Ein weiterer „Reichianer“: John C. Pierrakos

4. Dezember 2017

Mit Dr. Peter Stüwer habe ich einen durch und durch mechanistischen „linken“ Reichianer beschrieben, hier wird es ein durch und durch mystischer „rechter“ Reichianer sein.

Der Psychiater Pierrakos war Student der Orgonomie bevor er zusammen mit Alexander Lowen die „Bioenergetische Analyse“, kurz „Bioenergetik“, begründete. Die Orgontherapie hatte sich Schritt für Schritt aus der Orgasmustheorie und der Charakteranalyse entwickelt: bioenergetisches Zentrum im Solar plexus, Orgasmusreflex, segmentäre Anordnung der Panzerung, Therapierichtung von der Peripherie zum Zentrum, von oben nach unten, etc. Pierrakos und Lowen „emanzipierten“ sich von diesem Ansatz, „stellten sich einmal ganz dumm“ und betrachteten den Körper etwa so, wie ihn ein Gymnastik- oder Kampfsportlehrer sieht. Beispielsweise als „Zylinder“. „Spannungen“ sollten gelöst werden. Die Patienten sollten in ihren Beinen und Füßen „geerdet“ werden, um „ihren Mann stehen zu können“. Und so fort. Pierrakos reicherte diesen auffällig mechanistischen Ansatz mit etwas an, was er schon bei seiner Zusammenarbeit mit Reich vorgebracht hatte: er konnte Energiefelder und „Auren“ sehen. Etwas, was Reich nicht konnte oder nur in einem sehr beschränkten Maße. Beispielsweise beim Cloudbusten konnte Pierrakos Reich genau sagen, was gerade mit der Energie geschah, d.h. wie sie sich um den Cloudbuster verdichtete, abgezogen wurde, etc. Er war einigermaßen frustriert, daß Reich dafür kein gesteigertes Interesse aufbrachte und eher gleichgültig reagierte. Reich war stets darauf bedacht, daß man die energetischen Phänomene objektiv nachweisen kann oder sie zumindest intersubjektiv vermittelbar sind. Die atmosphärische Orgonenergie, DOR, etc. kann jeder Mensch guten Willens sehen!

Bei Pierrakos waren die Phänomene rein subjektiv bzw. konnten nur von dazu talentierten Spezialisten gesehen werden. Außerdem war das, was Pierrakos beschrieb, unglaublich kompliziert und verwickelt. Es geht, etwa bei der menschlichen Aura, um unterschiedliche Schichten, mit unterschiedlichen Pulsationsraten, „Strahlen“ und verwickelten Strukturen und Wirbeln (merkwürdigerweise spricht er ständig von Hakenkreuzen). Das ganze beschreibt Pierrakos mit auffällig mechanistischen Bildern, etwa „Brownscher Bewegung“, „Wasserdampf“, etc. Seine Ausführungen über die Pulsation des irdischen Energiefeldes sind trotz Illustrationen schlichtweg nicht nachvollziehbar. Mir ist es jedenfalls nicht gelungen. Gleichzeitig hat er den Anspruch den Materialismus zu überwinden, zumal es von der Qualität (dem „Feeling“) seiner Ausführungen her keinerlei Unterschied zu dem gibt, was etwa katholische oder hinduistische „Heilige“ und „Esoteriker“ berichten. In späteren Jahren arbeitete Pierrakos sogar mit einem „Medium“ zusammen, seiner Frau Eva, das Botschaften „channelte“.

Seine ganze Gedankenführung und Stellung zur Orgonomie wird an folgender Stelle deutlich, die in seinem Aufsatz über die menschliche Aura auftaucht, den er in David Boadellas Zeitschrift Energy and Charakter veröffentlicht hat:

Energie kommt von dem Wort energeia, das bedeutet Hervorrufen von Bewegung oder Arbeit. Eine funktionellere Definition ist, daß „Energie die lebendige Kraft ist, die vom Bewußtsein ausgeht“.

