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Archive for the ‘Religion’ Category
emotion (Teil 3: Spiritualität)
3. Dezember 2016Ekstase, sexuelle Zwangsmoral und Gott
1. Dezember 2016Reich zufolge ist Religion eine Art Ersatzbefriedigung, ein Ersatz für sexuelle Erfüllung. Das wird offensichtlich in der religiösen Imagination, ob diese nun in der Musik oder der bildenden Kunst zum Ausdruck kommt. Die „Liebe“ zu Gott hat sexuelle Konnotationen, das Paradies; religiöse Ekstase ist ununterscheidbar von sexueller. Die Religion sorge, so Reich, gleichzeitig aber auch dafür, daß die Menschen sexuell gehemmt werden, sich jede natürliche Lust als sündhaft versagen und „Disziplin lernen“.
Michael Ferguson et al. (University of Utah) konnte jetzt zeigen, daß das Glücksgefühl in Phasen intensiver religiöser Gefühle vom Belohnungszentrum im Gehirn hervorgerufen wird. „Bei der spirituellen Erfahrung feuern ähnliche Neuronen wie bei Liebe, Sex, Glücksspiel oder auch Sucht.“ An die Stelle der Selbstregulierung auf der Grundlage sexueller Befriedigung tritt ein sadomasochistisches Seelendrama.
Die jungen Mormonen, die die Forscher mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie während ihrer religiösen Hingabe untersuchten, beschrieben „ein Gefühl des Friedens und der Wärme, viele waren sogar so bewegt, daß sie Tränen in den Augen hatten (…). Auch im Gehirn der Gläubigen tat sich einiges: Während der Phasen starker spiritueller Gefühle registrierte der Hirnscanner eine deutliche Aktivierung des Nucleus accumbens – einem wichtigen Teil des Belohnungs-Schaltkreises im Gehirn. Dieses Hirnzentrum trägt unter anderem dazu bei, daß wir bei Liebe, Sex, Musik, aber auch Glücksspiel und Drogen intensive Befriedigung verspüren. Offenbar hat auch das Glücksgefühl bei der religiösen Praxis der Mormonen in diesem Schaltkreis seinen Ursprung.“
Gleichzeitig „löste die religiöse Praxis bei den gläubigen Probanden aber noch weitere Hirnveränderungen aus: Auch Zentren für die Aufmerksamkeit und der mediale präfrontale Cortex waren in den Phasen starker spiritueller Empfindungen besonders aktiv. Dieses Hirnareal ist unter anderem für Bewertungen, die Einschätzung von Situationen und moralische Überlegungen zuständig. Demnach hat die religiöse Verzückung bei den frommen Mormonen durchaus auch eine rationale Komponente und ist kein reines, diffuses Gefühl.“
Bioenergetik und Tod
29. November 2016In seinem Buch Der Urschock stellt der italienische Reichianer Luigi DiMarchi die These auf, daß alles menschliche Elend aus einem „existentiellen Schock“ stammt, der dem „menschlichen Affen“ widerfuhr, als er spürte, daß er sterblich ist. Wir alle sind zum Tode verurteilt und perverserweise wissen wir nicht mal, wann denn das Urteil vollstreckt wird: morgen oder erst in 50 Jahren! Alle Kultur, Philosophie, Religion und alle politischen Aufstände dienten nur dem Ziel mit dieser unerträglichen Angst fertigzuwerden, die so letztlich die Ursache der Panzerung sei. Gefährlich wird diese Angst dadurch, daß die Menschen ihre Angst paranoid nach außen projizieren würden, und die vermeintlich „bösen“ Gruppen wie „die Juden“, „die Kapitalisten“, „die Roten“, etc. sterben müssen, um so irgendwie mit dem eigenen Tod fertigzuwerden. Aber nicht unsere Mitmenschen, sondern die böse „Stiefmutter Natur“ sei unser wirklicher Gegner, gegen den wir uns humanistisch solidarisieren müßten. Wir müßten unsere Wissenschaft danach ausrichten, endlich mit dem Tod fertigzuwerden. Letztendlich wird dieser Ansatz in die Unmenschlichkeit eines „unsterblichen“ kybernetischen künstlichen Wesens führen, das alle Verbindung zur Natur verloren hat.
Die Alternative zu diesem Ausweg vor dem Tod, eine, die praktisch alle Menschen vor dem Zeitalter der Aufklärung beschritten haben, ist der Mystizismus. Der Mechanist wird sagen, daß dies alles nur Träumereien seien und daß der einzige reale Weg zur Überwindung des Todes in der medizinischen Forschung und der technischen Weiterentwicklung liege. Tatsächlich hängt jedoch der Mechanist weit eher einer Scheinlösung an und dies in zweifacher Hinsicht:
Die Frage nach dem Tod und dem Sinn des Lebens ist eine Frage, „die das Gehirn stellt“. Warum glauben wir, daß diese Frage irgendeine Bedeutung hat?! Das Zentrale Nervensystem, bzw. das Bewußtsein ist nicht die höchste Ausdrucksform des Lebendigen, sondern ein bloßes Werkzeug, um uns in unserer Umwelt zurechtzufinden. Vor vielen Jahren ist die Narbe meiner Fahrradpedalen blockiert, als ich mit ganzer Kraft losradeln wollte. Mit dem Gesicht voran bin ich mit voller Wucht auf den Asphalt geknallt – hätte mein Bewußtsein die Herrschaft behalten, stattdessen hat mein Körper in Bruchstücken einer Sekunde so reagiert, daß mir rein gar nichts passiert ist. Was genau er gemacht hat, weiß ich nicht. Als mein Bewußtsein die Kontrolle wieder innehatte, stand ich verdutzt vor dem vor mir auf dem Boden liegenden Fahrrad. Oder eine Klassenfahrt, als ich ein Kind war: im Kinderheim tobte und alberte ich auf dem Stockbett herum, verfing mich im Bettlacken und knallte mit dem Genick voran aus zwei Meter Höhe auf den Betonboden, – wenn sich nicht mein Körper in der Luft gedreht hätte, so daß ich in einer artistischen Nummer, die ich bewußt nie hingekriegt hätte, irgendwie so flog, daß ich plötzlich unter dem oberen Etagenbett hing und mich kopfüber mit allen Vieren am Bettgitter festklammerte. Eine artistische Spitzenleistung! Das Bewußtsein ist, wenn es wirklich ums Überleben geht, nichts weiter als ein alberner Störfaktor. Zu glauben, daß das Denken uns irgendwas über „Leben und Tod“ sagen könnte, ist eine Idiotie! Der Mystiker versucht zumindest Zugang zu diesem Geheimnisvollen zu finden, das jenseits des Denkens in uns wohnt – das wir sind: „Hinter deinen Gedanken und Gefühlen, mein Bruder, steht ein mächtiger Gebieter, ein unbekannter Weiser – der heißt Selbst. In deinem Leibe wohnt er, dein Leib ist er“ (Nietzsche).
