigen Gebundenheit nicht akzeptieren darf.
- Die hinsichtlich der Ausbreitung der Analyse optimistischen Analytiker irren gewaltig. Diese Ausbreitung gerade ist Zeichen ihres beginnenden Untergangs. Da die Psychoanalyse, unverwässert angewendet, die bürgerlichen Ideologien untergräbt, da ferner die sozialistische Ökonomie die Grundlage der freien Entfaltung des Intellekts und der Sexualität bildet, hat die Psychoanalyse eine Zukunft nur im Sozialismus.
Von den Marxistischen Floskeln befreit, kann man das unmittelbar auf die Gegenwart übertragen:
Exemplifizieren wir diese Punkte:

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 1. Kosmische Überlagerung: a. Dunkelmaterie
Außerdem habe ich in der Einleitung die Fußnote 7 hinzugefügt.