Das ganze ist denkbar weit weg von der Sexualität (siehe oben die Grundlagen der Orgontherapie!) und tut niemandem weh. Ganz im Gegenteil: es führt geradezu systematisch weg von dem Weg, für den der Name „Wilhelm Reich“ steht.

Pierrakos beobachtete das Energiefeld beim Menschen (warum nicht bei Tieren?), bei Pflanzen, Kristallen und der Erde. „Pulsation“ ist dabei der führende Begriff. Und dann veröffentlichte Sean Haldane doch tatsächlich das Buch Pulsation, das von nichts anderem handelt, als daß es im nichtlebenden Bereich keine Pulsation gibt! Genau deshalb, wegen diesem hohlen Kampf der Meinungen und Fehlinterpretationen, individuellen willkürlichen „Einfällen“ und „Eingebungen“ ohne jedweden wissenschaftlichen Wert, wollte Reich mit derartigen Spinnern nichts zu tun haben.

Masseneinwanderung und charakterliche Fassade

3. Dezember 2017

WARUM?! Schon seit Jahrzehnten lese ich keine Zeitung mehr. Warum? Warum nur muß ich heute die Welt in die Hand nehmen? Ganz große Überschrift „HASS“ und im Feuilleton dann ein Interview mit einem Sozialpsychologen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Hirnzellen in meinem Kopf bei der Lektüre aus purer Verzweiflung Harakiri verübt haben! Ich zitiere:

Die Zahl der erfaßten Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung ist 2016 um fast 12,8 Prozent gestiegen, die Zahl rechtsextremistischer Straftaten um 14,2 Prozent, die von häuslicher Gewalt um 4,4, Prozent. Zum kleinen Teil waren die Täter Zugewanderte, doch der Effekt ist gering, wie kriminologische Studien zeigen.

Die „rechtsextremistischer Straftaten“ kann man gleich vergessen, denn hierzu zählen auch reine Propaganda-„Taten“. Und die Verteidigung des Eigenen wird in diesem linksversifften Staatsgebilde eh systematisch kriminalisiert. Und das mit dem Anstieg der Sexualdelikte… Siehe hier.

Und warum werden nach Auffassung unseres Sozialpsychologen deutsche Männer zu Nazis und fallen über Frauen her? Weil ihre soziale Identität bröckelt. Der Job wird unsicherer. „Aber wenn Menschen nichts anderes mehr haben, dann haben sie immer noch eines: ihre Nationalität.“ Und so weiter mit dieser hochwissenschaftlichen Küchenpsychologie. Aber unser Sozialpsychologe tut auch was!

Wir überlegen mit der Polizei, der Stadt und Vereinen wie auch Menschenrechtsorganisationen, wie jede Form des Racial Profiling, also der Verdächtigung von Personen aufgrund ihres Aussehens, verhindert werden kann (…).

Oder anders ausgedrückt: es wird der Polizei beigebracht blind zu sein und in der Zeitung ist dann von „Männern“ die Rede, die dies und das getan haben! Ich erinnere nur an die Statistik der Sexualstraftaten! Ein „wissenschaftlich“ betreutes Irrenhaus! Wie gesagt, Harakiri…

So und jetzt als Kontrast orgonomische Sozialpsychologie:

Wir alle kennen das: nur in der Familie und unter langjährigen Freunden sind wir wirklich wir selbst, wir lassen uns gehen und tragen keine Maske. Das ändert sich „draußen“. Und je fremder und bedrohlicher die Umgebung ist, desto maskenhafter werden wir – und desto abgetrennter werden wir von unserem bioenergetischen Kern. Wer mit offenem Herzen durch die Gegend geht, wird in den letzten Jahren, wenn nicht Jahrzenten, gespürt haben, wie die „emotionale Temperatur“ im öffentlichen Raum abgenommen hat. Das fängt schon damit an, daß sich Nachbarn kaum noch grüßen und Zugezogene Fremde bleiben. Die Menschen leben immer mehr in ihrer Fassade, werden „unpersönlicher“, d.h. „verschließen ihr Herz“.