Überhaupt unser ach so wertvolles Bewußtsein! Bewußtsein ist kein „Ding“, keine „Seele“, kein „kleiner Mann im Kopf“ oder sonst etwas, was eine Ausdehnung und einen Ort hätte. Es gehört, zusammen mit Phänomenen wie die Genetik oder die Gravitation, zum orgonotischen Funktionsbereich der „gleichzeitigen Wirkung“, die dem Mechanisten prinzipiell nicht zugänglich ist. Ohne „Fernwirkung“ wäre die Gravitation unerklärlich oder wie in jeder einzelnen Körperzelle der gesamte Körper codiert sein kann – oder wie ein materieller Zellhaufen so etwas wie „Bewußtsein“ entwickeln kann. Mystiker mit ihrem Glauben an die Unsterblichkeit haben zumindest ein Gespür dafür, daß das Bewußtsein außerhalb der materiellen Welt steht.
Die Schwerkraft funktioniert so, als gäbe es zwischen den Objekten keinen Raum. Die Gene funktionieren, als gäbe es keine Zeit, die die aufeinanderfolgenden Ereignisse voneinander trennt. Das Bewußtsein hat keine räumliche Ausdehnung, im Gedächtnis ist die Zeit aufgehoben. Die Mystiker liegen nicht vollkommen falsch!
Der Herr der Fliegen
14. Oktober 2016DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 1. Die Apokalypse / Die neue Welt
25. September 2016Gott ist tot!
24. September 2016Er starb an widerholten Messerstichen in unterschiedlichen Bereichen seines Körpers und geistert heute nur noch als zunehmend verwesender und zerfallender übelstinkender Untoter durch ein paar wenige Nischen der Gesellschaft. Die ersten beiden Stöße verabreichtem ihm die Astronomie und das Wideraufleben des antiken Atomismus, d.h. des Materialismus. Erst wurde die Erde aus dem Mittelpunkt des Universums gekippt, dann die Sonne und schließlich unser gesamtes Sternensystem. Gott war heimatlos und vor allem berufslos geworden. Er konnte weder „Weltenschöpfer“ noch „Architekt“ sein. Der Atomismus machte seine vermeintliche Schöpfung substanzlos. Der nächste Stoß war die Textkritik. Gott stellte sich als bloßes Fabelwesen heraus. Noch verheerender war der Stoß, der ihm von Darwin verabreicht wurde. „Gottes Ebenbild“ war das zufällige Produkt einer blinden Auslese. Der finale Todesstoß war jedoch die Einsicht, daß Gott nichts anderes ist als die „verinnerlichte gesellschaftliche Hierarchie“ im allgemeinen bzw. der verinnerlichte strafende Vater im besonderen. Wir taumeln durch eine sinnlose und leere Welt und unsere Leitsterne sind nicht nur Produkte unseres eigenen Wahns, sondern schaden uns und halten uns gefangen! Jene, die vorgeben noch an Gott zu glauben, also die widerlichen Pfaffen und ihre Schafe, sind schmutzige Lügner, bestenfalls bedauernswerte Kretins.
Die Wissenschaft hat die Religion abgelöst, doch so kann keine Gesellschaft überleben. Mit dem Mord an Gott haben wir uns selbst umgebracht. Denn, auch wenn wir es uns nicht eingestehen, wissen wir, daß nunmehr alles vollkommen sinnlos, leer und orientierungslos ist. Ganze Generationen wachsen heran, an denen nichts Menschliches mehr ist und es wird schlimmer werden. Zombies ohne Empathie und Selbstgefühl, d.h. Maschinen. Im Physik- und Biologieunterricht lernen sie ohnehin, daß sie Maschinen in einer Maschinenwelt sind. Und unsere „Aufklärer“ glauben tatsächlich noch immer, das wäre besser als das, was man früher in der „Sonntagsschule“ gelernt hat!
Es ist vorbei, aus, das Ende. Die letzte und einzige Chance, die die Menschheit hat, ist die Orgonomie.
DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Christus bringt die Erlösung
26. August 2016Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.h.
30. April 20161. Zusammenfassung
2. Die Hauptgleichung
3. Reichs „Freudo-Marxismus“
4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik
5. Reichs Biophysik
6. Äther, Gott und Teufel
a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter
b. Spiritualität und die sensationelle Pest
c. Die Biologie zwischen links und rechts
d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur
e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“
f. Die gesellschaftlichen Tabus
g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus
h. Dreifaltigkeit



