Der liberale (linke) Charakter, wie etwa unser Sozialpsychologe, der heute den öffentlichen Diskurs durchgehend bestimmt, gestaltet seine Umwelt nach seiner eigenen Charakterstruktur. Da er nur in der oberflächlichen Schicht seiner Charakterstruktur lebt, seiner sozialen Fassade, und vollkommen abgeschnitten ist von seinem bioenergetischen Kern, versucht er diese biopsychologische Struktur zur biosozialen Norm zu machen. Das gelingt ihm auf unterschiedlichste Weise. Er bestimmt beispielsweise zu fast 100% die Massenmedien und die Erziehungsinstitutionen von der Krippe bis zur Universität. Man denke nur an die Seuche der Political Correctness, die uns alle dazu zwingt AUSSCHLIESSLICH in unserer sozialen Fassade zu leben. Das Hauptinstrument des liberalen Charakters ist jedoch die Umvolkung. Wir sollen existentiell verunsichert werden, angespannt sein, verunsichert und uns fremd im eigenen Land fühlen. Wir werden GEZWUNGEN nur noch eine Maske zu tragen.

Wenn der „Kampf gegen Modju“ zu einer pestilenten Farce wird: Nachtrag

2. Dezember 2017

Was eigentlich ist an Hitler und L. Ron Hubbard so faszinierend, daß sich Kulte ausbilden konnten („Antifaschismus“ und „Antiscientology“), die den ursprünglichen Kulten in ihrem blinden Fanatismus in nichts nachstehen. Es ist billig von einer „Faszination des Bösen“ zu sprechen. Was die Massen wirklich fasziniert, ist nicht das Böse, sondern das Gute. Bei Hitler sind das drei Dinge:

  1. die Verachtung für Politik,
  2. die Überwindung des Staates und
  3. der Vorrang der Biologie.

Punkt 1 braucht nicht weiter erläutert zu werden. Vom „Hinwegfegen der Parteien“, von dem er in den 1920er Jahren sprach, bis zum Führerbunker, als er seinen Ekel vor jeder Politik bekundete und endgültig „keine Politik mehr machen wollte“, ist das ein unverkennbarer roter Faden. Punkt 2 mag angesichts des „totalen Staates“ überraschen, aber tatsächlich hat Hitler alles getan, um die staatlichen Institutionen zu unterminieren. Das Dritte Reich war ein einziges Chaos ohne eindeutige Zuständigkeiten. Das bringt uns zu Punkt 3: für Hitler war der Staat eine „jüdische Erfindung“, um den naturgegebenen Kampf der Gruppen und Individuen zu unterbinden. Hitler war schlicht und ergreifend ein Darwinist, wobei sein „Darwinismus“ dem entsprach, was er in den entsprechenden kruden populärwissenschaftlichen Schriften gelesen hatte. Das Leben sollte sich selbst organisieren, in dem Sinne, daß der Starke das nimmt, was ihm ob seiner Stärke zusteht. Die Natur, bzw. das, was sich Hitler unter „Natur“ vorstellte, sollte wieder zu ihrem Recht kommen!

Und was L. Ron Hubbard betrifft: vor ihm gab es die Psychoanalyse (und deren diverse Abspaltungen), d.h. ein kostspieliges, elitäres Expertenwissen, das nur wenigen Privilegierten zugutekam und deshalb angesichts des neurotischen Massenelends vollkommen bedeutungslos war. Hubbard war der erste, der eine schnell wirksame Selbsthilfe anbot. Daß nichts hinter den hochtrabenden Versprechungen stand und sich infolge die „Dianetik“ und Scientology zu einer rigiden, totalitären Pseudoreligion für Wohlhabende entwickelte, die finanzielle gerupft wurden, ist von sekundärer Bedeutung. Wichtig ist, daß Hubbard der erste war, der Menschen dazu brachte sich mit ihren Traumatas und dem ganzen Seelendreck, der uns alle erstickt, zu konfrontieren, um nicht immer und immer wieder die gleichen Fehler zu machen. Das fasziniert die Menschen an Scientology. Das ist, was sie anzieht – und gleichzeitig abgrundtief verängstigt.

Um was es geht, zeigt folgende Rede des Führers der faschistischen Organisation „Nation of Islam“, der vor einigen Jahren die Dianetik in seinen Kult integrierte. Er spricht beispielsweise über sexuellen Mißbrauch von jungen Schwarzen in ihren Familien und über seine eigene Verletzlichkeit in dieser Hinsicht. Eine absolut bemerkenswerte Rede. Ich kenne keine einzige von einem anderen religiösen Führer, die derartig „orgonomisch“ ist:

Für den selbstgerechten „Reichianer“ ist Farrakhan ein pestilenter Charakter und damit ist die Sache für ihn, den selbstgerechten Kleinen Mann erledigt. Reich selbst war kein „Reichianer“: er wußte, daß Leute wie Hitler und Farrakhan hier und da grundsätzlich Recht haben – im Rahmen der allgemeinen Schweinerei, für die sie ansonsten stehen.

Nochmal für die Blöden: Würde ich hier über Hitler und Hubbard herziehen als die Bösesten des Bösen, wäre das ebenso, als schrie ich, der Himmel sei blau. Es wäre vollkommen überflüssig! Wichtig ist zu fragen, warum Hitler und Hubbard diese verhängnisvolle Macht über so viele Menschen gewinnen konnten. Hitler hat faszinierend, weil er das angriff, was die Menschen aus ihrem Kern heraus hassen, weil es ihr Leben zerstört: die Politik, den Staat und daß man nicht seiner Biologie gemäß leben kann. Bei Hubbard liegt das Faszinosum darin, daß er einen Weg zu den Traumen wies, die das Leben der Menschen überschatten. In Reichschen Begriffen: sie waren Wahrheits- und Freiheitskrämer.

nachrichtenbrief93

1. Dezember 2017

Der Rote Faden: Drei Sozialistinnen

30. November 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus

d. Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

e. Die Leninistische Organisation

4. Polithygiene

a. Reich in Norwegen

b. Reich und Marx

c. Reich und Lenin

d. Reich und Trotzki

e. Reich und Stalin

5. Reich in Amerika

a. Drei Sozialistinnen

nachrichtenbrief92

29. November 2017

Wenn der „Kampf gegen Modju“ zu einer pestilenten Farce wird

28. November 2017

Solange ich zurückdenken kann, war mein Bewußtsein durch einen kompromißlosen, geradezu fanatischen Anti-Nazismus geprägt und durch eine viszerale Verachtung für und, ja, auch Haß auf „Sekten“. Meine Mutter hat mir immer erzählt, daß Oma ihr eine Tracht Prügel angedroht hat, wenn sie es jemals wagen würde, den ehemaligen Hausarzt der Familie, der nun mit dem Judenstern durch St. Pauli laufen mußte, nicht mit ausgesuchter Höflichkeit zu grüßen. Und es war immer ein Rätsel, warum Uroma nie „abgeholt“ wurde, denn die schimpfte ständig über Hitler und das „Nazi-Pack“. Ich erzähle das, weil dieser Blogeintrag mich vor eine schier unlösbare Aufgabe stellt, denn ich will darlegen, daß in der gepanzerten Gesellschaft der „Kampf gegen das Böse“, hier konkret gegen den Nationalsozialismus und gegen Scientology, nicht das ist, was er zu sein vorgibt, sondern selbst böse ist.

Alles, was in dieser Hinsicht veröffentlicht wird, strotzt nur so von Halbwahrheiten, Lügen und bizarren Mythenbildungen. Wer auf diese Weise gegen die Emotionelle Pest kämpfen will, d.h. aus der neurotischen und perversen „sekundären Schicht der Charakterstruktur“ heraus, erzielt damit nur einen einzigen Effekt: er mehrt die Emotionelle Pest in dieser Welt – er stärkt die Emotionelle Pest. Man nehme nur die Mythenbildung über den Widerstand in Frankreich und Norwegen gegen die Okkupanten. Von einigen einzelnen heroischen Ausnahmen abgesehen, haben die Franzosen und Norwegen brav mitgespielt. Oder David Irving, den „Nazi“. Man nehme etwa diesen Bericht aus dem kommunistischen Schmierblatt New York Times und schaue sich das Bild an: David Irving im Bücherschrank – der Mann, um den es im Artikel geht, muß ein Nazi sein! Dabei hat keiner dieser „Antifaschisten“ jemals tatsächlich eines der Bücher von Irving gelesen, die durchweg kein gutes Haar an den Nazi-Größen lassen. Irving ist nur deshalb in Verruf geraten, weil er sich weigert sich dem „Anti-Nazi-Kult“ anzuschließen, der nur einen marginalen Bezug zur historischen Wirklichkeit hat. Ich verweise auf folgendes Interview mit Irving:

Die „Antifaschisten“ merken gar nicht, daß sie sich in ihrem vermeintlichen „Antifaschismus“ genauso aufführen wie – Faschisten. Wie Irving sagt: sie können nicht mit dir argumentieren, deshalb bringen sie dich zum Schweigen. Man denke nur an die Geistesakrobaten der Antifa! Eine Antifa, deren Herz vor Freude aufgeht, wenn sie an die Opfer des allierten Bombenterrors denkt; die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen, die auf den Straßen St. Paulis lagen.

Man kann die Irrationalität, in diesem Fall den Hitlerismus, nicht mit Irrationalität bekämpfen. Ganz im Gegenteil: die Emotionelle Pest triumphiert! Das sieht man auch im Kampf gegen den Esoterik-Betrüger L. Ron Hubbard und seine Sekte Scientology. Hier das Anfangsvideo einer sehr langen Serie von Videos, in denen Marthy Rathburn, einst der zweite Mann und der „Vollstrecker“ von Scientology, sich über den Anti-Scientology-Kult lustig macht:

Hubbard und Scientology werden von der Antiscientology mit Lügen und Manipulationen „bekämpft“ und dabei ein Korpsgeist eingefordert, der dem von Scientology selbst in nichts nachsteht. Man zieht in Bild-Zeitungs-Manier über das Privatleben von Hubbard her, ignoriert aber vollständig die zigtausenden von Seiten, die er verfaßt hat. Man dichtet sich irgendwelche wilden Geschichten zusammen, die zwar gut beim sensationslüsternen Publikum ankommen, die aber nichts mit dem wirklichen Geschehen zu tun haben. Rathburn war schließlich dabei, hat das meiste selbst befehligt, bevor er aus den Fängen der Sekte geflohen ist. Und diesen „anti-scientologischen“ Idioten fällt gar nicht auf, daß sie sich hier genau jener Taktiken befleißigen, die sie Hubbard und Scientology vorwerfen.

Nur die Wahrheit kann die Welt von der Emotionellen Pest befreien, niemals die Lüge. Ganz im Gegenteil! Die „Antifaschisten“ und „Antiscientologen“ reiten uns nur noch tiefer in die Scheiße rein! Was wir brauchen ist AUFKLÄRUNG. Die Aufklärung im eigentlichen Sinne des Wortes. Aber der Kleine Mann will davon nichts hören, er will nur hetzen, sich echauffieren und das Gegenüber erniedrigen, um sich moralisch überlegen zu fühlen.

nachrichtenbrief91

27. November 2017

Dr. Peter Strüver: Wilhelm Reich – Zwischen Psychoanalyse und Orgontheorie. Eine kurze fragmentarische Studie

26. November 2017

Warum? Warum falle ich immer wieder drauf rein? Da nimmt man interessiert, wenn nicht sogar fasziniert, das Buch eines „Reichianers“ in die Hand, läßt sich vom ambitionierten Buchtitel blenden – und landet als Leser schon nach wenigen Seiten in einem unheilvollen Gemenge aus Verwirrung, Kopfschmerzen, Frust und Wut. Immerhin beschäftigt sich der Sozialpädagoge, Sozialarbeiter und ehemalige DKP-Genosse Dr. Strüver seit 1970 mit Reich. Wobei „er aber keinesfalls einem neuen Biologismus und Naturalismus das Wort reden“ will (S. 114). Wie sieht das konkret aus? Dr. Strüver und Genossen „lebten in einer Art persönlicher sexueller Revolution“. Was das hieß? „Vollständiges Erleben der orgastischen Potenz (…) als unbedingter Kraftquell, um den studentischen, beruflichen, privaten, politischen und wissenschaftlichen Alltag einigermaßen emotional positiv gestaltend leben zu können“ (S. 115). Doch das konnte nicht dauerhaft gelebt werden, denn „allseitige sexuelle Empfindungen im Sinne der orgastischen Potenz können in der kapitalistischen, Entfremdung-produzierenden Gesellschaft nur schwer auf Dauer vom Individuum gelebt werden“ (ebd.). Danke, Dr. Stöver, endlich habe ich verstanden, was wirklich hinter dem Vorwurf von „Naturalismus“ und „Biologismus“ gegen Reich von Seite der Linken steckt: die Charakterstruktur des Kommunisten, die ich im folgenden etwas beleuchten werde.

Fangen wir mit einem Hinweis an, der mich faszinierte: auf S. 12 ist von einer „Helma Sanders“ die Rede, die 1980 den Film „Der subjektive Faktor“ veröffentlichte, in dem Reich-Bücher eingeblendet werden. War mir vollkommen neu. Danke! Aber: die Frau heißt Helke Sander! Diese groteske Nachlässigkeit ist symptomatisch für dieses Büchlein. An allen Ecken und Enden stolpert man über Fehler. Wie kann jemand, irgendjemand auf diesem Planeten, „Lazer-Therapie“ schreiben?! (S. 102). Absätze auf S. 65 sind identisch mit Absätzen auf S. 79, desgleichen S. 66 und S. 82. „Erläuterungen“ in den Fußnoten, die ja Klarheit herstellen sollen, erzeugen teilweise nur noch mehr Chaos. Eine Vortragsserie Reichs aus dem Jahre 1934 wird erwähnt: „Gemeint ist die Weiterentwicklung der Psychoanalyse zur Biogenese“ (S. 86). 1934 war von „Biogenese“ noch keine Rede. Und überhaupt…

Reichs Massenpsychologie des Faschismus. Damals die Juden. „Heute müssen Moslems und Asylbewerber dafür herhalten“ (S. 44). Auf der nächsten Seite beschreibt Dr. Strüver dann ganz richtig die Familienideologie, die Sexualfeindlichkeit, Ehemisere, kein Sex vor der Ehe – ohne auf den Gedanken zu kommen, daß wir genau diese „Massenpsychologie des Faschismus“ gegenwärtig importieren.

Oder irrwitzige Antagonismen, wie auf S. 87, wo von „Reich heute in Dänemark“ berichtet wird: 1. ein gewisser Robert Moore, der Boadellas „Biosynthese“ weiterentwickelt hat, 2. bei „Albert Fischer im Kopenhagener Labor wurde erstmals die biologische Färbungsreaktion (Bionexperimente) demonstriert“, 3. das dänische Landwirtschaftsministerium erforscht den ORAC. Albert Fischer fällt in die 1930er Jahre und war ein Feind Reichs, der diesen als „Phantasten“ betrachtete! Oder S. 25: Oslo 1934 bis 1939: „Grundlegung der Vegetotherapie“. New York 1939-1942: „Bionenforschung, Bioelektrizität, Entdeckung der Orgonenergie“, etc.

Alles in diesem desorganisierten „Buch“ sorgt für Durcheinander, etwa die grandiose Idee Dr. Strüvers von sich selbst in der dritten Person zu reden, so daß man auf Anhieb nie sicher sein kann, ob nun vom Autor selbst, von dem Reich-Biographen, den er zitiert, oder von Reich die Rede ist. Alle sind „er“! Oder diese tragikomische Fußnote: „Jantzen ebd., Hervorhebung v. Autor. Mit der Bezeichnung Autor ist natürlich der Verfasser dieses Buches gemeint“ (S. 112 Hervorhebung von Dr. Strüver). In Jantzens Text findet sich keine Hervorhebung! Und welcher Verfasser welchen Buches ist gemeint?

Und das ganze ist auch noch von einer nur als „zerebral“ („neuropsychologisch-informationstheoretisch-dynamisch-lerntheoretisch“, S. 117) zu bezeichnenden Schreibe gekennzeichnet, deren einzige Funktion es zu sein scheint, die Erregung von der Wahrnehmung zu trennen und dergestalt einen kontaktlosen Zustand herzustellen:

Mit A.N. Leontjew ist Sinn ja so zu definieren, daß dieser sich ursprünglich nur in Form der Emotionen äußert und erst später, mit der zunehmenden Differenziertheit der Tätigkeit, zusammenfällt mit der Realisierung der Motive. Durch diese Realisierung erlischt das Bedürfnis. Problem: Realisieren sich die Motive aber nicht – z.B. in einer offenen Lebensform auf Dauer, denn das war kaum durchzuhalten bei den aufgestauten lebensgeschichtlichen Bruchstellen der WG-Mitglieder – dann setzt eine erneute Suchbewegung ein. (S. 13)

Das ganze läuft hinaus auf eine Kritik an der Reichschen Sicht auf den Organismus, der bloß funktioniert, durch biologische Energie getrieben und dabei von Gegensatz von Zentrum und Peripherie bestimmt wird. Vielmehr gehe es um „das innere Milieu, das Gehirnzentrum also, als dynamische funktionelle Haupteinheit gedacht“… (S. 119) Und so weiter, frei nach der „Kritischen Psychologie“ des DKP-Genossen Klaus Holzkamp und sowjetischen Genossen in der Tradition Pawlows. Ein unerträgliches Gestammel, das nur das Lebensempfinden des kommunistischen Charakters beschreibt. Von wegen „Gehirnzentrum“!

Mir reichen schon geradezu psychedelisch wirkende Sätze des Autors wie der folgende: „Familiäre Trennungszusammenhänge mit juristischen und psychischen Folgen etc. erschweren die Eingliederung“ (der öffentlichen und familiären Wertsysteme) (S. 53).

Buchstäblich das einzige, was an diesem Buch interessant ist, ist ein Zitat aus einem 1970 bei rororo erschienenen Buch über „Sexualität und Sexualpolitik in Dänemark und Schweden“: Von jeher seien dort voreheliche Beziehungen akzeptiert worden. Diese Tradition weise verblüffend weit zurück. Praktisch hundert Prozent aller verheirateten hatten Beziehungen mit Geschlechtsverkehr vor der Ehe (S. 36f). Paßt gut zu James DeMeos Saharasia-Theorie.

Der ganze Wahnsinn dieses Machwerks steht nicht allein, sondern hat Methode. Buchstäblich hunderte Bücher und abertausende Aufsätze dieser Machart sind seit Reichs Tod erschienen. „Reichianer“ sind mit Abstand die schlimmsten Feinde der Orgonomie! Man nehme doch das „Buch“ Dr. Strüvers zur Hand! Dr. Strüver hat zur „Orgontheorie“ nicht viel mehr zu sagen als folgendes Zitat aus einem Aufsatz über „Fetisch und Foto oder: Das Abbild als das andere Kunstwerk“:

Experimente haben ergeben, daß sich mit gewissen Malereien (…) wenn man sie auf Menschen projiziert, einige Effekte erzielen lassen, die in Orgon-Akkumulatoren auftreten. William S. Burroughs, in Anlehnung an Wilhelm Richs Theorie der Lebensenergie, bedient sich der Sprache wie eines Akkumulators zum Auslösen spontaner Orgasmen. (S. 99)

So, auf dem Niveau Mildred Bradys, sind sie alle, diese „Freunde“ Reichs. Wer’s nicht glauben will, – ich verweise auf meine dreiteilige Rezensionsserie über „Reichianischer Bücher“:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

nachrichtenbrief90

25. November 2017